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MagazineFinanzenVersicherung Krankentagegeld ohne Gesundheitsprüfung
FinanzbildungVersicherung11 Min.

Krankentagegeld ohne Gesundheitsprüfung: Dein Schutz für den Ernstfall

Lange krank und kein Gehalt? Das Krankentagegeld schließt diese Lücke. Wir erklären, wie der Abschluss ohne Gesundheitsprüfung funktioniert und für wen sich das lohnt.

KrankentagegeldGesundheitsprüfungEinkommensschutz
Brauche ich das?
Nur bei Lohnfortzahlungslücke.
Nach 6 Wochen Krankheit zahlt der Arbeitgeber nicht mehr.
Was ist das?
Tägliche Geldleistung.
Ersetzt einen Teil deines Nettoeinkommens bei langer Krankheit.
Ohne Prüfung möglich?
Ja, mit Wartezeit.
Versicherer verzichten auf Fragen, begrenzen aber den Leistungsbeginn.

Warum dich das Thema Krankentagegeld betrifft

Stell dir vor, du brichst dir das Bein oder bekommst eine schwere Grippe. Die ersten sechs Wochen bist du abgesichert, dein Arbeitgeber zahlt dein Gehalt weiter. Doch was passiert danach? Für viele ist das ein blinder Fleck in der Finanzplanung. Die gesetzliche Krankenversicherung zahlt zwar Krankengeld, aber das ist deutlich niedriger als dein gewohntes Nettoeinkommen.

Die Lücke zwischen Krankengeld und deinem normalen Gehalt musst du selbst überbrücken. Miete, Strom, Versicherungen und Lebensmittel laufen weiter. Genau hier setzt das Krankentagegeld an. Es ist eine Versicherung, die dir nach Ablauf der sechs Wochen eine tägliche Leistung auszahlt. So bleibst du zahlungsfähig, auch wenn du länger ausfällst.

Viele denken, das betreffe nur Gutverdiener oder Selbstständige. Das ist ein Irrtum. Auch Angestellte mit mittlerem Einkommen spüren den Unterschied zwischen Krankengeld und Gehalt deutlich. Gerade wenn du monatlich ohnehin wenig Spielraum hast, kann der Einkommensverlust schnell zur Existenzfrage werden.

Der Abschluss einer solchen Versicherung scheitert oft an der Gesundheitsprüfung. Wer chronisch krank ist, einen riskanten Beruf hat oder schon einmal eine Therapie gemacht hat, bekommt oft nur Angebote mit Zuschlägen oder wird ganz abgelehnt. Deshalb gibt es spezielle Tarife, die auf die Gesundheitsprüfung verzichten. Diese sind der Kern dieses Ratgebers.

Es geht also nicht darum, dir Angst zu machen, sondern darum, dich zu sensibilisieren. Ein längerer Krankenhausaufenthalt oder eine Reha können jeden treffen. Wer vorbereitet ist, schläft ruhiger. Und genau dafür gibt es Lösungen, die auch für Menschen mit Vorerkrankungen zugänglich sind.

6 Wochen
So lange zahlt der Arbeitgeber im Krankheitsfall weiter (Entgeltfortzahlung).
~78%
Des Nettoeinkommens kann das Krankentagegeld in der Regel maximal absichern.
1 von 4
Erwerbstätigen ist laut Studien nicht ausreichend gegen lange Krankheit abgesichert.

Die Grundlagen: Was ist Krankentagegeld überhaupt?

Das Krankentagegeld ist eine Versicherungsleistung, die dir für jeden Tag einer Arbeitsunfähigkeit einen festgelegten Betrag auszahlt. Es ist eine Ergänzung zur gesetzlichen Entgeltfortzahlung und zum Krankengeld der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Du schließt diese Versicherung in der Regel als Zusatzbaustein zur Berufsunfähigkeitsversicherung oder als eigenständigen Vertrag ab.

