Ratgeber · Investieren
Was kostet ein Investmentfonds? Alle Gebühren im Überblick
Die Kosten eines Investmentfonds entscheiden darüber, wie viel von deiner Rendite übrig bleibt. Neben dem Ausgabeaufschlag fallen laufende Kosten an, die bei aktiven Fonds oft deutlich höher sind als bei ETFs.
10 Kapitel · 11 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Die Gesamtkostenquote (TER) bündelt die wichtigsten laufenden Kosten eines Fonds, aber nicht alle Gebühren.
- Aktiv gemanagte Aktienfonds kosten oft 1,5 bis über 2,5 Prozent pro Jahr, ETFs meist 0 bis 1 Prozent.
- Der Ausgabeaufschlag wird einmalig beim Kauf fällig und liegt bei Aktienfonds häufig zwischen 4 und 6 Prozent.
- Transaktionskosten und Performancegebühren sind verdeckte Kosten, die die Rendite zusätzlich schmälern.
01 · Grundlagen
Welche Kosten fallen beim Kauf eines Investmentfonds an?
Beim Kauf eines Investmentfonds zahlst du in der Regel einen einmaligen Ausgabeaufschlag. Dieser wird direkt vom Anlagebetrag abgezogen oder auf den Rücknahmepreis aufgeschlagen.
Der Ausgabeaufschlag ist eine Vertriebsprovision, die der Vertriebspartner für die Beratung und den Verkauf erhält. Fondsgesellschaften legen den maximalen Aufschlag fest, aber Vertriebspartner können Rabatte gewähren. Bei No-Load-Fonds wird auf einen Ausgabeaufschlag verzichtet, dafür ist die Managementgebühr oft höher.
In seltenen Fällen fällt ein Rücknahmeabschlag an, der im Fondsprospekt klar ausgewiesen sein muss. Dabei handelt es sich um Fonds-Gebühren, die bei der Rückgabe von Fondsanteilen erhoben werden können. Sie werden als Prozentsatz des Rücknahmepreises berechnet und reduzieren den Betrag, den du für den Verkauf deiner Anteile erhältst.
Bei einem Ausgabeaufschlag von 5 Prozent auf einen Fondsanteil mit einem Rücknahmepreis von 100 Euro zahlst du 105 Euro. Die 5 Euro dienen als Verkaufsprovision.
Kurz erklärt
Ausgabeaufschlag
Der Ausgabeaufschlag ist eine einmalige Vertriebsprovision, die beim Kauf von Fondsanteilen anfällt. Er wird als Prozentsatz auf den Rücknahmepreis berechnet und dient als Verkaufsprovision für den Vertriebspartner.
Bei einem Ausgabeaufschlag von 5 Prozent auf einen Fondsanteil mit einem Rücknahmepreis von 100 Euro zahlst du 105 Euro. Die 5 Euro sind die Verkaufsprovision.
02 · Vergleich
Wie hoch ist der Ausgabeaufschlag bei verschiedenen Fondsarten?
Die Höhe des Ausgabeaufschlags hängt von der Fondsart ab. Fondsgesellschaften legen einen maximalen Aufschlag fest, Vertriebspartner können Rabatte gewähren.
Die Höhe des Ausgabeaufschlags hängt von der Fondsart ab. Fondsgesellschaften legen einen maximalen Aufschlag fest, Vertriebspartner können Rabatte gewähren.
Bei Aktienfonds und Mischfonds liegt der übliche Ausgabeaufschlag zwischen 4 und 6 Prozent. Rentenfonds sind mit 2 bis 4 Prozent günstiger, während offene Immobilienfonds pauschal 5 Prozent kosten. Geldmarktfonds haben mit 0 bis 0,5 Prozent den niedrigsten Ausgabeaufschlag.
