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Ratgeber · Versicherung

Pflegeversicherung Kosten: Was du 2026 selbst zahlst und wie du vorsorgst

Die Kosten der Pflegeversicherung bestehen aus deinem laufenden Beitrag und dem Eigenanteil, der im Pflegefall trotzdem bleibt. Beide lassen sich mit den richtigen Stellschrauben planen und senken.

11 Kapitel · 10 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • Der allgemeine Beitragssatz liegt bei 3,6 Prozent, für Kinderlose bei 4,2 Prozent deines Bruttoeinkommens bis zur Beitragsbemessungsgrenze.
  • In Sachsen zahlen Beschäftigte einen höheren Anteil als im übrigen Bundesgebiet, weil dort ein Feiertag nicht gestrichen wurde.
  • Der Eigenanteil im Pflegeheim sinkt mit der Dauer des Aufenthalts, bleibt aber im ersten Jahr oft der größte Kostenblock.
  • Eine private Pflegezusatzversicherung schließt die Lücke zwischen gesetzlicher Leistung und tatsächlichen Pflegekosten.

01 · Kosten

Wie hoch ist der Beitragssatz zur Pflegeversicherung?

Der Beitrag richtet sich nach deinem Bruttoeinkommen und danach, ob du Kinder hast. Seit Januar 2025 gelten feste Sätze, die bis zur Beitragsbemessungsgrenze erhoben werden.

Für deine Beiträge zählt dein Bruttoeinkommen bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Der allgemeine Beitragssatz liegt seit Januar 2025 bei 3,6 Prozent, für kinderlose Mitglieder bei 4,2 Prozent.

Hast du Kinder, sinkt dein Beitrag mit jedem weiteren Kind unter 25 Jahren um 0,25 Prozentpunkte. Ab dem fünften Kind bleibt es bei einem Abschlag von insgesamt 1,0 Prozentpunkten.

  • Mitglieder ohne Kinder zahlen 4,2 Prozent, der Kinderlosenzuschlag von 0,6 Prozentpunkten ist darin bereits enthalten.
  • Mitglieder mit einem Kind zahlen lebenslang 3,6 Prozent, unabhängig vom Alter des Kindes.
  • Mitglieder mit zwei Kindern zahlen 3,35 Prozent, mit drei Kindern 3,1 Prozent und mit vier Kindern 2,85 Prozent.

Beitragssätze in der sozialen Pflegeversicherung seit Januar 2025

Mitglieder ohne Kinder4,2 %
Mitglieder mit 1 Kind3,6 %
Mitglieder mit 2 Kindern3,35 %
Mitglieder mit 3 Kindern3,1 %
Mitglieder mit 4 Kindern2,85 %
Mitglieder mit 5 und mehr Kindern2,6 %

02 · Grundlagen

Was bedeutet die Beitragsbemessungs­grenze für deinen Beitrag?

Die Pflegeversicherung erhebt Beiträge nur bis zu einer bestimmten Einkommenshöhe. Alles, was du darüber hinaus verdienst, bleibt für die Beitragsberechnung außen vor.

Die Beitragsbemessungsgrenze legt fest, bis zu welchem Bruttoeinkommen du Beiträge zur sozialen Pflegeversicherung zahlst. Alles, was du darüber hinaus verdienst, bleibt für die Beitragsberechnung unberücksichtigt.

Für die Pflegeversicherung gilt dieselbe Beitragsbemessungsgrenze wie für die gesetzliche Krankenversicherung. Sie wird jährlich angepasst und begrenzt damit auch deine maximale Beitragslast.

Kurz erklärt

Beitragsbemessungs­grenze

Die Beitragsbemessungsgrenze legt fest, bis zu welchem Bruttoeinkommen Beiträge zur sozialen Pflegeversicherung fällig werden. Einkommen oberhalb dieser Grenze ist beitragsfrei.

Für die Pflegeversicherung gilt dieselbe Beitragsbemessungsgrenze wie für die gesetzliche Krankenversicherung. Sie wird jährlich angepasst.

03 · Vergleich

Wie teilen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer den Beitrag auf?

Grundsätzlich finanzieren beide Seiten die Pflegeversicherung zur Hälfte. Der Kinderlosenzuschlag ist davon ausgenommen und wird allein von dir getragen.

