Ratgeber · Versicherung
Sterbegeldversicherung wechseln: So gehst du vor
Ein Wechsel der Sterbegeldversicherung kann sinnvoll sein, wenn dein alter Tarif zu teuer geworden ist oder die Leistungen nicht mehr zu deiner Lebenssituation passen. Wichtig ist, dass du beim Wechsel keine Lücken im Versicherungsschutz riskierst und die Wartezeiten im Blick behältst.
10 Kapitel · 11 Min. Lesezeit · Aktualisiert 12.10.2026
Das Wichtigste
- Prüfe vor dem Wechsel, ob dein neuer Tarif eine erneute Wartezeit vorsieht.
- Ein Wechsel kann sich lohnen, wenn du ohne Gesundheitsprüfung in einen günstigeren Tarif kommst.
- Bezugsrechte aus dem alten Vertrag werden nicht automatisch übernommen.
- Kündige erst, wenn der neue Vertrag bestätigt ist.
01 · Grundlagen
Was bedeutet es, die Sterbegeldversicherung zu wechseln?
Beim Wechsel kündigst du deinen bestehenden Vertrag und schließt einen neuen ab. Das ist nicht mit einer Beitragsanpassung oder einem Tarifwechsel beim selben Anbieter zu verwechseln.
Ein Wechsel bedeutet rechtlich immer einen kompletten Neustart. Dein alter Vertrag endet durch Kündigung, der neue beginnt mit einem eigenen Versicherungsschein, eigenen Bedingungen und einer eigenen Wartezeit. Bereits erworbene Rechte aus dem alten Vertrag, etwa eine erfüllte Wartezeit oder ein bestimmtes Eintrittsalter, lassen sich nicht übertragen.
Für dich heißt das: Du vergleichst nicht nur Beiträge, sondern auch die Leistungsbedingungen beider Verträge. Besonders die Wartezeit von oft drei Jahren kann im Ernstfall entscheidend sein, wenn du kurz nach dem Wechsel stirbst und die neue Versicherung noch nicht die volle Summe zahlt.
Der neue Vertrag beginnt bei null, inklusive neuer Wartezeiten und Gesundheitsfragen.
Kurz erklärt
Wechsel der Sterbegeldversicherung
Die Kündigung des bestehenden Sterbegeldversicherungsvertrags und der Neuabschluss bei einem anderen Anbieter oder in einem anderen Tarif.
Der neue Vertrag beginnt rechtlich bei null, inklusive neuer Wartezeiten und Gesundheitsfragen.
02 · Vergleich
Sterbegeldversicherung wechseln oder behalten: Der direkte Vergleich
Ein Wechsel ist nicht immer die beste Lösung. Gerade bei älteren Verträgen mit bereits erfüllter Wartezeit kann das Behalten Vorteile haben.
Ein Wechsel lohnt sich vor allem dann, wenn du beim ersten Abschluss deutlich älter warst oder dein Tarif vergleichsweise teuer ist. Bei einem jüngeren Eintrittsalter kann der neue Beitrag spürbar niedriger ausfallen, weil die Versicherung über eine längere Laufzeit kalkuliert. Gleichzeitig verlierst du die bereits erfüllte Wartezeit, was bei einem Todesfall durch Krankheit in den ersten drei Jahren nur die Rückzahlung der eingezahlten Beiträge bedeutet.
Behältst du deinen bestehenden Vertrag, bleibt der volle Schutz sofort bestehen. Das ist besonders dann sinnvoll, wenn du gesundheitlich nicht mehr ohne Weiteres durch eine neue Gesundheitsprüfung kommst oder wenn dein Alter einen Neuabschluss deutlich verteuert.
Ein Wechsel kann sich lohnen, wenn die Beitragsersparnis die Nachteile der neuen Wartezeit deutlich übersteigt.
| Bestehenden Vertrag behalten | Zu neuem Tarif wechseln | |
|---|---|---|
| Wartezeit | Beginnt von vorn, oft 3 Jahre für volle Leistung | |
| Gesundheitsprüfung | ||
| Beitrag | ||
| Bezugsrecht | Muss neu festgelegt werden |
03 · Schritt für Schritt
In 5 Schritten die Sterbegeldversicherung wechseln
Mit einer klaren Reihenfolge vermeidest du, dass du am Ende ohne Versicherungsschutz dastehst.
