Thesaurierender ETF Sparplan einrichten: Dein Einstieg in den automatischen Vermögensaufbau
Du möchtest langfristig Vermögen aufbauen, ohne dich täglich um deine Geldanlage kümmern zu müssen? Ein thesaurierender ETF Sparplan macht genau das möglich: Er legt dein Geld automatisch und gewinnbringend für dich an. Hier erfährst du, wie du in wenigen Schritten startest.
Warum dich dieses Thema betrifft: Dein Geld verliert an Wert
Vielleicht hast du schon einmal davon gehört, dass Sparen heutzutage nicht mehr viel einbringt. Das liegt daran, dass die Preise für alles, was du kaufst, jedes Jahr ein wenig steigen. Diesen Effekt nennt man Inflation. Wenn du dein Geld nur auf einem normalen Sparkonto liegen lässt, bekommst du dafür meist nur sehr wenig Zinsen.
Durch die Inflation wird dein Erspartes also jedes Jahr ein Stückchen weniger wert. Das ist ein schleichender Prozess, den du im Alltag kaum bemerkst, aber über die Jahre summiert sich das. Ein Beispiel: Vor zwanzig Jahren konntest du für 100 Euro deutlich mehr einkaufen als heute.
Damit dein Geld nicht an Kaufkraft verliert, sondern im besten Fall sogar wächst, musst du es für dich arbeiten lassen. Eine der bekanntesten und für Einsteiger geeignetsten Möglichkeiten ist die Investition in Aktien. Da einzelne Aktien aber riskant sein können, gibt es eine einfachere Lösung: ETFs.
Ein ETF Sparplan ist wie ein automatischer Sparvertrag, nur eben für Wertpapiere. Du legst jeden Monat einen festen Betrag zur Seite, und dieser wird automatisch in einen Korb voller Aktien investiert. So baust du dir Stück für Stück ein Vermögen auf, ohne dass du dich intensiv damit beschäftigen musst.
Was ist ein ETF und was bedeutet thesaurierend?
ETF ist die Abkürzung für Exchange Traded Fund. Auf Deutsch heißt das börsengehandelter Indexfonds. Stell dir vor, du möchtest die 40 größten Unternehmen in Deutschland kaufen. Ein ETF macht genau das für dich: Er bündelt alle diese Aktien in einem einzigen Produkt, das du wie eine Aktie kaufen kannst.
Der große Vorteil: Du musst nicht jede einzelne Aktie kaufen, sondern bekommst mit einem einzigen Kauf die Wertentwicklung aller enthaltenen Unternehmen. Das nennt man Diversifikation, also die Streuung deines Risikos. Geht es einer Firma schlecht, wird das durch die anderen Firmen im Korb oft ausgeglichen.
Jetzt kommt der Begriff thesaurierend ins Spiel. Er beschreibt, was mit den Dividenden passiert. Dividenden sind Gewinnanteile, die Unternehmen an ihre Aktionäre ausschütten. Bei einem thesaurierenden ETF werden diese Ausschüttungen nicht an dich ausgezahlt, sondern direkt wieder in den Fonds reinvestiert.
Das bedeutet: Dein ETF kauft mit den Dividenden automatisch neue Aktien nach. So wächst dein Vermögen von alleine weiter. Das Gegenstück wäre ein ausschüttender ETF, bei dem du die Dividenden regelmäßig auf dein Konto ausgezahlt bekommst. Für den automatischen Vermögensaufbau ist die thesaurierende Variante meist die bessere Wahl.
So funktioniert ein Sparplan: Dein Geld arbeitet für dich
Ein Sparplan ist ein Dauerauftrag an deine Bank oder deinen Broker. Du legst fest, welchen Betrag du monatlich investieren möchtest, zum Beispiel 50 oder 200 Euro. Diesen Betrag bucht der Anbieter automatisch von deinem Girokonto ab und kauft dafür Anteile an deinem ausgewählten ETF.
