Rürup Rente sinnvoll: So findest du es für deinen Fall heraus
Du fragst dich, ob die Rürup Rente sinnvoll ist? Wir zeigen dir, für wen die Basisrente wirklich passt, wie sie funktioniert und worauf du bei Verträgen achten musst. So triffst du eine fundierte Entscheidung für deine Altersvorsorge.
Warum die Rürup Rente auch dich betrifft
Das Thema Altersvorsorge ist in Deutschland allgegenwärtig. Die gesetzliche Rente wird für viele Menschen nicht ausreichen, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Du hast sicherlich schon von der sogenannten Rentenlücke gehört. Das ist der Unterschied zwischen deinem letzten Nettogehalt und deiner späteren Rente. Diese Lücke musst du selbst schließen, wenn du im Alter finanziell unabhängig sein willst.
Die Rürup Rente, offiziell Basisrente genannt, ist ein Baustein, der genau für dieses Problem gedacht ist. Sie wurde 2005 eingeführt, um vor allem Selbstständigen und Freiberuflern eine Möglichkeit zu geben, privat für das Alter vorzusorgen. Diese Gruppe hat nämlich keinen Zugang zur gesetzlichen Rentenversicherung. Aber auch Angestellte können die Rürup Rente nutzen, um ihre Vorsorge zu ergänzen.
Der Staat fördert diese Art der Altersvorsorge mit Steuervorteilen. Du kannst deine Beiträge bis zu einem bestimmten Höchstbetrag von der Steuer absetzen. Das senkt deine Steuerlast im Hier und Jetzt. Dafür ist die spätere Rente in der Auszahlungsphase steuerpflichtig. Dieses Prinzip nennt man nachgelagerte Besteuerung. Es ist der zentrale Mechanismus, den du verstehen musst, um zu beurteilen, ob die Rürup Rente sinnvoll ist.
Viele Menschen schrecken jedoch vor der Rürup Rente zurück, weil sie sehr unflexibel ist. Dein eingezahltes Kapital ist bis zum Rentenbeginn gebunden. Du kannst es weder entnehmen noch beleihen oder vererben. Genau diese Eigenschaften machen die Entscheidung so schwer. Deshalb ist es wichtig, dass du dir vor einem Abschluss genau überlegst, ob deine persönliche Situation zu den starren Bedingungen passt.
Dieser Ratgeber hilft dir, das Für und Wider abzuwägen. Wir erklären dir die Funktionsweise, die Kosten und die typischen Fehler. Am Ende kannst du selbst einschätzen, ob die Rürup Rente für dich sinnvoll ist oder ob andere Wege besser zu deinen Zielen passen. Du bekommst das nötige Wissen, um eine informierte Entscheidung zu treffen.
Die Grundlagen: Was ist die Rürup Rente überhaupt?
Die Rürup Rente ist eine staatlich geförderte Form der privaten Altersvorsorge. Sie wurde nach dem Ökonomen Bert Rürup benannt, der sie mitentwickelt hat. Im Gesetz heißt sie Basisrente. Das Produkt wird von Versicherungsgesellschaften angeboten, es gibt aber auch Banksparpläne und Fondssparpläne, die als Basisrente zertifiziert sind. Der Kern ist immer gleich: Du sparst regelmäßig Geld an, das dir später als lebenslange Rente ausgezahlt wird.
Das wichtigste Merkmal ist die steuerliche Behandlung. Deine eingezahlten Beiträge kannst du als Sonderausgaben in deiner Steuererklärung geltend machen. Der Staat erkennt diese Ausgaben an und mindert dadurch dein zu versteuerndes Einkommen. Das führt dazu, dass du weniger Einkommensteuer zahlst. Im Jahr 2026 sind die Beiträge zu 100 Prozent absetzbar, der Höchstbetrag liegt für Ledige bei über 27.000 Euro, für Verheiratete beim Doppelten. Diese Grenze wird jährlich angepasst.
Im Gegenzug musst du die spätere Rente voll versteuern. Der Gesetzgeber hat einen Schlüssel festgelegt, der den steuerpflichtigen Anteil der Rente bestimmt. Für Neurentner im Jahr 2026 liegt dieser Anteil bei 84 Prozent. Das bedeutet, dass du auf 84 Prozent deiner Rente Steuern zahlen musst. Der Rentenfreibetrag, also der steuerfreie Teil, wird bei Vertragsabschluss festgeschrieben und bleibt für die gesamte Laufzeit konstant. Ab dem Jahr 2040 müssen alle Neurentner ihre Rente dann zu 100 Prozent versteuern.
