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FinanzbildungGirokonto9 Min.

Girokonto online eröffnen Der Schritt-für-Schritt-Guide

Girokonto online als Student eröffnen: Worauf du achten musst, welche Unterlagen du brauchst & wie du mit dem Finanz-Score-Rechner fit für den Start wirst.

Girokonto onlineRechnerWarum ein Girokonto
Das Wichtigste in 30 Sekunden
  • Girokonto als Basis jeder Finanzorganisation im Studium: BAföG-Eingang, Mietzahlung, Nebenjob-Gehalt
  • Unterschied zwischen Jugendkonto, Studentenkonto und Standard-Girokonto erklären
  • Gesetzlicher Anspruch auf ein Basiskonto (Zahlungskonto-Zugangsgesetz) – jede Bank muss eines anbieten
  • Typische Konditionen, auf die Studierende achten sollten: Kontoführungsgebühr, kostenlose Girocard, Überziehungszinsen, Online-Banking-Qualität

Girokonto online eröffnen: In wenigen Schritten zum eigenen Konto

Girokonto als Basis jeder Finanzorganisation im Studium: BAföG-Eingang, Mietzahlung, Nebenjob-Gehalt

Ein Girokonto online zu eröffnen dauert heute oft weniger als 15 Minuten – vorausgesetzt, du hast alle Unterlagen griffbereit und weißt, welches Ident-Verfahren zu dir passt. Für Studierende ist die Wahl des richtigen Kontos besonders wichtig, denn es ist die Grundlage für BAföG-Eingang, Mietzahlungen und das Gehalt aus dem Nebenjob.

Das Wichtigste auf einen Blick: Für die Online-Kontoeröffnung brauchst du einen gültigen Personalausweis oder Reisepass, deine Steuer-Identifikationsnummer und – bei einem Studentenkonto – eine aktuelle Immatrikulationsbescheinigung. Die Legitimation läuft per Video-Ident, Post-Ident oder eID. Studentenkonten sind häufig kostenlos oder günstiger als Standard-Girokonten, aber zeitlich befristet. Jede Bank in Deutschland ist gesetzlich verpflichtet, ein Basiskonto anzubieten – niemand darf ohne sachlichen Grund abgelehnt werden.

AUF EINEN BLICK

  • Unterschied zwischen Jugendkonto, Studentenkonto und Standard-Girokonto erklären
  • Gesetzlicher Anspruch auf ein Basiskonto (Zahlungskonto-Zugangsgesetz) – jede Bank muss eines anbieten
  • Typische Konditionen, auf die Studierende achten sollten: Kontoführungsgebühr, kostenlose Girocard, Überziehungszinsen, Online-Banking-Qualität

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Warum ein Girokonto für Studierende besonders wichtig ist

Schritt 1: Antragsformular online ausfüllen (persönliche Daten, Adresse, ggf. Studienbescheinigung

Im Studium laufen nahezu alle finanziellen Fäden über das Girokonto zusammen: Das BAföG-Amt überweist die monatliche Förderung ausschließlich auf ein Bankkonto, der Vermieter zieht die Miete per Lastschrift ein, und der Arbeitgeber im Nebenjob zahlt das Gehalt dorthin aus. Wer kein eigenes Konto hat, ist dauerhaft auf Umwege angewiesen – und riskiert, finanzielle Unabhängigkeit und Kontrolle zu verlieren. Das eigene Girokonto ist damit nicht nur praktisch, sondern strukturell notwendig für ein funktionierendes Studienbudget.

Wichtig zu wissen: Nicht jedes Konto ist gleich. Ein Jugendkonto richtet sich an Minderjährige und ist oft in seinen Funktionen eingeschränkt – etwa beim Überziehungsrahmen oder der Kartennutzung. Ein Studentenkonto ist ein vollwertiges Girokonto mit speziellen Konditionen für Studierende, häufig kostenlos oder besonders günstig. Ein Standard-Girokonto hingegen richtet sich an alle Erwachsenen ohne Sonderkonditionen und ist in der Regel mit Kontoführungsgebühren verbunden. Es lohnt sich also, beim Einstieg ins Studium gezielt nach Studentenkonten zu suchen.