Die Reihenfolge beim Wechsel entscheidet darüber, ob du durchgehend abgesichert bleibst. Kündige niemals zuerst den alten Vertrag, bevor der neue nicht schriftlich bestätigt ist. Sonst riskierst du eine Lücke, in der weder der alte noch der neue Vertrag leistet.
Gehe die folgenden Punkte in dieser Reihenfolge durch:
- Prüfe deinen bestehenden Vertrag auf Versicherungssumme, Wartezeit und eingetragenen Bezugsberechtigten.
- Beantrage den neuen Vertrag und warte die Annahme durch den Versicherer ab.
- Beantworte alle Gesundheitsfragen im neuen Antrag vollständig und wahrheitsgemäß.
- Lege im neuen Antrag ausdrücklich fest, wer die Versicherungssumme im Todesfall erhalten soll.
- Kündige den alten Vertrag erst nach der schriftlichen Bestätigung des neuen Versicherers.
Kündige den alten Vertrag erst, wenn der neue Vertrag schriftlich bestätigt ist.
Bestehenden Vertrag prüfen
Schaue in deinen Versicherungsschein: Wie hoch ist die Versicherungssumme, wann endet die Wartezeit und wer ist als Bezugsberechtigter eingetragen?
Neuen Tarif beantragen
Beantrage den neuen Vertrag, bevor du den alten kündigst. So stellst du sicher, dass der neue Schutz zustande kommt.
Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß beantworten
Beantworte alle Fragen im Antrag vollständig und korrekt. Falsche Angaben können den Versicherungsschutz gefährden.
Bezugsrecht im neuen Vertrag festlegen
Benenne im neuen Antrag ausdrücklich, wer die Versicherungssumme im Todesfall erhalten soll. Das verhindert, dass die Summe in den Nachlass fällt und ein Erbschein nötig wird.
Alten Vertrag erst nach Bestätigung kündigen
Kündige den alten Vertrag erst, wenn der neue Versicherer den Vertrag schriftlich bestätigt hat. So entsteht keine Lücke im Schutz.
04 · Was gilt
Wann zahlt die neue Versicherung nach einem Wechsel?
Die Leistung im Todesfall hängt vom Zeitpunkt des Todes und der Todesursache ab. Das ist besonders nach einem Wechsel wichtig.
Nach einem Wechsel beginnt die Leistungsphase des neuen Vertrags mit einer Wartezeit. Stirbt die versicherte Person innerhalb der ersten drei Jahre durch Krankheit, erstatten viele Tarife nur die eingezahlten Beiträge, nicht die vereinbarte Versicherungssumme. Erst nach Ablauf dieser Frist wird die volle Summe unabhängig von der Todesursache gezahlt.
Eine Ausnahme ist der Tod durch Unfall: Hier leisten viele Anbieter ab dem ersten Tag nach Vertragsbeginn die volle Versicherungssumme. Diese Regelung kann die Härte der Wartezeit abmildern, ersetzt aber nicht den vollen Schutz bei Krankheit.
Bei Tod durch Krankheit innerhalb der ersten drei Jahre erhältst du oft nur die eingezahlten Beiträge zurück.
Volle Versicherungssumme wird gezahlt
Tod durch Krankheit innerhalb der ersten 3 Jahre
05 · Kosten
Was kostet der Wechsel der Sterbegeldversicherung?
Die Kosten eines Wechsels sind nicht direkt als Gebühr sichtbar. Sie stecken in den Beiträgen des neuen Vertrags und im Verlust der bereits erfüllten Wartezeit.
Monatliche Beiträge für eine Sterbegeldversicherung liegen je nach Alter und Versicherungssumme oft zwischen 15 und 45 Euro. Ein Beispiel: Für eine 62-jährige Person mit 7.500 Euro Versicherungssumme werden rund 45 Euro monatlich fällig, während ein günstigerer Tarif bei jüngerem Eintritt ab etwa 15 Euro beginnen kann.
