Ratgeber · Versicherung
Haftpflichtversicherung für Schüler: Wann sie einspringt und wann nicht
Eine Haftpflichtversicherung für Schüler deckt Schäden ab, die dein Kind im Zusammenhang mit der Schule verursacht. Sie schließt Lücken, die eine private Haftpflichtversicherung der Eltern oft offenlässt, besonders bei Praktika oder Schullandheimaufenthalten.
11 Kapitel · 17 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Die Haftpflichtversicherung für Schüler ist meist ein Baustein einer Gruppenversicherung der Schule oder des Schulträgers.
- Sie greift vor allem bei Schäden während des Schulbesuchs, bei Praktika und auf dem direkten Schulweg.
- Die private Haftpflichtversicherung der Eltern deckt Schäden im Schulpraktikum häufig nicht ab.
- Versicherungssummen liegen bei Gruppenverträgen oft bei 3.000.000 Euro für Personen- und Sachschäden.
01 · Grundlagen
Was ist eine Haftpflichtversicherung für Schüler?
Die Haftpflichtversicherung für Schüler ist ein spezieller Schutz, der Schäden reguliert, die dein Kind während der Schulzeit Dritten zufügt. Sie ist in der Regel kein eigenständiger Vertrag, sondern Teil einer Schülerversicherung, die von der Schule, dem Schulträger oder einem Förderverein abgeschlossen wird.
Die Haftpflichtversicherung für Schüler ist in der Praxis fast nie ein Vertrag, den du selbst im Internet oder bei einem Versicherer abschließen kannst. Städte, Gemeinden, Landkreise, Schulzweckverbände, Schulfördervereine und die Schulen selbst können sie als Gruppenvertrag für ihre Schüler einrichten. Als Privatperson bist du nicht Vertragspartner, sondern dein Kind ist über die Schule automatisch mitversichert.
Der Schutz greift, wenn dein Kind im Zusammenhang mit dem Schulbesuch einen Schaden bei einer anderen Person verursacht und dafür auf Schadensersatz in Anspruch genommen wird. Die Versicherung reguliert berechtigte Ansprüche und wehrt unberechtigte Forderungen ab. Sie ist damit eine Ergänzung zur privaten Haftpflichtversicherung der Familie und springt vor allem dann ein, wenn diese nicht leistet.
Ein typisches Beispiel ist der Weg zur Schule: Fährt dein Kind mit dem Fahrrad in ein parkendes Auto, übernimmt die Schülerhaftpflicht den Schaden am fremden Pkw, sofern kein anderweitiger Haftpflichtschutz besteht. Auch wenn dein Kind an einer Bushaltestelle mit dem Schulranzen ein Auto zerkratzt, ist das ein Fall für diese Versicherung.
Die Versicherungssumme für Personen- und Sachschäden liegt in typischen Gruppenverträgen bei 3.000.000 Euro. Für reine Vermögensschäden sind 100.000 Euro vorgesehen. Diese Summen gelten pro Versicherungsfall und sind in den Bedingungen des jeweiligen Schulträgers festgelegt.
Kurz erklärt
Haftpflichtversicherung für Schüler
Eine Versicherung, die berechtigte Schadensersatzansprüche Dritter reguliert und unberechtigte Ansprüche abwehrt, wenn ein Schüler im Zusammenhang mit dem Schulbesuch einen Schaden verursacht.
Sie ist eine Ergänzung zur privaten Haftpflichtversicherung der Eltern und springt ein, wenn diese nicht leistet.
02 · Vergleich
Privathaftpflichtversicherung oder Schülerhaftpflicht: Wer zahlt wann?
Die private Haftpflichtversicherung deiner Familie deckt viele Alltagsschäden ab, aber nicht alle Situationen im Schulkontext. Besonders bei der Mitarbeit in einem Betrieb während eines Praktikums verweigern viele private Policen die Leistung, weil es sich um eine berufsähnliche Tätigkeit handelt.
Die private Haftpflichtversicherung deiner Familie ist der Basisschutz für Schäden, die dein Kind im Alltag verursacht. Sie zahlt in der Regel bei Schäden auf dem direkten Schulweg, während des Unterrichts und im Schullandheim. Die Schülerhaftpflicht ist keine Konkurrenz, sondern eine zusätzliche Absicherung für Lücken, die private Policen oft haben.