Ein oft übersehener Aspekt ist der gesetzliche Anspruch auf ein Basiskonto. Nach dem Zahlungskonten-Zugangsgesetz (ZKG) ist jede Bank, die Zahlungskonten für Verbraucherinnen und Verbraucher anbietet, verpflichtet, ein Basiskonto bereitzustellen – unabhängig von der finanziellen Situation der antragstellenden Person. Das bedeutet: Auch wer keinen festen Wohnsitz hat, verschuldet ist oder keinen deutschen Pass besitzt, darf nicht ohne triftigen Grund abgelehnt werden. Dieser Anspruch ist besonders relevant für internationale Studierende oder Personen, die in der Vergangenheit Kontoschwierigkeiten hatten.

Beim Vergleich von Girokonten sollten Studierende auf folgende Konditionen achten: erstens die Kontoführungsgebühr – viele Direktbanken bieten diese kostenlos an, während Filialbanken häufig monatliche Beträge verlangen; zweitens die kostenlose Girocard (früher EC-Karte) für den Alltag; drittens die Überziehungszinsen, also den sogenannten Dispozins, der beim Überschreiten des Kontostands anfällt und je nach Bank sehr unterschiedlich hoch sein kann; und viertens die Qualität des Online-Bankings und der App, da nahezu alle Kontobewegungen im Studium digital stattfinden.

AUF EINEN BLICK

  • Schritt 2: Legitimation – Unterschied Video-Ident (sofort), Post-Ident (Filiale) und eID (Personalausweis-App
  • Schritt 3: Unterschriebene Unterlagen ggf. digital hochladen oder per Post einsenden
  • Schritt 4: Kontonummer (IBAN) und Zugangsdaten erhalten, Online-Banking aktivieren
  • Durchschnittliche Dauer bis zur Nutzbarkeit: wenige Minuten bis einige Werktage je nach Methode

Girokonto online eröffnen: Der Prozess Schritt für Schritt erklärt

Gültiger Personalausweis oder Reisepass (für Ident-Verfahren zwingend erforderlich

Die Online-Kontoeröffnung folgt bei nahezu allen Banken einem ähnlichen Ablauf, der sich bequem vom Schreibtisch oder sogar vom Smartphone aus erledigen lässt. Schritt 1 ist das Ausfüllen des Online-Antragsformulars. Du gibst dort deine persönlichen Daten ein – Name, Geburtsdatum, Adresse, Kontaktdaten –, und bei Studentenkonten wirst du zusätzlich nach deiner Hochschule und deinem Semesterstatus gefragt. Manche Banken verlangen bereits hier den Upload einer Immatrikulationsbescheinigung, andere fordern diese erst im späteren Verlauf an.

Schritt 2 ist die Legitimation: Hier musst du nachweisen, dass du tatsächlich die Person bist, die das Konto eröffnet. Es gibt drei gängige Methoden. Beim Video-Ident-Verfahren verbindest du dich per Videoanruf mit einem Mitarbeiter des Ident-Dienstleisters, hältst deinen Personalausweis in die Kamera und beantwortest kurze Sicherheitsfragen – das geht rund um die Uhr und ist in wenigen Minuten erledigt. Beim Post-Ident-Verfahren gehst du mit einem Coupon der Bank zur nächsten Postfiliale, wo deine Identität vor Ort geprüft und die Unterlagen weitergeleitet werden – dauert länger, ist aber eine zuverlässige Alternative. Die modernste Methode ist das eID-Verfahren: Wer einen Personalausweis mit aktiviertem Online-Ausweis-Chip besitzt, kann sich über die AusweisApp2 vollständig digital legitimieren – ohne Videoanruf oder Postfiliale.

In Schritt 3 werden je nach Bank ggf. weitere Unterlagen angefordert – etwa die Immatrikulationsbescheinigung als PDF-Upload oder die Steuer-Identifikationsnummer. Manche Institute schicken noch eine physische Unterschriftsmappe per Post, die du zurücksendest. In Schritt 4 erhältst du nach erfolgreicher Prüfung deine IBAN und die Zugangsdaten für das Online-Banking, die du bei der ersten Anmeldung aktivierst und mit einer eigenen PIN oder einem Passwort sicherst. Die Girocard wird separat per Post zugestellt – plane dafür in der Regel fünf bis zehn Werktage ein.

