MagazineFinanzenKostenlos starten
FinanzenRechner Entnahmeplan
FinanzbildungEntnahmeplan9 Min.

Entnahmeplan-Rechner Wie lange reicht dein Kapital?

Entnahmeplan berechnen: Wie lange reicht dein Kapital? Rechner für ETF, mit & ohne Kapitalverzehr – verständlich erklärt & Berufseinsteiger.

Entnahmeplan: WieRechnerWas ist ein
Das Wichtigste in 30 Sekunden
  • Definition: Ein Entnahmeplan legt fest, in welchem Rhythmus und welcher Höhe du regelmäßig Geld aus deinem angesparten Vermögen (z. B. ETF-Depot, Tagesgeld) entnimmst.
  • Unterschied zur Rente: Keine Versicherungsleistung, sondern systematischer Abbau oder Erhalt des eigenen Vermögens.
  • Zwei Grundmodelle: Entnahme MIT Kapitalverzehr (Kapital wird aufgebraucht) vs. OHNE Kapitalverzehr (nur Erträge/Zinsen werden entnommen – Kapitalstock bleibt erhalten).
  • Relevanz: Auch für kurze Phasen (Auslandssemester, Gap Year, Praktikum ohne Gehalt) sinnvoll, um gespartes Geld planbar einzusetzen.

Entnahmeplan: Wie lange reicht dein Erspartes wirklich?

Definition: Ein Entnahmeplan legt fest, in welchem Rhythmus und welcher Höhe du regelmäßig Geld aus deinem angesparten Vermögen (z. B. ETF-Depot, Tagesgeld) entnimmst.

Ein Entnahmeplan zeigt dir, wie lange dein angesparter Betrag ausreicht – ob für eine berufliche Auszeit, eine große Anschaffung oder die langfristige Altersvorsorge. Mit dem richtigen Werkzeug planst du Entnahmen so, dass dein Kapital genau dann hält, wenn du es brauchst.

Kurzfassung: Ein Entnahmeplan legt fest, wie viel Geld du in welchem Rhythmus aus deinem Depot oder Tagesgeldkonto entnimmst. Du kannst entweder nur die Erträge abheben (Kapital bleibt erhalten) oder das Kapital schrittweise aufbrauchen. Unser Rechner zeigt dir beide Szenarien – inklusive Laufzeit, Renditeeffekt und optionaler Inflationsanpassung.

AUF EINEN BLICK

  • Unterschied zur Rente: Keine Versicherungsleistung, sondern systematischer Abbau oder Erhalt des eigenen Vermögens.
  • Zwei Grundmodelle: Entnahme MIT Kapitalverzehr (Kapital wird aufgebraucht) vs. OHNE Kapitalverzehr (nur Erträge/Zinsen werden entnommen – Kapitalstock bleibt erhalten).
  • Relevanz: Auch für kurze Phasen (berufliche Auszeit, Sabbatical, Elternzeit) sinnvoll, um gespartes Geld planbar einzusetzen.
  • Wichtigste Variablen: Startkapital, monatliche Entnahmerate, Laufzeit, angenommene Rendite, Inflation.

Rechner: Wie viel Absicherung brauchst du?

Schätze deinen monatlichen Bedarf mit den Reglern – Orientierung, kein Angebot.

Bedarfs-Rechner: Wie viel Absicherung brauchst du?

Was ist ein Entnahmeplan? Grundlagen einfach erklärt

Eingabefelder: Startkapital, gewünschte monatliche Entnahme, Laufzeit (alternativ: Endkapital als Ziel), erwartete jährliche Rendite (z. B. ETF-Portfolio), Inflation optional.

Ein Entnahmeplan ist eine strukturierte Strategie, mit der du regelmäßig Geld aus deinem aufgebauten Vermögen entnimmst – zum Beispiel aus einem ETF-Depot, einem Tagesgeldkonto oder einem Festgeldportfolio. Anders als eine klassische Rente handelt es sich dabei nicht um eine Versicherungsleistung, sondern um den systematischen Zugriff auf eigenes Kapital. Du bestimmst selbst, wie viel du wann entnimmst – und ob am Ende noch etwas übrig bleiben soll.

