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Grundfähigkeits­versicherung Ratgeber: Schutz für deine Arbeitskraft

Die Grundfähigkeits­versicherung zahlt eine monatliche Rente, wenn du grundlegende Fähigkeiten wie Sehen, Gehen oder Sprechen verlierst. Sie ist vor allem für Menschen interessant, die körperlich arbeiten oder keine Berufsunfähigkeits­versicherung abschließen können.

11 Kapitel · 14 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • Die Grundfähigkeitsversicherung leistet beim Verlust oder der Beeinträchtigung versicherter Grundfähigkeiten, unabhängig von deinem Beruf.
  • Die Gesundheitsprüfung ist oft weniger umfangreich als bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung.
  • Für körperlich arbeitende Menschen sind die Beiträge häufig niedriger als bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung.
  • Psychische Erkrankungen sind nur über optionale Zusatzbausteine abgesichert.

01 · Grundlagen

Was ist eine Grundfähigkeits­versicherung?

Die Grundfähigkeitsversicherung ist eine Form der Arbeitskraftsicherung, die es erst seit dem Jahr 2000 gibt. Sie sichert Fähigkeiten ab, die du für deinen Alltag und Beruf brauchst.

Anders als eine Unfallversicherung leistet sie nicht nur nach einem Unfall, sondern auch bei Krankheit oder Kräfteverfall. Entscheidend ist allein, ob du eine vertraglich definierte Fähigkeit verlierst oder so stark beeinträchtigt wirst, dass du die festgelegte Schwelle unterschreitest.

Versichert sind sowohl angeborene Fähigkeiten wie Sehen oder Hören als auch erlernte motorische Fähigkeiten wie der Gebrauch der Hände. Die Leistung hängt nicht von deinem Beruf ab, sondern vom Verlust der Fähigkeit selbst. Deshalb kann die Versicherung auch dann zahlen, wenn du weiterhin in deinem Beruf arbeiten könntest, aber im Alltag oder bei bestimmten Tätigkeiten eingeschränkt bist.

Für Studierende kann das relevant sein, wenn du neben dem Studium körperlich arbeitest oder eine Tätigkeit anstrebst, bei der du auf bestimmte Grundfähigkeiten angewiesen bist. Die versicherte Rente wird als monatlicher Betrag vereinbart und im Leistungsfall unabhängig von deinem sonstigen Einkommen gezahlt.

Kurz erklärt

Grundfähigkeits­versicherung

Eine Versicherung, die eine monatliche Rente zahlt, wenn du eine oder mehrere versicherte Grundfähigkeiten wie Sehen, Hören, Gehen oder den Gebrauch deiner Hände verlierst oder stark beeinträchtigt wirst.

Die Leistung hängt nicht von deinem Beruf ab, sondern vom Verlust der Fähigkeit selbst.

02 · Vergleich

Grundfähigkeits­versicherung oder Berufsunfähigkeits­versicherung?

Beide Versicherungen sichern deine Arbeitskraft ab, aber sie leisten in unterschiedlichen Situationen. Der Vergleich zeigt, worauf du achten solltest.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung leistet, wenn du deinen zuletzt ausgeübten Beruf zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben kannst. Die Grundfähigkeitsversicherung leistet dagegen, wenn du eine versicherte Grundfähigkeit verlierst, unabhängig davon, ob du deinen Beruf noch ausüben kannst. Das ist ein grundlegender Unterschied, den du bei der Entscheidung berücksichtigen solltest.

Für körperlich arbeitende Menschen ist die Grundfähigkeitsversicherung häufig günstiger als eine Berufsunfähigkeitsversicherung, weil die Beiträge in körperlichen Berufen bei der BU oft sehr hoch sind. Die Gesundheitsprüfung ist bei der Grundfähigkeitsversicherung in vielen Fällen weniger umfangreich, was den Zugang erleichtert. Wer keine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen kann, findet hier möglicherweise eine Alternative.

