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MagazineFinanzenVersicherung Haftpflichtversicherung für Studenten
FinanzbildungVersicherung13 Min.

Haftpflichtversicherung für Studenten: Dein Schutz vor den teuersten Fehlern des Alltags

Ein Missgeschick im Labor, ein Kratzer im Auto des Freundes oder ein kaputtes Handy im Café: Als Student haftest du mit deinem gesamten Vermögen. Die private Haftpflichtversicherung ist der günstigste und wichtigste Schutz, den du abschließen kannst.

PrivathaftpflichtStudenten-SchutzVersicherungs-Check
Brauche ich das?
Ja, unbedingt.
Ohne Schutz haftest du privat mit deinem gesamten Vermögen.
Was kostet das?
Meist unter 50 Euro.
Der Jahresbeitrag ist oft günstiger als ein Monat Mensa-Essen.
Bin ich über Eltern versichert?
Nicht immer.
Nur bei Erstausbildung und unter 25 Jahren bist du automatisch mitversichert.

Warum dieses Thema dich als Student direkt betrifft

Du stehst morgens auf, triffst dich mit Freunden in der Bibliothek, gehst zum Sport oder jobbst abends im Café. Überall dort, wo du mit anderen Menschen und deren Eigentum interagierst, kann etwas schiefgehen. Ein unachtsamer Moment genügt, und du hast eine fremde Vase umgestoßen oder das Laptop deines Kommilitonen mit Kaffee übergossen. In diesem Moment wirst du zum Schadensverursacher und das Gesetz stellt klare Regeln auf.

Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) regelt in Paragraf 823, dass du für Schäden, die du einem anderen zufügst, haftbar bist. Das bedeutet: Du musst für die Reparatur oder den Ersatz aufkommen. Und das nicht nur mit deinem Taschengeld oder deinem Konto, sondern mit deinem gesamten aktuellen und zukünftigen Vermögen. Wenn du also heute einen Schaden verursachst und nicht zahlen kannst, kann das auf dein ganzes Leben Auswirkungen haben.

Viele Studierende denken, sie hätten nichts zu verlieren, weil sie kein geregeltes Einkommen haben. Das ist ein gefährlicher Irrtum. Die Gerichte legen bei der Schadensersatzpflicht keinen Rabatt für Studierende fest. Du wirst behandelt wie jede andere volljährige Person. Dein späteres Gehalt nach dem Studium kann gepfändet werden, um alte Schulden zu begleichen. Ein einziger unversicherter Schaden kann dich also Jahrzehnte verfolgen.

Die gute Nachricht ist: Du bist nicht allein mit diesem Risiko. Der Gesetzgeber und die Versicherungswirtschaft haben mit der privaten Haftpflichtversicherung ein Produkt geschaffen, das genau diese existenzielle Gefahr abfedert. Sie ist die am häufigsten abgeschlossene Versicherung in Deutschland und gilt als absoluter Basisbaustein der finanziellen Absicherung. Für dich als Student ist sie nicht nur ein Nice-to-have, sondern eine Notwendigkeit.

Dieser Ratgeber führt dich Schritt für Schritt durch das Thema. Du erfährst, was die Versicherung genau abdeckt, was sie kostet, wo typische Fallstricke lauern und wie du in wenigen Minuten den passenden Schutz findest. Am Ende wirst du in der Lage sein, eine informierte Entscheidung zu treffen und dich selbst zu schützen.

25 Jahre
Bis zu diesem Alter bist du oft kostenlos bei den Eltern mitversichert.
1 Mrd. Euro
Mindestversicherungssumme sollte deine Police für Personen- und Sachschäden bieten.
3.000 Euro
So hoch kann ein Schaden durch einen ausgelösten Feueralarm im Studentenwohnheim schnell sein.

Die private Haftpflichtversicherung einfach erklärt

Stell dir vor, du leihst dir das Fahrrad deines Nachbarn und stürzt damit in ein geparktes Auto. Der Schaden am Auto beträgt rund 2.000 Euro, dein Sturz hat zudem die Jacke deines Nachbarn zerrissen. Für all diese Schäden musst du aufkommen. Die private Haftpflichtversicherung übernimmt in einem solchen Fall die berechtigten Forderungen der Geschädigten. Sie prüft, ob du wirklich schuld bist, und wehrt unberechtigte Ansprüche ab.