Der entscheidende Unterschied liegt in den zwei Grundmodellen: Beim Entnahmeplan mit Kapitalverzehr wird das angesparte Guthaben schrittweise aufgebraucht. Du entnimmst mehr als die laufenden Erträge, sodass der Kapitalstock sinkt und nach einer definierten Laufzeit auf null fällt. Beim Modell ohne Kapitalverzehr hingegen werden nur Erträge wie Dividenden oder Kursgewinne entnommen, während das eigentliche Kapital unangetastet bleibt. Dieses Modell ist typisch für die langfristige Altersvorsorge oder wenn du Vermögen an die nächste Generation weitergeben möchtest.

Für Sparer:innen und Anleger:innen ist ein Entnahmeplan nicht nur ein Rentenvorsorge-Konzept. Auch für kürzere Lebensphasen – eine berufliche Auszeit, eine längere Reise oder die Überbrückung zwischen zwei Jobs – kann ein strukturierter Entnahmeplan helfen, das Ersparte planbar und bewusst einzusetzen, anstatt es unkontrolliert aufzubrauchen. Wer seinen Puffer kennt und sinnvoll einteilt, vermeidet böse Überraschungen.

Wichtig ist: Ein Entnahmeplan ist kein starres Konstrukt. Er kann an veränderte Lebensumstände angepasst werden – zum Beispiel wenn ein neuer Job oder ein Nebenverdienst die monatliche Entnahme reduziert, oder wenn unerwartete Ausgaben eine höhere Entnahme erfordern. Die Flexibilität ist ein wesentlicher Vorteil gegenüber gebundenen Versicherungsverträgen.

AUF EINEN BLICK

  • Ausgaben: Verbleibende Kapitalkurve (Diagramm), Zeitpunkt des Kapitalverzehrs, monatlich mögliche Entnahme bei Wunsch-Laufzeit.
  • Modus 'ohne Kapitalverzehr': Rechner zeigt, welche Entnahmerate rein aus den Erträgen des Portfolios möglich ist.
  • Modus 'mit Kapitalverzehr': Rechner berechnet, wann das Kapital aufgebraucht ist – hilfreich für zeitlich begrenzte Phasen ohne Einkommen.
  • Hinweis auf Renditeunsicherheit: Alle Ergebnisse sind Szenarien, keine Garantien – Renditen von ETFs schwanken.

So funktioniert unser Entnahmeplan-Rechner

MIT Kapitalverzehr: Startkapital wird schrittweise aufgebraucht – ideal für definierte Phasen (Elternzeit, Auslandsaufenthalt, Überbrückung bis zum nächsten Karriereschritt).

Unser Rechner nimmt dir die komplexe Mathematik hinter Entnahmeplänen ab. Du gibst dein Startkapital ein, legst die gewünschte monatliche Entnahmerate fest und wählst, ob du eine bestimmte Laufzeit ansteuerst oder ein Restkapital am Ende erhalten möchtest. Dazu kommt die erwartete jährliche Rendite – etwa auf Basis historischer ETF-Durchschnitte – und optional eine Inflationsrate, um die reale Kaufkraft deiner Entnahmen im Blick zu behalten.

Als Ergebnis erhältst du eine Kapitalkurve, die visuell zeigt, wie sich dein Vermögen über die Zeit entwickelt. Im Modus „mit Kapitalverzehr" siehst du, zu welchem Zeitpunkt das Kapital vollständig aufgebraucht ist – ein besonders nützlicher Wert für begrenzte Übergangsphasen. Im Modus „ohne Kapitalverzehr" berechnet der Rechner, welche monatliche Entnahmerate rein aus den laufenden Erträgen deines Portfolios möglich wäre, ohne den Kapitalstock anzugreifen.