AspektWorauf es ankommt
Gültiger Personalausweis oder Reisepass (für Ident-Verfahren zwingend erforderlich,
Steuer-Identifikationsnummer (wird aus steuerlichen Gründen abgefragt – FATCA/CRS,
Aktuelle Studienbescheinigung oder Immatrikulationsbescheinigung für Studentenkonten,
Bei Minderjährigen (unter 18): Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten,
Aufenthaltstitel für Studierende ohne EU-Staatsangehörigkeit,
Checkliste als Merkhilfe: AusweisSteuer-ID, Studienbescheinigung, Handynummer für TAN

Welche Unterlagen brauchst du für die Online-Kontoeröffnung?

Direktbanken: vollständig online, oft ohne Kontoführungsgebühr, kein persönlicher Ansprechpartner vor Ort

Damit die Kontoeröffnung reibungslos klappt, solltest du alle notwendigen Dokumente vor dem Start des Antragsformulars bereithalten. Das wichtigste Dokument ist ein gültiger Personalausweis oder Reisepass. Ohne dieses Ausweisdokument ist keine Legitimation möglich – weder per Video-Ident noch per eID. Achte darauf, dass der Ausweis nicht abgelaufen ist, denn veraltete Dokumente werden vom System abgelehnt. Bei einigen Banken genügt auch ein abgelaufener Personalausweis in Kombination mit einem gültigen Reisepass, aber das ist eine Ausnahme.

Du benötigst außerdem deine Steuer-Identifikationsnummer (Steuer-ID). Diese elfstellige Nummer wird aus steuerlichen Gründen abgefragt – Hintergrund sind die internationalen Abkommen FATCA (mit den USA) und CRS (Common Reporting Standard der OECD), die Banken zur automatischen Meldung von Kontodaten verpflichten. Deine Steuer-ID findest du auf deinem letzten Einkommensteuerbescheid, auf der Lohnsteuerbescheinigung oder im Schreiben des Bundeszentralamts für Steuern, das du kurz nach deiner Geburt erhalten hast. Falls du sie nicht weißt, kannst du sie beim Bundeszentralamt für Steuern kostenlos anfordern.

Für ein Studentenkonto ist zusätzlich eine aktuelle Immatrikulationsbescheinigung notwendig. Diese bekommst du im Studierendensekretariat deiner Hochschule oder – an den meisten deutschen Universitäten – direkt aus dem Online-Portal zum Download. Achte auf das Ausstellungsdatum: Manche Banken akzeptieren nur Bescheinigungen, die nicht älter als drei Monate sind. Wenn du unter 18 Jahre alt bist, brauchst du zusätzlich die schriftliche Einverständniserklärung deiner Erziehungsberechtigten, die ebenfalls unterschrieben einzureichen ist.

AUF EINEN BLICK

  • Filialbanken (z. B. Sparkasse, Deutsche Bank): Filialnetz, persönliche Beratung, oft Gebühren – teils Studentensonderkonditionen
  • Relevante Kriterien: kostenloses Girokonto, kostenloses Kartenzahlen, Überziehungslimit, App-Qualität, Bargeldversorgung (Geldautomaten-Netz
  • Auslandskosten beachten: Gebühren für Kartenzahlungen oder Abhebungen im Ausland (Erasmus, Praktikum

Direktbank vs. Filialbank: Was passt zum Studium?

Studentenkonten sind meist auf eine maximale Studiendauer befristet und erfordern regelmäßige Nachweise

Direktbanken sind vollständig online und betreiben in der Regel keine eigenen Filialen. Dafür punkten sie mit oft gebührenfreier Kontoführung, modernen Banking-Apps und einer breiten Palette digitaler Services. Für die meisten Studierenden, die ihren Alltag ohnehin digital organisieren, sind Direktbanken daher die naheliegendere Wahl. Der Nachteil: Bei Problemen gibt es keinen persönlichen Ansprechpartner vor Ort; der Support läuft über Telefon, Chat oder E-Mail. Wer sich damit anfreunden kann, profitiert oft von besseren Konditionen.

