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Direktversicherung mit Vorerkrankungen: So klappt die betriebliche Altersvorsorge trotzdem

Eine Direktversicherung ist auch mit Vorerkrankungen möglich, denn die Gesundheits­prüfung ist oft vereinfacht oder entfällt ganz. Entscheidend sind der gewählte Leistungs­umfang und die Finanzierungs­form.

11 Kapitel · 13 Min. Lesezeit · Aktualisiert 12.10.2026

Das Wichtigste

  • Bei reiner Altersvorsorge ohne Berufsunfähigkeitsschutz gibt es in der Regel keine Gesundheitsprüfung.
  • Bis zu einer Beitragshöhe von 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze ist der Einschluss einer Berufsunfähigkeitsabsicherung oft ohne Gesundheitsfragen möglich.
  • Bei Entgeltumwandlung hast du einen Rechtsanspruch auf eine Direktversicherung, auch mit Vorerkrankungen.
  • Nach einer Beitragsfreistellung wegen Krankheit kann bei Wiederinkraftsetzung eine erneute Gesundheitsprüfung verlangt werden.

01 · Grundlagen

Was ist eine Direktversicherung mit Vorerkrankungen?

Die Direktversicherung ist eine Rentenversicherung, die dein Arbeitgeber für dich abschließt. Vorerkrankungen spielen eine andere Rolle als bei einer privaten Kranken- oder Berufsunfähigkeitsversicherung, weil der Fokus auf der Altersvorsorge liegt.

Für die reine Altersrente ist deine Gesundheitshistorie in aller Regel kein Thema. Chronische Erkrankungen wie Diabetes, Asthma oder ein behandelter Bluthochdruck führen bei einer Direktversicherung ohne Zusatzbausteine nicht zu einer Ablehnung oder einem Risikozuschlag. Der Versicherer prüft bei dieser Form der betrieblichen Altersversorgung nicht deinen aktuellen Gesundheitszustand, weil das Todesfallrisiko über die Versichertengemeinschaft getragen wird.

Anders sieht es aus, sobald du eine Berufsunfähigkeitsabsicherung in den Vertrag einschließt. Dann kann der Versicherer Gesundheitsfragen stellen, und Vorerkrankungen können zu Ausschlüssen, Risikozuschlägen oder im Einzelfall zu einer Ablehnung des BU-Bausteins führen. Die Altersrente selbst bleibt davon unberührt.

Für dich bedeutet das: Du kannst eine Direktversicherung auch mit schweren Vorerkrankungen abschließen, solange du auf die reine Rentenleistung setzt. Die Direktversicherung ist keine Krankenversicherung und keine Risikoprüfung im klassischen Sinn ist für die Altersrente nicht vorgesehen.

Kurz erklärt

Direktversicherung mit Vorerkrankungen

Eine Form der betrieblichen Altersversorgung (bAV), bei der dein Arbeitgeber eine Rentenversicherung für dich als Versicherungsnehmer abschließt. Deine Gesundheitshistorie wird nur relevant, wenn du Zusatzbausteine wie eine Berufsunfähigkeitsabsicherung einschließt.

Die Direktversicherung ist keine Krankenversicherung. Chronische Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck sind für die reine Altersrente in der Regel kein Annahmehindernis.

02 · Vergleich

Entgeltumwandlung oder Arbeitgeberfinanzierung: Was gilt bei Vorerkrankungen?

Die Finanzierungsform beeinflusst deine Rechte und die Pflichten des Arbeitgebers. Bei der Entgeltumwandlung hast du einen gesetzlichen Anspruch, bei der Arbeitgeberfinanzierung entscheidet der Arbeitgeber über die Konditionen.

Deine Vorerkrankungen beeinflussen die Wahl der Finanzierungsform nicht. Entscheidend ist, wer die Beiträge zahlt und welche Rechte du daraus ableitest. Bei der Entgeltumwandlung verzichtest du auf einen Teil deines Bruttogehalts, den dein Arbeitgeber direkt in die Direktversicherung einzahlt. Darauf hast du einen gesetzlichen Anspruch.

