Ratgeber · Investieren
Was kostet ein Emerging-Markets-ETF? Alle Kosten im Überblick
Ein Emerging-Markets-ETF bildet Aktien aus Schwellenländern ab. Die jährlichen Kosten liegen bei marktbreiten Produkten oft bei 0,18 Prozent, hinzu kommen Handelsgebühren und steuerliche Aspekte.
11 Kapitel · 7 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Die Gesamtkostenquote (TER) marktbreiter Emerging-Markets-ETFs liegt häufig bei 0,18 Prozent pro Jahr.
- Die Teilfreistellung für Aktienfonds beträgt 30 Prozent, sodass du nur auf 70 Prozent der Erträge Steuern zahlst.
- Der Sparer-Pauschbetrag liegt bei 1000 Euro pro Person und Jahr, bei Ehepaaren bei 2000 Euro.
- Fondsdomizil Irland ist bei vielen ETFs üblich und beeinflusst die Besteuerung nicht negativ.
01 · Grundlagen
Was ist ein Emerging-Markets-ETF?
Ein Emerging-Markets-ETF bündelt Aktien aus Schwellenländern wie China, Indien oder Brasilien. Er bildet einen Index wie den MSCI Emerging Markets nach und ermöglicht so eine breite Streuung mit einem einzigen Wertpapier.
Die Ländergewichtung ist oft von asiatischen Märkten dominiert, Taiwan und Südkorea können zusammen über 45 Prozent ausmachen.
Kurz erklärt
Emerging-Markets-ETF
Ein börsengehandelter Fonds, der die Wertentwicklung eines Index aus Schwellenländern abbildet. Er investiert in Aktien von Unternehmen aus Ländern wie Taiwan, Südkorea, China oder Indien.
Die Ländergewichtung ist oft von asiatischen Märkten dominiert, Taiwan und Südkorea können zusammen über 45 Prozent ausmachen.
02 · Kosten
Welche laufenden Kosten fallen an?
Die wichtigste Kostengröße ist die Gesamtkostenquote, kurz TER. Sie wird jährlich vom Fondsvermögen einbehalten und liegt bei marktbreiten ETFs auf den MSCI Emerging Markets häufig bei 0,18 Prozent.
Die wichtigste Kostengröße ist die Gesamtkostenquote, kurz TER. Sie wird jährlich vom Fondsvermögen einbehalten und liegt bei marktbreiten ETFs auf den MSCI Emerging Markets häufig bei 0,18 Prozent.
Die TER wird unabhängig von deinem Gewinn oder Verlust fällig. Die Teilfreistellung reduziert die Steuerlast auf Erträge.
Typische jährliche Kosten eines Emerging-Markets-ETF
03 · Checkliste
Welche Kennnummern brauchst du?
Für die Suche nach einem konkreten ETF sind ISIN und WKN entscheidend. Sie identifizieren das Produkt eindeutig, unabhängig vom Handelsplatz.
- ISIN: Internationale Wertpapierkennnummer, beginnt bei irischen ETFs oft mit IE00
- WKN: Deutsche Wertpapierkennnummer, zum Beispiel A111X9 für einen iShares Core MSCI Emerging Markets IMI
- Ticker: Börsenkürzel wie IS3N für den Handel
- Fondsdomizil: Irland ist bei vielen ETFs üblich und steuerlich anerkannt
Wichtige Kennnummern für Emerging-Markets-ETFs
ISIN: Internationale Wertpapierkennnummer, beginnt bei irischen ETFs oft mit IE00
WKN: Deutsche Wertpapierkennnummer, zum Beispiel A111X9 für einen iShares Core MSCI Emerging Markets IMI
Ticker: Börsenkürzel wie IS3N für den Handel
Fondsdomizil: Irland ist bei vielen ETFs üblich und steuerlich anerkannt
04 · Vergleich
Wie wirkt sich die Fondsgröße auf die Kosten aus?
Das Fondsvolumen beeinflusst die Stabilität und oft auch die Kostenquote eines ETFs. Sehr große Fonds können Skaleneffekte nutzen und weisen häufig eine niedrige TER auf.
Ein großes Fondsvolumen ist kein Garant für niedrige Kosten, aber ein Indiz für Effizienz.
| Großer ETF | Kleiner ETF | |
|---|---|---|
| Fondsvolumen | über 39 Mrd. Euro möglich | 13,27 Mrd. Euro möglich |
| TER | 0,18 % p.a. | 0,18 % p.a. |
05 · Was gilt
Welche Rolle spielt die Replikationsmethode?
ETFs bilden ihren Index entweder physisch oder synthetisch ab. Die physische Replikation ist bei Emerging-Markets-ETFs weit verbreitet und gilt als transparent.
Bei physischer Replikation kauft der Fonds die tatsächlichen Aktien. Wertpapierleihe kann Zusatzerträge bringen, während synthetische Produkte ein Kontrahentenrisiko aufweisen.