Filialbanken wie Sparkasse, Volksbank oder Deutsche Bank bieten ein dichtes Filialnetz und persönliche Beratung – das kann gerade zu Studienbeginn hilfreich sein, wenn viele Finanzfragen auf einmal auftauchen. Viele Filialbanken bieten spezielle Studentenkonditionen an, mit denen die Kontoführungsgebühr entfällt oder reduziert wird. Nach dem Studienabschluss wird das Konto jedoch häufig auf ein reguläres, gebührenpflichtiges Modell umgestellt – hier lohnt ein genauer Blick ins Kleingedruckte.

Für die Entscheidung zwischen Direkt- und Filialbank sollten Studierende folgende Kriterien abwägen: Ist das Konto dauerhaft kostenlos, oder nur unter bestimmten Bedingungen (z. B. bei monatlichem Mindestgeldeingang)? Gibt es eine kostenlose Girocard für den Alltag? Wie großzügig ist der Überziehungsrahmen, und wie hoch ist der Dispozins? Wie ist die Qualität der Banking-App bewertet? Und ganz praktisch: Wie komme ich im Alltag an Bargeld? Bei Direktbanken ist das Geldautomaten-Netz manchmal eingeschränkt oder es fallen Gebühren an.

Wer ein Auslandssemester (Erasmus) oder ein Praktikum im Ausland plant, sollte außerdem die Auslandsgebühren genau prüfen. Viele klassische Girokonten verlangen Gebühren für Kartenzahlungen in Fremdwährungen oder für Bargeldabhebungen an ausländischen Automaten. Einige spezialisierte Anbieter werben mit gebührenfreien Abhebungen weltweit – das kann im Ausland ein erheblicher Kostenvorteil sein.

AspektWorauf es ankommt
Studentenkonten sind meist auf eine maximale Studiendauer befristet und erfordern regelmäßige Nachweise,
Oft vergünstigte oder kostenlose Kontoführung während des Studiums, danach Wechsel auf Standardkonto,
Überziehungsrahmen (Dispokredit): bei Studentenkonten häufig geringer oder an Nachweis geknüpft,
Nach Studienende: aktiv prüfenob das Konto automatisch auf ein gebührenpflichtiges Modell umgestellt wird
Konto im Ausland: als internationaler Studierender in Deutschland sind Anforderungen an die Legitimation ggf. höher,

Studentenkonto vs. reguläres Girokonto – die wichtigsten Unterschiede

Einlagensicherung in Deutschland: gesetzliche Einlagensicherung und freiwillige Einlagensicherungssysteme (BaFin-reguliert

Ein Studentenkonto ist technisch gesehen ein vollwertiges Girokonto, das Banken speziell für Studierende anbieten – mit Konditionen, die auf die typische Lebenssituation im Studium zugeschnitten sind. Der augenfälligste Unterschied zum regulären Girokonto ist häufig die kostenlose oder stark vergünstigte Kontoführung. Viele Banken verzichten während des Studiums vollständig auf monatliche Gebühren, weil sie in Studierenden langfristige Kundinnen und Kunden sehen, die auch nach dem Abschluss bei der Bank bleiben sollen.

Allerdings sind Studentenkonten in der Regel zeitlich befristet. Die meisten Banken stellen das Sonderkonto auf ein reguläres Produkt um, sobald du das Studium beendet hast oder eine bestimmte Altersgrenze (häufig 30 Jahre) erreichst. Damit das Studentenkonto aktiv bleibt, verlangen Banken regelmäßig eine Erneuerung der Immatrikulationsbescheinigung – oft einmal pro Semester oder pro Jahr. Wer diesen Nachweis vergisst einzureichen, riskiert eine automatische Umstellung auf ein teureres Konto.

Ein weiterer Unterschied betrifft den Dispokredit. Bei Studentenkonten ist der Überziehungsrahmen häufig geringer als bei Standardkonten oder wird erst nach einer Weile und auf Nachweis eingeräumt, weil Studierende oft kein regelmäßiges Einkommen in größerem Umfang nachweisen können. Das ist grundsätzlich eine sinnvolle Schutzmaßnahme, sollte aber beim Vergleich berücksichtigt werden – denn ein zu niedriger Dispokredit kann im Alltag eng werden, wenn etwa die Miete abgebucht wird, bevor das BAföG eintrifft.

