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FinanzbildungBonitätsprüfung9 Min.

Bonitätsprüfung Alles, was Studierende & junge Erwachsene wissen müssen

Was ist eine Bonitätsprüfung? Wie läuft sie ab, was prüft die SCHUFA & wie verbessern Studierende ihren Score? Jetzt verstehen & Finanz-Check starten.

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Das Wichtigste in 30 Sekunden
  • Definition: Bonitätsprüfung = Bewertung der Kreditwürdigkeit einer Person durch Gläubiger oder Dienstleister
  • Anlässe: Kredit, Mietwohnung, Handyvertrag, Ratenkauf, Girokonto mit Dispo
  • Unterschied 'weiche' Bonitätsprüfung (nur Eigenabfrage, kein Eintrag) vs. 'harte' Prüfung (Anfrage wird bei Auskunftei gespeichert
  • Für Studierende besonders relevant: erste Wohnung, erstes Konto, BAföG-Ergänzungskredit, Studienkredite

Was eine Bonitätsprüfung bedeutet – und warum sie auch dich betrifft

Definition: Bonitätsprüfung = Bewertung der Kreditwürdigkeit einer Person durch Gläubiger oder Dienstleister

Eine Bonitätsprüfung ist die Bewertung deiner Kreditwürdigkeit durch Banken, Vermieter oder Mobilfunkanbieter – sie entscheidet darüber, ob du einen Kredit bekommst, eine Wohnung mietest oder einen Handyvertrag abschließt. Gerade als Verbraucher oder Berufseinsteiger stößt du schnell auf dieses Thema, meist dann, wenn du es am wenigsten erwartest.

Kurz zusammengefasst: Eine Bonitätsprüfung analysiert deine finanzielle Zuverlässigkeit anhand gespeicherter Daten bei Auskunfteien wie der SCHUFA. Sie beeinflusst Kredit-, Miet- und Vertragsentscheidungen. Mit dem richtigen Wissen kannst du deinen Score aktiv aufbauen und schützen – auch ohne langes Berufsleben oder hohes Einkommen.

AUF EINEN BLICK

  • Anlässe: Kredit, Mietwohnung, Handyvertrag, Ratenkauf, Girokonto mit Dispo
  • Unterschied 'weiche' Bonitätsprüfung (nur Eigenabfrage, kein Eintrag) vs. 'harte' Prüfung (Anfrage wird bei Auskunftei gespeichert
  • Für Verbraucher besonders relevant: erste eigene Wohnung, erstes Konto, Ratenzahlungen, Kreditkarten
  • Rechtliche Grundlage: DSGVO Art. 22 (automatisierte Entscheidungen), §34 BDSG (Auskunftsrecht

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Was ist eine Bonitätsprüfung und warum ist sie so wichtig?

Schritt 1: Antragsteller stellt Anfrage (Kredit, Vertrag, Wohnung

Der Begriff Bonitätsprüfung bezeichnet die systematische Bewertung der Kreditwürdigkeit einer Person durch einen Gläubiger oder Dienstleister. Konkret geht es darum: Wie wahrscheinlich ist es, dass du eine eingegangene Zahlungsverpflichtung zuverlässig erfüllst? Banken prüfen das vor einem Kredit, Vermieter vor dem Mietvertrag, Mobilfunkanbieter vor dem 24-Monats-Vertrag und Händler vor dem Ratenkauf. In all diesen Situationen arbeiten Unternehmen mit Daten, die über sogenannte Auskunfteien abgefragt werden.

Entscheidend ist der Unterschied zwischen einer weichen und einer harten Bonitätsprüfung. Eine weiche Prüfung – etwa deine eigene Eigenabfrage bei der SCHUFA – hinterlässt keinerlei Spuren in deiner Akte und hat keinen Einfluss auf deinen Score. Eine harte Prüfung hingegen wird als sogenannte „Kreditanfrage" in deiner Auskunftei-Akte gespeichert und kann deinen Score vorübergehend leicht senken, wenn in kurzer Zeit mehrere solcher Anfragen eingehen. Wer also innerhalb weniger Wochen mehrere Kreditangebote vergleicht und jedes Mal eine harte Anfrage auslöst, riskiert einen messbaren Score-Effekt.

