Ratgeber · Versicherung
Unfallversicherung für Auszubildende: Dein Schutz bei Freizeit und Beruf
Als Auszubildende bist du über die Berufsgenossenschaft nur bei Unfällen im Betrieb oder auf dem direkten Weg dorthin abgesichert. Eine private Unfallversicherung schließt die Lücke für deine Freizeit und zahlt bei dauerhaften Beeinträchtigungen eine Invaliditätsleistung.
11 Kapitel · 18 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Die gesetzliche Unfallversicherung greift nur bei Arbeits-, Wege- und Berufsschulunfällen.
- Private Unfallversicherungen zahlen eine Kapitalleistung bei dauerhafter Invalidität nach Unfall.
- Die Gliedertaxe und die Progression bestimmen die Höhe der Auszahlung im Ernstfall.
- Eine private Unfallversicherung ersetzt keine Berufsunfähigkeitsversicherung.
01 · Was gilt
Was leistet die gesetzliche Unfallversicherung zum Ausbildungsstart?
Mit deinem Ausbildungsstart bist du automatisch über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert. Dieser Schutz ist an deine Tätigkeit als Auszubildende oder Auszubildender gekoppelt.
Die gesetzliche Unfallversicherung greift bei Unfällen im Ausbildungsbetrieb, in der Berufsschule und auf dem direkten Weg dorthin. Auch anerkannte Berufskrankheiten sind abgedeckt. Der direkte Weg umfasst den Hin- und Rückweg zwischen deiner Wohnung und der Ausbildungsstätte, ohne private Umwege.
Nicht versichert sind Unfälle in deiner Freizeit. Dazu gehören Sportunfälle im Verein oder Fitnessstudio, Unfälle im Haushalt, auf Reisen oder beim Ausgehen. Rund 70 Prozent aller Unfälle passieren in der Freizeit, nicht im Betrieb oder auf dem Arbeitsweg.
Für dich bedeutet das: Wenn du abends beim Fußballtraining umknickst oder am Wochenende beim Mountainbiken stürzt, zahlt die gesetzliche Unfallversicherung keine Invaliditätsleistung. Genau hier entsteht die Lücke, die eine private Unfallversicherung schließen kann.
Die gesetzliche Absicherung ist für dich als Auszubildende beitragsfrei. Dein Arbeitgeber meldet dich bei der zuständigen Berufsgenossenschaft an und trägt die Kosten.
- Unfälle im Ausbildungsbetrieb sind über die Berufsgenossenschaft abgesichert.
- Unfälle in der Berufsschule fallen ebenfalls unter den gesetzlichen Schutz.
- Der direkte Weg zur Arbeit und zurück ist versichert, solange du keine privaten Umwege machst.
- Anerkannte Berufskrankheiten werden von der gesetzlichen Unfallversicherung übernommen.
- Sportunfälle im Verein oder Fitnessstudio sind nicht abgedeckt.
- Unfälle im Haushalt und auf Reisen gehören nicht zum gesetzlichen Schutz.
- Unfälle beim Ausgehen in der Freizeit sind ebenfalls nicht versichert.
Da zahlt sie
Da zahlt sie nicht
02 · Grundlagen
Private Unfallversicherung: Dein Schutz für die Freizeit
Die meisten Unfälle junger Menschen passieren nicht im Betrieb, sondern in der Freizeit. Eine private Unfallversicherung gilt rund um die Uhr und weltweit.
Die private Unfallversicherung zahlt eine einmalige Kapitalleistung, wenn nach einem Unfall eine dauerhafte körperliche Beeinträchtigung zurückbleibt. Diese Invaliditätsleistung ist der Kern der Absicherung. Je nach Tarif kannst du zusätzlich eine Unfallrente, Krankenhaustagegeld oder Bergungskosten vereinbaren.
Der Schutz gilt unabhängig davon, wo der Unfall passiert. Ob du zu Hause von der Leiter fällst, im Urlaub verunglückst oder beim Sport stürzt, die private Unfallversicherung leistet. Sie ergänzt damit die gesetzliche Absicherung, die nur Arbeits- und Wegeunfälle abdeckt.
Für Auszubildende ist der Einstieg in eine private Unfallversicherung besonders günstig. Je jünger du beim Abschluss bist, desto niedriger sind die Beiträge. Wer früh abschließt, sichert sich also nicht nur Schutz, sondern auch einen stabilen Beitrag über die gesamte Vertragslaufzeit.