Eine echte Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung ist die Grundfähigkeitsversicherung jedoch nicht. Wenn du berufsunfähig wirst, ohne eine versicherte Grundfähigkeit zu verlieren, zahlt sie nicht. Umgekehrt leistet sie auch dann, wenn keine Berufsunfähigkeit vorliegt, aber eine Grundfähigkeit verloren geht. Die BU bleibt der umfassendere Schutz, die Grundfähigkeitsversicherung ist eine speziellere Absicherung.

Unterschiede zwischen Grundfähigkeits- und Berufsunfähigkeitsversicherung
Grundfähigkeits­versicherungBerufsunfähigkeits­versicherung
Leistungs­auslöserVerlust oder Beeinträchtigung einer versicherten GrundfähigkeitUnfähigkeit, den zuletzt ausgeübten Beruf auszuüben
Bezug zum BerufUnabhängig vom ausgeübten BerufDirekt an den zuletzt ausgeübten Beruf gekoppelt
Gesundheits­prüfungOft weniger umfangreichIn der Regel detaillierter
Beitragshöhe für körperlich ArbeitendeHäufig niedrigerHäufig höher
Psychische ErkrankungenNur über Zusatzbaustein absicherbarIn der Regel mitversichert

03 · Was gilt

Welche Grundfähigkeiten sind versichert?

Der Versicherungsumfang unterscheidet sich je nach Tarif. Diese körperlichen und geistigen Fähigkeiten sind in vielen Verträgen enthalten.

Dazu gehören Gehen, Treppensteigen, Heben und Tragen, der Gebrauch der Hände, Sehen, Hören, Sprechen, Sitzen, Stehen, Knien und Bücken. Die Bedingungen definieren jeweils genau, ab welcher Einschränkung die Fähigkeit als verloren gilt.

Für das Gehen gilt beispielsweise: Du bist nicht mehr in der Lage, in 20 Minuten selbstständig eine Strecke von 400 Metern über festen und ebenen Boden zurückzulegen. Beim Heben und Tragen geht es darum, mit einem Arm einen zwei Kilogramm schweren Gegenstand von einem Tisch zu heben und fünf Meter weit zu tragen. Beim Sehen gilt ein Restsehvermögen von höchstens 5 Prozent auf jedem Auge als Verlust.

Weitere Fähigkeiten wie der Gleichgewichtssinn, die Orientierung, das Autofahren, die Fingerfertigkeit oder das Schreiben sind oft nur über Zusatzbausteine abgesichert. Auch die Pflegebedürftigkeit, definiert als tägliche Hilfe bei mindestens vier Alltagshandlungen, kann versichert sein. Prüfe im Vertrag, welche Fähigkeiten im Basisschutz enthalten sind und welche du zusätzlich vereinbaren musst.

Häufig versichert

·Gehen (400 Meter in 20 Minuten)
·Treppensteigen (12 Stufen ohne Pause)
·Heben und Tragen (2 kg über 5 Meter)
·Gebrauch der Hände (Greifen und Halten von 200 g)
·Sehen (Restsehvermögen von höchstens 5 Prozent)
·Hören (Resthörvermögen von höchstens 25 Prozent)
·Sprechen
·Sitzen (20 Minuten ununterbrochen)
·Stehen (10 Minuten ohne Abstützen)
·Knien und Bücken
·Pflegebedürftigkeit (Hilfe bei mindestens 4 Alltagshandlungen)

Oft nur als Zusatzbaustein

·Orientierungssinn
·Gleichgewichtssinn
·Autofahren
·Fingerfertigkeit
·Schreiben
·Geistige Fähigkeiten (Gedächtnis, Konzentration)
·Eigenverantwortliches Handeln
·Psychische Erkrankungen

04 · Schritt für Schritt

Wann leistet die Grundfähigkeits­versicherung?

Der Leistungsfall tritt ein, wenn du eine versicherte Grundfähigkeit für einen bestimmten Zeitraum verlierst. Die genauen Bedingungen legt jeder Versicherer in seinen Vertragsbedingungen fest.

Die Einschränkung muss voraussichtlich mindestens sechs Monate andauern. Manche Tarife verlangen einen Prognosezeitraum von zwölf Monaten, bevor sie die Rente zahlen.

