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Risikolebensversicherung Kosten: Was bestimmt deinen Beitrag?

Die Kosten einer Risikolebensversicherung hängen vor allem von deinem Eintrittsalter, deinem Gesundheits­zustand und der gewünschten Versicherungs­summe ab. Mit den richtigen Stellschrauben sicherst du deine Hinterbliebenen oft schon für wenige Euro im Monat ab.

10 Kapitel · 11 Min. Lesezeit · Aktualisiert 12.10.2026

Das Wichtigste

  • Als Faustregel gilt: Die Versicherungssumme sollte das Drei- bis Fünffache deines Bruttojahreseinkommens betragen.
  • Die Beiträge steigen mit zunehmendem Eintrittsalter und bei Vorerkrankungen deutlich an.
  • Eine Risikolebensversicherung zahlt die vereinbarte Summe einmalig im Todesfall an die bezugsberechtigte Person.
  • Für die Absicherung eines Immobilienkredits eignet sich eine fallende Versicherungssumme, die der Restschuld folgt.

01 · Kosten

Was kostet eine Risikolebensversicherung?

Die monatlichen Kosten einer Risikolebensversicherung sind individuell und werden von mehreren Faktoren bestimmt. Grundsätzlich gilt: Je jünger und gesünder du beim Vertragsabschluss bist, desto günstiger ist der Beitrag.

Für eine gesunde Person mit 250.000 Euro Versicherungssumme und 20 Jahren Laufzeit liegt der monatliche Beitrag je nach Eintrittsalter in sehr unterschiedlichen Bereichen. Wer mit 25 Jahren einsteigt, zahlt oft nur zwischen 3 und 8 Euro im Monat. Mit 35 Jahren sind bereits 6 bis 15 Euro üblich, und mit 45 Jahren werden meist 15 bis 35 Euro fällig.

Dein tatsächlicher Beitrag hängt zusätzlich von deinem Beruf, deinem Lebensstil und dem Ergebnis der Gesundheitsprüfung ab. Raucher zahlen deutlich mehr als Nichtraucher, und auch riskante Hobbys können den Preis erhöhen. Je früher du abschließt, desto günstiger bleibt der Beitrag über die gesamte Laufzeit.

Die Spannen dienen als Orientierung. Dein individueller Preis kann davon abweichen, weil der Versicherer dein persönliches Sterblichkeitsrisiko bewertet.

02 · Checkliste

Wie hoch sollte die Versicherungs­summe sein?

Die Versicherungssumme ist die zentrale Leistung im Todesfall. Sie sollte die finanzielle Lücke schließen, die dein Einkommenswegfall für deine Familie oder deine Geschäftspartner bedeutet.

Die Versicherungssumme sollte die Lücke schließen, die durch den Wegfall deines Einkommens entsteht. Dafür addierst du die laufenden Kosten deiner Familie, die Ausgaben für Unterhalt und Ausbildung deiner Kinder sowie offene Kredite. Vorhandenes Vermögen und das Einkommen deines Partners verringern den Bedarf.

Eine pauschale Summe passt selten, weil sich Lebenshaltungskosten und Verbindlichkeiten von Haushalt zu Haushalt unterscheiden. Als grober Richtwert gilt das Drei- bis Fünffache deines Bruttojahreseinkommens. Bei einer Immobilienfinanzierung orientierst du dich an der offenen Restschuld.

  • Laufende Lebenshaltungskosten deiner Familie einbeziehen.
  • Kosten für Unterhalt und Ausbildung deiner Kinder berücksichtigen.
  • Offene Kredite oder die Restschuld deiner Immobilienfinanzierung addieren.
  • Vorhandenes Vermögen abziehen, das die Lücke verkleinert.
  • Einkommen deines Partners sowie Ansprüche auf Witwen- oder Waisenrente anrechnen.

Diese Posten solltest du bei der Wahl der Versicherungssumme berücksichtigen

01

Laufende Lebenshaltungskosten deiner Familie

02

Kosten für Unterhalt und Ausbildung deiner Kinder

03

Offene Kredite oder die Restschuld deiner Immobilienfinanzierung

04

Vorhandenes Vermögen, das die Lücke verkleinert

05

Einkommen deines Partners sowie Ansprüche auf Witwen- oder Waisenrente

03 · Vergleich

Konstante oder fallende Versicherungs­summe: Was passt zu dir?

Du kannst die Todesfallleistung über die gesamte Laufzeit konstant halten oder jährlich absenken. Die Wahl hängt davon ab, ob du eine Familie absichern oder einen Kredit tilgen willst.

