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FinanzbildungVersicherung9 Min.

Hausratversicherung Leistungen: So bekommst du im Schadenfall dein Geld

Ein Einbruch oder ein Rohrbruch kann dein Zuhause in ein Chaos verwandeln. Die Hausratversicherung ersetzt dir den finanziellen Schaden an deinen Möbeln und deinem Hab und Gut. Wir erklären dir, welche Leistungen 2026 Standard sind und worauf du achten solltest.

Schutz bei EinbruchVersicherungsleistungenSchadensfall
Brauche ich das?
Ja, sinnvoll.
Schützt dein Hab und Gut vor finanziellen Verlusten.
Was ist versichert?
Hausrat bei Gefahren.
Einbruch, Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel.
Was zahlt die Versicherung?
Wiederbeschaffungswert.
Erstattet wird, was eine Neuanschaffung kostet.
Wie hoch ist der Schutz?
Individuell wählbar.
Die Versicherungssumme bestimmst du selbst.

Warum dich das Thema Hausratversicherung betrifft

Stell dir vor, du kommst nach einem langen Arbeitstag nach Hause und die Wohnungstür ist aufgehebelt. Dein Laptop, der Fernseher, der Schmuck, alles ist weg. Oder du wachst nachts auf, weil der Rauchmelder piept, und die Küche brennt. Solche Gedanken schiebt man gerne beiseite, aber die Realität sieht anders aus.

In Deutschland werden jedes Jahr tausende Wohnungen aufgebrochen. Die Polizeiliche Kriminalstatistik zeigt, dass die Zahl der Wohnungseinbrüche zwar schwankt, aber das Risiko besteht immer. Auch Leitungswasserschäden durch geplatzte Rohre oder Schäden durch Sturm und Hagel sind keine Seltenheit.

Wenn du zur Miete wohnst, denkst du vielleicht, dass der Vermieter für alles aufkommt. Das stimmt nur teilweise. Die Gebäudeversicherung des Vermieters zahlt zwar für das Gebäude, also zum Beispiel für die reparierte Tür oder das trockengelegte Mauerwerk. Aber deine eigenen Sachen, der Hausrat, sind nicht abgedeckt.

Ohne eine Hausratversicherung müsstest du nach einem Schaden alle deine Möbel, Kleidung und Elektrogeräte selbst neu kaufen. Das kann schnell mehrere zehntausend Euro kosten. Eine Summe, die die wenigsten einfach so auf der hohen Kante haben. Deshalb ist das Thema für jeden relevant, der ein Zuhause hat.

Die gute Nachricht: Eine Hausratversicherung ist im Vergleich zu anderen Versicherungen oft günstig. Für den Preis eines Kinobesuchs pro Monat kannst du dir ein solides Sicherheitsnetz aufbauen. Es geht also nicht darum, dir Angst zu machen, sondern darum, dich clever abzusichern.

~2 Mio Euro
Schäden durch Wohnungseinbrüche entstehen jährlich in Deutschland.
jede:r 4.
Haushalt in Deutschland hat keine Hausratversicherung.
10 Minuten
Dauert es im Schnitt, einen Einbruch zu bemerken.

Was ist eine Hausratversicherung und wie funktioniert sie?

Die Hausratversicherung ist eine Sachversicherung. Sie schützt dein gesamtes Inventar einer Wohnung oder eines Hauses. Das nennt man den Hausrat. Dazu gehören alle beweglichen Gegenstände, die du zum Leben in deinem Haushalt brauchst und die nicht fest mit dem Gebäude verbunden sind.

Konkret bedeutet das: Möbel, Elektrogeräte, Kleidung, Bücher, Geschirr, aber auch Lebensmittel und sogar deine Pflanzen sind versichert. Auch Gegenstände, die du nicht täglich nutzt, wie der Schmuck deiner Großmutter oder die teure Kamera für den Urlaub, zählen zum Hausrat. Wichtig ist, dass die Sachen in deinem Haushalt aufbewahrt werden.

Der Versicherer leistet, wenn einer der vertraglich festgelegten Gefahren eintritt. Die klassischen Gefahren sind Einbruchdiebstahl, Raub, Vandalismus nach einem Einbruch, Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel. Manche Tarife decken auch weitere Risiken ab, wie zum Beispiel Überspannungsschäden durch Blitzschlag oder den Diebstahl von Fahrrädern, wenn sie in der Wohnung oder im Keller stehen.

Wenn ein Schaden passiert, meldest du ihn deinem Versicherer. Ein Gutachter prüft den Fall und die Versicherung zahlt dir den sogenannten Wiederbeschaffungswert. Das ist der Betrag, den du benötigst, um das zerstörte oder gestohlene Teil in gleicher Art und Qualität neu zu kaufen. Du bekommst also nicht den Wert von vor zehn Jahren, sondern den aktuellen Neupreis.