Die Beitragshöhe hängt von Eintrittsalter, Versicherungssumme und Tarif ab. Ein Wechsel lohnt sich rechnerisch oft nur, wenn du deutlich jünger bist als beim ersten Abschluss und die Ersparnis über die gesamte Restlaufzeit die Nachteile der neuen Wartezeit übersteigt.
Ein Wechsel lohnt sich rechnerisch oft nur, wenn du deutlich jünger bist als beim ersten Abschluss.
Kostenfaktoren beim Wechsel im Überblick
06 · Im Vertrag
Bezugsrecht und Begünstigter: Das musst du beim Wechsel regeln
Das Bezugsrecht ist der zentrale Hebel, damit die Versicherungssumme schnell und ohne Erbschein an die richtige Person geht.
Das Bezugsrecht bestimmt, wer die Versicherungssumme im Todesfall erhält. Ohne benannten Bezugsberechtigten fällt die Summe in den Nachlass, und die Auszahlung verzögert sich durch die Vorlage eines Erbscheins. Das kann für Hinterbliebene teuer und langwierig werden.
Beim Wechsel musst du das Bezugsrecht im neuen Vertrag neu festlegen. Nutze die Gelegenheit, um die Person namentlich zu benennen, die im Ernstfall schnell und unkompliziert über das Geld verfügen soll. Ein widerrufliches Bezugsrecht ist dabei die übliche Form, weil du es jederzeit ändern kannst.
Ohne benannten Bezugsberechtigten fällt die Versicherungssumme in den Nachlass und erfordert einen Erbschein.
Wichtige Klauseln und Begriffe rund um das Bezugsrecht
07 · Checkliste
Checkliste: So klappt der Wechsel ohne Nachteile
Gehe diese Punkte durch, bevor du deinen alten Vertrag kündigst.
Bevor du deinen alten Vertrag kündigst, solltest du alle Punkte dieser Checkliste abgearbeitet haben. Sie schützt dich vor den häufigsten Fehlern, die im Ernstfall zu weniger oder gar keiner Leistung führen.
- Du hast die Versicherungssumme des alten Vertrags notiert und mit dem neuen Tarif verglichen.
- Du weißt, ob die Wartezeit im alten Vertrag bereits erfüllt ist.
- Du hast den neuen Antrag vollständig ausgefüllt und abgeschickt.
- Du hast alle Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß beantwortet.
- Du hast den Bezugsberechtigten im neuen Antrag namentlich benannt.
- Du hast die schriftliche Bestätigung des neuen Versicherers erhalten.
- Du hast den alten Vertrag erst nach dieser Bestätigung gekündigt.
Kündige den alten Vertrag erst nach der schriftlichen Bestätigung des neuen Versicherers.
Vor dem Wechsel zu prüfen
Versicherungssumme des alten Vertrags notiert
Wartezeit im alten Vertrag bereits erfüllt
Neuen Antrag vollständig ausgefüllt und abgeschickt
Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß beantwortet
Bezugsberechtigten im neuen Antrag namentlich benannt
Schriftliche Bestätigung des neuen Versicherers erhalten
Alten Vertrag erst nach Bestätigung gekündigt
08 · Fehler vermeiden
Typische Fehler beim Wechsel der Sterbegeldversicherung
Diese Fehler führen dazu, dass Hinterbliebene im Ernstfall weniger oder gar kein Geld erhalten.
Der schwerwiegendste Fehler ist die Kündigung des alten Vertrags, bevor der neue Vertrag bestätigt ist. In diesem Fall besteht eine Lücke im Versicherungsschutz, und im Todesfall zahlt keine der beiden Versicherungen. Ein weiterer häufiger Fehler ist das fehlende Bezugsrecht im neuen Vertrag, wodurch die Summe in den Nachlass fällt und ein Erbschein nötig wird.
Auch falsche oder unvollständige Angaben bei den Gesundheitsfragen können den Versicherungsschutz gefährden. Der Versicherer kann im Leistungsfall die Zahlung verweigern oder den Vertrag anfechten. Plane außerdem die neue Wartezeit von bis zu drei Jahren ein, bevor du dich auf die volle Leistung verlässt.
