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Krankentagegeld Leistungen: So schützt du dein Einkommen bei Arbeitsunfähigkeit

Krankentagegeld Leistungen sichern dein Einkommen ab, wenn du wegen Krankheit oder Unfall arbeitsunfähig wirst. Besonders für Selbstständige und Gutverdiener schließen sie die Lücke zwischen Lohnfortzahlung und gesetzlichem Krankengeld.

11 Kapitel · 14 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • Die gesetzliche Lohnfortzahlung endet nach sechs Wochen, danach greift das Krankengeld der GKV mit maximal 90 Prozent deines Nettoeinkommens.
  • Selbstständige und Freiberufler erhalten ohne private Vorsorge kein Krankengeld und tragen den vollen Verdienstausfall selbst.
  • Die Höhe des Krankentagegeldes kannst du individuell vereinbaren, sie ist jedoch auf dein Nettoeinkommen begrenzt.
  • Der Leistungsbeginn hängt von der vereinbarten Karenzzeit ab, die du bei Vertragsabschluss festlegst.

01 · Grundlagen

Was sind Krankentagegeld Leistungen?

Krankentagegeld Leistungen sind vertraglich vereinbarte Zahlungen deiner privaten Krankenversicherung oder Zusatzversicherung, die deinen Verdienstausfall bei Arbeitsunfähigkeit ausgleichen. Sie ersetzen das Einkommen, das dir während einer Krankheit oder nach einem Unfall fehlt.

Krankentagegeld Leistungen sind vertraglich vereinbarte Tagessätze, die du bei Arbeitsunfähigkeit wegen Krankheit oder Unfall von deinem Versicherer erhältst. Anders als das gesetzliche Krankengeld ist die Höhe nicht starr an dein Bruttoeinkommen gekoppelt, sondern wird bei Vertragsabschluss individuell festgelegt. Die Zahlung beginnt nach Ablauf der vereinbarten Karenzzeit und wird für die Dauer der ärztlich bescheinigten Arbeitsunfähigkeit geleistet.

Die Höhe des Tagessatzes ist auf dein Nettoeinkommen begrenzt. Du kannst also nicht mehr Krankentagegeld versichern, als du tatsächlich verdienst. Bei gesetzlich Versicherten liegt das Krankengeld bei 70 Prozent des Bruttoeinkommens, höchstens aber 90 Prozent des Nettoeinkommens, wobei das Einkommen nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze berücksichtigt wird. Ein privates Krankentagegeld schließt genau diese Lücke.

Für privat Versicherte ist das Krankentagegeld Teil des Krankenversicherungsschutzes und sollte existenzsichernd gewählt werden. Für gesetzlich Versicherte ist es eine Zusatzversicherung, die den Verdienstausfall oberhalb des gesetzlichen Krankengeldes ausgleicht.

Kurz erklärt

Krankentagegeld

Ein vertraglich vereinbarter Tagessatz, den du bei Arbeitsunfähigkeit wegen Krankheit oder Unfall von deinem Versicherer erhältst. Die Zahlung beginnt nach Ablauf der vereinbarten Karenzzeit und wird für die Dauer der Arbeitsunfähigkeit geleistet.

Die Höhe des Tagessatzes ist auf dein Nettoeinkommen begrenzt und wird bei Vertragsabschluss festgelegt.

02 · Vergleich

Krankentagegeld oder gesetzliches Krankengeld: Wo liegt der Unterschied?

Arbeitnehmer erhalten zunächst sechs Wochen Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber, danach zahlt die gesetzliche Krankenkasse Krankengeld. Ein privates Krankentagegeld ergänzt diese Leistungen oder ersetzt sie für Selbstständige komplett.

Das gesetzliche Krankengeld der GKV gleicht deinen Verdienstausfall grundsätzlich nicht komplett aus. Die Krankenkasse berücksichtigt für die Berechnung nur das Einkommen bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Verdienst du darüber, wird dein finanzieller Verlust im Krankheitsfall noch größer, weil der übersteigende Teil nicht abgesichert ist.

Private Krankentagegeld Leistungen funktionieren anders: Du vereinbarst mit deinem Versicherer einen festen Tagessatz, der auf dein Nettoeinkommen begrenzt ist. Dieser Tagessatz wird unabhängig von der Beitragsbemessungsgrenze gezahlt und kann deine tatsächliche Einkommenslücke passgenau schließen. Der Leistungsbeginn ist individuell wählbar, während das gesetzliche Krankengeld erst ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit fließt.