Bei der konstanten Variante bleibt die Todesfallsumme über die gesamte Laufzeit gleich. Sie eignet sich für die Absicherung von Familie oder Lebenspartnern, weil der finanzielle Bedarf der Hinterbliebenen nicht automatisch mit den Jahren sinkt. Typische Anlässe sind die Geburt eines Kindes, eine Hochzeit oder der Kauf eines Hauses.

Die fallende Versicherungssumme verringert sich jährlich und passt zu einem Immobilienkredit, dessen Restschuld ebenfalls abnimmt. Diese Variante ist günstiger, weil das Risiko des Versicherers jedes Jahr sinkt. Für die reine Familienabsicherung ist sie meist nicht die richtige Wahl, da die Lebenshaltungskosten konstant bleiben.

  • Konstante Summe: Todesfallleistung bleibt über die gesamte Laufzeit gleich.
  • Fallende Summe: Todesfallleistung verringert sich jährlich bis auf null.
  • Konstante Summe eignet sich für Familie oder Lebenspartner.
  • Fallende Summe eignet sich für Immobilienkredite oder Darlehen.
Zwei Modelle der Todesfallsumme im Vergleich
Konstante Versicherungs­summeFallende Versicherungs­summe
Höhe der TodesfallleistungBleibt über die gesamte Vertragslaufzeit gleichVerringert sich jährlich
Geeignet fürAbsicherung von Familie oder LebenspartnernAbsicherung eines Immobilienkredits oder Darlehens
Typischer AnlassGeburt eines Kindes, Hochzeit, HauskaufAufnahme einer Baufinanzierung

04 · Checkliste

Welche Rolle spielt die Vertragslaufzeit?

Die Laufzeit deiner Risikolebensversicherung sollte sich an der Dauer deiner finanziellen Verpflichtungen orientieren. Sie endet idealerweise dann, wenn deine Kinder auf eigenen Beinen stehen oder der letzte Kredit getilgt ist.

Die Laufzeit sollte so gewählt sein, dass der Schutz genau dann endet, wenn deine Angehörigen finanziell unabhängig sind. Bei Kindern orientierst du dich am voraussichtlichen Ende ihrer Ausbildung, bei einer Immobilienfinanzierung an der Restlaufzeit des Kredits. Auch der Zeitraum, in dem dein Partner auf dein Einkommen angewiesen ist, spielt eine Rolle.

Eine zu kurze Laufzeit kann dazu führen, dass der Schutz endet, bevor deine Kinder auf eigenen Beinen stehen. Das geplante Renteneintrittsalter markiert in der Regel das späteste sinnvolle Enddatum. Danach entfällt dein Erwerbseinkommen als abzusichernde Größe.

  • Alter deiner Kinder und voraussichtliches Ende der Ausbildung berücksichtigen.
  • Restlaufzeit deiner Immobilienfinanzierung einbeziehen.
  • Zeitraum festlegen, in dem dein Partner auf dein Einkommen angewiesen ist.
  • Geplantes Renteneintrittsalter als spätestes Enddatum setzen.

Daran orientierst du die Vertragslaufzeit

01

Alter deiner Kinder und voraussichtliches Ende der Ausbildung

02

Restlaufzeit deiner Immobilienfinanzierung

03

Zeitraum, in dem dein Partner auf dein Einkommen angewiesen ist

04

Geplantes Renteneintrittsalter als spätestes Enddatum

05 · Schritt für Schritt

So läuft die Gesundheits­prüfung ab

Vor Vertragsabschluss musst du in der Regel Fragen zu deinem Gesundheitszustand beantworten. Die Angaben entscheiden über die Annahme und die Höhe deines Beitrags.

Vor Vertragsabschluss beantwortest du Fragen zu deinem Gesundheitszustand, deinem Beruf und deinem Lebensstil. Der Versicherer bewertet auf dieser Basis dein individuelles Sterblichkeitsrisiko. Bei unklaren Angaben kann er ärztliche Unterlagen anfordern oder eine Untersuchung verlangen.

Das Ergebnis der Prüfung entscheidet über deinen Beitrag. Je nach Risikobewertung erhältst du einen Standardbeitrag, einen Risikozuschlag oder eine Ablehnung. Unvollständige oder falsche Angaben können später den Versicherungsschutz gefährden.

01

Antrag ausfüllen

Du machst Angaben zu Alter, Beruf, Lebensstil und Vorerkrankungen.

02

Risikoprüfung durch den Versicherer

Der Versicherer bewertet dein individuelles Sterblichkeitsrisiko auf Basis deiner Angaben.

03

Annahme oder Rückfragen

Bei unklaren Angaben kann der Versicherer ärztliche Unterlagen anfordern oder eine Untersuchung verlangen.

