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Sterbegeldversicherung für Rentner: So sichern Sie die Bestattungs­kosten ab

Eine Sterbegeldversicherung für Rentner entlastet Hinterbliebene gezielt von den Kosten einer Beerdigung. Sie ist auch im höheren Alter abschließbar, erfordert aber einen genauen Blick auf Beiträge und Wartezeiten.

9 Kapitel · 10 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • Die Versicherungssumme sollte die Bestattungskosten abdecken, typisch sind 5.000 bis 15.000 Euro.
  • Je älter du beim Abschluss bist, desto höher fallen die laufenden Beiträge aus.
  • Viele Tarife für Senioren kommen ohne Gesundheitsprüfung aus, sehen dafür aber eine Wartezeit vor.
  • Ein Abschluss ist bei einigen Anbietern bis zum 75. Lebensjahr oder darüber hinaus möglich.

01 · Grundlagen

Was ist eine Sterbegeldversicherung für Rentner?

Die Sterbegeldversicherung ist eine spezielle Form der Kapitallebensversicherung mit einem klaren Zweck: Sie stellt im Todesfall eine festgelegte Summe für die Bestattung bereit.

Die Sterbegeldversicherung für Rentner funktioniert wie eine zweckgebundene Todesfallversicherung. Du vereinbarst beim Abschluss eine feste Versicherungssumme, die im Todesfall an eine von dir bestimmte Person ausgezahlt wird. Diese Person kann damit die Kosten für Bestattung, Trauerfeier und anschließende Grabpflege begleichen.

Anders als eine Risikolebensversicherung dient sie nicht der langfristigen finanziellen Absicherung von Hinterbliebenen. Ihr Zweck ist eng begrenzt auf die typischen Ausgaben, die unmittelbar nach einem Todesfall entstehen. Die übliche Versicherungssumme liegt zwischen 5.000 und 15.000 Euro.

Für Rentner ist diese Form der Vorsorge besonders relevant, weil das gesetzliche Sterbegeld der Krankenkassen seit 2004 nicht mehr gezahlt wird. Nur noch wenige Arbeitgeber oder Dienstherren, etwa bei Beamten, leisten im Todesfall ein Sterbegeld.

Kurz erklärt

Sterbegeldversicherung für Rentner

Eine Versicherung, die nach dem Tod der versicherten Person eine vereinbarte Versicherungssumme an die Hinterbliebenen auszahlt, damit diese Bestattung, Trauerfeier und Grabpflege bezahlen können.

Sie ist eine zweckgebundene Todesfallversicherung und keine Hinterbliebenenrente.

02 · Kosten

Welche Kosten deckt die Versicherungs­summe ab?

Eine Beerdigung in Deutschland kostet oft mehr, als viele erwarten. Die Versicherungssumme sollte so gewählt sein, dass sie die wesentlichen Posten abdeckt.

Die Auszahlung aus der Sterbegeldversicherung ist nicht an bestimmte Rechnungen gebunden. Deine Hinterbliebenen können das Geld frei verwenden, um alle anfallenden Posten rund um die Beisetzung zu bezahlen. Dazu zählen das Bestattungsinstitut, der Friedhof, der Steinmetz und weitere Dienstleister.

Die durchschnittlichen Kosten einer Bestattung in Deutschland liegen bei rund 13.000 Euro. Davon entfallen etwa 5.000 Euro auf den Steinmetz für Grabstein und Einfassung, 3.000 Euro auf das Bestattungsinstitut und 2.500 Euro auf Friedhofsgebühren. Weitere Kosten wie Kirche, Trauerredner oder Todesanzeigen schlagen mit ungefähr 1.830 Euro zu Buche, die jährliche Grabpflege kostet im Schnitt 350 Euro.

Viele Menschen unterschätzen diese Summen deutlich. Eine Versicherungssumme zwischen 5.000 und 15.000 Euro deckt je nach Region und gewünschter Bestattungsart einen großen Teil oder die gesamten Kosten ab.

Durchschnittliche Kosten einer Bestattung in Deutschland

Steinmetz (Grabstein, Einfassung)5.000 Euro
Bestattungsinstitut3.000 Euro
Friedhof (Grabkosten, Beisetzung)2.500 Euro
Weitere Kosten (Kirche, Anzeigen)1.830 Euro
Grabpflege pro Jahr350 Euro

03 · Vergleich

Sterbegeldversicherung oder Risikolebensversicherung für Senioren?