Nach dem Studienende ist es wichtig, aktiv zu werden: Prüfe, ob dein Konto automatisch umgestellt wird und welche Konditionen dann gelten. In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, nach dem Abschluss die Bank zu wechseln oder das Konto gezielt auf ein günstiges Berufseinsteiger-Angebot umzustellen. Wer nicht selbst aktiv wird, zahlt möglicherweise plötzlich monatliche Gebühren, ohne es zu merken.

AUF EINEN BLICK

  • Phishing & Betrug: niemals TANs oder Passwörter per E-Mail weitergeben, 2-Faktor-Authentifizierung aktivieren
  • Haftungsregeln bei unautorisierten Zahlungen: starke Kundenauthentifizierung (PSD2) schützt Verbraucher
  • Basiskonto-Anspruch: Banken dürfen niemanden ohne sachlichen Grund ablehnen (§ 31 ZKG
  • BaFin als Aufsichtsbehörde: Beschwerden bei der BaFin möglich, wenn eine Bank das Basiskonto verweigert

Sicherheit und Verbraucherschutz beim Online-Girokonto

Seit 2016 gesetzlich vorgeschriebener Kontowechselservice (Zahlungskonten-Wechselservice): neue Bank übernimmt Daueraufträge und Lastschriften

Ein häufig unterschätzter Aspekt bei der Kontoeröffnung ist die Einlagensicherung. In Deutschland sind Bankeinlagen gesetzlich bis zu 100.000 Euro pro Person und Institut geschützt – geregelt durch das Einlagensicherungsgesetz (EinSiG) und überwacht von der BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht). Darüber hinaus sind die meisten Privatbanken Mitglied im freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken, der den Schutz noch deutlich über die gesetzliche Grenze hinaus ausweitet. Für Studierende mit typischen Kontoguthaben ist die gesetzliche Sicherung mehr als ausreichend.

Im Alltag des Online-Bankings sind Phishing und digitaler Betrug die größten Risiken. Die wichtigste Regel lautet: Gib niemals TANs, Passwörter oder andere Zugangsdaten per E-Mail, SMS oder Telefon heraus – keine seriöse Bank wird dich jemals dazu auffordern. Aktiviere konsequent die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA), die dein Konto mit einem zweiten Sicherheitsmerkmal schützt, und nutze Banking-Apps nur aus den offiziellen App-Stores.

Wenn doch einmal etwas schiefgeht und eine unautorisierte Zahlung von deinem Konto abgebucht wird, greift die EU-Zahlungsdiensterichtlinie PSD2: Solange du deine Sorgfaltspflichten erfüllt hast – also keine Zugangsdaten weitergegeben und Sicherheitswarnungen deiner Bank befolgt hast –, haftet in der Regel die Bank für den Schaden. Die Richtlinie schreibt außerdem die starke Kundenauthentifizierung (SCA) vor, was bedeutet, dass Zahlungen über einem bestimmten Betrag immer mit einer zweiten Bestätigung (z. B. per App oder TAN) abgesichert sein müssen.

Sollte dir eine Bank die Kontoeröffnung verweigern, denke an deinen gesetzlichen Anspruch auf ein Basiskonto nach § 31 Zahlungskonten-Zugangsgesetz (ZKG). Banken dürfen ein Basiskonto nur in eng definierten Ausnahmefällen ablehnen, etwa wenn ein Kunde in der Vergangenheit wegen Geldwäsche verurteilt wurde oder wenn eine andere Geschäftsverbindung mit demselben Institut besteht. Eine allgemeine Ablehnung wegen Schufa-Einträgen oder fehlendem Einkommen ist beim Basiskonto nicht zulässig.

AUF EINEN BLICK

  • Alte Bank leitet Zahlungen bis zu einer gesetzlichen Frist weiter
  • Checkliste Kontowechsel: neue IBAN an Arbeitgeber/BAföG-Amt/Vermieter melden, Daueraufträge prüfen, Kreditkarte ummelden
  • Tipp: Beide Konten kurz parallel führen, um keine Zahlung zu verpassen

Girokonto wechseln: So nutzt du den gesetzlichen Kontowechselservice

Mit dem StudySmarter Finanz-Score-Rechner überprüfen, ob dein finanzieller Gesamtaufbau als Studierender sinnvoll strukturiert ist