Wichtig zu wissen: Die private Unfallversicherung ersetzt keine Kranken- oder Berufsunfähigkeitsversicherung. Krankheiten, Verschleiß oder dauerhafte Überlastung sind nicht abgedeckt, sofern kein spezieller Tarifbaustein greift.
- Die private Unfallversicherung zahlt bei dauerhaften Beeinträchtigungen nach einem Unfall.
- Sie gilt weltweit und rund um die Uhr, auch in der Freizeit und im Haushalt.
- Die Invaliditätsleistung ist eine einmalige Kapitalzahlung, deren Höhe vom Invaliditätsgrad abhängt.
- Zusätzliche Bausteine wie Unfallrente oder Krankenhaustagegeld kannst du optional vereinbaren.
- Krankheiten und Verschleiß sind über die private Unfallversicherung nicht abgesichert.
Kurz erklärt
Private Unfallversicherung
Eine Versicherung, die bei einem Unfall eine einmalige Kapitalleistung (Invaliditätsleistung) zahlt, wenn eine dauerhafte körperliche Beeinträchtigung zurückbleibt. Sie kann auch Unfallrente, Krankenhaustagegeld oder Bergungskosten umfassen.
Sie ergänzt die gesetzliche Absicherung und leistet unabhängig davon, ob der Unfall in der Freizeit, im Haushalt oder auf Reisen passiert ist.
03 · Im Vertrag
Invaliditätsleistung und Gliedertaxe: So wird die Auszahlung berechnet
Die Höhe deiner Auszahlung hängt von zwei Faktoren ab: dem Grad der Invalidität und der vereinbarten Versicherungssumme. Die Gliedertaxe legt fest, welcher Invaliditätsgrad für den Verlust oder die Funktionsunfähigkeit eines Körperteils angesetzt wird.
Die Gliedertaxe ordnet jedem Körperteil einen festen Prozentsatz zu. Verlierst du beispielsweise einen Arm, gilt ein Invaliditätsgrad von 70 Prozent. Beim Verlust eines Daumens werden 20 Prozent angesetzt. Diese Werte sind in den allgemeinen Versicherungsbedingungen festgelegt und bilden die Grundlage für die Berechnung deiner Leistung.
Die Invaliditätsleistung wird berechnet, indem die Versicherungssumme mit dem festgestellten Invaliditätsgrad multipliziert wird. Bei 100.000 Euro Versicherungssumme und 20 Prozent Invalidität erhältst du 20.000 Euro ausgezahlt. Bei 70 Prozent Invalidität sind es entsprechend 70.000 Euro.
Mit einer Progression kannst du die Leistung bei schweren Invaliditätsgraden überproportional erhöhen. Ab einem Invaliditätsgrad von 25 Prozent steigt die Leistung kontinuierlich an. Bei einer Progression von 500 Prozent erhältst du bei Vollinvalidität die fünffache Versicherungssumme.
Für dich bedeutet das: Achte beim Tarifvergleich besonders auf die Gliedertaxe und die Progression. Diese beiden Faktoren bestimmen maßgeblich, wie viel Geld du im Ernstfall tatsächlich ausgezahlt bekommst.
- Die Gliedertaxe legt für jedes Körperteil einen festen Invaliditätsgrad fest.
- Bei Verlust eines Arms gilt ein Invaliditätsgrad von 70 Prozent, beim Daumen von 20 Prozent.
- Die Invaliditätsleistung ergibt sich aus Versicherungssumme multipliziert mit dem Invaliditätsgrad.
- Bei 100.000 Euro Versicherungssumme und 20 Prozent Invalidität werden 20.000 Euro ausgezahlt.
- Die Progression erhöht die Leistung ab einem Invaliditätsgrad von 25 Prozent überproportional.
- Bei 500 Prozent Progression erhältst du bei Vollinvalidität die fünffache Versicherungssumme.
Wichtige Begriffe für die Leistung
04 · Vergleich
Versicherungssumme und Progression: Was passt zu deiner Ausbildung?
Die passende Versicherungssumme hängt von deinem Beruf und deinen Aktivitäten ab. Für körperliche Ausbildungsberufe ist eine höhere Summe sinnvoll.
Für Auszubildende im Büro reicht eine Invaliditätssumme ab 75.000 Euro als Grundabsicherung aus. Arbeitest du in einem handwerklichen Beruf, solltest du deutlich höher gehen. Empfohlen werden dann 100.000 bis 150.000 Euro Versicherungssumme, weil das Risiko für schwere körperliche Unfälle im Arbeitsalltag höher ist.