Ein Arzt dokumentiert den Verlust der Grundfähigkeit. Der Versicherer prüft anhand der Vertragsbedingungen, ob der Leistungsfall vorliegt. Nach Anerkennung zahlt er die vereinbarte monatliche Rente, unabhängig davon, ob du weiterhin Einkommen erzielst oder nicht.

Wichtig ist, dass du die genauen Definitionen in den Vertragsbedingungen kennst. Nicht jede Einschränkung führt automatisch zur Leistung. Die Schwelle muss exakt unterschritten sein, zum Beispiel beim Gehen die 400 Meter in 20 Minuten. Lies die Bedingungen vor dem Abschluss sorgfältig, damit du weißt, wann du dich auf die Rente verlassen kannst.

01

Verlust oder Beeinträchtigung

Du verlierst eine versicherte Grundfähigkeit oder sie wird so stark beeinträchtigt, dass die im Vertrag definierte Schwelle unterschritten wird.

02

Prognosezeitraum

Die Einschränkung muss voraussichtlich mindestens sechs Monate andauern. Manche Tarife verlangen einen Zeitraum von zwölf Monaten.

03

Ärztliche Feststellung

Ein Arzt dokumentiert den Verlust der Grundfähigkeit. Der Versicherer prüft anhand der Vertragsbedingungen, ob der Leistungsfall vorliegt.

04

Zahlung der monatlichen Rente

Nach Anerkennung des Leistungsfalls zahlt der Versicherer die vereinbarte monatliche Rente, solange die Beeinträchtigung besteht.

05 · Kosten

Was kostet eine Grundfähigkeits­versicherung?

Die Beitragshöhe hängt von mehreren Faktoren ab.

Die Beitragshöhe wird von mehreren Faktoren bestimmt: dein Alter bei Versicherungsbeginn, die Höhe der versicherten Rente, die Laufzeit des Vertrags, der Umfang des Versicherungsschutzes, deine Berufsklasse sowie mögliche Risikozuschläge. Je jünger du beim Abschluss bist, desto günstiger ist der Beitrag, weil das Risiko einer Beeinträchtigung statistisch niedriger ist.

Für einen 18-jährigen angestellten Mechatroniker kann der Beitrag für eine monatliche Rente von 1.000 Euro bei etwa 31 Euro im Monat liegen, bei einem Endalter von 67 Jahren. Das ist ein Beispielwert, der je nach Anbieter und Tarif variiert. Dein individueller Beitrag hängt von deinem Beruf, deinem Gesundheitszustand und den gewählten Zusatzbausteinen ab.

Risikozuschläge fallen an, wenn du Vorerkrankungen hast oder riskante Hobbys wie Kampfsport, Flugsport oder Motorsport ausübst. Auch der Umfang des Versicherungsschutzes beeinflusst den Preis: Wer psychische Erkrankungen über einen Zusatzbaustein absichert, zahlt mehr als im Basisschutz. Vergleiche deshalb nicht nur den Beitrag, sondern auch die Leistungen.

Einflussfaktoren auf den Beitrag

Höhe der versicherten Rentez. B. 1.000 EUR monatlich
Laufzeit des Vertragsz. B. bis Alter 67
Umfang des Versicherungsschutzesmit oder ohne Zusatzbausteine
Berufsklasseabhängig vom Beruf
Risikozuschlägebei Vorerkrankungen oder riskanten Hobbys

06 · Im Vertrag

Gesundheits­prüfung und Vorerkrankungen

Vor dem Abschluss musst du Fragen zu deinem Gesundheitszustand beantworten. Die Prüfung ist bei der Grundfähigkeitsversicherung oft weniger detailliert als bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung.

Du solltest alle Angaben wahrheitsgemäß machen, denn falsche Angaben können im Leistungsfall zum Verlust des Versicherungsschutzes führen.

Typische Fragen betreffen Körpergröße und Körpergewicht, stationäre Behandlungen und ambulante Therapien, chronische und psychische Erkrankungen sowie die regelmäßige Einnahme von Medikamenten. Auch riskante Hobbys wie Fallschirmspringen oder Extremsport musst du angeben. Aus diesen Angaben berechnet der Versicherer dein individuelles Risiko.