Bei No-Load-Fonds wird auf einen Ausgabeaufschlag verzichtet, dafür ist die Managementgebühr oft höher. Du solltest daher immer beide Kostenarten gemeinsam betrachten, bevor du dich für einen Fonds entscheidest.
| Fondsart | Üblicher Ausgabeaufschlag | |
|---|---|---|
| Aktienfonds | Aktienfonds | 4 bis 6 Prozent |
| Mischfonds | Mischfonds | 4 bis 6 Prozent |
| Rentenfonds | Rentenfonds | 2 bis 4 Prozent |
| Offene Immobilienfonds | Offene Immobilienfonds | 5 Prozent |
| Geldmarktfonds | Geldmarktfonds | 0 bis 0,5 Prozent |
03 · Grundlagen
Was ist die Total Expense Ratio (TER)?
Die Total Expense Ratio (TER) ist die zentrale Kennzahl für die laufenden Kosten eines Investmentfonds. Sie wird jährlich dem Fondsvermögen entnommen und mindert direkt die Rendite.
Die TER ist eine prozentuale Kennzahl für die jährlichen Fondskosten, exklusive Transaktions- und Performancegebühren. Sie zeigt die aus dem Fondsvermögen entnommenen Gebühren auf, die die Fondsperformance beeinflussen. Der Ausgabeaufschlag wird vor der Investition abgezogen und ist daher nicht Teil der TER.
Seit 2004 müssen Investmentgesellschaften die Gesamtkostenquote in Prozent angeben, sofern die Fonds in Deutschland zum Vertrieb zugelassen sind. Die TER ermöglicht es dir, die tatsächlichen Kosten deines Investments zu bewerten und verschiedene Fonds miteinander zu vergleichen.
Kurz erklärt
Total Expense Ratio (TER)
Die TER ist eine prozentuale Kennzahl für die jährlichen Fondskosten, exklusive Transaktions- und Performancegebühren. Sie zeigt die aus dem Fondsvermögen entnommenen Gebühren auf, die die Fondsperformance beeinflussen.
Seit 2004 müssen Investmentgesellschaften die Gesamtkostenquote in Prozent angeben, sofern die Fonds in Deutschland zum Vertrieb zugelassen sind.
04 · Kosten
Welche Kosten stecken in der TER?
Die TER setzt sich aus mehreren Kostenblöcken zusammen. Die Managementgebühr macht dabei meist den größten Anteil aus.
Die Managementgebühr deckt Kosten für Fondsmanagement, Research und die Gewinnmarge der Fondsgesellschaft ab. Bei aktiv gemanagten Aktienfonds liegt sie durchschnittlich bei 1,5 bis über 2,5 Prozent pro Jahr. Kostengünstige Indexfonds und ETFs berechnen dagegen null bis ein Prozent pro Jahr.
Die Depotbankgebühr für die Verwahrung des Sondervermögens beträgt jährlich 0,1 bis 0,3 Prozent des Fondsvermögens. Sonstige Betriebskosten für Prospekte, Wirtschaftsprüfer, Berichte und Werbung können bis zu 0,3 Prozent des Fondsvolumens erreichen.
Die Managementgebühr bei aktiven Fonds liegt bei 1,5 bis über 2,5 Prozent pro Jahr, bei ETFs und Indexfonds bei 0 bis 1 Prozent. Diese Differenz wirkt sich über lange Zeiträume erheblich auf deine Rendite aus.
Bestandteile der Total Expense Ratio
05 · Was gilt
Welche Kosten sind nicht in der TER enthalten?
Das T für Total in TER ist irreführend, denn nicht alle anfallenden Kosten sind erfasst. Einige Gebühren fallen zusätzlich an und sind für dich als Anleger schwerer zu erkennen.
Nicht in der TER enthalten sind der Ausgabeaufschlag, Transaktionskosten auf Fondsebene, performanceabhängige Gebühren sowie Gebühren für Zielfonds bei Dachfonds. Diese Kosten belasten dich zusätzlich und können die Rendite deutlich schmälern.
Ein TER-Vergleich verschiedener Fonds ist daher hilfreich, greift aber insgesamt zu kurz. Du solltest ihn nicht als alleinigen Indikator für deine Auswahl heranziehen, sondern auch die verdeckten Kosten berücksichtigen.
Der Ausgabeaufschlag, Transaktionskosten und Performancegebühren sind nicht Teil der TER. Gerade bei aktiv gemanagten Fonds können diese zusätzlichen Kosten erheblich sein.