Ein wichtiger Punkt ist die Versicherungssumme. Sie gibt an, bis zu welcher Höhe die Versicherung im Schadenfall zahlt. Diese Summe solltest du realistisch festlegen. Als Faustregel gilt: Pro Quadratmeter Wohnfläche werden in Deutschland etwa 650 Euro an Hausrat angenommen. Bei einer 80 Quadratmeter großen Wohnung wären das rund 52.000 Euro.

Die wichtigsten Leistungen im Detail: Was ist abgedeckt?

Der wichtigste Baustein ist der Einbruchdiebstahl. Die Versicherung zahlt, wenn jemand gewaltsam in deine Wohnung eindringt und Sachen stiehlt. Dazu zählt auch der Einbruch in den Keller oder die Garage, sofern diese zum Haus gehören. Auch wenn der Täter die Wohnung verlässt und dabei Sachen beschädigt, zum Beispiel die Tür oder das Fenster, übernimmt die Versicherung die Kosten.

Ein weiterer großer Bereich ist der Schaden durch Leitungswasser. Das betrifft nicht nur geplatzte Rohre, sondern auch Schäden durch Waschmaschinen, Spülmaschinen oder undichte Wasserhähne. Wenn dein Aquarium ausläuft oder die Badewanne überläuft, bist du ebenfalls geschützt. Wichtig ist, dass es sich um Leitungswasser handelt, also Wasser aus der Hausinstallation.

Feuerschäden sind ebenfalls ein Klassiker. Dazu zählen Brand, Blitzschlag, Explosion und auch Ruß- und Löschwasserschäden. Wenn es also brennt und die Feuerwehr deine Wohnung flutet, zahlt die Versicherung nicht nur für die verbrannten Möbel, sondern auch für die nassen und rußgeschädigten Gegenstände.

Sturm und Hagel sind ab einer Windstärke von 8 (Beaufort-Skala) versichert. Das entspricht einer Windgeschwindigkeit von etwa 62 bis 74 km/h. Wenn der Sturm also das Fenster eindrückt und Regen deine Möbel durchnässt, ist das ein versicherter Schaden. Auch herabfallende Äste, die dein Dach beschädigen, zählen dazu.

Viele Tarife bieten heutzutage einen erweiterten Schutz. Dazu gehören zum Beispiel der Diebstahl von Fahrrädern, auch wenn sie im Keller oder in der Garage stehen, oder der Schutz vor Überspannung durch Blitzschlag. Auch der Einschluss von Wertsachen wie Bargeld und Schmuck ist oft bis zu einer bestimmten Höhe im Vertrag enthalten, wenn du sie in einem Safe aufbewahrst.

Was kostet eine Hausratversicherung und wovon hängt der Preis ab?

Die Kosten für eine Hausratversicherung sind sehr unterschiedlich und hängen von mehreren Faktoren ab. Der wichtigste Faktor ist die Wohnfläche, da sie die Grundlage für die Versicherungssumme bildet. Eine größere Wohnung mit mehr Hausrat kostet entsprechend mehr als ein kleines Apartment.

Auch der Wohnort spielt eine Rolle. In Regionen mit hoher Einbruchrate oder in Großstädten sind die Beiträge tendenziell höher als in ländlichen Gebieten mit geringerem Risiko. Die Versicherer kalkulieren das Risiko anhand von Statistiken und passen die Preise entsprechend an.

Die Ausstattung deines Zuhauses beeinflusst den Preis ebenfalls. Hast du eine Einbruchmeldeanlage oder einen einbruchhemmenden Schutz an Fenstern und Türen, kannst du oft einen Rabatt bekommen. Auch ein sicherer Ort für Wertsachen, wie ein Tresor, kann den Beitrag senken.

Der Preis hängt auch vom gewählten Tarif und den vereinbarten Leistungen ab. Ein Basis-Tarif mit den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestleistungen ist günstiger als ein Komfort-Tarif mit vielen Extras. Du solltest also genau prüfen, welchen Schutz du wirklich brauchst und welchen du dir leisten möchtest.

Ein wichtiger Tipp: Die Versicherungssumme sollte immer zum tatsächlichen Wert deines Hausrats passen. Wenn du zu wenig versicherst, greift im Schadenfall die Unterversicherung. Das bedeutet, die Versicherung kürzt ihre Zahlung, weil deine Versicherungssumme nicht ausreicht. Viele Tarife bieten heute aber einen gleitenden Neuwert oder einen Verzicht auf die Einrede der Unterversicherung, wenn du die Wohnfläche korrekt angibst.