Je nach Ergebnis der Gesundheitsprüfung kann der Versicherer Risikozuschläge verlangen, bestimmte Fähigkeiten ausschließen oder den Antrag ablehnen. Für Menschen mit Vorerkrankungen, die keine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommen, ist die Grundfähigkeitsversicherung oft trotzdem zugänglich, weil die Prüfung weniger streng ist.

Typische Fragen im Antrag

Körpergröße und KörpergewichtBasisdatenAus diesen Angaben wird der Body-Mass-Index berechnet, der Hinweise auf bestimmte Risiken geben kann.
Stationäre Behandlungen und ambulante TherapienVorgeschichteZurückliegende Krankenhausaufenthalte oder laufende Behandlungen musst du angeben.
Chronische und psychische ErkrankungenDiagnosenBestehende oder frühere Erkrankungen können zu Risikozuschlägen oder Ausschlüssen führen.
MedikamenteneinnahmeBehandlungRegelmäßig eingenommene Medikamente musst du nennen, da sie auf bestehende Erkrankungen hinweisen.
Riskante HobbysFreizeitKampfsport, Flugsport, Fallschirmspringen, Motorsport oder Extremsport können den Beitrag erhöhen.

07 · Checkliste

Für wen ist die Grundfähigkeits­versicherung sinnvoll?

Nicht für jeden ist diese Versicherung die beste Wahl. Diese Gruppen profitieren besonders von einer Grundfähigkeitsversicherung.

Besonders sinnvoll ist die Grundfähigkeitsversicherung für Menschen, die in ihrem Beruf körperlich arbeiten. Köchinnen, Tischler, Tänzer oder Handwerker sind auf Fähigkeiten wie den Gebrauch der Hände, das Stehen oder das Heben angewiesen. Fällt eine dieser Fähigkeiten weg, können sie ihren Beruf oft nicht mehr ausüben.

Auch für Selbstständige und freiberuflich Tätige kann die Versicherung wichtig sein, weil sie oft keine betriebliche Unfallversicherung oder gesetzliche Absicherung haben. Wer aufgrund von Vorerkrankungen keine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen kann, findet in der Grundfähigkeitsversicherung möglicherweise eine Alternative, um zumindest die wichtigsten körperlichen Fähigkeiten abzusichern.

  • Berufstätige mit überwiegend körperlicher Arbeit, zum Beispiel Köchinnen, Tischler oder Tänzer
  • Selbstständige und freiberuflich Tätige ohne betriebliche Unfallversicherung
  • Menschen, die aufgrund von Vorerkrankungen keine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen können
  • Personen, die eine kostengünstigere Absicherung ihrer Arbeitskraft suchen

Geeignete Personengruppen

01

Berufstätige mit überwiegend körperlicher Arbeit, zum Beispiel Köchinnen, Tischler oder Tänzer

02

Selbstständige und freiberuflich Tätige ohne betriebliche Unfallversicherung

03

Menschen, die aufgrund von Vorerkrankungen keine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen können

04

Personen, die eine kostengünstigere Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung suchen

05

Menschen, die bestimmte Grundfähigkeiten wie Sehen oder Gehen besonders absichern möchten

08 · Was gilt

Psychische Erkrankungen und Zusatzbausteine

Psychische Erkrankungen sind im Basisschutz der Grundfähigkeitsversicherung meist nicht enthalten. Über Zusatzbausteine kannst du den Schutz erweitern.

Wer sie absichern möchte, braucht einen Zusatzbaustein. Bei leistungsstarken Tarifen sind dann grundsätzlich alle psychischen Erkrankungen abgesichert, die zu einer Erwerbsunfähigkeit führen, sofern diese Zusatzleistung bei Abschluss vereinbart wurde.

Die Definition der Erwerbsunfähigkeit orientiert sich an der gesetzlichen Regelung: Du bist weniger als drei Stunden pro Tag arbeitsfähig. Auch geistige Fähigkeiten wie Gedächtnis, Konzentration oder Aufmerksamkeit sowie der Orientierungssinn und das eigenverantwortliche Handeln können über Zusatzbausteine versichert werden.