Eine weitere hilfreiche Funktion ist die Rückrechnung: Wenn du weißt, wie lange dein Kapital reichen soll, berechnet der Rechner die maximal mögliche monatliche Entnahme – oder umgekehrt, wie viel Startkapital du bräuchtest, um eine bestimmte monatliche Rate über eine gewünschte Laufzeit zu finanzieren. Das macht das Tool zu einem echten Planungsinstrument für unterschiedliche Lebenssituationen: von der kurzen Überbrückungsphase bis zur langfristigen Entnahme im Alter.

Beachte dabei: Der Rechner arbeitet mit Durchschnittswerten und Szenarien, keine reale Anlage entwickelt sich linear. Schwankungen, Steuern und unvorhergesehene Ausgaben können die tatsächliche Laufzeit verkürzen. Plane deshalb immer mit einem Sicherheitspuffer und rechne verschiedene Szenarien durch – konservativ, moderat und optimistisch.

AUF EINEN BLICK

  • OHNE Kapitalverzehr: Nur Erträge (Dividenden, Kursgewinne) werden entnommen, Kapitalstock bleibt erhalten – typisch für langfristige Altersvorsorge oder Generationenvermögen.
  • Hybridansatz: Teilverzehr – ein Teil des Kapitals wird aufgezehrt, ein Rest verbleibt (z. B. als Notfallpuffer oder Erbe).
  • Besonders relevant für Sparer:innen: Kurz- bis mittelfristiger Entnahmeplan für Überbrückungsphasen kombiniert mit langfristigem Vermögensaufbau via ETF-Sparplan.
  • Steuerliche Besonderheit: Entnahmen aus ETF-Depots lösen ggf. Abgeltungsteuer aus – Freistellungsauftrag (Sparer-Pauschbetrag) vorab nutzen.

Entnahmeplan mit oder ohne Kapitalverzehr – was passt zu dir?

ETFs als Basis: Breit diversifizierte Aktien-ETFs (z. B. auf globale Indizes) bieten historisch attraktive Renditen, aber mit Schwankungsrisiko – keine Garantie auf vergangene Renditen.

Die Wahl zwischen den beiden Grundmodellen hängt vor allem von deinem Zeithorizont und deinem Ziel ab. Planst du eine klar begrenzte Phase ohne regelmäßiges Einkommen – zum Beispiel ein Sabbatical oder die Zeit bis zur Rente – ist das Modell mit Kapitalverzehr oft sinnvoller. Du nutzt dein Erspartes vollständig auf, hast aber die genaue Kontrolle darüber, wann das Kapital zur Neige geht. Das gibt dir Planungssicherheit für einen definierten Zeitraum.

Das Modell ohne Kapitalverzehr ist dagegen eher für langfristige Strategien geeignet: Du entnimmst nur das, was dein Portfolio an Dividenden oder realisierten Kursgewinnen erwirtschaftet, und erhältst den Kapitalstock dauerhaft. Dieses Modell ist für Berufseinsteiger kurzfristig selten praktikabel – dafür ist das angesammelte Kapital in frühen Jahren oft zu gering –, bietet aber eine attraktive Perspektive für die Altersvorsorge oder wenn du Vermögen über Generationen hinweg erhalten möchtest.

Eine interessante Zwischenlösung ist der sogenannte Hybridansatz oder Teilverzehr: Du verbrauchst einen Teil deines Kapitals, lässt aber einen definierten Restbetrag unangetastet – etwa als Notfallpuffer, für eine größere Anschaffung oder als kleines Erbe. Im Rechner lässt sich das über das Zielfeld „Restkapital am Ende" abbilden. So behältst du maximale Flexibilität, ohne auf einen vollständigen Kapitalerhalt angewiesen zu sein.

Für Sparer:innen empfiehlt sich oft eine Kombination: Ein kurzfristiger Entnahmeplan für die nächste Überbrückungsphase, während parallel ein ETF-Sparplan für den langfristigen Vermögensaufbau weiterläuft – auch mit kleinen Beträgen. So verlierst du nicht den Anschluss an den Zinseszinseffekt, selbst wenn du gerade in einer Lebensphase steckst, in der du keine großen Beträge zurücklegen kannst.