Für privatversicherte Arbeitnehmer gibt es kein gesetzliches Krankengeld ab der siebten Krankheitswoche. Sie benötigen zwingend eine private Krankentagegeldversicherung, um nach der sechswöchigen Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber weiterhin Einkommen zu haben.

Gesetzliche Absicherung und private Krankentagegeld Leistungen im direkten Vergleich
Gesetzliches Krankengeld (GKV)Private Krankentagegeld Leistungen
AnspruchFür gesetzlich versicherte Arbeitnehmer nach sechs Wochen LohnfortzahlungFür privat Versicherte, Selbstständige und als Zusatzschutz für GKV-Mitglieder
Höhe70 Prozent des Bruttoeinkommens, maximal 90 Prozent des NettoeinkommensIndividuell vereinbarter Tagessatz, begrenzt auf dein Nettoeinkommen
Leistungs­beginnAb dem 43. Tag der ArbeitsunfähigkeitNach individuell vereinbarter Karenzzeit, z. B. ab dem 4., 22. oder 43. Tag
DauerMaximal 78 Wochen innerhalb von drei Jahren für dieselbe KrankheitUnbegrenzt, solange die Arbeitsunfähigkeit besteht und keine Ausschlusskriterien eintreten

03 · Schritt für Schritt

So funktioniert die Auszahlung von Krankentagegeld

Der Weg von der Krankmeldung bis zur Auszahlung folgt einem klaren Ablauf. Entscheidend ist, dass du deine Arbeitsunfähigkeit rechtzeitig ärztlich feststellen lässt und deinen Versicherer informierst.

Der Weg zur Auszahlung beginnt immer mit der ärztlichen Feststellung deiner Arbeitsunfähigkeit. Private Krankenversicherer erkennen keine rückwirkende Feststellung an: Die Karenzzeit beginnt erst an dem Tag, an dem ein Arzt deine Arbeitsunfähigkeit schriftlich bescheinigt hat.

Ein Beispiel verdeutlicht die Konsequenz: Du bist selbstständig und hast ein Krankentagegeld mit einer Karenzzeit von 21 Tagen vereinbart. Nachdem du erkrankt bist, kümmerst du dich erst am 10. Tag um eine ärztliche Bescheinigung. In diesem Fall erhältst du dein Krankentagegeld nicht ab dem 22. Tag, sondern erst ab dem 32. Tag deiner Erkrankung.

  • Suche bei Erkrankung oder Unfall zeitnah eine Arztpraxis auf und lasse die Arbeitsunfähigkeit schriftlich feststellen.
  • Melde deine Arbeitsunfähigkeit innerhalb der in deinen Versicherungsbedingungen festgelegten Frist, die meist identisch mit der Karenzzeit ist.
  • Warte die Karenzzeit ab, während der du noch kein Krankentagegeld erhältst.
  • Erhalte nach Ablauf der Karenzzeit den vereinbarten Tagessatz für die Dauer der ärztlich bescheinigten Arbeitsunfähigkeit.
01

Arbeitsunfähigkeit feststellen lassen

Suche bei Erkrankung oder Unfall zeitnah eine Arztpraxis auf. Die Karenzzeit beginnt erst an dem Tag, an dem ein Arzt deine Arbeitsunfähigkeit schriftlich bescheinigt.

02

Versicherer informieren

Melde deine Arbeitsunfähigkeit innerhalb der in deinen Versicherungsbedingungen festgelegten Frist. Diese Frist ist meist identisch mit der Karenzzeit.

03

Karenzzeit abwarten

Während der Karenzzeit erhältst du noch kein Krankentagegeld. Sie beginnt mit der ärztlichen Feststellung der Arbeitsunfähigkeit und endet mit dem vereinbarten Leistungsbeginn.

04

Krankentagegeld erhalten

Nach Ablauf der Karenzzeit zahlt dein Versicherer den vereinbarten Tagessatz für jeden Tag der fortbestehenden Arbeitsunfähigkeit.

04 · Was gilt

Für wen lohnt sich eine Krankentagegeldversicherung?

