Thesaurierender ETF Rendite: Dein Turbo für den Vermögensaufbau
Du willst langfristig Vermögen aufbauen, ohne dich ständig um dein Depot kümmern zu müssen? Ein thesaurierender ETF macht genau das möglich. Wir erklären dir, wie die Rendite durch den Zinseszins-Effekt entsteht und worauf du bei der Auswahl achten solltest.
Warum dich das Thema betrifft: Dein Geld arbeitet sonst nicht für dich
Vielleicht hast du schon einmal davon gehört, dass Geld auf dem Sparbuch heutzutage kaum noch etwas abwirft. Die Zeiten, in denen du allein durch Sparen reich geworden bist, sind lange vorbei. Wenn du dein Geld nur auf einem Tagesgeldkonto parkst, verlierst du durch die Inflation jedes Jahr an Kaufkraft. Das bedeutet: Dein Erspartes wird weniger wert, auch wenn der Betrag auf dem Konto gleich bleibt.
Genau hier kommen Wertpapiere und speziell ETFs ins Spiel. Ein ETF, das ist ein börsengehandelter Fonds, bündelt viele verschiedene Aktien in einem einzigen Paket. Damit investierst du quasi in die gesamte Wirtschaft, zum Beispiel in den deutschen Aktienindex DAX oder in den weltweiten Aktienmarkt. Historisch betrachtet haben solche Aktienmärkte langfristig eine Rendite erwirtschaftet, die deutlich über der Inflationsrate liegt.
Der Haken an der Sache: Viele Menschen schrecken vor Aktien zurück, weil sie die Schwankungen nicht einschätzen können. Ein ETF nimmt dir die Arbeit der Einzelaktienauswahl ab und streut das Risiko. Und wenn du dich dann noch für einen thesaurierenden ETF entscheidest, musst du dich um gar nichts mehr kümmern. Die Erträge werden automatisch wieder angelegt, und dein Vermögen wächst wie von selbst.
Für dich bedeutet das konkret: Du kannst schon mit kleinen Beträgen monatlich starten und musst kein Börsenprofi sein. Der wichtigste Faktor ist Zeit. Je früher du beginnst, desto mehr profitiert dein Geld vom Zinseszins. Diesen Effekt wollen wir uns jetzt genauer ansehen.
Die Grundlagen: Was ist ein ETF und was bedeutet thesaurierend?
Bevor wir in die Details der Rendite einsteigen, klären wir die Begriffe. Ein ETF, das ist die Abkürzung für Exchange Traded Fund. Das ist ein Fonds, der an der Börse gehandelt wird und einen bestimmten Index nachbildet. Ein Index ist einfach eine Liste von Aktien, die nach bestimmten Regeln zusammengestellt wird. Der bekannteste ist der DAX mit den 40 größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands.
Wenn du einen ETF auf den DAX kaufst, kaufst du also winzige Anteile an allen 40 Unternehmen. Das ist eine einfache und kostengünstige Art, breit gestreut zu investieren. Du musst dir keine Gedanken darüber machen, welche einzelne Aktie sich gut entwickelt. Du setzt auf die gesamte Wirtschaftskraft der im Index enthaltenen Unternehmen.
Jetzt kommt der entscheidende Unterschied: die Ausschüttung. Ein Unternehmen macht Gewinn und schüttet einen Teil davon als Dividende an seine Aktionäre aus. Diese Dividenden erhältst auch du als ETF-Anleger. Bei einem ausschüttenden ETF werden diese Dividenden auf dein Konto überwiesen. Du kannst dir das Geld auszahlen lassen und nach Belieben verwenden.
Bei einem thesaurierenden ETF, auch als accumulating oder kurz acc bezeichnet, ist das anders. Hier werden die Dividenden nicht ausgezahlt, sondern direkt wieder in den Fonds investiert. Der Fonds kauft mit dem Geld automatisch neue Anteile. Dadurch steigt der Wert deines ETF-Anteils kontinuierlich, ohne dass du etwas tun musst. Genau dieser Mechanismus ist der Schlüssel für eine besonders effektive Rendite.