Wer feststellt, dass das aktuelle Girokonto nicht zu den eigenen Bedürfnissen passt – etwa weil nach dem Studium plötzlich Gebühren anfallen oder weil eine andere Bank bessere Konditionen bietet –, muss den Wechsel nicht fürchten. Seit 2016 ist der Kontowechselservice gesetzlich vorgeschrieben: Die neue Bank ist verpflichtet, alle bestehenden Daueraufträge und Lastschriftmandate von der alten Bank zu übernehmen, sobald du ihr eine entsprechende Vollmacht erteilst. Die alte Bank muss eingehende Zahlungen und Lastschriften für eine gesetzlich festgelegte Frist weiterleiten und den Absender über die neue IBAN informieren.

In der Praxis solltest du beim Kontowechsel eine kurze Checkliste abarbeiten: Teile deine neue IBAN deinem Arbeitgeber oder der BAföG-Stelle mit, damit künftige Überweisungen auf das richtige Konto landen. Informiere deinen Vermieter über die neue Bankverbindung, damit die Mietzahlung reibungslos läuft. Denke an Streaming-Abonnements, Versicherungen und andere regelmäßige Lastschriften, die du ebenfalls ummelden musst. Falls du eine Kreditkarte besitzt, die an dein altes Konto geknüpft ist, kläre, ob sie weiter genutzt werden kann oder neu beantragt werden muss.

Der praktischste Tipp beim Kontowechsel: Führe beide Konten für zwei bis vier Wochen parallel. So kannst du sicherstellen, dass keine Zahlung verloren geht, während du alle Stellen informierst und die Umstellung abgeschlossen ist. Erst wenn du sicher bist, dass alle Daueraufträge und Lastschriften korrekt auf das neue Konto umgestellt wurden, schließt du das alte Konto. Vergiss nicht, das alte Konto schriftlich zu kündigen – eine mündliche Kündigung kann im Streitfall schwer nachzuweisen sein.

AUF EINEN BLICK

  • Girokonto ist der erste Baustein – ergänzend: Tagesgeldkonto für Notgroschen, BAföG-Optimierung, erste Sparschritte
  • Weiterführende Inhalte im Cluster: BAföG-Rechner, Nebenjob & Steuern, Vermögensaufbau im Studium
  • CTA: Jetzt Finanz-Score berechnen und herausfinden, wo du finanziell stehst

Deine nächsten Schritte: Finanzen strukturieren und Finanz-Score prüfen

Das Girokonto ist der erste und wichtigste Baustein einer soliden Finanzstruktur im Studium – aber nur der Anfang. Wer sein Geld wirklich im Griff haben möchte, denkt über das laufende Konto hinaus. Ein Tagesgeldkonto für den Notgroschen ist der logische zweite Schritt: Hier kannst du einen Puffer von ein bis drei Monatsausgaben parken, der im Notfall sofort verfügbar ist, ohne dass du deinen Dispo beanspruchen musst. Anders als das Girokonto wirft ein Tagesgeldkonto in der Regel etwas Zinsen ab – auch wenn die Beträge im Studium überschaubar sind.

Wer BAföG bezieht oder bezieht, sollte außerdem regelmäßig prüfen, ob die Förderung korrekt berechnet ist und ob eigene Einkünfte aus dem Nebenjob die Fördergrenze beeinflussen. Relevante Bezugsgrößen wie die Minijob-Grenze (monatlich 603 Euro im Jahr 2026) oder steuerliche Freibeträge sind dabei wichtige Orientierungspunkte. Wer als Nebenjobber über die Minijob-Grenze hinaus verdient, sollte auch die steuerlichen Konsequenzen im Blick behalten – der Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro jährlich ist hierbei zum Beispiel ein nützlicher Wert, wenn erste Zinseinnahmen oder Kapitalerträge anfallen.

Die gute Nachricht: Du musst all das nicht alleine durchdenken. Der StudySmarter Finanz-Score-Rechner hilft dir dabei, deinen finanziellen Gesamtaufbau als Studierender zu überprüfen und herauszufinden, wo du gut aufgestellt bist und wo noch Optimierungspotenzial besteht. Ob BAföG, Nebenjob, Sparen oder Versicherungen – der Rechner gibt dir eine strukturierte Übersicht darüber, wie deine Finanzen aktuell aussehen und welche nächsten Schritte sinnvoll sind.