Die wichtigste Lücke betrifft Praktika und Betriebsbesichtigungen. Wenn dein Kind in einem Betrieb mitarbeitet und dabei durch Bearbeitung, Reparatur oder Beförderung eines Gegenstands einen Schaden verursacht, verweigern viele private Haftpflichtversicherungen die Leistung. Der Grund: Es handelt sich um eine berufsähnliche Tätigkeit, die in privaten Verträgen häufig ausgeschlossen ist. Genau hier springt die Schülerhaftpflicht ein.
Die Zuständigkeit lässt sich so einordnen:
- Bei einem Schaden auf dem direkten Schulweg zahlt in der Regel die private Haftpflichtversicherung, die Schülerhaftpflicht kann ebenfalls leisten.
- Bei einem Schaden während des Unterrichts zahlt in der Regel die private Haftpflichtversicherung, die Schülerhaftpflicht ergänzt sie.
- Bei einem Schaden während eines Schulpraktikums im Betrieb zahlt die private Haftpflichtversicherung oft nicht, die Schülerhaftpflicht übernimmt in der Regel.
- Bei einer genehmigten Betriebsbesichtigung zahlt die private Haftpflichtversicherung oft nicht, die Schülerhaftpflicht übernimmt in der Regel.
- Bei einem Schaden im Schullandheim zahlt in der Regel die private Haftpflichtversicherung, die Schülerhaftpflicht ergänzt sie.
Die Schülerhaftpflicht leistet nur, wenn kein anderweitiger Haftpflichtversicherungsschutz besteht. Sie ist also nachrangig. Besteht eine private Haftpflichtversicherung, die den Schaden übernimmt, muss die Schülerhaftpflicht nicht zahlen.
| Private Haftpflichtversicherung | Haftpflichtversicherung für Schüler | |
|---|---|---|
| Schaden während eines Schulpraktikums im Betrieb | Zahlt oft nicht | Zahlt in der Regel |
| Schaden bei einer genehmigten Betriebsbesichtigung | Zahlt oft nicht | Zahlt in der Regel |
03 · Was gilt
Erstausbildung: Warum der Status deines Kindes über den Schutz entscheidet
Der Begriff Erstausbildung ist für die Haftpflichtversicherung für Schüler zentral. Solange sich dein Kind in der ersten schulischen oder beruflichen Ausbildung befindet, gelten besondere Bedingungen für den Versicherungsschutz über die Familie und die Schule.
Der Schutz über die Schülerhaftpflicht ist an den Status deines Kindes als Schüler gebunden. Solange dein Kind eine allgemeinbildende Schule besucht, ein berufliches Gymnasium oder eine Fachoberschule absolviert, ist es über den Gruppenvertrag der Schule mitversichert. Auch schulische Praktika und Schullandheimaufenthalte fallen in diesen Zeitraum.
Der Schutz endet, wenn dein Kind die Schule verlässt und in eine andere Ausbildungsphase wechselt. Ein duales Studium nach dem ersten Hochschulsemester oder eine Zweitausbildung nach abgeschlossener Berufsausbildung fallen nicht mehr unter die Schülerhaftpflicht. Auch ein Nebenjob außerhalb des Schulkontexts oder private Freizeitaktivitäten ohne Bezug zur Schule sind nicht versichert.
Für dich bedeutet das: Der Status deines Kindes entscheidet, ob die Schülerhaftpflicht überhaupt zuständig ist. Sobald dein Kind die Erstausbildung an einer Schule beendet, musst du den Versicherungsschutz neu ordnen. In der Regel übernimmt dann die private Haftpflichtversicherung der Familie oder eine eigene Police für junge Erwachsene.
Solange dein Kind eine allgemeinbildende Schule besucht, ist es über den Gruppenvertrag der Schule automatisch mitversichert. Du musst dafür keinen eigenen Antrag stellen. Der Schutz besteht für alle Schüler des Schulträgers oder der ausgewählten Schulen, ohne dass du dein Kind einzeln anmelden musst.
Schutz über Schülerhaftpflicht
Kein Schutz über Schülerhaftpflicht
04 · Was gilt
Wann die Haftpflichtversicherung für Schüler einspringt
Die Haftpflichtversicherung für Schüler ist an den Schulbesuch gekoppelt. Sie deckt Schäden ab, die dein Kind in dieser Zeit verursacht, wenn die private Haftpflichtversicherung der Eltern nicht leistet oder keine besteht.