AUF EINEN BLICK

  • Sequence-of-Returns-Risiko: Schlechte Marktphasen zu Beginn der Entnahmephase können das Kapital stärker dezimieren als ein Durchschnittswert erwarten lässt.
  • 4-%-Regel als Orientierung: Faustregel aus US-Studien (Trinity Study) – bei dieser Entnahmerate hielt das Kapital in historischen Szenarien über 30 Jahre. Nicht 1:1 auf europäische Märkte, individuelle Situation oder Berufseinsteiger übertragbar.
  • Inflation berücksichtigen: Reale Kaufkraft sinkt, wenn Entnahmen nicht an Inflation angepasst werden.
  • Rebalancing: Regelmäßiges Anpassen der Asset-Allokation sichert das Risikoprofil auch in der Entnahmephase.

ETF-Entnahmeplan: Besonderheiten und Renditeannahmen

Abgeltungsteuer: Gewinnanteile bei ETF-Verkäufen unterliegen der Abgeltungsteuer zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer.

Breit diversifizierte Aktien-ETFs – etwa auf globale Indizes wie den MSCI World oder FTSE All-World – gelten als beliebte Basis für Entnahmepläne, weil sie historisch attraktive Renditen erzielt haben und gleichzeitig die Kosten niedrig halten. Wichtig zu verstehen ist jedoch: Vergangene Renditen sind keine Garantie für die Zukunft. Wer im Rechner mit einer Renditeannahme arbeitet, sollte immer auch konservativere Szenarien durchspielen, um nicht von einer schlechten Marktphase überrascht zu werden.

Ein besonderes Risiko bei ETF-Entnahmeplänen ist das sogenannte Sequence-of-Returns-Risiko: Wenn die Märkte ausgerechnet zu Beginn deiner Entnahmephase stark fallen, schrumpft dein Kapital erheblich – und du entnimmst in absoluten Zahlen einen größeren prozentualen Anteil als geplant. Das beschleunigt den Kapitalverzehr überproportional. Dieser Effekt tritt auch dann auf, wenn die Durchschnittsrendite über den gesamten Zeitraum eigentlich positiv war. Eine Strategie dagegen kann ein separates Liquiditätspuffer-Konto sein, aus dem du in schlechten Marktphasen entnimmst, ohne Anteile zu ungünstigen Kursen verkaufen zu müssen.

Als grobe Orientierung wird in der Finanzliteratur häufig die sogenannte 4-%-Regel genannt, die auf der US-amerikanischen Trinity Study basiert. Sie besagt, dass ein Portfolio bei einer jährlichen Entnahmerate von vier Prozent des Startkapitals in historischen US-Marktszenarien über 30 Jahre hinweg mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht aufgebraucht worden wäre. Diese Faustregel lässt sich jedoch nicht eins zu eins auf europäische Märkte, kürzere Zeiträume oder die spezifische Situation von Sparerinnen und Sparern übertragen. Sie ist ein Denkanstoß, kein Finanzplan.

Wer Inflation im Rechner aktiviert, sieht außerdem, wie die reale Kaufkraft der monatlichen Entnahmen im Zeitverlauf sinkt, wenn diese nicht angepasst werden. Eine nominell gleichbleibende Entnahme von beispielsweise 800 Euro kauft dir in zehn Jahren deutlich weniger als heute – je nach Inflationsrate. Wer langfristig plant, sollte Entnahmesteigerungen entsprechend der Inflationsrate in den Plan einbauen.

AUF EINEN BLICK

  • Sparer-Pauschbetrag: Pro Person gilt ein jährlicher Freibetrag – Freistellungsauftrag bei der depotführenden Bank einrichten, um diesen automatisch zu nutzen.
  • Teilfreistellung bei Aktien-ETFs: Ein Teil der Erträge aus Aktien-ETFs ist pauschal steuerfrei (Teilfreistellungsquote).
  • Günstigerprüfung: Personen mit geringem Gesamteinkommen können ggf. eine Günstigerprüfung beantragen (persönlicher Steuersatz unter Abgeltungsteuer).
  • Hinweis: Steuerliche Situation ist individuell – im Zweifel Steuerberater:in oder Lohnsteuerhilfeverein konsultieren.

