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Krankentagegeld Ratgeber: So schließt du deine Versorgungs­lücke bei langer Krankheit

Wenn du länger als sechs Wochen krank bist, sinkt dein Einkommen spürbar. Mit einer Krankentagegeldversicherung sicherst du die Differenz zwischen deinem gewohnten Netto und dem gesetzlichen Krankengeld ab.

11 Kapitel · 15 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • Arbeitnehmer erhalten nach sechs Wochen Lohnfortzahlung gesetzliches Krankengeld in Höhe von 70 Prozent des Bruttos, maximal 90 Prozent des Nettos.
  • Selbstständige in der gesetzlichen Krankenversicherung haben nur dann Anspruch auf Krankengeld, wenn sie eine Wahlerklärung abgeben und den normalen Beitragssatz zahlen.
  • Eine private Krankentagegeldversicherung zahlt den vereinbarten Tagessatz und schließt die Lücke zum gewohnten Nettoeinkommen.
  • Die Höhe des Tagessatzes, die Karenzzeit und der Gesundheitszustand bestimmen deinen Beitrag.

01 · Grundlagen

Was ist Krankentagegeld?

Krankentagegeld ist eine private Versicherungsleistung, die deinen Verdienstausfall bei Arbeitsunfähigkeit abfedert. Sie ergänzt das gesetzliche Krankengeld oder ersetzt es für privat Versicherte vollständig.

Krankentagegeld ist eine Leistung aus der privaten Krankenversicherung, die du als gesetzlich oder privat Versicherter vereinbaren kannst. Sie zahlt dir für jeden Tag der Arbeitsunfähigkeit einen vorher festgelegten Betrag, den sogenannten Tagessatz. Anders als das gesetzliche Krankengeld ist diese Leistung nicht an dein Bruttogehalt gekoppelt, sondern wird frei zwischen dir und dem Versicherer vereinbart.

Für privat krankenversicherte Arbeitnehmer und Selbstständige ist das Krankentagegeld das direkte Gegenstück zum gesetzlichen Krankengeld, das sie nicht erhalten. Als gesetzlich versicherter Arbeitnehmer nutzt du es dagegen, um die Lücke zwischen deinem gewohnten Nettoeinkommen und dem gesetzlichen Krankengeld zu schließen. Die Zahlung beginnt erst nach einer vereinbarten Karenzzeit, die du beim Abschluss festlegst.

Die Krankentagegeldversicherung ist die einzige Möglichkeit, dein Nettoeinkommen bei langer Krankheit gezielt aufzustocken. Du bestimmst selbst, wie hoch der Tagessatz sein soll und ab welchem Tag die Versicherung leistet. Diese Flexibilität macht den Tarif anpassbar, erfordert aber auch eine sorgfältige Kalkulation deines tatsächlichen Bedarfs.

Kurz erklärt

Krankentagegeld

Ein vereinbarter Tagessatz, den deine private Versicherung zahlt, wenn du arbeitsunfähig krankgeschrieben bist. Die Zahlung beginnt nach Ablauf einer vereinbarten Karenzzeit und ist unabhängig von deinem Arbeitgeber.

Die Krankentagegeldversicherung ist die einzige Möglichkeit, dein Nettoeinkommen bei langer Krankheit gezielt aufzustocken.

02 · Vergleich

Lohnfortzahlung und gesetzliches Krankengeld: Was zahlt die Krankenkasse?

Bevor eine private Krankentagegeldversicherung leistet, greifen zunächst Arbeitgeber und gesetzliche Krankenkasse. Diese Leistungen bilden die Basis, auf der du deine Absicherung aufbaust.

In den ersten sechs Wochen deiner Arbeitsunfähigkeit zahlt dein Arbeitgeber dein volles Gehalt weiter, sofern dein Beschäftigungsverhältnis seit mindestens vier Wochen besteht. Danach übernimmt die gesetzliche Krankenkasse mit dem Krankengeld. Dieses beträgt 70 Prozent deines Bruttogehalts, maximal jedoch 90 Prozent deines Nettogehalts.

Von dem so ermittelten Krankengeld werden noch Beiträge zur Sozialversicherung abgezogen, sodass die tatsächliche Auszahlung geringer ausfällt. Das Krankengeld ist steuerfrei, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt. Du musst die Zahlungen in deiner Steuererklärung angeben, wodurch sich dein zu versteuerndes Einkommen erhöht.