Die Haftpflichtversicherung für Schüler ist an den Schulbesuch gekoppelt. Sie deckt Schäden ab, die dein Kind in dieser Zeit verursacht, wenn die private Haftpflichtversicherung der Eltern nicht leistet oder keine besteht. Der Schaden muss in einem Zusammenhang mit der Schule stehen, also auf dem Schulweg, im Unterricht, bei einer Schulveranstaltung oder bei einem genehmigten Praktikum passieren.
Typische Situationen, in denen die Schülerhaftpflicht einspringt, sind:
- Dein Kind beschädigt auf dem Schulweg mit dem Fahrrad ein parkendes Auto.
- Dein Kind stößt während eines Praktikums im Betrieb ein Motorrad um.
- Dein Kind zerkratzt an der Bushaltestelle mit dem Schulranzen einen Pkw.
- Dein Kind beschädigt bei einer Betriebsbesichtigung eine Maschine.
Nicht versichert sind Schäden, die keinen Bezug zur Schule haben. Beschädigt dein Kind beim privaten Spielen am Wochenende eine Fensterscheibe, verursacht es im Haushalt der Eltern einen Wasserschaden oder beschädigt es im Nebenjob die Kasse des Arbeitgebers, ist die Schülerhaftpflicht nicht zuständig. In diesen Fällen greift die private Haftpflichtversicherung der Familie oder eine andere Police.
Der Versicherungsschutz besteht auch bei Bestehen einer privaten Haftpflichtversicherung der Eltern. Die Schülerhaftpflicht ist dann eine zusätzliche Absicherung, die vor allem bei Praktika und Betriebsbesichtigungen wichtig wird, weil private Policen dort oft nicht leisten.
Versichert
Nicht versichert
05 · Kosten
Versicherungssummen und Leistungen im Überblick
Die Leistungen der Haftpflichtversicherung für Schüler sind bei Gruppenverträgen oft standardisiert. Die Versicherungssummen liegen dabei auf einem Niveau, das auch für größere Personen- oder Sachschäden ausreicht.
Die Leistungen der Haftpflichtversicherung für Schüler sind bei Gruppenverträgen oft standardisiert. Die Versicherungssummen liegen auf einem Niveau, das auch für größere Personen- oder Sachschäden ausreicht. In typischen Gruppenverträgen für Schulen sind folgende Werte vorgesehen:
- Personen- und Sachschäden: 3.000.000 Euro
- Vermögensschäden: 100.000 Euro
Vermögensschäden sind reine finanzielle Verluste ohne vorherigen Personen- oder Sachschaden. Sie sind in der Schülerhaftpflicht deutlich niedriger gedeckelt als Personen- und Sachschäden. Das ist üblich, weil Vermögensschäden im Schulalltag seltener vorkommen und das Risiko für den Versicherer schwerer kalkulierbar ist.
Die Versicherungssumme gilt pro Versicherungsfall. Verursacht dein Kind also einen Schaden an einem fremden Auto, sind Reparaturkosten bis zur Summe von 3.000.000 Euro abgedeckt. Bei einem reinen Vermögensschaden, etwa wenn dein Kind durch einen Fehler einem Betrieb einen finanziellen Verlust zufügt, sind es maximal 100.000 Euro.
Die Versicherungssumme für Personen- und Sachschäden beträgt in typischen Gruppenverträgen 3.000.000 Euro. Damit sind auch größere Schäden abgedeckt, etwa wenn bei einem Unfall mehrere Personen verletzt werden oder ein teures Fahrzeug beschädigt wird.
Übliche Versicherungssummen in der Schülerhaftpflicht
06 · Schritt für Schritt
So ist die Haftpflichtversicherung für Schüler organisiert
Die Haftpflichtversicherung für Schüler ist fast immer ein Gruppenvertrag. Das bedeutet, dass nicht du als Elternteil den Vertrag abschließt, sondern die Schule, der Schulträger oder ein Förderverein.
Die Haftpflichtversicherung für Schüler ist fast immer ein Gruppenvertrag. Das bedeutet, dass nicht du als Elternteil den Vertrag abschließt, sondern die Schule, der Schulträger oder ein Förderverein. Städte, Gemeinden, Landkreise, Schulzweckverbände, Schulfördervereine oder die Schulen selbst können den Gruppenvertrag einrichten.
