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Private Krankenversicherung im Vergleich: So findest du den passenden Tarif

Ein Vergleich der privaten Krankenversicherung lohnt sich, weil sich Leistungen und Beiträge je nach Tarif stark unterscheiden. Entscheidend sind dein Berufsstatus, dein gewünschtes Leistungs­niveau und deine Bereitschaft, einen Teil der Kosten selbst zu tragen.

10 Kapitel · 10 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • Die Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt 2026 bei 77.400 Euro brutto, ab der ein Wechsel in die PKV für Angestellte möglich ist.
  • Premiumtarife erstatten über 90 Prozent der Zahnbehandlungskosten und mindestens 75 Prozent für Zahnersatz.
  • Eine höhere Selbstbeteiligung senkt den Monatsbeitrag, erhöht aber dein finanzielles Risiko im Krankheitsfall.
  • Für Beamte und Selbstständige gelten andere Zugangsvoraussetzungen als für Angestellte.

01 · Grundlagen

Was ist eine private Krankenversicherung?

Die private Krankenversicherung (PKV) ist das Gegenstück zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Sie bietet dir die Möglichkeit, deinen Versicherungsschutz individuell zusammenzustellen.

Die private Krankenversicherung kalkuliert deinen Beitrag nicht nach deinem Einkommen, sondern nach deinem persönlichen Risiko. Dein Eintrittsalter und dein Gesundheitszustand bei Vertragsbeginn sind die entscheidenden Faktoren. Hinzu kommt der Leistungsumfang, den du selbst festlegst.

Anders als in der gesetzlichen Krankenversicherung kannst du einzelne Bausteine wie Chefarztbehandlung, Einbettzimmer oder den Erstattungssatz für Zahnersatz frei wählen. Dadurch entsteht ein Tarif, der zu deinem Bedarf passt. Die Beiträge bleiben im Alter nicht automatisch stabil, weil Rückstellungen für steigende Gesundheitskosten gebildet werden.

Die private Krankenversicherung ist eine Krankenvollversicherung, deren Beitrag sich nach deinem Eintrittsalter, deinem Gesundheitszustand und dem gewählten Leistungsumfang richtet.

Kurz erklärt

Private Krankenversicherung

Eine Krankenvollversicherung, deren Beiträge sich nach deinem Eintrittsalter, deinem Gesundheitszustand und dem gewählten Leistungsumfang richten, nicht nach deinem Einkommen.

Der Leistungsumfang ist frei wählbar und kann über das Niveau der gesetzlichen Krankenversicherung hinausgehen.

02 · Vergleich

Private Krankenversicherung oder gesetzliche Krankenversicherung?

Nicht jeder kann zwischen PKV und GKV wählen. Dein Berufsstatus und dein Einkommen entscheiden über den Zugang zur privaten Krankenversicherung.

Der Zugang zur privaten Krankenversicherung hängt von deinem Berufsstatus ab. Als Angestellter brauchst du ein Bruttoeinkommen über der Jahresarbeitsentgeltgrenze von 77.400 Euro im Jahr 2026. Selbstständige und Freiberufler können unabhängig von ihrem Einkommen wechseln, Beamte ebenfalls.

Für Angestellte gibt es einen Arbeitgeberzuschuss zur privaten Krankenversicherung. Er ist auf den Höchstzuschuss der gesetzlichen Kasse begrenzt und liegt 2026 bei 508,59 Euro monatlich. Selbstständige tragen den Beitrag vollständig allein, Beamte erhalten eine Beihilfe ihres Dienstherrn für einen Teil der Krankheitskosten.

Die Beitragsberechnung unterscheidet sich grundlegend: In der gesetzlichen Krankenversicherung zählt dein Einkommen, in der privaten Krankenversicherung dein Alter und deine Gesundheit. Über 77.400 Euro brutto pro Jahr (2026) ist die Einkommensgrenze für Angestellte.

Zugang zur PKV nach Berufsstatus
AngestellteSelbstständigeBeamte
EinkommensgrenzeÜber 77.400 Euro brutto pro Jahr (2026)Keine MindestgrenzeKeine Mindestgrenze
ArbeitgeberzuschussBis zur Hälfte des Beitrags, maximal 508,59 Euro monatlichKein ZuschussBeihilfe des Dienstherrn
BeitragsberechnungNach Eintrittsalter und GesundheitNach Eintrittsalter und GesundheitNur für den nicht durch Beihilfe gedeckten Anteil

03 · Was gilt

Welche Leistungen solltest du im Tarifvergleich prüfen?

