Ratgeber · Studienfinanzierung
BAföG trotz Nebenjob: So viel darfst du 2026 verdienen
Ein Nebenjob neben dem BAföG ist erlaubt und für viele Studierende notwendig. Entscheidend ist, dass dein Einkommen innerhalb der Freibeträge bleibt, damit deine Förderung nicht gekürzt wird.
11 Kapitel · 11 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Die Hinzuverdienstgrenze liegt bei 7.236 Euro pro Bewilligungszeitraum von 12 Monaten.
- Ein Minijob mit 603 Euro monatlich ist seit Januar 2026 vollständig anrechnungsfrei.
- Erst Einkommen oberhalb des Freibetrags wird auf dein BAföG angerechnet.
- Maßgeblich ist der Bewilligungszeitraum, nicht das Kalenderjahr.
01 · Grundlagen
Was bedeutet BAföG trotz Nebenjob?
Das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) erlaubt es dir, neben der Förderung eigenes Geld zu verdienen. Ein bestimmter Betrag bleibt dabei anrechnungsfrei.
Für dein BAföG zählt nicht der Name deiner Tätigkeit, sondern die Höhe deines Bruttoverdienstes im Bewilligungszeitraum. Du kannst als Minijobberin, Werkstudentin oder kurzfristig Beschäftigte arbeiten, solange dein Einkommen die Freibeträge nicht überschreitet. Entscheidend ist immer die Summe, die du innerhalb von zwölf Monaten erzielst.
Der anrechnungsfreie Betrag orientiert sich an der Minijob-Grenze und liegt seit dem 1. Januar 2026 bei 603 Euro pro Monat. Auf das gesamte Jahr gerechnet ergibt sich daraus eine Hinzuverdienstgrenze von 7.236 Euro pro Bewilligungszeitraum. Erst wenn dein Verdienst diese Grenze übersteigt, wird der überschreitende Teil auf dein BAföG angerechnet.
Kurz erklärt
BAföG trotz Nebenjob
Du beziehst Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz und gehst gleichzeitig einer bezahlten Tätigkeit nach. Dein Verdienst bleibt bis zur festgelegten Hinzuverdienstgrenze ohne Auswirkung auf die Förderhöhe.
Der anrechnungsfreie Betrag orientiert sich an der Minijob-Grenze und beträgt 603 Euro pro Monat.
02 · Kosten
Wie hoch ist die Verdienstgrenze beim BAföG?
Die Einkommensgrenze wird immer für den gesamten Bewilligungszeitraum betrachtet. So kannst du in einem Monat mehr und in einem anderen weniger verdienen.
Das BAföG-Amt betrachtet dein Einkommen immer für den gesamten Bewilligungszeitraum, der in der Regel zwölf Monate umfasst. Du kannst also in einem Monat mehr verdienen und im nächsten weniger, solange die Summe am Ende unter 7.236 Euro bleibt. Diese Flexibilität hilft dir, wenn du beispielsweise in den Semesterferien mehr arbeitest.
Für die Berechnung zieht das Amt von deinem Bruttoeinkommen zunächst die Werbungskostenpauschale von 1.230 Euro pro Jahr ab. Danach wird die Hinzuverdienstgrenze von 7.236 Euro berücksichtigt. Nur der Betrag, der darüber liegt, mindert deinen BAföG-Anspruch. Der BAföG-Höchstsatz liegt seit dem Wintersemester 2024/25 bei 992 Euro pro Monat.
Anrechnungsfreie Beträge im Überblick
03 · Vergleich
Minijob oder kurzfristige Beschäftigung: Was gilt für dich?
Für Studierende kommen verschiedene Beschäftigungsformen infrage. Sie unterscheiden sich bei Verdienstgrenze, Zeitraum und Sozialversicherung.
Ein Minijob mit Verdienstgrenze erlaubt dir ein regelmäßiges Einkommen bis 603 Euro monatlich, ohne zeitliche Begrenzung. Du zahlst in der Regel nur einen Eigenanteil zur Rentenversicherung, von dem du dich auf Antrag befreien lassen kannst. Diese Beschäftigungsform ist für viele Studierende die einfachste Lösung, weil sie planbar ist und das BAföG unangetastet lässt.
