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Ratgeber · Versicherung

Grundfähigkeits­versicherung im Alter: So sicherst du deine Arbeitskraft ab

Eine Grundfähigkeits­versicherung leistet eine monatliche Rente, wenn du bestimmte körperliche oder geistige Fähigkeiten verlierst. Sie ist besonders dann eine Option, wenn eine Berufsunfähigkeits­versicherung wegen Vorerkrankungen oder des Alters nicht mehr infrage kommt.

11 Kapitel · 14 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • Die Grundfähigkeitsversicherung zahlt bei Verlust definierter Fähigkeiten wie Sehen, Hören oder Gehen, unabhängig vom Beruf.
  • Sie ist oft günstiger als eine Berufsunfähigkeitsversicherung, leistet aber nicht bei jeder psychischen Erkrankung.
  • Die Gesundheitsprüfung entscheidet über Annahme und Beitrag, Vorerkrankungen können den Abschluss erschweren.
  • Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente reicht meist nicht, um den Lebensstandard zu halten.

01 · Grundlagen

Was ist eine Grundfähigkeits­versicherung?

Die Grundfähigkeitsversicherung sichert deine Arbeitskraft ab, indem sie an den Verlust elementarer Fähigkeiten anknüpft. Entscheidend ist nicht dein Beruf, sondern ob du alltägliche Handlungen nicht mehr ausführen kannst.

Im Kern sicherst du mit diesem Vertrag nicht deinen Beruf ab, sondern eine Liste klar definierter körperlicher und geistiger Basisfertigkeiten. Der Vorteil dieser Konstruktion liegt in der Eindeutigkeit: Der Versicherer prüft im Leistungsfall nicht, ob du deinen Job noch ausüben kannst, sondern nur, ob eine versicherte Fähigkeit dauerhaft verloren ist. Das macht die Leistungsprüfung oft schneller und weniger streitanfällig als bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung.

Für dich bedeutet das: Du erhältst die vereinbarte Rente auch dann, wenn du trotz des Verlusts einer Grundfähigkeit weiterarbeitest. Die Rente wird unabhängig von deinem Einkommen gezahlt und nicht auf gesetzliche Leistungen wie die Erwerbsminderungsrente angerechnet.

Die versicherten Fähigkeiten sind im Vertrag exakt beschrieben, häufig mit konkreten Messgrößen. Ein Beispiel: Gehen gilt als verloren, wenn du nicht mehr in der Lage bist, 400 Meter in 20 Minuten auf festem und ebenem Boden zurückzulegen. Solche Definitionen schaffen Klarheit, erfordern aber auch, dass du die Bedingungen vor dem Abschluss genau liest.

Kurz erklärt

Grundfähigkeits­versicherung

Eine private Versicherung, die eine vereinbarte monatliche Rente zahlt, wenn du bestimmte körperliche oder geistige Grundfähigkeiten dauerhaft verlierst.

Der Leistungsfall tritt unabhängig davon ein, ob du deinen Beruf noch ausüben kannst.

02 · Was gilt

Welche Grundfähigkeiten sind versichert?

Die versicherten Fähigkeiten sind im Vertrag genau definiert. Typische Beispiele sind Sehen, Hören, Sprechen, Gehen, Treppensteigen, Heben und Tragen sowie der Gebrauch der Hände.

Der Basisschutz umfasst in der Regel die Fähigkeiten, die für ein selbstständiges Leben und die meisten Berufe unverzichtbar sind. Dazu gehören Sehen, Hören, Sprechen, Gehen, Treppensteigen, Heben und Tragen, der Gebrauch der Hände, Sitzen, Stehen, Knien, Bücken sowie Greifen und Halten. Auch geistige Fähigkeiten wie Gedächtnis, Konzentration und Aufmerksamkeit können Teil des Basisschutzes sein.

Die Definitionen sind bewusst streng formuliert. So gilt der Handgebrauch erst als verloren, wenn du mit der linken oder rechten Hand eine bereits geöffnete Flasche mit Schraubverschluss nicht öffnen und wieder verschließen kannst. Beim Heben und Tragen liegt die Grenze bei einem zwei Kilogramm schweren Gegenstand, den du über fünf Meter tragen musst.