Die Leistungsunterschiede zwischen den Tarifen sind groß. Achte besonders auf die Erstattung im ambulanten, stationären und zahnärztlichen Bereich.

Die Leistungsunterschiede zwischen den Tarifen sind erheblich. Im stationären Bereich entscheidet sich, ob du im Krankenhaus von einem Chefarzt behandelt wirst und ein Einbettzimmer bekommst. Ein Basistarif sieht dagegen die Behandlung durch den Stationsarzt und ein Mehrbettzimmer vor.

Bei Zahnbehandlungen erstattet ein Premiumtarif über 90 Prozent der Kosten, beim Zahnersatz mindestens 75 Prozent. Ein Basistarif übernimmt maximal 80 Prozent für Zahnbehandlungen und bis zu 60 Prozent für Zahnersatz. Achte außerdem darauf, ob der Tarif Arzthonorare über den 3,5-fachen Satz der Gebührenordnung hinaus erstattet.

Ein Premiumtarif erstattet über 90 Prozent der Zahnbehandlungskosten und mindestens 75 Prozent für Zahnersatz.

Premiumtarif

·Chefarztbehandlung im Krankenhaus
·Einbettzimmer
·Über 90 Prozent Erstattung für Zahnbehandlungen
·Mindestens 75 Prozent für Zahnersatz
·Erstattung über den 3,5-fachen Satz der Gebührenordnung

Basistarif

·Stationsarztbehandlung
·Mehrbettzimmer
·Maximal 80 Prozent für Zahnbehandlungen
·Bis zu 60 Prozent für Zahnersatz
·Erstattung bis zum 3,5-fachen Satz der Gebührenordnung

04 · Schritt für Schritt

So läuft der Wechsel in die private Krankenversicherung ab

Der Wechsel in die PKV ist ein mehrstufiger Prozess. Eine gründliche Vorbereitung hilft dir, Fehler bei der Antragstellung zu vermeiden.

Der Wechsel beginnt mit deiner Bedarfsanalyse. Überlege, welche Leistungen dir wichtig sind: Chefarztbehandlung, Einbettzimmer, Krankentagegeld oder hohe Zahnleistungen. Danach holst du Angebote mehrerer Gesellschaften ein und vergleichst Tarife mit gleichen Leistungsbausteinen.

Die Gesundheitsprüfung ist der kritischste Schritt. Beantworte alle Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß, denn falsche Angaben können zum Verlust des Versicherungsschutzes führen. Kündige deine gesetzliche Krankenversicherung erst, wenn die private Versicherung dir die Annahme schriftlich bestätigt hat.

  • Kläre deinen Bedarf an Leistungen wie Chefarztbehandlung oder Krankentagegeld.
  • Vergleiche Tarife mehrerer Gesellschaften mit identischen Leistungsbausteinen.
  • Durchlaufe die Gesundheitsprüfung mit vollständigen und wahrheitsgemäßen Angaben.
  • Kündige die gesetzliche Krankenversicherung erst nach schriftlicher Annahme durch die private Versicherung.
01

Bedarf klären

Überlege, welche Leistungen dir wichtig sind: Chefarztbehandlung, Einbettzimmer, Krankentagegeld oder hohe Zahnleistungen.

02

Angebote einholen

Vergleiche Tarife mehrerer Gesellschaften. Achte auf gleiche Leistungsbausteine, damit der Vergleich aussagekräftig ist.

03

Gesundheitsprüfung durchlaufen

Beantworte die Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß. Falsche Angaben können zum Verlust des Versicherungsschutzes führen.

04

Kündigung der GKV

Kündige deine gesetzliche Krankenversicherung erst, wenn die private Versicherung dir die Annahme schriftlich bestätigt hat.

05 · Kosten

Was kostet die private Krankenversicherung?

Die Beiträge hängen von deinem Eintrittsalter, deinem Gesundheitszustand und dem gewählten Tarif ab. Ein Vergleich lohnt sich, weil die Spannen groß sind.

Bei einem Eintrittsalter von 35 Jahren verlangen Versicherer für einen Komfortschutz etwa 543,60 Euro monatlich. Ein Premiumschutz beginnt bei rund 705,32 Euro und kann bis zu 1.010,26 Euro kosten.