In den übrigen Bundesländern tragen Arbeitgeber und Arbeitnehmer den allgemeinen Beitragssatz von 3,6 Prozent je zur Hälfte, also jeweils 1,8 Prozent. Der Kinderlosenzuschlag von 0,6 Prozentpunkten wird allein von dir getragen und erhöht deinen Anteil auf 2,4 Prozent.

In Sachsen gilt eine Sonderregelung: Beschäftigte zahlen dort dauerhaft 0,5 Prozentpunkte mehr, weil bei Einführung der Pflegeversicherung kein Feiertag gestrichen wurde. Arbeitnehmer ohne Kinder zahlen in Sachsen 2,9 Prozent, Arbeitgeber nur 1,3 Prozent.

Arbeitnehmeranteil am Pflegeversicherungsbeitrag
Übrige BundesländerSachsen
Arbeitnehmer ohne Kinder2,4 %2,9 %
Arbeitnehmer mit 1 Kind1,8 %2,3 %
Arbeitgeberanteil1,8 %1,3 %

04 · Was gilt

Welche Rolle spielt der Pflegegrad bei den Kosten?

Der Pflegegrad bestimmt, wie viel Geld du von der Pflegekasse bekommst und wie hoch dein verbleibender Eigenanteil ausfällt. Je höher der Pflegegrad, desto höher sind in der Regel auch die Gesamtkosten.

Die Pflegekasse übernimmt bei ambulanter Pflege entweder Pflegegeld für pflegende Angehörige oder Pflegesachleistungen für einen Pflegedienst. Zusätzlich gibt es Zuschüsse für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen wie einen barrierefreien Umbau.

  • Bei stationärer Pflege zahlt die Pflegekasse nur Teilleistungen für die reine Pflege.
  • Investitionskosten, Unterkunft und Verpflegung sowie die Ausbildungskostenumlage der Einrichtung zahlst du selbst.
  • Den Teil der Pflegekosten, der über den Leistungsbetrag der Pflegekasse hinausgeht, trägst du ebenfalls.

Das übernimmt die Pflegekasse

·Pflegegeld bei ambulanter Pflege durch Angehörige
·Pflegesachleistung bei ambulanter Pflege durch einen Dienst
·Zuschüsse für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen
·Teilleistungen bei stationärer Pflege

Das zahlst du selbst

·Investitionskosten im Pflegeheim
·Kosten für Unterkunft und Verpflegung
·Ausbildungskostenumlage der Einrichtung
·Den Teil der Pflegekosten, der über den Leistungsbetrag der Pflegekasse hinausgeht

05 · Kosten

Was kostet stationäre Pflege wirklich?

Im Pflegeheim kommen zu den reinen Pflegekosten noch Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten hinzu. Der Eigenanteil sinkt zwar mit der Aufenthaltsdauer, bleibt aber eine erhebliche monatliche Belastung.

Der durchschnittliche Eigenanteil für das erste Jahr im Pflegeheim liegt bei 3.108 Euro pro Monat.

Mit zunehmender Aufenthaltsdauer steigen die Zuschüsse der Pflegekasse, sodass dein Eigenanteil sinkt. Dennoch bleibt die stationäre Pflege eine erhebliche monatliche Belastung, die du frühzeitig einplanen solltest.

Kurz erklärt

Eigenanteil stationäre Pflege

Durchschnittlicher Eigenanteil im Pflegeheim

3.108 EUR

06 · Vergleich

Wie unterscheiden sich ambulante und stationäre Pflegekosten?

Ambulante Pflege zu Hause ist oft günstiger als ein Heimplatz, erfordert aber mehr Eigenorganisation. Die Pflegekasse zahlt je nach Pflegegrad feste Beträge für Pflegedienste oder pflegende Angehörige.

Bei ambulanter Pflege durch Angehörige fließt das Pflegegeld direkt an dich und du entscheidest über dessen Verwendung. Bei stationärer Pflege zahlst du dagegen einen einrichtungseinheitlichen Eigenanteil für Pflege, Unterkunft, Verpflegung und Investitionen.