  • Sehen: Restsehvermögen von höchstens 5 Prozent auf jedem Auge oder eine Einschränkung des Gesichtsfeldes auf höchstens 15 Grad Abstand vom Zentrum.
  • Hören: Resthörvermögen von höchstens 25 Prozent auf beiden Seiten, sodass du Gesprächspartner bei normaler Sprechlautstärke nicht mehr verstehst.
  • Treppensteigen: Du schaffst es nicht mehr, 12 Treppenstufen hinauf- und hinabzusteigen, ohne eine Pause von mindestens einer Minute zu machen.
  • Sitzen: Du bist nicht in der Lage, 20 Minuten ununterbrochen zu sitzen, auch nicht mit Änderung der Sitzposition oder mit Abstützen auf Armlehnen.

Versicherte Fähigkeit

·Sehen (z. B. Restsehvermögen von höchstens 5 Prozent auf jedem Auge)
·Hören (z. B. Resthörvermögen von höchstens 25 Prozent auf beiden Seiten)
·Sprechen (keine verständliche Kommunikation mehr möglich)
·Gehen (z. B. 400 Meter in 20 Minuten nicht möglich)
·Treppensteigen (z. B. 12 Stufen ohne Pause nicht möglich)
·Heben und Tragen (z. B. 2 Kilogramm über 5 Meter nicht möglich)
·Handgebrauch (z. B. Flasche mit Schraubverschluss nicht öffnen)
·Sitzen (z. B. 20 Minuten ununterbrochen nicht möglich)
·Stehen (z. B. 10 Minuten ohne Abstützen nicht möglich)
·Knien und Bücken (z. B. Boden mit Fingern nicht berühren)

Nicht automatisch versichert

·Autofahren (nur über Zusatzbaustein)
·Orientierungssinn (nur über Zusatzbaustein)
·Gleichgewichtssinn (nur über Zusatzbaustein)
·Fingerfertigkeit (nur über Zusatzbaustein)
·Eigenverantwortliches Handeln (nur über Zusatzbaustein)
·Schreiben (nur über Zusatzbaustein)

03 · Hintergrund

Grundfähigkeits­versicherung im Alter: Was ändert sich mit den Jahren?

Mit steigendem Alter wird der Abschluss einer Grundfähigkeitsversicherung teurer, weil das Risiko für den Verlust von Fähigkeiten zunimmt. Gleichzeitig sinkt die Wahrscheinlichkeit, überhaupt noch ohne Ausschlüsse angenommen zu werden.

Je älter du beim Abschluss bist, desto höher fällt der Beitrag aus. Versicherer kalkulieren das Risiko eines Leistungsfalls über die gesamte Vertragslaufzeit, und mit jedem Lebensjahr steigt die Wahrscheinlichkeit, dass eine Grundfähigkeit verloren geht. Ein Einstieg mit 50 oder 55 Jahren kostet deshalb deutlich mehr als ein Abschluss mit 25.

Vorerkrankungen wie Rückenleiden, Diabetes oder psychische Erkrankungen führen im Alter häufiger zu Risikozuschlägen oder Ablehnungen. Die Gesundheitsprüfung wird mit zunehmendem Alter strenger, weil die Versicherer mehr Befunde und Behandlungen in den Akten finden. Wer bereits in Behandlung war, muss mit Ausschlüssen rechnen, die genau die Fähigkeiten betreffen, die am wahrscheinlichsten ausfallen.

Für Menschen über 50 kann die Grundfähigkeitsversicherung dennoch eine sinnvolle Alternative sein, wenn eine Berufsunfähigkeitsversicherung nicht mehr angeboten wird. Der Schutz ist dann allerdings oft auf wenige Fähigkeiten begrenzt, und die Beiträge liegen spürbar über denen jüngerer Versicherter. Ein früher Abschluss sichert dir günstigere Konditionen über die gesamte Laufzeit.

Je älter du beim Abschluss bist, desto höher fällt der Beitrag aus. Versicherer kalkulieren das Risiko eines Leistungsfalls über die gesamte Vertragslaufzeit.

Vorerkrankungen wie Rückenleiden, Diabetes oder psychische Erkrankungen führen im Alter häufiger zu Risikozuschlägen oder Ablehnungen. Eine Gesundheitsprüfung ist vor Vertragsabschluss üblich.

Für Menschen über 50 kann die Grundfähigkeitsversicherung dennoch eine sinnvolle Alternative sein, wenn eine Berufsunfähigkeitsversicherung nicht mehr angeboten wird. Der Schutz ist dann allerdings oft auf wenige Fähigkeiten begrenzt.

