Ratgeber · Versicherung
Pflegeversicherung Höhe: So viel zahlen Sie 2026
Die Höhe Ihres Pflegeversicherungsbeitrags hängt 2026 von Ihrem Einkommen, Ihrem Familienstand und der Anzahl Ihrer Kinder ab. Der allgemeine Beitragssatz liegt bei 3,6 Prozent, für Kinderlose und Eltern mit mehreren Kindern gelten Zu- oder Abschläge.
10 Kapitel · 14 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Der allgemeine Beitragssatz zur sozialen Pflegeversicherung beträgt 2026 unverändert 3,6 Prozent.
- Kinderlose ab 23 Jahren zahlen einen Beitragszuschlag von 0,6 Prozentpunkten, also insgesamt 4,2 Prozent.
- Eltern mit zwei oder mehr Kindern unter 25 Jahren erhalten Abschläge von 0,25 Prozentpunkten je Kind.
- Der Arbeitgeberanteil bleibt 2026 konstant bei 1,8 Prozent, in Sachsen bei 1,3 Prozent.
01 · Grundlagen
Wie hoch ist der Beitragssatz zur Pflegeversicherung 2026?
Der Beitragssatz in der sozialen Pflegeversicherung ist gesetzlich festgelegt und wird auf Ihre beitragspflichtigen Einnahmen bis zur Beitragsbemessungsgrenze erhoben. Seit dem 1. Januar 2025 gilt ein allgemeiner Satz von 3,6 Prozent, der auch 2026 Bestand hat.
Der allgemeine Beitragssatz von 3,6 Prozent gilt für alle gesetzlich versicherten Mitglieder mit mindestens einem Kind, unabhängig davon, wie alt dieses Kind ist. Für deine Beitragsberechnung wird dieser Satz auf deine beitragspflichtigen Einnahmen bis zur Beitragsbemessungsgrenze angewendet.
Arbeitnehmer und Arbeitgeber tragen den allgemeinen Satz grundsätzlich je zur Hälfte. Das bedeutet für dich als Beschäftigte oder Beschäftigten in den meisten Bundesländern einen Arbeitnehmeranteil von 1,8 Prozent.
Für kinderlose Mitglieder ab 23 Jahren erhöht sich der Gesamtbeitrag auf 4,2 Prozent. Eltern mit mehreren Kindern unter 25 Jahren zahlen dagegen weniger.
Kurz erklärt
Allgemeiner Beitragssatz 2026
Der Beitragssatz zur sozialen Pflegeversicherung beträgt 3,6 Prozent der beitragspflichtigen Einnahmen. Arbeitnehmer und Arbeitgeber tragen diesen Satz grundsätzlich je zur Hälfte, also jeweils 1,8 Prozent.
Der Satz gilt für alle gesetzlich versicherten Mitglieder mit mindestens einem Kind, unabhängig vom Alter der Kinder.
02 · Vergleich
Soziale Pflegeversicherung: Wer zahlt welchen Anteil?
Die Finanzierung der sozialen Pflegeversicherung erfolgt paritätisch durch Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Der Arbeitgeberanteil bleibt 2026 konstant, während sich der Arbeitnehmeranteil durch Zuschläge oder Abschläge verändern kann.
Die Finanzierung der sozialen Pflegeversicherung ist paritätisch aufgebaut. Der Arbeitgeberanteil bleibt 2026 konstant bei 1,8 Prozent in den meisten Bundesländern, während sich dein Arbeitnehmeranteil durch Zuschläge oder Abschläge verändern kann.
In Sachsen gilt eine Sonderregelung: Dort zahlen Beschäftigte einen höheren Anteil von 2,3 Prozent, Arbeitgeber nur 1,3 Prozent. Der Grund liegt darin, dass Sachsen bei der Einführung der Pflegeversicherung keinen Feiertag gestrichen hat.
Der Kinderlosenzuschlag von 0,6 Prozent wird immer allein von dir als Arbeitnehmer getragen. Auch die Abschläge für Eltern mit mehreren Kindern wirken sich nur auf deinen Anteil aus, nicht auf den des Arbeitgebers.
| Arbeitnehmeranteil | Arbeitgeberanteil | |
|---|---|---|
| Bundesländer außer Sachsen | 1,8 % | 1,8 % |
| Sachsen | 2,3 % | 1,3 % |
03 · Was gilt
Beitragszuschlag für Kinderlose: Wann fallen 0,6 Prozent an?
Kinderlose Mitglieder der sozialen Pflegeversicherung zahlen seit 2005 einen Beitragszuschlag. Dieser beträgt seit dem 1. Juli 2023 unverändert 0,6 Prozent der beitragspflichtigen Einnahmen und wird allein vom Arbeitnehmer getragen.
Seit dem 1. Juli 2023 beträgt dieser unverändert 0,6 Prozent der beitragspflichtigen Einnahmen und wird allein von dir als Arbeitnehmer getragen.
