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MagazineFinanzenVersicherung Sterbegeldversicherung mit Vorerkrankungen
FinanzbildungVersicherung8 Min.

Sterbegeldversicherung mit Vorerkrankungen: So sicherst du deine Familie ab

Du hast eine Vorerkrankung und fragst dich, ob du noch eine Sterbegeldversicherung abschließen kannst? Ja, das geht oft. Wir erklären, worauf es ankommt und wie du trotzdem günstig und sicher vorsorgst.

VorerkrankungenSterbegeldVersicherungsschutz
Brauche ich das?
Ja, oft sinnvoll
Wenn du Angehörige nicht mit Bestattungskosten belasten willst.
Geht das trotzdem?
Ja, mit Einschränkungen
Zuschlaege oder Ausschlüsse sind möglich, aber ein Abschluss ist meist möglich.
Was kostet das?
Individuell
Die Beiträge hängen stark von Alter, Gesundheitszustand und Versicherer ab.

Warum das Thema auch dich betrifft

Der Gedanke an den eigenen Tod ist unangenehm. Doch die finanzielle Seite ist real: Eine Bestattung kostet in Deutschland schnell mehrere tausend Euro. Wenn du keine Vorsorge triffst, müssen deine Angehörigen diese Summe aus eigener Tasche zahlen. Das kann gerade in einer ohnehin emotional schwierigen Zeit zu einer großen Belastung werden.

Viele Menschen gehen davon aus, dass der Staat oder die Krankenkasse die Kosten übernimmt. Das ist ein Irrtum. Nur wenn das Erbe nicht ausreicht oder die Hinterbliebenen bedürftig sind, springt das Sozialamt ein. Dann droht jedoch eine eher schlichte Bestattung, die nicht deinen Vorstellungen entsprechen dürfte.

Eine Sterbegeldversicherung ist ein einfaches Mittel, um diese finanzielle Lücke zu schließen. Du zahlst regelmäßig einen Beitrag und im Todesfall erhalten deine Angehörigen eine festgelegte Summe. Damit kannst du sicherstellen, dass deine Beerdigung so abläuft, wie du es dir wünschst, ohne dass deine Lieben in Geldnot geraten.

Gerade mit Vorerkrankungen ist der Abschluss oft komplizierter. Manche Versicherer lehnen Anträge ab oder verlangen hohe Zuschläge. Doch es gibt Wege, auch mit gesundheitlichen Einschränkungen eine bezahlbare Lösung zu finden. Genau darum geht es in diesem Ratgeber.

~10.000 Euro
kosten Bestattungen in Deutschland im Schnitt
jede:r 3.
hat laut Umfragen keine ausreichende Vorsorge für den Todesfall
30-40 Jahre
laufen Sterbegeldversicherungen typischerweise

Was ist eine Sterbegeldversicherung überhaupt?

Eine Sterbegeldversicherung ist eine Form der Lebensversicherung. Du zahlst entweder einmalig einen größeren Betrag oder monatliche Beiträge. Im Gegenzug zahlt die Versicherung im Todesfall eine vorher vereinbarte Summe an die von dir benannten Begünstigten aus. Diese Summe ist zweckgebunden, aber nicht streng kontrolliert: Die Angehörigen können das Geld frei verwenden, auch wenn es meist für die Bestattung gedacht ist.

Es gibt zwei Hauptarten: die klassische Sterbegeldversicherung und die Sterbegeldversicherung mit aufgeschobenem Auszahlungszeitpunkt. Bei der klassischen Variante wird die Summe sofort nach deinem Tod fällig. Bei der aufgeschobenen Variante wird die Auszahlung erst nach einer bestimmten Frist, zum Beispiel nach zwei Jahren, fällig. Das senkt die Beiträge, birgt aber das Risiko, dass im frühen Todesfall weniger ausgezahlt wird.

Die Versicherungssumme ist in der Regel gedeckelt, oft zwischen 5.000 und 30.000 Euro. Das reicht in den meisten Fällen für eine angemessene Bestattung. Höhere Summen sind eher unüblich, da die Beiträge sonst stark steigen. Du solltest also vorher grob kalkulieren, welche Kosten auf deine Angehörigen zukommen könnten.

Ein wichtiger Unterschied zur Risikolebensversicherung: Die Sterbegeldversicherung ist speziell auf Bestattungskosten zugeschnitten und hat meist eine geringere Summe. Die Risikolebensversicherung dient eher der Absicherung von Krediten oder Unterhaltszahlungen. Für den reinen Bestattungsfall ist die Sterbegeldversicherung oft die passendere und günstigere Wahl.

Wie funktioniert der Abschluss mit Vorerkrankungen?