Der Kern dieser Versicherung ist der Schutz deines Vermögens. Sie zahlt für Personen-, Sach- und Vermögensschäden, die du fahrlässig verursachst. Personen- und Sachschäden sind die häufigsten Fälle: Du verletzt jemanden beim Sport oder beschädigst fremdes Eigentum. Vermögensschäden sind seltener und betreffen zum Beispiel den finanziellen Nachteil, der durch den Verlust eines Schlüssels entsteht.

Wichtig zu verstehen ist der Begriff der Fahrlässigkeit. Die Versicherung greift bei einfacher Fahrlässigkeit, also wenn du die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht lässt, ohne dass dir Vorsatz unterstellt wird. Wenn du also aus Unachtsamkeit eine Tasse umstößt, ist das einfache Fahrlässigkeit. Wenn du jedoch absichtlich eine Tasse wirfst, um sie zu zerstören, ist das Vorsatz und die Versicherung leistet nicht.

Die Versicherung übernimmt nicht nur die Schadenszahlung, sondern auch die Abwehr unberechtigter Forderungen. Wenn dich jemand zu Unrecht beschuldigt, einen Schaden verursacht zu haben, streitet die Versicherung für dich vor Gericht. Dieser sogenannte passiver Rechtsschutz ist ein enormer Vorteil, denn Anwalts- und Gerichtskosten können schnell höher sein als der eigentliche Schaden.

Zusammengefasst ist die Haftpflichtversicherung ein Vertrag zwischen dir und einem Versicherer. Du zahlst einen jährlichen Beitrag, und im Gegenzug sichert dir der Versicherer zu, dich bei bestimmten Schadensfällen finanziell zu entlasten. Sie ist die wichtigste Versicherung überhaupt, weil sie das Risiko abdeckt, das du selbst durch dein Handeln für andere darstellst.

Bist du noch über deine Eltern versichert? Die 25-Jahre-Regel

Bevor du eine eigene Versicherung abschließt, solltest du prüfen, ob du nicht bereits über deine Eltern geschützt bist. In den meisten privaten Haftpflichtversicherungen sind Kinder bis zu einem bestimmten Alter automatisch mitversichert. Die gängige Regelung sieht vor, dass unverheiratete Kinder, die noch in der Erstausbildung oder im Erststudium sind, bis zum 25. Lebensjahr kostenlos mitversichert sind.

Das bedeutet: Wenn du 21 Jahre alt bist, dein erstes Studium absolvierst und keine eigenen Einkünfte hast, die über eine geringfügige Beschäftigung hinausgehen, bist du in der Regel im Vertrag deiner Eltern mitversichert. Du musst dann keine eigene Police abschließen. Es ist jedoch wichtig, dass du die genauen Bedingungen im Vertrag deiner Eltern prüfst, da es Unterschiede zwischen den Versicherern gibt.

Die Lage ändert sich, wenn du 25 Jahre alt wirst oder dein Erststudium abgeschlossen hast. Sobald du einen Bachelorabschluss in der Tasche hast und ein Masterstudium beginnst, gilt dies nicht mehr als Erstausbildung. Du fällst aus dem Schutz deiner Eltern heraus und musst dich selbst versichern. Auch wenn du ein Zweitstudium oder eine Promotion beginnst, bist du in der Regel nicht mehr über die Eltern abgesichert.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Studentenjob. Wenn du mehr als 20 Stunden pro Woche arbeitest oder ein Praktikum machst, das als Berufstätigkeit gilt, kann dies den Versicherungsschutz über die Eltern beeinflussen. Die Versicherer unterscheiden zwischen einer begleitenden Aushilfstätigkeit und einer hauptberuflichen Tätigkeit. Im Zweifel solltest du bei der Versicherung deiner Eltern nachfragen, ob dein Status noch abgedeckt ist.

Es gibt auch Sonderfälle wie ein Auslandsstudium oder eine längere Krankheit. In diesen Situationen kann der Schutz über die Eltern weiterhin bestehen, wenn die Voraussetzungen der Erstausbildung erfüllt sind. Die sicherste Methode ist ein kurzer Anruf bei der Versicherung deiner Eltern. Frage konkret nach, ob du als Student in deiner aktuellen Situation noch mitversichert bist. So vermeidest du böse Überraschungen im Schadensfall.