Für dich hat das einen großen Vorteil: Du musst dein Kind nicht einzeln anmelden. Im Rahmen des Gruppenvertrages sind sämtliche Schüler eines Schulträgers oder einzelner ausgewählter Schulen automatisch mitversichert. Der Schutz besteht also, ohne dass du aktiv werden musst.
Die Gruppenverträge sind als Jahresverträge konzipiert. Sie verlängern sich automatisch von Jahr zu Jahr, solange der Schulträger den Vertrag nicht kündigt. Für dich bedeutet das: Der Schutz bleibt bestehen, solange dein Kind die Schule besucht und der Schulträger den Vertrag fortführt.
Privatpersonen können den Gruppenvertrag nicht direkt abschließen. Wenn du unsicher bist, ob an der Schule deines Kindes eine Schüler-Zusatzversicherung besteht, fragst du am besten im Sekretariat oder bei der Schulleitung nach. Dort erhältst du auch einen Nachweis für Praktikumsbetriebe oder Schullandheimaufenthalte.
Abschluss durch die Schule oder den Schulträger
Städte, Gemeinden, Landkreise, Schulzweckverbände, Schulfördervereine oder die Schulen selbst schließen den Gruppenvertrag ab. Privatpersonen können diesen Vertrag nicht direkt abschließen.
Automatische Einbeziehung aller Schüler
Im Rahmen des Gruppenvertrages sind sämtliche Schüler eines Schulträgers oder einzelner ausgewählter Schulen automatisch mitversichert. Du musst dein Kind nicht einzeln anmelden.
Jahresvertrag mit automatischer Verlängerung
Die Gruppenverträge sind als Jahresverträge konzipiert. Sie verlängern sich automatisch von Jahr zu Jahr, solange der Vertrag nicht gekündigt wird.
Nachweis für Praktikum oder Schullandheim
Die Schule kann bei Bedarf einen Nachweis über den bestehenden Versicherungsschutz ausstellen. Das ist wichtig, weil Praktikumsbetriebe und Schullandheime diesen Nachweis regelmäßig verlangen.
07 · Vergleich
Haftpflicht, Unfall und Sachschaden: Die Bausteine der Schülerversicherung
Die Haftpflichtversicherung für Schüler ist meist ein Baustein einer umfassenderen Schülerversicherung. Daneben gibt es die Unfallversicherung und die Sachschadenversicherung, die unterschiedliche Risiken abdecken.
Die Haftpflichtversicherung für Schüler ist meist ein Baustein einer umfassenderen Schülerversicherung. Daneben gibt es die Unfallversicherung und die Sachschadenversicherung, die unterschiedliche Risiken abdecken. Die drei Bausteine ergänzen sich, ersetzen sich aber nicht gegenseitig.
Die Haftpflichtversicherung deckt Schäden ab, die dein Kind Dritten zufügt. Ein typisches Beispiel: Dein Kind beschädigt ein fremdes Auto. Die Unfallversicherung leistet bei körperlichen Schäden deines Kindes durch einen Unfall, etwa wenn es auf dem Schulweg stürzt und sich den Arm bricht. Die Sachschadenversicherung übernimmt Schäden an Sachen deines Kindes, zum Beispiel wenn die Brille beim Sportunterricht kaputtgeht.
Die drei Bausteine im Überblick:
- Haftpflichtversicherung: Schäden, die der Schüler Dritten zufügt, ergänzt die private Haftpflichtversicherung.
- Unfallversicherung: Körperliche Schäden des Schülers durch einen Unfall, ergänzt die gesetzliche Unfallversicherung.
- Sachschadenversicherung: Beschädigte oder zerstörte Sachen des Schülers, ergänzt keine gesetzliche Absicherung.
Die Sachschadenversicherung ist besonders für Brillen, Kontaktlinsen, Zahnspangen, Hörgeräte, Prothesen und Kleidungsstücke relevant. Sie ersetzt beschädigte oder zerstörte Sachen zum Zeitwert bis maximal 500 Euro. Schäden an Brillen, Kontaktlinsen, Zahnspangen und Hörgeräten, die im Sportunterricht getragen wurden, sind auch dann versichert, wenn kein Unfall vorliegt.