Die Auszahlung erfolgt in der Regel als monatliche Rente. Eine einmalige Kapitalauszahlung ist nur in sehr engen Grenzen möglich, etwa bei einer geringen Rente. Das Kapital ist also nicht frei verfügbar. Du kannst es nicht anfassen, bevor du in Rente gehst. Diese Unflexibilität ist ein großer Unterschied zu anderen Anlageformen wie Aktien oder ETFs. Dafür bekommst du eine lebenslange Rente, die du nicht überleben kannst. Das ist ein wichtiger Schutz gegen das Risiko, im Alter zu verarmen.
So funktioniert die Rürup Rente im Detail
Der Ablauf ist relativ einfach. Du schließt einen Vertrag mit einer Versicherung oder einer Bank ab. In diesem Vertrag legst du fest, wie viel Geld du regelmäßig einzahlen möchtest. Das kann monatlich, vierteljährlich oder jährlich sein. Du kannst auch flexible Zuzahlungen leisten, wenn du zum Beispiel eine Steuerrückerstattung erhältst. Diese Zuzahlungen sind ebenfalls steuerlich absetzbar, sofern sie innerhalb des Höchstbetrags bleiben.
Das eingezahlte Geld wird von deinem Anbieter angelegt. Es gibt verschiedene Anlagestrategien. Klassische Rentenversicherungen garantieren einen bestimmten Zins, der jedoch in den letzten Jahren stark gesunken ist. Moderne Verträge investieren in Fonds, die an den Kapitalmärkten arbeiten. Hier hast du die Chance auf höhere Renditen, musst aber auch Kursschwankungen akzeptieren. Viele Anbieter kombinieren beide Ansätze, um ein ausgewogenes Verhältnis von Sicherheit und Ertrag zu erreichen.
In der Ansparphase profitierst du von einem Steuerstundungseffekt. Das Geld, das du in die Rürup Rente steckst, wird nicht sofort besteuert. Es kann sich also ungeschmälert vermehren. Das ist ein großer Vorteil gegenüber einem normalen Sparbuch oder einem Depot, bei dem du auf Zinsen und Gewinne sofort Steuern zahlen musst. Der Zinseszinseffekt wirkt dadurch stärker, weil dein Kapital schneller wächst.
Wenn du das Rentenalter erreichst, beginnt die Auszahlungsphase. Du erhältst dann monatlich eine Rente von deinem Anbieter. Diese Rente ist, steuerpflichtig. Dein Anbieter führt die Lohnsteuer direkt an das Finanzamt ab, ähnlich wie bei einem Gehalt. Du musst die Rente aber trotzdem in deiner Steuererklärung angeben. Zusätzlich zur Rente zahlst du Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. Das reduziert deine Nettorente weiter.
Ein entscheidender Punkt ist die Hinterbliebenenabsicherung. Die Rürup Rente ist nicht vererbbar. Wenn du vor Rentenbeginn stirbst, verfällt das Kapital in der Regel. Es gibt zwar Optionen, eine Hinterbliebenenrente für den Ehepartner zu vereinbaren, das reduziert aber deine eigene Rente. Auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung kann in den Vertrag integriert werden. Diese Zusatzbausteine erhöhen die Kosten und machen das Produkt komplexer. Du solltest genau prüfen, ob du diese Absicherung nicht separat und günstiger bekommst.
Kosten und Gebühren: Was du wirklich zahlst
Die Kosten sind ein entscheidender Faktor, wenn du beurteilen willst, ob die Rürup Rente sinnvoll ist. Versicherungsprodukte sind bekannt dafür, dass sie hohe Gebühren haben. Diese schmälern deine Rendite erheblich. Du solltest daher unbedingt die Kostenstruktur eines Vertrags verstehen, bevor du unterschreibst. Es gibt verschiedene Arten von Kosten, die anfallen.