Die Leistungsdauer ist begrenzt: Für dieselbe Erkrankung zahlt die Krankenkasse maximal 78 Wochen innerhalb von drei Jahren. Da die ersten sechs Wochen durch die Lohnfortzahlung des Arbeitgebers abgedeckt sind, erhältst du in der Praxis nach der Lohnfortzahlung noch 72 Wochen Krankengeld. Danach endet die Zahlung, und du musst dich um andere Leistungen wie Reha oder Erwerbsminderungsrente kümmern.

Das gesetzliche Krankengeld ist steuerfrei, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt. Für privat krankenversicherte Arbeitnehmer gibt es keinen Anspruch auf gesetzliches Krankengeld, sie müssen sich vollständig privat absichern.

Leistungen im Krankheitsfall für gesetzlich versicherte Arbeitnehmer
Lohnfortzahlung durch ArbeitgeberGesetzliches Krankengeld
DauerBis zu 6 Wochen pro ErkrankungMaximal 78 Wochen innerhalb von 3 Jahren für dieselbe Erkrankung
Höhe100 Prozent des vereinbarten Gehalts70 Prozent des Bruttogehalts, maximal 90 Prozent des Nettogehalts
ZahlerDein ArbeitgeberDeine gesetzliche Krankenkasse
VoraussetzungBeschäftigungsverhältnis besteht seit mindestens 4 WochenArbeitsunfähigkeitsbescheinigung liegt der Krankenkasse vor

03 · Kosten

So entsteht deine Versorgungs­lücke

Die Differenz zwischen deinem gewohnten Nettoeinkommen und dem gesetzlichen Krankengeld ist deine persönliche Versorgungslücke. Je höher dein Einkommen, desto größer fällt diese Lücke aus.

Ein Beispiel verdeutlicht den Effekt: Bei einem monatlichen Bruttoeinkommen von 3.300 Euro und einem Nettoeinkommen von 2.510 Euro erhältst du nach sechs Wochen ein Netto-Krankengeld von 1.977 Euro. Deine monatliche Versorgungslücke beträgt damit 533 Euro. Diesen Betrag musst du aus Rücklagen decken oder über eine private Krankentagegeldversicherung absichern.

Die absolute Höchstgrenze des Krankengeldes liegt bei 3.622,50 Euro brutto vor Abzug der Sozialabgaben. Wer deutlich mehr verdient, erleidet einen entsprechend höheren Einkommensverlust, da das Krankengeld nicht weiter steigt. Die maximale Auszahlung nach Sozialabgaben beträgt 3.170,60 Euro.

Einkommensverlust bei Krankengeldbezug

Gewohntes Nettoeinkommen2.510 EUR
Netto-Krankengeld nach Sozialabgaben1.977 EUR
Versorgungslücke pro Monat533 EUR

04 · Was gilt

Wer braucht eine Krankentagegeldversicherung?

Nicht jeder ist gleichermaßen auf eine private Krankentagegeldversicherung angewiesen. Dein Versichertenstatus und deine berufliche Situation entscheiden über die Notwendigkeit.

Ob du eine private Krankentagegeldversicherung benötigst, hängt von deinem Versichertenstatus und deiner beruflichen Situation ab. Privat krankenversicherte Arbeitnehmer und Selbstständige haben keinen Anspruch auf gesetzliches Krankengeld und müssen sich zwingend privat absichern. Für sie ist die Krankentagegeldversicherung die Basisabsicherung im Krankheitsfall.

Freiwillig gesetzlich versicherte Selbstständige erhalten nur dann Krankengeld, wenn sie eine Wahlerklärung bei ihrer Krankenkasse abgeben und den normalen Beitragssatz von 14,6 Prozent plus Zusatzbeitrag zahlen. Ohne diese Erklärung haben sie keinen Anspruch und sollten eine private Krankentagegeldversicherung abschließen. Auch gesetzlich versicherte Arbeitnehmer mit hohem Einkommen und großer Versorgungslücke profitieren von einer privaten Zusatzabsicherung.

Für pflichtversicherte Arbeitnehmer mit geringem Einkommen und kleiner Versorgungslücke ist eine private Krankentagegeldversicherung oft verzichtbar. Bezieher von Altersrente oder voller Erwerbsminderungsrente sowie Minijobber ohne eigene Krankenversicherung über den Minijob haben ebenfalls keinen Bedarf, da sie entweder kein Erwerbseinkommen absichern müssen oder keinen Anspruch auf Krankengeld erwerben können.