Die Haftpflichtversicherung reguliert Schäden, die dein Kind anderen zufügt, während die Unfallversicherung für Verletzungen deines Kindes selbst zuständig ist. Diese Unterscheidung ist zentral, denn viele Eltern verwechseln die beiden Bausteine.
| Haftpflichtversicherung | Unfallversicherung | Sachschadenversicherung | |
|---|---|---|---|
| Was ist versichert? | Schäden, die der Schüler Dritten zufügt | Körperliche Schäden des Schülers durch einen Unfall | Beschädigte oder zerstörte Sachen des Schülers |
| Typisches Beispiel | Schüler beschädigt ein fremdes Auto | Schüler stürzt auf dem Schulweg und bricht den Arm | Brille des Schülers geht beim Sportunterricht kaputt |
| Ergänzt gesetzliche Absicherung? | Ergänzt die private Haftpflichtversicherung | Ergänzt die gesetzliche Unfallversicherung | Ergänzt keine gesetzliche Leistung |
| Leistung bei Schulweg-Unfall | Zahlt Schäden am fremden Eigentum | Zahlt bei Invalidität oder Todesfall | Zahlt für beschädigte Kleidung oder Helm |
08 · Was gilt
Gesetzliche Unfallversicherung: Was sie abdeckt und was nicht
Die gesetzliche Unfallversicherung schützt dein Kind bei Unfällen in der Schule und auf dem direkten Schulweg. Sie ist jedoch keine Haftpflichtversicherung und zahlt nicht für Schäden, die dein Kind bei anderen verursacht.
Die gesetzliche Unfallversicherung schützt dein Kind bei Unfällen in der Schule und auf dem direkten Schulweg. Sie ist jedoch keine Haftpflichtversicherung und zahlt nicht für Schäden, die dein Kind bei anderen verursacht. Für Schäden an fremdem Eigentum ist immer eine Haftpflichtversicherung zuständig.
Der gesetzliche Schutz erstreckt sich auf den Weg zur und von der Schule, aber nicht auf Abweichungen vom Schulweg. Fährt dein Kind mit dem Fahrrad zur Schule und weicht unterwegs ab, um einzukaufen, besteht auf dem Weg zum Geschäft kein gesetzlicher Unfallversicherungsschutz. Auch bei privaten Betätigungen im Schullandheim, etwa wenn dein Kind nachts über das Dach klettert, greift die gesetzliche Unfallversicherung nicht.
Gesetzlich versichert sind:
- Unfälle während des Unterrichts
- Unfälle auf dem direkten Weg zur Schule
- Unfälle auf dem direkten Weg von der Schule nach Hause
- Unfälle bei offiziellen Schulveranstaltungen
Nicht gesetzlich versichert sind:
- Unfälle bei einem Umweg zum Einkaufen auf dem Schulweg
- Unfälle in der Freistunde ohne schulischen Bezug
- Unfälle beim privaten Klettern im Schullandheim
- Schäden an Kleidung oder Brille des Schülers
Die gesetzliche Unfallversicherung übernimmt keine Kleiderschäden. Wenn dein Kind auf dem Schulweg stürzt und dabei Anorak und Hose zerreißt, ersetzt die gesetzliche Unfallversicherung nur die Heilbehandlungskosten. Für die Kleidung ist eine Sachschadenversicherung oder eine private Unfallversicherung zuständig.
Gesetzlich versichert
Nicht gesetzlich versichert
09 · Was gilt
Fahrradversicherung für Schüler: Sinnvolle Ergänzung zur Haftpflicht
Die Fahrradversicherung für Schüler ist ein optionaler Baustein, der das Fahrrad selbst absichert. Sie ist von der Haftpflichtversicherung zu unterscheiden, die nur Schäden am fremden Eigentum übernimmt.
Die Fahrradversicherung für Schüler ist ein optionaler Baustein, der das Fahrrad selbst absichert. Sie ist von der Haftpflichtversicherung zu unterscheiden, die nur Schäden am fremden Eigentum übernimmt. Verursacht dein Kind mit dem Fahrrad einen Unfall und beschädigt ein Auto, zahlt die Haftpflichtversicherung. Geht das eigene Fahrrad kaputt oder wird es gestohlen, ist die Fahrradversicherung zuständig.