Beide Policen zahlen im Todesfall, verfolgen aber unterschiedliche Ziele. Für Rentner ist die Wahl meist klar.

Die Sterbegeldversicherung ist auf die Deckung der Bestattungskosten begrenzt, während die Risikolebensversicherung Hinterbliebene langfristig finanziell absichern soll. Für Rentner ist die Entscheidung meist eindeutig.

Risikolebensversicherungen haben oft ein Höchstalter für den Vertragsabschluss, das nicht selten bei 50 Jahren liegt. Angebote für ältere Menschen sind entweder ausgeschlossen oder mit sehr hohen Beiträgen verbunden. Zudem verlangen Risikolebensversicherungen in der Regel eine umfangreiche Gesundheitsprüfung.

Die Sterbegeldversicherung für Rentner ist dagegen auch mit Anfang, Mitte 60 oder mit 70 in der Regel problemlos abschließbar. Für die reine Absicherung der Beerdigungskosten ist sie im Rentenalter der passendere Weg.

Zwei Wege der Todesfallabsicherung im Vergleich
SterbegeldversicherungRisikolebensversicherung
ZweckDeckung der BestattungskostenFinanzielle Absicherung der Hinterbliebenen
Typische Versicherungs­summe5.000 bis 15.000 EuroDeutlich höhere Summen
Abschluss im RentenalterIn der Regel problemlos möglichOft ausgeschlossen oder sehr teuer
Gesundheits­prüfungOft ohne Prüfung, dafür mit WartezeitIn der Regel erforderlich

04 · Schritt für Schritt

Wie läuft der Abschluss einer Sterbegeldversicherung ab?

Der Weg zur Police ist einfach, aber du solltest die zeitliche Komponente kennen. Vom Antrag bis zum vollen Versicherungsschutz kann einige Zeit vergehen.

Der Abschluss einer Sterbegeldversicherung folgt einem klaren Ablauf. Zuerst legst du die Versicherungssumme fest, die zu den erwarteten Bestattungskosten in deiner Region passt. Danach entscheidest du dich für einen Tarif mit oder ohne Wartezeit.

Anschließend trägst du eine oder mehrere bezugsberechtigte Personen ein. Das sind in der Regel der Ehepartner, die Kinder oder andere enge Angehörige. Du kannst auch einen Ausweich-Bezugsberechtigten benennen, falls die erstgenannte Person vor der Auszahlung verstirbt.

  • Du wählst eine Versicherungssumme, die zu den erwarteten Bestattungskosten passt, typischerweise zwischen 5.000 und 15.000 Euro.
  • Du entscheidest, ob du eine Gesundheitsprüfung machst oder eine Wartezeit in Kauf nimmst.
  • Du bestimmst, wer im Todesfall die Versicherungssumme erhält, zum Beispiel der Ehepartner oder ein Kind.
  • Nach der Annahme des Antrags beginnt der Versicherungsschutz, bei Tarifen mit Wartezeit zunächst eingeschränkt.
01

Versicherungssumme festlegen

Du wählst eine Summe, die zu den erwarteten Bestattungskosten passt, typischerweise zwischen 5.000 und 15.000 Euro.

02

Tarif mit oder ohne Wartezeit wählen

Du entscheidest, ob du eine Gesundheitsprüfung machst oder eine Wartezeit in Kauf nimmst.

03

Bezugsberechtigte Person eintragen

Du bestimmst, wer im Todesfall die Versicherungssumme erhält, zum Beispiel der Ehepartner oder ein Kind.

04

Versicherungsschein erhalten

Nach der Annahme des Antrags beginnt der Versicherungsschutz. Bei Tarifen mit Wartezeit besteht zunächst nur ein eingeschränkter Anspruch.

05 · Was gilt

Wann zahlt die Sterbegeldversicherung und wann nicht?

Der volle Versicherungsschutz hängt von der vereinbarten Wartezeit und der Todesursache ab. Diese Regeln solltest du kennen.

Die volle Versicherungssumme wird ausgezahlt, wenn die versicherte Person nach Ablauf der vereinbarten Wartezeit oder Staffelung verstirbt. Bei einem Unfalltod entfällt die Wartezeit in der Regel, sodass die Hinterbliebenen auch in den ersten Monaten nach Vertragsabschluss die komplette Summe erhalten.