04 · Vergleich

Grundfähigkeits­versicherung oder Berufsunfähigkeits­versicherung?

Beide Versicherungen sichern deine Arbeitskraft ab, unterscheiden sich aber im Leistungsauslöser. Die Wahl hängt von deinem Beruf, deiner Gesundheit und deinem Budget ab.

Der entscheidende Unterschied liegt im Leistungsauslöser. Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt, wenn du deinem zuletzt ausgeübten Beruf zu mindestens 50 Prozent nicht mehr nachgehen kannst. Die Grundfähigkeitsversicherung zahlt, wenn eine definierte Fähigkeit verloren ist, unabhängig davon, ob du noch arbeitest oder nicht.

Psychische Erkrankungen sind der häufigste Grund für Berufsunfähigkeit. In der Grundfähigkeitsversicherung sind sie nur in bestimmten Konstellationen abgedeckt, etwa wenn eine schwere Störung der geistigen Leistungsfähigkeit vorliegt. Die Berufsunfähigkeitsversicherung leistet hier in der Regel umfassender, ist dafür aber auch teurer und bei der Gesundheitsprüfung strenger.

  • Grundfähigkeitsversicherung: Leistung bei Verlust definierter körperlicher oder geistiger Fähigkeiten, unabhängig vom Beruf.
  • Berufsunfähigkeitsversicherung: Leistung ab 50 Prozent Berufsunfähigkeit im zuletzt ausgeübten Beruf.
  • Beitragshöhe: Die Grundfähigkeitsversicherung ist häufig günstiger, weil der Leistungsumfang schmaler ist.
  • Gesundheitsprüfung: Beide Versicherungen verlangen sie, die Berufsunfähigkeitsversicherung prüft jedoch oft strenger.
Die wichtigsten Unterschiede im direkten Vergleich
Grundfähigkeits­versicherungBerufsunfähigkeits­versicherung
Leistungs­auslöserVerlust definierter körperlicher oder geistiger FähigkeitenBerufsunfähigkeit im zuletzt ausgeübten Beruf ab 50 Prozent
Bezug zum BerufUnabhängig vom ausgeübten BerufKonkret auf den zuletzt ausgeübten Beruf bezogen
Psychische ErkrankungenNur in bestimmten Konstellationen abgedecktLeistet, wenn du deinen Beruf zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben kannst
BeitragshöheHäufig günstigerHäufig teurer

05 · Im Vertrag

Welche Rolle spielt die Gesundheits­prüfung?

Vor Vertragsabschluss fragt der Versicherer deinen Gesundheitszustand ab. Die Angaben entscheiden über Annahme, Ausschlüsse und Beitragshöhe.

Versicherer fragen nach Körpergröße, Gewicht, stationären Behandlungen, ambulanten Therapien, chronischen und psychischen Erkrankungen, Medikamenteneinnahme und Zigarettenkonsum.

Die Fragen musst du wahrheitsgemäß und vollständig beantworten. Falsche oder unvollständige Angaben können dazu führen, dass der Versicherer später die Leistung verweigert oder vom Vertrag zurücktritt. Das gilt auch dann, wenn die verschwiegene Erkrankung nichts mit dem späteren Leistungsfall zu tun hat.

Das Ergebnis der Risikoprüfung fließt in die Prämie ein. Wer ein niedrigeres Risiko aufweist, erhält einen günstigeren Beitrag. Bei Vorerkrankungen kann der Versicherer einen Risikozuschlag verlangen, bestimmte Fähigkeiten ausschließen oder den Antrag ablehnen.

Wichtige Punkte zur Gesundheitsprüfung

GesundheitsfragenPflichtangabenVersicherer fragen nach Körpergröße, Gewicht, stationären Behandlungen, ambulanten Therapien, chronischen und psychischen Erkrankungen, Medikamenteneinnahme und Zigarettenkonsum.
Vorvertragliche AnzeigepflichtRechtsfolgeFalsche oder unvollständige Angaben können dazu führen, dass der Versicherer später die Leistung verweigert oder vom Vertrag zurücktritt.
RisikoprüfungBeitragsberechnungDas Ergebnis der Gesundheitsprüfung fließt in die Prämie ein. Wer ein niedrigeres Risiko aufweist, erhält einen günstigeren Beitrag.
VorerkrankungenAusschluss möglichBestehende Erkrankungen können zu Risikozuschlägen, Leistungsausschlüssen oder einer Ablehnung führen.

