Ratgeber · Versicherung
Dread-Disease-Versicherung im Alter: Was sie jetzt noch leistet
Eine Dread-Disease-Versicherung zahlt bei schweren Krankheiten wie Krebs oder Herzinfarkt eine einmalige Summe. Im Alter sind Abschluss, Gesundheitsprüfung und Beitragshöhe jedoch besonderen Bedingungen unterworfen.
9 Kapitel · 11 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Die Versicherung zahlt eine einmalige Kapitalleistung nach Diagnose einer vertraglich definierten schweren Krankheit.
- Psychische Erkrankungen und Schäden am Bewegungsapparat sind in der Regel nicht versichert.
- Das maximale Eintrittsalter liegt bei vielen Anbietern bei 65 Jahren, teils bei 70 Jahren.
- Die Auszahlung ist für Privatpersonen steuerfrei und wird nicht zurückgefordert.
01 · Grundlagen
Was ist eine Dread-Disease-Versicherung?
Die Dread-Disease-Versicherung ist eine Personenversicherung, die bei Eintritt bestimmter schwerer Krankheiten eine vorher festgelegte Summe auszahlt. Anders als eine Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt sie keine monatliche Rente.
Die Dread-Disease-Versicherung zahlt bei Diagnose einer im Vertrag definierten schweren Krankheit eine einmalige Kapitalleistung. Diese Leistung ist unabhängig davon, ob du weiterarbeiten kannst oder später wieder gesund wirst. Der Versicherer prüft ausschließlich, ob die diagnostizierte Krankheit die vertraglich festgelegten Kriterien erfüllt.
Die ausgezahlte Summe steht dir zur freien Verfügung. Du kannst damit medizinische Zusatzkosten bezahlen, Einkommensausfälle überbrücken oder deine Wohnung krankheitsgerecht umbauen. Eine monatliche Rentenzahlung ist bei dieser Versicherungsform nicht möglich.
Die Anzahl der versicherten Krankheitsbilder variiert je nach Anbieter. Die statistisch häufigsten Krankheiten wie Krebs, Herzinfarkt und Schlaganfall sind in allen Verträgen abgesichert. Zusätzlich können chirurgische Eingriffe wie Bypass-Operationen oder Organtransplantationen unter den Versicherungsschutz fallen.
Kurz erklärt
Dread-Disease-Versicherung
Eine Versicherung, die bei Diagnose einer im Vertrag definierten schweren Krankheit (z. B. Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall) eine einmalige Kapitalleistung auszahlt.
Die Leistung ist unabhängig davon, ob du weiterarbeiten kannst oder später wieder gesund wirst.
02 · Vergleich
Dread-Disease-Versicherung oder Berufsunfähigkeitsversicherung?
Beide Versicherungen sichern unterschiedliche Risiken ab. Die Berufsunfähigkeitsversicherung schützt dein Einkommen, die Dread-Disease-Versicherung zahlt bei bestimmten Diagnosen eine Kapitalleistung.
Die Berufsunfähigkeitsversicherung leistet eine monatliche Rente, wenn du deinen zuletzt ausgeübten Beruf zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben kannst. Die Dread-Disease-Versicherung zahlt dagegen eine einmalige Summe bei Diagnose einer definierten schweren Krankheit. Beide Versicherungen verfolgen unterschiedliche Ziele und schließen sich nicht gegenseitig aus.
Ein entscheidender Unterschied liegt im Leistungsauslöser. Bei der Dread-Disease-Versicherung spielt es keine Rolle, ob deine Arbeitskraft eingeschränkt ist oder du in einem anderen Beruf weiterarbeiten könntest. Die Berufsunfähigkeitsversicherung prüft dagegen genau, ob du deinen bisherigen Beruf noch ausüben kannst.
Psychische Krankheiten sind in der Dread-Disease-Versicherung in der Regel nicht versichert. Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung sind sie versichert, wenn sie zur Berufsunfähigkeit führen. Die Auszahlung der Dread-Disease-Versicherung ist steuerfrei, während die Rente aus der Berufsunfähigkeitsversicherung mit dem Ertragsanteil steuerpflichtig ist.
| Dread-Disease-Versicherung | Berufsunfähigkeitsversicherung | |
|---|---|---|
| Leistungsart | Einmalige Kapitalzahlung | Monatliche Rente |
| Leistungsauslöser | Diagnose einer im Vertrag definierten schweren Krankheit | Berufsunfähigkeit von mindestens 50 Prozent im zuletzt ausgeübten Beruf |
| Psychische Krankheiten | In der Regel nicht versichert | Versichert, wenn sie zur Berufsunfähigkeit führen |
| Steuerliche Behandlung | Auszahlung steuerfrei | Rente mit Ertragsanteil steuerpflichtig |
03 · Was gilt
Welche schweren Krankheiten sind versichert?