Eine kurzfristige Beschäftigung ist dagegen auf drei Monate oder 70 Arbeitstage pro Jahr befristet. Hier gibt es keine feste Verdienstgrenze, aber der gesamte Verdienst wird auf deinen Bewilligungszeitraum umgerechnet. Das bedeutet: Auch wenn du in kurzer Zeit viel verdienst, prüft das BAföG-Amt, ob du insgesamt über 7.236 Euro kommst. Beiträge zur Rentenversicherung fallen bei dieser Variante in der Regel nicht an.
| Minijob mit Verdienstgrenze | Kurzfristige Beschäftigung | |
|---|---|---|
| Monatliche Verdienstgrenze | 603 Euro | Keine feste Grenze |
| Zeitliche Begrenzung | Unbegrenzt möglich | 3 Monate oder 70 Arbeitstage pro Jahr |
| Auswirkung auf BAföG | Anrechnungsfrei bis 603 Euro monatlich | Anrechnung des Gesamtverdienstes im Bewilligungszeitraum |
04 · Schritt für Schritt
So läuft die Anrechnung deines Nebenverdienstes ab
Das BAföG-Amt prüft dein Einkommen für den gesamten Bewilligungszeitraum. Nur der Teil, der über dem Freibetrag liegt, wird auf die Förderung angerechnet.
Dein BAföG wird meist für zwölf Monate bewilligt, zum Beispiel vom 1. Oktober 2026 bis zum 30. September 2027. Innerhalb dieses Zeitraums addierst du alle Bruttoeinkünfte aus deinem Nebenjob. Vom Gesamteinkommen zieht das BAföG-Amt die Hinzuverdienstgrenze von 7.236 Euro ab, dieser Teil bleibt anrechnungsfrei.
Nur der Betrag oberhalb dieser Grenze wird auf deinen monatlichen BAföG-Anspruch angerechnet. Ein Beispiel: Verdienst du im Bewilligungszeitraum 8.000 Euro brutto, werden 764 Euro auf dein BAföG angerechnet. Das Amt verteilt diesen Betrag auf die zwölf Monate und kürzt deine Förderung entsprechend.
Bewilligungszeitraum festlegen
Dein BAföG wird in der Regel für 12 Monate bewilligt, zum Beispiel vom 1. Oktober 2026 bis zum 30. September 2027.
Gesamteinkommen ermitteln
Du addierst alle Bruttoeinkünfte aus deinem Nebenjob innerhalb dieses Zeitraums.
Freibetrag abziehen
Vom Gesamteinkommen wird die Hinzuverdienstgrenze von 7.236 Euro abgezogen. Dieser Teil bleibt anrechnungsfrei.
Überschreitenden Betrag anrechnen
Nur der Betrag oberhalb von 7.236 Euro wird auf deinen monatlichen BAföG-Anspruch angerechnet und kann die Förderung mindern.
05 · Was gilt
Welche Einkünfte zählen zum Nebenverdienst?
Nicht nur dein klassischer Minijob wird angerechnet. Auch andere Einnahmen können für das BAföG-Amt relevant sein.
Zum anrechenbaren Einkommen gehört dein Bruttoverdienst aus einem Minijob, aber auch Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit. Vergütungen aus einem freiwilligen Praktikum werden wie ein Nebenjob behandelt und bleiben bis zur Minijob-Grenze anrechnungsfrei. Bei Pflichtpraktika wird die Vergütung nach Abzug von Pauschalen angerechnet.
Nicht als Einkommen zählen BAföG-Leistungen selbst, Unterhaltszahlungen deiner Eltern und Kindergeld. Auch Stipendien, die nicht auf das BAföG angerechnet werden, bleiben unberücksichtigt. Diese Einnahmen musst du zwar im Antrag angeben, sie mindern deine Förderung aber nicht.
Zählt als Einkommen
Zählt nicht als Einkommen
06 · Hintergrund
BAföG-Reform 2024: Was hat sich geändert?
Die Anpassung des BAföG an die Minijob-Grenze war eine zentrale Änderung. Seitdem können Studierende mehr hinzuverdienen, ohne Kürzungen zu riskieren.