Steuern beim Entnahmeplan: Was Sparer:innen wissen müssen

Typische Szenarien: Berufsauszeit, unbezahlte Freistellung, Sabbatical, Wartezeit auf eine neue Anschlussfinanzierung.

Wer ETF-Anteile verkauft, um eine Entnahme zu finanzieren, realisiert dabei anteilig Kursgewinne. Diese Gewinne unterliegen der Abgeltungsteuer in Höhe von 25 Prozent, zuzüglich 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag auf die Steuer. Je nach Konfession kann noch Kirchensteuer hinzukommen. Das bedeutet: Deine tatsächlich verfügbare Nettoentnahme ist geringer als der Verkaufserlös brutto. Im Rechner solltest du diesen Effekt berücksichtigen, also von vornherein mit einem niedrigeren Nettobetrag planen.

Bevor die Steuer greift, steht dir als ledige Person ein jährlicher Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro zur Verfügung. Bei zusammen veranlagten Ehepaaren oder eingetragenen Lebenspartnern sind es 2.000 Euro. Dieser Freibetrag umfasst alle Kapitalerträge – also Dividenden, Zinsen und realisierte Kursgewinne zusammen. Damit der Freibetrag automatisch berücksichtigt wird, solltest du bei deiner depotführenden Bank oder Neobroker-Plattform einen Freistellungsauftrag in entsprechender Höhe einrichten.

Für Aktien-ETFs gilt außerdem die Teilfreistellung: Ein pauschaler Anteil der Erträge aus Aktien-ETFs ist von der Steuer freigestellt, was die effektive Steuerlast reduziert. Die genaue Quote hängt von der Art des Fonds ab und ist gesetzlich geregelt. Du musst das nicht selbst berechnen – dein Broker führt die Steuer in der Regel automatisch ab, sobald der Freibetrag ausgeschöpft ist.

Interessant für Sparer:innen mit geringem Gesamteinkommen ist die sogenannte Günstigerprüfung: Liegt dein persönlicher Einkommensteuersatz unterhalb der Abgeltungsteuer von 25 Prozent, kannst du deine Kapitalerträge in der Einkommensteuererklärung angeben und wirst nach deinem individuellen Steuersatz besteuert – was zu einer Erstattung führen kann. Da der Grundfreibetrag 2026 bei 12.348 Euro liegt, zahlen viele Menschen mit niedrigem Einkommen faktisch keine oder kaum Einkommensteuer auf ihr Gesamteinkommen – ein relevanter Vorteil bei der Kapitalanlage.

AUF EINEN BLICK

  • Planungsbeispiel (ohne konkrete Zahlen): Vorhandenes Ersparnispolster durch definierten Monatsbetrag über X Monate aufteilen – Rechner zeigt, ob das Kapital reicht.
  • Notfallpuffer separat halten: Entnahmeplan nicht auf den letzten Cent ausreizen – liquider Puffer auf Tagesgeld sinnvoll.
  • Kombination mit anderen Einnahmequellen: Teilzeitjob, Renteneinkünfte oder Nebentätigkeiten können den benötigten Entnahmebetrag reduzieren.
  • Einfluss auf Sozialleistungen prüfen: Eigenes Vermögen oberhalb bestimmter Freibeträge kann den Anspruch auf staatliche Leistungen beeinflussen – Freibeträge je nach Antragsjahr bei der zuständigen Stelle erfragen.

Entnahmeplan für Überbrückungsphasen im Berufsleben

Zu optimistische Rendite angenommen: Immer konservative Szenarien durchrechnen, nicht nur Best-Case.