06 · Was gilt

Zusatzbausteine: Was kannst du optional absichern?

Neben dem Basisschutz bieten viele Versicherer optionale Bausteine an. Sie erweitern den Schutz auf Fähigkeiten, die im Grundpaket nicht enthalten sind.

Ein wichtiger Zusatzbaustein ist das Autofahren. Er greift, wenn dir die Fahrerlaubnis aus gesundheitlichen Gründen entzogen wird oder du sie aus medizinischen Gründen freiwillig abgibst. Für Menschen, die beruflich auf das Auto angewiesen sind, kann dieser Baustein entscheidend sein.

  • Orientierungssinn: Du bist nicht mehr in der Lage, dich zeitlich, örtlich und zur eigenen Person zu orientieren.
  • Gleichgewichtssinn: Das Besteigen von Leitern oder Gerüsten ist nicht mehr ohne stark erhöhte Unfallgefahr möglich.
  • Fingerfertigkeit: Du schaffst es nicht mehr, ein DIN-A4-Blatt mit einer Haushaltsschere durchzuschneiden.
  • Schreiben: Du kannst mit der linken oder rechten Hand keine fünf Wörter mit jeweils mindestens zehn Buchstaben handschriftlich schreiben.
  • Eigenverantwortliches Handeln: Für dich wurde gerichtlich für mindestens sechs Monate eine Betreuung angeordnet.

Zusatzbaustein

·Autofahren (z. B. Verlust der Fahrerlaubnis aus gesundheitlichen Gründen)
·Orientierungssinn (z. B. zeitliche, örtliche oder personelle Orientierung)
·Gleichgewichtssinn (z. B. Besteigen von Leitern nicht mehr möglich)
·Fingerfertigkeit (z. B. DIN-A4-Blatt mit Schere nicht durchschneiden)
·Eigenverantwortliches Handeln (z. B. Betreuung gerichtlich angeordnet)
·Schreiben (z. B. fünf Wörter mit je zehn Buchstaben nicht handschriftlich möglich)

Nicht im Basisschutz

·Sehen
·Hören
·Sprechen
·Gehen
·Treppensteigen
·Heben und Tragen

07 · Kosten

Wie hoch sollte die Rente sein?

Die Höhe der monatlichen Rente bestimmt, wie gut du im Leistungsfall abgesichert bist. Sie sollte deine laufenden Kosten decken und eine Lücke zur gesetzlichen Rente schließen.

Die vereinbarte Rente wird unabhängig von anderen Einkünften gezahlt und nicht auf gesetzliche Leistungen angerechnet. Sie sollte deine laufenden Kosten decken und die Lücke zur gesetzlichen Erwerbsminderungsrente schließen, die in den meisten Fällen deutlich unter deinem bisherigen Nettoeinkommen liegt.

Als Orientierung gilt: Eine Rente zwischen 500 und 1.000 Euro monatlich deckt die Grundkosten, reicht aber selten für den vollen Lebensstandard. Eine solide Absicherung liegt bei 1.000 bis 2.000 Euro monatlich. Wer umfassend vorsorgen will, vereinbart 2.000 Euro und mehr.

Die Beiträge steigen mit der Rentenhöhe. Kalkuliere deine festen Ausgaben wie Miete, Strom, Lebensmittel und Versicherungen ein und vergleiche sie mit der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente, die du im Leistungsfall erwarten kannst. Die Differenz ist der Betrag, den deine private Vorsorge abdecken sollte.

Kurz erklärt

Mindestabsicherung

Orientierung für die Rentenhöhe

80 Prozent des Nettoeinkommens

08 · Was gilt

Arbeitsunfähigkeit: Wann leistet die Grundfähigkeits­versicherung?

Die Grundfähigkeitsversicherung leistet nicht bei jeder Arbeitsunfähigkeit. Entscheidend ist der dauerhafte Verlust einer versicherten Fähigkeit, nicht eine vorübergehende Krankheit.

Eine Grippe, eine Operation mit vollständiger Genesung oder eine psychische Erkrankung ohne Verlust einer versicherten Grundfähigkeit lösen keine Leistung aus.