Für Verbraucher:innen ist das Thema besonders relevant, weil sich im Leben gleich mehrere bonitätsrelevante Ereignisse häufen können: die erste eigene Wohnung, das erste Girokonto mit Dispositionsrahmen, der erste Handyvertrag auf den eigenen Namen, ein Ratenkauf oder ein Autokredit. Wer hier unbewusst handelt, kann früh negative Einträge riskieren oder sich durch viele gleichzeitige harte Anfragen unnötig schlechtstellen.

AUF EINEN BLICK

  • Schritt 2: Gläubiger fragt Auskunftei ab (SCHUFA, Creditreform, Boniversum, CRIF Bürgel
  • Schritt 3: Auskunftei übermittelt Score-Wert und ggf. gespeicherte Negativmerkmale
  • Schritt 4: Gläubiger entscheidet auf Basis eigener Kriterien + Auskunftei-Daten
  • Harte Anfragen: werden für eine bestimmte Frist bei der SCHUFA gespeichert, mehrere Anfragen in kurzer Zeit können den Score belasten

Wie läuft eine Bonitätsprüfung konkret ab?

Die SCHUFA ist die größte Auskunftei in Deutschland und für die meisten Bonitätsprüfungen maßgeblich

Der Prozess folgt in der Regel einem klar strukturierten Ablauf. Im ersten Schritt stellst du als Antragsteller eine Anfrage – ob für einen Kredit, einen Mietvertrag oder einen Mobilfunkvertrag. Du stimmst dabei in den meisten Fällen in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen oder separat einer Bonitätsabfrage zu. Ohne diese Zustimmung darf der Anbieter nicht ohne Weiteres eine Auskunftei anfragen.

Im zweiten Schritt sendet der Gläubiger eine Anfrage an eine oder mehrere Auskunfteien. In Deutschland ist die SCHUFA (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) die mit Abstand bekannteste und meistgenutzte Auskunftei, daneben existieren Creditreform, Boniversum und CRIF Bürgel. Die Auskunftei übermittelt daraufhin im dritten Schritt einen Score-Wert sowie etwaige gespeicherte Negativmerkmale – zum Beispiel nicht bezahlte Rechnungen, Mahnbescheide oder Insolvenzen.

Im vierten und letzten Schritt trifft der Gläubiger seine Entscheidung auf Basis eigener Kriterien in Kombination mit den gelieferten Auskunftei-Daten. Der SCHUFA-Score allein ist dabei selten das einzige Entscheidungskriterium – Banken beispielsweise ergänzen ihn mit internen Modellen, Einkommensnachweisen und der konkreten Höhe des beantragten Betrags. Für dich als Antragsteller bedeutet das: Selbst ein mittelmäßiger Score muss nicht automatisch zur Ablehnung führen, wenn du andere positive Faktoren vorweisen kannst.

AUF EINEN BLICK

  • Basis-Score (B2C) gibt Ausfallwahrscheinlichkeit in Prozent an; Branchen-Scores für Banken, Telekommunikation etc. abweichend
  • Einflussfaktoren: Zahlungshistorie, Anzahl Konten/Karten, Kreditnutzung, Alter der Konten, Negativmerkmale
  • Nicht erlaubte Faktoren laut DSGVO: Beruf, Einkommen, Familienstand, Nationalität, Wohnort (darf nicht allein entscheidend sein
  • SCHUFA-Algorithmus ist nicht vollständig offengelegt (aktuell EuGH-Rechtsprechung beachten, Urt. C-634/21

Was ist der SCHUFA-Score und wie wird er berechnet?