Die Fahrradversicherung greift bei Verlust, Zerstörung oder Beschädigung von Fahrrädern. Versichert sind:
- Verlust des Fahrrads durch Diebstahl
- Zerstörung des Fahrrads durch einen Unfall
- Beschädigung des Fahrrads durch Vandalismus
- Schäden am Fahrrad nach einem Sturz auf dem Schulweg
Nicht versichert sind:
- Schäden am Auto, wenn der Schüler einen Unfall verursacht
- Verletzungen des Schülers bei einem Fahrradunfall
- Schäden an Kleidung oder Schulranzen
- Schäden am Fahrrad durch normalen Verschleiß
Die Fahrradversicherung ist ein optionaler Baustein, den der Schulträger zusätzlich zur Haftpflichtversicherung abschließen kann. Ob sie an der Schule deines Kindes besteht, erfährst du beim Schulträger oder im Sekretariat. Sie ist vor allem dann sinnvoll, wenn dein Kind ein teureres Fahrrad regelmäßig zur Schule nutzt.
Versichert
Nicht versichert
10 · Fehler vermeiden
Typische Fehler beim Versicherungsschutz für Schüler
Viele Eltern verlassen sich auf die private Haftpflichtversicherung oder die gesetzliche Unfallversicherung und übersehen Lücken. Diese Fehler können im Schadensfall teuer werden.
Viele Eltern verlassen sich auf die private Haftpflichtversicherung oder die gesetzliche Unfallversicherung und übersehen Lücken. Diese Fehler können im Schadensfall teuer werden, weil du dann auf den Kosten sitzen bleibst.
Die häufigsten Fehler sind:
- Du verlässt dich darauf, dass die private Haftpflichtversicherung auch Praktikumsschäden abdeckt. Viele Policen schließen berufsähnliche Tätigkeiten aus, daher ist die Schülerhaftpflicht wichtig.
- Du denkst, die gesetzliche Unfallversicherung schützt dein Kind rund um die Uhr. Sie gilt nur in der Schule und auf dem direkten Schulweg, nicht bei Umwegen oder privaten Aktivitäten.
- Du gehst davon aus, dass die Haftpflichtversicherung für Schüler auch Schäden am eigenen Fahrrad übernimmt. Dafür ist eine separate Fahrradversicherung nötig.
- Du fragst nicht nach, ob an der Schule deines Kindes eine Schüler-Zusatzversicherung besteht. Ohne diesen Gruppenvertrag fehlt der Schutz bei Praktika und Betriebsbesichtigungen.
Ein weiterer Fehler ist die Annahme, dass die gesetzliche Unfallversicherung Kleiderschäden ersetzt. Das ist nicht der Fall. Wenn dein Kind auf dem Schulweg stürzt und die Kleidung zerreißt, bleibt die gesetzliche Unfallversicherung bei den Heilbehandlungskosten. Für die Kleidung brauchst du eine Sachschadenversicherung oder eine private Unfallversicherung.
Der größte Fehler ist, sich auf die private Haftpflichtversicherung zu verlassen, wenn dein Kind ein Praktikum macht. Viele private Policen schließen Schäden aus berufsähnlicher Tätigkeit aus. Ohne Schülerhaftpflicht bleibst du auf den Kosten sitzen, wenn dein Kind im Praktikumsbetrieb etwas beschädigt.
Häufige Fehler und wie du sie vermeidest
11 · Checkliste
Checkliste: So prüfst du den Schutz für dein Kind
Mit dieser Checkliste findest du heraus, ob dein Kind im Schulalltag ausreichend abgesichert ist. Gehe die Punkte einmal im Jahr durch, besonders vor Praktika oder Klassenfahrten.
Versicherungsschutz für Schüler prüfen
Besteht an der Schule deines Kindes eine Schüler-Zusatzversicherung mit Haftpflichtbaustein?
Deckt die private Haftpflichtversicherung deiner Familie auch Schäden während eines Schulpraktikums ab?
Ist dein Kind über die gesetzliche Unfallversicherung auf dem direkten Schulweg geschützt?
Gibt es eine Sachschadenversicherung für Brille, Zahnspange oder Kleidung?
Ist das Fahrrad deines Kindes gegen Diebstahl und Beschädigung versichert?
Hast du für Klassenfahrten oder Schullandheimaufenthalte einen Versicherungsnachweis?
Weißt du, an wen du dich bei einem Schaden in der Schule wenden musst?
Häufige Fragen
Fragen zu Haftpflichtversicherung für Schüler
{{f.a}}
Versicherung
Mehr zu Versicherung
Weiter mit Finanzen
Ratgeber zu Versicherung, Geldanlage und Studienfinanzierung für Studierende.
Alle Finanz-Ratgeber