Ratgeber · Versicherung
Sterbegeldversicherung für Beamte: Sinnvolle Ergänzung oder doppelte Absicherung?
Als Beamter oder Beamtin hast du über deinen Dienstherrn bereits eine Grundabsicherung im Todesfall. Eine private Sterbegeldversicherung kann diese Lücke schließen, wenn das staatliche Sterbegeld nicht für alle Bestattungskosten und Wünsche ausreicht.
10 Kapitel · 11 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Der Dienstherr zahlt deinen Hinterbliebenen ein Sterbegeld in Höhe von 2 Monatsbezügen deines letzten Gehalts oder Ruhegehalts.
- Das staatliche Sterbegeld ist für Ehepartner, Kinder oder andere Hinterbliebene steuerpflichtig.
- Eine private Sterbegeldversicherung zahlt unabhängig vom Dienstherrn eine vertraglich festgelegte Summe an eine von dir bestimmte Person.
- Die private Auszahlung ist steuerfrei und kann die oft höheren tatsächlichen Bestattungskosten abdecken.
01 · Grundlagen
Was ist das staatliche Sterbegeld für Beamte?
Das Sterbegeld ist eine einmalige Leistung des Dienstherrn an die Hinterbliebenen. Es ist im Beamtenversorgungsgesetz geregelt und gilt für aktive Beamte genauso wie für Ruhestandsbeamte.
Die Höhe beträgt das Zweifache der monatlichen Dienst- oder Anwärterbezüge beziehungsweise des Ruhegehalts, das im Monat vor dem Tod zustand. Die Zahlung erfolgt unabhängig vom Alter des Verstorbenen und wird auch bei Tod im Ruhestand geleistet.
In Bremen beträgt die Zahlung nur den 1,35-fachen Satz der Bezüge. In Baden-Württemberg erfolgt die Gewährung ausschließlich an den hinterbliebenen Ehegatten.
Kurz erklärt
Sterbegeld nach Beamtenversorgungsgesetz
Einmalige Zahlung des Dienstherrn an die Hinterbliebenen eines verstorbenen aktiven oder pensionierten Beamten. Die Höhe beträgt das Zweifache der monatlichen Dienst- oder Anwärterbezüge beziehungsweise des Ruhegehalts, das im Monat vor dem Tod zustand.
Die Zahlung erfolgt unabhängig vom Alter des Verstorbenen und wird auch bei Tod im Ruhestand geleistet.
02 · Schritt für Schritt
Wer bekommt das Sterbegeld vom Dienstherrn?
Die Reihenfolge der Bezugsberechtigten ist gesetzlich festgelegt. Nicht immer geht das Geld an die Person, die die Beerdigung organisiert oder bezahlt.
Die Reihenfolge der Bezugsberechtigten ist gesetzlich festgelegt. Nicht immer geht das Geld an die Person, die die Beerdigung organisiert oder bezahlt.
Zuerst erhält der hinterbliebene Ehegatte oder der eingetragene Lebenspartner das Sterbegeld. Diese Personengruppe ist vorrangig anspruchsberechtigt.
Gibt es keinen Ehe- oder Lebenspartner, geht der Anspruch auf die Kinder des Verstorbenen über. Sind keine Kinder vorhanden, können Enkelkinder oder andere Familienangehörige das Sterbegeld erhalten.
Wenn keine Angehörigen vorhanden sind, können Personen, die nachweislich die Bestattung bezahlt haben, ein Kostensterbegeld erhalten. Dieses ist auf die Höhe der nachgewiesenen Aufwendungen begrenzt, maximal auf die Höhe des regulären Sterbegelds.
1. Ehepartner oder eingetragener Lebenspartner
Zuerst erhält der hinterbliebene Ehegatte oder der eingetragene Lebenspartner das Sterbegeld. Diese Personengruppe ist vorrangig anspruchsberechtigt.
2. Kinder
Gibt es keinen Ehe- oder Lebenspartner, geht der Anspruch auf die Kinder des Verstorbenen über.
3. Enkel und weitere Angehörige
Sind keine Kinder vorhanden, können Enkelkinder oder andere Familienangehörige das Sterbegeld erhalten.
4. Kostensterbegeld für Nicht-Angehörige
Wenn keine Angehörigen vorhanden sind, können Personen, die nachweislich die Bestattung bezahlt haben, ein Kostensterbegeld erhalten. Es ist auf die tatsächlichen Aufwendungen begrenzt, maximal auf die Höhe des regulären Sterbegelds.
03 · Vergleich
Sterbegeld vom Dienstherrn oder private Versicherung: Was sind die Unterschiede?
Beide Leistungen zahlen im Todesfall Geld aus, unterscheiden sich aber grundlegend in Zweck, Höhe und steuerlicher Behandlung.