Zunächst gibt es die Abschluss- und Vertriebskosten. Diese fallen in den ersten Jahren an und werden oft über die gesamte Laufzeit verteilt. Sie können mehrere tausend Euro betragen. Die Versicherung zieht diese Kosten von deinen Beiträgen ab, bevor das Geld angelegt wird. Das bedeutet, dass in den ersten Jahren nur ein Teil deiner Einzahlungen tatsächlich für die Altersvorsorge arbeitet. Du solltest darauf achten, wie hoch diese Kosten sind und ob es Alternativen mit geringeren Abschlusskosten gibt.
Dazu kommen die laufenden Verwaltungskosten. Diese werden jährlich von deinem Vertragsguthaben abgezogen. Sie decken die Kosten für die Kontoführung, die Kapitalanlage und die Verwaltung des Vertrags. Die Höhe variiert stark zwischen den Anbietern. Auch die Kosten für die Fondsanlage innerhalb des Vertrags musst du berücksichtigen. Diese werden als TER (Total Expense Ratio) ausgewiesen und liegen je nach Fonds zwischen 0,5 und 2 Prozent pro Jahr.
Ein weiterer Kostenpunkt ist der Fondswechsel. Wenn du die Anlagestrategie änderst oder in andere Fonds investieren möchtest, können dafür Gebühren anfallen. Auch eine Beitragspause oder eine Beitragsreduzierung ist nicht immer kostenlos. Du solltest dich vor Vertragsabschluss genau informieren, welche Gebühren in welchen Situationen anfallen. Ein transparenter Anbieter weist diese Kosten klar aus. Wenn du das Gefühl hast, dass Kosten versteckt werden, ist das ein Warnsignal.
Aufgrund der hohen Kosten ist die Rürup Rente nicht für jeden die beste Wahl. Gerade für junge Menschen mit geringem Einkommen können die Gebühren die Rendite auffressen. Für Gutverdiener, die hohe Steuern sparen, können die Vorteile die Kosten jedoch überwiegen. Du musst also immer eine individuelle Rechnung aufstellen. Ein Vergleich der Anbieter ist unerlässlich, um ein kostengünstiges Produkt zu finden. Online-Rechner und Vergleichsportale können dir dabei helfen, die Angebote gegenüberzustellen.
Worauf du bei einem Vertrag unbedingt achten solltest
Wenn du dich für eine Rürup Rente interessierst, solltest du nicht einfach das erstbeste Angebot unterschreiben. Es gibt einige wichtige Kriterien, die du beachten musst. Die Wahl des richtigen Anbieters und des richtigen Tarifs ist entscheidend für den Erfolg deiner Altersvorsorge. Nimm dir Zeit für den Vergleich und lass dich nicht unter Druck setzen.
Achte auf die Anlagestrategie. Klassische Rentenversicherungen mit Garantiezins bieten Sicherheit, aber nur geringe Renditen. In Zeiten von Niedrigzinsen ist das oft nicht ausreichend, um die Inflation auszugleichen. Moderne Tarife mit Fondsanlage bieten höhere Renditechancen. Du solltest dich für einen Tarif entscheiden, der zu deiner Risikobereitschaft passt. Wenn du jung bist, kannst du mehr Risiko eingehen als kurz vor der Rente. Ein guter Tarif bietet dir die Möglichkeit, die Anlagestrategie im Laufe der Zeit anzupassen.
Prüfe die Kosten genau. sind die Abschluss- und Verwaltungskosten ein wichtiger Faktor. Ein günstiger Tarif hat niedrige Abschlusskosten und eine moderate laufende Gebühr. Vergleiche die Kosten unterschiedlicher Anbieter. Achte auch auf die Kosten für Fondswechsel und andere Sonderleistungen. Ein hoher Preis ist nicht automatisch ein Zeichen für gute Qualität. Oft sind die günstigeren Tarife genauso gut oder sogar besser.
Informiere dich über die Flexibilität des Vertrags. Kannst du Beiträge pausieren oder reduzieren? Sind Zuzahlungen möglich? Wie wirken sich diese Änderungen auf deine Garantien und Kosten aus? Ein flexibler Vertrag ist besonders wichtig, wenn sich deine finanzielle Situation ändert. Du solltest nicht in einem starren Konstrukt gefangen sein, das du nicht anpassen kannst. Die Möglichkeit, den Rentenbeginn zu verschieben, ist ebenfalls ein wichtiges Kriterium.
