Small Cap ETF sinnvoll: Dein Einstieg in die Welt der kleinen Aktien
Du hast schon von ETFs gehört, aber fragst dich, ob Small Cap ETFs sinnvoll sind? Wir zeigen dir, was diese Fonds von großen unterscheidet, welche Chancen und Risiken du kennen musst und wie du sie clever in dein Depot einbaust.
Warum dich das Thema Small Cap ETF sinnvoll betrifft
Vielleicht hast du schon einmal davon gehört, dass man mit Aktien langfristig Vermögen aufbauen kann. Doch die Börse ist riesig, und neben den großen Konzernen wie Apple oder Siemens gibt es tausende kleinere Unternehmen. Diese sogenannten Small Caps, also Aktien kleiner Firmen, werden von vielen Anlegern übersehen. Dabei steckt in ihnen oft mehr Wachstumspotenzial als in den Platzhirschen.
Für dich als Anleger bedeutet das: Wer nur in große Unternehmen investiert, lässt einen Teil des Kuchens liegen. Historisch betrachtet haben Small Caps in vielen Zeiträumen besser abgeschnitten als große Aktien. Das liegt daran, dass kleine Firmen flexibler sind und schneller wachsen können. Allerdings ist das kein Selbstläufer, denn mit der höheren Chance geht auch ein höheres Risiko einher.
Die gute Nachricht ist: Du musst nicht einzelne kleine Aktien aussuchen, was sehr aufwendig und riskant wäre. Mit einem Small Cap ETF kaufst du einen Korb voller kleiner Unternehmen auf einen Schlag. Das ist einfach, günstig und streut dein Risiko. Genau deshalb ist die Frage, ob ein Small Cap ETF sinnvoll ist, für jeden relevant, der langfristig Geld anlegen möchte.
In diesem Ratgeber bekommst du das nötige Wissen, um diese Frage für dich selbst zu beantworten. Wir schauen uns an, was Small Caps genau sind, wie die ETFs funktionieren, was sie kosten und worauf du beim Kauf achten solltest. Am Ende weißt du, ob und wie du sie in deine persönliche Strategie einbaust.
Was sind Small Caps und wie unterscheiden sie sich von großen Aktien
Der Begriff Small Cap kommt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt kleine Kappe, was sich auf die Marktkapitalisierung bezieht. Das ist einfach der Gesamtwert einer Firma, berechnet aus Aktienkurs mal Anzahl der Aktien. Während ein Großkonzern wie SAP mehrere hundert Milliarden Euro wert ist, haben Small Caps meist einen Wert von wenigen hundert Millionen bis zu ein paar Milliarden Euro.
Es gibt keine einheitliche Grenze, aber in Europa gelten oft Unternehmen mit einem Börsenwert zwischen 150 Millionen und 2 Milliarden Euro als Small Caps. In den USA liegt die Grenze etwas höher. Wichtig ist, dass es sich um börsennotierte Firmen handelt, also um Aktien, die du über die Börse kaufen kannst. Diese Firmen sind oft in Nischenmärkten aktiv, etwa in der Biotechnologie, im Maschinenbau oder in speziellen Softwarelösungen.
Der entscheidende Unterschied zu den großen Werten liegt im Wachstum. Ein kleiner Mittelständler kann seinen Umsatz leichter verdoppeln als ein Weltkonzern, der schon fast jeden Markt erobert hat. Gleichzeitig sind Small Caps oft stärker von der Konjunktur abhängig. Geht es der Wirtschaft schlecht, leiden sie schneller, weil sie weniger Kapitalreserven haben.
Für dein Portfolio bedeutet das: Small Caps sind eine eigene Anlageklasse mit eigenen Regeln. Sie bewegen sich nicht immer im Gleichschritt mit den großen Aktien. Genau diese geringe Abhängigkeit macht sie für die Beimischung interessant. Wenn du also bereits einen ETF auf den Weltmarkt besitzt, der hauptsächlich große Firmen enthält, ergänzt ein Small Cap ETF dein Depot sinnvoll.
Wie ein Small Cap ETF funktioniert und was du genau kaufst
Ein ETF, das ist die Abkürzung für Exchange Traded Fund, ist ein börsengehandelter Indexfonds. Stell dir vor, du möchtest alle kleinen Unternehmen in Europa kaufen. Das wäre unmöglich, weil du hunderte Aktien einzeln kaufen müsstest. Ein ETF löst dieses Problem, indem er einen Index nachbildet, also einen Korb aus vielen Aktien. Du kaufst dann einen einzigen Anteil an diesem Korb.
Der Index, den ein Small Cap ETF abbildet, enthält typischerweise hunderte oder sogar tausende kleine Unternehmen. Ein bekannter Index ist der MSCI World Small Cap, der die kleinen Firmen der Industrieländer umfasst. Wenn du diesen ETF kaufst, besitzt du also winzige Bruchstücke von vielen verschiedenen Firmen auf der ganzen Welt. Das ist maximale Streuung mit einem einzigen Kauf.