Verstirbt die versicherte Person während der Wartezeit an einer Krankheit, besteht nur ein eingeschränkter Anspruch. In diesem Fall zahlen viele Versicherer die bis dahin eingezahlten Beiträge zurück oder leisten einen gestaffelten Anteil der Versicherungssumme. Die genaue Regelung hängt vom Tarif ab.

Nach spätestens drei Jahren besteht bei den meisten Anbietern der volle Versicherungsschutz in Höhe der vereinbarten Summe. Die Wartezeit beträgt je nach Anbieter zwischen 6 und 36 Monaten.

Volle Versicherungssumme

·Tod nach Ablauf der vollen Wartezeit
·Tod durch einen Unfall, auch während der Wartezeit
·Tod nach Ablauf einer vereinbarten Staffelung

Eingeschränkte Leistung

·Tod durch Krankheit während der Wartezeit
·Tod durch Krankheit in der Staffelungsphase

06 · Im Vertrag

Welche Rolle spielen Wartezeit und Gesundheits­prüfung?

Diese beiden Faktoren entscheiden über die Höhe der Beiträge und den Zeitpunkt, ab dem der volle Schutz greift.

Bei der Sterbegeldversicherung hast du die Wahl zwischen zwei Wegen. Der verbreitetere Weg ist der Tarif mit Wartezeit, bei dem der Versicherer auf Gesundheitsfragen verzichtet. Dafür besteht in den ersten Monaten oder Jahren nur ein eingeschränkter Anspruch auf die volle Leistung.

Der alternative Weg ist der Tarif ohne Wartezeit, bei dem der volle Schutz sofort beginnt. Dafür musst du Gesundheitsfragen beantworten, damit der Versicherer dein Risiko einschätzen und die Beiträge berechnen kann. Diese Variante ähnelt dem Vorgehen bei einer Risikolebensversicherung.

  • Mit Wartezeit und ohne Gesundheitsfragen: Der Versicherer verzichtet auf eine Gesundheitsprüfung, dafür besteht in den ersten Monaten oder Jahren nur ein eingeschränkter Anspruch.
  • Ohne Wartezeit und mit Gesundheitsprüfung: Der volle Schutz beginnt sofort, dafür musst du Gesundheitsfragen beantworten.

Die zwei Wege zum Versicherungsschutz

Mit WartezeitOhne GesundheitsfragenDer Versicherer verzichtet auf eine Gesundheitsprüfung. Dafür besteht in den ersten Monaten oder Jahren nur ein eingeschränkter Anspruch. Die Wartezeit beträgt je nach Anbieter 6 bis 36 Monate.
Ohne WartezeitMit GesundheitsprüfungDer volle Schutz beginnt sofort. Dafür musst du Gesundheitsfragen beantworten, damit der Versicherer dein Risiko einschätzen kann.

07 · Checkliste

Worauf sollten Rentner beim Tarifvergleich achten?

Nicht nur der Preis zählt. Diese Punkte helfen dir, einen Tarif zu finden, der im Ernstfall wirklich passt.

Beim Vergleich verschiedener Sterbegeldversicherungen solltest du nicht nur auf den monatlichen Beitrag schauen. Entscheidend ist, ob die Summe aller Beitragszahlungen über die gesamte Laufzeit die vereinbarte Versicherungssumme nicht übersteigt. Ist das der Fall, zahlst du mehr ein, als deine Hinterbliebenen später erhalten.

Achte außerdem auf das maximale Eintrittsalter des Anbieters. Manche Versicherer nehmen Rentner bis zum 75. Lebensjahr auf, andere setzen die Grenze bei 85 oder sogar 95 Jahren. Bedenke dabei, dass die Beiträge mit jedem Jahr, das du wartest, deutlich steigen.

  • Die Summe aller Beiträge sollte die vereinbarte Versicherungssumme nicht übersteigen.
  • Das maximale Eintrittsalter des Anbieters prüfen.
  • Die Länge der Wartezeit und die Leistung bei Unfalltod vergleichen.
  • Die Möglichkeit einer Beitragsdynamik prüfen.
  • Bezugsberechtigte Person und einen Ausweich-Bezugsberechtigten festlegen.
  • Auf eine Gesundheitsprüfung achten, wenn du sofortigen Schutz wünschst.

Checkliste für den Vergleich von Sterbegeldversicherungen

01

Summe aller Beiträge sollte die vereinbarte Versicherungssumme nicht übersteigen.