Nicht in der TER enthalten
In der TER enthalten
06 · Im Vertrag
Was sind Ongoing Charges und Ongoing Cost?
Neben der TER gibt es weitere Kostenkennzahlen, die unter MiFID II eingeführt wurden. Sie sollen die Fondskosten transparenter machen, unterscheiden sich aber in Details.
Die Ongoing Charges enthalten ähnlich wie die TER die auf Fondsebene anfallenden Kosten. Bei Dachfonds werden zusätzlich die Kosten der enthaltenen Zielfonds aufgeführt. Auch entgangene Erträge aus Wertpapierleihe-Geschäften werden berücksichtigt.
Die neue Kennzahl Ongoing Cost wird die Ongoing Charges unter MiFID II ablösen und im KIID-Dokument aufgeführt. Die Berechnung ist ähnlich, umfasst aber zusätzliche Gebühren, zum Beispiel für Wertpapierleihe und Swaps.
Die Ongoing Charges weisen bei Dachfonds auch die Kosten der Zielfonds aus, die TER tut das nicht. Für Dachfonds sind die Ongoing Charges daher die aussagekräftigere Kennzahl.
Kostenkennzahlen im Vergleich
07 · Vergleich
Wie unterscheiden sich die Kosten von aktiven Fonds und ETFs?
Der größte Kostenfaktor ist die Managementgebühr. Aktiv gemanagte Fonds sind teurer, weil Fondsmanager Wertpapiere auswählen und das Portfolio aktiv steuern.
Der größte Kostenfaktor ist die Managementgebühr. Aktiv gemanagte Fonds sind teurer, weil Fondsmanager Wertpapiere auswählen und das Portfolio aktiv steuern.
ETFs bilden einen Index nach und verzichten auf aktives Management, was die laufenden Kosten deutlich senkt. Die Managementgebühr liegt bei ETFs bei 0 bis 1 Prozent pro Jahr, bei aktiven Fonds bei 1,5 bis über 2,5 Prozent.
Bei aktiven Aktienfonds kommt häufig ein Ausgabeaufschlag von 4 bis 6 Prozent hinzu. ETFs haben meist keinen Ausgabeaufschlag, du zahlst nur die Börsenprovision beim Kauf. Performancegebühren sind bei einigen aktiven Aktienfonds üblich, bei ETFs dagegen nicht.
Aktiv gemanagte Fonds kosten pro Jahr 1,5 bis über 2,5 Prozent Managementgebühr, ETFs 0 bis 1 Prozent. Über 20 Jahre kann dieser Unterschied Zehntausende Euro ausmachen.
| Aktiv gemanagte Fonds | ETFs | |
|---|---|---|
| Managementgebühr pro Jahr | 1,5 bis über 2,5 Prozent | 0 bis 1 Prozent |
| Ausgabeaufschlag | Häufig 4 bis 6 Prozent bei Aktienfonds | Meist kein Ausgabeaufschlag, nur Börsenprovision |
| Performancegebühr | Bei einigen Aktienfonds üblich | Nicht üblich |
| Transparenz | Oft intransparent, verdeckte Kosten möglich | Kostenstruktur meist einfacher nachvollziehbar |
08 · Hintergrund
Welche Rolle spielt die Anlagestrategie bei den Kosten?
Deine Anlagestrategie bestimmt, welche Fondsarten für dich infrage kommen und welche Kostenstruktur damit verbunden ist. Mischfonds und Dachfonds haben oft besondere Kostenmerkmale.
Mischfonds kombinieren Aktien und Anleihen in einem Produkt. Ihr Ausgabeaufschlag liegt häufig bei 4 bis 6 Prozent, ähnlich wie bei reinen Aktienfonds. Die laufenden Kosten hängen von der konkreten Zusammensetzung ab.
Dachfonds investieren in andere Fonds, sogenannte Zielfonds. Dadurch entstehen doppelte Kosten: die Gebühren des Dachfonds selbst und die Gebühren der Zielfonds. Die Ongoing Charges weisen diese Zielfondsgebühren aus, die TER tut das nicht.