Der Leistungsfall tritt ein, wenn eine versicherte Fähigkeit dauerhaft beeinträchtigt ist. Dauerhaft bedeutet in der Regel, dass die Beeinträchtigung voraussichtlich mindestens sechs Monate ununterbrochen besteht. Der Versicherer prüft dies anhand ärztlicher Unterlagen und der vertraglich definierten Grenzwerte.

  • Leistung wird fällig: Dauerhafter Verlust des Sehvermögens unter die vertraglich definierte Grenze.
  • Leistung wird fällig: Dauerhafte Unfähigkeit, 400 Meter in 20 Minuten zu gehen.
  • Leistung wird fällig: Pflegebedürftigkeit mit Hilfebedarf bei mindestens vier Alltagshandlungen für mindestens sechs Monate.
  • Keine Leistung: Vorübergehende Arbeitsunfähigkeit wegen einer Grippe oder nach einer Operation mit vollständiger Genesung.

Leistung wird fällig

·Dauerhafter Verlust des Sehvermögens unter die vertraglich definierte Grenze
·Dauerhafte Unfähigkeit, 400 Meter in 20 Minuten zu gehen
·Dauerhafte Unfähigkeit, 12 Treppenstufen ohne Pause zu steigen
·Pflegebedürftigkeit mit Hilfebedarf bei mindestens vier Alltagshandlungen für mindestens sechs Monate

Keine Leistung

·Vorübergehende Arbeitsunfähigkeit wegen einer Grippe
·Arbeitsunfähigkeit wegen einer Operation mit vollständiger Genesung
·Psychische Erkrankung ohne Verlust einer versicherten Grundfähigkeit
·Berufsunfähigkeit, die nicht auf den Verlust einer Grundfähigkeit zurückgeht

09 · Checkliste

Für welche Berufsgruppen ist die Grundfähigkeits­versicherung sinnvoll?

Die Grundfähigkeitsversicherung eignet sich besonders für Menschen in körperlich anspruchsvollen Berufen. Auch Selbstständige und Personen mit Vorerkrankungen profitieren von diesem Schutz.

Handwerker und Bauarbeiter verlassen sich täglich auf Fähigkeiten wie Heben, Tragen, Knien oder Bücken. Fällt eine davon aus, ist die Arbeit oft nicht mehr möglich, auch wenn der Beruf formal noch ausgeübt werden könnte.

Auch Selbstständige und Freiberufler profitieren, weil sie im Krankheitsfall keine Lohnfortzahlung und oft keinen Anspruch auf gesetzliche Erwerbsminderungsrente in ausreichender Höhe haben. Für sie ist die private Absicherung der Arbeitskraft existenziell.

  • Handwerker und Bauarbeiter mit hoher körperlicher Belastung.
  • Selbstständige und Freiberufler ohne gesetzliche Absicherung im Krankheitsfall.
  • Menschen in spezialisierten Berufen wie Chirurgen, Musiker oder Sportler.
  • Junge Erwachsene mit geringen Ansprüchen an die gesetzliche Erwerbsminderungsrente.
  • Personen, die wegen Vorerkrankungen keine Berufsunfähigkeitsversicherung erhalten.

Berufsgruppen, für die sich der Abschluss lohnt

01

Handwerker und Bauarbeiter mit hoher körperlicher Belastung

02

Selbstständige und Freiberufler ohne gesetzliche Absicherung im Krankheitsfall

03

Menschen in spezialisierten Berufen wie Chirurgen, Musiker oder Sportler

04

Junge Erwachsene mit geringen Ansprüchen an die gesetzliche Erwerbsminderungsrente

05

Personen, die wegen Vorerkrankungen keine Berufsunfähigkeitsversicherung erhalten

06

Arbeitnehmer in Berufen mit hohem Unfallrisiko

10 · Im Vertrag

Prognosezeitraum und Nachversicherungs­garantie: Was bedeuten diese Klauseln?

Zwei Vertragsklauseln beeinflussen die Leistung und die Flexibilität deiner Grundfähigkeitsversicherung. Der Prognosezeitraum definiert, wie lange eine Beeinträchtigung voraussichtlich bestehen muss, die Nachversicherungsgarantie erlaubt spätere Anpassungen.