Positive Daten: Girokonten, Kreditkarten, laufende Kredite, Mobilfunkverträge, planmäßig zurückgezahlte Kredite

Die SCHUFA ist die größte Privatauskunftei Deutschlands und für den Großteil aller Bonitätsprüfungen im Alltag maßgeblich. Der sogenannte Basis-Score (im B2C-Bereich) drückt die statistische Ausfallwahrscheinlichkeit in Prozent aus – genauer gesagt: die Wahrscheinlichkeit, dass du eine Zahlungsverpflichtung nicht erfüllst. Ein hoher Score bedeutet also eine niedrige Ausfallwahrscheinlichkeit und damit eine gute Bonität. Daneben gibt es branchenspezifische Scores, die SCHUFA zum Beispiel für Banken, Telekommunikationsunternehmen oder den Versandhandel gesondert berechnet.

Die genaue Berechnungsformel hält die SCHUFA als Geschäftsgeheimnis unter Verschluss, dennoch sind die wesentlichen Einflussfaktoren bekannt: deine bisherige Zahlungshistorie (hast du Rechnungen stets pünktlich bezahlt?), die Anzahl deiner Konten und Kreditkarten, die Kreditnutzung im Verhältnis zum verfügbaren Limit, das Alter deiner ältesten Konten sowie das Vorhandensein oder Fehlen von Negativmerkmalen. Grundsätzlich gilt: Wer über viele Jahre ohne Zahlungsausfall wirtschaftet, baut einen robusten Score auf – was junge Menschen strukturell benachteiligt, da ihnen diese Zeitdimension schlicht fehlt.

Was die SCHUFA ausdrücklich nicht berücksichtigen darf, ist durch die DSGVO klar geregelt: Beruf, Einkommen, Familienstand, Nationalität und der Wohnort dürfen nicht allein entscheidend sein. Das bedeutet praktisch: Auch wer als Werkstudent nur geringfügig beschäftigt ist – der Mindestlohn liegt 2026 bei 13,90 € pro Stunde und die Minijob-Grenze bei 603 € monatlich – kann grundsätzlich einen guten SCHUFA-Score aufbauen, wenn das Zahlungsverhalten stimmt.

AspektWorauf es ankommt
Positive Daten: GirokontenKreditkarten, laufende Kredite, Mobilfunkverträge, planmäßig zurückgezahlte Kredite
Negative Daten: ZahlungsausfälleMahnbescheide, Insolvenzen, Kontokündigungen, Kreditbetrug
Speicherfristen: Negativmerkmale werden nach einer gesetzlich geregelten Frist gelöscht (genaue Fristen bei SCHUFA/BDSG prüfen,
Kostenlose Eigenauskunft: einmal pro Jahr nach §34 BDSG als 'Datenkopie' kostenfrei abrufbar (meineSCHUFA.de,
Unterschied: kostenlose Datenkopie vs. kostenpflichtige 'BonitätsAuskunft' für Dritte,
Fehler in SCHUFA-Daten können und sollten aktiv korrigiert werden, Widerspruchsrecht nach DSGVO,

Welche Daten speichert die SCHUFA über dich – und wie kommst du dran?

Problem 1: Kein oder geringes Einkommen, Lösung: Nachweis über regelmäßige Einkünfte, Nebenjob-Einkommensnachweis, Bürge (Angehörige)

Die SCHUFA unterscheidet grundsätzlich zwischen positiven und negativen Merkmalen. Zu den positiven Daten zählen Girokonten, Kreditkarten, laufende und planmäßig zurückgezahlte Kredite sowie Mobilfunkverträge. Diese Daten helfen der SCHUFA, ein vollständiges Bild deiner finanziellen Aktivitäten zu zeichnen – und wirken sich tendenziell günstig aus, weil sie belegen, dass du vertragliche Verpflichtungen zuverlässig erfüllst. Negative Merkmale hingegen entstehen bei Zahlungsausfällen, Mahnbescheiden, Insolvenzverfahren, Kontokündigungen durch die Bank oder Kreditbetrug.

