Ratgeber · Versicherung
Sterbegeldversicherung Leistungen: Was deine Angehörigen wirklich bekommen
Die Leistungen einer Sterbegeldversicherung hängen von Versicherungssumme, Wartezeit und Todesursache ab. Hier erfährst du, wann die volle Summe fließt und wo du genau hinschauen solltest.
10 Kapitel · 12 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Die Versicherungssumme liegt meist zwischen 4.000 und 10.000 Euro, bei manchen Anbietern bis 20.000 Euro.
- Bei Unfalltod zahlen viele Tarife sofort die volle Summe, bei Krankheit oft erst nach einer Wartezeit von drei Jahren.
- Eine Gesundheitsprüfung entfällt bei vielen Sterbegeldversicherungen, dafür sind die Beiträge im Alter oft höher als die spätere Leistung.
- Für Sozialhilfeempfänger kann eine Sterbegeldversicherung als geschütztes Vermögen gelten, wenn die Summe angemessen ist.
01 · Grundlagen
Was ist eine Sterbegeldversicherung?
Eine Sterbegeldversicherung ist eine Kapitallebensversicherung auf den Todesfall. Du vereinbarst eine feste Versicherungssumme, die deine Hinterbliebenen nach deinem Tod erhalten.
Seit 2004 zahlen die gesetzlichen Krankenkassen kein Sterbegeld mehr, zuletzt waren es 525 Euro. Diese Leistung wurde ersatzlos gestrichen, daher tragen Hinterbliebene die Bestattungskosten heute allein. Eine Sterbegeldversicherung schließt diese Lücke, indem sie im Todesfall eine vorher festgelegte Summe auszahlt.
Die Auszahlung erfolgt unabhängig davon, ob ein Erbe besteht oder wie schnell andere Versicherungen leisten. Deine Angehörigen müssen nicht in Vorleistung gehen und erhalten das Geld in der Regel innerhalb von fünf Tagen nach Meldung des Todesfalls.
Typische Versicherungssummen liegen zwischen 4.000 und 10.000 Euro, bei manchen Anbietern kannst du bis zu 20.000 Euro vereinbaren. Die Auszahlung ist zweckungebunden, deine Hinterbliebenen können das Geld also frei verwenden, zum Beispiel für die Bestattung, die Trauerfeier oder offene Rechnungen.
Kurz erklärt
Sterbegeldversicherung
Eine private Versicherung, die im Todesfall eine vorher festgelegte Summe an die Hinterbliebenen auszahlt. Sie dient meist der Deckung der Bestattungskosten.
Die Auszahlung erfolgt unabhängig davon, ob ein Erbe besteht oder wie schnell andere Versicherungen leisten.
02 · Was gilt
Welche Leistungen umfasst die Sterbegeldversicherung?
Die Kernleistung ist die Auszahlung der vereinbarten Versicherungssumme. Daneben gibt es Unterschiede bei Wartezeiten, Überschussbeteiligung und Sonderregeln für Unfalltod.
Die Kernleistung ist die Auszahlung der vereinbarten Versicherungssumme nach deinem Tod. Bei vielen Tarifen gilt eine Wartezeit von drei Jahren: Stirbst du in dieser Zeit durch Krankheit, erhalten deine Hinterbliebenen nur die eingezahlten Beiträge zurück, nicht die volle Summe.
Anders sieht es bei einem Unfalltod aus. Bei Tod durch einen Unfall leisten viele Tarife ab dem ersten Tag die volle Versicherungssumme, auch wenn die Wartezeit noch nicht abgelaufen ist. Diese Sonderregel ist ein wichtiger Unterschied zur Leistung bei Krankheit.
Zusätzlich beteiligen dich viele Versicherer an erwirtschafteten Überschüssen. Dadurch kann die garantierte Versicherungssumme im Todesfall höher ausfallen, eine Garantie dafür gibt es aber nicht. Bei vielen Verträgen endet die Beitragszahlung mit dem 85. Lebensjahr, der Versicherungsschutz bleibt danach bestehen.
Das leistet sie
Das leistet sie nicht sofort
03 · Vergleich
Sterbegeldversicherung oder Risikolebensversicherung?