Der entscheidende Unterschied zum Krankengeld der GKV: Das Krankentagegeld ist eine private Leistung. Du vereinbarst mit dem Versicherer einen Tagessatz, zum Beispiel rund 50 Euro. Wirst du krank und bist arbeitsunfähig, zahlt der Versicherer diesen Satz ab dem vereinbarten Beginn, meist nach Tag 43 der Krankheit. Die Auszahlung erfolgt unabhängig von deinem tatsächlichen Gehalt, allerdings gedeckelt auf einen bestimmten Prozentsatz deines Nettoeinkommens.

Warum gibt es diese Obergrenze? Der Gesetzgeber will verhindern, dass du durch die Kombination aus Krankengeld und Krankentagegeld mehr Geld zur Verfügung hast als bei Weiterarbeit. In der Regel darf die Summe aus gesetzlichem Krankengeld und Krankentagegeld etwa 90 Prozent deines Nettoverdienstes nicht übersteigen. Die Versicherer berechnen die maximale Höhe des Tagessatzes daher anhand deiner Einkünfte.

Wichtig zu verstehen: Das Krankentagegeld ist keine Krankenversicherung im Sinne von Behandlungskosten. Es ersetzt keine Arztrechnungen, sondern sichert dein Einkommen. Es ist also eine reine Einkommensschutzversicherung. Du kannst es mit der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung kombinieren, es ist aber immer ein separates Produkt.

Für Angestellte greift das Krankentagegeld erst nach der sechsten Woche. Für Selbstständige sieht es anders aus: Sie haben oft gar keinen Anspruch auf Entgeltfortzahlung und können das Krankentagegeld so vereinbaren, dass es schon ab dem ersten Tag der Krankheit zahlt. Das macht es für diese Gruppe besonders attraktiv.

Wie funktioniert der Abschluss ohne Gesundheitsprüfung?

Normalerweise musst du bei der Beantragung einer Versicherung einen Fragebogen zu deiner Gesundheit ausfüllen. Bei einem Krankentagegeld ohne Gesundheitsprüfung entfällt dieser Fragebogen komplett oder wird stark vereinfacht. Der Versicherer stellt keine oder nur sehr wenige Fragen zu deinem aktuellen Gesundheitszustand. Das ist der große Vorteil für Menschen mit Vorerkrankungen.

Doch dieser Vorteil hat seinen Preis. Um das Risiko für den Versicherer kalkulierbar zu halten, werden andere Stellschrauben genutzt. Die wichtigste ist die Wartezeit. Das ist der Zeitraum nach Vertragsabschluss, in dem du keinen Leistungsanspruch hast. Erkrankst du in dieser Zeit, greift die Versicherung nicht. Diese Wartezeiten sind bei Tarifen ohne Gesundheitsprüfung oft deutlich länger als bei normalen Tarifen.

Zusätzlich wird der Leistungsbeginn hinausgezögert. Während ein normaler Tarif oft ab Tag 43 zahlt, kann es bei diesen Spezialtarifen sein, dass du erst ab Tag 90 oder später Leistungen erhältst. Das senkt das Risiko für den Versicherer, da viele Erkrankungen innerhalb der ersten drei Monate auskuriert sind. Für dich bedeutet das: Du musst die ersten Monate einer langen Krankheit selbst überbrücken.

Ein weiterer Punkt ist die Beitragshöhe. Da der Versicherer keine Risikoselektion betreiben kann, kalkuliert er die Beiträge für alle Versicherten in diesem Tarif gemeinsam. Das führt dazu, dass die Beiträge höher sind als bei einem vergleichbaren Tarif mit Gesundheitsprüfung. Du zahlst also einen Risikoaufschlag für die fehlende Prüfung.

Wichtig ist auch die Unterscheidung zwischen 'ohne Gesundheitsprüfung' und 'mit vereinfachter Gesundheitsprüfung'. Manche Tarife fragen nur nach wenigen schweren Erkrankungen wie Krebs oder Multiple Sklerose. Andere verzichten komplett auf Fragen. Lies das Kleingedruckte genau, um zu wissen, was tatsächlich gilt.