Besonders wichtig für dich: Negative Einträge werden nach gesetzlich geregelten Fristen wieder gelöscht. Die genauen Löschfristen sind im Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) sowie in den SCHUFA-eigenen Verhaltensregeln geregelt und sollten direkt bei der SCHUFA oder einem Datenschutzbeauftragten nachgeprüft werden, da sie je nach Art des Eintrags variieren. Wichtig ist: Auch nach der Löschung eines Negativmerkmals kann der Score noch eine gewisse Zeit brauchen, um sich vollständig zu erholen.

Einmal jährlich hast du nach § 34 BDSG das Recht auf eine kostenlose Datenkopie – die sogenannte Selbstauskunft – direkt bei der SCHUFA über das Portal meineSCHUFA.de. Diese Eigenabfrage ist eine weiche Prüfung und schadet deinem Score nicht. Du solltest sie regelmäßig nutzen, um Fehler zu entdecken: Falsch gespeicherte Daten kommen vor und können deinen Score zu Unrecht belasten. Fehler müssen von der SCHUFA auf Antrag korrigiert werden.

AUF EINEN BLICK

  • Problem 2: Keine Kredithistorie, Lösung: Giro-/Kreditkarte mit kleinem Limit aufbauen, pünktlich zahlen
  • Problem 3: Häufige Wohnortwechsel, kein direkter Score-Faktor, aber Adress-Konsistenz bei Auskunfteien pflegen
  • Problem 4: Viele Vertragsabschlüsse in kurzer Zeit (SIM-Karten, Abos), harte Anfragen minimieren
  • Dispokredite: pünktliche Rückzahlung wirkt positiv; dauerhafte Dispo-Überziehung vermeiden

Bonitätsprüfung: Typische Hürden und wie du sie überwindest

Bestehende Konten langfristig offen halten (Kontolänge wirkt positiv

Das größte strukturelle Problem vieler Menschen ist das fehlende oder geringe Einkommen. Viele Vermieter und Kreditgeber verlangen einen Einkommensnachweis, der mindestens das Zwei- bis Dreifache der monatlichen Miete beträgt. Hier helfen konkrete Alternativen: Ein aktueller Einkommenssteuerbescheid oder eine Renten- oder Pensionsabrechnung gilt als Einkommensnachweis, ebenso Gehaltsabrechnungen aus einer Teilzeitbeschäftigung. Wer keine eigene Bonität vorweisen kann, kann Angehörige oder andere Vertrauenspersonen als Bürgen angeben – allerdings sollte man sich über die Tragweite dieser Entscheidung im Klaren sein, denn eine Bürgschaft ist rechtlich bindend.

Das zweite klassische Problem ist die fehlende Kredithistorie. Wer noch nie einen Kredit aufgenommen, keine Kreditkarte genutzt und keine Ratenzahlung abgeschlossen hat, hat schlicht keine SCHUFA-Historie – was manchen Gläubigern fast so unangenehm ist wie eine schlechte Geschichte. Die Lösung klingt banal, ist aber wirksam: Eröffne ein Girokonto, beantrage eine Kreditkarte mit kleinem Limit (oder eine Prepaid-Karte zum Einstieg) und zahle alle Rechnungen konsequent pünktlich. Damit baust du über Monate eine positive Kredithistorie auf.

Viele Menschen wechseln ihren Wohnort häufiger – aus der Mietwohnung ins eigene Haus, dann in eine andere Stadt, manchmal aus beruflichen Gründen ins Ausland. Der Wohnort selbst ist kein direkter Score-Faktor, aber Adresskonsistenz spielt eine Rolle: Achte darauf, dass deine aktuellen Adressdaten bei der SCHUFA und deiner Bank stets aktuell gehalten werden, damit Mahnungen und Schreiben dich tatsächlich erreichen und nicht unbeantwortet bleiben. Ein weiteres typisches Risiko: Wer innerhalb kurzer Zeit mehrere SIM-Karten, Streaming-Abos und ähnliche Verträge abschließt, bei denen harte Anfragen gestellt werden, kann kurzfristig seinen Score belasten. Frage deshalb immer vorab, ob eine harte oder weiche Anfrage gestellt wird.