Achte auf die Bonität des Anbieters. Die Rürup Rente ist eine langfristige Verpflichtung. Du solltest sicher sein, dass dein Anbieter auch in 30 oder 40 Jahren noch existiert und seine Verpflichtungen erfüllen kann. Die Rating-Agenturen bewerten die Finanzstärke von Versicherungen. Ein gutes Rating ist ein Indikator für Stabilität. Du kannst dich auch bei der BaFin informieren, ob ein Anbieter beaufsichtigt wird und ob es Beschwerden gibt.
Typische Fehler, die du vermeiden solltest
Viele Menschen machen bei der Rürup Rente typische Fehler, die sie viel Geld kosten. Der häufigste Fehler ist der Abschluss ohne vorherige Steuerberatung. Die Rürup Rente ist ein Steuerprodukt. Du musst genau wissen, wie hoch dein Steuervorteil ist und ob er die Kosten überwiegt. Ein Steuerberater kann dir dabei helfen, eine realistische Prognose zu erstellen. Ohne diese Berechnung handelst du im Blindflug.
Ein weiterer Fehler ist die Wahl eines teuren Vertrags. Viele Versicherungsvermittler verkaufen Produkte mit hohen Provisionen, die nicht im Interesse des Kunden sind. Du solltest dich nicht auf die Empfehlung eines einzelnen Vermittlers verlassen. Vergleiche immer mehrere Angebote und achte auf die Kosten. Ein unabhängiger Honorarberater kann dir helfen, ein günstiges Produkt zu finden. Die Ersparnis bei den Kosten kann über die Laufzeit mehrere zehntausend Euro betragen.
Viele unterschätzen auch die fehlende Flexibilität. Sie schließen einen Vertrag ab und stellen später fest, dass sie das Geld für einen Hauskauf oder eine Existenzgründung benötigen. Das Kapital ist aber gebunden. Du kannst es nicht entnehmen, ohne den Vertrag zu kündigen. Eine Kündigung ist bei der Rürup Rente jedoch nicht möglich. Du kannst den Vertrag nur beitragsfrei stellen. Das bedeutet, dass du keine weiteren Beiträge zahlst, aber auch kein Geld zurückbekommst. Das eingezahlte Kapital bleibt bis zur Rente gebunden.
Ein weiterer Fehler ist die Vernachlässigung der Hinterbliebenenabsicherung. Wenn du Familie hast, solltest du bedenken, was passiert, wenn du stirbst. Die Rürup Rente ist nicht vererbbar. Deine Angehörigen gehen leer aus. Du solltest daher prüfen, ob du eine separate Risikolebensversicherung abschließen musst, um deine Familie abzusichern. Diese ist oft günstig und bietet einen hohen Schutz. Die Kombination aus Rürup Rente und Risikolebensversicherung kann eine sinnvolle Strategie sein.
Schließlich machen viele den Fehler, die Rürup Rente als alleinige Altersvorsorge zu nutzen. Das ist selten eine gute Idee. Die mangelnde Flexibilität und die fehlende Kapitalverfügbarkeit sind große Nachteile. Eine gute Altersvorsorge ist diversifiziert. Du solltest verschiedene Bausteine kombinieren, wie die gesetzliche Rente, private Rentenversicherungen, ETFs und Immobilien. Die Rürup Rente kann ein Teil davon sein, aber nicht der einzige.
Für wen ist die Rürup Rente wirklich sinnvoll?
Die Frage, ob die Rürup Rente sinnvoll ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Es kommt stark auf deine persönliche Situation an. Es gibt Gruppen, für die die Basisrente besonders attraktiv ist, und andere, für die sie eher Nachteile bringt. Wir haben die wichtigsten Kriterien für dich zusammengefasst, damit du dich besser einordnen kannst.
Besonders sinnvoll ist die Rürup Rente für Selbstständige und Freiberufler. Diese Gruppe hat keinen Zugang zur gesetzlichen Rentenversicherung und muss selbst für das Alter vorsorgen. Die Rürup Rente bietet ihnen eine Möglichkeit, Steuern zu sparen und gleichzeitig eine lebenslange Rente aufzubauen. Auch für Gutverdiener mit einem hohen Grenzsteuersatz kann sich das Produkt lohnen. Der Steuervorteil ist hier so groß, dass er die hohen Kosten überwiegt.