Der Versicherungsschutz umfasst nur Krankheiten, die im Vertrag ausdrücklich aufgelistet sind. Die häufigsten Leistungsfälle sind Krebs, Herzinfarkt und Schlaganfall.
Jährlich erkranken in Deutschland etwa 500.000 Menschen an Krebs, mehr als 300.000 erleiden einen Herzinfarkt und rund 270.000 einen Schlaganfall.
Zum typischen Versicherungsumfang gehören außerdem Bypass-Operationen, Organtransplantationen, Nierenversagen und Multiple Sklerose mit neurologischen Einschränkungen. Auch der Verlust von Seh- oder Hörfähigkeit sowie schwere Unfälle können abgesichert sein. Die genaue Liste der versicherten Krankheiten unterscheidet sich je nach Anbieter erheblich.
Nicht versichert sind in der Regel psychische Krankheiten wie Burn-out oder Depressionen. Auch Schäden am Bewegungsapparat wie Gelenkverschleiß oder Wirbelsäulenschäden sowie Rheuma fallen nicht unter den Schutz. Bei Krebs sind frühe Stadien je nach Vertragsbedingungen oft nicht erfasst.
In der Regel versichert
In der Regel nicht versichert
04 · Schritt für Schritt
So läuft der Leistungsfall ab
Die Auszahlung erfolgt nach der Diagnose einer versicherten Krankheit. Der weitere Krankheitsverlauf oder eine spätere Genesung ändern nichts an der Leistungspflicht.
Der Leistungsfall beginnt mit der Diagnose einer versicherten schweren Krankheit durch einen Arzt. Die Krankheit muss das im Vertrag festgelegte Stadium erreicht haben. Bei Krebs sind beispielsweise frühe Stadien häufig nicht leistungsauslösend.
Du reichst die ärztlichen Befunde und die Diagnose beim Versicherer ein. Die Prüfung erfolgt anhand der vertraglich vereinbarten Krankheitsdefinitionen. Diese klaren Definitionen machen einen Expertenstreit eher unwahrscheinlich, können aber auch zur Ablehnung führen, wenn das Krankheitsbild nicht exakt den Vertragsbedingungen entspricht.
Nach positiver Prüfung zahlt der Versicherer die vereinbarte Versicherungssumme aus. Das Geld steht dir zur freien Verfügung und wird nicht zurückgefordert, auch wenn die Krankheit folgenlos ausheilt. Mit der Auszahlung endet der Vertrag, ein Versicherungsschutz für eine zweite Erkrankung besteht danach nicht mehr.
Diagnose einer versicherten Krankheit
Ein Arzt stellt eine schwere Krankheit fest, die im Versicherungsschein definiert ist. Die Krankheit muss das im Vertrag festgelegte Stadium erreicht haben.
Leistungsantrag einreichen
Du reichst die ärztlichen Befunde und die Diagnose beim Versicherer ein. Die Prüfung erfolgt anhand der vertraglich vereinbarten Krankheitsdefinitionen.
Einmalige Kapitalzahlung
Nach positiver Prüfung zahlt der Versicherer die vereinbarte Versicherungssumme aus. Das Geld steht dir zur freien Verfügung.
Vertragsende
Mit der Auszahlung endet der Vertrag. Für eine zweite schwere Erkrankung besteht kein Versicherungsschutz mehr aus diesem Vertrag.
05 · Im Vertrag
Welche Rolle spielen Wartezeiten und Karenzzeiten?
Wartezeiten und Karenzzeiten bestimmen, wann der Versicherungsschutz beginnt und wann nach einer Diagnose geleistet wird. Sie sind in den Versicherungsbedingungen festgelegt.
Die Wartezeit ist der Zeitraum nach Vertragsabschluss, in dem noch kein Versicherungsschutz besteht. Sie soll verhindern, dass bereits bekannte Erkrankungen sofort versichert werden. Die Dauer der Wartezeit ist in den Versicherungsbedingungen festgelegt.