Was kostet der Schutz und wie wird er berechnet?

Die Kosten für ein Krankentagegeld ohne Gesundheitsprüfung lassen sich nicht pauschal beziffern, da sie von mehreren Faktoren abhängen. Der wichtigste Faktor ist der vereinbarte Tagessatz. Je höher die tägliche Leistung, desto höher der Beitrag. Du solltest den Tagessatz so wählen, dass er deine Einkommenslücke realistisch abdeckt, aber nicht überdimensioniert ist.

Weitere Einflussfaktoren sind dein Alter bei Vertragsabschluss und die vereinbarte Wartezeit. Jüngere Menschen zahlen in der Regel weniger, da das Risiko einer langen Krankheit statistisch geringer ist. Eine lange Wartezeit senkt den Beitrag, da der Versicherer später in die Pflicht genommen wird. Eine kurze Wartezeit erhöht den Beitrag entsprechend.

Auch dein Beruf spielt eine Rolle. In körperlich anstrengenden Berufen ist das Risiko einer langen Arbeitsunfähigkeit höher. Die Versicherer fragen bei Tarifen ohne Gesundheitsprüfung zwar nicht nach deiner Gesundheit, aber sehr wohl nach deiner beruflichen Tätigkeit. Ein Dachdecker zahlt daher mehr als ein Büroangestellter.

Qualitativ kannst du davon ausgehen, dass die Beiträge für diese Spezialtarife deutlich über denen herkömmlicher Krankentagegeldversicherungen liegen. Der Aufschlag kann je nach Anbieter und Tarif erheblich sein. Du solltest daher genau abwägen, ob der Verzicht auf die Gesundheitsprüfung für dich den höheren Preis rechtfertigt.

Ein Tipp: Vergleiche nicht nur die Beiträge, sondern auch die Bedingungen. Achte darauf, ob der Versicherer eine Nachprüfung nach einigen Jahren anbietet. Manche Tarife erlauben dir, nach einer gewissen Zeit ohne Leistungsfälle in einen günstigeren Tarif mit Gesundheitsprüfung zu wechseln. Das kann langfristig Geld sparen.

Worauf du beim Vertrag besonders achten solltest

Der Teufel steckt im Detail. Bei einem Krankentagegeld ohne Gesundheitsprüfung solltest du das Kleingedruckte genau studieren. Achte besonders auf die Definition der Arbeitsunfähigkeit. Wann giltst du als arbeitsunfähig? Reicht eine ärztliche Bescheinigung oder verlangt der Versicherer ein spezielles Gutachten? Diese Definition entscheidet darüber, ob du im Ernstfall schnell Geld bekommst.

Ein weiterer kritischer Punkt ist der Umgang mit Vorerkrankungen. Auch wenn keine Gesundheitsprüfung stattfindet, können Leistungen ausgeschlossen sein, wenn die Krankheit in direktem Zusammenhang mit einer früheren Erkrankung steht. Solche Klauseln nennt man Einrede des Versicherers. Sie kann im Leistungsfall zu Problemen führen, wenn der Versicherer einen Zusammenhang vermutet.

Prüfe außerdem die Dauer der Leistungszahlung. Wie lange zahlt der Versicherer im Krankheitsfall? Gute Tarife zahlen bis zu einer maximalen Dauer von 24 oder 36 Monaten. Manche Tarife begrenzen die Leistung auf 12 Monate. Für eine schwere Erkrankung wie Krebs kann das zu kurz sein. Achte auf eine möglichst lange Leistungsdauer.

Die Wartezeit ist ein weiteres entscheidendes Kriterium. Wie viele Tage müssen nach Vertragsabschluss vergehen, bevor du Leistungen beanspruchen kannst? Je kürzer diese Zeit, desto besser für dich. Bedenke: Wenn du bereits gesundheitliche Probleme hast, solltest du nicht auf einen Vertrag mit sehr langer Wartezeit setzen, da du sonst im Zweifel nicht abgesichert bist.