Physisch
Synthetisch
06 · Schritt für Schritt
Wie funktioniert die Besteuerung?
Für Aktien-ETFs gilt eine Teilfreistellung von 30 Prozent. Das bedeutet, du versteuerst nur 70 Prozent deiner Erträge mit der Abgeltungsteuer.
Ertrag ermitteln
Kursgewinne und Dividenden werden addiert. Bei thesaurierenden ETFs gelten ausschüttungsgleiche Erträge als zugeflossen.
Teilfreistellung anwenden
30 Prozent der Erträge bleiben steuerfrei. Nur 70 Prozent fließen in die Steuerberechnung ein.
07 · Vergleich
Welche Länder und Branchen dominieren?
Die Ländergewichtung in Emerging-Markets-Indizes ist stark von Asien geprägt. Taiwan, Südkorea, China und Indien stellen oft über 75 Prozent des Index.
Die Gewichte schwanken mit der Marktentwicklung. Technologiewerte haben oft ein hohes Gewicht.
| Land | Gewicht | |
|---|---|---|
| Taiwan | Taiwan | rund 27 % |
| Südkorea | Südkorea | rund 20 % |
| China | China | rund 17 % |
| Indien | Indien | rund 12 % |
08 · Im Vertrag
Welche Rolle spielt die Wertpapierleihe?
Viele ETFs verleihen Wertpapiere, um zusätzliche Erträge zu erzielen. Das kann die Kosten senken, birgt aber ein geringes Kontrahentenrisiko.
Der Fonds verleiht Aktien an Banken und erhält dafür eine Gebühr. Die Erträge fließen dem Fondsvermögen zu. Der Leiher hinterlegt Sicherheiten, meist in Form von Staatsanleihen oder Bargeld. Fällt der Leiher aus, kann es zu Verzögerungen bei der Rückgabe kommen. Das Risiko gilt als gering.
Wertpapierleihe bei ETFs
09 · Kosten
Welche Kosten entstehen beim Sparplan?
Viele Broker bieten ETF-Sparpläne ohne Ordergebühr an. Die Kosten hängen vom gewählten Anbieter und der Sparrate ab.
Auch bei kostenlosen Sparplänen fallen die laufenden Kosten des ETF an. Die TER von 0,18 Prozent p.a. wird unabhängig von der Sparrate fällig.
Kosten eines ETF-Sparplans
10 · Hintergrund
Welcher Anlagehorizont ist sinnvoll?
Emerging-Markets-ETFs schwanken stärker als Industrieländer-ETFs. Ein langer Anlagehorizont hilft, diese Schwankungen auszusitzen.
Für einen Emerging-Markets-ETF solltest du mindestens zehn Jahre einplanen. Die Kurse können in einzelnen Jahren stark fallen, historisch erholten sich die Märkte aber über lange Zeiträume. Die Volatilität liegt bei marktbreiten Produkten oft über 20 Prozent. Das bedeutet, dass Wertschwankungen von 20 Prozent innerhalb eines Jahres normal sind. Je länger dein Anlagehorizont, desto besser kannst du temporäre Verluste aussitzen. Für kurzfristige Ziele sind Emerging-Markets-ETFs ungeeignet.
Für einen Emerging-Markets-ETF solltest du mindestens zehn Jahre einplanen. Die Kurse können in einzelnen Jahren stark fallen, historisch erholten sich die Märkte aber über lange Zeiträume.
Die Volatilität liegt bei marktbreiten Produkten oft über 20 Prozent. Das bedeutet, dass Wertschwankungen von 20 Prozent innerhalb eines Jahres normal sind.
Je länger dein Anlagehorizont, desto besser kannst du temporäre Verluste aussitzen. Für kurzfristige Ziele sind Emerging-Markets-ETFs ungeeignet.
11 · Checkliste
Wie diversifiziert ist ein Emerging-Markets-ETF?
Die Diversifikation hängt von der Anzahl der enthaltenen Positionen ab. Marktbreite ETFs bilden oft über 1000 Aktien ab, spezialisierte Produkte deutlich weniger.
- Über 1000 Aktienpositionen bei marktbreiten ETFs
- Mehr als 20 Länder im Index
- Keine Einzelposition über 15 Prozent Gewicht
- Branchenmix über Technologie, Finanzen und Industrie
- Streubesitz-Marktkapitalisierung als Gewichtungsgrundlage
Merkmale guter Diversifikation
Über 1000 Aktienpositionen bei marktbreiten ETFs
Mehr als 20 Länder im Index
Keine Einzelposition über 15 Prozent Gewicht
Branchenmix über Technologie, Finanzen und Industrie
Streubesitz-Marktkapitalisierung als Gewichtungsgrundlage
Häufige Fragen
Fragen zu Was kostet ein Emerging-Markets-ETF? Alle Kosten im Überblick
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