Der Prognosezeitraum legt fest, wie lange eine Beeinträchtigung voraussichtlich andauern muss, damit der Versicherer leistet. Üblich sind sechs Monate. Die Beeinträchtigung muss also voraussichtlich mindestens sechs Monate ununterbrochen bestehen, bevor die Rente gezahlt wird.

Die Nachversicherungsgarantie erlaubt es dir, die versicherte Rente zu bestimmten Anlässen ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen. Typische Anlässe sind Heirat, Geburt eines Kindes, Gehaltserhöhung oder der Wechsel in die Selbstständigkeit. Diese Klausel ist besonders wertvoll, wenn sich deine Lebensumstände ändern und du mehr Absicherung brauchst.

Achte beim Vertragsabschluss darauf, dass beide Klauseln zu deinen Gunsten formuliert sind. Ein kurzer Prognosezeitraum von sechs Monaten ist besser als ein längerer von zwölf Monaten. Eine Nachversicherungsgarantie ohne erneute Gesundheitsprüfung gibt dir Flexibilität, ohne dass du das Risiko einer Ablehnung trägst.

Wichtige Vertragsklauseln im Detail

PrognosezeitraumLeistungsvoraussetzungDer Prognosezeitraum legt fest, wie lange eine Beeinträchtigung voraussichtlich andauern muss, damit der Versicherer leistet. Üblich sind sechs Monate. Die Beeinträchtigung muss also voraussichtlich mindestens sechs Monate ununterbrochen bestehen.
NachversicherungsgarantieFlexibilitätDie Nachversicherungsgarantie erlaubt es dir, die versicherte Rente zu bestimmten Anlässen ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen. Typische Anlässe sind Heirat, Geburt eines Kindes, Gehaltserhöhung oder der Wechsel in die Selbstständigkeit.

11 · Fehler vermeiden

Typische Fehler beim Abschluss einer Grundfähigkeits­versicherung

Ein unbedachter Abschluss kann dazu führen, dass du im Ernstfall keine Leistung erhältst. Diese Fehler solltest du vermeiden.

Der häufigste Fehler sind falsche oder unvollständige Angaben bei der Gesundheitsprüfung. Beantworte alle Fragen wahrheitsgemäß, auch wenn du befürchtest, dass eine ehrliche Antwort den Beitrag erhöht oder zu einem Ausschluss führt.

Ein weiterer Fehler ist eine zu niedrige Rentenhöhe. Wer nur 500 Euro monatlich absichert, steht im Leistungsfall vor einer großen Lücke, weil die gesetzliche Erwerbsminderungsrente oft nicht ausreicht. Kalkuliere deine laufenden Kosten realistisch und berücksichtige, dass im Pflegefall zusätzliche Ausgaben entstehen können.

  • Falsche Angaben bei der Gesundheitsprüfung: Beantworte alle Fragen wahrheitsgemäß und vollständig.
  • Zu niedrige Rentenhöhe: Kalkuliere deine laufenden Kosten und die Lücke zur gesetzlichen Rente realistisch.
  • Verzicht auf Zusatzbausteine: Prüfe, ob du Fähigkeiten wie Autofahren oder Fingerfertigkeit benötigst.
  • Keine Nachversicherungsgarantie vereinbart: Sichere dir die Möglichkeit, die Rente später ohne Gesundheitsprüfung zu erhöhen.
  • Grundfähigkeitsversicherung als vollwertigen BU-Ersatz betrachtet: Sie deckt psychische Erkrankungen nur eingeschränkt ab.

Häufige Fehler und wie du sie vermeidest

·Falsche Angaben bei der Gesundheitsprüfung: Beantworte alle Fragen wahrheitsgemäß und vollständig.
·Zu niedrige Rentenhöhe: Kalkuliere deine laufenden Kosten und die Lücke zur gesetzlichen Rente realistisch.
·Verzicht auf Zusatzbausteine: Prüfe, ob du Fähigkeiten wie Autofahren oder Fingerfertigkeit benötigst.
·Keine Nachversicherungsgarantie vereinbart: Sichere dir die Möglichkeit, die Rente später ohne Gesundheitsprüfung zu erhöhen.
·Grundfähigkeitsversicherung als vollwertigen BU-Ersatz betrachtet: Sie deckt psychische Erkrankungen nur eingeschränkt ab.
·Zu späte Abschluss: Je älter du bist, desto teurer und schwieriger wird der Abschluss.

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026