Bei der Arbeitgeberfinanzierung zahlt dein Arbeitgeber die Beiträge zusätzlich zu deinem Gehalt. Das ist eine freiwillige Leistung, auf die du keinen Rechtsanspruch hast. Dein Arbeitgeber kann die Konditionen festlegen und beispielsweise eine Versorgungsordnung aufstellen, die auch Regelungen für den Krankheitsfall enthält.

Für Vorerkrankungen gilt in beiden Varianten dasselbe: Die reine Altersrente ist ohne Gesundheitsprüfung möglich. Erst wenn du eine Berufsunfähigkeitsabsicherung einschließt, werden Gesundheitsfragen relevant. Die Finanzierungsform ändert nichts an der Annahmepolitik des Versicherers bei Vorerkrankungen.

Finanzierungsformen der Direktversicherung im Vergleich
EntgeltumwandlungArbeitgeberfinanzierung
Rechtsanspruch für ArbeitnehmerJa, gesetzlich verankertNein, freiwillige Leistung des Arbeitgebers
BeitragszahlerDu zahlst aus deinem BruttogehaltDein Arbeitgeber zahlt zusätzlich zum Gehalt
Beitragsfreistellung bei längerer KrankheitDu kannst Beiträge aus versteuertem Einkommen selbst weiterzahlenArbeitgeber kann die Beitragszahlung ruhen lassen

03 · Schritt für Schritt

So läuft die Gesundheits­prüfung bei einer Direktversicherung ab

Nicht jede Direktversicherung verlangt eine Gesundheitsprüfung. Ob und wie detailliert du Fragen beantworten musst, hängt vom gewünschten Leistungsumfang ab.

Der Ablauf hängt davon ab, welchen Leistungsumfang du wählst. Für die reine Altersrente füllst du in der Regel nur einen Antrag mit persönlichen Daten aus, ohne dass Gesundheitsfragen gestellt werden. Der Versicherer nimmt dich zu normalen Bedingungen an, unabhängig von deiner Krankengeschichte.

Wählst du eine Berufsunfähigkeitsabsicherung, sieht der Ablauf anders aus. Bis zu einer Beitragshöhe von 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung kannst du den BU-Schutz ohne Gesundheitsfragen einschließen. Es gilt dann eine Wartezeit von drei Jahren. Tritt die Berufsunfähigkeit durch einen Unfall ein, entfällt diese Wartezeit.

Oberhalb dieser Grenze verlangt der Versicherer in der Regel eine Gesundheitsprüfung. Du beantwortest dann Fragen zu bestehenden Erkrankungen, Behandlungen und Krankenhausaufenthalten. Der Versicherer entscheidet auf dieser Grundlage über Annahme, Ausschlüsse oder Risikozuschläge.

Der Ablauf im Überblick:

  • Dein Arbeitgeber beantragt die Direktversicherung bei einem Versicherer.
  • Für die reine Altersrente sind meist keine Gesundheitsfragen nötig.
  • Bei BU-Einschluss bis 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze entfällt die Gesundheitsprüfung, es gilt eine Wartezeit von drei Jahren.
  • Oberhalb dieser Grenze werden Gesundheitsfragen gestellt, und der Versicherer prüft dein Risiko individuell.
01

Antrag auf Direktversicherung stellen

Dein Arbeitgeber beantragt die Direktversicherung bei einem Versicherer. Du gibst deine persönlichen Daten an.

02

Prüfung des Leistungsumfangs

Für die reine Altersrente sind meist keine Gesundheitsfragen nötig. Wählst du eine Berufsunfähigkeitsabsicherung, werden Gesundheitsfragen gestellt.

03

Vereinfachte Risikoprüfung

Für die Berufsunfähigkeitsabsicherung kann eine Beitragsbefreiung ohne Gesundheitsfragen optional gewählt werden. Es gilt dann eine Wartezeit von drei Jahren.