Nicht jeder braucht eine private Krankentagegeldversicherung. Für bestimmte Berufsgruppen und Einkommensklassen ist sie jedoch existenziell, weil das gesetzliche Netz große Lücken aufweist.

Für Selbstständige und Freiberufler ist die private Krankentagegeldversicherung oft die einzige Einkommensabsicherung im Krankheitsfall. Sie haben keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung durch einen Arbeitgeber und erhalten nur dann gesetzliches Krankengeld, wenn sie sich in der GKV für einen Tarif mit Krankengeldanspruch entschieden haben. Wer einen günstigeren GKV-Schutz ohne Krankengeld gewählt hat, kann Einkommensverluste komplett über ein privates Krankentagegeld absichern.

Privatversicherte Arbeitnehmer benötigen die Krankentagegeldversicherung, weil sie ab der siebten Krankheitswoche kein gesetzliches Krankengeld erhalten. Gutverdiener über der Beitragsbemessungsgrenze profitieren ebenfalls, weil ihr gesetzliches Krankengeld begrenzt ist und die Lücke zum tatsächlichen Nettoeinkommen ohne Zusatzschutz bestehen bleibt.

Weniger dringlich ist die Absicherung für gesetzlich versicherte Arbeitnehmer mit geringem Einkommen und ausreichenden Rücklagen. Wer bereits eine private Berufsunfähigkeitsrente bezieht, benötigt in der Regel kein zusätzliches Krankentagegeld, weil die Berufsunfähigkeitsrente den Verdienstausfall abdeckt.

Besonders wichtig

·Selbstständige und Freiberufler ohne gesetzlichen Krankengeldanspruch
·Privatversicherte Arbeitnehmer, die kein gesetzliches Krankengeld erhalten
·Gutverdiener über der Beitragsbemessungsgrenze, deren Krankengeld begrenzt ist
·Arbeitnehmer mit hohen laufenden Kosten, die eine Einkommenslücke nicht aus Rücklagen decken können

Weniger dringlich

·Gesetzlich versicherte Arbeitnehmer mit geringem Einkommen und ausreichenden Rücklagen
·Personen, die bereits eine private Berufsunfähigkeitsrente beziehen
·Beamte mit umfassender Besoldungsfortzahlung im Krankheitsfall

05 · Kosten

Was kostet Krankentagegeld?

Die Beiträge für eine Krankentagegeldversicherung hängen von deinem Alter, deinem Gesundheitszustand, der Höhe des Tagessatzes und der gewählten Karenzzeit ab. Eine frühere Auszahlung und ein höherer Tagessatz führen zu höheren Beiträgen.

Je nach Tarif und Anbieter variieren die Beiträge erheblich. Ein niedriger Tagessatz mit langer Karenzzeit, zum Beispiel ab dem 43. Tag, ist günstiger als ein hoher Tagessatz mit kurzer Karenzzeit ab dem 4. Tag. Die Entscheidung über den Auszahlungsbeginn solltest du in Abhängigkeit von deiner eigenen finanziellen Situation treffen: Wie lange kommst du ohne Einkommen über die Runden?

Eine Erhöhung des Krankentagegeldes kann ohne erneute Gesundheitsprüfung möglich sein, wenn du sie innerhalb einer im Vertrag bestimmten Frist nach einer Gehaltserhöhung beantragst. Üblicherweise verzichten die Versicherer in diesem Fall auf die Gesundheitsprüfung und damit auch auf einen Risikozuschlag.

Einflussfaktoren auf den Beitrag für Krankentagegeld Leistungen

Lange Karenzzeit (z. B. 43. Tag)günstiger
Mittlere Karenzzeit (z. B. 22. Tag)mittel
Kurze Karenzzeit (z. B. 4. Tag)teurer

06 · Im Vertrag

Wichtige Vertragsklauseln bei Krankentagegeld Leistungen

Die Bedingungen deiner Krankentagegeldversicherung entscheiden darüber, wann und wie lange du Leistungen erhältst. Achte besonders auf Karenzzeit, Gesundheitsprüfung und Anpassungsmöglichkeiten.

Die Karenzzeit ist die Zeit zwischen Eintritt der Arbeitsunfähigkeit und dem ersten Tag der Krankentagegeldzahlung. Sie ist individuell wählbar und reicht von wenigen Tagen bis zu mehreren Monaten. Arbeitnehmer wählen in der Regel den 43. Tag, weil der Arbeitgeber sechs Wochen lang das Gehalt weiterzahlt.