Die Progression solltest du bei mindestens 225 Prozent ansetzen. Für körperliche Berufe sind 350 bis 500 Prozent sinnvoll, da bei schweren Invaliditätsgraden der finanzielle Bedarf überproportional steigt. Die Progression wirkt wie ein Hebel auf deine Auszahlung.
Die Einstufung in eine Gefahrengruppe beeinflusst deinen Beitrag. Azubis im Büro werden in der Regel in Gefahrengruppe A eingestuft, Azubis im Handwerk in B und Azubis auf dem Bau in C. Je höher die Gruppe, desto teurer ist der Tarif, weil das Unfallrisiko steigt.
Für dich bedeutet das: Wähle die Versicherungssumme nicht zu niedrig. Bei körperlicher Arbeit reichen 50.000 Euro oft nicht aus, um dauerhafte finanzielle Folgen eines Unfalls abzufedern.
- Für Büroberufe ist eine Versicherungssumme ab 75.000 Euro empfehlenswert.
- Für handwerkliche Berufe sind 100.000 bis 150.000 Euro Versicherungssumme sinnvoll.
- Eine Progression von mindestens 225 Prozent sollte in jedem Tarif enthalten sein.
- Für körperliche Berufe sind 350 bis 500 Prozent Progression empfehlenswert.
- Die Gefahrengruppe richtet sich nach deiner konkreten Tätigkeit, nicht nach deinem Status als Azubi.
- Je höher die Gefahrengruppe, desto teurer ist dein Beitrag.
| Büroberuf | Handwerklicher Beruf | |
|---|---|---|
| Empfohlene Versicherungssumme | ab 75.000 Euro | deutlich höher |
| Empfohlene Progression | mindestens 225 Prozent | mindestens 225 Prozent |
| Typische Gefahrengruppe | A | B oder C |
05 · Was gilt
Krankengeld und Versicherungspflicht: Was gilt in der Ausbildung?
Als Auszubildende bist du in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert. Das hat Auswirkungen auf dein Krankengeld und deine Absicherung im Krankheitsfall.
Während deiner Ausbildung bist du in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherungspflichtig. Das bedeutet, du kannst dich nicht einfach privat krankenversichern, solange dein Einkommen unter der Versicherungspflichtgrenze liegt. Die Beiträge werden direkt von deinem Ausbildungsgehalt abgezogen.
Krankengeld erhältst du, wenn du länger als sechs Wochen arbeitsunfähig bist. In den ersten sechs Wochen zahlt dein Ausbildungsbetrieb die Vergütung weiter. Danach springt die gesetzliche Krankenkasse ein und zahlt Krankengeld, das niedriger ist als dein reguläres Gehalt.
Bist du unter 25 Jahre alt und verdienst wenig, kannst du unter Umständen beitragsfrei über die Familienversicherung deiner Eltern krankenversichert sein. Die Einkommensgrenze liegt 2026 bei 535 Euro monatlich. Verdienst du mehr, musst du dich eigenständig versichern.
Wichtig zu wissen: Krankengeld bei Freizeitunfällen ohne private Zusatzversicherung ist nicht abgedeckt. Die gesetzliche Unfallversicherung zahlt keine Unfallrente bei Freizeitunfällen. Hier hilft nur eine private Unfallversicherung mit Unfallrente als Zusatzbaustein.
- Als Auszubildende bist du in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert.
- Krankengeld erhältst du nach sechs Wochen Lohnfortzahlung durch den Betrieb.
- Die beitragsfreie Familienversicherung ist möglich, wenn du unter 25 bist und wenig verdienst.
- Die Einkommensgrenze für die Familienversicherung liegt 2026 bei 535 Euro monatlich.
- Eine private Krankenversicherung als Pflichtversicherte ist während der Ausbildung nicht möglich.
- Krankengeld bei Freizeitunfällen ohne private Zusatzversicherung ist nicht abgedeckt.
- Unfallrente aus der gesetzlichen Unfallversicherung gibt es bei Freizeitunfällen nicht.
Gilt für dich
Gilt nicht für dich
06 · Vergleich
Berufsunfähigkeitsversicherung: Warum sie für dich wichtiger sein kann
Eine private Unfallversicherung zahlt nur bei Unfällen. Die meisten Berufsunfähigkeiten entstehen jedoch durch Krankheiten wie Rückenleiden oder psychische Erkrankungen.
