Ratgeber · Versicherung
Sterbegeldversicherung im Test: Wann sich die Police für dich lohnt
Eine Sterbegeldversicherung soll deine Beerdigung finanzieren und Angehörige entlasten. Der Test zeigt: Für viele Menschen ist die Police nur eingeschränkt sinnvoll, weil die eingezahlten Beiträge die spätere Auszahlung oft übersteigen.
10 Kapitel · 12 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Eine Sterbegeldversicherung zahlt im Todesfall die vereinbarte Summe an deine Hinterbliebenen aus.
- Die Versicherungssumme liegt oft zwischen 3.000 und 10.000 Euro, Beerdigungen können aber teurer sein.
- Tarife ohne Wartezeit verlangen meist eine Gesundheitsprüfung, Tarife mit Wartezeit kommen ohne Gesundheitsfragen aus.
- Für viele Menschen ist ein separates Sparkonto oder eine Risikolebensversicherung die flexiblere Alternative.
01 · Grundlagen
Was ist eine Sterbegeldversicherung?
Die Sterbegeldversicherung ist eine kleine Lebensversicherung, die speziell für die Bestattungskosten gedacht ist. Sie wird auch als Sterbeversicherung oder Bestattungsversicherung bezeichnet.
Im Kern ist die Sterbegeldversicherung eine kleine Lebensversicherung, deren Versicherungssumme meist zwischen 3.000 und 10.000 Euro liegt. Sie ist ausschließlich dafür gedacht, die Kosten deiner Bestattung zu decken und deine Angehörigen im Todesfall finanziell zu entlasten. Anders als bei einer Risikolebensversicherung steht hier nicht die Absicherung von Hinterbliebenen über Jahrzehnte im Vordergrund, sondern ein klar begrenzter Zweck.
Die Auszahlung erfolgt an die Person, die du im Vertrag als bezugsberechtigt festgelegt hast. Diese Person kann die Rechnungen des Bestattungsunternehmens direkt begleichen, ohne in Vorleistung gehen zu müssen. Seit der Abschaffung des gesetzlichen Sterbegeldes im Jahr 2004 ist diese Form der Vorsorge für viele Menschen die einzige Möglichkeit, die Beerdigung verbindlich zu regeln.
Die Versicherungssumme wird unabhängig von der tatsächlichen Rechnungshöhe ausgezahlt. Bleibt nach der Beerdigung Geld übrig, gehört es der bezugsberechtigten Person.
Kurz erklärt
Sterbegeldversicherung
Eine Form der Bestattungsvorsorge, bei der im Todesfall der versicherten Person eine vorher vereinbarte Versicherungssumme an die bezugsberechtigte Person ausgezahlt wird.
Die Auszahlung dient in erster Linie dazu, die Kosten der Beerdigung zu decken und die Hinterbliebenen finanziell zu entlasten.
02 · Kosten
Beerdigungskosten: Mit welchen Summen musst du rechnen?
Die Kosten für eine Bestattung hängen stark von der gewählten Art und den individuellen Wünschen ab. Eine realistische Planung verhindert, dass deine Angehörigen auf einem Teil der Kosten sitzen bleiben.
Für eine Urnenbestattung mit Grab solltest du im Schnitt mit etwa 3.500 Euro rechnen. Eine Erdbestattung ist mit mindestens 5.000 Euro deutlich teurer, weil Sarg, Grabfläche und Grabpflege höhere Ausgaben verursachen. Eine Baumbestattung liegt bei etwa 3.000 Euro, eine Seebestattung ohne Angehörige bei rund 2.500 Euro.
Die Preise variieren je nach Region, Friedhof und Bestattungsunternehmen erheblich. Ein komplettes Paket für eine Feuerbestattung mit Trauerfeier, Sarg, Urne und Grabstein kann sich auf etwa 7.900 Euro summieren. Hinzu kommen je nach Beisetzungsart noch Steinmetzgebühren oder Grabschmuck.
- Seebestattung ohne Angehörige: ab 2.500 Euro
- Baumbestattung: ab 3.000 Euro
- Urnenbestattung mit Grab: ca. 3.500 Euro
- Erdbestattung: ab 5.000 Euro
- Feuerbestattung (komplettes Paket): ca. 7.900 Euro
Durchschnittliche Kosten einer Bestattung in Deutschland
03 · Was gilt
Bestattungspflicht: Wer muss die Beerdigung bezahlen?
In Deutschland sind die Hinterbliebenen gesetzlich verpflichtet, für die Bestattung eines Angehörigen aufzukommen. Diese Pflicht kann auch dann bestehen, wenn du das Erbe ausschlägst.