04

Beitragsberechnung

Je nach Ergebnis der Prüfung erhältst du einen Standardbeitrag, einen Risikozuschlag oder eine Ablehnung.

06 · Was gilt

Wer erhält die Todesfallleistung?

Die Auszahlung im Todesfall geht nicht automatisch an die Erben, sondern an die von dir benannte bezugsberechtigte Person. Diese Festlegung ist besonders für unverheiratete Paare wichtig.

Die Auszahlung im Todesfall geht an die Person, die du im Vertrag als bezugsberechtigt benannt hast. Das muss nicht automatisch der Erbe sein. Die Summe wird einmalig ausgezahlt und ist nicht an einen bestimmten Verwendungszweck gebunden.

Ohne festgelegte Bezugsberechtigung fällt die Versicherungssumme in die Erbmasse und kann Erbschaftsteuer auslösen. Unverheiratete Partner haben ohne Vertrag keinen gesetzlichen Anspruch auf Hinterbliebenenleistungen. Für sie ist die ausdrückliche Benennung im Vertrag besonders wichtig.

  • Du legst im Vertrag fest, wer die Versicherungssumme erhält.
  • Die Auszahlung erfolgt einmalig und ist nicht an einen Verwendungszweck gebunden.
  • Unverheiratete Partner können über eine Über-Kreuz-Versicherung abgesichert werden.
  • Ohne Bezugsberechtigung fällt die Summe in die Erbmasse und kann Erbschaftsteuer auslösen.

So funktioniert es

·Du legst im Vertrag fest, wer die Versicherungssumme erhält
·Die Auszahlung erfolgt einmalig und ist nicht an einen Verwendungszweck gebunden
·Unverheiratete Partner können über eine Über-Kreuz-Versicherung abgesichert werden

Das gilt es zu vermeiden

·Ohne Bezugsberechtigung fällt die Summe in die Erbmasse und kann Erbschaftsteuer auslösen
·Unverheiratete Partner haben ohne Vertrag keinen gesetzlichen Anspruch auf Hinterbliebenenleistungen

07 · Hintergrund

Risikolebensversicherung über Kreuz: Absicherung für Paare

Bei der Über-Kreuz-Versicherung schließen zwei Personen jeweils eine Risikolebensversicherung auf das Leben des anderen ab. Das ist vor allem für unverheiratete Paare und Geschäftspartner eine steuerlich sinnvolle Lösung.

Bei einer klassischen Risikolebensversicherung auf das eigene Leben fällt beim Tod des Versicherten Erbschaftsteuer an, wenn die bezugsberechtigte Person nicht mit dir verwandt ist. Der Freibetrag für nicht verwandte Personen ist sehr gering, sodass ein großer Teil der Versicherungssumme an den Staat gehen kann.

Bei der Über-Kreuz-Versicherung ist jeweils der Partner Versicherungsnehmer und bezugsberechtigt im Vertrag des anderen. Stirbt ein Partner, erhält der andere die Versicherungssumme aus dem Vertrag, den er selbst abgeschlossen hat. Dadurch entfällt die Erbschaftsteuer auf diese Leistung. Dieses Modell eignet sich besonders für unverheiratete Paare und Geschäftspartner.

Bei einer klassischen Risikolebensversicherung auf das eigene Leben fällt beim Tod des Versicherten Erbschaftsteuer an, wenn die bezugsberechtigte Person nicht mit dir verwandt ist. Der Freibetrag für nicht verwandte Personen ist sehr gering.

Bei der Über-Kreuz-Versicherung ist jeweils der Partner Versicherungsnehmer und bezugsberechtigt im Vertrag des anderen. Stirbt ein Partner, erhält der andere die Versicherungssumme aus dem Vertrag, den er selbst abgeschlossen hat. Dadurch entfällt die Erbschaftsteuer auf diese Leistung.

08 · Fehler vermeiden

Welche Fehler solltest du bei den Kosten vermeiden?

Wer nur auf den günstigsten Beitrag schaut, kann im Ernstfall eine zu geringe Absicherung riskieren. Diese typischen Fehler führen zu einer falschen Kosten-Nutzen-Abwägung.

Eine zu niedrige Versicherungssumme spart zwar monatlich Geld, kann aber die finanzielle Lücke für deine Hinterbliebenen nicht schließen. Auch eine zu kurze Laufzeit führt dazu, dass der Schutz endet, bevor deine Kinder finanziell unabhängig sind.