Privat krankenversicherte Arbeitnehmer und Selbstständige benötigen unbedingt eine Krankentagegeldversicherung. Sie erhalten generell kein gesetzliches Krankengeld und müssen ihren Verdienstausfall vollständig privat abdecken.

Private Absicherung sinnvoll

·Privat krankenversicherte Arbeitnehmer und Selbstständige
·Freiwillig gesetzlich versicherte Selbstständige ohne Krankengeldanspruch
·Gesetzlich versicherte Arbeitnehmer mit hohem Einkommen und großer Versorgungslücke
·Selbstständige mit unregelmäßigem Einkommen

Private Absicherung oft verzichtbar

·Pflichtversicherte Arbeitnehmer mit geringem Einkommen und kleiner Versorgungslücke
·Bezieher von Altersrente oder voller Erwerbsminderungsrente
·Minijobber ohne eigene Krankenversicherung über den Minijob
·Studierende und Praktikanten ohne Krankengeldanspruch

05 · Vergleich

Krankentagegeld für Selbstständige und Freiberufler

Als Selbstständiger trägst du das volle Risiko eines Verdienstausfalls selbst. Dein Schutz hängt davon ab, ob du gesetzlich oder privat krankenversichert bist.

In der gesetzlichen Krankenversicherung hast du nur dann Anspruch auf Krankengeld, wenn du eine Wahlerklärung abgibst und den normalen Beitragssatz von 14,6 Prozent plus Zusatzbeitrag zahlst.

Ohne diese Wahlerklärung zahlst du den ermäßigten Beitrag von 14 Prozent plus Zusatzbeitrag und erhältst im Krankheitsfall kein Krankengeld. Mit Wahlerklärung beginnt die Zahlung ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit. Du kannst bei deiner Krankenkasse auch einen Wahltarif vereinbaren, der bereits vor dem 43. Tag leistet, die genauen Konditionen hängen von der Kasse ab.

Als privat versicherter Selbstständiger hast du keinen Anspruch auf gesetzliches Krankengeld. Deine private Krankentagegeldversicherung ersetzt das fehlende Krankengeld vollständig, und du kannst den Leistungsbeginn individuell vereinbaren, oft ab dem achten Tag der Krankschreibung. Der Beitrag hängt von deinem Tagessatz, deinem Alter und deinem Gesundheitszustand ab.

Freiwillig gesetzlich versicherte Selbstständige erhalten Krankengeld nur mit Wahlerklärung und normalem Beitragssatz. Ohne diese Erklärung bleibt im Krankheitsfall nur die private Krankentagegeldversicherung als Absicherung.

Absicherungswege für Selbstständige im Krankheitsfall
Gesetzlich versichertPrivat versichert
Gesetzliches KrankengeldNur mit Wahlerklärung und normalem Beitragssatz von 14,6 Prozent plus ZusatzbeitragKein Anspruch, da keine Mitgliedschaft in der GKV
Beginn der LeistungAb dem 43. Tag der ArbeitsunfähigkeitIndividuell vereinbar, oft ab dem 8. Tag
Private KrankentagegeldversicherungErgänzt das gesetzliche KrankengeldErsetzt das fehlende gesetzliche Krankengeld vollständig
BeitragErhöhter GKV-Beitrag plus privater TarifNur privater Tarif, abhängig von Tagessatz und Gesundheitsprüfung

06 · Schritt für Schritt

Karenzzeit: Ab wann zahlt deine Krankentagegeldversicherung?

Die Karenzzeit bestimmt, ab welchem Tag deiner Arbeitsunfähigkeit die private Versicherung leistet. Sie ist ein zentraler Hebel für die Beitragshöhe.

In den ersten sechs Wochen zahlt dein Arbeitgeber dein volles Gehalt weiter, eine private Krankentagegeldversicherung leistet in dieser Zeit nicht. Ab der siebten Woche übernimmt die gesetzliche Krankenkasse, dein Einkommen sinkt auf 70 Prozent des Bruttos, maximal 90 Prozent des Nettos.