Was die Haftpflichtversicherung für Studenten konkret abdeckt

Der Leistungsumfang einer guten Haftpflichtversicherung ist umfangreich. Sie greift in den meisten Alltagssituationen, in denen du fahrlässig einen Schaden verursachst. Dazu gehören Schäden an fremden Sachen, wie das zerkratzte Auto des Nachbarn oder das kaputte Smartphone deiner Freundin. Auch Personenschäden sind abgedeckt, etwa wenn du jemanden beim Sport versehentlich verletzt und dieser Arztkosten oder Verdienstausfall geltend macht.

Ein spezielles Thema für Studenten ist der Schaden in der Untermiete oder im Studentenwohnheim. Wenn du in deiner Wohnung einen Wasserschaden verursachst, weil du die Badewanne überlaufen lässt, und dadurch die Wohnung des Vermieters oder der Nachbarn beschädigt wird, greift deine Haftpflichtversicherung. Sie zahlt für die Reparatur der beschädigten Bausubstanz und der Einrichtung.

Auch der Verlust von fremden Schlüsseln ist ein klassischer Fall. Wenn du den Schlüssel deines Vermieters oder deines Arbeitgebers verlierst, kann das teuer werden, denn oft muss das gesamte Schließsystem ausgetauscht werden. Eine gute Haftpflichtversicherung übernimmt diese Kosten. Achte darauf, dass der Verlust von Schlüsseln ausdrücklich im Vertrag eingeschlossen ist, da dies nicht bei allen Tarifen selbstverständlich ist.

Ein weiterer wichtiger Baustein ist der Schutz im Straßenverkehr. Wenn du mit dem Fahrrad unterwegs bist und einen Fußgänger anfährst, zahlt deine Haftpflichtversicherung für dessen Verletzungen. Auch wenn du einen Unfall mit einem geliehenen Auto verursachst, greift die private Haftpflicht, allerdings nur für Schäden, die nicht von der Kfz-Haftpflicht des Fahrzeugs abgedeckt sind. Das betrifft zum Beispiel den Schaden am Auto selbst, wenn du es geliehen hast.

Nicht abgedeckt sind Schäden an Gegenständen, die du selbst besitzt oder die dir zur Nutzung überlassen wurden. Wenn du also dein eigenes Handy fallen lässt, zahlt die Haftpflicht nicht. Auch Schäden durch vorsätzliches Handeln sind ausgeschlossen. Ebenso wenig greift die Versicherung für Schäden, die du bei der Ausübung deines Berufs verursachst. Dafür benötigst du eine separate Betriebshaftpflicht, die in der Regel dein Arbeitgeber abschließt.

Was kostet eine Haftpflichtversicherung für Studenten?

Die Kosten für eine private Haftpflichtversicherung sind für Studenten erfreulich gering. Du kannst mit einem Jahresbeitrag rechnen, der deutlich unter rund 100 Euro liegt. Viele gute Tarife sind bereits für einen Betrag zu haben, der dem Preis von zwei bis drei Kinobesuchen entspricht. Im Vergleich zu dem Risiko, das du absicherst, ist das ein außergewöhnlich gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Der genaue Beitrag hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu gehören die gewählte Versicherungssumme, der Umfang des Vertrags und mögliche Zusatzbausteine. Ein Tarif mit einer sehr hohen Deckungssumme von 50 Millionen Euro oder mehr ist etwas teurer als ein Basistarif mit 10 Millionen Euro. Für dich als Student ist es ratsam, auf eine hohe Deckungssumme zu achten, da der Beitragsunterschied oft nur wenige Euro pro Jahr beträgt.

Einige Versicherer bieten spezielle Studententarife an, die günstiger sind als reguläre Tarife. Diese richten sich an Personen in Ausbildung und Studium und setzen voraus, dass du immatrikuliert bist. Andere Versicherer verzichten auf eine solche Unterscheidung und bieten allen Kunden den gleichen günstigen Preis. Es lohnt sich, verschiedene Anbieter zu vergleichen, um das beste Angebot für deine Situation zu finden.

Du kannst die Versicherung entweder jährlich oder monatlich zahlen. Bei jährlicher Zahlweise gewähren die meisten Versicherer einen kleinen Nachlass. Als Student mit begrenztem Budget kann die monatliche Zahlweise jedoch die bessere Wahl sein, um deine Liquidität zu planen. Achte darauf, dass bei monatlicher Zahlung keine versteckten Zuschläge anfallen.