Der Clou am Sparplan ist der sogenannte Cost-Average-Effekt. Da du jeden Monat zum gleichen Zeitpunkt kaufst, bekommst du mal mehr und mal weniger Anteile für dein Geld. Sind die Kurse niedrig, erhältst du mehr Anteile, sind sie hoch, weniger. Über die Zeit gleicht sich das aus und du musst den perfekten Einstiegszeitpunkt nicht kennen.
Dein Geld wächst also nicht linear, sondern in Wellen. Es gibt Jahre, in denen dein Depot deutlich im Plus ist, und andere, in denen es weniger wert ist als das, was du eingezahlt hast. Das ist völlig normal und gehört zum Investieren dazu. Wichtig ist, dass du langfristig denkst und nicht bei jedem Tief sofort verkaufst.
Der Zinseszinseffekt ist dein bester Freund beim Sparen. Deine erwirtschafteten Gewinne bleiben im Fonds und erwirtschaften selbst wieder Gewinne. Mit der Zeit wird dieser Effekt immer stärker. Je früher du also startest und je länger du durchhältst, desto mehr profitiert dein Vermögen von diesem Schneeballsystem.
Was kostet ein thesaurierender ETF Sparplan?
Die Kosten sind ein wichtiges Thema, denn sie schmälern deine Rendite. Es gibt zwei Arten von Kosten, die du kennen solltest. Die erste ist die laufende Gebühr des Fonds, die sogenannte TER (Total Expense Ratio). Sie liegt bei guten Welt-ETFs meist unter 0,3 Prozent pro Jahr und wird direkt aus dem Fondsvermögen bezahlt.
Die zweite Kostenart betrifft den Kauf selbst. Viele Online-Broker bieten mittlerweile Sparpläne ohne Ordergebühr an. Das heißt, du kannst deinen monatlichen Betrag kostenlos investieren. Es gibt aber auch Anbieter, die eine kleine Gebühr pro Ausführung verlangen. Diese liegt meist zwischen 1 und 3 Euro pro Ausführung.
Achte beim Vergleich darauf, ob der Broker ein kostenloses Depot anbietet. Viele Neobroker wie Trade Republic, Scalable Capital oder auch die ING haben solche Angebote. Du solltest aber nicht nur auf den Preis schauen, sondern auch auf die Benutzerfreundlichkeit der App und den Kundenservice.
Wichtig zu wissen: Die TER wird automatisch vom Fonds abgezogen. Du musst also keine separate Rechnung bezahlen. Sie ist bereits in der Wertentwicklung enthalten, die du in deinem Depot siehst. Trotzdem lohnt es sich, auf niedrige Kosten zu achten, denn über 30 Jahre machen auch 0,2 Prozent Unterschied einen spürbaren Betrag aus.
Worauf du bei der Auswahl des richtigen ETFs achten solltest
Der wichtigste Schritt ist die Auswahl des richtigen ETFs. Für Einsteiger empfehlen sich breit aufgestellte Welt-ETFs. Diese bilden einen Index ab, der tausende Unternehmen aus vielen Ländern enthält. Der bekannteste ist der MSCI World, der 1.600 Firmen aus Industrieländern umfasst.
Es gibt auch den FTSE All-World, der zusätzlich Schwellenländer abdeckt. Damit investierst du in fast den gesamten globalen Aktienmarkt. Diese breite Streuung ist ideal, wenn du dich nicht auf einzelne Länder oder Branchen festlegen möchtest. Du profitierst vom weltweiten Wirtschaftswachstum.
Achte auf die Fondsgröße und das Fondsvolumen. Große ETFs mit einem Volumen von mehreren Milliarden Euro sind meist sehr liquide und haben geringe Kosten. Außerdem solltest du prüfen, ob der ETF in Deutschland zum Handel zugelassen ist und ob er die thesaurierende Variante anbietet, was bei den meisten Standard-ETFs der Fall ist.