Zahlungspflichtig sind in erster Linie der Ehepartner oder eingetragene Lebenspartner, danach die Kinder und Eltern des Verstorbenen. Geschwister können herangezogen werden, wenn sie die Bestattung übernehmen. Erben, die das Erbe angenommen haben, tragen die Kosten ebenfalls.
Vermögenslose Angehörige können beim zuständigen Sozialamt eine Kostenübernahme beantragen. Bei Verstorbenen ohne Angehörige organisiert das Ordnungsamt eine einfache Bestattung. Wenn niemand zahlt und kein Vermögen vorhanden ist, springt der Staat ein.
- Ehepartner oder eingetragene Lebenspartner
- Kinder und Eltern des Verstorbenen
- Geschwister, wenn sie die Bestattung übernehmen
- Erben, die das Erbe angenommen haben
Diese Personen sind zahlungspflichtig
In diesen Fällen übernimmt die öffentliche Hand
04 · Hintergrund
Sterbegeldversicherung im Test: Das sind die Ergebnisse
Die Stiftung Warentest hat 32 Sterbegeldversicherungen von 27 Anbietern untersucht. Das Ergebnis fällt ernüchternd aus: Viele Kunden zahlen im Laufe der Jahre mehr ein, als der Versicherer später auszahlt.
Der Test zeigt Konditionen und Monatsbeiträge für 65-Jährige mit einer Versicherungssumme von 7.000 Euro. Bei 20-jähriger Beitragszahlung zahlen 65-Jährige zwischen 39 Euro und 53 Euro monatlich. Über die gesamte Laufzeit summiert sich das auf 9.360 bis 12.720 Euro, also deutlich mehr als die versprochene Auszahlung.
Angebote mit Überschussbeteiligung stammen von deutschen Lebensversicherern wie Allianz, CosmosDirekt oder WGV sowie von allgemein zugänglichen Sterbekassen wie GE.BE.IN und Vorsorgekasse Hoesch. Angebote ohne Überschussbeteiligung kommen von ausländischen Risikoträgern wie Aeguron, Dela und November.
Nur fünf Angebote im Test haben keine Wartezeit, verlangen dafür aber eine Gesundheitsprüfung. Bei den übrigen 27 Tarifen gibt es die vereinbarte Versicherungssumme ohne Gesundheitsfragen, dafür frühestens nach ein, zwei oder drei Jahren.
Der Test zeigt Konditionen und Monatsbeiträge von 32 Sterbegeldversicherungen von 27 Anbietern für 65-Jährige mit einer Versicherungssumme von 7.000 Euro. Bei 20-jähriger Beitragszahlung zahlen 65-Jährige zwischen 39 Euro und 53 Euro monatlich.
Angebote mit Überschussbeteiligung stammen von deutschen Lebensversicherern wie Allianz, CosmosDirekt oder WGV sowie von allgemein zugänglichen Sterbekassen wie GE.BE.IN und Vorsorgekasse Hoesch. Angebote ohne Überschussbeteiligung kommen von ausländischen Risikoträgern wie Aeguron, Dela und November.
Fünf Angebote im Test haben keine Wartezeit, verlangen dafür aber eine Gesundheitsprüfung und bieten sofortigen Schutz. Bei 27 Angeboten mit Wartezeit gibt es die vereinbarte Versicherungssumme ohne Gesundheitsfragen, dafür frühestens nach einer Laufzeit von ein, zwei oder drei Jahren.
Verbraucherfreundlich bewertet wurden kurze Wartezeiten sowie flexible Bedingungen bei Zahlungsschwierigkeiten, etwa Beitragsstundung, Beitragsfreistellung oder die Reduzierung der Versicherungssumme.
05 · Vergleich
Tarifvergleich: Worauf du bei den Konditionen achten solltest
Die Unterschiede zwischen den Tarifen sind groß. Ein genauer Blick auf Wartezeit, Gesundheitsprüfung und Flexibilität lohnt sich vor dem Abschluss.
Tarife ohne Wartezeit verlangen in der Regel eine Gesundheitsprüfung. Dafür besteht der volle Versicherungsschutz sofort ab Vertragsbeginn. Menschen mit Vorerkrankungen können abgelehnt werden oder einen Risikozuschlag zahlen.
Tarife mit Wartezeit kommen ohne Gesundheitsfragen aus. Der volle Schutz besteht frühestens nach ein, zwei oder drei Jahren, je nach Versicherer. Verstirbt die versicherte Person vor Ablauf der Wartezeit, leisten manche Versicherer nur anteilig oder erstatten die Beiträge zurück.