02

Maximales Eintrittsalter des Anbieters prüfen.

03

Länge der Wartezeit und Leistung bei Unfalltod vergleichen.

04

Möglichkeit einer Beitragsdynamik prüfen.

05

Bezugsberechtigte Person und einen Ausweich-Bezugsberechtigten festlegen.

06

Auf eine Gesundheitsprüfung achten, wenn du sofortigen Schutz wünschst.

08 · Fehler vermeiden

Typische Fehler bei der Sterbegeldversicherung für Senioren

Einige Entscheidungen können dazu führen, dass die Police ihren Zweck nicht erfüllt oder unnötig teuer wird.

Ein häufiger Fehler ist, mit dem Abschluss zu lange zu warten. Da die Beiträge mit zunehmendem Alter steigen, sparst du kein Geld, wenn du die Entscheidung aufschiebst. Schon wenige Jahre Unterschied beim Eintrittsalter können einen deutlichen Prämienunterschied ausmachen.

Ein weiterer Fehler ist eine zu niedrig gewählte Versicherungssumme. Wenn die Auszahlung nicht ausreicht, um die Bestattungskosten zu decken, müssen deine Angehörigen die Differenz aus eigener Tasche zahlen. Prüfe daher die durchschnittlichen Kosten in deiner Region und wähle die Summe entsprechend.

  • Zu lange mit dem Abschluss warten, da die Beiträge mit dem Alter deutlich steigen.
  • Eine zu niedrige Versicherungssumme wählen, die die Bestattungskosten nicht deckt.
  • Die Wartezeit übersehen und annehmen, dass sofort voller Schutz besteht.
  • Keine bezugsberechtigte Person eintragen, wodurch die Summe in die Erbmasse fällt.
  • Einen Tarif ohne Gesundheitsprüfung und ohne Wartezeit als unseriös einstufen und ignorieren.

Diese Fehler solltest du vermeiden

·Zu lange mit dem Abschluss warten, da die Beiträge mit dem Alter deutlich steigen.
·Eine zu niedrige Versicherungssumme wählen, die die Bestattungskosten nicht deckt.
·Die Wartezeit übersehen und annehmen, dass sofort voller Schutz besteht.
·Keine bezugsberechtigte Person eintragen, wodurch die Summe in die Erbmasse fällt.
·Einen Tarif ohne Gesundheitsprüfung und ohne Wartezeit als unseriös einstufen und ignorieren.

09 · Hintergrund

Alternativen zur Sterbegeldversicherung für Rentner

Die Police ist nicht der einzige Weg, um die Bestattungskosten zu regeln. In manchen Fällen sind andere Lösungen sinnvoller.

Steht ausreichend Barvermögen zur Verfügung, können deine Angehörigen die Bestattung direkt daraus bezahlen. Das spart die Verwaltungskosten einer Versicherung und ist besonders dann sinnvoll, wenn die Beiträge aufgrund deines Alters sehr hoch ausfallen würden. Du solltest dann aber sicherstellen, dass das Geld im Todesfall schnell zugänglich ist.

Eine weitere Möglichkeit ist die Bestattungsverfügung bei einem Bestattungsunternehmen. Darin legst du deine Wünsche fest, etwa die Auswahl des Bestatters oder Hinweise zu wichtigen Dokumenten. Parallel dazu kannst du Geld für die Kosten zurücklegen oder eine kleinere Versicherungssumme vereinbaren.

Für Beamte und deren Hinterbliebene gibt es in einigen Fällen noch ein Sterbegeld vom Dienstherrn. Hinterbliebene Ehepartner von Beamten erhalten im Todesfall einmalig das Zweifache der Dienstbezüge oder Anwärterbezüge. Das gesetzliche Sterbegeld der Krankenkassen wurde dagegen 2004 abgeschafft.

Steht ausreichend Barvermögen zur Verfügung, können deine Angehörigen die Bestattung direkt daraus bezahlen. Das spart die Verwaltungskosten einer Versicherung.

Eine weitere Möglichkeit ist die Bestattungsverfügung bei einem Bestattungsunternehmen. Darin legst du deine Wünsche fest und kannst parallel Geld für die Kosten zurücklegen.

Für Beamte und deren Hinterbliebene gibt es in einigen Fällen noch ein Sterbegeld vom Dienstherrn. Das gesetzliche Sterbegeld der Krankenkassen wurde dagegen 2004 abgeschafft.

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026