04

Annahme oder Ablehnung

Bei reiner Altersvorsorge erfolgt die Annahme in der Regel ohne Risikoprüfung. Bei BU-Zusatz mit Vorerkrankungen kann der Versicherer einen Risikozuschlag verlangen oder ablehnen.

04 · Was gilt

Wann Vorerkrankungen bei der Direktversicherung keine Rolle spielen

In vielen Fällen ist deine Gesundheitshistorie für den Abschluss einer Direktversicherung unerheblich. Das gilt besonders für die reine Altersvorsorge und bestimmte Beitragshöhen.

In der reinen Altersvorsorge sind Vorerkrankungen für den Versicherer unerheblich. Du bekommst denselben Vertrag und dieselben Konditionen wie ein gesunder Antragsteller. Das gilt für die klassische Anlageform ebenso wie für fondsgebundene oder indexorientierte Varianten.

Auch beim Einschluss einer Berufsunfähigkeitsabsicherung gibt es einen Bereich, in dem deine Gesundheitshistorie nicht abgefragt wird. Bis zu 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze kannst du den BU-Schutz ohne Gesundheitsfragen vereinbaren. Diese Grenze liegt 2026 bei etwa 322 Euro monatlich, wenn du die Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung zugrunde legst.

Vorerkrankungen spielen erst dann eine Rolle, wenn du eine der folgenden Optionen wählst:

  • Du schließt eine Berufsunfähigkeitsabsicherung oberhalb der 4-Prozent-Grenze ab.
  • Du beantragst eine selbstständige BU-Versicherung als Direktversicherung.
  • Du erhöhst die Versicherungssumme nach Vertragsabschluss.
  • Du willst eine beitragsfrei gestellte Versicherung nach längerer Krankheit wieder in Kraft setzen.

Keine Gesundheitsprüfung

·Reine Altersrente ohne Zusatzbausteine
·Arbeitgeberfinanzierte Direktversicherung ohne BU-Schutz

Wiederinkraftsetzung nach Beitragsfreistellung wegen Krankheit

05 · Kosten

Was kostet eine Direktversicherung mit Vorerkrankungen?

Die Kosten einer Direktversicherung hängen vom Beitrag, der Anlageform und eventuellen Zusatzbausteinen ab. Vorerkrankungen können bei einer Berufsunfähigkeitsabsicherung zu Risikozuschlägen führen.

Die Kosten setzen sich aus deinem gewählten Beitrag, der Anlageform und eventuellen Zusatzbausteinen zusammen. Für die reine Altersrente zahlst du denselben Beitrag wie ein gesunder Antragsteller, weil keine Risikoprüfung stattfindet. Vorerkrankungen führen hier nicht zu Zuschlägen.

Anders ist es bei der Berufsunfähigkeitsabsicherung oberhalb der 4-Prozent-Grenze. Je nach Art und Schwere deiner Vorerkrankung kann der Versicherer einen Risikozuschlag verlangen oder bestimmte Erkrankungen von der Leistung ausschließen. Die Höhe des Zuschlags hängt von der individuellen Risikobewertung ab und lässt sich nicht pauschal beziffern.

Für die Entgeltumwandlung gilt 2026 ein steuer- und sozialversicherungsfreier Höchstbeitrag von 338 Euro monatlich. Ein typischer Mindestbeitrag liegt bei 50 Euro monatlich. Die tatsächliche Beitragshöhe legst du gemeinsam mit deinem Arbeitgeber fest.

Kurz erklärt

Steuer- und sozialversicherungs­freier Höchstbeitrag (2026)

Beitragsstruktur einer Direktversicherung

338 EUR

06 · Im Vertrag

Beitragsfreistellung bei Krankheit: Das sind deine Rechte

Wenn du länger als sechs Wochen krank bist und Krankengeld beziehst, ruht dein Entgeltanspruch. Für deine Direktversicherung gelten dann besondere Regeln.

Bei der Entgeltumwandlung scheidet eine Weiterzahlung der Beiträge aus deinem Bruttogehalt aus, weil du keinen Entgeltanspruch mehr hast. Du kannst die Beiträge jedoch aus deinem versteuerten Einkommen selbst weiterzahlen, um den Versicherungsschutz aufrechtzuerhalten.