Die private Unfallversicherung leistet nur, wenn ein Unfall zu einer dauerhaften körperlichen Beeinträchtigung führt. Krankheiten, Verschleiß oder psychische Erkrankungen sind nicht abgedeckt. Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt dagegen eine monatliche Rente, wenn du aus gesundheitlichen Gründen deinen Beruf nicht mehr ausüben kannst, unabhängig davon, ob Krankheit oder Unfall die Ursache ist.
Die Berufsunfähigkeitsversicherung leistet ab 50 Prozent Berufsunfähigkeit im zuletzt ausgeübten Beruf. Das bedeutet: Wenn du wegen einer Krankheit oder eines Unfalls mindestens die Hälfte deiner Arbeitszeit nicht mehr arbeiten kannst, bekommst du eine monatliche Rente. Die private Unfallversicherung zahlt dagegen nur eine einmalige Kapitalleistung bei Invalidität.
Für Auszubildende ist der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung oft wichtiger als eine hohe Unfallversicherungssumme. Die meisten Berufsunfähigkeiten entstehen durch Krankheiten, nicht durch Unfälle. Wer nur eine Unfallversicherung hat, ist bei Rückenleiden, Krebs oder Depressionen nicht abgesichert.
Für dich bedeutet das: Überlege zuerst, ob du eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen kannst. Sie ist teurer als eine Unfallversicherung, bietet aber einen deutlich umfassenderen Schutz. Die Unfallversicherung ist eine sinnvolle Ergänzung, aber kein Ersatz.
- Die private Unfallversicherung leistet nur bei Unfällen mit dauerhafter körperlicher Beeinträchtigung.
- Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt eine monatliche Rente bei Krankheit oder Unfall.
- Leistungsauslöser der Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine Berufsunfähigkeit von mindestens 50 Prozent.
- Die private Unfallversicherung zahlt eine einmalige Kapitalleistung bei Invalidität.
- Krankheiten wie Rückenleiden oder psychische Erkrankungen sind über die Unfallversicherung nicht abgedeckt.
- Für Auszubildende ist die Berufsunfähigkeitsversicherung oft wichtiger als eine hohe Unfallversicherungssumme.
| Private Unfallversicherung | Berufsunfähigkeitsversicherung | |
|---|---|---|
| Leistungsauslöser | Unfall mit dauerhafter körperlicher Beeinträchtigung | Krankheit oder Unfall, die dich berufsunfähig machen |
| Leistungsart | Einmalige Kapitalleistung bei Invalidität | Monatliche Rente bei Berufsunfähigkeit |
| Absicherung bei Krankheit | Nein | Ja |
07 · Was gilt
Auslandsreisekrankenversicherung: Dein Schutz bei Auslandsaufenthalten
Wenn du während der Ausbildung ins Ausland reist oder ein Praktikum im Ausland machst, greift deine gesetzliche Krankenversicherung oft nicht oder nur eingeschränkt. Eine Auslandsreisekrankenversicherung übernimmt dann die Behandlungskosten.
Die Auslandsreisekrankenversicherung übernimmt Behandlungskosten im Ausland, wenn du während einer Reise oder eines Auslandsaufenthalts krank wirst oder einen Unfall hast. Sie zahlt auch den medizinisch notwendigen Rücktransport nach Deutschland, wenn du vor Ort nicht ausreichend behandelt werden kannst.
Zahnbehandlungen bei akuten Schmerzen sind ebenfalls abgedeckt. Nicht übernommen werden Behandlungskosten in Deutschland, Vorsorgeuntersuchungen im Ausland oder Behandlungen, die vor Reiseantritt bereits absehbar waren.
Für Auszubildende ist die Auslandsreisekrankenversicherung besonders relevant, wenn du ein Praktikum im Ausland planst oder in den Ferien reist. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt im Ausland oft nur einen kleinen Teil der Kosten oder gar nichts. Eine private Auslandsreisekrankenversicherung kostet meist nur wenige Euro im Jahr.
Für dich bedeutet das: Schließe eine Auslandsreisekrankenversicherung ab, bevor du ins Ausland reist. Sie ist eine der günstigsten Versicherungen und kann dich vor hohen Behandlungskosten im Ausland schützen.
- Die Auslandsreisekrankenversicherung übernimmt Behandlungskosten im Ausland.
- Der medizinisch notwendige Rücktransport nach Deutschland ist abgedeckt.
- Zahnbehandlungen bei akuten Schmerzen werden übernommen.
- Behandlungskosten in Deutschland sind nicht abgedeckt.
- Vorsorgeuntersuchungen im Ausland werden nicht übernommen.