Ein weiterer Punkt ist die Replikationsmethode. Die meisten ETFs bilden ihren Index physisch ab, das heißt, sie kaufen die Aktien wirklich. Es gibt auch synthetische ETFs, die den Index über Derivate nachbilden. Für dich als Anleger ist die physische Variante meist transparenter und einfacher zu verstehen. Achte darauf, dass der ETF in deinem Land steuerlich als thesaurierend eingestuft ist.
Typische Fehler, die du vermeiden solltest
Der häufigste Fehler ist, bei fallenden Kursen in Panik zu geraten und zu verkaufen. Wenn der Markt einbricht, ist das für Sparplan-Anleger eigentlich ein Vorteil, denn du bekommst mehr Anteile für dein Geld. Wer verkauft, realisiert den Verlust und verpasst die spätere Erholung.
Ein weiterer Fehler ist, zu viel Geld in einzelne Aktien oder Nischen-ETFs zu stecken. Themen wie Künstliche Intelligenz oder erneuerbare Energien klingen spannend, sind aber riskanter als ein breiter Welt-ETF. Für den Grundstock deines Vermögens solltest du auf Breite setzen und nur einen kleinen Teil für spekulativere Wetten verwenden.
Viele Anfänger versuchen auch, den perfekten Einstiegszeitpunkt abzupassen. Sie warten auf einen günstigen Moment, der oft nie kommt. Mit einem Sparplan umgehst du dieses Problem, weil du regelmäßig kaufst, egal ob der Markt gerade hoch oder niedrig steht. Der Cost-Average-Effekt glättet diese Schwankungen.
Zu guter Letzt: Vergiss nicht, deinen Sparplan regelmäßig zu überprüfen. Deine Lebensumstände ändern sich, vielleicht kannst du später mehr sparen oder du möchtest dein Geld anders aufteilen. Ein jährlicher Check deines Depots und deiner Sparrate ist daher sinnvoll, um am Ball zu bleiben.
Dein Fahrplan: So richtest du deinen Sparplan in 5 Schritten ein
Schritt 1: Wähle einen Broker. Du kannst dein Depot bei deiner Hausbank eröffnen oder bei einem Online-Broker. Online-Broker sind oft günstiger und bieten eine einfachere App. Achte darauf, dass der Anbieter ein kostenloses Depot und möglichst kostenlose Sparpläne anbietet.
Schritt 2: Lege deinen monatlichen Betrag fest. Überlege dir, wie viel du pro Monat schmerzfrei zurücklegen kannst. Schon 25 oder 50 Euro sind ein guter Anfang. Wichtig ist, dass du den Betrag langfristig durchhalten kannst, ohne dass du in finanzielle Not gerätst.
Schritt 3: Wähle deinen ETF. Entscheide dich für einen breiten Welt-ETF wie den MSCI World oder den FTSE All-World. Achte darauf, dass es die thesaurierende Variante ist. Du kannst die Wertpapierkennnummer (WKN oder ISIN) direkt in die Suchmaske deines Brokers eingeben.
Schritt 4: Richte den Sparplan ein. Das geht in der Regel online in wenigen Minuten. Du gibst den Betrag, das Datum der Ausführung und die Laufzeit an. Die meisten Sparpläne sind unbefristet, du kannst sie also jederzeit pausieren oder kündigen.
Schritt 5: Lasse dein Geld arbeiten. Nach der Einrichtung läuft alles automatisch. Du musst dich nicht mehr darum kümmern. Überprüfe deinen Plan einmal im Jahr und erhöhe die Sparrate, wenn du mehr Geld zur Verfügung hast. So wächst dein Vermögen über die Jahre kontinuierlich.
Steuern und Freibetrag: Das solltest du wissen
In Deutschland unterliegen Gewinne aus ETFs der Abgeltungssteuer. Diese beträgt pauschal 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Allerdings gibt es einen Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro pro Person. Das bedeutet: Bis zu dieser Höhe bleiben deine Gewinne steuerfrei.