Typische Szenarien, in denen ein Entnahmeplan für Sparer:innen und Anleger:innen besonders praktisch ist: eine berufliche Auszeit, eine Phase der Selbstständigkeit mit schwankendem Einkommen, ein Sabbatical oder die Wartezeit zwischen zwei Anstellungen. In all diesen Phasen fällt das reguläre Einkommen weg oder ist deutlich reduziert – wer hier kein klares Bild von seinem Puffer hat, riskiert finanzielle Engpässe.

Ein strukturierter Entnahmeplan hilft dir, das vorhandene Ersparnis planbar auf Monate aufzuteilen. Du legst fest, wie lange die Phase dauern soll, welchen monatlichen Bedarf du hast, und der Rechner zeigt dir, ob dein Kapital ausreicht – oder ob du die Entnahme anpassen oder die Phase verkürzen musst. Wichtig: Plane nicht auf den letzten Cent aus. Ein liquider Notfallpuffer auf einem Tagesgeldkonto sollte getrennt vom Entnahmeplan gehalten werden und nicht in das berechnete Startkapital einfließen.

Außerdem lohnt es sich, andere Einnahmequellen in die Kalkulation einzubeziehen. Ein Minijob – 2026 bis zu 603 Euro monatlich steuerfrei –, Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit oder gelegentliche Nebenprojekte können den monatlich benötigten Entnahmebetrag erheblich reduzieren und damit die Laufzeit deines Entnahmeplans verlängern. Im Rechner kannst du solche Einnahmen direkt gegenzurechnen, indem du nur den tatsächlich aus dem Depot zu deckenden Betrag als Entnahmerate eingibst.

Wer in einer solchen Überbrückungsphase steckt und gleichzeitig einen ETF-Sparplan laufen hat, muss abwägen: Pausieren oder weiterführen? Das kommt auf die individuelle Liquiditätssituation an. Selbst kleine Sparraten in der Entnahmephase aufrechtzuerhalten hat den psychologischen und mathematischen Vorteil, den Zinseszinseffekt nicht zu unterbrechen – aber Liquidität geht vor. Hier hilft der Vermögensaufbau-Rechner, beide Seiten der Gleichung im Blick zu behalten.

AUF EINEN BLICK

  • Inflation vergessen: Ohne Inflationsanpassung sinkt die reale Kaufkraft der Entnahmen jährlich.
  • Steuern nicht einkalkuliert: Netto-Entnahme ist geringer als Brutto-Verkaufserlös.
  • Keine Flexibilitätspuffer: Unvorhergesehene Ausgaben (Gesundheit, Reparaturen) nicht eingeplant.
  • Zu früh zu viel entnehmen: Sequence-of-Returns-Risiko unterschätzt – gerade in volatilen Marktphasen niedrigere Entnahmen schützen das Kapital langfristig.

Häufige Fehler beim Entnahmeplan – und wie du sie vermeidest

Entnahmeplan ist Teil eines Gesamtplans: Vermögensaufbau (Sparphase) und Entnahmephase (Entsparphase) zusammen denken.

Der verbreitetste Fehler ist eine zu optimistische Renditeannahme. Wer im Rechner ausschließlich mit historischen Durchschnittswerten plant und dabei Schwankungen ignoriert, unterschätzt das Risiko, früher als geplant ohne Kapital dazustehen. Rechne immer mindestens ein konservatives Szenario mit niedrigerer Rendite oder sogar einem kurzfristigen Kursverlust zu Beginn der Entnahmephase durch. Das Sequence-of-Returns-Risiko macht gerade den Einstieg in die Entnahmephase zur kritischsten Zeit.

Ein weiterer klassischer Fehler ist, die Inflation zu ignorieren. Wer über viele Jahre entnimmt, merkt, dass der nominell gleiche Betrag real immer weniger kauft. Wenn dein Entnahmeplan keine Inflationsanpassung vorsieht, sinkt dein Lebensstandard schleichend. Aktiviere die Inflationsoption im Rechner und vergleiche, wie viel reale Kaufkraft deine Entnahmen in fünf oder zehn Jahren noch haben werden.