  • Ambulant: Du zahlst die Differenz zwischen den Kosten des Pflegedienstes und der Pflegesachleistung.
  • Stationär: Du zahlst den Eigenanteil für Pflege, Unterkunft, Verpflegung und Investitionen.
  • Kostenfaktor ambulant: Der Stundensatz des Pflegedienstes bestimmt deine Zuzahlung.
Kostenstruktur im Vergleich
Ambulante PflegeStationäre Pflege
Was die Pflegekasse zahltPflegegeld oder Pflegesachleistung je nach PflegegradPauschaler Leistungsbetrag je nach Pflegegrad
Was du selbst zahlstDifferenz zwischen Pflegedienstkosten und SachleistungEigenanteil für Pflege, Unterkunft, Verpflegung und Investitionen
KostenfaktorStundensatz des PflegedienstesEinrichtungseinheitlicher Eigenanteil

07 · Grundlagen

Was ist der Pflegevorsorgefonds?

Ein Teil deines Beitrags fließt in einen Fonds, der künftige Beitragssatzsteigerungen abfedern soll. Er wird von der Bundesbank verwaltet und ab 2035 schrittweise eingesetzt.

Der Pflegevorsorgefonds ist ein Sondervermögen der sozialen Pflegeversicherung, das von der Bundesbank verwaltet wird. Ihm werden jährlich 0,7 Milliarden Euro zugeführt, um ab 2035 den Beitragssatz zu stabilisieren.

Die Zuführungen für die Jahre 2024 bis einschließlich 2027 betragen jährlich 0,7 Milliarden Euro. Der Fonds soll helfen, die Beiträge stabil zu halten, wenn die geburtenstarken Jahrgänge pflegebedürftig werden.

Kurz erklärt

Pflegevorsorgefonds

Der Pflegevorsorgefonds ist ein Sondervermögen der sozialen Pflegeversicherung. Ihm werden jährlich 0,7 Milliarden Euro zugeführt, um ab 2035 den Beitragssatz zu stabilisieren, wenn die geburtenstarken Jahrgänge pflegebedürftig werden.

Die Zuführungen für die Jahre 2024 bis einschließlich 2027 betragen jährlich 0,7 Milliarden Euro.

08 · Checkliste

Für wen lohnt sich eine private Pflegezusatzversicherung?

Die gesetzliche Pflegeversicherung deckt nur einen Teil der Kosten. Eine private Zusatzversicherung kann die Lücke schließen, ist aber nicht für jeden die passende Lösung.

Eine private Pflegezusatzversicherung ist sinnvoll, wenn du die Beiträge dauerhaft ohne finanzielle Engpässe zahlen kannst und dein Einkommen oder Vermögen im Pflegefall nicht ausreicht, um den Eigenanteil zu decken.

  • Du gehst nicht davon aus, dass Angehörige den Großteil der Pflege übernehmen.
  • Du legst Wert auf Wahlfreiheit zwischen ambulanter und stationärer Pflege.
  • Du schließt früh ab und profitierst von niedrigeren Beiträgen.

Eine private Pflegezusatzversicherung ist sinnvoll, wenn

01

du die Beiträge dauerhaft ohne finanzielle Engpässe zahlen kannst

02

dein Einkommen oder Vermögen im Pflegefall nicht ausreicht, um den Eigenanteil zu decken

03

du nicht davon ausgehst, dass Angehörige den Großteil der Pflege übernehmen

04

du Wert auf Wahlfreiheit zwischen ambulanter und stationärer Pflege legst

05

du früh abschließt und von niedrigeren Beiträgen profitierst

09 · Vergleich

Welche Arten der privaten Pflegeversicherung gibt es?

Private Pflegezusatzversicherungen unterscheiden sich darin, wie sie im Pflegefall leisten. Die Wahl hängt davon ab, ob du eine feste monatliche Summe oder eine Kostenerstattung bevorzugst.

Du hast die Wahl zwischen Pflegetagegeldversicherung, Pflegekostenversicherung und Pflegerentenversicherung.

Die Pflegetagegeldversicherung zahlt einen festen Tagessatz je nach Pflegegrad, den du frei verwenden kannst. Die Pflegekostenversicherung erstattet tatsächliche Pflegekosten bis zu einem Höchstsatz, während die Pflegerentenversicherung eine monatliche Rente unabhängig von den tatsächlichen Kosten auszahlt.