Der Zuschlag gilt für kinderlose Mitglieder ab Vollendung des 23. Lebensjahres. Auch kinderlose Rentnerinnen und Rentner, die ab dem 1. Januar 1940 geboren sind, sowie kinderlose Versorgungsempfänger müssen den Zuschlag zahlen.
Die Gründe für deine Kinderlosigkeit spielen keine Rolle. Der Zuschlag wird im Rahmen des üblichen Beitragseinzugsverfahrens von deinem Arbeitgeber oder deiner Zahlstelle einbehalten.
Zuschlag fällt an
Kein Zuschlag
04 · Vergleich
Sonderregelung Sachsen: Höhere Arbeitnehmeranteile im Überblick
In Sachsen gelten bei der Pflegeversicherung abweichende Anteile, weil das Bundesland bei der Einführung keinen Feiertag gestrichen hat. Beschäftigte zahlen dort 0,5 Prozentpunkte mehr, Arbeitgeber entsprechend weniger.
Für dich als Arbeitnehmer in Sachsen bedeutet das: Bei einem Kind zahlst du 2,3 Prozent statt 1,8 Prozent. Ohne Kinder sind es 2,9 Prozent statt 2,4 Prozent.
Der Arbeitgeberanteil beträgt in Sachsen konstant 1,3 Prozent, in allen übrigen Bundesländern 1,8 Prozent. Die Abschläge für mehrere Kinder unter 25 Jahren gelten auch in Sachsen, sie reduzieren jedoch nur deinen Arbeitnehmeranteil.
| Übrige Bundesländer | Sachsen | |
|---|---|---|
| Mitglied ohne Kinder | 2,4 % | 2,9 % |
| Mitglied mit 1 Kind | 1,8 % | 2,3 % |
| Mitglied mit 2 Kindern unter 25 | 1,55 % | 2,05 % |
| Mitglied mit 3 Kindern unter 25 | 1,3 % | 1,8 % |
| Mitglied mit 4 Kindern unter 25 | 1,05 % | 1,55 % |
| Mitglied mit 5 und mehr Kindern unter 25 | 0,8 % | 1,3 % |
05 · Grundlagen
Beitragsbemessungsgrenze: Bis zu welchem Einkommen zählt der Satz?
Der Pflegeversicherungsbeitrag wird nur auf Einkommen bis zur Beitragsbemessungsgrenze erhoben. Einkommen oberhalb dieser Grenze bleibt für die Beitragsberechnung unberücksichtigt.
Die Beitragsbemessungsgrenze legt fest, bis zu welcher Höhe deine beitragspflichtigen Einnahmen für die Berechnung des Pflegeversicherungsbeitrags herangezogen werden. Verdienst du mehr, zahlst du auf den übersteigenden Betrag keine Pflegeversicherungsbeiträge.
Die konkrete Höhe der Beitragsbemessungsgrenze wird jährlich angepasst. Für die soziale Pflegeversicherung ist sie identisch mit der Grenze der gesetzlichen Krankenversicherung.
Kurz erklärt
Beitragsbemessungsgrenze
Die Beitragsbemessungsgrenze legt fest, bis zu welcher Höhe Ihre beitragspflichtigen Einnahmen für die Berechnung des Pflegeversicherungsbeitrags herangezogen werden. Verdienen Sie mehr, zahlen Sie auf den übersteigenden Betrag keine Pflegeversicherungsbeiträge.
Die konkrete Höhe der Beitragsbemessungsgrenze wird jährlich angepasst und ist für die soziale Pflegeversicherung identisch mit der Grenze der gesetzlichen Krankenversicherung.
06 · Was gilt
Kinderlosenzuschlag und Elterneigenschaft: Was zählt als Kind?
Für die Höhe Ihres Beitrags ist entscheidend, ob Sie als Elternteil gelten und wie viele berücksichtigungsfähige Kinder Sie haben. Die Elterneigenschaft umfasst mehr als nur leibliche Kinder.
Für die Abschläge werden leibliche Kinder, Stiefkinder, Adoptivkinder und Pflegekinder berücksichtigt. Wichtig: Dies gilt jedoch nur für Familien mit zwei oder mehr Kindern, die außerdem unter 25 Jahre alt sein müssen.
Kinder, die das 25. Lebensjahr bereits vollendet haben, zählen für die Abschläge nicht mit. Für den Kinderlosenzuschlag ist dagegen nur entscheidend, ob du überhaupt ein Kind hast, unabhängig vom Alter.
Zählt mit
Zählt nicht
07 · Kosten
Beitragssätze für Eltern: Abschläge je Kind unter 25 Jahren
Seit dem 1. Juli 2023 erhalten Eltern mit mehreren Kindern unter 25 Jahren Abschläge auf ihren Pflegeversicherungsbeitrag. Der Abschlag beträgt 0,25 Beitragssatzpunkte je Kind vom zweiten bis zum fünften Kind.
Seit dem 1. Juli 2023 erhalten Eltern mit mehreren Kindern unter 25 Jahren Abschläge auf ihren Pflegeversicherungsbeitrag. Der Abschlag beträgt 0,25 Beitragssatzpunkte je Kind vom zweiten bis zum fünften Kind.