Das staatliche Sterbegeld beträgt zwei Monatsbezüge und ist für die empfangende Person lohnsteuerpflichtig. Die private Sterbegeldversicherung zahlt eine vertraglich festgelegte Summe aus, die für die bezugsberechtigte Person steuerfrei bleibt.
Beim staatlichen Sterbegeld ist die Reihenfolge der Bezugsberechtigten gesetzlich festgelegt. Bei der privaten Versicherung kannst du die begünstigte Person frei wählen.
| Staatliches Sterbegeld | Private Sterbegeldversicherung | |
|---|---|---|
| Zahlungsart | Einmalzahlung | Einmalzahlung |
| Höhe | 2 Monatsbezüge (Gehalt oder Ruhegehalt) | Vertraglich festgelegte Versicherungssumme |
| Steuerpflicht | Lohnsteuerpflichtig als Einkommen | Steuerfrei für die bezugsberechtigte Person |
| Zweck | Zuschuss zu Bestattungskosten und kurzfristigem Lebensunterhalt | Deckung der gesamten Bestattungskosten und individueller Wünsche |
| Bezugsberechtigte | Gesetzlich festgelegte Reihenfolge (Ehepartner, Kinder, etc.) | Frei wählbare begünstigte Person |
04 · Was gilt
Wann lohnt sich eine Sterbegeldversicherung für dich als Beamter?
Die private Vorsorge ist vor allem dann sinnvoll, wenn du deine Familie von hohen Restkosten entlasten oder eine bestimmte Art der Bestattung absichern möchtest.
Sie lohnt sich, wenn du eine aufwendige Bestattung oder einen besonderen Grabstein wünschst. Auch wenn du keine nahen Angehörigen hast, die das staatliche Sterbegeld erhalten würden, kannst du so eine bestimmte Person absichern.
Sie ist oft verzichtbar, wenn du ausreichend liquide Rücklagen hast, die deine Angehörigen sofort nutzen können. Auch wenn dir eine einfache Bestattung genügt und das staatliche Sterbegeld die erwarteten Kosten deckt, brauchst du keine zusätzliche Police.
Da lohnt sie sich
Da ist sie oft verzichtbar
05 · Kosten
Welche Kosten deckt das staatliche Sterbegeld für Beamte ab?
Das Sterbegeld ist ein pauschaler Zuschuss. Es ist nicht zweckgebunden und muss nicht mit Belegen abgerechnet werden, außer beim Kostensterbegeld für Nicht-Angehörige.
Das Sterbegeld ist ein pauschaler Zuschuss. Es ist nicht zweckgebunden und muss nicht mit Belegen abgerechnet werden, außer beim Kostensterbegeld für Nicht-Angehörige.
Die tatsächlichen Kosten einer Beerdigung liegen oft über dem, was der Dienstherr zahlt. Durchschnittliche Bestattungskosten können bis zu 13.000 Euro betragen.
Bei einem Monatsbezug von 3.500 Euro beträgt das Sterbegeld 7.000 Euro. Bei einem Ruhegehalt von 2.500 Euro sind es 5.000 Euro. Die private Versicherungssumme kannst du so wählen, dass sie die Differenz zwischen staatlichem Sterbegeld und den erwarteten Gesamtkosten abdeckt.
Typische Bestattungskosten im Verhältnis zum staatlichen Sterbegeld
06 · Im Vertrag
Steuern auf das Sterbegeld: Was musst du beachten?
Die steuerliche Behandlung hängt davon ab, wer das Geld erhält und aus welcher Quelle es stammt.
Das Sterbegeld vom Dienstherrn zählt als Einkommen und wird lohnsteuerlich behandelt. Die Höhe der Steuer hängt von der Steuerklasse und dem übrigen Einkommen der empfangenden Person ab.
Das Kostensterbegeld für Nicht-Angehörige, die die Bestattung bezahlt haben, ist eine Notstandsbeihilfe und bleibt steuerfrei. Die Auszahlung aus einer privaten Sterbegeldversicherung an die begünstigte Person ist ebenfalls steuerfrei.
Steuerliche Behandlung der verschiedenen Leistungen
07 · Vergleich
Sterbegeld, Witwengeld und Sterbevierteljahr: Was gilt für wen?
Neben dem Sterbegeld gibt es weitere Leistungen für Hinterbliebene. Sie unterscheiden sich in Zweck, Dauer und Anspruchsberechtigten.
Das Sterbegeld für Beamte ist eine Einmalzahlung in Höhe von zwei Monatsbezügen. Es dient als Zuschuss zu den Bestattungskosten und steht Ehepartnern, Kindern oder weiteren Angehörigen zu.