Die Karenzzeit ist der Zeitraum zwischen Diagnose und Leistungsbeginn. Die Leistungspflicht beginnt häufig erst mehrere Monate nach der Diagnose. Das bedeutet, dass du nach einer Diagnose nicht sofort mit der Auszahlung rechnen kannst.
Bei Vorerkrankungen können Versicherer einen Leistungsausschluss vereinbaren. Das bedeutet, dass bestimmte Krankheiten oder Körperteile vom Versicherungsschutz ausgenommen werden. Alternativ kann ein Risikozuschlag den Beitrag erhöhen oder der Antrag wird komplett abgelehnt.
Wichtige Fristen und Klauseln
06 · Kosten
Welche Versicherungssumme ist im Alter sinnvoll?
Die Versicherungssumme sollte so gewählt werden, dass sie finanzielle Lücken nach einer schweren Krankheit schließen kann. Im Alter geht es oft um andere Bedarfe als in jungen Jahren.
Die Höhe der Versicherungssumme hängt von deinem individuellen Bedarf ab. Im Alter geht es oft um andere Verwendungszwecke als in jungen Jahren. Der Umbau der Wohnung für Barrierefreiheit kann zwischen 10.000 und 50.000 Euro kosten, medizinische Zusatzkosten und Reha-Maßnahmen zwischen 5.000 und 30.000 Euro.
Für die Überbrückung von Einkommensausfällen sind je nach Lebenssituation Summen zwischen 20.000 und 100.000 Euro sinnvoll. Die Kredittilgung oder Entschuldung kann zwischen 10.000 und 80.000 Euro erfordern. Die Höchstversicherungssummen liegen bei vielen Anbietern bei mehreren hunderttausend Euro, teils bis zu 1 Million Euro.
Die Beitragshöhe hängt von Alter, Versicherungssumme, Laufzeit und Gesundheitszustand ab. Je höher die gewählte Summe, desto teurer wird der Vertrag. Im Alter steigen die Beiträge deutlich an, weil das Risiko einer schweren Erkrankung zunimmt.
07 · Fehler vermeiden
Vorerkrankungen und Gesundheitsprüfung im Alter
Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit von Vorerkrankungen. Das wirkt sich auf die Annahme des Antrags und die Beitragshöhe aus.
Bei Vorerkrankungen können Versicherer einen Risikozuschlag fordern, einen Leistungsausschluss vereinbaren oder den Versicherungsschutz komplett ablehnen.
Die Gesundheitsprüfung kann je nach Alter und Versicherungssumme unterschiedlich ausfallen. Bei niedrigen Summen und jüngeren Personen stellen manche Anbieter nur sehr einfache Fragen zur Gesundheit. Im Alter sind die Gesundheitsfragen in der Regel umfangreicher und die Annahmechancen sinken.
Viele Anbieter nehmen nur Personen bis 65 Jahre auf, teils bis 70 Jahre. Das maximale Eintrittsalter kann sich bei der Wahl von Zusatzoptionen verändern. Wer bereits Vorerkrankungen hat, sollte vor einem Antrag prüfen, ob ein Risikozuschlag oder Leistungsausschluss den Nutzen der Versicherung einschränkt.
Häufige Probleme bei Abschluss im Alter
08 · Checkliste
Lohnt sich eine Dread-Disease-Versicherung im Alter?
Die Entscheidung hängt von deiner finanziellen Situation, deinem Gesundheitszustand und deinen bestehenden Absicherungen ab. Eine pauschale Antwort gibt es nicht.
Prüfe zuerst, ob du bereits eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder eine ausreichende private Altersvorsorge hast.
Kannst du die Beiträge auch im Ruhestand dauerhaft tragen? Die Beiträge steigen mit dem Alter deutlich an. Überlege, welche Krankheiten in deinem Alter für dich besonders relevant sind. Sind psychische Erkrankungen oder Erkrankungen des Bewegungsapparats für dich ein Thema, ist die Dread-Disease-Versicherung oft nicht passend.
Hast du Vorerkrankungen, die zu einem Risikozuschlag oder Leistungsausschluss führen könnten? Benötigst du eine einmalige Kapitalleistung oder eher eine monatliche Rente? Wenn du eine monatliche Absicherung brauchst, ist die Berufsunfähigkeitsversicherung die bessere Wahl.