Wichtig ist, dass du nicht nur auf den Preis schaust. Ein extrem billiger Tarif kann im Schadensfall erhebliche Nachteile haben, etwa niedrige Deckungssummen oder viele Ausschlüsse. Die beste Strategie ist, einen Tarif mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis zu wählen, der eine hohe Deckungssumme und wichtige Zusatzbausteine wie den Schlüsselverlust beinhaltet. Die Ersparnis von wenigen Euro pro Jahr ist es nicht wert, im Ernstfall auf hohen Kosten sitzen zu bleiben.

Worauf du beim Abschluss unbedingt achten solltest

Beim Vergleich von Haftpflichtversicherungen gibt es einige entscheidende Kriterien, die du beachten solltest. Das wichtigste ist die Versicherungssumme. Sie sollte für Personen- und Sachschäden mindestens 10 Millionen Euro betragen, besser sind 50 Millionen Euro oder mehr. Diese Summe stellt sicher, dass auch schwere Unfälle mit langwierigen Behandlungen und hohen Kosten abgedeckt sind.

Ein weiteres wichtiges Kriterium ist der Verzicht auf die Einrede der groben Fahrlässigkeit. Das bedeutet, dass die Versicherung auch dann zahlt, wenn du besonders schwer fahrlässig gehandelt hast, zum Beispiel wenn du betrunken eine Vase umgestoßen hast. Ohne diese Klausel kann die Versicherung die Leistung kürzen oder verweigern. Achte darauf, dass dieser Punkt im Vertrag enthalten ist.

Die sogenannte Auslandsschadenschutz-Klausel ist ebenfalls wichtig. Sie stellt sicher, dass du auch im Ausland versichert bist, wenn du zum Beispiel ein Praktikum in Spanien machst oder ein Semester im Ausland verbringst. Viele Tarife bieten einen weltweiten Schutz für einen begrenzten Zeitraum, andere schließen das Ausland aus. Für dich als Student ist ein weltweiter Schutz empfehlenswert.

Prüfe außerdem, ob der Verlust von Schlüsseln und die Schäden an gemieteten Räumen abgedeckt sind. Diese beiden Punkte sind für Studenten besonders relevant, da sie häufig in Wohngemeinschaften oder Studentenwohnheimen leben. Ein guter Tarif sollte diese Risiken ohne Zusatzkosten einschließen. Wenn du dir unsicher bist, lies die Vertragsbedingungen genau oder frage den Kundenservice des Versicherers.

Achte auf die maximale Vertragslaufzeit. Die meisten Haftpflichtversicherungen haben eine Laufzeit von einem Jahr und verlängern sich automatisch, wenn du nicht kündigst. Du solltest sicherstellen, dass du eine Kündigungsfrist von drei Monaten zum Ende der Vertragslaufzeit hast. So bleibst du flexibel und kannst bei einer Beitragserhöhung oder einem besseren Angebot den Anbieter wechseln.

Typische Fehler, die du als Student vermeiden solltest

Der häufigste Fehler ist, gar keine Haftpflichtversicherung abzuschließen und sich darauf zu verlassen, dass schon nichts passieren wird. Die Statistik zeigt jedoch, dass die meisten Menschen im Laufe ihres Lebens mindestens einmal einen Schaden verursachen. Ein einziger unversicherter Vorfall kann deine finanzielle Zukunft zerstören. Dieser Fehler ist der schwerwiegendste und am einfachsten zu vermeiden.

Ein weiterer Fehler ist die Annahme, dass man über die Eltern unbegrenzt versichert ist. Viele Studierende überschreiten die Altersgrenze von 25 Jahren oder beginnen ein Zweitstudium, ohne sich über ihren Versicherungsstatus zu informieren. Wenn dann ein Schaden eintritt, stellen sie fest, dass sie nicht versichert sind. Prüfe deinen Status regelmäßig, insbesondere bei Lebensveränderungen wie einem Studienabschluss oder einem Jobwechsel.