Bei einer arbeitgeberfinanzierten Direktversicherung kann dein Arbeitgeber die Beitragszahlung für die Dauer der Krankheit ruhen lassen. Das ist rechtlich zulässig, weil die betriebliche Altersversorgung Entgeltcharakter hat. In der Praxis kommt es dann wie bei der Entgeltumwandlung zu einer Beitragsfreistellung.

Wichtig ist die Wiederinkraftsetzung: Nach einer Beitragsfreistellung kann der Versicherer eine erneute Gesundheitsprüfung verlangen. Das OLG Köln hat in einem Urteil klargestellt, dass der Vertrag unverändert fortbesteht, wenn kein eindeutiges Umwandlungsverlangen vorliegt. Ohne eine klare Erklärung, dass der Vertrag dauerhaft beitragsfrei sein soll, darf der Versicherer keine neue Gesundheitsprüfung verlangen.

Wichtige Regelungen bei Krankheit und Beitragsfreistellung

EntgeltumwandlungDein RechtDu kannst die Beiträge aus deinem versteuerten Einkommen selbst weiterzahlen, um den Versicherungsschutz aufrechtzuerhalten.
Arbeitgeberfinanzierte bAVArbeitgeberrechtDer Arbeitgeber kann die Beitragszahlung für die Dauer der Krankheit ruhen lassen, da die bAV Entgeltcharakter hat.
WiederinkraftsetzungAchtungNach einer Beitragsfreistellung kann der Versicherer eine erneute Gesundheitsprüfung verlangen. Ein Urteil des OLG Köln stellt klar: Ohne eindeutiges Umwandlungsverlangen besteht der Vertrag unverändert fort.
VersorgungsordnungEmpfehlungArbeitgeber sollten die Modalitäten einer Beitragsfreistellung bei Krankheit explizit in einer Versorgungsordnung regeln.

07 · Checkliste

Checkliste: Direktversicherung mit Vorerkrankungen richtig abschließen

Mit dieser Checkliste gehst du sicher, dass du alle wichtigen Punkte vor dem Abschluss einer Direktversicherung mit Vorerkrankungen bedacht hast.

Bevor du eine Direktversicherung abschließt, solltest du einige Punkte klären. So vermeidest du spätere Überraschungen und stellst sicher, dass der Vertrag zu deiner gesundheitlichen Situation passt.

Gehe die folgenden Fragen vor dem Abschluss durch:

  • Kläre, ob du eine reine Altersrente oder eine Berufsunfähigkeitsabsicherung einschließen möchtest.
  • Prüfe, ob dein gewünschter Beitrag innerhalb der 4-Prozent-Grenze für Gesundheitsfragen liegt.
  • Frage bei deinem Arbeitgeber nach, ob eine Versorgungsordnung mit Regelungen zur Beitragsfreistellung existiert.
  • Kläre, ob du im Krankheitsfall die Beiträge selbst weiterzahlen kannst und willst.
  • Prüfe, ob eine private Fortführung bei einem Arbeitgeberwechsel möglich ist.
  • Vergleiche die Anlageformen klassisch, fondsgebunden und indexorientiert.
  • Kläre die Auszahlungsoptionen für den Rentenbeginn.

Das solltest du vor dem Abschluss prüfen

01

Klärung, ob du eine reine Altersrente oder eine BU-Absicherung einschließen möchtest

02

Prüfung, ob dein gewünschter Beitrag innerhalb der 4-Prozent-Grenze für Gesundheitsfragen liegt

03

Nachfrage beim Arbeitgeber, ob eine Versorgungsordnung mit Regelungen zur Beitragsfreistellung existiert

04

Klärung, ob du im Krankheitsfall Beiträge selbst weiterzahlen kannst und willst

05

Prüfung, ob eine private Fortführung bei Arbeitgeberwechsel möglich ist

06

Vergleich der Anlageformen: klassisch, fondsgebunden oder indexorientiert

07

Klärung der Auszahlungsoptionen: lebenslange Rente oder Kapitalauszahlung

08

Prüfung der Abgaben im Alter: Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge auf die Betriebsrente

08 · Fehler vermeiden

Typische Fehler bei der Direktversicherung mit Vorerkrankungen

Einige Fehler können dazu führen, dass dein Versicherungsschutz lückenhaft wird oder du unnötig hohe Beiträge zahlst. Diese Punkte solltest du vermeiden.