Prüfe diese Punkte vor einem Abschluss
Hast du bereits eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder eine ausreichende private Altersvorsorge?
Kannst du die Beiträge auch im Ruhestand dauerhaft tragen?
Welche Krankheiten sind in deinem Alter für dich besonders relevant?
Sind psychische Erkrankungen oder Erkrankungen des Bewegungsapparats für dich ein Thema? Dann ist die Dread-Disease-Versicherung oft nicht passend.
Hast du Vorerkrankungen, die zu einem Risikozuschlag oder Leistungsausschluss führen könnten?
Benötigst du eine einmalige Kapitalleistung oder eher eine monatliche Rente?
09 · Hintergrund
Alternativen zur Dread-Disease-Versicherung im Alter
Je nach Absicherungsziel kommen andere Versicherungen oder Vorsorgeformen in Betracht. Die Wahl hängt davon ab, ob du Einkommen, Pflegekosten oder Behandlungskosten absichern möchtest.
Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist die erste Wahl, wenn du dein Einkommen absichern möchtest. Sie leistet eine monatliche Rente, wenn du deinen zuletzt ausgeübten Beruf zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben kannst. Die Ursache kann eine Krankheit, ein Unfall oder ein mehr als altersentsprechender körperlicher Kräfteverfall sein.
Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente zahlt nur bei voller Erwerbsminderung, wenn du weniger als 3 Stunden täglich arbeiten kannst, oder bei teilweiser Erwerbsminderung, wenn du 3 bis unter 6 Stunden täglich arbeiten kannst. Die allgemeine Wartezeit für die gesetzliche Erwerbsminderungsrente beträgt 5 Jahre.
Eine Pflegezusatzversicherung oder Pflegetagegeldversicherung sichert die finanziellen Folgen von Pflegebedürftigkeit ab. Für Behandlungskosten, die die gesetzliche Krankenversicherung nicht übernimmt, kann eine private Krankenzusatzversicherung sinnvoll sein. Welche Alternative für dich passt, hängt von deinem individuellen Absicherungsziel ab.
Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist die erste Wahl, wenn du dein Einkommen absichern möchtest. Sie leistet eine monatliche Rente, wenn du deinen zuletzt ausgeübten Beruf zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben kannst. Die Dread-Disease-Versicherung zahlt dagegen bei der Diagnose einer im Vertrag definierten schweren Krankheit eine einmalige Versicherungssumme aus. Eine monatliche Rentenzahlung ist bei der Dread-Disease-Versicherung nicht möglich.
Die Dread-Disease-Versicherung kann eine Alternative sein, wenn der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung aufgrund von Vorerkrankungen schwierig ist. Sie leistet unabhängig davon, ob deine Arbeitskraft eingeschränkt ist oder du deinen Beruf noch ausüben kannst. Die Auszahlung erfolgt nach der Diagnose einer versicherten Krankheit, ohne dass der weitere Heilungsverlauf eine Rolle spielt. Mit der Auszahlung der Versicherungssumme endet der Vertrag.
Versichert sind nur die im Vertrag ausdrücklich genannten schweren Krankheiten. Die häufigsten Leistungsfälle entfallen auf Krebs, Herzinfarkt und Schlaganfall. Nicht versichert sind in der Regel Schäden am Bewegungsapparat, Rheuma oder psychische Krankheiten wie Burn-out oder Depressionen. Gerade diese Erkrankungen gehören jedoch zu den häufigen Ursachen für den Verlust der Arbeitskraft.
Die Höhe des Beitrags hängt von deinem Alter, der Versicherungssumme, der Laufzeit und deinem Gesundheitszustand ab. Bei Vorerkrankungen können Versicherer einen Risikozuschlag fordern, einen Leistungsausschluss vereinbaren oder den Versicherungsschutz ablehnen. Die Auszahlung der Versicherungssumme ist für Privatpersonen steuerfrei.
Die Dread-Disease-Versicherung deckt nicht alle Ursachen ab, die zum Verlust der Arbeitskraft führen können. Um Einkommensverluste für die restliche Zeit des Erwerbslebens auszugleichen, müsstest du eine sehr hohe Versicherungssumme wählen, was den Abschluss teuer macht. Für die Absicherung der Arbeitskraft ist die Berufsunfähigkeitsversicherung daher in der Regel die bessere Wahl.
Häufige Fragen
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