Ratgeber · Versicherung
Risikolebensversicherung: Ab welchem Alter lohnt sich der Abschluss?
Eine Risikolebensversicherung ist vor allem dann sinnvoll, wenn andere Menschen finanziell von dir abhängen. Das passende Eintrittsalter hängt dabei weniger von deinem Geburtsjahr ab als von deiner Lebenssituation, deiner Gesundheit und den offenen Krediten.
11 Kapitel · 12 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Der Abschluss ist grundsätzlich ab 18 Jahren möglich, richtig sinnvoll wird er meist mit der Geburt eines Kindes oder dem Kauf einer Immobilie.
- Je jünger und gesünder du beim Vertragsschluss bist, desto niedriger fallen die monatlichen Beiträge aus.
- Viele Versicherer nehmen Anträge bis zu einem Eintrittsalter von 70 oder 75 Jahren an, die Beiträge sind dann aber deutlich höher.
- Für Alleinerziehende und Hauptverdiener ist eine Absicherung über die gesamte Ausbildungszeit der Kinder oft die wichtigste finanzielle Vorsorge.
01 · Grundlagen
Was ist eine Risikolebensversicherung?
Die Risikolebensversicherung zahlt nur im Todesfall. Stirbt die versicherte Person während der Laufzeit, erhalten die Hinterbliebenen die vereinbarte Versicherungssumme.
Die Risikolebensversicherung ist eine reine Todesfallabsicherung. Sie zahlt die vereinbarte Versicherungssumme nur dann aus, wenn die versicherte Person während der Vertragslaufzeit stirbt. Erlebst du das Ende der Laufzeit, endet der Vertrag ohne Auszahlung.
Anders als eine Kapitallebensversicherung dient sie nicht dem Vermögensaufbau. Die Beiträge sind deshalb vergleichsweise niedrig, weil kein Sparanteil enthalten ist. Für Studierende mit geringem Einkommen ist das ein wichtiger Unterschied, falls du bereits heute eine Absicherung für spätere Familienphasen planst.
Die Auszahlung erfolgt ausschließlich im Todesfall während der Laufzeit.
Kurz erklärt
Risikolebensversicherung
Eine Versicherung, die im Todesfall der versicherten Person eine vorher festgelegte Summe an die Bezugsberechtigten auszahlt. Sie dient der finanziellen Absicherung von Hinterbliebenen, nicht dem Vermögensaufbau.
Die Auszahlung erfolgt nur, wenn der Tod während der Vertragslaufzeit eintritt. Erlebst du das Vertragsende, endet der Schutz ohne Auszahlung.
02 · Was gilt
Ab welchem Alter ist der Abschluss möglich?
Rechtlich kannst du eine Risikolebensversicherung ab deinem 18. Geburtstag abschließen. Die Obergrenze für den Vertragsabschluss liegt bei den meisten Anbietern zwischen 70 und 75 Jahren.
Geburtstag abschließen. Vorher fehlt dir die volle Geschäftsfähigkeit, um einen Versicherungsvertrag wirksam einzugehen. Die Obergrenze für den Vertragsabschluss liegt bei den meisten Anbietern zwischen 70 und 75 Jahren.
Für dich als Studierende oder Student ist das Eintrittsalter vor allem dann relevant, wenn du bereits heute an spätere Verpflichtungen denkst. Wer mit Anfang 20 abschließt, sichert sich niedrige Beiträge für die gesamte Vertragsdauer. Der Abschluss ist also nicht an ein bestimmtes Lebensereignis gebunden, sondern an deine Volljährigkeit.
Der Abschluss ist ab 18 Jahren möglich, das Höchstalter liegt meist bei 70 bis 75 Jahren.
Sinnvoll oder möglich
Meist nicht mehr möglich oder ungeeignet
03 · Vergleich
Warum das Eintrittsalter die Beiträge bestimmt
Dein Alter bei Vertragsschluss ist neben der Versicherungssumme und deinem Gesundheitszustand der wichtigste Faktor für die Beitragshöhe. Wer früh abschließt, zahlt über die gesamte Laufzeit weniger.
Je jünger du bist, desto geringer ist das statistische Sterberisiko während der Laufzeit. Der Versicherer kalkuliert dieses Risiko in deinen monatlichen Beitrag ein.