AUF EINEN BLICK

  • Rechnungen, Lastschriften und Raten immer pünktlich zahlen, größter Hebel
  • Kreditkarten-Auslastung niedrig halten (nicht dauerhaft an der Grenze ausreizen
  • Unnötige Konten oder Karten schließen, aber nicht alle auf einmal
  • Fehlerhafte Einträge aktiv bei der SCHUFA anfechten und korrigieren lassen

So verbesserst du deinen Bonitäts-Score gezielt

Vermieter dürfen SCHUFA-Auskunft verlangen, du kannst die Datenkopie zeigen, bist aber nicht verpflichtet

Der wichtigste Hebel für einen guten Score ist gleichzeitig der einfachste: Zahle alle Rechnungen, Lastschriften und Raten pünktlich. Ein einziger Zahlungsausfall kann deinen Score deutlich und langfristig belasten – auch dann, wenn er später beglichen wird. Richte deshalb für Daueraufträge und Lastschriften eine automatische Zahlung ein. Wenn du in einem Monat finanziell eng dastehst, spreche aktiv mit deiner Bank oder dem Vertragspartner, bevor eine Mahnung entsteht.

Bestehende Konten und Kreditkarten solltest du möglichst langfristig offen halten. Die Kontolänge – also wie lange du schon ein aktives Konto oder eine Kreditkarte hast – wirkt sich positiv auf deinen Score aus. Wer sein erstes Konto nach einem Jahr wieder schließt, verliert diese aufgebaute positive Historie. Umgekehrt gilt: Schließe nicht alle unnötigen Konten auf einmal, da das plötzlich das Bild deiner Kredithistorie verkürzt.

Die Auslastung deiner Kreditkarte sollte langfristig niedrig gehalten werden. Wer dauerhaft fast am Limit seiner Kreditkarte wirtschaftet, signalisiert finanzielle Enge – selbst wenn er pünktlich zahlt. Als Faustregel gilt: Versuche, nicht mehr als 30 bis maximal 50 Prozent deines verfügbaren Kreditrahmens regelmäßig auszuschöpfen. Falls du einen niedrigen Dispositionsrahmen hast, den du nicht ausnutzt, kann das sogar positiv wirken – es zeigt, dass dir Spielraum eingeräumt wird, den du nicht ausreizt. Denke auch daran, dass Kindergeld – 2026 sind das 259 € pro Monat – zwar kein Einkommen im klassischen Sinne ist, aber zur Gesamtplanung deiner monatlichen Liquidität beiträgt.

AUF EINEN BLICK

  • Tipp: Selbst eine aktuelle BonitätsAuskunft besorgen und proaktiv vorlegen, wirkt professionell
  • Mobilfunkanbieter führen i.d.R. nur Basis-Scoring durch, keine vollständige Kreditprüfung
  • BNPL ('Buy Now Pay Later', z.B. Klarna) wirkt sich je nach Anbieter auf SCHUFA aus, AGB prüfen
  • Mietkautionskredite und Mietkautionsbürgschaften als Alternative, wenn Score niedrig ist

Bonitätsprüfung bei Wohnung, Handy und Co.: Was Vermieter und Anbieter sehen dürfen

Starte mit dem StudySmarter Finanz-Score-Rechner: Wo stehst du bei Bonität, Rücklagen und Ausgaben?

Vermieter dürfen eine SCHUFA-Auskunft als Teil der Bewerbungsunterlagen verlangen – du bist jedoch rechtlich nicht verpflichtet, sie bereitzustellen. Verweist ein Vermieter darauf, dass er ohne Bonitätsnachweis keine Wohnung vermietet, liegt die Entscheidung bei dir: Entweder du legst ihn vor oder du wirst als Bewerber möglicherweise nicht berücksichtigt. Ein cleverer Trick: Besorge dir selbst proaktiv eine aktuelle BonitätsAuskunft (diese kostenpflichtige Variante ist für Dritte gedacht und zeigt weniger Details als die vollständige Datenkopie) und lege sie deinen Bewerbungsunterlagen bei. Das wirkt professionell und vertrauenswürdig – und du behältst die Kontrolle darüber, was genau weitergegeben wird.