Für Angestellte, die bereits in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind, ist die Rürup Rente weniger attraktiv. Sie haben bereits eine Basisabsicherung und können andere Produkte nutzen, die flexibler sind. Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) oder ein privater ETF-Sparplan sind oft die bessere Wahl. Auch für Geringverdiener ist die Rürup Rente meist nicht sinnvoll, da der Steuervorteil gering ist und die Kosten überproportional ins Gewicht fallen.
Ein weiteres Kriterium ist dein Anlagehorizont. Die Rürup Rente ist ein Langfristprodukt. Du solltest mindestens 15 bis 20 Jahre bis zur Rente haben, damit sich der Zinseszinseffekt entfalten kann. Wenn du kurz vor der Rente stehst, ist der Steuervorteil gering und die Kosten können die Rendite auffressen. Auch deine Risikobereitschaft spielt eine Rolle. Wenn du Sicherheit bevorzugst, ist eine klassische Rentenversicherung mit Garantien vielleicht besser. Wenn du Renditechancen nutzen willst, sind fondsgebundene Tarife interessanter.
Kurz gesagt: : Die Rürup Rente ist ein Nischenprodukt. Sie ist nicht für die breite Masse geeignet, sondern für eine spezifische Zielgruppe. Wenn du selbstständig bist oder ein hohes Einkommen hast, kann sie eine sinnvolle Ergänzung sein. Wenn du angestellt bist und ein durchschnittliches Einkommen hast, gibt es wahrscheinlich bessere Alternativen. Du solltest deine Entscheidung nicht von Werbung oder Verkaufsgesprächen abhängig machen, sondern von einer nüchternen Analyse deiner eigenen Situation.
Konkrete nächste Schritte: So gehst du vor
Wenn du nach der Lektüre dieses Artikels immer noch Interesse an der Rürup Rente hast, solltest du strukturiert vorgehen. Überstürze nichts und informiere dich gründlich. Die folgenden Schritte helfen dir, eine fundierte Entscheidung zu treffen und einen passenden Vertrag zu finden. Du solltest dir Zeit nehmen und alle Optionen prüfen.
Der erste Schritt ist die Bestandsaufnahme. Analysiere deine finanzielle Situation. Wie hoch ist dein Einkommen? Wie hoch ist deine Steuerlast? Welche Altersvorsorgeprodukte hast du bereits? Welche Ziele verfolgst du? Diese Fragen solltest du ehrlich beantworten. Du kannst auch einen Steuerberater oder einen unabhängigen Finanzberater hinzuziehen, um eine professionelle Einschätzung zu bekommen. Die Beratung kostet zwar Geld, kann sich aber lohnen.
Der zweite Schritt ist der Angebotsvergleich. Nutze Online-Rechner und Vergleichsportale, um verschiedene Tarife gegenüberzustellen. Achte dabei nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Leistungen und die Flexibilität. Du solltest mindestens drei bis fünf Angebote einholen. Fordere die Angebote direkt bei den Versicherern an oder nutze einen unabhängigen Makler. Ein guter Makler kann dir helfen, die Feinheiten der Tarife zu verstehen.
Der dritte Schritt ist die Prüfung der Vertragsunterlagen. Lies das Kleingedruckte sorgfältig. Achte auf die Kosten, die Garantien und die Bedingungen für Zuzahlungen und Beitragspausen. Wenn du etwas nicht verstehst, frage nach. Lass dich nicht abwimmeln. Ein seriöser Anbieter beantwortet deine Fragen ausführlich. Wenn du Zweifel hast, solltest du den Vertrag nicht unterschreiben.
Der vierte Schritt ist die Entscheidung und der Abschluss. Wenn du einen passenden Tarif gefunden hast, kannst du den Vertrag abschließen. Denke daran, dass du ein Widerrufsrecht hast. Du kannst den Vertrag innerhalb von 30 Tagen ohne Angabe von Gründen widerrufen. Nutze diese Zeit, um den Vertrag noch einmal in Ruhe zu prüfen. Nach Ablauf der Frist ist der Vertrag bindend. Du solltest dir also sicher sein, dass du die richtige Entscheidung getroffen hast.
Alternativen zur Rürup Rente im Überblick
Die Rürup Rente ist nicht das einzige Produkt für die Altersvorsorge. Es gibt viele Alternativen, die je nach Lebenssituation besser geeignet sein können. Du solltest diese Alternativen kennen, um eine fundierte Entscheidung treffen zu können. Ein Vergleich der verschiedenen Optionen ist unerlässlich, um das beste Produkt für deine Bedürfnisse zu finden.