Wer mit 25 Jahren abschließt, zahlt für dieselbe Summe und Laufzeit deutlich weniger als jemand, der erst mit 45 Jahren einsteigt. Der Grund liegt nicht in einer Strafe für Ältere, sondern in der höheren Wahrscheinlichkeit, dass der Versicherungsfall tatsächlich eintritt. Gleichzeitig steigt mit dem Alter die Wahrscheinlichkeit von Vorerkrankungen, die zu Zuschlägen oder Ausschlüssen führen können.
Ein früher Abschluss sichert dir über die gesamte Laufzeit niedrigere Beiträge.
| Eintritt mit 25 Jahren | Eintritt mit 45 Jahren | |
|---|---|---|
| Monatlicher Beitrag | Niedriger, da geringeres Sterberisiko während der Laufzeit | Höher, da höheres Sterberisiko während der Laufzeit |
| Gesundheitsprüfung | Weniger wahrscheinlich, dass gesundheitliche Umstände höhere Beiträge nach sich ziehen | Wahrscheinlicher, dass gesundheitliche Umstände höhere Beiträge nach sich ziehen |
04 · Checkliste
So legst du die Versicherungssumme fest
Die Versicherungssumme sollte so hoch sein, dass deine Familie nach deinem Tod ihren Lebensstandard halten kann. Als Faustformel für die Absicherung von Kindern gilt das Fünffache deines Bruttojahreseinkommens.
Diese Empfehlung stammt von Stiftung Warentest und Verbrauchermagazinen.
Für deine Berechnung sind mehrere Faktoren entscheidend. Du solltest das fehlende monatliche Einkommen, vorhandenes Vermögen, gesetzliche Waisen- und Witwen- oder Witwerrente sowie neue Ausgaben wie Kinderbetreuung berücksichtigen. Auch offene Kredite, insbesondere Immobilienkredite, und die Ausbildungskosten deiner Kinder bis zum Abschluss von Studium oder Berufsausbildung fließen ein.
- Fehlendes monatliches Einkommen nach deinem Tod beziffert die Lücke, die deine Familie schließen muss.
- Vorhandenes Vermögen und Rücklagen reduzieren die benötigte Versicherungssumme.
- Gesetzliche Waisen- und Witwen- oder Witwerrente deckt einen Teil des Bedarfs ab.
- Neue Ausgaben wie Kinderbetreuung oder Haushaltshilfe erhöhen den Bedarf.
- Offene Kredite, insbesondere Immobilienkredite, müssen vollständig abgedeckt sein.
- Ausbildungskosten der Kinder bis zum Abschluss von Studium oder Berufsausbildung zählen zur Absicherung.
Faktoren für die passende Versicherungssumme
Fehlendes monatliches Einkommen nach deinem Tod
Vorhandenes Vermögen und Rücklagen der Familie
Gesetzliche Waisen- und Witwen- oder Witwerrente
Neue Ausgaben wie Kinderbetreuung oder Haushaltshilfe
Offene Kredite, insbesondere Immobilienkredite
Ausbildungskosten der Kinder bis zum Abschluss von Studium oder Berufsausbildung
05 · Schritt für Schritt
Welche Laufzeit passt zu deiner Lebenssituation?
Die Laufzeit sollte sich an der finanziellen Abhängigkeit deiner Hinterbliebenen orientieren. Für junge Familien ist eine Laufzeit von etwa 25 Jahren ein guter Richtwert.
In dieser Zeit durchlaufen Kinder Schule, Ausbildung oder Studium und werden in der Regel finanziell eigenständig.
Der Ablauf ist klar strukturiert. Die Laufzeit beginnt idealerweise mit der Geburt des Kindes oder kurz danach. So ist das Kind von Anfang an abgesichert. Während der gesamten Schulzeit, Ausbildung oder des Studiums bleibt der Vertrag bestehen, weil das Einkommen der Eltern in dieser Phase besonders wichtig ist. Nach etwa 25 Jahren endet der Vertrag, wenn das Kind voraussichtlich auf eigenen Beinen steht.
Eine Laufzeit von 25 Jahren deckt die Zeit ab, in der Kinder finanziell abhängig sind.
Geburt eines Kindes
Die Laufzeit beginnt idealerweise mit der Geburt oder kurz danach. So ist das Kind von Anfang an abgesichert.