Für dich bedeutet das: Mit zwei Kindern unter 25 Jahren zahlst du einen Gesamtbeitrag von 3,35 Prozent statt 3,6 Prozent. Mit drei Kindern sind es 3,1 Prozent, mit vier Kindern 2,85 Prozent.
Ab dem fünften Kind bleibt es bei einer Entlastung von insgesamt 1,0 Beitragssatzpunkten. Der Abschlag gilt bis zum Ablauf des Monats, in dem das jeweilige Kind das 25. Lebensjahr vollendet hat oder vollendet hätte.
Gesamtbeitragssätze nach Kinderzahl 2026 (außer Sachsen)
08 · Hintergrund
Pflegevorsorgefonds: Wohin fließt ein Teil des Beitrags?
Ein Teil des Pflegeversicherungsbeitrags fließt in den Pflegevorsorgefonds. Dieser Fonds soll ab 2035 helfen, den Beitragssatz zu stabilisieren, wenn die geburtenstarken Jahrgänge pflegebedürftig werden.
Ein Teil deines Pflegeversicherungsbeitrags fließt in den Pflegevorsorgefonds. Dieser Fonds soll ab 2035 helfen, den Beitragssatz zu stabilisieren, wenn die geburtenstarken Jahrgänge pflegebedürftig werden.
Seit 2015 werden Einnahmen aus 0,1 Beitragssatzpunkten dem Vorsorgefonds der sozialen Pflegeversicherung zugeführt. Der Fonds wird von der Bundesbank verwaltet und dient der langfristigen Finanzierungssicherung.
Für die Jahre 2024 bis einschließlich 2027 werden dem Fonds jährlich 0,7 Milliarden Euro zugeführt. Ab dem Jahr 2035 soll das angesparte Kapital dazu beitragen, den Beitragssatz in der Pflegeversicherung zu stabilisieren.
Seit 2015 werden Einnahmen aus 0,1 Beitragssatzpunkten dem Vorsorgefonds der sozialen Pflegeversicherung zugeführt. Der Fonds wird von der Bundesbank verwaltet und dient der langfristigen Finanzierungssicherung.
Für die Jahre 2024 bis einschließlich 2027 werden dem Fonds jährlich 0,7 Milliarden Euro zugeführt. Ab dem Jahr 2035 soll das angesparte Kapital dazu beitragen, den Beitragssatz in der Pflegeversicherung zu stabilisieren.
09 · Im Vertrag
Private Pflegeversicherung: Wie wird die Höhe des Beitrags bestimmt?
Die private Pflegeversicherung folgt anderen Regeln als die soziale Pflegeversicherung. Die Beitragshöhe hängt nicht vom Einkommen ab, sondern von Ihrem Eintrittsalter, Ihrem Gesundheitszustand und dem gewählten Tarif.
Je jünger du beim Abschluss bist, desto niedriger fällt der Beitrag in der Regel aus. Der Beitrag wird über die gesamte Vertragslaufzeit kalkuliert und bleibt nicht automatisch konstant.
Vor Abschluss findet eine Gesundheitsprüfung statt. Vorerkrankungen können zu Risikozuschlägen oder Leistungsausschlüssen führen. Der Beitrag richtet sich außerdem nach dem vereinbarten Leistungsumfang, etwa dem Tagessatz für Pflegekosten oder der Höhe des Pflegetagegelds.
Wichtige Faktoren für die Beitragshöhe in der privaten Pflegeversicherung
10 · Checkliste
Beitragszuschlag vermeiden: Diese Ausnahmen gelten
Nicht jedes kinderlose Mitglied muss den Beitragszuschlag von 0,6 Prozent zahlen. Das Gesetz sieht Ausnahmen für bestimmte Personengruppen vor, die Sie kennen sollten.
Bist du jünger als 23 Jahre, fällt kein Zuschlag an, unabhängig von deiner Kinderzahl. Wurdest du vor dem 1. Januar 1940 geboren, bist du lebenslang vom Zuschlag befreit.
Beziehst du Bürgergeld nach dem SGB II, bist du vom Zuschlag ausgenommen. Auch als Mensch mit Behinderung, der über die Eltern familienversichert ist, fällt kein Zuschlag an.
So prüfen Sie, ob Sie den Kinderlosenzuschlag zahlen müssen
Sind Sie jünger als 23 Jahre? Dann fällt kein Zuschlag an, unabhängig von der Kinderzahl.
Wurden Sie vor dem 1. Januar 1940 geboren? Dann sind Sie lebenslang vom Zuschlag befreit.
Beziehen Sie Bürgergeld nach dem SGB II? Dann sind Sie vom Zuschlag ausgenommen.
Haben Sie mindestens ein Kind? Dann zahlen Sie keinen Kinderlosenzuschlag, auch wenn das Kind bereits über 25 Jahre alt ist.
Sind Sie als Mensch mit Behinderung über Ihre Eltern familienversichert? Dann fällt kein Zuschlag an.
Häufige Fragen
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