Nach Ablauf der Karenzzeit zahlt deine Krankentagegeldversicherung den vereinbarten Tagessatz. Übliche Karenzzeiten sind 42 Tage für Arbeitnehmer, da diese genau an das Ende der Lohnfortzahlung anschließen. Für Selbstständige sind Karenzzeiten von 7 bis 42 Tagen möglich, je nachdem, wie lange du deinen Verdienstausfall aus Rücklagen überbrücken kannst.

Die Wahl der Karenzzeit hat direkten Einfluss auf deinen Beitrag: Je kürzer die Karenzzeit, desto teurer wird der Tarif. Eine längere Karenzzeit senkt den Beitrag, erfordert aber eine ausreichende finanzielle Reserve für die ersten Krankheitswochen. Nach 78 Wochen endet das gesetzliche Krankengeld, und deine private Versicherung kann eine entsprechend höhere Leistung erbringen, wenn du das vereinbart hast.

Übliche Karenzzeiten sind 42 Tage für Arbeitnehmer und 7 bis 42 Tage für Selbstständige. Die Karenzzeit ist ein zentraler Hebel für die Beitragshöhe und sollte zu deiner finanziellen Reserve passen.

01

Tag 1 bis 6: Lohnfortzahlung

Dein Arbeitgeber zahlt dein volles Gehalt weiter. Eine private Krankentagegeldversicherung leistet in dieser Zeit nicht.

02

Tag 7 bis 42: Gesetzliches Krankengeld

Ab der siebten Woche übernimmt die gesetzliche Krankenkasse. Dein Einkommen sinkt auf 70 Prozent des Bruttos, maximal 90 Prozent des Nettos.

03

Nach Ablauf der Karenzzeit: Private Leistung

Deine Krankentagegeldversicherung zahlt den vereinbarten Tagessatz. Übliche Karenzzeiten sind 42 Tage für Arbeitnehmer und 7 bis 42 Tage für Selbstständige.

04

Nach 78 Wochen: Ende des Krankengeldes

Das gesetzliche Krankengeld endet nach 78 Wochen. Eine private Krankentagegeldversicherung kann so gestaltet sein, dass sie danach weiterzahlt oder die Leistung erhöht.

07 · Kosten

Tagessatz und Beitrag: So kalkulierst du deine Absicherung

Der Tagessatz ist der Betrag, den du pro Krankheitstag von deiner Versicherung erhältst. Er sollte deine Versorgungslücke möglichst genau abdecken.

Um deinen Bedarf zu ermitteln, teilst du deine monatliche Versorgungslücke durch 30.

Die Beitragshöhe hängt von mehreren Faktoren ab: Je höher der Tagessatz und je kürzer die Karenzzeit, desto teurer wird der Tarif. Ein Tagessatz von 20 Euro mit einer Karenzzeit von 42 Tagen führt zu einem niedrigen Beitrag, während ein Tagessatz von 100 Euro mit einer Karenzzeit von 7 Tagen einen hohen Beitrag verursacht. Zusätzlich beeinflussen dein Alter, dein Beruf und dein Gesundheitszustand den Preis.

Je höher Tagessatz und je kürzer die Karenzzeit, desto teurer wird der Tarif. Kalkuliere deinen Tagessatzbedarf anhand deines tatsächlichen Nettoeinkommens und nicht anhand pauschaler Empfehlungen.

Einflussfaktoren auf deinen Beitrag

Tagessatz 20 EUR, Karenzzeit 42 Tageniedriger Beitrag
Tagessatz 60 EUR, Karenzzeit 42 Tagemittlerer Beitrag
Tagessatz 100 EUR, Karenzzeit 7 Tagehoher Beitrag

08 · Im Vertrag

Gesundheits­prüfung und Risikozuschlag

Vor Vertragsabschluss prüft die Versicherung deinen Gesundheitszustand. Vorerkrankungen können zu Ausschlüssen, Risikozuschlägen oder einer Ablehnung führen.

Du beantwortest Fragen zu Vorerkrankungen, Behandlungen und Beschwerden der letzten Jahre. Falsche Angaben können zum Verlust des Versicherungsschutzes führen, denn die Versicherung kann im Leistungsfall vom Vertrag zurücktreten.