Beide Versicherungen zahlen im Todesfall, aber sie haben unterschiedliche Zielgruppen und Leistungsprofile.
Eine Sterbegeldversicherung dient hauptsächlich der Deckung der Bestattungskosten, eine Risikolebensversicherung sichert Angehörige und Kredite ab.
Die typische Versicherungssumme einer Sterbegeldversicherung liegt zwischen 4.000 und 10.000 Euro, teils bis 20.000 Euro. Eine Risikolebensversicherung hat deutlich höhere Summen, oft im sechsstelligen Bereich. Dafür ist sie in der Regel mit einer Gesundheitsprüfung verbunden.
Ein weiterer Unterschied betrifft das Eintrittsalter. Sterbegeldversicherungen kannst du auch im hohen Alter abschließen, oft ohne Gesundheitsprüfung. Risikolebensversicherungen sind für ältere Menschen meist teuer oder nicht mehr verfügbar. Bei Tod durch Krankheit zahlt die Risikolebensversicherung ab Vertragsbeginn die volle Summe, bei der Sterbegeldversicherung gilt oft erst die Wartezeit.
| Sterbegeldversicherung | Risikolebensversicherung | |
|---|---|---|
| Hauptzweck | Deckung der Bestattungskosten | Absicherung von Angehörigen und Krediten |
| Typische Versicherungssumme | 4.000 bis 10.000 Euro, teils bis 20.000 Euro | |
| Gesundheitsprüfung | Oft ohne Gesundheitsprüfung abschließbar | |
| Leistung bei Tod durch Krankheit | Volle Summe erst nach Wartezeit, vorher oft nur Beitragsrückzahlung | |
| Eintrittsalter | Auch im hohen Alter abschließbar, aber teuer |
04 · Schritt für Schritt
Wie läuft die Auszahlung der Sterbegeldversicherung ab?
Nach dem Todesfall müssen die Hinterbliebenen den Versicherer informieren und einige Unterlagen einreichen. Die Auszahlung erfolgt dann in der Regel schnell.
Nach dem Todesfall müssen deine Hinterbliebenen den Versicherer informieren, meist telefonisch oder online. Erforderlich sind in der Regel die Sterbeurkunde und der Versicherungsschein, manche Anbieter verlangen zusätzlich ein Formular zur Todesursache.
Der Versicherer prüft dann, ob die Wartezeit erfüllt ist und ob ein Unfalltod vorliegt. Bei Tod durch Krankheit in den ersten drei Jahren wird oft nur der eingezahlte Beitrag erstattet, nicht die volle Versicherungssumme.
Nach erfolgreicher Prüfung wird die vereinbarte Summe auf das Konto der bezugsberechtigten Person überwiesen. Viele Anbieter zahlen innerhalb von fünf Tagen nach Meldung des Todesfalls, damit deine Angehörigen nicht in finanzielle Vorleistung gehen müssen.
Todesfall melden
Die Hinterbliebenen informieren den Versicherer über den Todesfall, meist telefonisch oder online.
Unterlagen einreichen
Erforderlich sind in der Regel die Sterbeurkunde und der Versicherungsschein. Manche Anbieter verlangen zusätzlich ein Formular zur Todesursache.
Prüfung durch den Versicherer
Der Versicherer prüft, ob die Wartezeit erfüllt ist und ob ein Unfalltod vorliegt. Bei Tod durch Krankheit in den ersten drei Jahren wird oft nur der eingezahlte Beitrag erstattet.
Auszahlung an die Hinterbliebenen
Die vereinbarte Summe wird auf das Konto der bezugsberechtigten Person überwiesen. Viele Anbieter zahlen innerhalb von fünf Tagen nach vollständiger Meldung.
05 · Kosten
Was kostet eine Sterbegeldversicherung?
Die Beiträge hängen stark vom Eintrittsalter und der gewünschten Versicherungssumme ab. Gerade im Rentenalter zahlst du oft mehr ein, als deine Hinterbliebenen später erhalten.
Je älter du bist, desto höher ist dein Sterblichkeitsrisiko und damit dein Beitrag. Gerade im Rentenalter zahlst du oft mehr ein, als deine Hinterbliebenen später erhalten.