Ein häufiger Fehler ist die Annahme, dass bei jeder Direktversicherung eine Gesundheitsprüfung Pflicht ist. Für die reine Altersrente gilt das nicht, und du kannst den Vertrag auch mit schweren Vorerkrankungen zu normalen Konditionen abschließen.

Ein weiterer Fehler ist der Verzicht auf die Selbstzahlung der Beiträge während des Krankengeldbezugs. Wenn du die Beiträge nicht weiterzahlst, wird die Versicherung beitragsfrei gestellt, und bei der Wiederinkraftsetzung kann eine erneute Gesundheitsprüfung fällig werden. Das kann bei inzwischen verschlechtertem Gesundheitszustand zu Problemen führen.

Vermeide außerdem, eine BU-Absicherung oberhalb der 4-Prozent-Grenze ohne vorherige anonyme Risikovoranfrage zu beantragen. So erfährst du vorab, ob und zu welchen Konditionen der Versicherer dein Risiko annimmt, ohne dass eine Ablehnung in deiner Versicherungsakte landet.

Diese Fehler solltest du vermeiden

·Annahme, dass eine Gesundheitsprüfung bei jeder Direktversicherung Pflicht ist
·BU-Absicherung oberhalb der 4-Prozent-Grenze ohne vorherige anonyme Risikovoranfrage beantragen
·Beitragsfreistellung bei Krankheit ohne schriftliche Klärung der Wiederinkraftsetzung
·Verzicht auf die Selbstzahlung der Beiträge bei Entgeltumwandlung während des Krankengeldbezugs
·Keine Regelung zur Beitragsfreistellung in der Versorgungsordnung des Arbeitgebers
·Unbeachtete Abgaben auf die Betriebsrente in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung

09 · Hintergrund

Steuern und Sozialabgaben auf die Direktversicherung im Alter

Die Beiträge zur Direktversicherung sind in der Ansparphase steuer- und sozialversicherungsfrei. Bei der Auszahlung im Alter werden Abgaben fällig, die du einplanen solltest.

Für Neuverträge und Verträge ab 2005 gilt die nachgelagerte Besteuerung. In der Ansparphase zahlst du keine Steuern und Sozialabgaben auf die Beiträge, dafür werden bei der Auszahlung im Alter Abgaben fällig. Das gilt unabhängig davon, ob du Vorerkrankungen hast oder nicht.

Auf die Betriebsrente musst du den vollen Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung zahlen. Der durchschnittliche Beitragssatz liegt bei 17,1 Prozent. Dazu kommen 3,6 Prozent Beitrag zur gesetzlichen Pflegeversicherung, wenn du Kinder hast, und 4,2 Prozent, wenn du keine Kinder hast.

Die Einkommensteuer auf die Betriebsrente hängt von deinen persönlichen Einkommensverhältnissen im Alter ab. In der Regel ist der Steuersatz niedriger als während des Erwerbslebens, weil dein Gesamteinkommen im Ruhestand meist geringer ausfällt.

Für Neuverträge und Verträge ab 2005 gilt die nachgelagerte Besteuerung. Das bedeutet: Du zahlst in der Ansparphase keine Steuern und Sozialabgaben auf die Beiträge, dafür werden bei der Auszahlung Steuern und Abgaben fällig.

Die Einkommensteuer auf die Betriebsrente hängt von deinen persönlichen Einkommensverhältnissen im Alter ab. In der Regel ist der Steuersatz niedriger als während des Erwerbslebens.