So funktioniert die Rendite: Der Zinseszins-Effekt einfach erklärt
Stell dir vor, du pflanzt einen Baum. Im ersten Jahr wächst er ein Stück. Im zweiten Jahr wächst er nicht nur um das gleiche Stück, sondern das Wachstum des ersten Jahres wächst auch mit. So wird der Zuwachs jedes Jahr größer. Genau so funktioniert der Zinseszins bei deinem ETF. Deine Rendite im ersten Jahr wird im zweiten Jahr mitverzinst.
Konkret heißt das: Du investierst 100 Euro in einen thesaurierenden ETF. Im ersten Jahr steigt der Kurs um 10 Prozent. Dein Anteil ist nun 110 Euro wert. Im zweiten Jahr steigt der Kurs wieder um 10 Prozent. Diesmal wird aber nicht nur auf deine ursprünglichen 100 Euro gerechnet, sondern auf den gesamten Betrag von 110 Euro. Du erhältst also 11 Euro Rendite und dein Vermögen wächst auf 121 Euro.
Auf den ersten Blick wirkt das unspektakulär. Aber über einen langen Zeitraum entfaltet dieser Effekt eine enorme Kraft. Nach 20 Jahren hast du aus deinen 100 Euro ohne weitere Einzahlungen bereits über 670 Euro gemacht. Nach 30 Jahren sind es sogar über 1.700 Euro. Das ist die Magie des exponentiellen Wachstums, die bei einem thesaurierenden ETF voll zum Tragen kommt.
Bei einem ausschüttenden ETF müsstest du die Dividenden selbst wieder anlegen, um diesen Effekt zu erzielen. Das bedeutet: Du müsstest regelmäßig aktiv werden, die Dividende auf dein Konto überweisen und dann neue Anteile kaufen. Das ist nicht nur lästig, sondern oft auch mit Gebühren verbunden. Der thesaurierende ETF macht das automatisch und in der Regel ohne zusätzliche Kosten. Dadurch bleibt deine Rendite über die Jahre hinweg konstant hoch.
Kosten und Steuern: Was du über die Effizienz wissen musst
Ein entscheidender Vorteil des thesaurierenden ETFs ist die Kosteneffizienz. Da die Erträge nicht auf dein Konto überwiesen werden, fallen auch keine Transaktionsgebühren für die Wiederanlage an. Du sparst dir also bares Geld, das sonst an deiner Rendite geknabbert hätte. Die laufenden Kosten des Fonds, die sogenannte TER, sind bei thesaurierenden und ausschüttenden ETFs in der Regel identisch.
Ein wichtiger Punkt ist die Steuer. In Deutschland gibt es eine Vorabpauschale. Das bedeutet, dass du auf die theoretischen Erträge deines thesaurierenden ETFs auch dann Steuern zahlst, wenn du dir das Geld nicht auszahlen lässt. Diese Vorabpauschale wird einmal im Jahr berechnet und ist an den Basiszinssatz gekoppelt. Sie ist in den letzten Jahren wieder gestiegen, bleibt aber in der Regel deutlich unter der tatsächlichen Rendite.
Der Vorteil der Vorabpauschale: Sie wird auf deine spätere Steuerschuld beim Verkauf angerechnet. Du zahlst also nicht doppelt Steuern, sondern nur früher. Zudem gibt es einen jährlichen Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro für Einzelpersonen. Solange deine Erträge unter diesem Betrag liegen, zahlst du gar keine Abgeltungssteuer. Du solltest also eine Nichtveranlagungsbescheinigung bei deiner Bank einreichen, um den Freibetrag voll auszuschöpfen.
Insgesamt ist der thesaurierende ETF steuerlich sehr attraktiv, weil du den Zinseszins-Effekt voll ausnutzt, bevor Steuern anfallen. Die Steuerlast wird aufgeschoben und du hast über die Jahre mehr Kapital im Markt, das für dich arbeiten kann. Das ist ein entscheidender Renditevorteil gegenüber anderen Anlageformen.
Worauf du bei der Auswahl achten solltest: Qualität vor Schnelligkeit
Nicht jeder thesaurierende ETF ist gleich gut. Du solltest bei der Auswahl auf einige wichtige Kriterien achten. Das erste ist die Breite der Streuung. Ein guter ETF bildet einen breiten Markt ab, zum Beispiel den MSCI World mit über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Je breiter die Streuung, desto geringer das Risiko, dass einzelne Firmen deine Rendite stark beeinträchtigen.