Wenn du eine Vorerkrankung hast, wirst du bei der Antragstellung in der Regel nach deinem Gesundheitszustand gefragt. Das kann über einen Fragebogen oder eine ärztliche Untersuchung erfolgen. Die Versicherer bewerten dann dein individuelles Risiko. Bei leichten Erkrankungen wie gut eingestelltem Bluthochdruck ist der Abschluss meist unproblematisch. Bei schwereren Erkrankungen wie Krebs oder Diabetes kann es zu Zuschlägen kommen.

Ein Zuschlag bedeutet, dass du einen höheren Beitrag zahlst als eine gesunde Person. Die Höhe hängt von der Schwere der Erkrankung, deinem Alter und der Versicherungssumme ab. Manche Versicherer lehnen Anträge auch ganz ab, wenn das Risiko zu hoch ist. Das ist frustrierend, aber nicht das Ende der Fahnenstange.

Es gibt spezialisierte Versicherer, die sich auf Menschen mit Vorerkrankungen konzentrieren. Diese bieten oft Policen ohne Gesundheitsfragen an, verlangen dafür aber höhere Beiträge oder eine Wartezeit. Solche Angebote findest du zum Beispiel über Vergleichsportale oder spezielle Makler. Ein unabhängiger Versicherungsberater kann dir helfen, den passenden Anbieter zu finden.

Wichtig ist, dass du bei der Antragstellung alle Fragen wahrheitsgemäß beantwortest. Wenn du eine Vorerkrankung verschweigst und der Versicherer das später herausfindet, kann er die Leistung verweigern oder den Vertrag rückabwickeln. Das wäre im Todesfall eine Katastrophe für deine Angehörigen. Also immer ehrlich sein, auch wenn es verlockend ist, die Krankheit zu verschweigen.

Kosten und Beiträge: Was musst du einplanen?

Die Kosten für eine Sterbegeldversicherung mit Vorerkrankungen sind sehr individuell. Sie hängen von deinem Alter bei Vertragsabschluss, der Versicherungssumme, der Laufzeit und deinem Gesundheitszustand ab. Jüngere Menschen zahlen naturgemäß weniger, da das Risiko für den Versicherer geringer ist. Mit Vorerkrankungen steigt der Beitrag oft um 20 bis 50 Prozent, manchmal auch mehr.

Ein Beispiel: Eine 50-jährige Person mit Diabetes könnte für eine Versicherungssumme von rund 10.000 Euro monatlich etwa 30 bis 50 Euro zahlen. Eine gesunde Person gleichen Alters käme vielleicht auf 20 bis rund 30 Euro. Diese Zahlen sind nur Richtwerte, da jeder Versicherer anders kalkuliert. Du solltest also unbedingt mehrere Angebote vergleichen.

Achte auch auf die Kostenstruktur. Viele Versicherer erheben in den ersten Jahren hohe Abschlusskosten, die den Rückkaufswert in der Anfangszeit stark reduzieren. Das bedeutet: Wenn du den Vertrag nach wenigen Jahren kündigst, bekommst du kaum Geld zurück. Überlege also gut, ob du die Beiträge langfristig zahlen kannst.

Eine Alternative ist die Einmalzahlung. Du zahlst einen größeren Betrag auf einmal und hast dann sofort vollen Versicherungsschutz. Das kann sinnvoll sein, wenn du über Ersparnisse verfügst und dir die monatlichen Beiträge zu unsicher sind. Allerdings ist die Einmalzahlung oft teurer als die Summe der Monatsbeiträge, da der Versicherer Zinsen und Verwaltungskosten einkalkuliert.

Worauf du bei der Auswahl achten solltest

Nicht jede Sterbegeldversicherung ist gleich. Achte auf die Vertragsbedingungen, insbesondere auf die Wartezeit. Viele Versicherer zahlen im ersten Jahr nach Vertragsabschluss nur einen Teil der Summe oder gar nichts, wenn der Tod durch eine Krankheit eintritt, die schon vorher bestand. Das ist gerade bei Vorerkrankungen ein kritischer Punkt.

Prüfe auch, ob der Versicherer eine Nachversicherungsgarantie bietet. Das bedeutet, dass du die Versicherungssumme später erhöhen kannst, ohne erneut Gesundheitsfragen beantworten zu müssen. Das kann sinnvoll sein, wenn sich deine finanzielle Situation verbessert oder die Bestattungskosten steigen.

Ein weiterer Punkt ist die Beitragsdynamik. Manche Verträge sehen vor, dass die Beiträge jährlich steigen, um die Inflation auszugleichen. Das kann sinnvoll sein, aber auch zu finanziellen Überraschungen führen. Frage daher explizit nach, ob und wie sich die Beiträge entwickeln können.