- Tarif ohne Wartezeit: Gesundheitsprüfung erforderlich, sofortiger Schutz, volle Versicherungssumme ab Vertragsbeginn
- Tarif mit Wartezeit: keine Gesundheitsprüfung, Schutz frühestens nach 1 bis 3 Jahren, anteilige Leistung oder Beitragsrückerstattung bei Tod vor Ablauf
| Tarif ohne Wartezeit | Tarif mit Wartezeit | |
|---|---|---|
| Gesundheitsprüfung | Erforderlich | Nicht erforderlich |
| Versicherungsschutz | Sofort ab Vertragsbeginn | Frühestens nach 1 bis 3 Jahren |
| Leistung bei Tod vor Ablauf der Wartezeit | Volle Versicherungssumme | Teilweise anteilige Leistung |
06 · Vergleich
Sterbegeldversicherung oder Risikolebensversicherung?
Beide Policen zahlen im Todesfall eine Summe aus, unterscheiden sich aber grundlegend in Zweck und Laufzeit. Für viele Menschen ist die Risikolebensversicherung die günstigere Alternative.
Die Sterbegeldversicherung hat eine kleine Versicherungssumme von oft 3.000 bis 10.000 Euro und läuft lebenslang. Die Risikolebensversicherung sichert Hinterbliebene mit hohen Summen ab, oft 100.000 Euro oder mehr, läuft aber meist nur bis zu einem bestimmten Alter, zum Beispiel 65 Jahre.
Im Verhältnis zur Leistung ist die Risikolebensversicherung deutlich günstiger. Sie kann die Bestattungskosten mit abdecken, wenn die Versicherungssumme entsprechend gewählt wird. Allerdings endet der Schutz mit Ablauf der Laufzeit, während die Sterbegeldversicherung bis zum Tod besteht.
- Sterbegeldversicherung: kleine Summe, lebenslange Laufzeit, höherer Beitrag im Verhältnis zur Leistung
- Risikolebensversicherung: hohe Summe, begrenzte Laufzeit, günstiger im Verhältnis zur Leistung
| Sterbegeldversicherung | Risikolebensversicherung | |
|---|---|---|
| Hauptzweck | Deckung der Bestattungskosten | Finanzielle Absicherung der Hinterbliebenen |
| Versicherungssumme | Klein, oft 3.000 bis 10.000 Euro | |
| Laufzeit | Lebenslang | |
| Beitragshöhe | Höher im Verhältnis zur Leistung |
07 · Was gilt
Erbschaftssteuer: Was gilt für die Auszahlung?
Die Auszahlung aus einer Sterbegeldversicherung kann erbschaftssteuerliche Folgen haben. Entscheidend ist, wer im Vertrag als bezugsberechtigte Person eingetragen ist.
Fällt die Versicherungssumme in den Nachlass, müssen Erben sie versteuern, wenn ihr Freibetrag überschritten wird. Ehepartner haben einen Freibetrag von 500.000 Euro, Kinder von 400.000 Euro und Enkel von 200.000 Euro. Innerhalb dieser Grenzen bleibt die Auszahlung steuerfrei.
Nicht verwandte Personen haben nur einen Freibetrag von 20.000 Euro. Überschreitet die Auszahlung diesen Betrag, wird Erbschaftssteuer fällig. Das gilt auch für entfernte Verwandte, deren Freibetrag niedriger ist.
- Steuerpflichtig: Auszahlung an nicht verwandte Personen, wenn Freibeträge überschritten werden
- Steuerpflichtig: Auszahlung an entfernte Verwandte, wenn der Freibetrag überschritten wird
- Nicht steuerpflichtig: Auszahlung an Ehepartner innerhalb des Freibetrags von 500.000 Euro
- Nicht steuerpflichtig: Auszahlung an Kinder innerhalb des Freibetrags von 400.000 Euro
- Nicht steuerpflichtig: Auszahlung an Enkel innerhalb des Freibetrags von 200.000 Euro
Steuerpflichtig
08 · Im Vertrag
Wartezeit und Gesundheitsprüfung: Die wichtigsten Klauseln
Zwei Klauseln entscheiden darüber, wann deine Angehörigen die volle Versicherungssumme erhalten. Du solltest beide genau verstehen, bevor du einen Vertrag unterschreibst.
Bei Tarifen mit Wartezeit besteht der volle Versicherungsschutz erst nach ein, zwei oder drei Jahren. Verstirbt die versicherte Person vorher, leisten manche Versicherer nur anteilig oder erstatten die Beiträge zurück. Diese Variante eignet sich für Menschen mit Vorerkrankungen, die keine Gesundheitsfragen beantworten möchten.