Ausbildung und Studium
Die Versicherung läuft über die gesamte Schulzeit, Ausbildung oder das Studium des Kindes. In dieser Zeit ist das Einkommen der Eltern besonders wichtig.
Ende der Laufzeit
Nach etwa 25 Jahren endet der Vertrag. Das Kind steht dann in der Regel finanziell auf eigenen Beinen und benötigt keine Absicherung mehr.
06 · Was gilt
Risikolebensversicherung für Alleinerziehende und Hauptverdiener
Wenn dein Einkommen den größten Teil des Familienbudgets ausmacht, ist eine Risikolebensversicherung besonders wichtig. Das gilt für Alleinverdiener ebenso wie für Alleinerziehende.
Das gilt für Alleinverdiener ebenso wie für Alleinerziehende. Fällt dein Einkommen weg, muss die Familie den Lebensunterhalt, die Kinderbetreuung und die Ausbildungskosten allein stemmen.
Für Alleinerziehende ist die Absicherung besonders dringend, weil es keinen zweiten Elternteil gibt, der einspringen könnte. Auch Paare mit gemeinsamem Immobilienkredit sollten beide Partner absichern, unabhängig davon, wer wie viel verdient. Singles ohne Kinder und ohne Kredite benötigen dagegen in der Regel keine Risikolebensversicherung, weil niemand finanziell von ihnen abhängt.
Alleinerziehende und Hauptverdiener sollten eine Risikolebensversicherung als Pflichtabsicherung betrachten.
Besonders wichtig
Eher nachrangig
07 · Im Vertrag
Gesundheitsprüfung: So wirkt sich dein Zustand aus
Vor dem Abschluss musst du Gesundheitsfragen beantworten. Die Antworten entscheiden darüber, ob du den Vertrag zum Standardbeitrag, mit Zuschlag oder nur mit Ausschlüssen bekommst.
Vor dem Abschluss musst du Gesundheitsfragen beantworten. Die Antworten entscheiden darüber, ob du den Vertrag zum Standardbeitrag, mit Zuschlag oder nur mit Ausschlüssen bekommst. Falsche Angaben können zum Verlust des Versicherungsschutzes führen.
Ein Risikozuschlag ist ein prozentualer Aufschlag auf den Standardbeitrag, wenn dein Gesundheitszustand ein höheres Risiko für den Versicherer darstellt. Ein Leistungsausschluss nimmt bestimmte Todesursachen, etwa durch eine bekannte Vorerkrankung, vom Versicherungsschutz aus. Bei Unsicherheiten hilft eine anonyme Voranfrage beim Versicherer, ohne dass dein Name gespeichert wird.
Eine anonyme Voranfrage zeigt dir vor dem offiziellen Antrag, ob und zu welchen Konditionen du versicherbar bist.
Wichtige Begriffe zur Gesundheitsprüfung
08 · Vergleich
Risikolebensversicherung für Senioren: Ab 60 noch sinnvoll?
Auch im höheren Alter kann eine Risikolebensversicherung sinnvoll sein, wenn Hinterbliebene finanziell belastet wären. Die Beiträge sind dann jedoch deutlich höher als bei jungen Menschen.
Der Grund ist das gestiegene Sterberisiko während der Laufzeit.
Für Rentner, die nur die Beerdigungskosten absichern wollen, ist die Sterbegeldversicherung oft die passendere Wahl. Sie bietet eine niedrige Versicherungssumme, die meist nur die Bestattungskosten deckt, und kommt häufig ohne oder mit nur vereinfachter Gesundheitsprüfung aus. Die Risikolebensversicherung lohnt sich ab 60 dagegen vor allem, wenn noch ein großer Kredit abgesichert werden muss oder der Partner nur eine geringe Rente erhält.
Die Sterbegeldversicherung ist für reine Bestattungskosten günstiger, die Risikolebensversicherung deckt größere finanzielle Lücken ab.
| Risikolebensversicherung | Sterbegeldversicherung | |
|---|---|---|
| Versicherungssumme | Hoch, kann Kredite oder Erbschaftsteuer abdecken | Niedrig, deckt meist nur Bestattungskosten |
| Gesundheitsprüfung | Erforderlich, mit zunehmendem Alter strenger | Oft keine oder nur eine vereinfachte Prüfung |
| Beitragshöhe | Hoch, abhängig von Alter und Gesundheit | Vergleichsweise günstig, da geringe Summe |
09 · Was gilt
Erbschaftsteuer und Todesfall: Was Hinterbliebene beachten sollten
Die Auszahlung aus einer Risikolebensversicherung kann bei den Hinterbliebenen Erbschaftsteuer auslösen. Das passiert vor allem dann, wenn die Versicherungssumme zusammen mit dem übrigen Erbe den Freibetrag übersteigt.