Das Witwen- oder Witwergeld ist eine monatliche Zahlung zur langfristigen Absicherung des Ehepartners. Es beträgt in der Regel 55 Prozent des Ruhegehalts. Das Sterbevierteljahr der gesetzlichen Rentenversicherung zahlt dem Ehe- oder Lebenspartner für drei Monate die volle Rente des Verstorbenen als Überbrückung.
| Sterbegeld für Beamte | Witwen- oder Witwergeld | Sterbevierteljahr (gesetzliche Rente) | |
|---|---|---|---|
| Zahlungsart | Einmalzahlung | Monatliche Zahlung | Befristete Zahlung für 3 Monate |
| Zweck | Zuschuss zu Bestattungskosten | Langfristige finanzielle Absicherung des Ehepartners | Überbrückung für den Ehepartner in den ersten 3 Monaten |
| Höhe | 2 Monatsbezüge | 55 % des Ruhegehalts | Volle Rente des Verstorbenen für 3 Monate |
| Anspruchsberechtigte | Ehepartner, Kinder, weitere Angehörige | Ehe- oder Lebenspartner | Ehe- oder Lebenspartner |
08 · Im Vertrag
Welche Wartezeiten gelten bei der privaten Sterbegeldversicherung?
Der volle Versicherungsschutz greift bei den meisten Tarifen nicht sofort nach Vertragsabschluss. Diese Frist soll verhindern, dass eine bereits absehbare schwere Krankheit kurz vor dem Tod noch versichert wird.
In der Regel greift der volle Versicherungsschutz nach einer Wartezeit von zwei Jahren. Stirbt die versicherte Person vorher, wird meist nur die Summe der eingezahlten Beiträge ausgezahlt.
Bei einem Unfalltod besteht der volle Versicherungsschutz oft schon vor Ablauf der Wartezeit. Einige Tarife sehen zudem vor, dass du ab einem bestimmten Pflegegrad keine Beiträge mehr zahlen musst, der Versicherungsschutz aber bestehen bleibt.
Wichtige Fristen und Bedingungen in der Sterbegeldversicherung
09 · Checkliste
Checkliste: So findest du eine passende Sterbegeldversicherung als Beamter
Vergleiche nicht nur den Preis, sondern auch die Vertragsbedingungen. Diese Punkte helfen dir bei der Auswahl.
Diese Punkte helfen dir bei der Auswahl.
- Wähle die Versicherungssumme so, dass sie die Lücke zwischen staatlichem Sterbegeld und erwarteten Bestattungskosten schließt.
- Prüfe die Länge der Wartezeit und ob es eine Sonderregelung für Unfalltod gibt.
- Achte darauf, dass du die bezugsberechtigte Person frei bestimmen kannst und diese im Vertrag namentlich festgehalten wird.
- Vergleiche die monatlichen Beiträge für dein Eintrittsalter und die gewünschte Versicherungssumme.
- Lies die Gesundheitsfragen im Antrag sorgfältig und beantworte sie wahrheitsgemäß.
- Prüfe, ob eine Beitragsbefreiung bei Pflegebedürftigkeit angeboten wird.
Darauf solltest du beim Abschluss achten
Wähle die Versicherungssumme so, dass sie die Lücke zwischen staatlichem Sterbegeld und erwarteten Bestattungskosten schließt.
Prüfe die Länge der Wartezeit und ob es eine Sonderregelung für Unfalltod gibt.
Achte darauf, dass du die bezugsberechtigte Person frei bestimmen kannst und diese im Vertrag namentlich festgehalten wird.
Vergleiche die monatlichen Beiträge für dein Eintrittsalter und die gewünschte Versicherungssumme.
Lies die Gesundheitsfragen im Antrag sorgfältig und beantworte sie wahrheitsgemäß.
Prüfe, ob eine Beitragsbefreiung bei Pflegebedürftigkeit eingeschlossen ist.
Kläre, ob eine Nachversicherungsgarantie ohne erneute Gesundheitsprüfung möglich ist, falls du die Summe später erhöhen willst.
10 · Fehler vermeiden
Typische Fehler bei der Vorsorge für den Todesfall als Beamter
Einige Annahmen führen dazu, dass die Hinterbliebenen am Ende weniger abgesichert sind als gedacht. Diese Fehler kannst du vermeiden.
Diese Fehler kannst du vermeiden.
- Sich allein auf das staatliche Sterbegeld verlassen und die tatsächlichen Bestattungskosten unterschätzen.
- Annehmen, dass das staatliche Sterbegeld steuerfrei ist und die Hinterbliebenen die volle Summe behalten können.
- Keine bezugsberechtigte Person in der privaten Versicherung festlegen, wodurch die Auszahlung an die Erben geht und dort Teil der Erbmasse wird.
- Die Wartezeit der privaten Versicherung ignorieren und davon ausgehen, dass der Schutz sofort ab Vertragsbeginn greift.
- Die private Versicherungssumme zu niedrig ansetzen, sodass die Hinterbliebenen trotzdem auf eigene Rücklagen zurückgreifen müssen.
Diese Fehler solltest du vermeiden
Häufige Fragen
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