Unvollständige Angaben bei den Gesundheitsfragen können den Versicherungsschutz gefährden, auch wenn der Beitrag dadurch zunächst niedriger ausfällt. Die fallende Versicherungssumme ist für die Familienabsicherung meist ungeeignet, weil die Lebenshaltungskosten nicht sinken. Ohne festgelegte Bezugsberechtigung überlässt du die Auszahlung dem Erbrecht.

  • Versicherungssumme nicht zu niedrig ansetzen, nur um Beiträge zu sparen.
  • Laufzeit nicht zu kurz wählen, sodass der Schutz endet, bevor die Kinder finanziell unabhängig sind.
  • Gesundheitsfragen im Antrag vollständig und wahrheitsgemäß beantworten.
  • Für die Familienabsicherung eine konstante statt einer fallenden Versicherungssumme wählen.
  • Eine bezugsberechtigte Person festlegen, statt die Auszahlung dem Erbrecht zu überlassen.

Häufige Fehler bei der Beitrags- und Summenwahl

·Versicherungssumme zu niedrig ansetzen, nur um Beiträge zu sparen
·Laufzeit zu kurz wählen, sodass der Schutz endet, bevor die Kinder finanziell unabhängig sind
·Gesundheitsfragen im Antrag unvollständig beantworten und damit den Versicherungsschutz riskieren
·Fallende Versicherungssumme für die Familienabsicherung wählen, obwohl eine konstante Summe nötig wäre
·Keine bezugsberechtigte Person festlegen und die Auszahlung dem Erbrecht überlassen

09 · Was gilt

Für wen lohnt sich eine Risikolebensversicherung?

Nicht jeder braucht eine Risikolebensversicherung. Sie ist dann sinnvoll, wenn andere Menschen finanziell von deinem Einkommen abhängig sind.

Das betrifft Eltern mit minderjährigen oder studierenden Kindern, Paare mit einem Hauptverdiener oder Alleinverdiener sowie Immobilienkäufer mit laufender Finanzierung. Auch unverheiratete Paare ohne gesetzliche Hinterbliebenenansprüche und Geschäftspartner, die finanziell voneinander abhängen, profitieren von dieser Absicherung.

Für Singles ohne unterhaltsberechtigte Angehörige ist eine Risikolebensversicherung dagegen meist nicht notwendig. Wenn niemand auf dein Einkommen angewiesen ist, gibt es keine Versorgungslücke zu schließen. Auch Personen, deren Partner ein ausreichend hohes eigenes Einkommen hat oder die über genügend Vermögen verfügen, benötigen den Schutz oft nicht.

  • Sinnvoll für Eltern mit minderjährigen oder studierenden Kindern.
  • Sinnvoll für Paare mit einem Hauptverdiener oder Alleinverdiener.
  • Sinnvoll für Immobilienkäufer mit laufender Finanzierung.
  • Weniger relevant für Singles ohne unterhaltsberechtigte Angehörige.
  • Weniger relevant für Menschen ohne laufende Kredite und mit ausreichendem Vermögen.

Sinnvoll für

·Eltern mit minderjährigen oder studierenden Kindern
·Paare mit einem Hauptverdiener oder Alleinverdiener
·Immobilienkäufer mit laufender Finanzierung
·Unverheiratete Paare ohne gesetzliche Hinterbliebenenansprüche
·Geschäftspartner, die finanziell voneinander abhängen

Weniger relevant für

·Singles ohne unterhaltsberechtigte Angehörige
·Personen, deren Partner ein ausreichend hohes eigenes Einkommen hat
·Menschen ohne laufende Kredite und mit ausreichendem Vermögen

10 · Grundlagen

So berechnest du deinen Bedarf anhand des Bruttojahreseinkommens

Das Bruttojahreseinkommen ist die wichtigste Orientierungsgröße für die Wahl der Versicherungssumme. Als Faustregel gilt das Drei- bis Fünffache deines jährlichen Bruttogehalts.

Bei einem Bruttojahreseinkommen von 50.000 Euro entspricht das einer Summe von 150.000 bis 250.000 Euro.

Diese Faustregel ersetzt keine individuelle Bedarfsanalyse, gibt dir aber einen schnellen Orientierungsrahmen für die Kostenplanung. Für eine genauere Berechnung ziehst du laufende Kosten, Kredite und vorhandenes Vermögen heran. So stellst du sicher, dass die Versicherungssumme tatsächlich zu deiner Lebenssituation passt.

Kurz erklärt

Faustregel zur Versicherungs­summe

Die Versicherungssumme sollte das Drei- bis Fünffache des Bruttojahreseinkommens der versicherten Person betragen.

Die Faustregel ersetzt keine individuelle Bedarfsanalyse, gibt aber einen schnellen Orientierungsrahmen für die Kostenplanung.

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 12.10.2026