Kündige niemals den alten Vertrag, bevor der neue Vertrag schriftlich bestätigt ist.
Fehler, die du vermeiden solltest
09 · Hintergrund
Sterbegeldversicherung und Bestattungsvorsorgevertrag: Was gilt beim Wechsel?
Ist deine Sterbegeldversicherung mit einem Bestattungsvorsorgevertrag verknüpft, gelten besondere Regeln.
Ist deine Sterbegeldversicherung mit einem Bestattungsvorsorgevertrag verknüpft, ist das Bezugsrecht häufig unwiderruflich an das Bestattungsunternehmen oder einen Treuhänder abgetreten. In diesem Fall kannst du die Versicherung nicht einfach kündigen oder wechseln, denn der Begünstigte muss der Änderung zustimmen.
Kündigst du die Versicherung ohne diese Zustimmung, verliert der Bestattungsvorsorgevertrag seine Finanzierungsgrundlage. Kläre daher vor jedem Wechsel, ob ein unwiderrufliches Bezugsrecht besteht und wer zustimmen muss. Nur wenn diese Zustimmung vorliegt, ist ein Wechsel überhaupt möglich.
Ein Wechsel ist bei unwiderruflichem Bezugsrecht nur mit Zustimmung des Begünstigten möglich.
Bei einem Bestattungsvorsorgevertrag wird die Sterbegeldversicherung oft genutzt, um die Kosten der Bestattung zu finanzieren. Das Bezugsrecht ist dann häufig unwiderruflich an das Bestattungsunternehmen oder einen Treuhänder abgetreten.
Ein Wechsel der Versicherung ist in diesem Fall nur möglich, wenn der Begünstigte des unwiderruflichen Bezugsrechts zustimmt. Das ist in der Regel das Bestattungsunternehmen oder der Treuhänder.
Kündigst du die Versicherung ohne diese Zustimmung, kann der Bestattungsvorsorgevertrag seine Finanzierungsgrundlage verlieren. Kläre daher vor jedem Wechsel, ob dein Vertrag mit einem Bestattungsvorsorgevertrag verbunden ist.
10 · Vergleich
Sterbegeldversicherung oder Risikolebensversicherung: Was passt nach dem Wechsel?
Ein Wechsel ist auch der Moment, um zu prüfen, ob eine Sterbegeldversicherung überhaupt das richtige Produkt für dein Ziel ist.
Die Sterbegeldversicherung deckt mit Summen zwischen 5.000 und 20.000 Euro gezielt die Bestattungskosten ab und ist oft ohne Gesundheitsprüfung abschließbar. Die Risikolebensversicherung sichert dagegen meist hohe Summen ab, die mehrere hunderttausend Euro betragen können, und dient der Absicherung von Angehörigen.
Für die reine Deckung der Bestattungskosten ist die Sterbegeldversicherung die einfachere Lösung, weil sie ohne Gesundheitsprüfung auskommt und die Summe unabhängig vom Erbe ausgezahlt wird. Benötigst du dagegen eine hohe Absicherung für deine Familie, ist die Risikolebensversicherung das geeignetere Produkt.
Für die reine Deckung der Bestattungskosten ist die Sterbegeldversicherung die einfachere Lösung.
| Sterbegeldversicherung | Risikolebensversicherung | |
|---|---|---|
| Zweck | Deckung der Bestattungskosten, meist kleine Summen | |
| Versicherungssumme | Oft zwischen 5.000 und 20.000 Euro | |
| Gesundheitsprüfung | Oft ohne Gesundheitsprüfung abschließbar | |
| Leistung im Todesfall | Feste Summe, unabhängig vom Erbe |
Häufige Fragen
Fragen zu Sterbegeldversicherung wechseln
{{f.a}}
Versicherung
Mehr zu Versicherung
Weiter mit Finanzen
Ratgeber zu Versicherung, Geldanlage und Studienfinanzierung für Studierende.
Alle Finanz-Ratgeber