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Häufige Fragen

Eine Online-Kontoeröffnung ohne Schufa-Auskunft ist in Deutschland bei seriösen Banken nicht möglich, da die Bonitätsprüfung gesetzlich vorgeschrieben ist. Die Bank muss das Kreditrisiko bewerten, und die Schufa ist der gängige Weg dafür. Es gibt jedoch Konten mit eingeschränkten Funktionen, die auch bei negativer Bonität eröffnet werden können.

Die Online-Kontoeröffnung mit Video-Ident dauert in der Regel zwischen 10 und 20 Minuten, abhängig von der Wartezeit auf einen freien Identifikations-Mitarbeiter. Nach erfolgreichem Ident-Verfahren erhältst du meist innerhalb weniger Werktage deine Zugangsdaten per Post. Die Freischaltung des Kontos kann dann sofort erfolgen, sobald du dich angemeldet hast.

Als Studierender kannst du rechtlich gesehen auch das Konto deiner Eltern mitnutzen, aber ein eigenes Konto ist für die finanzielle Unabhängigkeit und die Verwaltung deiner eigenen Einnahmen und Ausgaben empfehlenswert. Viele Banken bieten spezielle Studentenkonten mit Vergünstigungen an, die du nach Vorlage deiner Immatrikulationsbescheinigung eröffnen kannst. Ein eigenes Konto erleichtert zudem die Beantragung von BAföG oder die Abwicklung von Mietzahlungen.

Nach dem Studienabschluss wird dein Studentenkonto in der Regel automatisch in ein normales Girokonto umgewandelt, sobald die Bank von deinem Statuswechsel erfährt. Die Konditionen wie Gebühren und Zinsen ändern sich dann entsprechend den regulären Tarifen der Bank. Du solltest die Bank rechtzeitig über deinen Abschluss informieren, um unangenehme Überraschungen bei den Kontogebühren zu vermeiden.

Ja, als ausländischer Studierender kannst du in Deutschland ein Girokonto online eröffnen, sofern du über einen gültigen Aufenthaltstitel und eine Meldebescheinigung verfügst. Die Bank benötigt in der Regel deinen Reisepass oder Personalausweis sowie eine Bestätigung deiner Immatrikulation. Das Video-Ident-Verfahren ist auch für ausländische Studierende möglich, sofern du die erforderlichen Dokumente vorlegen kannst.

Die gesetzliche Einlagensicherung in Deutschland beträgt 100.000 Euro pro Kunde und Bank. Dieser Betrag gilt für alle Bankkonten, einschließlich Giro-, Spar- und Festgeldkonten. Zusätzlich gibt es freiwillige Sicherungssysteme der Banken, die über diesen Betrag hinausgehen können, aber nicht gesetzlich garantiert sind.

Ob Gebühren für Bargeldabhebungen anfallen, hängt von der jeweiligen Bank und dem Kontomodell ab. Viele Online-Girokonten bieten kostenlose Abhebungen an Geldautomaten innerhalb Deutschlands an, während andere eine Gebühr pro Abhebung erheben. Es ist wichtig, die Preis- und Leistungsverzeichnis deiner Bank zu prüfen, um die genauen Konditionen zu kennen.

Die Girocard ist eine Debitkarte, die direkt mit deinem Girokonto verbunden ist und bei Zahlungen sofort den Betrag vom Konto abbucht. Eine Kreditkarte ermöglicht dir hingegen, Zahlungen bis zu einem bestimmten Kreditrahmen zu tätigen, die du später zurückzahlst. Kreditkarten bieten oft zusätzliche Leistungen wie Versicherungen oder Bonusprogramme, während die Girocard in Deutschland weiterhin weit verbreitet ist.

Quellen & Stand 09.07.2026

MS

StudySmarter-Redaktion

Finanz-Redaktion · StudySmarter
Marie macht Finanzthemen für Studierende verständlich – von der ersten Versicherung bis zum ersten Sparplan.

Redaktionell geprüft. Alle Zahlen mit Quellenangabe, Stand 09.07.2026. Dieser Artikel ist Finanzbildung – keine Rechts- oder Steuerberatung.

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