Zu guter Letzt: Informiere dich über die Beitragsgarantie. Manche Versicherer garantieren, dass die Beiträge über einen bestimmten Zeitraum stabil bleiben. Andere können die Beiträge jährlich anpassen. Eine lange Beitragsgarantie gibt dir Planungssicherheit und schützt dich vor bösen Überraschungen.

Typische Fehler, die du beim Abschluss vermeiden solltest

Ein häufiger Fehler ist, den Tagessatz zu niedrig anzusetzen. Viele Versicherte wollen sparen und wählen einen geringen Betrag. Im Leistungsfall reicht das Geld dann nicht aus, um die Fixkosten zu decken. Berechne deinen tatsächlichen Bedarf sorgfältig. Addiere alle monatlichen Ausgaben und ziehe das zu erwartende Krankengeld ab. Der Tagessatz sollte diese Lücke realistisch schließen.

Ein weiterer Fehler ist die Annahme, dass die gesetzliche Krankenversicherung ausreichend zahlt. Das Krankengeld der GKV beträgt nur etwa 70 Prozent des Bruttogehalts und ist zudem gedeckelt. Für viele Angestellte bedeutet das einen erheblichen Einkommensverlust. Wer sich darauf verlässt, unterschätzt die finanzielle Belastung einer langen Krankheit.

Viele vergessen auch, dass das Krankentagegeld nicht rückwirkend für die ersten sechs Wochen zahlt. Wenn du einen Tarif mit Leistungsbeginn ab Tag 43 wählst, ist das in Ordnung. Bei Tarifen ohne Gesundheitsprüfung liegt der Beginn oft später. Stelle sicher, dass du für die Zeit bis zum Leistungsbeginn eine andere Lösung hast, zum Beispiel Ersparnisse.

Ein Klassiker ist das Verschweigen von relevanten Umständen. Auch wenn keine Gesundheitsprüfung stattfindet, solltest du ehrlich sein. Wenn du im Antrag falsche Angaben machst, kann der Versicherer den Vertrag anfechten. Das führt im schlimmsten Fall dazu, dass du im Leistungsfall leer ausgehst. Ehrlichkeit schützt dich vor bösen Überraschungen.

Schließlich solltest du nicht den Fehler machen, den Vertrag ungeprüft zu lassen. Hol dir unabhängige Beratung oder vergleiche die Bedingungen selbst. Ein hoher Beitrag ist keine Garantie für gute Leistungen. Manchmal bieten günstigere Tarife bessere Konditionen. Nimm dir Zeit für den Vergleich und lies die Vertragsbedingungen sorgfältig.

Für wen lohnt sich der Verzicht auf die Prüfung wirklich?

Der Verzicht auf die Gesundheitsprüfung ist nicht für jeden die richtige Wahl. Wenn du jung und gesund bist, bekommst du mit einer normalen Gesundheitsprüfung deutlich günstigere Konditionen. Du solltest also zuerst prüfen, ob du überhaupt eine Gesundheitsprüfung bestehen würdest. Viele Menschen schätzen ihren Gesundheitszustand schlechter ein, als er tatsächlich ist.

Sinnvoll ist der Abschluss ohne Prüfung vor allem für Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Asthma oder Bluthochdruck. Auch wer in der Vergangenheit eine Krebserkrankung überstanden hat oder unter psychischen Problemen leidet, bekommt bei normalen Tarifen oft keine oder nur eine teure Zusage. Für diese Gruppe ist der Verzicht auf die Prüfung oft die einzige Möglichkeit, überhaupt einen Schutz zu erhalten.

Auch für Menschen mit riskanten Hobbys oder Berufen kann der Tarif ohne Prüfung interessant sein. Wenn du zum Beispiel Fallschirmspringen gehst oder als Feuerwehrmann arbeitest, wirst du bei einer normalen Versicherung mit Risikozuschlägen belegt. Ein Tarif ohne Gesundheitsprüfung kann hier eine Alternative sein, auch wenn er teurer ist.