Manche Studenten wählen den absolut billigsten Tarif, ohne auf die Vertragsbedingungen zu achten. Sie sparen zehn Euro im Jahr und stellen im Schadensfall fest, dass die Deckungssumme zu niedrig ist oder wichtige Bausteine wie der Schlüsselverlust fehlen. Dieser Sparansatz ist kontraproduktiv. Ein guter Tarif kostet nur wenig mehr und bietet deutlich mehr Sicherheit.

Ein weiterer verbreiteter Fehler ist, die Versicherung nicht zu dokumentieren. Du solltest deinen Versicherungsschein und die Vertragsunterlagen an einem sicheren Ort aufbewahren. Wenn du umziehst oder deine E-Mail-Adresse änderst, musst du dies dem Versicherer mitteilen. Andernfalls kann es zu Problemen bei der Kommunikation im Schadensfall kommen.

Schließlich solltest du den Fehler vermeiden, einen Schaden nicht zu melden, weil du denkst, er sei zu klein. Auch kleine Schäden können sich summieren und zu hohen Forderungen führen. Melde jeden Schaden umgehend deiner Versicherung, auch wenn du glaubst, dass er unter deiner Selbstbeteiligung liegt. Die Versicherung kann dann prüfen, ob sie die Forderung anerkennt oder abwehrt. Ein ungemeldeter Schaden kann später zu Problemen führen, wenn der Geschädigte doch noch Ansprüche geltend macht.

Dein Fahrplan: So schließt du in 4 Schritten deinen Schutz ab

Der erste Schritt ist die Bestandsaufnahme. Prüfe, ob du über deine Eltern versichert bist. Frage bei der Versicherung deiner Eltern nach, ob dein aktueller Status als Student abgedeckt ist. Notiere dir das Datum, bis zu dem dieser Schutz gilt, und setze dir eine Erinnerung. Wenn du älter als 25 bist oder dein Erststudium abgeschlossen hast, gehe direkt zu Schritt zwei.

Der zweite Schritt ist der Vergleich von Tarifen. Nutze Online-Vergleichsportale, um verschiedene Haftpflichtversicherungen gegenüberzustellen. Achte dabei nicht nur auf den Preis, sondern auf die in diesem Ratgeber genannten Kriterien: hohe Deckungssumme, Verzicht auf die Einrede der groben Fahrlässigkeit, Schlüsselverlust und Auslandsschutz. Filtere die Ergebnisse entsprechend und grenze die Auswahl auf zwei bis drei Tarife ein.

Der dritte Schritt ist die Prüfung der Vertragsbedingungen. Lies die Unterlagen der ausgewählten Tarife sorgfältig durch. Achte auf versteckte Ausschlüsse und prüfe, ob alle für dich relevanten Bausteine enthalten sind. Wenn du unsicher bist, kontaktiere den Kundenservice des Versicherers und stelle konkrete Fragen. Ein guter Versicherer beantwortet deine Fragen ausführlich und verständlich.

Der vierte Schritt ist der Abschluss. Du kannst die Versicherung online oder telefonisch abschließen. Halte deine persönlichen Daten bereit, darunter deine Adresse, dein Geburtsdatum und deine Studienbescheinigung. Nach dem Abschluss erhältst du deine Vertragsunterlagen per Post oder E-Mail. Bewahre diese sorgfältig auf und speichere die Kontaktdaten deines Versicherers in deinem Handy.

Nach dem Abschluss solltest du den Schutz regelmäßig überprüfen. Wenn du dein Studium beendest, eine Familie gründest oder eine berufliche Tätigkeit aufnimmst, können sich deine Anforderungen ändern. Eine Haftpflichtversicherung ist ein lebenslanger Begleiter. Einmal abgeschlossen, musst du sie in der Regel nie wieder wechseln, solange der Beitrag stabil bleibt und der Versicherer gute Leistungen bietet.

Deine Rechte und Pflichten im Schadensfall

Wenn du einen Schaden verursachst, hast du bestimmte Pflichten gegenüber deiner Versicherung. Die wichtigste ist die unverzügliche Meldung des Schadens. Du solltest den Vorfall so schnell wie möglich, idealerweise innerhalb von einer Woche, deiner Versicherung melden. Je früher du den Schaden meldest, desto schneller kann die Versicherung reagieren und die Ansprüche prüfen.