Die private Rentenversicherung ist eine klassische Alternative. Sie ähnelt der Rürup Rente, bietet aber mehr Flexibilität. Das Kapital kann zum Rentenbeginn zu einem Teil als Einmalzahlung ausgezahlt werden. Auch die Vererbbarkeit ist gegeben, wenn du eine Hinterbliebenenrente vereinbarst. Die Beiträge sind jedoch nicht in dem Maße steuerlich absetzbar wie bei der Rürup Rente. Das hängt vom Vertragstyp ab. Die sogenannte Basisrenten-ähnliche Besteuerung gibt es hier nicht.
Der ETF-Sparplan ist eine sehr flexible und kostengünstige Alternative. Du investierst in einen breit gestreuten Aktienindex und profitierst von langfristigen Renditen. Die Kosten sind deutlich niedriger als bei Versicherungsprodukten. Du hast jederzeit Zugriff auf dein Geld und kannst es flexibel entnehmen. Der Nachteil ist, dass du keine lebenslange Rente erhältst und das Risiko von Kursschwankungen selbst trägst. Du musst also diszipliniert sparen und langfristig denken.
Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) ist für Angestellte eine attraktive Option. Dein Arbeitgeber zahlt einen Teil deines Gehalts in eine Versicherung oder einen Fonds ein. Du sparst Steuern und Sozialabgaben. Der Arbeitgeber muss sich mit einem Mindestzuschuss beteiligen. Die bAV ist jedoch an deinen Arbeitgeber gebunden. Wenn du den Job wechselst, musst du den Vertrag mitnehmen oder umwandeln. Das kann kompliziert sein.
Auch die Immobilie ist eine Form der Altersvorsorge. Du investierst in Beton und hast im Alter ein mietfreies Wohnen oder Mieteinnahmen. Immobilien sind jedoch illiquide und mit hohen Transaktionskosten verbunden. Du musst dich um Instandhaltung und Mieter kümmern. Die Rendite hängt stark von der Lage und der Entwicklung des Immobilienmarktes ab. Für viele Menschen ist die Immobilie eine gute Ergänzung, aber nicht die einzige Lösung.
Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.
Häufige Fragen
Nein, eine Kündigung ist nicht möglich. Du kannst den Vertrag nur beitragsfrei stellen. Das bedeutet, dass du keine weiteren Beiträge zahlst, aber das eingezahlte Kapital bis zum Rentenbeginn gebunden bleibt. Eine Auszahlung vor der Rente ist nicht vorgesehen.
Das Kapital verfällt in der Regel, wenn du vor Rentenbeginn stirbst. Es gibt jedoch die Möglichkeit, eine Hinterbliebenenrente für den Ehepartner zu vereinbaren. Diese Option reduziert allerdings deine eigene Rente. Eine Vererbung des Kapitals ist nicht möglich.
Ja, seit 2023 sind die Beiträge zur Rürup Rente zu 100 Prozent als Sonderausgaben absetzbar. Es gibt jedoch einen Höchstbetrag, der jährlich angepasst wird. Für Ledige liegt dieser 2026 bei über 27.000 Euro, für Verheiratete beim Doppelten.
Für Angestellte ist die Rürup Rente meist weniger sinnvoll, da sie bereits in der gesetzlichen Rentenversicherung abgesichert sind. Es gibt flexiblere Alternativen wie die betriebliche Altersvorsorge oder einen ETF-Sparplan. Nur für Gutverdiener mit sehr hoher Steuerlast kann sich das Produkt lohnen.
Die Rürup Rente richtet sich vor allem an Selbstständige und Freiberufler, die Riester Rente an Arbeitnehmer und Beamte. Die Förderung ist unterschiedlich: Bei der Riester Rente gibt es Zulagen und Kinderzulagen, bei der Rürup Rente nur den Steuervorteil. Die Rürup Rente ist zudem unflexibler.
Ja, viele Anbieter haben fondsgebundene Rürup Renten im Angebot. Hier wird dein Geld in Aktienfonds oder ETFs investiert. Das bietet höhere Renditechancen, aber auch ein höheres Risiko. Du solltest die Anlagestrategie an deine Risikobereitschaft anpassen.
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