Schließlich solltest du die finanzielle Stabilität des Versicherers prüfen. Schließlich soll die Leistung im Todesfall auch wirklich erbracht werden. Achte auf Ratings von unabhängigen Agenturen wie Assekurata oder Morgen & Morgen. Ein guter Ruf und eine lange Firmengeschichte sind Indizien für Verlässlichkeit.

Typische Fehler, die du vermeiden solltest

Ein häufiger Fehler ist, den Abschluss zu lange aufzuschieben. Mit jedem Jahr steigen die Beiträge, und mit jeder neuen Erkrankung wird der Abschluss schwieriger. Wenn du also das Gefühl hast, dass du eine Sterbegeldversicherung brauchst, handle frühzeitig. Zögern kann teuer werden.

Ein weiterer Fehler ist, sich nur auf einen Anbieter zu konzentrieren. Die Konditionen unterscheiden sich stark, und ein Versicherer, der dich ablehnt, wird von einem anderen vielleicht akzeptiert. Nutze Vergleichsportale oder einen unabhängigen Makler, um mehrere Angebote einzuholen. Das kostet nichts und kann dir viel Geld sparen.

Viele Menschen schließen auch eine zu hohe Versicherungssumme ab. Das treibt die Beiträge unnötig in die Höhe. Überlege realistisch, was eine Bestattung bei dir kosten würde. In der Regel reichen 8.000 bis rund 12.000 Euro aus. Eine höhere Summe ist nur sinnvoll, wenn du besondere Wünsche hast, wie eine aufwendige Grabgestaltung.

Ein besonders schwerwiegender Fehler ist das Verschweigen von Vorerkrankungen. kann das zur Leistungsverweigerung führen. Wenn du unsicher bist, ob eine Erkrankung relevant ist, frage beim Versicherer nach. Besser ist es, alle Umstände offen zu legen und im Zweifel einen Zuschlag zu akzeptieren, als später die Familie ohne Leistung dastehen zu lassen.

Alternativen zur klassischen Sterbegeldversicherung

Wenn du aufgrund von Vorerkrankungen keine normale Sterbegeldversicherung bekommst, gibt es Alternativen. Eine Möglichkeit ist die Sterbegeldversicherung ohne Gesundheitsfragen. Diese Policen sind speziell für Risikopersonen gedacht, verlangen aber höhere Beiträge und haben oft eine Wartezeit von zwei bis drei Jahren. In dieser Zeit wird die volle Summe nicht ausgezahlt, sondern nur ein Teil.

Eine andere Option ist das Ansparen auf einem separaten Konto. Du legst monatlich einen festen Betrag zur Seite und verfügst im Todesfall über das angesparte Guthaben. Das ist flexibel und ohne Gesundheitsprüfung möglich, aber du musst diszipliniert sein und das Geld zweckgebunden verwenden. Zudem ist das Geld im Todesfall sofort verfügbar, ohne Wartezeit.

Auch eine Risikolebensversicherung kann als Alternative dienen, wenn du eine höhere Summe benötigst. Allerdings sind die Beiträge hier oft höher, und die Gesundheitsprüfung ist strenger. Für den reinen Bestattungsfall ist sie meist nicht die erste Wahl, aber wenn du ohnehin eine brauchst, kannst du sie zweckentfremden.

Schließlich gibt es noch die Möglichkeit, eine bestehende Lebensversicherung aufzustocken. Wenn du bereits eine Police hast, frage nach, ob du die Summe erhöhen kannst. Das geht oft ohne erneute Gesundheitsprüfung, wenn die Erhöhung im Rahmen der Nachversicherungsgarantie erfolgt. Das ist eine unkomplizierte Lösung, wenn du schon länger versichert bist.

So gehst du Schritt für Schritt vor

Der erste Schritt ist, deinen tatsächlichen Bedarf zu ermitteln. Überlege, welche Bestattungskosten auf deine Angehörigen zukommen könnten. Informiere dich bei Bestattern in deiner Region über übliche Preise. Berücksichtige auch mögliche Zusatzkosten wie Traueranzeigen, Blumen oder Bewirtung. So bekommst du eine realistische Summe.

Danach solltest du deinen Gesundheitszustand ehrlich einschätzen. Sammle alle relevanten Informationen über deine Erkrankungen, Medikamente und Behandlungen. Das hilft dir, bei der Antragstellung präzise Angaben zu machen. Wenn du unsicher bist, ob eine Erkrankung relevant ist, frage deinen Arzt oder den Versicherer.