- Behandlungen, die vor Reiseantritt absehbar waren, sind ausgeschlossen.
Übernimmt sie
Übernimmt sie nicht
08 · Checkliste
Krankenversicherung und Familienversicherung: Bist du noch mitversichert?
Viele Auszubildende sind über die Familienversicherung der Eltern beitragsfrei krankenversichert. Das gilt jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen.
Die beitragsfreie Familienversicherung ist möglich, wenn du unter 25 Jahre alt bist und dein regelmäßiges Gesamteinkommen unter der Einkommensgrenze liegt. 2026 liegt diese Grenze bei 535 Euro monatlich. Verdienst du mehr, musst du dich eigenständig versichern.
Weitere Voraussetzung: Du musst in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sein und deine Eltern müssen ebenfalls gesetzlich krankenversichert sein. Sind deine Eltern privat versichert, kannst du nicht über die Familienversicherung abgesichert werden.
Für dich bedeutet das: Prüfe zu Beginn deiner Ausbildung, ob du über die Familienversicherung beitragsfrei versichert bleiben kannst. Das spart dir monatlich den Krankenkassenbeitrag, der sonst direkt von deinem Ausbildungsgehalt abgezogen wird.
Beachte: Auch wenn du über die Familienversicherung versichert bist, hast du Anspruch auf Krankengeld nach sechs Wochen Lohnfortzahlung. Die Familienversicherung deckt die Behandlungskosten, nicht aber den Verdienstausfall.
- Du bist unter 25 Jahre alt, um beitragsfrei familienversichert zu sein.
- Dein regelmäßiges Gesamteinkommen liegt unter 535 Euro monatlich im Jahr 2026.
- Du bist in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert.
- Deine Eltern sind gesetzlich krankenversichert.
- Die Familienversicherung deckt Behandlungskosten, aber keinen Verdienstausfall.
Voraussetzungen für die beitragsfreie Familienversicherung
Du bist unter 25 Jahre alt
Dein regelmäßiges Gesamteinkommen liegt unter der Einkommensgrenze (2026: 535 Euro monatlich)
Du bist in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert
Deine Eltern sind gesetzlich krankenversichert
09 · Was gilt
Hausrat- und Kfz-Haftpflichtversicherung: Was brauchst du wirklich?
Nicht jede Versicherung ist für Auszubildende sofort notwendig. Hausrat und Kfz-Haftpflicht hängen von deiner Lebenssituation ab.
Die private Haftpflichtversicherung ist für dich oft über die Eltern mitversichert, solange du dich in der Ausbildung befindest. Das gilt auch dann, wenn du nicht mehr zu Hause wohnst. Prüfe bei deinen Eltern, ob deren Vertrag eine Mitversicherung für Kinder in Ausbildung vorsieht.
Eine Kfz-Haftpflichtversicherung brauchst du nur, wenn du ein eigenes Auto besitzt. Ohne sie wird kein Auto in Deutschland zugelassen. Für ein altes Auto mit geringem Wert ist eine Kaskoversicherung oft verzichtbar, weil die Reparaturkosten den Fahrzeugwert übersteigen.
Eine Hausratversicherung ist sinnvoll, wenn du eine eigene Wohnung mit teurer Einrichtung hast. Wohnst du noch bei den Eltern, bist du in der Regel über deren Hausratversicherung mitversichert. In Wohngemeinschaften wird jedoch oft kein Versicherungsschutz gewährt.
Für dich bedeutet das: Konzentriere dich zuerst auf die Versicherungen, die existenzielle Risiken absichern. Dazu gehören die private Haftpflichtversicherung und die Berufsunfähigkeitsversicherung. Hausrat und Kasko kannst du später ergänzen, wenn du eine eigene Wohnung oder ein neueres Auto hast.
- Die private Haftpflichtversicherung ist oft über die Eltern mitversichert, auch bei eigener Wohnung.
- Eine Kfz-Haftpflichtversicherung ist Pflicht, wenn du ein eigenes Auto besitzt.
- Eine Hausratversicherung ist sinnvoll bei eigener Wohnung mit teurer Einrichtung.
- Wohnst du noch bei den Eltern, bist du meist über deren Hausratversicherung mitversichert.
- In Wohngemeinschaften wird oft kein Hausratversicherungsschutz gewährt.
- Eine Kaskoversicherung für ein altes Auto mit geringem Wert ist meist verzichtbar.
- Eine Rechtsschutzversicherung ist in den ersten Ausbildungsjahren oft nicht notwendig.
