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Zertifikate 2026: Was sich bei CO2-Preis, Secure Boot und SSL-Laufzeiten ändert
Das Jahr 2026 bringt für Verbraucher und IT-Verantwortliche neue Regeln bei Zertifikaten. Beim CO2-Preis beginnt die Versteigerung im nationalen Emissionshandel, während bei Secure Boot und SSL-Zertifikaten wichtige Fristen für Updates und Laufzeiten gelten.
10 Kapitel · 12 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Im nationalen Emissionshandel starten 2026 erstmals Versteigerungen mit einem Preiskorridor von 55 bis 65 Euro pro Zertifikat.
- Ab dem 15. März 2026 beträgt die maximale Laufzeit für neue öffentliche SSL-Zertifikate nur noch 200 Tage.
- Secure-Boot-Zertifikate aus dem Jahr 2011 laufen 2026 ab, Systeme starten aber weiterhin und benötigen Updates für künftige Sicherheitsfixes.
- Die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung fließen in den Klima- und Transformationsfonds und fördern Klimaschutzprogramme.
01 · Grundlagen
Was bedeutet der Zertifikatsablauf bei Secure Boot für dein System?
Secure Boot prüft beim Systemstart die kryptografische Signatur von Boot-Komponenten. Das Ablaufdatum der hinterlegten Zertifikate spielt für den Startvorgang selbst keine Rolle, entscheidet aber über die langfristige Update-Fähigkeit deines Geräts.
Secure Boot prüft beim Systemstart keine Ablaufdaten der hinterlegten Zertifikate. Dein Rechner startet auch nach dem Ablaufdatum im Jahr 2026 ohne Einschränkung, und bereits signierte Boot-Komponenten funktionieren weiter.
Die eigentliche Folge zeigt sich bei künftigen Updates. Abgelaufene Zertifikate können keine neuen oder aktualisierten Boot-Komponenten mehr signieren. Systeme ohne aktualisierte Secure-Boot-Datenbanken erhalten damit langfristig keine Sicherheitsfixes für den Bootprozess, was auf dieser besonders sensiblen Ebene eine dauerhafte Lücke hinterlässt.
Für dich bedeutet das: Kurzfristig bleibt alles ruhig, mittelfristig entsteht jedoch ein nicht akzeptabler Zustand, gerade bei längerer Hardware-Nutzung oder in regulierten Umgebungen.
Kurz erklärt
Secure-Boot-Zertifikate
Digitale Zertifikate in der UEFI-Firmware, die als Vertrauensbasis für die Signaturprüfung von Bootloader, UEFI-Treibern und weiteren frühen Komponenten dienen.
Ablaufende Zertifikate können keine neuen Boot-Komponenten mehr signieren. Dein System startet weiter, erhält aber ohne Update langfristig keine sicherheitsrelevanten Boot-Updates.
02 · Vergleich
Welche Secure-Boot-Zertifikate laufen 2026 ab und welche Nachfolger gibt es?
Microsoft hat seit 2023 neue Zertifikatsketten über Windows Update verteilt. Die alten Zertifikate aus dem Jahr 2011 laufen im Laufe des Jahres 2026 ab und werden durch die 2023er-Kette ersetzt.
Betroffen sind vor allem Secure-Boot-Zertifikate aus dem Jahr 2011, die seit Windows 8 standardmäßig verwendet werden. Dazu zählen Zertifikate für die Key-Exchange-Key-Datenbank (KEK) sowie Signaturzertifikate für den Windows Boot Manager.
Microsoft trennt die bisherige UEFI CA 2011 künftig in zwei Zertifikate auf. Das ermöglicht eine genauere Kontrolle darüber, welchen Komponenten du vertraust.
- Die Microsoft Corporation KEK CA 2011 läuft im Juni 2026 ab und wird durch die Microsoft Corporation KEK 2K CA 2023 ersetzt.
- Die Microsoft Corporation UEFI CA 2011 läuft ebenfalls im Juni 2026 ab; Nachfolger ist die Microsoft UEFI CA 2023 für Bootloader von Drittanbietern und EFI-Anwendungen.
- Für Options-ROMs, etwa für Grafikkarten oder RAID-Controller, übernimmt die Microsoft Option ROM UEFI CA 2023.