Im nächsten Schritt holst du mehrere Angebote ein. Nutze Online-Vergleichsrechner, aber auch persönliche Beratung bei einem unabhängigen Versicherungsmakler. Achte darauf, dass die Angebote auf deinem tatsächlichen Gesundheitszustand basieren. Nur so sind die Beiträge vergleichbar. Lass dir die Vertragsbedingungen schriftlich geben.

Vergleiche nicht nur die Beiträge, sondern auch die Leistungen. Achte auf Wartezeiten, Ausschlüsse und die Bedingungen für die Auszahlung. Wenn du ein passendes Angebot gefunden hast, stelle den Antrag. Beantworte alle Fragen wahrheitsgemäß und bewahre eine Kopie des Antrags auf. Nach Vertragsabschluss solltest du die Police regelmäßig überprüfen und bei Bedarf anpassen.

Fazit: Auch mit Vorerkrankungen ist eine Absicherung möglich

Eine Sterbegeldversicherung mit Vorerkrankungen ist keine Utopie. Zwar sind die Beiträge höher und die Auswahl eingeschränkter, aber es gibt Wege, eine bezahlbare Lösung zu finden. Der Schlüssel liegt in einer gründlichen Vorbereitung und einem ehrlichen Umgang mit deiner Gesundheit.

Denke daran, dass eine Bestattung nicht nur eine finanzielle, sondern auch eine emotionale Angelegenheit ist. Mit einer Versicherung entlastest du deine Familie in einer schweren Zeit. Das ist ein Geschenk, das über den Tod hinaus wirkt.

Nutze die Tipps aus diesem Ratgeber, um den Prozess strukturiert anzugehen. Vergleiche Angebote, stelle die richtigen Fragen und scheue dich nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ein unabhängiger Berater kann dir viel Ärger ersparen.

Letztlich geht es darum, dass du beruhigt in die Zukunft schauen kannst. Du hast die Kontrolle über deine Vorsorge übernommen. Das ist ein starkes Gefühl, das dir und deinen Lieben zugutekommt.

Kurzer Selbst-Check: Brauchst du das?

Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.

Hast du eine chronische Erkrankung wie Diabetes oder Herzbeschwerden?
Würdest du deine Familie mit den Bestattungskosten finanziell belasten?
Hast du schon eine bestehende Lebensversicherung, die den Todesfall abdeckt?
Beantworte die Fragen für deine Empfehlung.

Häufige Fragen

Ja, das ist in den meisten Fällen möglich. Viele Versicherer bieten Policen mit Zuschlägen oder ohne Gesundheitsfragen an. Es kommt auf die Art und Schwere der Erkrankung an. Ein unabhängiger Vergleich hilft, den passenden Anbieter zu finden.

Wenn du eine Vorerkrankung bewusst verschweigst, riskierst du, dass der Versicherer im Todesfall die Leistung verweigert. Er kann den Vertrag auch rückabwickeln. Das wäre für deine Angehörigen eine große finanzielle und emotionale Belastung. Daher immer ehrlich antworten.

Ja, einige Versicherer bieten Policen ohne Gesundheitsfragen an. Diese sind speziell für Menschen mit Vorerkrankungen gedacht. Allerdings sind die Beiträge höher und es gibt oft eine Wartezeit von zwei bis drei Jahren, in der nur ein Teil der Summe ausgezahlt wird.

Die Summe sollte die voraussichtlichen Bestattungskosten abdecken. In Deutschland liegen die Kosten im Schnitt zwischen 8.000 und 12.000 Euro. Wenn du besondere Wünsche hast, wie eine aufwendige Grabgestaltung, plane mehr ein. Eine höhere Summe erhöht aber auch die Beiträge.

Die Wartezeit ist der Zeitraum nach Vertragsabschluss, in dem die volle Versicherungssumme noch nicht ausgezahlt wird. Stirbt die versicherte Person in dieser Zeit, erhalten die Angehörigen nur einen Teil oder gar nichts. Die Wartezeit beträgt oft ein bis drei Jahre, kann aber je nach Anbieter variieren.

Ja, du kannst den Vertrag in der Regel jederzeit kündigen. Allerdings erhältst du dann nur den Rückkaufswert, der in den ersten Jahren oft deutlich unter den eingezahlten Beiträgen liegt. Eine Kündigung ist daher meist nur sinnvoll, wenn du die Beiträge nicht mehr zahlen kannst oder eine bessere Alternative findest.

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SR

StudySmarter-Redaktion

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Redaktionell geprüft. Stand: 31.08.2026, nächste Prüfung: 03/2027. Dieser Artikel ist Finanzbildung, keine Rechts- oder Steuerberatung.