Bei Dachfonds zahlst du doppelte Kosten: für den Dachfonds selbst und für die enthaltenen Zielfonds. Prüfe daher immer die Ongoing Charges, bevor du in einen Dachfonds investierst.
Mischfonds kombinieren Aktien und Anleihen in einem Produkt. Ihr Ausgabeaufschlag liegt häufig bei 4 bis 6 Prozent, ähnlich wie bei reinen Aktienfonds. Die laufenden Kosten hängen von der konkreten Zusammensetzung ab.
Dachfonds investieren in andere Fonds, sogenannte Zielfonds. Dadurch entstehen doppelte Kosten: die Gebühren des Dachfonds selbst und die Gebühren der Zielfonds. Die Ongoing Charges weisen diese Zielfondsgebühren aus, die TER tut das nicht.
Rentenfonds investieren in Anleihen und haben mit 2 bis 4 Prozent einen niedrigeren Ausgabeaufschlag als Aktienfonds. Ihre Managementgebühr liegt oft unter der von Aktienfonds, da das Management weniger aufwendig ist.
Für eine langfristige Anlagestrategie sind die laufenden Kosten entscheidender als einmalige Gebühren. Ein Unterschied von 1 Prozent pro Jahr kann über 20 Jahre einen erheblichen Teil der Rendite aufzehren.
09 · Checkliste
Welche Depotgebühren kommen zu den Fondskosten hinzu?
Neben den Kosten auf Fondsebene fallen für dich als Anleger Depotgebühren bei deiner Bank an. Diese sind unabhängig von der Depotbankgebühr, die innerhalb des Fonds anfällt.
Die Depotbankgebühr innerhalb des Fonds beträgt 0,1 bis 0,3 Prozent des Fondsvermögens pro Jahr und ist bereits in der TER enthalten. Davon zu unterscheiden sind die Depotgebühren, die deine Bank dir für das Führen deines Wertpapierdepots berechnet.
Zusätzlich können Orderprovisionen beim Kauf und Verkauf von Fondsanteilen über die Börse anfallen. Je nach Depotmodell kommen Fremdkostenpauschalen oder Transaktionsentgelte hinzu. Bei Sparplänen können Gebühren für die regelmäßige Ausführung anfallen.
Die Depotbankgebühr im Fonds ist nicht dasselbe wie die Depotgebühr deiner Bank für dein Wertpapierdepot. Beide Kostenarten fallen getrennt an und solltest du bei deiner Kalkulation berücksichtigen.
Depotkosten, die du selbst trägst
Depotführungsgebühr deiner Bank für das Wertpapierdepot
Orderprovision beim Kauf und Verkauf von Fondsanteilen über die Börse
Fremdkostenpauschale oder Transaktionsentgelt je nach Depotmodell
Gebühren für Sparpläne, falls du regelmäßig Fondsanteile kaufst
10 · Fehler vermeiden
Welche Fehler solltest du bei den Fondskosten vermeiden?
Viele Anleger unterschätzen die Wirkung von Kosten auf die langfristige Rendite. Diese Fehler lassen sich vermeiden, wenn du die Kostenstruktur genau prüfst.
Ein häufiger Fehler ist, nur auf die Wertentwicklung zu schauen und die Kosten zu ignorieren. Dabei schmälern hohe laufende Kosten die Rendite Jahr für Jahr. Ein weiterer Fehler ist, die TER als alleinigen Kostenindikator zu nutzen und verdeckte Kosten wie Transaktionskosten oder Performancegebühren zu übersehen.
Viele Anleger zahlen den Ausgabeaufschlag in voller Höhe, obwohl Rabatte möglich sind. Bei Dachfonds werden die doppelten Kosten der Zielfonds oft nicht berücksichtigt. Auch Performancegebühren, die bei Erfolg die Rendite schmälern, werden häufig übersehen.
Ein Ausgabeaufschlag von 5 Prozent bedeutet, dass deine Anlage sofort 5 Prozent im Minus startet. Frage daher immer nach Rabatten oder wähle No-Load-Fonds, wenn du auf Beratung verzichten kannst.
Typische Fehler im Umgang mit Fondskosten
Häufige Fragen
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