Worauf du beim Abschluss einer Hausratversicherung achten solltest

Bevor du einen Vertrag unterschreibst, solltest du dir überlegen, was du versichern möchtest. Mache eine Bestandsaufnahme deines Hausrats. Gehe durch alle Räume und notiere, welche wertvollen Gegenstände du besitzt. Das hilft dir, die richtige Versicherungssumme zu bestimmen.

Achte auf die Vertragsbedingungen, das Kleingedruckte. Prüfe, ob der Tarif die Gefahren abdeckt, die für dich wichtig sind. Wenn du in einer Gegend mit starken Stürmen wohnst, ist der Schutz vor Sturm und Hagel essenziell. Wenn du viel Schmuck besitzt, solltest du auf eine ausreichend hohe Entschädigungsgrenze für Wertsachen achten.

Ein entscheidender Punkt ist die sogenannte Unterversicherung. Viele Tarife verzichten auf die Einrede der Unterversicherung, wenn du die Wohnfläche korrekt angibst. Das bedeutet, dass die Versicherung im Schadenfall die volle Leistung erbringt, auch wenn die Versicherungssumme nicht exakt dem Wert deines Hausrats entspricht. Das ist ein großer Vorteil und sollte in deinem Vertrag stehen.

Prüfe auch, ob der Tarif eine gleitende Neuwertversicherung beinhaltet. Das bedeutet, dass die Versicherungssumme automatisch an die allgemeine Preis- und Kostenentwicklung angepasst wird. So bist du auch in ein paar Jahren noch ausreichend geschützt, ohne dass du aktiv werden musst.

Vergleiche nicht nur den Preis, sondern auch die Leistungen. Ein günstiger Tarif ist nicht immer der beste, wenn er im Schadenfall nur wenig zahlt. Achte auf die Bewertungen anderer Kunden und die Erfahrungen mit dem Kundenservice des Versicherers. Eine gute Beratung und ein schneller Schadenservice sind viel wert.

Typische Fehler, die du bei der Hausratversicherung vermeiden solltest

Ein häufiger Fehler ist, die Versicherungssumme zu niedrig anzusetzen. Viele unterschätzen den Wert ihres Hausrats. Wenn du alle Gegenstände zusammenzählst, kommst du schnell auf eine hohe Summe. Ein zu niedriger Schutz führt im Schadenfall zu finanziellen Einbußen.

Ein weiterer Fehler ist, den Vertrag nicht an veränderte Lebensumstände anzupassen. Wenn du heiratest, Kinder bekommst oder umziehst, ändert sich auch dein Hausrat. Ein Umzug in eine größere Wohnung erfordert eine höhere Versicherungssumme. Vergiss nicht, deinen Vertrag zu aktualisieren.

Viele vergessen auch, dass die Hausratversicherung nur für den privaten Bereich gilt. Wenn du von zu Hause arbeitest, ist dein beruflich genutztes Equipment, wie ein Laptop oder ein Schreibtischstuhl, nicht automatisch mitversichert. Dafür brauchst du unter Umständen eine separate Betriebshaftpflicht oder eine erweiterte Hausratversicherung.

Ein Klassiker ist das Nicht-Melden von Schäden. Manche denken, dass ein kleiner Schaden nicht gemeldet werden muss, um die Beitragsrückerstattung nicht zu gefährden. Das ist ein Trugschluss. Wenn du einen Schaden nicht meldest, kann der Versicherer später die Leistung verweigern, wenn du einen größeren Schaden hast.

Zu guter Letzt: Unterschätze nicht die Bedeutung der richtigen Dokumentation. Mache Fotos von deinen Wertgegenständen und bewahre Kaufbelege auf. Das erleichtert die Schadenregulierung ungemein. Ohne Nachweise ist es oft schwierig, den Wert der gestohlenen oder zerstörten Gegenstände zu belegen.

So gehst du Schritt für Schritt vor: Von der Analyse bis zum Vertrag

Der erste Schritt ist die Bestandsaufnahme. Gehe durch deine Wohnung und erstelle eine Liste aller Gegenstände, die du besitzt. Notiere dir den ungefähren Wert. Das ist die Grundlage für deine Versicherungssumme. Du kannst auch Online-Rechner nutzen, um den Wert deines Hausrats zu schätzen.

Im zweiten Schritt vergleichst du verschiedene Angebote. Nutze Vergleichsportale im Internet, um einen Überblick über die Tarife zu bekommen. Achte dabei nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Leistungen. Filtere nach den Kriterien, die dir wichtig sind, wie zum Beispiel der Verzicht auf die Unterversicherung.