Steuern werden oft ebenfalls nicht richtig einkalkuliert. Der Brutto-Verkaufserlös und die tatsächlich verfügbare Netto-Entnahme können sich durch Abgeltungsteuer und Solidaritätszuschlag spürbar unterscheiden – insbesondere dann, wenn der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro bereits durch andere Kapitalerträge ausgeschöpft ist. Plane deshalb realistisch mit dem Nettobetrag.

Schließlich fehlt in vielen Entnahmeplänen ein echter Flexibilitätspuffer. Gesundheitsausgaben, defekte Technik, Reisekosten oder andere unvorhergesehene Ausgaben kommen erfahrungsgemäß immer. Wer seinen Entnahmeplan bis auf den letzten Euro ausreizt, hat keinen Handlungsspielraum mehr. Reserviere daher mindestens einen kleineren Liquiditätspuffer außerhalb des Entnahmeplans – und betrachte diesen als untastbar, es sei denn, es ist wirklich ein Notfall.

AUF EINEN BLICK

  • Übergang zum Vermögensaufbau-Rechner: Wer noch in der Aufbauphase ist, kann mit dem Vermoegensaufbau-Rechner die nötige Sparrate ermitteln.
  • Versorgungslücke im Blick behalten: Rentenluecken-Rechner zeigt, ob die gesetzliche Rente ausreicht oder private Vorsorge nötig ist.
  • Finanz-Score checken: Überblick über die eigene Finanzlage als nächster Schritt nach dem Entnahmeplan.
  • Wichtiger Hinweis: Alle Rechner-Ergebnisse sind Planungsszenarien, keine Anlageberatung. Bei konkreten Investitionsentscheidungen unabhängige Finanzberatung (z. B. Verbraucherzentrale) hinzuziehen.

Vom Entnahmeplan zur ganzheitlichen Finanzplanung

Ein Entnahmeplan funktioniert am besten, wenn er Teil eines übergreifenden Finanzplans ist. Sparphase und Entsparphase hängen direkt zusammen: Je mehr du in der Aufbauphase angespart hast und je besser du das Kapital investiert hast, desto komfortabler gestaltet sich die spätere Entnahmephase. Wer heute mit einem ETF-Sparplan anfängt – auch mit kleinen Beträgen –, legt den Grundstein für einen späteren Entnahmeplan mit echtem Spielraum.

Wenn du noch in der Vermögensaufbauphase bist, hilft dir unser Vermögensaufbau-Rechner zu ermitteln, welche monatliche Sparrate du bei einem bestimmten Zeithorizont und einer Renditeannahme brauchst, um ein definiertes Zielkapital zu erreichen. Der Entnahmeplan-Rechner und der Vermögensaufbau-Rechner sind damit zwei Seiten derselben Medaille – und ergänzen sich ideal.

Wer langfristig plant, sollte außerdem die gesetzliche Rentenversorgung im Blick behalten. Gerade für Berufseinsteiger, die später in die Rentenversicherung einzahlen, entsteht oft eine Lücke zwischen der erwarteten gesetzlichen Rente und dem tatsächlichen Ausgabenbedarf im Alter. Ein privat aufgebautes ETF-Portfolio mit Entnahmeplan kann diese Lücke schließen – aber nur dann, wenn man sie vorher realistisch beziffert hat.

Der erste Schritt ist immer derselbe: Klarheit über die eigene Finanzlage. Wie viel habe ich? Wie lange brauche ich es? Welche Einnahmen habe ich parallel? Mit diesen drei Fragen beantwortet lässt sich ein solider Entnahmeplan aufstellen – und unser Rechner hilft dir, die Antworten in konkrete Zahlen und Szenarien zu übersetzen.

🧮 Rechne deinen Fall durch

Ermittle deine konkreten Zahlen mit dem passenden Rechner.

Kostenlos starten →

Der 5-Minuten-Finanzkurs

Eine Mail pro Woche: Versicherung, BAföG, erstes Investieren, ohne Fachchinesisch, ohne Verkaufsdruck.