- Die Microsoft Windows Production PCA 2011 läuft im Oktober 2026 ab und wird durch die Windows UEFI CA 2023 ersetzt.
| Ablaufendes Zertifikat 2011 | Nachfolger 2023 | |
|---|---|---|
| Microsoft Corporation KEK CA 2011 | Läuft Juni 2026 ab, signiert Updates für die Datenbanken DB und DBX | Microsoft Corporation KEK 2K CA 2023 |
| Microsoft Corporation UEFI CA 2011 | Läuft Juni 2026 ab, signiert Bootloader von Drittanbietern und EFI-Anwendungen | Microsoft UEFI CA 2023 |
| Microsoft Corporation UEFI CA 2011 (Options-ROMs) | Läuft Juni 2026 ab, signiert Options-ROMs für Grafikkarten oder RAID-Controller | Microsoft Option ROM UEFI CA 2023 |
| Microsoft Windows Production PCA 2011 | Läuft Oktober 2026 ab, signiert den Windows Boot Manager | Windows UEFI CA 2023 |
03 · Schritt für Schritt
So prüfst du, ob dein System die neue Secure-Boot-Zertifikatskette nutzt
Für IT-Administratoren gibt es mehrere Wege, den Status der Secure-Boot-Zertifikate zu prüfen. Die Kombination aus PowerShell, Eventlog und Registry liefert ein klares Bild.
Ob ein Gerät bereits die neue Secure-Boot-Zertifikatskette verwendet, lässt sich mit einer administrativen PowerShell, dem Eventlog und der Registry feststellen. Die Kombination dieser drei Wege liefert ein klares Bild über den Rollout-Status.
Für die Praxis reichen drei zentrale Fragen: Nutzt das Gerät bereits die neue Kette, wurde das Update laut Eventlog erfolgreich durchgeführt, und welchen Status meldet die Registry?
- Führe in einer administrativen PowerShell den Befehl [System.Text.Encoding]::ASCII.GetString((Get-SecureBootUEFI db).Bytes) -match "Windows UEFI CA 2023" aus. True bedeutet, das neue Zertifikat ist aktiv.
- Kontrolliere im System-Eventlog die Ereignisse 1801 (Update vorbereitet oder in Arbeit) und 1808 (Update erfolgreich abgeschlossen).
- Lies unter HKLM:\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\SecureBoot\Servicing den Schlüssel UEFICA2023Status aus. Mögliche Werte sind Updated, InProgress oder NotStarted.
Aktive Secure-Boot-Datenbank prüfen
Führe in einer administrativen PowerShell den Befehl [System.Text.Encoding]::ASCII.GetString((Get-SecureBootUEFI db).Bytes) -match "Windows UEFI CA 2023" aus. True bedeutet, das neue Zertifikat ist aktiv.
Eventlog kontrollieren
Der Secure-Boot-Servicing-Prozess protokolliert seinen Fortschritt im System-Eventlog. Event 1801 zeigt ein vorbereitetes Update, Event 1808 ein erfolgreich abgeschlossenes Update.
Registry-Status auslesen
Unter HKLM:\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\SecureBoot\Servicing findest du den Schlüssel UEFICA2023Status. Mögliche Werte sind Updated, InProgress oder NotStarted.
UEFI-Setup prüfen
Im UEFI-/BIOS-Setup findest du unter Secure Boot und Key Management Einträge wie Windows UEFI CA 2023 oder Microsoft Corporation KEK 2K CA 2023, wenn das Update aktiv ist.
04 · Checkliste
Welche Maßnahmen sind für Secure Boot 2026 nötig?
Die meisten Systeme erhalten die neuen Zertifikate automatisch über Windows Update. In verwalteten Umgebungen musst du jedoch sicherstellen, dass die Updates nicht blockiert werden.
Für die meisten Umgebungen ist kein hektisches Handeln nötig, wohl aber eine bewusste Vorbereitung. Die Maßnahmen lassen sich in drei Ebenen einteilen: Update-Ebene, Firmware-Ebene und Betrieb inklusive Sonderfälle.
Microsoft verteilt die neuen Zertifikate seit 2023 über Windows Update. In verwalteten Umgebungen musst du jedoch sicherstellen, dass diese Updates nicht blockiert oder extrem verzögert werden.
- Prüfe, ob Windows Updates in WSUS-, Intune- oder GPO-Setups nicht dauerhaft blockiert oder extrem verzögert werden.
- Stelle sicher, dass Secure-Boot-Servicing in den Update-Richtlinien explizit erlaubt ist.
- Bewerte UEFI- und BIOS-Versionen, besonders bei Geräten, die älter als drei bis vier Jahre sind.
- Nimm Firmware-Updates in die reguläre Lifecycle-Planung auf.
- Betrachte Offline-Systeme, isolierte Netze, Custom-Key-Setups und alte Referenz-Images gesondert.