Diese Spannen zeigen, wie groß die Unterschiede zwischen den Anbietern sind. Dein tatsächlicher Beitrag kann abweichen, weil Vorerkrankungen oder ein höheres Eintrittsalter den Preis erhöhen. Ein Vergleich lohnt sich besonders, wenn du gleiche Leistungsbausteine gegenüberstellst.

Bei einem Eintrittsalter von 35 Jahren liegen die Monatsbeiträge zwischen 543,60 Euro und 1.010,26 Euro.

Monatliche Beiträge bei Eintrittsalter 35 Jahre

Komfortschutz543,60 Euro
Premiumschutz705,32 Euro
Premiumschutz (oberes Ende)1.010,26 Euro

06 · Im Vertrag

Selbstbeteiligung und Selbstbehalt: So beeinflusst du deinen Beitrag

Mit einer Selbstbeteiligung senkst du deinen Monatsbeitrag. Du trägst dann einen festgelegten Betrag pro Jahr selbst, bevor die Versicherung leistet.

Eine höhere Selbstbeteiligung reduziert deinen Monatsbeitrag spürbar. Du zahlst dann Behandlungskosten bis zur vereinbarten Höhe aus eigener Tasche, bevor die Versicherung leistet. Der Selbstbehalt ist der jährliche Höchstbetrag, den du selbst trägst.

Setze den Selbstbehalt nicht zu hoch an, nur um den Beitrag zu drücken. Er sollte zu deiner finanziellen Situation passen, damit du im Krankheitsfall nicht in Schwierigkeiten gerätst. Nimmst du ein Jahr lang keine Leistungen in Anspruch, zahlen einige Versicherer einen Teil der Beiträge zurück.

Eine höhere Selbstbeteiligung senkt den Beitrag, bedeutet aber ein höheres Kostenrisiko im Krankheitsfall.

Wichtige Stellschrauben im Tarif

SelbstbeteiligungBeitrag senkenEine höhere Selbstbeteiligung reduziert den Beitrag. Du zahlst Behandlungskosten bis zur vereinbarten Höhe aus eigener Tasche.
SelbstbehaltKostenrisikoDer Selbstbehalt ist der jährliche Höchstbetrag, den du selbst trägst. Er sollte zu deiner finanziellen Situation passen.
BeitragsrückerstattungBonusNimmst du ein Jahr lang keine Leistungen in Anspruch, zahlen einige Versicherer einen Teil der Beiträge zurück.

07 · Checkliste

Checkliste: Das solltest du vor dem Abschluss klären

Diese Punkte helfen dir, einen Tarif zu finden, der zu deinem Leben passt. Geh die Liste vor dem Abschluss sorgfältig durch.

Vor dem Abschluss einer privaten Krankenversicherung solltest du deine persönliche Situation genau prüfen. Die folgenden Fragen helfen dir, einen Tarif zu finden, der zu deinem Leben passt. Geh die Liste sorgfältig durch, bevor du dich entscheidest.

  • Liegt dein Einkommen über der Jahresarbeitsentgeltgrenze von 77.400 Euro?
  • Welches Leistungsniveau wünschst du: Basis, Komfort oder Premium?
  • Wie hoch darf deine monatliche Belastung sein?
  • Welche Selbstbeteiligung kannst du im Krankheitsfall tragen?
  • Benötigst du Krankentagegeld als Zusatzleistung?
  • Sind Zahnleistungen für dich besonders wichtig?
  • Hast du Vorerkrankungen, die den Beitrag erhöhen könnten?

Deine PKV-Checkliste

01

Liegt dein Einkommen über der Jahresarbeitsentgeltgrenze von 77.400 Euro?

02

Welches Leistungsniveau wünschst du: Basis, Komfort oder Premium?

03

Wie hoch darf deine monatliche Belastung sein?

04

Welche Selbstbeteiligung kannst du im Krankheitsfall tragen?

05

Benötigst du Krankentagegeld als Zusatzleistung?

06

Sind Zahnleistungen für dich besonders wichtig?

07

Hast du Vorerkrankungen, die den Beitrag erhöhen könnten?

08 · Fehler vermeiden

Häufige Fehler beim Vergleich der privaten Krankenversicherung

Viele Wechselwillige unterschätzen die langfristigen Folgen ihrer Tarifwahl. Diese Fehler solltest du vermeiden.