Selbstständige sollten besonders aufmerksam sein. Sie haben keinen Anspruch auf Entgeltfortzahlung durch einen Arbeitgeber. Für sie ist das Krankentagegeld oft die einzige Absicherung. Wenn sie zudem gesundheitliche Probleme haben, ist der Tarif ohne Prüfung oft die letzte Rettung. Allerdings sollten sie die langen Wartezeiten und den späten Leistungsbeginn genau prüfen.

Letztlich ist es eine Abwägungssache. Du musst entscheiden, ob dir der Schutz wichtiger ist als der höhere Preis. Wenn du keine Alternative hast, ist ein Tarif ohne Gesundheitsprüfung besser als gar kein Schutz. Wenn du aber die Wahl hast, solltest du die günstigeren Tarife mit Gesundheitsprüfung bevorzugen.

So gehst du Schritt für Schritt vor

Der erste Schritt ist die Bestandsaufnahme. Berechne dein aktuelles Nettoeinkommen und deine monatlichen Fixkosten. Überlege, wie viel Geld du benötigst, um im Krankheitsfall über die Runden zu kommen. Ziehe das zu erwartende Krankengeld der gesetzlichen Krankenversicherung ab. Die Differenz ist dein täglicher Bedarf, den du mit dem Krankentagegeld abdecken solltest.

Im zweiten Schritt prüfst du, ob du überhaupt eine Gesundheitsprüfung benötigst. Beantworte ehrlich die Fragen zu deinem Gesundheitszustand. Wenn du unsicher bist, ob du angenommen wirst, kannst du einen Versicherungsmakler um eine Einschätzung bitten. Er kennt die Annahmerichtlinien der einzelnen Versicherer und kann dir sagen, ob ein normaler Tarif in Frage kommt.

Der dritte Schritt ist der Vergleich der Anbieter. Nutze Online-Vergleichsportale, um einen Überblick über die Tarife ohne Gesundheitsprüfung zu bekommen. Achte dabei nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Bedingungen. Notiere dir die Wartezeit, den Leistungsbeginn und die maximale Leistungsdauer. Erstelle eine Tabelle, um die Angebote gegenüberzustellen.

Im vierten Schritt solltest du einen unabhängigen Versicherungsberater hinzuziehen. Er kann dir helfen, die Vertragsbedingungen zu verstehen und versteckte Klauseln zu erkennen. Ein guter Berater verdient seine Provision nicht durch den Abschluss, sondern durch die langfristige Betreuung. Er kann dir auch bei der Schadensmeldung helfen, falls du krank wirst.

Der letzte Schritt ist der Abschluss. Fülle den Antrag sorgfältig aus und lies alle Angaben noch einmal durch. Bewahre eine Kopie des Antrags und der Vertragsunterlagen auf. Nach Erhalt des Vertrags hast du in der Regel ein Widerrufsrecht von 14 Tagen. Nutze diese Zeit, um den Vertrag in Ruhe zu prüfen. Wenn alles passt, bist du ab dem vereinbarten Zeitpunkt abgesichert.

Alternativen und Ergänzungen zum Krankentagegeld

Das Krankentagegeld ist nicht die einzige Möglichkeit, dein Einkommen abzusichern. Eine wichtige Alternative ist die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU). Sie zahlt eine Rente, wenn du deinen Beruf dauerhaft nicht mehr ausüben kannst. Der Unterschied zum Krankentagegeld liegt in der Dauer: Die BU zahlt bis zum Rentenalter, das Krankentagegeld nur für einen begrenzten Zeitraum.

Eine weitere Ergänzung ist die Arbeitsunfähigkeitsversicherung, die oft mit dem Krankentagegeld verwechselt wird. Sie zahlt ebenfalls bei Arbeitsunfähigkeit, hat aber oft eine längere Leistungsdauer. Manche Tarife zahlen bis zu fünf Jahre. Das kann sinnvoll sein, wenn du eine lange Reha oder eine schwere Erkrankung befürchtest. Allerdings sind diese Tarife meist teurer.