Mit dem Anmelden stimmst du der Datenschutzerklärung zu. Jederzeit abbestellbar.

Häufige Fragen

Ein Entnahmeplan ist eine Strategie, bei der du regelmäßig Geld aus deinem angesparten Vermögen, zum Beispiel einem ETF-Depot, entnimmst, um deinen Lebensunterhalt zu finanzieren. Du legst fest, in welchen Abständen und in welcher Höhe dir Beträge ausgezahlt werden, während das restliche Kapital weiterhin investiert bleibt.

Ein Entnahmeplan ohne Kapitalverzehr zielt darauf ab, nur die Erträge, wie Dividenden oder Zinsen, zu entnehmen, sodass dein ursprüngliches Kapital erhalten bleibt. Dafür muss die jährliche Rendite deiner Anlage dauerhaft über der Entnahmerate liegen, was in der Praxis eine sehr konservative Entnahmequote erfordert.

Für einen Entnahmeplan-Rechner bei ETFs solltest du eine langfristig realistische Nettorendite nach Kosten und Steuern annehmen, die deutlich unter der historischen Bruttorendite des Aktienmarktes liegt. Als allgemein anerkannter Richtwert gilt eine reale Rendite von etwa drei bis vier Prozent pro Jahr, wobei du für eine konservative Planung eher den unteren Wert wählen solltest.

Entnahmen aus deinem Vermögen können deine steuerliche Situation beeinflussen, da das angesparte Kapital und die daraus erzielten Einkünfte auf dein zu versteuerndes Einkommen angerechnet werden. Wenn dein Vermögen über dem Freibetrag liegt, kann ein Entnahmeplan dazu führen, dass du mehr Steuern zahlst, da die Auszahlungen als Einkommen im jeweiligen Veranlagungszeitraum gelten.

Ja, auf Entnahmen aus deinem ETF-Depot zahlst du in der Regel Steuern, insbesondere auf die realisierten Kursgewinne. Seit der Einführung der Abgeltungsteuer werden darauf 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer fällig, wobei ein Teil der Gewinne durch den Sparerpauschbetrag steuerfrei bleiben kann.

Die 4-%-Regel besagt, dass du jährlich vier Prozent deines Anfangskapitals entnehmen kannst, ohne dass dein Vermögen über einen Zeitraum von 30 Jahren mit hoher Wahrscheinlichkeit aufgebraucht wird. Sie stammt aus US-Studien und gilt als grobe Orientierung, aber nicht als Garantie, da sie auf historischen US-Marktdaten basiert und für deutsche Anleger mit anderen Kosten und Steuern angepasst werden sollte.

Der Begriff Entnahmeplan wird häufig für die flexible Entnahme aus einem eigenen Depot verwendet, während ein Auszahlplan bei Banken oft ein standardisiertes Produkt mit festen Raten aus einem Versicherungs- oder Fondsvertrag ist. Beim Auszahlplan garantiert die Bank in der Regel eine bestimmte Laufzeit oder Rente, während der Entnahmeplan dir mehr Flexibilität bei der Höhe und Dauer der Entnahmen lässt.

Ja, du kannst einen Entnahmeplan mit einem laufenden ETF-Sparplan kombinieren, indem du parallel weiterhin Anteile kaufst und gleichzeitig regelmäßig andere Anteile verkaufst. Dies kann sinnvoll sein, um in guten Marktphasen Gewinne zu realisieren und in schwachen Phasen die Entnahmen zu reduzieren, wobei du aber auf die Transaktionskosten und die steuerlichen Auswirkungen achten solltest.

Quellen & Stand 09.07.2026

MS

StudySmarter-Redaktion

Finanz-Redaktion · StudySmarter
Marie macht Finanzthemen für Studierende verständlich – von der ersten Versicherung bis zum ersten Sparplan.

Redaktionell geprüft. Alle Zahlen mit Quellenangabe, Stand 09.07.2026. Dieser Artikel ist Finanzbildung – keine Rechts- oder Steuerberatung.

Mehr aus Rechner

Ähnliche Ratgeber