Mit dem 29. BAföG-Änderungsgesetz wurde der Freibetrag für Nebenverdienste an die Verdienstgrenze von Minijobs gekoppelt. Vor der Reform konnten Studierende die höhere Minijob-Grenze nicht vollständig nutzen, ohne dass ihr BAföG gekürzt wurde. Diese Lücke ist jetzt geschlossen.
Seit dem Wintersemester 2024/2025 gilt ein monatlicher Freibetrag, der der Minijob-Grenze entspricht. Seit dem 1. Januar 2026 liegt diese Grenze bei 603 Euro pro Monat. Zukünftige Änderungen der Minijob-Verdienstgrenze wirken sich damit automatisch auf den BAföG-Freibetrag aus. Zusätzlich wurde der BAföG-Höchstsatz zum Wintersemester 2024/25 auf 992 Euro angehoben.
Mit dem 29. BAföG-Änderungsgesetz wurde der Freibetrag für Nebenverdienste an die Verdienstgrenze von Minijobs gekoppelt. Vor der Reform konnten Studierende die höhere Minijob-Grenze nicht vollständig nutzen, ohne dass ihr BAföG gekürzt wurde.
Seit dem Wintersemester 2024/2025 gilt ein monatlicher Freibetrag, der der Minijob-Grenze entspricht. Seit dem 1. Januar 2026 liegt diese Grenze bei 603 Euro pro Monat. Zukünftige Änderungen der Minijob-Verdienstgrenze wirken sich damit automatisch auf den BAföG-Freibetrag aus.
Über den Bewilligungszeitraum von zwölf Monaten kannst du insgesamt 7.236 Euro anrechnungsfrei dazuverdienen. Maßgeblich für die Anrechnung ist dein Bruttoeinkommen im gesamten Bewilligungszeitraum, nicht der Verdienst im Kalenderjahr.
07 · Im Vertrag
Werbungskostenpauschale und Sozialpauschale bei Praktika
Bei Pflichtpraktika gelten besondere Regeln für die Anrechnung der Vergütung. Hier kommen Pauschalen zum Einsatz, die deinen anrechenbaren Betrag senken.
Bei Pflichtpraktika wird die Vergütung in voller Höhe auf das BAföG angerechnet. Davon abgezogen werden eine Sozialpauschale von 22,3 Prozent und Werbungskosten von 102,50 Euro pro Praktikumsmonat. Das entspricht der jährlichen Werbungskostenpauschale von 1.230 Euro, die das BAföG-Amt automatisch berücksichtigt.
Ein freiwilliges Praktikum wird dagegen wie ein studentischer Nebenjob behandelt. Die Vergütung bleibt anrechnungsfrei, solange sie unterhalb der Minijob-Grenze von 603 Euro monatlich liegt. Höhere Werbungskosten, etwa für Fahrtkosten zur Ausbildungsstätte, kannst du geltend machen, wenn sie die Pauschale überschreiten.
Anrechnung von Praktikumsvergütungen
08 · Checkliste
Checkliste: Das solltest du vor deinem Nebenjob klären
Mit ein paar Vorbereitungen vermeidest du unangenehme Rückforderungen. Diese Punkte helfen dir, den Überblick zu behalten.
Bevor du einen Nebenjob annimmst, lohnt sich ein Blick auf deinen Bewilligungszeitraum. Notiere dir Start- und Enddatum und rechne dein erwartetes Bruttoeinkommen für den gesamten Zeitraum hoch. So erkennst du frühzeitig, ob du die Hinzuverdienstgrenze von 7.236 Euro überschreiten könntest.
- Prüfe deinen Bewilligungszeitraum und notiere dir Start- und Enddatum.
- Rechne dein erwartetes Bruttoeinkommen für den gesamten Zeitraum hoch.
- Vergleiche dein Einkommen mit der Hinzuverdienstgrenze von 7.236 Euro.
- Kontaktiere das BAföG-Amt, wenn du unsicher bist, ob dein Job Auswirkungen hat.
- Melde Änderungen deines Einkommens unverzüglich dem BAföG-Amt.
- Bewahre alle Gehaltsabrechnungen und Arbeitsverträge auf.