Auch das gesetzliche Krankengeld solltest du nicht außer Acht lassen. Es ist zwar niedriger als dein Gehalt, aber es ist eine Basisabsicherung. Du kannst es durch ein Krankentagegeld aufstocken. Die Kombination aus gesetzlichem Krankengeld und privatem Krankentagegeld ist die häufigste Form der Absicherung. Sie ist flexibel und an deine Bedürfnisse anpassbar.

Für Selbstständige gibt es spezielle Existenzsicherungsversicherungen, die Krankentagegeld und Betriebskostenversicherung kombinieren. Diese sind komplexer und teurer, bieten aber einen umfassenderen Schutz. Wenn du selbstständig bist, solltest du dich hierzu gesondert beraten lassen. Ein pauschales Krankentagegeld reicht oft nicht aus, um dein Geschäft am Laufen zu halten.

Denke auch an deine Altersvorsorge. Das Krankentagegeld ist eine kurzfristige Absicherung. Für den Fall, dass du dauerhaft erwerbsunfähig wirst, brauchst du eine langfristige Lösung. Eine Kombination aus Krankentagegeld und Berufsunfähigkeitsversicherung ist daher die ideale Strategie, um sowohl kurze als auch lange Krankheitsphasen abzudecken.

Kurzer Selbst-Check: Brauchst du das?

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Wärst du nach 6 Wochen Krankheit auf Ersparnisse angewiesen?
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Häufige Fragen

Es bedeutet, dass der Versicherer bei Vertragsabschluss keine oder nur sehr wenige Fragen zu deinem Gesundheitszustand stellt. Du musst keine medizinischen Untersuchungen durchführen lassen. Der Versicherer verzichtet auf die Risikoprüfung, verlangt dafür aber oft höhere Beiträge und längere Wartezeiten.

Ja, das ist der Hauptvorteil dieser Tarife. Auch mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder Asthma kannst du einen Vertrag abschließen. Allerdings kann der Versicherer Leistungen ausschließen, wenn die Krankheit in direktem Zusammenhang mit einer früheren Erkrankung steht. Prüfe die Bedingungen daher genau.

Der Tagessatz sollte deine Einkommenslücke decken. Berechne dein Nettoeinkommen und ziehe das zu erwartende Krankengeld ab. Die Differenz teilst du durch 30. Das ist dein täglicher Bedarf. Achte darauf, dass die Summe aus Krankengeld und Krankentagegeld die gesetzliche Obergrenze von etwa 90 Prozent deines Nettoeinkommens nicht überschreitet.

Das Krankentagegeld zahlt nur für einen begrenzten Zeitraum, meist 12 bis 36 Monate, und nur bei vorübergehender Arbeitsunfähigkeit. Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt eine Rente, wenn du deinen Beruf dauerhaft nicht mehr ausüben kannst, oft bis zum Rentenalter. Beide Versicherungen ergänzen sich sinnvoll.

Ja, bei Tarifen ohne Gesundheitsprüfung gibt es fast immer eine Wartezeit. Diese kann zwischen 3 und 8 Monaten liegen. In dieser Zeit nach Vertragsabschluss darfst du keine Leistungen in Anspruch nehmen. Zusätzlich beginnt die Leistung oft erst nach einer Karenzzeit von 43 oder mehr Tagen nach Krankheitsbeginn.

Das hängt von deiner Situation ab. Wenn du aufgrund von Vorerkrankungen keinen normalen Tarif bekommst, ist der höhere Beitrag die einzige Möglichkeit, dich abzusichern. Wenn du gesund bist, solltest du einen normalen Tarif wählen. Vergleiche die Angebote und entscheide dann, ob dir der Schutz den Aufpreis wert ist.

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StudySmarter-Redaktion

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Redaktionell geprüft. Stand: 31.08.2026, nächste Prüfung: 03/2027. Dieser Artikel ist Finanzbildung, keine Rechts- oder Steuerberatung.