Ein Beispiel: Eine 62-jährige Person zahlt für eine garantierte Todesfall-Leistung von 7.500 Euro monatlich 45,05 Euro bis zum 85. Lebensjahr. Die Überschussbeteiligung kann die garantierte Summe erhöhen, ist aber nicht garantiert.
Bei Abschluss im hohen Alter übersteigen die eingezahlten Beiträge oft die spätere Leistung. Deshalb lohnt sich eine Sterbegeldversicherung vor allem dann, wenn du früh abschließt oder eine Alternative wie einen Banksparplan wählst.
Beitragsbeispiel für eine 62-jährige Person bis zum 85. Lebensjahr
06 · Im Vertrag
Wartezeit und Gesundheitsprüfung: Diese Klauseln solltest du kennen
Sterbegeldversicherungen haben oft eine Wartezeit, während der bei Krankheit nur die Beiträge zurückgezahlt werden. Eine Gesundheitsprüfung entfällt bei vielen Tarifen.
Viele Sterbegeldversicherungen haben eine Wartezeit von drei Jahren. Stirbst du in dieser Zeit durch Krankheit, erstatten die Versicherer oft nur die eingezahlten Beiträge, nicht die volle Versicherungssumme. Diese Klausel soll verhindern, dass Menschen kurz vor dem Tod noch schnell eine Police abschließen.
Bei Tod durch einen Unfall leisten viele Tarife ab dem ersten Tag die volle Versicherungssumme. Diese Sofortleistung bei Unfalltod ist ein wichtiger Vorteil gegenüber der Wartezeit bei Krankheit.
Viele Sterbegeldversicherungen sind ohne Gesundheitsprüfung abschließbar. Das erleichtert den Abschluss, führt aber zu höheren Beiträgen, weil der Versicherer das Risiko nicht individuell einschätzen kann. Die Versicherer beteiligen dich an erwirtschafteten Überschüssen, eine Garantie für die Höhe gibt es nicht.
Wichtige Vertragsklauseln
07 · Fehler vermeiden
Sterbekassen als Alternative: Wo liegen die Unterschiede?
Sterbekassen funktionieren ähnlich wie Sterbegeldversicherungen, haben aber ein anderes Sicherungssystem. Das kann im Insolvenzfall zum Problem werden.
Sie können zwar bessere Renditechancen bieten, aber ein Schutz im Fall der Insolvenz wie bei Versicherern besteht bei Sterbekassen nicht.
Bei einer Insolvenz müssen Versicherte mit Leistungseinschränkungen rechnen, das Kapital ist aber nicht vollständig verloren. Ein aktuelles Beispiel zeigt die Risiken: Der Bochumer Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (BVaG) musste abgewickelt werden, weil kein anderes Unternehmen die bestehenden Verträge übernehmen wollte.
Prüfe vor Abschluss, ob es sich um eine Versicherung oder eine Sterbekasse handelt und ob ein Sicherungsfonds besteht. Versicherer gehören einem Sicherungsfonds an, der im Insolvenzfall einspringt, Sterbekassen nicht.
Risiken bei Sterbekassen
08 · Checkliste
Bestattungsvorsorge mit Treuhandkonto: So schützt du dein Geld
Ein Bestattungsvorsorgevertrag mit einem Bestatter kann eine Alternative zur Versicherung sein. Wichtig ist, dass das Geld auf ein Treuhandkonto fließt.
Dabei legst du schon zu Lebzeiten die Form der Bestattung, die Art des Sarges und andere Einzelheiten fest. Eine bestimmte Summe wird für diese Leistungen vereinbart.
Wichtig ist, dass du das Geld niemals auf das Konto des Bestatters einzahlst, auch wenn er eine sichere Anlage verspricht. Zahle nur auf ein Treuhandkonto ein, zum Beispiel bei der Deutschen Bestattungsvorsorge Treuhand AG, damit dein Geld bei einem Konkurs des Bestatters nicht verloren geht.
Du kannst auch bei deiner Bank ein Sparbuch mit Sperrvermerk einrichten, das auf deinen Namen für Rechnung des Bestattungshauses läuft. Halte deine Wünsche schriftlich fest und sorge dafür, dass deine Angehörigen die Unterlagen im Todesfall finden.