Mobilfunkanbieter führen bei neuen Vertragsabschlüssen in der Regel eine Basis-Bonitätsprüfung durch, die weniger umfangreich ist als eine vollständige Kreditprüfung einer Bank. Dennoch ist sie eine harte Anfrage. Wer also innerhalb weniger Wochen bei drei verschiedenen Anbietern einen Vertrag vergleicht und jedes Mal einen vollständigen Vertragsabschluss durchläuft, summiert Anfragen, die kurzfristig sichtbar sind. Besser: Erst vergleichen, dann einmal gezielt abschließen.

Besonders kritisch zu betrachten ist der Trend zu „Buy Now Pay Later"-Diensten (BNPL) wie Klarna, Ratepay oder ähnlichen Anbietern. Je nach Anbieter und Zahlungsmodell können diese Transaktionen in deiner SCHUFA auftauchen. Besonders Ratenzahlungsoptionen werden häufig wie ein kleiner Kredit behandelt und entsprechend gemeldet. Die AGB sollten vor Abschluss genau geprüft werden – auch wenn der Kaufbetrag niedrig ist. Ein vergessener BNPL-Betrag, der in den Inkasso geht, kann einen unverhältnismäßig großen Schaden an deiner Bonität anrichten.

AUF EINEN BLICK

  • Kostenlose SCHUFA-Datenkopie einmal jährlich abrufen und auf Fehler prüfen
  • Finanzplan aufstellen: Einnahmen (Gehalt, Nebeneinkünfte, Kindergeld), Ausgaben, Kreditbedarf realistisch kalkulieren
  • Vor jedem Kredit- oder Vertragsabschluss: harte vs. weiche Anfrage klären
  • Bei komplexen Fragen zur Kreditwürdigkeit: kostenlose Schuldnerberatung (z.B. Caritas, AWO) nutzen

Finanz-Score checken und klug in die finanzielle Zukunft starten

Deine Bonität ist kein unveränderliches Schicksal – sie ist das Ergebnis deines Finanzverhaltens, und du kannst sie aktiv gestalten. Starte damit, einmal jährlich deine kostenlose SCHUFA-Datenkopie abzurufen und auf Fehler zu prüfen. Halte deine Kontodaten aktuell, zahle pünktlich und baue schrittweise eine positive Kredithistorie auf. Bevor du einen neuen Vertrag abschließt, kläre immer vorab, ob eine harte oder weiche Anfrage gestellt wird.

Für eine realistische Einschätzung deiner aktuellen Finanzlage – Bonität, Rücklagen und Ausgaben – lohnt sich ein strukturierter Überblick. Plane deine regelmäßigen Einnahmen aus Gehalt, Nebeneinkünften und Kindergeld (aktuell 259 € monatlich) realistisch gegen deine Ausgaben, um unnötigen Kreditbedarf zu vermeiden.

Jetzt starten: Prüfe mit dem StudySmarter Finanz-Score-Rechner, wo du bei Bonität, Rücklagen und Ausgaben stehst – kostenlos und unverbindlich. Zum Finanz-Score-Rechner →

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Häufige Fragen

Eine Bonitätsprüfung kann Ihren SCHUFA-Score kurzfristig beeinflussen, wenn sie als sogenannte 'Anfrage zur Kreditwürdigkeitsprüfung' bei der SCHUFA eingeht. In der Regel wird dieser Effekt jedoch als gering eingestuft und verschwindet nach einigen Monaten wieder. Entscheidend ist, dass Sie nicht zu viele solcher Anfragen in kurzer Zeit auslösen, da dies als Zeichen für finanzielle Anspannung gewertet werden kann.