Tarife ohne Wartezeit verlangen in der Regel eine Gesundheitsprüfung. Menschen mit Vorerkrankungen können abgelehnt werden oder einen Risikozuschlag zahlen. Dafür besteht der Schutz sofort ab Vertragsbeginn.
Bei Zahlungsschwierigkeiten kannst du den Vertrag bei verbraucherfreundlichen Anbietern beitragsfrei stellen oder die Versicherungssumme reduzieren. Diese Flexibilität ist wichtig, weil sich deine finanzielle Situation im Laufe eines langen Lebens ändern kann.
Wichtige Vertragsklauseln in der Sterbegeldversicherung
09 · Checkliste
Eintrittsalter und Versicherungssumme: So planst du richtig
Je älter du bei Vertragsabschluss bist, desto höher fällt der monatliche Beitrag aus. Die Versicherungssumme legst du selbst fest, sie sollte die erwarteten Bestattungskosten realistisch abdecken.
Ermittle die voraussichtlichen Bestattungskosten mit einem Bestatter deines Vertrauens. Berücksichtige regionale Unterschiede bei Friedhofsgebühren und plane Kosten für Grabstein, Inschrift und Grabpflege ein. Eine Erdbestattung ist teurer als eine Feuerbestattung.
Vergleiche die monatlichen Beiträge für verschiedene Versicherungssummen. Prüfe, ob du die Beiträge bis zum Lebensende oder nur bis zu einem bestimmten Alter zahlen möchtest. Eine verkürzte Beitragszahldauer bis 65 oder 85 Jahre kann sinnvoll sein, wenn du im Alter keine Beiträge mehr zahlen willst.
- Ermittle die voraussichtlichen Bestattungskosten mit einem Bestatter deines Vertrauens
- Berücksichtige regionale Unterschiede bei Friedhofsgebühren
- Plane Kosten für Grabstein, Inschrift und Grabpflege ein
- Wähle die Versicherungssumme so, dass sie die Gesamtkosten abdeckt
- Bedenke, dass eine Erdbestattung teurer ist als eine Feuerbestattung
- Vergleiche die monatlichen Beiträge für verschiedene Versicherungssummen
- Prüfe, ob du die Beiträge bis zum Lebensende oder nur bis zu einem bestimmten Alter zahlen möchtest
Checkliste für die richtige Versicherungssumme
Ermittle die voraussichtlichen Bestattungskosten mit einem Bestatter deines Vertrauens
Berücksichtige regionale Unterschiede bei Friedhofsgebühren
Plane Kosten für Grabstein, Inschrift und Grabpflege ein
Wähle die Versicherungssumme so, dass sie die Gesamtkosten abdeckt
Bedenke, dass eine Erdbestattung teurer ist als eine Feuerbestattung
Vergleiche die monatlichen Beiträge für verschiedene Versicherungssummen
Prüfe, ob du die Beiträge bis zum Lebensende oder nur bis zu einem bestimmten Alter zahlen möchtest
10 · Fehler vermeiden
Typische Fehler bei der Sterbegeldversicherung
Viele Verbraucher schließen eine Sterbegeldversicherung ab, ohne die Alternativen zu prüfen. Diese Fehler kannst du vermeiden.
Diese Fehler kannst du vermeiden.
Ein häufiger Fehler ist eine zu niedrige Versicherungssumme, die die tatsächlichen Bestattungskosten nicht deckt. Dann müssen deine Angehörigen die Differenz aus eigener Tasche zahlen. Ein anderer Fehler ist der Abschluss eines Tarifs mit langer Wartezeit, obwohl du sofortigen Schutz wünschst.
Gesundheitsfragen falsch oder unvollständig zu beantworten, kann den Versicherungsschutz riskieren. Im Leistungsfall kann der Versicherer die Zahlung verweigern, wenn sich herausstellt, dass du Vorerkrankungen verschwiegen hast.
Die Beiträge über viele Jahre summieren sich oft auf mehr als die spätere Auszahlung. Prüfe deshalb Alternativen wie ein separates Sparkonto oder eine Risikolebensversicherung, bevor du dich festlegst.
- Zu niedrige Versicherungssumme wählen, die die tatsächlichen Bestattungskosten nicht deckt
- Tarif mit langer Wartezeit abschließen, obwohl sofortiger Schutz gewünscht ist
- Gesundheitsfragen falsch oder unvollständig beantworten und damit den Versicherungsschutz riskieren
- Die Beiträge über viele Jahre summieren sich auf mehr als die spätere Auszahlung
- Alternativen wie ein separates Sparkonto oder eine Risikolebensversicherung nicht prüfen
- Die bezugsberechtigte Person nicht eindeutig festlegen, was zu Streit unter den Hinterbliebenen führen kann
Diese Fehler solltest du vermeiden
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