Checkliste für die Bestattungsvorsorge
Vergleiche mehrere Bestatter am Ort, bevor du einen Vorsorgevertrag abschließt.
Zahle niemals auf das Konto des Bestatters ein, auch wenn er eine sichere Anlage verspricht.
Nutze ein Treuhandkonto, zum Beispiel bei der Deutschen Bestattungsvorsorge Treuhand AG.
Halte deine Wünsche schriftlich fest und sorge dafür, dass deine Angehörigen die Unterlagen im Todesfall finden.
Prüfe, ob ein Sparbuch mit Sperrvermerk bei deiner Bank eine Alternative ist.
09 · Was gilt
Sterbegeldversicherung für Sozialhilfeempfänger: Was ist geschützt?
Wenn du Sozialhilfe beziehst, kann eine Sterbegeldversicherung als geschütztes Vermögen gelten. Die Auszahlungssumme muss dafür angemessen sein.
Die Beiträge können in vielen Fällen als Bedarf anerkannt werden, dafür muss die Versicherung aber meist vor dem Eintritt der Hilfebedürftigkeit abgeschlossen worden sein.
Für Verträge, die nach Eintritt der Hilfebedürftigkeit geschlossen wurden, musst du einen individuellen Grund nachweisen, etwa eine schwere Krankheit. Die Rechtsprechung geht von einer angemessenen Auszahlungssumme von circa 5.400 Euro aus.
Weise nach, dass das Geld ausschließlich für die Bestattung verwendet wird, zum Beispiel durch einen Vorsorgevertrag mit einem Bestattungsinstitut. Unangemessen hohe Versicherungssummen, die über die üblichen Bestattungskosten hinausgehen, sind nicht geschützt.
Das ist geschützt
Das ist nicht geschützt
10 · Hintergrund
Lohnt sich eine Sterbegeldversicherung?
Für viele Menschen ist eine Sterbegeldversicherung nicht die günstigste Lösung. Vor allem im Alter zahlst du oft mehr ein, als deine Hinterbliebenen erhalten.
Selbst einfache Beerdigungen kosten schnell 3.000 bis 5.000 Euro. Wer diese Kosten nicht seinen Angehörigen überlassen möchte, sucht nach einer passenden Vorsorge. Eine Sterbegeldversicherung ist eine Möglichkeit, aber nicht immer die beste.
Gerade wenn du erst kurz vor der Rente oder noch später abschließt, zahlst du oft drauf. Die Beiträge richten sich nach dem Sterblichkeitsrisiko, das mit dem Alter steigt. Im Rentenalter oder kurz davor solltest du keine Sterbegeldversicherung mehr abschließen.
Alternativen wie ein Banksparplan, ein Tagesgeldkonto oder ein Bestattungsvorsorgevertrag mit Treuhandkonto können sinnvoller sein. Sie bieten mehr Flexibilität und kein Insolvenzrisiko. Prüfe auch, ob du als Beamter oder über ein Versorgungswerk bereits Anspruch auf Sterbegeld hast.
Selbst einfache Beerdigungen kosten schnell 3.000 bis 5.000 Euro. Wer diese Kosten nicht seinen Angehörigen überlassen möchte, sucht nach einer passenden Vorsorge.
Eine Sterbegeldversicherung ist eine Möglichkeit, aber nicht immer die beste. Gerade wenn du erst kurz vor der Rente oder noch später abschließt, zahlst du oft drauf. Die Beiträge richten sich nach dem Sterblichkeitsrisiko, das mit dem Alter steigt.
Alternativen wie ein Banksparplan, ein Tagesgeldkonto oder ein Bestattungsvorsorgevertrag mit Treuhandkonto können sinnvoller sein. Sie bieten mehr Flexibilität und kein Insolvenzrisiko des Versicherers.
Wenn du von Sozialhilfe lebst, solltest du genau prüfen, ob sich das Ansparen überhaupt lohnt. Die Kommune übernimmt die Bestattungskosten, wenn kein verwertbares Vermögen vorhanden ist.
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