Leichte psychische Beeinträchtigungen ohne Erwerbsunfähigkeit sind dagegen nicht abgedeckt. Ein Burn-out ohne nachgewiesene Erwerbsunfähigkeit führt nicht zur Leistung. Wenn dir der Schutz bei psychischen Erkrankungen wichtig ist, solltest du den Zusatzbaustein von Anfang an einplanen und die Bedingungen genau prüfen.

Mit Zusatzbaustein möglich

·Erwerbsunfähigkeit durch psychische Erkrankungen (weniger als 3 Stunden arbeitsfähig pro Tag)
·Geistige Fähigkeiten wie Gedächtnis, Konzentration oder Aufmerksamkeit
·Orientierungssinn
·Eigenverantwortliches Handeln

Im Basisschutz meist nicht enthalten

·Leichte psychische Beeinträchtigungen ohne Erwerbsunfähigkeit
·Psychische Erkrankungen ohne vereinbarten Zusatzbaustein
·Burn-out ohne nachgewiesene Erwerbsunfähigkeit

09 · Fehler vermeiden

Häufige Fehler beim Abschluss

Diese Fehler können dazu führen, dass du im Leistungsfall keine oder nur eine geringe Rente erhältst.

Ein häufiger Fehler ist die Annahme, die Grundfähigkeitsversicherung leiste bei jeder Berufsunfähigkeit. Sie zahlt nur, wenn du eine versicherte Grundfähigkeit verlierst oder stark beeinträchtigt wirst. Wer berufsunfähig wird, ohne eine Grundfähigkeit zu verlieren, geht leer aus.

Ein weiterer Fehler ist, Vorerkrankungen im Antrag zu verschweigen. Der Versicherer kann im Leistungsfall vom Vertrag zurücktreten, wenn er nachweist, dass du Angaben falsch gemacht hast. Auch wer nur auf den Beitrag schaut und nicht auf die versicherten Fähigkeiten und die Bedingungen für den Leistungsfall, kann eine böse Überraschung erleben.

  • Du verlässt dich darauf, dass die Versicherung bei jeder Berufsunfähigkeit leistet, obwohl sie nur bei Verlust einer Grundfähigkeit zahlt.
  • Du gibst Vorerkrankungen im Antrag nicht an und riskierst den Verlust des Versicherungsschutzes.
  • Du verzichtest auf Zusatzbausteine für psychische Erkrankungen, obwohl du sie absichern möchtest.
  • Du vergleichst nur den Beitrag, nicht aber die versicherten Fähigkeiten und die Prognosezeiträume.

Typische Fehler vermeiden

·Du verlässt dich darauf, dass die Grundfähigkeitsversicherung bei jeder Berufsunfähigkeit leistet. Sie zahlt nur bei Verlust einer versicherten Grundfähigkeit.
·Du gibst im Antrag Vorerkrankungen nicht an. Der Versicherer kann im Leistungsfall vom Vertrag zurücktreten.
·Du verzichtest auf Zusatzbausteine für psychische Erkrankungen, obwohl du sie absichern möchtest.
·Du vergleichst nur den Beitrag, nicht aber die versicherten Grundfähigkeiten und die Bedingungen für den Leistungsfall.
·Du achtest nicht auf die Prognosezeiträume. Manche Tarife verlangen eine Einschränkung von zwölf Monaten statt sechs Monaten.

10 · Hintergrund

Grundfähigkeits­versicherung für Selbstständige

Selbstständige haben oft keinen Anspruch auf gesetzliche Erwerbsminderungsrente oder betriebliche Absicherung. Für sie kann die Grundfähigkeitsversicherung eine wichtige Lücke schließen.

Als Selbstständige oder Selbstständiger trägst du das volle Risiko, wenn du deine Arbeitskraft verlierst. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente steht dir nur zu, wenn du die allgemeine Wartezeit von 5 Jahren erfüllt hast und in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlst. Viele Selbstständige sind nicht gesetzlich abgesichert und haben auch keine betriebliche Unfallversicherung.