Sie haben gesetzlich Anspruch auf eine kostenlose Selbstauskunft bei der SCHUFA, die Sie einmal im Jahr per Post oder online beantragen können. Dazu müssen Sie sich auf der offiziellen Website der SCHUFA identifizieren und Ihre Daten angeben. Die Auskunft zeigt Ihnen, welche Daten über Sie gespeichert sind, jedoch nicht Ihren Score-Wert, wenn Sie nur die kostenlose Variante wählen.

Wenn Sie keinen SCHUFA-Score haben, bedeutet das nicht, dass Sie keine Kredite oder Verträge abschließen können, aber es kann die Prüfung erschweren. Viele Banken und Mobilfunkanbieter verlangen eine Bonitätsauskunft, und ohne Score kann die Entscheidung auf Basis anderer Kriterien wie Einkommen oder Kontoauszügen erfolgen. Sie können auch eine kostenpflichtige SCHUFA-Bonitätsauskunft beantragen, um Ihren Score zu ermitteln, aber dies ist nicht verpflichtend.

Ja, ein Vermieter kann Sie wegen schlechter Bonität ablehnen, da er das Recht hat, das Mietverhältnis abzusichern und Zahlungsausfälle zu vermeiden. Er darf jedoch keine unzulässigen Daten abfragen oder Sie diskriminieren, etwa wegen Herkunft oder Geschlecht. Wenn Sie eine negative SCHUFA-Auskunft haben, können Sie dem Vermieter alternative Sicherheiten wie eine Bürgschaft oder eine höhere Kaution anbieten.

Negative SCHUFA-Einträge werden in der Regel nach drei Jahren gelöscht, wobei die Frist ab dem Ende des Jahres beginnt, in dem die Forderung beglichen wurde. Bei unbeglichenen Forderungen kann die Speicherdauer länger sein, aber auch hier greift die gesetzliche Höchstfrist von drei Jahren nach Entstehung des Eintrags. Nach Ablauf der Frist wird der Eintrag automatisch entfernt, ohne dass Sie aktiv werden müssen.

Ja, Klarna oder andere 'Buy Now, Pay Later'-Dienste können Ihren SCHUFA-Score beeinflussen, wenn sie eine Bonitätsprüfung durchführen und diese als Anfrage bei der SCHUFA registriert wird. Jede Nutzung kann einen Eintrag verursachen, der bei häufiger Nutzung negativ wirken kann. Wenn Sie Zahlungen pünktlich leisten, entsteht in der Regel kein negativer Eintrag, aber die Anfragen selbst können kurzzeitig den Score senken.

Es gibt Kredite, die keine klassische SCHUFA-Prüfung durchführen, aber diese sind meist mit hohen Zinsen oder strengen Bedingungen verbunden. In der Regel verlangen auch diese Anbieter eine Bonitätsprüfung, die jedoch nicht immer über die SCHUFA läuft, sondern über andere Auskunfteien. Sie sollten solche Angebote kritisch prüfen, da sie oft teurer sind als herkömmliche Ratenkredite oder Dispositionskredite.

Wenn Sie einen falschen SCHUFA-Eintrag feststellen, sollten Sie umgehend schriftlich Widerspruch bei der SCHUFA einlegen und die fehlerhafte Stelle benennen. Die SCHUFA ist gesetzlich verpflichtet, Ihre Angaben zu prüfen und den Eintrag zu korrigieren oder zu löschen, wenn er unrichtig ist. Sie können auch die zuständige Datenschutzaufsichtsbehörde einschalten, falls die SCHUFA nicht reagiert oder die Korrektur verweigert.

Quellen & Stand 09.07.2026

MS

StudySmarter-Redaktion

Finanz-Redaktion · StudySmarter
Marie macht Finanzthemen für Studierende verständlich – von der ersten Versicherung bis zum ersten Sparplan.

Redaktionell geprüft. Alle Zahlen mit Quellenangabe, Stand 09.07.2026. Dieser Artikel ist Finanzbildung – keine Rechts- oder Steuerberatung.

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