Um diesen Freibetrag zu nutzen, musst du bei deinem Broker einen Freistellungsauftrag einrichten. Das geht meist direkt in der App oder im Online-Banking. Ohne diesen Auftrag behält der Broker automatisch Steuern ein, die du dir später über die Steuererklärung zurückholen müsstest.
Bei thesaurierenden ETFs gibt es eine Besonderheit: Die wiederangelegten Dividenden gelten als zugeflossen und müssen versteuert werden, obwohl du sie nicht auf dem Konto siehst. Das nennt man Vorabpauschale. Dein Broker berechnet diese automatisch und führt die Steuer ab, wenn dein Freibetrag ausgeschöpft ist.
Für die meisten Anleger ist das aber kein Grund zur Sorge. Solange deine jährlichen Gewinne unter dem Freibetrag liegen, zahlst du keine Steuern. Erst wenn dein Vermögen größer wird, greift die Steuer. Du musst dich um die Berechnung nicht kümmern, dein Broker übernimmt das für dich.
Dein erster Schritt in die Unabhängigkeit
Du hast jetzt alle Grundlagen, um mit deinem thesaurierenden ETF Sparplan zu starten. Der wichtigste Schritt ist, überhaupt anzufangen. Viele Menschen warten auf den perfekten Moment, der nie kommt. Dabei ist Zeit der größte Hebel, den du hast. Jeder Monat, den du früher startest, arbeitet für dich.
Du musst kein Finanzexperte sein, um erfolgreich zu investieren. Ein breiter Welt-ETF, eine feste Sparrate und ein langer Atem reichen völlig aus. Die Börse wird schwanken, das ist normal. Aber über Zeiträume von 15 Jahren und mehr war die Wahrscheinlichkeit, Gewinne zu machen, in der Vergangenheit sehr hoch.
Starte klein, wenn du unsicher bist. Du kannst deinen Sparplan jederzeit anpassen, erhöhen oder pausieren. Die Flexibilität ist ein großer Vorteil gegenüber anderen Sparformen. Du behältst die Kontrolle über dein Geld und kannst auf Veränderungen in deinem Leben reagieren.
Dein zukünftiges Ich wird es dir danken, dass du heute den ersten Schritt gemacht hast. Stell dir vor, wie sich dein Vermögen in 20 Jahren entwickelt hat, nur weil du monatlich einen kleinen Betrag zur Seite gelegt hast. Genau das ist der Weg zu finanzieller Unabhängigkeit und mehr Freiheit im Leben.
Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.
Häufige Fragen
Du kannst bereits mit 25 oder 50 Euro pro Monat starten. Viele Broker bieten Sparpläne ab 1 Euro an. Wichtig ist, dass du den Betrag langfristig durchhalten kannst.
Ja, Sparpläne sind flexibel. Du kannst sie jederzeit pausieren, die Rate ändern oder komplett kündigen. Es gibt keine festen Laufzeiten oder Kündigungsfristen.
Bei einem thesaurierenden ETF werden Dividenden automatisch reinvestiert. Bei einem ausschüttenden ETF bekommst du die Dividenden auf dein Konto ausgezahlt. Für den automatischen Vermögensaufbau ist thesaurierend meist besser.
ETFs unterliegen Kursschwankungen, sind also nicht sicher im Sinne von risikofrei. Durch die breite Streuung über viele Unternehmen ist das Risiko aber deutlich geringer als bei Einzelaktien. Langfristig waren Aktienmärkte immer wachsend.
Für Einsteiger empfehlen sich breite Welt-ETFs wie der MSCI World oder der FTSE All-World. Sie bilden tausende Unternehmen aus vielen Ländern ab und bieten eine solide Grundlage für dein Portfolio.
Ja, Gewinne unterliegen der Abgeltungssteuer. Bis zum Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro pro Jahr bleiben sie aber steuerfrei. Dafür musst du einen Freistellungsauftrag bei deinem Broker einrichten.
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