Bei Vertragsabschluss und bei Erhöhung des Tagessatzes prüft der Versicherer deinen Gesundheitszustand. Hat sich dein Gesundheitsrisiko im Vergleich zum Versicherungsbeginn verschlechtert, kann ein Risikozuschlag für das hinzukommende Krankentagegeld fällig werden. Viele Tarife erlauben jedoch eine Erhöhung ohne erneute Gesundheitsprüfung, wenn du sie innerhalb einer bestimmten Frist nach einer Gehaltserhöhung beantragst.

  • Prüfe die Karenzzeit und wähle sie passend zu deiner finanziellen Situation.
  • Achte auf die Anpassungsklausel, die eine Erhöhung ohne Gesundheitsprüfung ermöglicht.
  • Lies die Fristen zur Meldung der Arbeitsunfähigkeit in den Versicherungsbedingungen.
  • Kontrolliere, ob Leistungen bei Teil-Arbeitsunfähigkeit enthalten sind.

Diese Klauseln solltest du vor Vertragsabschluss kennen

KarenzzeitLeistungsbeginnDie Zeit zwischen Eintritt der Arbeitsunfähigkeit und dem ersten Tag der Krankentagegeldzahlung. Sie ist individuell wählbar, z. B. ab dem 4., 22. oder 43. Tag.
GesundheitsprüfungRisikoprüfungBei Vertragsabschluss und bei Erhöhung des Tagessatzes prüft der Versicherer deinen Gesundheitszustand. Bei verschlechtertem Risiko kann ein Risikozuschlag fällig werden.
AnpassungsklauselFlexibilitätViele Tarife erlauben eine Erhöhung des Krankentagegeldes ohne erneute Gesundheitsprüfung, wenn du sie innerhalb einer bestimmten Frist nach einer Gehaltserhöhung beantragst.
LeistungsendeAusschlussDie Zahlung endet, wenn du wieder arbeitsfähig bist, eine Berufsunfähigkeitsrente beziehst oder eine Erwerbsminderungsrente bewilligt wird.

07 · Checkliste

Checkliste: So findest du den passenden Krankentagegeld Tarif

Bevor du eine Krankentagegeldversicherung abschließt, solltest du deinen Bedarf genau ermitteln. Diese Punkte helfen dir, die richtige Höhe und Karenzzeit zu wählen.

Die Höhe des Tagessatzes muss zu deinem Nettoeinkommen passen, und die Karenzzeit muss zu deinen Rücklagen passen. Nur so schließt du die Lücke zwischen gesetzlichem Krankengeld und deinem tatsächlichen Bedarf.

Gehe die folgenden Punkte vor dem Abschluss durch. Sie helfen dir, die richtige Höhe und Karenzzeit zu wählen und teure Fehler zu vermeiden.

  • Ermittle dein monatliches Nettoeinkommen und deine laufenden Kosten.
  • Berechne die Lücke zwischen gesetzlichem Krankengeld und deinem tatsächlichen Bedarf.
  • Lege fest, wie lange du ohne Einkommen überbrücken kannst, zum Beispiel durch Rücklagen.
  • Wähle die Karenzzeit passend zu deiner finanziellen Situation.
  • Vergleiche Tagessatz und Beitrag in mehreren Tarifen.
  • Prüfe, ob eine Erhöhung ohne Gesundheitsprüfung möglich ist.
  • Achte auf die Fristen zur Meldung der Arbeitsunfähigkeit.

Das solltest du vor dem Abschluss prüfen

01

Ermittle dein monatliches Nettoeinkommen und deine laufenden Kosten

02

Berechne die Lücke zwischen gesetzlichem Krankengeld und deinem tatsächlichen Bedarf

03

Lege fest, wie lange du ohne Einkommen überbrücken kannst (Rücklagen)

04

Wähle die Karenzzeit passend zu deiner finanziellen Situation

05

Vergleiche Tagessatz und Beitrag in mehreren Tarifen

06

Prüfe, ob eine Erhöhung ohne Gesundheitsprüfung möglich ist

07

Achte auf die Fristen zur Meldung der Arbeitsunfähigkeit

08 · Fehler vermeiden

Typische Fehler bei Krankentagegeld Leistungen vermeiden

Viele Versicherte unterschätzen die Bedeutung der Karenzzeit oder melden ihre Arbeitsunfähigkeit zu spät. Das kann zu erheblichen finanziellen Einbußen führen.