Ein häufiger Fehler ist, nur auf den Preis zu schauen und das Leistungsniveau zu vernachlässigen. Ein zu niedriger Tarif kann im Krankheitsfall teuer werden, weil wichtige Leistungen fehlen.

Die Gesundheitsprüfung nicht ernst zu nehmen oder Angaben zu vergessen, kann zum Verlust des Versicherungsschutzes führen. Kündige deine gesetzliche Krankenversicherung erst, wenn die private Versicherung die Annahme bestätigt hat. Übersieh außerdem nicht die Zahnstaffel in den ersten Versicherungsjahren.

Kündige die gesetzliche Krankenversicherung erst, wenn die private Versicherung die Annahme schriftlich bestätigt hat.

Typische Fehler im PKV-Vergleich

·Nur auf den Preis schauen und das Leistungsniveau vernachlässigen
·Die Gesundheitsprüfung nicht ernst nehmen oder Angaben vergessen
·Die GKV kündigen, bevor die PKV die Annahme bestätigt hat
·Den Selbstbehalt zu hoch ansetzen, um den Beitrag zu drücken
·Krankentagegeld für Selbstständige nicht einplanen
·Die Zahnstaffel in den ersten Versicherungsjahren übersehen

09 · Hintergrund

Krankentagegeld: Warum es für Selbstständige existenzwichtig ist

Das Krankentagegeld sichert dein Einkommen, wenn du länger krank bist. Für Selbstständige beginnt das Risiko ab dem ersten Krankheitstag.

Arbeitnehmer erhalten im Krankheitsfall bis zu sechs Wochen Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber. Danach springt das Krankentagegeld ein, wenn du es vereinbart hast. Es sollte in etwa dein Nettogehalt abdecken, damit du deinen Lebensstandard halten kannst.

Selbstständige und Freiberufler haben keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung. Für sie ist das Krankentagegeld eine existenzsichernde Zusatzleistung, die ab dem ersten Krankheitstag gezahlt werden kann. Ohne diesen Schutz droht bei längerer Krankheit der Einkommensverlust.

Selbstständige sollten Krankentagegeld ab dem ersten Krankheitstag einplanen, weil sie keine Lohnfortzahlung erhalten.

Arbeitnehmer erhalten im Krankheitsfall bis zu sechs Wochen Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber. Danach springt das Krankentagegeld ein, wenn du es vereinbart hast. Es sollte in etwa dein Nettogehalt abdecken, damit du deinen Lebensstandard halten kannst.

Selbstständige und Freiberufler haben keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung. Für sie ist das Krankentagegeld eine existenzsichernde Zusatzleistung, die ab dem ersten Krankheitstag gezahlt werden kann. Ohne diesen Schutz droht bei längerer Krankheit der Einkommensverlust.

Die Höhe des Krankentagegeldes wählst du selbst. Es wird zusätzlich zum Krankenversicherungstarif vereinbart und erhöht den Monatsbeitrag. Prüfe genau, welchen Betrag du im Ernstfall benötigst.

10 · Was gilt

Beihilfe für Beamte: So funktioniert der PKV-Vergleich

Beamte müssen nur den Teil der Krankheitskosten versichern, den die Beihilfe nicht übernimmt. Das macht die private Krankenversicherung für sie besonders attraktiv.

Die Beihilfe zahlt je nach Familienstand zwischen 50 und 80 Prozent der Krankheitskosten, für Kinder oft einen höheren Anteil. Die private Krankenversicherung deckt den verbleibenden Kostenanteil ab.

Für Beamte lohnt sich der Vergleich besonders, weil sie nur eine Restkostenversicherung benötigen. Achte darauf, dass dein Tarif auch Leistungen übernimmt, die über die Beihilfevorschriften hinausgehen. Dazu gehören Wahlleistungen wie Chefarztbehandlung oder Einbettzimmer.

Die Beihilfe zahlt je nach Familienstand zwischen 50 und 80 Prozent der Krankheitskosten.

Beihilfe zahlt

·Einen festgelegten Prozentsatz der Krankheitskosten
·Für Kinder oft einen höheren Anteil

PKV zahlt

·Den verbleibenden Kostenanteil
·Leistungen, die über die Beihilfevorschriften hinausgehen
·Wahlleistungen wie Chefarztbehandlung oder Einbettzimmer

Häufige Fragen

Fragen zu Private Krankenversicherung im Vergleich

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026