Checkliste für IT-Administratoren
Prüfen, ob Windows Updates in WSUS-, Intune- oder GPO-Setups nicht dauerhaft blockiert oder extrem verzögert werden
Sicherstellen, dass Secure-Boot-Servicing in den Update-Richtlinien explizit erlaubt ist
UEFI-/BIOS-Versionen bewerten, besonders bei Geräten, die älter als drei bis vier Jahre sind
Firmware-Updates in die reguläre Lifecycle-Planung aufnehmen
Offline-Systeme, isolierte Netze, Custom-Key-Setups und alte Referenz-Images gesondert betrachten
05 · Was gilt
Was ändert sich 2026 an den Laufzeiten von SSL-Zertifikaten?
Die Gültigkeit öffentlicher TLS-/SSL-Zertifikate wird ab 2026 schrittweise weiter verkürzt. Ab dem 15. März 2026 gilt eine neue verbindliche Stufenregelung mit deutlich kürzeren Laufzeiten.
Ab dem 15. März 2026 gilt für öffentliche TLS- und SSL-Zertifikate eine maximale Laufzeit von 200 Tagen. Bis zum 14. März 2026 bleibt der bisherige Standard von etwa 397 Tagen (13 Monate) bestehen.
Die Kürzung bedeutet für dich: Statt eines jährlichen Erneuerungszyklus musst du Zertifikate spätestens alle sechs Monate ersetzen. Auch die Zeitfenster für Validierungen werden strenger, da Nachweise für die Domain- oder Unternehmensvalidierung nur noch kürzer wiederverwendet werden dürfen.
Wenn du jetzt noch von der längeren Laufzeit profitieren willst, verlängere oder erneuere betroffene Zertifikate vor dem 15. März 2026. Die Validierung sollte bis spätestens Ende Februar oder Anfang März 2026 abgeschlossen sein.
Gültig bis 14. März 2026
Gültig ab 15. März 2026
06 · Schritt für Schritt
Wie entwickeln sich die SSL-Laufzeiten nach 2026 weiter?
Die Verkürzung der SSL-Zertifikatslaufzeiten erfolgt in mehreren Stufen. Nach der Kürzung auf 200 Tage im März 2026 folgen weitere Reduzierungen in den kommenden Jahren.
Für deine Planung bedeutet das: Die Erneuerungszyklen werden kontinuierlich kürzer, und automatisierte Prozesse werden unverzichtbar. Wer seine Zertifikatslandschaft nicht automatisiert, läuft ab 2027 in einen erheblichen manuellen Aufwand.
- Bis 14. März 2026 gilt eine maximale Laufzeit von etwa 397 Tagen, der heutige Standard für öffentliche SSL-Zertifikate.
- Ab 15. März 2026 gilt eine maximale Laufzeit von 200 Tagen für neu ausgestellte Zertifikate.
- Ab März 2027 folgt eine weitere Kürzung auf maximal 100 Tage Laufzeit.
- Ab März 2029 reduziert sich die maximale Laufzeit auf 47 Tage.
Bis 14. März 2026
Maximal ca. 397 Tage Laufzeit, der heutige Standard für öffentliche SSL-Zertifikate.
Ab 15. März 2026
Maximal 200 Tage Laufzeit für neu ausgestellte Zertifikate. Erneuerungen müssen spätestens alle 6 Monate erfolgen.
Ab März 2027
Weitere Kürzung auf maximal 100 Tage Laufzeit.
Ab März 2029
Reduzierung auf maximal 47 Tage Laufzeit.
07 · Kosten
Was gilt für den CO2-Preis im nationalen Emissionshandel 2026?
Im Jahr 2026 werden Emissionszertifikate im nationalen Emissionshandel erstmals versteigert. Die Versteigerungen an der Leipziger Energiebörse EEX beginnen nach aktuellen Planungen Anfang Juli und laufen bis voraussichtlich Ende Oktober 2026.
Für die Versteigerungen 2026 ist ein Preiskorridor gesetzlich festgelegt. Der Mindestpreis liegt bei 55 Euro pro Zertifikat, was dem CO2-Preisniveau von 2025 entspricht. Der Höchstpreis im Korridor beträgt 65 Euro pro Zertifikat.
Innerhalb dieser Spanne bildet sich der Preis je nach Nachfrage. Falls die verfügbare Menge an Zertifikaten die Nachfrage nicht deckt, können in anschließenden Verkäufen Zertifikate zu einem Preis von 68 Euro erworben werden.
CO2-Preisniveau 2026 im nationalen Emissionshandel
08 · Vergleich
Welche Preissteigerungen ergeben sich 2026 für Benzin, Diesel und Erdgas?
Die CO2-Bepreisung wirkt sich auf die Preise für fossile Brennstoffe aus. Die möglichen Aufschläge hängen vom tatsächlichen CO2-Preisniveau ab, das sich in den Versteigerungen bildet.