Ein weiteres Kriterium ist die Fondsgröße, das sogenannte Fondsvolumen. Ein ETF mit einem sehr großen Volumen ist in der Regel liquider, das heißt, du kannst ihn leichter kaufen und verkaufen. Zudem sind die Spreads, also die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis, bei großen Fonds meist geringer. Achte darauf, dass der Fonds ein Volumen von mehreren hundert Millionen Euro hat.
Die Kostenquote, die TER, ist ebenfalls wichtig. Sie liegt bei breiten Aktien-ETFs meist zwischen 0,2 und 0,5 Prozent pro Jahr. Das klingt wenig, macht aber über Jahrzehnte einen Unterschied. Achte darauf, dass die TER nicht zu hoch ist. Ein Unterschied von 0,2 Prozentpunkten kann bei einer Anlagesumme von 100.000 Euro über 30 Jahre mehrere tausend Euro ausmachen.
Zu guter Letzt solltest du auf die Replikationsmethode achten. Die meisten ETFs bilden ihren Index physisch ab, das heißt, sie kaufen die Aktien wirklich. Es gibt auch synthetische ETFs, die über Derivate nachbilden. Für Einsteiger sind physische ETFs in der Regel die bessere Wahl, da sie transparenter sind. Achte auf die Kennzeichnung 'physisch' oder 'voll replizierend' im Fondsnamen.
Typische Fehler vermeiden: So bleibt deine Rendite erhalten
Der häufigste Fehler, den Anleger machen, ist das Verkaufen bei Kurseinbrüchen. Wenn der Markt fällt, geraten viele in Panik und verkaufen ihre Anteile. Damit realisieren sie den Verlust und verpassen den anschließenden Aufschwung. Bei einem thesaurierenden ETF ist es besonders wichtig, langfristig investiert zu bleiben. Die automatische Wiederanlage kauft bei niedrigen Kursen sogar mehr Anteile, was deine Rendite langfristig steigert.
Ein weiterer Fehler ist das ständige Umschichten. Manche Anleger versuchen, den Markt zu timen und wechseln häufig zwischen verschiedenen ETFs. Das führt zu hohen Transaktionskosten und oft zu schlechteren Ergebnissen als eine einfache Buy-and-Hold-Strategie. Bleib bei deinem einmal gewählten ETF und überprüfe deine Anlage höchstens einmal im Jahr.
Auch das Vernachlässigen der Steuer ist ein Fehler. Viele Anleger reichen keine Freistellungsaufträge ein und zahlen unnötig Steuern auf ihre Erträge. Du solltest deinen Sparerpauschbetrag unbedingt bei deiner Bank hinterlegen. So bleiben deine ersten 1.000 Euro Rendite pro Jahr steuerfrei. Bei verheirateten Paaren sind es sogar 2.000 Euro.
Zu guter Letzt: Nicht zu viel auf einmal investieren. Wenn du eine große Summe zur Verfügung hast, solltest du sie nicht auf einen Schlag anlegen. Besser ist es, über mehrere Monate verteilt zu investieren, zum Beispiel mit einem Sparplan. So glättest du den Einstiegskurs und reduzierst das Risiko, genau zu einem Hochpunkt zu kaufen.
Dein Fahrplan: So startest du deinen ersten thesaurierenden ETF-Sparplan
Der Einstieg ist heute einfacher denn je. Du benötigst nur ein Depot bei einer Bank oder einem Online-Broker. Viele Neobroker bieten Depots kostenlos an und ermöglichen den Handel mit ETFs ohne Ordergebühren. Achte bei der Wahl des Anbieters auf die Kostenstruktur und die Benutzerfreundlichkeit der App. Ein guter Anbieter ist zum Beispiel Trade Republic, Scalable Capital oder die ING.
Nachdem du dein Depot eröffnet hast, richtest du einen Sparplan ein. Du legst fest, welchen Betrag du monatlich investieren möchtest. Das kann schon ab 25 Euro pro Monat losgehen. Du wählst einen thesaurierenden ETF aus, zum Beispiel auf den MSCI World oder den FTSE All-World. Diese Fonds sind breit gestreut und für Einsteiger ideal geeignet.