Der häufigste Fehler ist, die Arbeitsunfähigkeit nicht sofort ärztlich feststellen zu lassen. Private Krankenversicherer erkennen keine rückwirkende Feststellung an, und die Karenzzeit beginnt erst mit der schriftlichen Bescheinigung. Jeder Tag ohne ärztliche Bescheinigung verschiebt den Leistungsbeginn nach hinten.

Ein zu niedriger Tagessatz lässt die Einkommenslücke bestehen, während eine zu lange Karenzzeit bedeutet, dass du lange ohne Einkommen auskommen musst. Prüfe bei einer anstehenden Gehaltserhöhung deinen aktuellen Bedarf an regelmäßigem Einkommen und gleiche diesen mit deinem Krankentagegeld ab.

  • Arbeitsunfähigkeit nicht sofort ärztlich feststellen lassen: Die Karenzzeit beginnt erst mit der schriftlichen Bescheinigung.
  • Zu niedrigen Tagessatz wählen: Die Einkommenslücke bleibt bestehen.
  • Karenzzeit zu lang wählen: Du musst lange ohne Einkommen auskommen.
  • Gehaltserhöhung nicht melden: Der Versicherungsschutz bleibt hinter deinem Bedarf zurück.
  • Versicherer nicht rechtzeitig informieren: Die Leistung kann sich verzögern oder entfallen.

Diese Fehler können dich teuer zu stehen kommen

·Arbeitsunfähigkeit nicht sofort ärztlich feststellen lassen: Die Karenzzeit beginnt erst mit der schriftlichen Bescheinigung
·Zu niedrigen Tagessatz wählen: Die Einkommenslücke bleibt bestehen
·Karenzzeit zu lang wählen: Du musst lange ohne Einkommen auskommen
·Gehaltserhöhung nicht melden: Der Versicherungsschutz bleibt hinter deinem Bedarf zurück
·Versicherer nicht rechtzeitig informieren: Die Leistung kann sich verzögern oder entfallen

09 · Hintergrund

Krankentagegeld für Selbstständige und Freiberufler

Selbstständige und Freiberufler haben keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung oder gesetzliches Krankengeld, wenn sie sich für einen günstigeren GKV-Schutz ohne Krankengeld entschieden haben. Für sie ist die private Krankentagegeldversicherung oft die einzige Einkommensabsicherung im Krankheitsfall.

Als Selbstständiger reduziert sich dein Einkommen bei Krankheit möglicherweise bereits ab dem ersten Tag und entfällt im Zweifelsfall komplett. Eine Krankentagegeldversicherung gleicht diesen Verdienstausfall aus und sichert deine laufenden Kosten wie Miete, Darlehen und Lebenshaltung. Ohne diese Absicherung musst du auf Rücklagen zurückgreifen oder deine Verbindlichkeiten nicht mehr bedienen können.

Du kannst den Leistungsbeginn individuell wählen, zum Beispiel ab dem 4. oder 22. Tag der Arbeitsunfähigkeit. Je früher die Zahlung beginnt, desto höher fällt der Beitrag aus. Überlege daher, wie lange du ohne Einkommen überbrücken kannst, und wähle die Karenzzeit entsprechend.

Auch während der Mutterschutzzeiten vor und nach einer Geburt zahlt die private Krankenversicherung ein Krankentagegeld. Insbesondere für Selbstständige ist dies wichtig, da sie kein Mutterschaftsgeld erhalten. Die Leistung sichert dein Einkommen auch in dieser Phase ab.

Als Selbstständiger reduziert sich dein Einkommen bei Krankheit möglicherweise bereits ab dem ersten Tag und entfällt im Zweifelsfall komplett. Eine Krankentagegeldversicherung gleicht diesen Verdienstausfall aus und sichert deine laufenden Kosten wie Miete, Darlehen und Lebenshaltung.

Du kannst den Leistungsbeginn individuell wählen, zum Beispiel ab dem 4. oder 22. Tag der Arbeitsunfähigkeit. Je früher die Zahlung beginnt, desto höher fällt der Beitrag aus. Überlege daher, wie lange du ohne Einkommen überbrücken kannst.