Gegenüber dem CO2-Preis von 55 Euro im Jahr 2025 sind Preissteigerungen in begrenztem Umfang möglich.
Bei einem CO2-Preisniveau von 65 Euro steigt der Benzinpreis um 2,8 Cent pro Liter, Diesel und Heizöl EL um 3,2 Cent pro Liter und Erdgas um 0,22 Cent pro Kilowattstunde. Bei 68 Euro liegen die Aufschläge bei 3,7 Cent für Benzin, 4,1 Cent für Diesel und Heizöl sowie 0,28 Cent für Erdgas.
Die tatsächlichen Aufschläge für Benzin und Diesel liegen durch die gesetzliche Beimischung biogener Kraftstoffe unter diesen Werten, da für nachhaltige biogene Brennstoffe kein CO2-Preis anfällt.
| 55 Euro | 60 Euro | 65 Euro | 68 Euro | |
|---|---|---|---|---|
| Benzin | +0 ct/l | +1,4 ct/l | +2,8 ct/l | +3,7 ct/l |
| Diesel/Heizöl EL | +0 ct/l | +1,6 ct/l | +3,2 ct/l | +4,1 ct/l |
| Erdgas | +0 ct/kWh | +0,11 ct/kWh | +0,22 ct/kWh | +0,28 ct/kWh |
09 · Hintergrund
Wohin fließen die Einnahmen aus dem Emissionshandel?
Die Erlöse aus der CO2-Bepreisung fließen in den Klima- und Transformationsfonds der Bundesregierung. Von dort werden verschiedene Programme zum Klimaschutz finanziert.
Die zusätzlichen Einnahmen aus dem nationalen Emissionshandel fließen in den Klima- und Transformationsfonds (KTF) der Bundesregierung. Dieser Fonds finanziert verschiedene Programme zum Klimaschutz und zur Transformation der Wirtschaft.
Die Erlöse kommen Verbraucherinnen und Verbrauchern unter anderem über die Förderung der energetischen Gebäudesanierung oder der Elektromobilität zugute. Dadurch wird die Wirtschaftlichkeit emissionsneutraler Technologien im Gebäude- und Verkehrsbereich weiter gestärkt.
Gleichzeitig sorgen die begrenzten Preissteigerungen bei fossilen Brennstoffen dafür, dass klimafreundliche Alternativen im Vergleich attraktiver werden. Der Effekt ist also doppelt: höhere Kosten für fossile Energien und gezielte Förderung für den Umstieg.
Die zusätzlichen Einnahmen aus dem nationalen Emissionshandel fließen in den Klima- und Transformationsfonds (KTF). Dieser Fonds finanziert verschiedene Programme zum Klimaschutz und zur Transformation der Wirtschaft.
Die Erlöse kommen Verbraucherinnen und Verbrauchern unter anderem über die Förderung der energetischen Gebäudesanierung oder der Elektromobilität zugute. Dadurch wird die Wirtschaftlichkeit emissionsneutraler Technologien im Gebäude- und Verkehrsbereich weiter gestärkt.
Gleichzeitig sorgen die begrenzten Preissteigerungen bei fossilen Brennstoffen dafür, dass klimafreundliche Alternativen im Vergleich attraktiver werden. Der Preiskorridor von 55 bis 65 Euro pro Zertifikat begrenzt die unmittelbaren Mehrkosten.
10 · Fehler vermeiden
Welche Fehler solltest du bei Zertifikaten 2026 vermeiden?
Sowohl bei SSL-Zertifikaten als auch bei Secure Boot gibt es typische Versäumnisse, die zu Sicherheitslücken oder Ausfällen führen können. Eine frühzeitige Planung hilft, diese zu vermeiden.
Der häufigste Fehler bei SSL-Zertifikaten ist das Verpassen der Frist am 15. März 2026. Wer vorher nicht verlängert, verliert die letzte Chance auf die längere Laufzeit von etwa 397 Tagen und muss sofort in den kürzeren Sechs-Monats-Zyklus wechseln.
- Verlängere SSL-Zertifikate nicht erst nach dem 15. März 2026, wenn du noch von der längeren Laufzeit profitieren willst.
- Blockiere Secure-Boot-Updates nicht versehentlich in WSUS-, Intune- oder GPO-Setups.
- Übersieh Offline-Systeme und isolierte Netze nicht bei der Secure-Boot-Planung.
- Vergiss Firmware-Updates bei älteren Geräten nicht in der Lifecycle-Planung.
- Hole Validierungsnachweise für SSL-Zertifikate nicht zu spät ein, da die Zeitfenster ab 2026 strenger werden.
Häufige Fehler im Umgang mit Zertifikaten 2026
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