Wenn du ein passendes Angebot gefunden hast, prüfe die Vertragsunterlagen genau. Achte auf die Kündigungsfristen und die Vertragslaufzeit. In der Regel beträgt die Laufzeit ein Jahr und verlängert sich automatisch, wenn du nicht kündigst. Du kannst den Vertrag aber meist zum Ende der Laufzeit kündigen.

Der dritte Schritt ist der Abschluss. Fülle das Antragsformular sorgfältig aus und mache keine falschen Angaben. Eine falsche Angabe kann im Schadenfall zum Verlust des Versicherungsschutzes führen. Wenn du unsicher bist, frage den Versicherer oder einen unabhängigen Berater.

Nach dem Abschluss solltest du deine Police gut aufbewahren und den Vertrag regelmäßig überprüfen. Mindestens einmal im Jahr solltest du prüfen, ob deine Versicherungssumme noch zu deinem Hausrat passt. Wenn du neue teure Gegenstände gekauft hast, solltest du die Versicherungssumme erhöhen.

Der Schadenfall: So meldest du einen Schaden richtig

Wenn du einen Schaden bemerkst, ist schnelles Handeln gefragt. Bei einem Einbruch solltest du zuerst die Polizei rufen und Anzeige erstatten. Die Polizei erstellt einen Bericht, den du für deine Versicherung benötigst. Warte mit Aufräumarbeiten, bis die Polizei ihre Spuren gesichert hat.

Melde den Schaden umgehend deiner Versicherung. Die meisten Versicherer haben eine kostenlose Schadenhotline, die rund um die Uhr erreichbar ist. Du kannst den Schaden auch online oder per App melden. Halte deine Vertragsnummer und alle relevanten Informationen bereit.

Erstelle eine detaillierte Liste aller beschädigten oder gestohlenen Gegenstände. Beschreibe jeden Gegenstand so genau wie möglich und gib den ungefähren Kaufpreis und das Kaufdatum an. Fotos von den Schäden und den betroffenen Räumen helfen dem Versicherer bei der Bearbeitung.

Bewahre alle Belege und Quittungen auf. Wenn du sie nicht mehr hast, versuche, den Wert über Online-Recherchen oder Kataloge zu belegen. Der Versicherer wird den Schaden prüfen und dir ein Angebot unterbreiten. Du hast dann die Möglichkeit, das Angebot zu akzeptieren oder abzulehnen.

Sei ehrlich und vollständig bei deinen Angaben. Wenn du versuchst, den Schaden zu übertreiben, riskierst du, dass die Versicherung die Leistung verweigert. Im schlimmsten Fall kann das sogar strafrechtliche Konsequenzen haben. Eine ehrliche Schadenmeldung ist die Grundlage für eine schnelle und unkomplizierte Regulierung.

Kurzer Selbst-Check: Brauchst du das?

Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.

Besitzt du Möbel und Elektronik, deren Verlust du nicht einfach so ersetzen könntest?
Würdest du nach einem Einbruch oder Brand finanziell in Not geraten?
Hast du aktuell keinen oder nur einen unzureichenden Schutz für deinen Hausrat?
Beantworte die Fragen für deine Empfehlung.

Häufige Fragen

Die Hausratversicherung schützt dein bewegliches Inventar, also Möbel, Kleidung und Elektrogeräte. Die Wohngebäudeversicherung deckt Schäden am Gebäude selbst ab, wie zum Beispiel am Dach, an den Wänden oder an fest eingebauten Teilen. Als Mieter brauchst du in der Regel nur die Hausratversicherung, als Eigentümer beide.

In vielen Tarifen sind Fahrräder nur dann mitversichert, wenn sie in der Wohnung, im Keller oder in der Garage aufbewahrt werden. Der Diebstahl von einem Fahrrad, das auf der Straße angeschlossen ist, ist meist nicht abgedeckt. Viele Versicherer bieten aber eine optionale Erweiterung für den Diebstahl von Fahrrädern an.

Wenn deine Versicherungssumme deutlich unter dem tatsächlichen Wert deines Hausrats liegt, greift die Unterversicherung. Die Versicherung kürzt dann ihre Leistung im Schadenfall. Viele Tarife verzichten jedoch auf diese Kürzung, wenn du die Wohnfläche korrekt angegeben hast. Achte daher auf einen Tarif mit Unterversicherungsverzicht.

Der 5-Minuten-Finanzkurs

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SR

StudySmarter-Redaktion

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Redaktionell geprüft. Stand: 31.08.2026, nächste Prüfung: 03/2027. Dieser Artikel ist Finanzbildung, keine Rechts- oder Steuerberatung.