Du bist außerdem verpflichtet, den Schaden so gut wie möglich zu dokumentieren. Mache Fotos von der Schadensstelle, notiere dir die Namen und Adressen von Zeugen und bewahre alle relevanten Belege auf. Diese Informationen helfen der Versicherung, den Fall zu bewerten und die berechtigten Ansprüche zu regulieren. Eine sorgfältige Dokumentation kann den Prozess erheblich beschleunigen.

Du darfst ein Schadensersatzangebot des Geschädigten nicht ohne Rücksprache mit deiner Versicherung annehmen. Die Versicherung hat das Recht, die Verhandlungen zu führen und zu entscheiden, ob ein Angebot angemessen ist. Wenn du eigenmächtig eine Zahlung zusagst, kann dies den Versicherungsschutz gefährden. Überlasse die Kommunikation mit dem Geschädigten im Zweifel der Versicherung.

Deine Rechte im Schadensfall sind ebenfalls klar definiert. Du hast Anspruch darauf, dass deine Versicherung die berechtigten Forderungen übernimmt und unberechtigte Forderungen abwehrt. Wenn die Versicherung die Leistung verweigert, kannst du dich an den Ombudsmann der Versicherungswirtschaft wenden. Diese unabhängige Schlichtungsstelle hilft bei Streitigkeiten zwischen Versicherten und Versicherern.

Ein wichtiger Punkt ist die Selbstbeteiligung. Viele Tarife bieten eine optionale Selbstbeteiligung an, die den Beitrag senkt. Wenn du einen Schaden meldest, musst du den vereinbarten Betrag selbst tragen. Überlege bei der Auswahl deines Tarifs, ob eine Selbstbeteiligung für dich sinnvoll ist. Eine niedrige Selbstbeteiligung von rund 150 Euro ist oft ein guter Kompromiss zwischen Beitragshöhe und Leistungsumfang.

Kurzer Selbst-Check: Brauchst du das?

Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.

Bist du älter als 25 Jahre oder hast du dein Erststudium abgeschlossen?
Würdest du einen Schaden von mehreren Tausend Euro aus eigener Tasche zahlen können?
Hast du eine eigene Police oder verlässt du dich auf den Schutz deiner Eltern?
Beantworte die Fragen für deine Empfehlung.

Häufige Fragen

Du musst den Schaden aus eigener Tasche zahlen. Wenn du das nicht kannst, kann der Geschädigte dein Einkommen pfänden lassen. Das gilt auch für zukünftiges Einkommen nach dem Studium. Eine Haftpflichtversicherung ist daher essenziell.

Das hängt vom Vertrag deiner Eltern ab. Viele Tarife bieten einen weltweiten Schutz für einen begrenzten Zeitraum, oft bis zu 12 Monate. Prüfe die Bedingungen oder frage bei der Versicherung nach, bevor du ins Ausland gehst.

Ja, in der Regel schon. Wenn du fahrlässig einen Schaden in der gemeinsamen Wohnung verursachst, zum Beispiel einen Wasserschaden, greift deine Haftpflichtversicherung. Schäden an deinem eigenen Eigentum sind jedoch nicht abgedeckt.

Einfache Fahrlässigkeit liegt vor, wenn du die nötige Sorgfalt außer Acht lässt, wie beim Umstoßen einer Tasse. Grobe Fahrlässigkeit ist ein schwerwiegender Verstoß, etwa wenn du betrunken Auto fährst. Viele Tarife verzichten auf die Einrede der groben Fahrlässigkeit.

Ja, die Beiträge zur Haftpflichtversicherung können als sonstige Vorsorgeaufwendungen in der Steuererklärung angegeben werden. Sie werden jedoch nur bis zu einem bestimmten Höchstbetrag berücksichtigt. Für Studenten mit geringem Einkommen ist der Effekt oft gering.

Wenn das Praktikum Teil deines Studiums ist und du nicht hauptberuflich arbeitest, bist du in der Regel über deine private Haftpflicht oder die deiner Eltern versichert. Für berufliche Tätigkeiten benötigt der Arbeitgeber eine eigene Betriebshaftpflicht.

Der 5-Minuten-Finanzkurs

Eine Mail pro Woche: Versicherung, BAföG, erstes Investieren, ohne Fachchinesisch, ohne Verkaufsdruck.

SR

StudySmarter-Redaktion

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Redaktionell geprüft. Stand: 30.08.2026, nächste Prüfung: 02/2027. Dieser Artikel ist Finanzbildung, keine Rechts- oder Steuerberatung.