Sinnvoll
Oft verzichtbar
10 · Fehler vermeiden
Typische Fehler beim Abschluss einer Unfallversicherung
Viele Auszubildende schließen eine Unfallversicherung ab, ohne die Bedingungen genau zu prüfen. Das kann im Ernstfall zu niedrigen Auszahlungen führen.
Ein häufiger Fehler ist eine zu niedrige Versicherungssumme. Bei körperlicher Arbeit reichen 50.000 Euro oft nicht aus, um dauerhafte finanzielle Folgen eines Unfalls abzufedern. Für handwerkliche Berufe sind 100.000 bis 150.000 Euro empfehlenswert.
Ein weiterer Fehler ist die fehlende Progression. Ohne Progression steigt die Leistung bei schweren Invaliditätsgraden nicht überproportional an. Eine Progression von mindestens 225 Prozent sollte in jedem Tarif enthalten sein.
Viele Tarife schließen Eigenbewegungen aus. Das bedeutet: Sportliche Aktivitäten wie Klettern oder Skifahren sind nicht abgesichert, wenn du keinen Eigenbewegungsschutz vereinbarst. Prüfe, ob dein Tarif diesen Schutz enthält.
Ein grundlegender Fehler ist, die Unfallversicherung als Ersatz für eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu sehen. Die Unfallversicherung deckt keine Krankheiten ab. Wer nur eine Unfallversicherung hat, ist bei Rückenleiden oder psychischen Erkrankungen nicht abgesichert.
Zu späte Meldung des Unfalls kann ebenfalls zu Problemen führen. Viele Tarife verlangen eine Meldung innerhalb von 48 Stunden. Melde einen Unfall daher immer sofort deinem Versicherer.
- Eine zu niedrige Versicherungssumme reicht bei körperlicher Arbeit oft nicht aus.
- Ohne Progression steigt die Leistung bei schweren Invaliditätsgraden nicht überproportional an.
- Ohne Eigenbewegungsschutz sind sportliche Aktivitäten wie Klettern oder Skifahren nicht abgesichert.
- Die Unfallversicherung ersetzt keine Berufsunfähigkeitsversicherung, da sie keine Krankheiten abdeckt.
- Viele Tarife verlangen eine Unfallmeldung innerhalb von 48 Stunden.
Diese Fehler solltest du vermeiden
11 · Kosten
Was kostet eine Unfallversicherung für Auszubildende?
Die Beiträge für eine private Unfallversicherung sind für Auszubildende oft günstig. Sie hängen von der Versicherungssumme, der Progression und der Gefahrengruppe ab.
Sie hängen von der Versicherungssumme, der Progression und der Gefahrengruppe ab.
Für eine Versicherungssumme von 100.000 Euro mit einer Progression von 225 Prozent zahlst du in einem günstigen Tarif etwa 4 bis 6 Euro im Monat. Mittlere Tarife liegen bei 7 bis 12 Euro, teurere Tarife mit Zusatzleistungen bei 13 bis 18 Euro monatlich.
Die tatsächlichen Kosten hängen von deinem Beruf, deinem Alter und den gewählten Leistungsbausteinen ab. Je jünger du beim Abschluss bist, desto günstiger sind die Beiträge. Wer früh abschließt, sichert sich einen niedrigen Beitrag über die gesamte Vertragslaufzeit.
Die Gefahrengruppe beeinflusst den Preis ebenfalls. Azubis im Büro zahlen weniger als Azubis im Handwerk oder auf dem Bau, weil das Unfallrisiko niedriger ist. Die Einstufung richtet sich nach deiner konkreten Tätigkeit, nicht nach deinem Status als Auszubildende.
Für dich bedeutet das: Vergleiche mehrere Tarife, bevor du abschließt. Achte dabei nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Gliedertaxe, die Progression und den Einschluss von Eigenbewegungen.
- Günstige Tarife mit 100.000 Euro Versicherungssumme und 225 Prozent Progression kosten 4 bis 6 Euro im Monat.
- Mittlere Tarife liegen bei 7 bis 12 Euro monatlich.
- Teurere Tarife mit Zusatzleistungen kosten 13 bis 18 Euro im Monat.
- Die tatsächlichen Kosten hängen von Beruf, Alter und Leistungsbausteinen ab.
- Je jünger du beim Abschluss bist, desto günstiger sind die Beiträge.
- Die Gefahrengruppe beeinflusst den Preis: Büroberufe sind günstiger als Handwerk oder Bau.
Monatliche Beiträge für eine private Unfallversicherung (Richtwerte)
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