Bei bestimmten Vorerkrankungen nimmt dich die Versicherung nur gegen einen Risikozuschlag an, also einen prozentualen Aufschlag auf den regulären Beitrag. Alternativ kann sie für bestimmte Erkrankungen oder Körperteile einen Leistungsausschluss vereinbaren, sodass diese dauerhaft nicht versichert sind. In den ersten Monaten nach Vertragsabschluss besteht zudem eine Wartezeit, in der noch keine Leistung erfolgt.

Falsche Angaben bei der Gesundheitsprüfung können zum Verlust des Versicherungsschutzes führen. Beantworte alle Fragen wahrheitsgemäß und vollständig, auch wenn das den Beitrag erhöht oder zu einem Ausschluss führt.

Wichtige Klauseln und Begriffe im Antrag

GesundheitsprüfungAntragDu beantwortest Fragen zu Vorerkrankungen, Behandlungen und Beschwerden der letzten Jahre. Falsche Angaben können zum Verlust des Versicherungsschutzes führen.
RisikozuschlagBeitragBei bestimmten Vorerkrankungen nimmt dich die Versicherung nur gegen einen prozentualen Aufschlag auf den regulären Beitrag an.
LeistungsausschlussLeistungFür bestimmte Erkrankungen oder Körperteile kann die Versicherung die Leistung dauerhaft ausschließen.
WartezeitBeginnIn den ersten Monaten nach Vertragsabschluss besteht oft kein oder nur eingeschränkter Schutz für bestimmte Krankheiten.

09 · Checkliste

Krankentagegeld im Vergleich: Darauf achtest du

Nicht jeder Tarif passt zu deiner Situation. Diese Kriterien helfen dir, Angebote sachlich zu vergleichen und die richtige Wahl zu treffen.

Beim Vergleich von Krankentagegeld-Tarifen solltest du nicht nur auf den Beitrag schauen, sondern auf die Leistungsmerkmale, die im Ernstfall entscheidend sind. Die Höhe des Tagessatzes muss deine Versorgungslücke zum gewohnten Netto abdecken, sonst zahlst du Beiträge für eine unzureichende Absicherung.

Die Karenzzeit sollte zu deiner finanziellen Reserve und deinem Krankengeldanspruch passen. Die Leistungsdauer ist ebenfalls wichtig: Zahlt der Tarif unbegrenzt oder nur bis zu einer bestimmten Anzahl von Tagen? Achte außerdem auf den Verzicht auf abstrakte Verweisung, damit dich die Versicherung nicht auf einen anderen Beruf verweisen kann, den du theoretisch noch ausüben könntest.

Eine Nachversicherungsgarantie ermöglicht es dir, den Tagessatz später ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen, etwa wenn dein Einkommen steigt. Die Beitragsentwicklung des Tarifs in den letzten Jahren gibt dir einen Hinweis darauf, wie stabil die Prämien langfristig sind.

Die Höhe des Tagessatzes muss deine Versorgungslücke zum gewohnten Netto abdecken. Prüfe beim Vergleich auch Karenzzeit, Leistungsdauer und Nachversicherungsgarantie, nicht nur den aktuellen Beitrag.

Checkliste für den Tarifvergleich

01

Höhe des Tagessatzes: Deckt er deine Versorgungslücke zum gewohnten Netto?

02

Karenzzeit: Passt sie zu deiner finanziellen Reserve und deinem Krankengeldanspruch?

03

Leistungsdauer: Zahlt der Tarif unbegrenzt oder nur bis zu einer bestimmten Anzahl von Tagen?

04

Verzicht auf abstrakte Verweisung: Verzichtet der Tarif darauf, dich auf einen anderen Beruf zu verweisen?

05

Nachversicherungsgarantie: Kannst du den Tagessatz später ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen?

06

Beitragsentwicklung: Wie haben sich die Beiträge des Tarifs in den letzten Jahren entwickelt?

07

Leistungsquote: Wie hoch ist der Anteil der anerkannten Leistungsanträge?

10 · Fehler vermeiden

Typische Fehler bei der Krankentagegeldversicherung

Einige Entscheidungen lassen sich später nur schwer korrigieren. Diese Fehler solltest du bei Abschluss und im Leistungsfall vermeiden.

Ein zu niedrig gewählter Tagessatz ist ein häufiger Fehler, denn dann bleibt die Versorgungslücke bestehen, obwohl du Beiträge zahlst. Kalkuliere deinen Bedarf anhand deines tatsächlichen Nettoeinkommens und nicht anhand grober Schätzungen. Eine zu kurz gewählte Karenzzeit treibt den Beitrag deutlich in die Höhe, obwohl du die ersten Wochen aus Rücklagen überbrücken könntest.