Die Grundfähigkeitsversicherung leistet unabhängig von deinem Beruf. Wenn du als selbstständige Handwerkerin nach einem Unfall nicht mehr greifen kannst oder als selbstständiger Fotograf nicht mehr sehen kannst, zahlt die Versicherung die vereinbarte Rente. Das kann deine Existenz sichern, wenn du deine Tätigkeit nicht mehr ausüben kannst.

Achte bei der Auswahl des Tarifs darauf, dass die für deine Tätigkeit wichtigsten Fähigkeiten versichert sind. Für eine Handwerkerin sind das der Gebrauch der Hände, das Heben und Tragen sowie das Stehen. Für einen Fotografen ist das Sehen entscheidend. Prüfe auch, ob du Zusatzbausteine für psychische Erkrankungen oder geistige Fähigkeiten benötigst.

Als Selbstständige oder Selbstständiger trägst du das volle Risiko, wenn du deine Arbeitskraft verlierst. Die Grundfähigkeitsversicherung leistet unabhängig von deinem Beruf und kann eine Alternative sein, wenn du keine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen kannst.

Die Grundfähigkeitsversicherung leistet, wenn du eine versicherte Grundfähigkeit für voraussichtlich sechs Monate oder länger verlierst. Je nach Tarif kann die Leistung auch erst nach zwölf Monaten beginnen. Wenn du als selbstständige Handwerkerin nach einem Unfall nicht mehr greifen oder als selbstständiger Fotograf nicht mehr sehen kannst, zahlt die Versicherung die vereinbarte Rente.

Achte bei der Auswahl des Tarifs darauf, dass die für deine Tätigkeit wichtigsten Grundfähigkeiten versichert sind. Die Gesundheitsprüfung ist bei der Grundfähigkeitsversicherung oft weniger umfangreich als bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung.

11 · Checkliste

Tarifvergleich: Darauf solltest du achten

Die Bedingungen der Grundfähigkeitsversicherung unterscheiden sich je nach Anbieter. Ein Vergleich lohnt sich, bevor du einen Vertrag abschließt.

Achte nicht nur auf den Beitrag, sondern vor allem auf die versicherten Fähigkeiten und die Definitionen, ab wann eine Fähigkeit als verloren gilt.

Prüfe, welche Grundfähigkeiten im Basisschutz enthalten sind und welche du über Zusatzbausteine absichern musst. Wichtig ist auch der Prognosezeitraum: Manche Tarife verlangen eine Einschränkung von mindestens sechs Monaten, andere von zwölf Monaten, bevor sie leisten. Je kürzer der Zeitraum, desto schneller bekommst du im Ernstfall deine Rente.

  • Welche Grundfähigkeiten sind im Basisschutz enthalten und welche nur als Zusatzbaustein?
  • Wie lange muss die Beeinträchtigung voraussichtlich andauern, bis der Versicherer leistet?
  • Wie hoch ist die monatliche Rente, die du absichern möchtest, und welcher Beitrag ergibt sich daraus?
  • Gibt es Risikozuschläge für Vorerkrankungen oder riskante Hobbys und welche Ausschlüsse gelten?

Kriterien für den Tarifvergleich

01

Welche Grundfähigkeiten sind im Basisschutz enthalten?

02

Welche Zusatzbausteine gibt es, zum Beispiel für psychische Erkrankungen oder geistige Fähigkeiten?

03

Wie lange muss die Beeinträchtigung voraussichtlich andauern, bis der Versicherer leistet?

04

Wie hoch ist die monatliche Rente, die du absichern möchtest?

05

Welche Beitragshöhe ergibt sich aus deinem Alter, deinem Beruf und deinem Gesundheitszustand?

06

Gibt es Risikozuschläge für Vorerkrankungen oder riskante Hobbys?

07

Welche Ausschlüsse gelten für bestimmte Fähigkeiten oder Erkrankungen?

08

Wie ist der Versicherer im Leistungsfall erreichbar und wie schnell bearbeitet er Anträge?

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026