Altverträge, die vor 2005 abgeschlossen wurden, können unter bestimmten Bedingungen steuerfrei ausgezahlt werden. Voraussetzungen sind eine Vertragslaufzeit von mindestens zwölf Jahren, eine Einzahlungsdauer von mindestens fünf Jahren und eine pauschale Besteuerung der Beiträge in der Ansparphase.

10 · Grundlagen

Sicherungs­vermögen und Insolvenzschutz: So ist dein Geld geschützt

Deine Beiträge in der Direktversicherung sind besonders geschützt. Das Sicherungsvermögen des Versicherers und der gesetzliche Insolvenzschutz greifen auch bei Vorerkrankungen.

Deine Beiträge in der Direktversicherung landen im Sicherungsvermögen des Versicherers. Das ist ein getrennt verwaltetes Sondervermögen, das dem Zugriff anderer Gläubiger entzogen ist und ausschließlich der Erfüllung der Versicherungsverträge dient. Dein Geld ist damit auch bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Versicherers geschützt.

Zusätzlich greift der gesetzliche Insolvenzschutz, wenn dein Arbeitgeber zahlungsunfähig wird. Deine Direktversicherung bleibt davon unberührt, weil der Versicherer und nicht dein Arbeitgeber das Vermögen verwaltet. Die Altersversorgung aus einer Direktversicherung wird außerdem nicht auf die Grundsicherung im Alter angerechnet.

Dieser Schutz gilt unabhängig von deinem Gesundheitszustand. Vorerkrankungen ändern nichts an der Sicherung deiner Beiträge im Sicherungsvermögen oder am Insolvenzschutz.

Kurz erklärt

Sicherungs­vermögen

Ein vom Versicherer getrennt verwaltetes Sondervermögen, in dem deine Beiträge angelegt werden. Es ist dem Zugriff anderer Gläubiger entzogen und dient ausschließlich der Erfüllung der Versicherungsverträge.

Bei Insolvenz des Arbeitgebers ist deine Direktversicherung insolvenzgeschützt. Die Altersversorgung wird nicht auf die Grundsicherung angerechnet.

11 · Was gilt

Berufsunfähigkeits­schutz in der Direktversicherung mit Vorerkrankungen

Der Einschluss einer Berufsunfähigkeitsabsicherung in die Direktversicherung ist auch mit Vorerkrankungen möglich. Die Bedingungen sind oft günstiger als bei einer privaten BU-Versicherung.

Bis zu 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze kannst du den BU-Schutz ohne Gesundheitsfragen vereinbaren. Es gilt dann eine Wartezeit von drei Jahren, die bei Berufsunfähigkeit durch einen Unfall entfällt.

Oberhalb dieser Grenze verlangt der Versicherer in der Regel eine Gesundheitsprüfung. Deine Vorerkrankungen werden dann individuell bewertet. Je nach Art und Schwere der Erkrankung kann der Versicherer einen Risikozuschlag verlangen, bestimmte Erkrankungen ausschließen oder den BU-Baustein ablehnen.

Die Bedingungen in der Direktversicherung sind oft günstiger als bei einer privaten BU-Versicherung, weil der Versicherer das Risiko über die Versichertengemeinschaft des Arbeitgebers verteilt. Bis zur 4-Prozent-Grenze bekommst du den BU-Schutz ohne Gesundheitsfragen, was bei einer privaten BU-Versicherung mit Vorerkrankungen selten möglich ist.

Ohne Gesundheitsfragen

·Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit bis 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze
·BU-Absicherung bis 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze
·Wartezeit von drei Jahren bei BU ohne Gesundheitsfragen
·Wegfall der Wartezeit bei Berufsunfähigkeit durch Unfall

Mit Gesundheitsfragen

·BU-Absicherung oberhalb der 4-Prozent-Grenze
·Selbstständige BU-Versicherung als Direktversicherung
·Erhöhung der BU-Leistung nach Vertragsabschluss
·Wiederinkraftsetzung nach Beitragsfreistellung

Häufige Fragen

Fragen zu Direktversicherung mit Vorerkrankungen

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FinanzredaktionAktualisiert am 12.10.2026