Unvollständig beantwortete Gesundheitsfragen sind riskant, denn die Versicherung kann im Leistungsfall vom Vertrag zurücktreten. Beantworte alle Fragen wahrheitsgemäß und vollständig, auch wenn das zu einem Risikozuschlag führt. Ohne Nachversicherungsgarantie kannst du den Tagessatz bei steigendem Einkommen nicht ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen, was deine Absicherung langfristig schwächt.

Ein zu niedrig gewählter Tagessatz lässt die Versorgungslücke bestehen, obwohl du Beiträge zahlst. Vermeide außerdem zu kurze Karenzzeiten ohne ausreichende Rücklagen und unvollständige Angaben bei der Gesundheitsprüfung.

Häufige Fehler und wie du sie vermeidest

·Tagessatz zu niedrig gewählt: Die Versorgungslücke bleibt bestehen, obwohl du Beiträge zahlst. Kalkuliere deinen Bedarf anhand deines Nettoeinkommens.
·Karenzzeit zu kurz gewählt: Der Beitrag steigt deutlich, obwohl du die ersten Wochen aus Rücklagen überbrücken könntest.
·Gesundheitsfragen unvollständig beantwortet: Die Versicherung kann im Leistungsfall vom Vertrag zurücktreten. Beantworte alle Fragen wahrheitsgemäß und vollständig.
·Keine Nachversicherungsgarantie vereinbart: Bei steigendem Einkommen kannst du den Tagessatz nicht ohne erneute Gesundheitsprüfung anpassen.
·Leistungsdauer nicht beachtet: Manche Tarife zahlen nur für einen begrenzten Zeitraum, nicht bis zum Ende der Arbeitsunfähigkeit.
·Als Selbstständiger auf das gesetzliche Krankengeld verzichtet: Ohne Wahlerklärung und ohne private Absicherung hast du bei Krankheit keinerlei Einkommen.

11 · Schritt für Schritt

So gehst du bei Abschluss und im Leistungs­fall vor

Der Weg zur passenden Krankentagegeldversicherung führt über eine saubere Bedarfsermittlung und einen vollständigen Antrag. Im Leistungsfall ist schnelles Handeln gefragt.

Zunächst ermittelst du deine Versorgungslücke, indem du dein monatliches Nettoeinkommen nimmst und das zu erwartende Netto-Krankengeld abziehst. Die Differenz geteilt durch 30 ergibt deinen Tagessatzbedarf. Hole dir dann mehrere Angebote mit identischen Eckdaten ein und achte auf Karenzzeit, Leistungsdauer und Nachversicherungsgarantie.

Bei der Gesundheitsprüfung beantwortest du alle Fragen vollständig und wahrheitsgemäß. Bei Unklarheiten hilft eine anonyme Risikovoranfrage, bei der die Versicherung deinen Antrag ohne persönliche Daten prüft. Im Leistungsfall reichst du die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung unverzüglich bei deiner Versicherung ein und hältst die Fristen für die Meldung ein.

Die Differenz zwischen Nettoeinkommen und Netto-Krankengeld geteilt durch 30 ergibt deinen Tagessatzbedarf. Eine saubere Bedarfsermittlung und ein vollständiger Antrag sind die Grundlage für eine funktionierende Absicherung im Ernstfall.

01

Versorgungslücke berechnen

Ermittle dein monatliches Nettoeinkommen und ziehe das zu erwartende Netto-Krankengeld ab. Die Differenz geteilt durch 30 ergibt deinen Tagessatzbedarf.

02

Angebote einholen und vergleichen

Hole dir mehrere Angebote mit identischen Eckdaten ein. Achte auf Karenzzeit, Leistungsdauer und Nachversicherungsgarantie.

03

Gesundheitsprüfung durchführen

Beantworte die Gesundheitsfragen vollständig und wahrheitsgemäß. Bei Unklarheiten hilft eine anonyme Risikovoranfrage.

04

Im Leistungsfall: Arbeitsunfähigkeit melden

Reiche die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung unverzüglich bei deiner Versicherung ein. Halte die Fristen aus deinem Vertrag ein.

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026