Wichtig ist, dass du einen Ausführungszeitpunkt wählst, der zu dir passt. Viele Sparpläne werden am ersten oder 15. des Monats ausgeführt. Du solltest sicherstellen, dass das Geld an diesem Tag auf deinem Verrechnungskonto ist. Ansonsten kann die Ausführung scheitern. Stelle am besten einen Dauerauftrag ein, der am Monatsanfang das Geld auf dein Konto überweist.
Und dann gilt: Geduld haben. Überprüfe dein Depot nicht täglich, sondern höchstens einmal im Quartal. Die Kurse schwanken, das ist normal. Wichtig ist, dass du deinen Sparplan über Jahre hinweg durchziehst. Erhöhe den Betrag, wenn sich dein Einkommen erhöht. Und denke daran: Der thesaurierende ETF rendite ist ein Marathon, kein Sprint. Dein zukünftiges Ich wird es dir danken.
Die häufigsten Fragen rund um den thesaurierenden ETF
Viele Anleger fragen sich, ob sie einen thesaurierenden oder einen ausschüttenden ETF wählen sollen. Die Antwort hängt von deiner Situation ab. Wenn du das Geld aus den Dividenden für den Lebensunterhalt benötigst, ist ein ausschüttender ETF sinnvoll. Wenn du langfristig Vermögen aufbauen möchtest, ist der thesaurierende ETF die bessere Wahl. Du kannst auch eine Mischung aus beiden nutzen.
Eine weitere Frage betrifft die Sicherheit. Ist ein thesaurierender ETF sicher? Keine Anlage ist zu 100 Prozent sicher, auch ETFs nicht. Aber durch die breite Streuung über viele Unternehmen und Länder ist das Risiko eines Totalverlustes äußerst gering. Historisch gesehen haben sich Aktienmärkte nach jedem Einbruch wieder erholt und neue Höchststände erreicht.
Viele fragen auch, ob man mit einem thesaurierenden ETF überhaupt eine gute Rendite erzielen kann. Ja, absolut. Die Rendite setzt sich aus der Kursentwicklung der Aktien und den reinvestierten Dividenden zusammen. Über lange Zeiträume von 15 bis 20 Jahren ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass du eine jährliche Rendite im einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich erzielst.
Zuletzt wird oft gefragt, ob man den thesaurierenden ETF auch als Einmalanlage kaufen kann. Ja, das ist möglich. Du kannst jederzeit einen größeren Betrag in einen thesaurierenden ETF investieren. Die Funktionsweise ist dieselbe wie beim Sparplan. Die Erträge werden automatisch reinvestiert, egal ob du monatlich oder einmalig investierst.
Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.
Häufige Fragen
Ein thesaurierender ETF legt die erhaltenen Dividenden automatisch wieder an. Ein ausschüttender ETF überweist die Dividenden auf dein Konto. Thesaurierend ist ideal für den langfristigen Vermögensaufbau, ausschüttend für ein regelmäßiges Einkommen.
Die Rendite ist nicht garantiert und hängt vom Markt ab. Historisch erzielten breite Aktien-ETFs eine durchschnittliche jährliche Rendite von etwa 6 bis 8 Prozent. Durch den Zinseszins-Effekt kann die tatsächliche Rendite über lange Zeiträume deutlich höher ausfallen.
Ja, in Deutschland fällt die Vorabpauschale an. Dabei werden die theoretischen Erträge jährlich besteuert. Diese Steuer wird aber auf die spätere Steuerschuld beim Verkauf angerechnet. Bis zum Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro bleibt die Rendite steuerfrei.
Ja, die meisten Anbieter ermöglichen Sparpläne ab 25 Euro pro Monat. Damit kannst du schon mit kleinen Beträgen vom Zinseszins profitieren. Wichtig ist, dass du regelmäßig und langfristig investierst.
Es gibt keinen objektiv besten ETF. Für Einsteiger sind breit gestreute Fonds auf den MSCI World oder den FTSE All-World empfehlenswert. Achte auf eine niedrige TER, ein hohes Fondsvolumen und eine physische Replikation.
Nein, das ist der häufigste Anfängerfehler. Bei einem Crash solltest du ruhig bleiben und weiter besparen. Du kaufst dann Anteile zu günstigeren Kursen, was deine Rendite langfristig steigert. Verkaufe nur, wenn du das Geld kurzfristig benötigst.
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