Vorbereitung für den BAföG-Nebenjob
Prüfe deinen Bewilligungszeitraum und notiere dir Start- und Enddatum.
Rechne dein erwartetes Bruttoeinkommen für den gesamten Zeitraum hoch.
Vergleiche dein Einkommen mit der Hinzuverdienstgrenze von 7.236 Euro.
Kontaktiere das BAföG-Amt, wenn du unsicher bist, ob dein Job Auswirkungen hat.
Melde Änderungen deines Einkommens unverzüglich dem BAföG-Amt.
Bewahre alle Gehaltsabrechnungen und Arbeitsverträge auf.
09 · Fehler vermeiden
Typische Fehler beim BAföG mit Nebenjob
Diese Fehler führen häufig zu Rückforderungen oder unnötigen Kürzungen. Du kannst sie leicht vermeiden.
Ein häufiger Fehler ist, das Einkommen für das Kalenderjahr statt für den Bewilligungszeitraum zusammenzurechnen. Dein BAföG-Zeitraum beginnt aber oft im Oktober und endet im September des Folgejahres. Wer hier falsch rechnet, überschätzt oder unterschätzt seinen anrechenbaren Verdienst.
Ebenso problematisch ist es, dem BAföG-Amt den Nettolohn statt des Bruttoverdienstes zu melden. Das Amt rechnet immer mit dem Bruttobetrag. Auch Einkommensänderungen, etwa ein besser bezahlter Job oder ein zweiter Minijob, müssen unverzüglich gemeldet werden. Wer das versäumt, riskiert Rückforderungen.
Häufige Fehler und wie du sie vermeidest
10 · Hintergrund
Rentenversicherung im Minijob: Was bedeutet das für dich?
Auch im Minijob zahlst du in der Regel einen Eigenanteil zur Rentenversicherung. Das hat Auswirkungen auf deine spätere Rente und deine Versicherungszeiten.
Minijobberinnen und Minijobber zahlen keine Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Eine Ausnahme ist die Rentenversicherung: Hier fällt ein Eigenanteil an, den du dir auf Antrag erlassen lassen kannst. Diese Befreiung reduziert dein aktuelles Nettoeinkommen nicht, verringert aber deine späteren Rentenansprüche.
Durch den Eigenanteil zur Rentenversicherung erwirbst du die volle Anrechnung deiner Beschäftigungszeiten als Wartezeiten. Das kann sich positiv auf deine spätere Rentenhöhe auswirken. Überlege daher genau, ob du die Befreiung beantragst oder den kleinen Beitrag in Kauf nimmst.
Minijobberinnen und Minijobber zahlen keine Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Eine Ausnahme ist die Rentenversicherung: Hier fällt ein Eigenanteil an, den du dir auf Antrag erlassen lassen kannst.
Durch den Eigenanteil zur Rentenversicherung erwirbst du die volle Anrechnung deiner Beschäftigungszeiten als Wartezeiten. Das kann sich positiv auf deine spätere Rentenhöhe auswirken.
Eine Befreiung von der Rentenversicherungspflicht ist möglich, sollte aber gut überlegt sein. Sie reduziert dein aktuelles Nettoeinkommen nicht, verringert aber deine späteren Rentenansprüche.
11 · Was gilt
BAföG-Amt kontaktieren: Wann ist das nötig?
Nicht jede Einkommensänderung erfordert sofort einen Anruf. In bestimmten Situationen ist die Rücksprache mit dem BAföG-Amt aber sinnvoll.
Wenn dein Minijob dauerhaft unter 603 Euro monatlich bleibt oder du nur in den Semesterferien arbeitest und unter dem Jahresfreibetrag bleibst, besteht kein Handlungsbedarf. Auch steuerfreie Einkünfte, die nicht anrechenbar sind, musst du nicht melden.
Kontakt aufnehmen solltest du dagegen, wenn du ein Pflichtpraktikum mit Vergütung beginnst, dein Einkommen dauerhaft über die monatliche Grenze steigt oder du von einem Minijob in eine Werkstudentenstelle wechselst. In diesen Fällen kann eine frühzeitige Rücksprache Rückforderungen vermeiden und dir Klarheit über deine Förderhöhe verschaffen.
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