Auch während der Mutterschutzzeiten vor und nach einer Geburt zahlt die private Krankentagegeldversicherung. Das ist besonders für selbstständige Frauen wichtig, da sie kein Mutterschaftsgeld erhalten.

10 · Was gilt

Krankentagegeld Leistungen bei Teil-Arbeitsunfähigkeit

Nicht jede Krankheit führt zu einer vollständigen Arbeitsunfähigkeit. Einige Tarife sehen auch Leistungen bei Teil-Arbeitsunfähigkeit vor, wenn du deine berufliche Tätigkeit nur eingeschränkt ausüben kannst.

Diese Leistung ist besonders für Selbstständige relevant, die ihre Tätigkeit teilweise wieder aufnehmen können.

Die Zahlung beträgt 50 Prozent des vereinbarten Tagessatzes für maximal vier Wochen. Voraussetzung ist eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens drei Monaten, bevor die Teil-Arbeitsunfähigkeit eintritt. Ohne diese vorherige dreimonatige Arbeitsunfähigkeit besteht kein Anspruch auf die Leistung.

Keine Leistung erhältst du bei vollständiger Arbeitsunfähigkeit, die nicht ärztlich bescheinigt ist, oder bei Arbeitsunfähigkeit, die nicht auf Krankheit oder Unfall zurückgeht. Prüfe daher in den Versicherungsbedingungen, ob und unter welchen Voraussetzungen dein Tarif Leistungen bei Teil-Arbeitsunfähigkeit vorsieht.

Leistung möglich

·Zahlung von 50 Prozent des vereinbarten Tagessatzes für maximal vier Wochen
·Voraussetzung: Arbeitsunfähigkeit von mindestens drei Monaten
·Gilt für Selbstständige, die ihre Tätigkeit teilweise wieder aufnehmen können

Keine Leistung

·Vollständige Arbeitsunfähigkeit, die nicht ärztlich bescheinigt ist
·Teil-Arbeitsunfähigkeit ohne vorherige dreimonatige Arbeitsunfähigkeit
·Arbeitsunfähigkeit, die nicht auf Krankheit oder Unfall zurückgeht

11 · Im Vertrag

Krankentagegeld im Basistarif der privaten Krankenversicherung

Der Basistarif der PKV ist ein Sozialtarif, der auch Krankentagegeld Leistungen umfasst. Versicherte im Basistarif müssen keine zusätzliche Krankentagegeldversicherung abschließen.

Im Basistarif, einem Sozialtarif der PKV, ist das Krankentagegeld Teil des Krankenversicherungsschutzes. Versicherte müssen keine zusätzliche Krankentagegeldversicherung abschließen, weil die Leistung automatisch enthalten ist. Das unterscheidet den Basistarif von anderen PKV-Tarifen, in denen das Krankentagegeld separat vereinbart wird.

Die Höhe ist begrenzt: Das Krankentagegeld beträgt höchstens 70 Prozent des Brutto-Arbeitseinkommens bis zur Beitragsbemessungsgrenze und höchstens 90 Prozent des Nettoeinkommens. Damit orientiert sich der Basistarif an den Regelungen des gesetzlichen Krankengeldes.

Die Dauer ist befristet: Das Krankentagegeld wird innerhalb von drei Jahren höchstens 78 Wochen gezahlt, wenn die Arbeitsunfähigkeit jeweils wegen derselben Krankheit besteht. Diese Befristung gilt nur im Basistarif und nicht in regulären privaten Krankentagegeldtarifen.

Besonderheiten des Krankentagegeldes im Basistarif

HöheBegrenzungDas Krankentagegeld beträgt höchstens 70 Prozent des Brutto-Arbeitseinkommens bis zur Beitragsbemessungsgrenze und höchstens 90 Prozent des Nettoeinkommens.
DauerBefristungDas Krankentagegeld wird innerhalb von drei Jahren höchstens 78 Wochen gezahlt, wenn die Arbeitsunfähigkeit jeweils wegen derselben Krankheit besteht.
AbschlussAutomatikDas Krankentagegeld ist Teil des Krankenversicherungsschutzes im Basistarif und muss nicht separat beantragt werden.

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026