Die Freibeträge hängen vom Verwandtschaftsgrad ab.
Für Ehepartner und Kinder gelten hohe Freibeträge, sodass die Auszahlung in vielen Fällen steuerfrei bleibt. Anders sieht es aus, wenn die Bezugsberechtigten nicht mit dir verwandt sind oder die Summe zusammen mit dem Erbe den Freibetrag deutlich übersteigt. Auch wenn der Vertrag auf das Leben einer anderen Person abgeschlossen wurde und die Auszahlung an dich geht, kann Erbschaftsteuer anfallen.
Die Auszahlung an Ehepartner oder Kinder bleibt innerhalb der Freibeträge in der Regel steuerfrei.
Erbschaftsteuer kann anfallen
In der Regel steuerfrei
10 · Fehler vermeiden
Typische Fehler bei der Wahl des Eintrittsalters
Der häufigste Fehler ist, den Abschluss zu lange aufzuschieben. Mit jedem Jahr steigen die Beiträge, und gesundheitliche Probleme können den Abschluss erschweren oder verteuern.
Wer früh abschließt, sichert sich niedrige Beiträge und einen unkomplizierten Gesundheitscheck.
Weitere Fehler betreffen die Vertragsgestaltung. Eine zu kurze Laufzeit endet, bevor die Kinder finanziell unabhängig sind, und hinterlässt eine Schutzlücke. Eine zu niedrige Versicherungssumme sollte das Fünffache des Bruttojahreseinkommens nicht unterschreiten, wenn Kinder abgesichert werden sollen. Eine fallende Versicherungssumme ist nur für Kredite sinnvoll, nicht für die Absicherung von Kindern.
- Zu langes Warten macht den Vertrag teurer und die Gesundheitsprüfung riskanter.
- Eine zu kurze Laufzeit hinterlässt eine Schutzlücke, wenn die Kinder noch nicht unabhängig sind.
- Eine zu niedrige Versicherungssumme gefährdet den Lebensstandard der Familie.
- Eine fallende Versicherungssumme passt nur zur Kredittilgung, nicht zur Kinderabsicherung.
- Nur einen Partner abzusichern, lässt die Familie beim Tod des anderen ungeschützt.
Fehler, die du vermeiden solltest
11 · Schritt für Schritt
Ablauf: So kommst du zu deinem Vertrag
Der Weg zur Risikolebensversicherung führt über einen Antrag mit Gesundheitsfragen. Nach der Prüfung erhältst du ein Angebot, das du annehmen oder ablehnen kannst.
Der gesamte Prozess lässt sich in vier Schritte gliedern.
Zuerst ermittelst du deinen Bedarf und legst Versicherungssumme und Laufzeit fest. Orientiere dich an deinem Einkommen, deinen Krediten und der Ausbildungszeit deiner Kinder. Danach beantwortest du die Gesundheitsfragen. Bei Unsicherheiten hilft eine anonyme Voranfrage beim Versicherer. Anschließend prüft der Versicherer deine Angaben und unterbreitet dir ein Angebot mit einem konkreten Beitrag. Nach Annahme des Angebots beginnt der Versicherungsschutz, und du zahlst die Beiträge monatlich über die gesamte Laufzeit.
Die anonyme Voranfrage ist der sicherste Weg, um vor dem offiziellen Antrag deine Chancen zu klären.
Bedarf ermitteln
Du legst Versicherungssumme und Laufzeit fest. Orientiere dich an deinem Einkommen, deinen Krediten und der Ausbildungszeit deiner Kinder.
Gesundheitsfragen beantworten
Du machst Angaben zu deinem Gesundheitszustand. Bei Unsicherheiten hilft eine anonyme Voranfrage beim Versicherer.
Angebot prüfen
Der Versicherer prüft deine Angaben und unterbreitet dir ein Angebot mit einem konkreten Beitrag.
Vertrag abschließen
Nach Annahme des Angebots beginnt der Versicherungsschutz. Die Beiträge zahlst du monatlich über die gesamte Laufzeit.
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