  • Pflegetagegeldversicherung: flexible Absicherung der Versorgungslücke.
  • Pflegekostenversicherung: möglichst vollständige Kostendeckung.
  • Pflegerentenversicherung: planbare Zusatzrente im Pflegefall.
Drei Modelle der privaten Pflegezusatzversicherung
PflegetagegeldversicherungPflegekostenversicherungPflegerentenversicherung
LeistungsartFester Tagessatz je nach PflegegradErstattung tatsächlicher Pflegekosten bis zu einem HöchstsatzMonatliche Rente unabhängig von den tatsächlichen Kosten
FlexibilitätFreie Verwendung des TagessatzesGebunden an belegte PflegekostenFreie Verwendung der Rente
Geeignet fürFlexible Absicherung der VersorgungslückeMöglichst vollständige KostendeckungPlanbare Zusatzrente im Pflegefall

10 · Fehler vermeiden

Welche Fehler solltest du bei der Pflegevorsorge vermeiden?

Viele Menschen unterschätzen den Eigenanteil im Pflegefall oder schließen eine Zusatzversicherung zu spät ab. Diese Fehler lassen sich mit etwas Planung vermeiden.

Ein häufiger Fehler ist, den Eigenanteil im Pflegeheim zu unterschätzen und keine Rücklagen zu bilden. Die private Pflegezusatzversicherung erst im höheren Alter abzuschließen, führt zu deutlich teureren Beiträgen.

  • Die Sachsen-Regelung übersehen und mit einem zu niedrigen Arbeitnehmeranteil rechnen.
  • Den Kinderlosenzuschlag nicht einplanen, obwohl er dauerhaft fällig wird.
  • Sich auf die gesetzliche Pflegeversicherung als Vollkostenschutz verlassen.

Häufige Fehler bei der Pflegevorsorge

·Den Eigenanteil im Pflegeheim unterschätzen und keine Rücklagen bilden
·Die private Pflegezusatzversicherung erst im höheren Alter abschließen, wenn die Beiträge deutlich teurer sind
·Die Sachsen-Regelung übersehen und mit einem zu niedrigen Arbeitnehmeranteil rechnen
·Den Kinderlosenzuschlag nicht einplanen, obwohl er dauerhaft fällig wird
·Sich auf die gesetzliche Pflegeversicherung als Vollkostenschutz verlassen

11 · Hintergrund

Wie funktioniert die paritätische Finanzierung?

Die soziale Pflegeversicherung wird grundsätzlich von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gemeinsam getragen. Ausnahmen gelten für den Kinderlosenzuschlag und für Sachsen.

Die paritätische Finanzierung bedeutet, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer den Pflegeversicherungsbeitrag je zur Hälfte tragen. Bei einem Beitragssatz von 3,6 Prozent zahlen beide Seiten jeweils 1,8 Prozent.

Der Kinderlosenzuschlag von 0,6 Prozentpunkten wird ausschließlich von den kinderlosen Mitgliedern selbst getragen. Er erhöht deren Arbeitnehmeranteil auf 2,4 Prozent in den übrigen Bundesländern.

In Sachsen gilt eine Sonderregelung: Dort tragen Beschäftigte 2,3 Prozent und Arbeitgeber 1,3 Prozent. Grund ist, dass Sachsen bei Einführung der Pflegeversicherung keinen Feiertag gestrichen hat.

Die paritätische Finanzierung bedeutet, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer den Pflegeversicherungsbeitrag je zur Hälfte tragen. Bei einem Beitragssatz von 3,6 Prozent zahlen beide Seiten jeweils 1,8 Prozent.

Der Kinderlosenzuschlag von 0,6 Prozentpunkten wird ausschließlich von den kinderlosen Mitgliedern selbst getragen. Er erhöht deren Arbeitnehmeranteil auf 2,4 Prozent in den übrigen Bundesländern.

In Sachsen gilt eine Sonderregelung: Dort tragen Beschäftigte 2,3 Prozent und Arbeitgeber 1,3 Prozent. Grund ist, dass Sachsen bei Einführung der Pflegeversicherung keinen Feiertag gestrichen hatte.

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026