Der große Vorteil ist die Einfachheit. Du musst keine einzelnen Firmen analysieren, keine Bilanzen lesen und kein Branchenwissen haben. Der ETF erledigt das für dich, indem er alle Firmen im Index automatisch gewichtet. Fällt eine Firma aus dem Index, weil sie zu groß wird oder pleitegeht, wird sie durch eine andere ersetzt. Du musst dich um nichts kümmern.
Wichtig zu verstehen ist, dass du mit einem Small Cap ETF nicht auf ein einzelnes Unternehmen setzt, sondern auf die gesamte Gruppe der kleinen Firmen. Das senkt das Risiko, dass ein Totalausfall dein ganzes Depot zerstört. Gleichzeitig profitierst du vom Wachstum der erfolgreichen Firmen, die im Index enthalten sind. So funktioniert passives Investieren: Du setzt auf die breite Masse, nicht auf den Einzelfall.
Kosten und Gebühren: Was ein Small Cap ETF wirklich verlangt
Bevor du Geld in einen Small Cap ETF steckst, solltest du die Kosten kennen. Wie bei allen ETFs gibt es eine laufende Gebühr, die sogenannte Total Expense Ratio, kurz TER. Diese wird jährlich vom Fondsvermögen abgezogen und deckt Verwaltung, Indexlizenz und andere Betriebskosten ab. Bei Small Cap ETFs liegt die TER meist etwas höher als bei ETFs auf große Aktien, weil die Verwaltung aufwendiger ist.
Der Unterschied in der TER ist aber oft nur ein Bruchteil eines Prozents. Wenn ein Standard-ETF 0,20 Prozent kostet, kann ein Small Cap ETF bei 0,35 Prozent liegen. Auf 10.000 Euro Anlagesumme macht das pro Jahr gerade einmal 15 Euro Unterschied. Diese Zahl ist nicht in Stein gemeißelt, aber die Tendenz ist klar: Du zahlst einen kleinen Aufpreis für die speziellere Anlageklasse.
Neben der TER gibt es noch die Handelskosten, die beim Kauf und Verkauf anfallen. Diese hängen von deinem Broker ab und nicht vom ETF selbst. Du solltest darauf achten, dass dein Broker den gewünschten Small Cap ETF überhaupt anbietet und zu welchem Preis. Manche Neobroker bieten sogar kostenlose Sparpläne auf bestimmte ETFs an, was die Kosten weiter senkt.
Ein weiterer Kostenpunkt ist der Spread, also die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis. Bei Small Cap ETFs kann dieser etwas größer sein als bei sehr liquiden Standard-ETFs, weil weniger gehandelt wird. Für dich bedeutet das: Kaufe nicht zu kleinen Beträgen, sondern bündle deine Käufe, um die relativen Kosten niedrig zu halten. Insgesamt sind die Kosten aber überschaubar und stehen in keinem Verhältnis zu den Chancen.
Worauf du beim Kauf eines Small Cap ETFs achten solltest
Nicht jeder Small Cap ETF ist gleich. Der wichtigste Unterschied liegt im Index, der abgebildet wird. Es gibt Indizes für Europa, für die USA oder für die ganze Welt. Ein Welt-Index ist am breitesten gestreut und daher für die meisten Anleger die beste Wahl. Ein Europa-Index ist günstiger, aber weniger diversifiziert. Überlege dir also zuerst, welche Region du abdecken möchtest.
Achte außerdem auf das Fondsvolumen. Ein ETF mit einem sehr kleinen Volumen kann Probleme haben, wenn viele Anleger gleichzeitig verkaufen wollen. Das kann zu höheren Spreads führen. Als Faustregel gilt: Wähle einen ETF, der schon einige Jahre existiert und ein gewisses Volumen angesammelt hat. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass der Fonds stabil bleibt.
Ein weiteres Kriterium ist die Replikationsmethode. Die meisten ETFs bilden ihren Index physisch ab, das heißt, sie kaufen die echten Aktien. Manche nutzen auch synthetische Methoden mit Swaps. Für dich als Anleger ist die physische Replikation meist einfacher zu verstehen und birgt kein Kontrahentenrisiko. Du solltest also prüfen, ob der ETF die Aktien wirklich besitzt.
Schließlich solltest du auf die Währung achten. Viele Small Cap ETFs werden in Euro gehandelt, auch wenn die Aktien in Dollar notieren. Das ist praktisch, weil du kein Währungsrisiko beim Kauf hast. Allerdings kann die Währungsschwankung trotzdem die Rendite beeinflussen. Für den Einstieg ist ein ETF in Euro aber völlig ausreichend und am unkompliziertesten.
Typische Fehler, die du bei Small Cap ETFs unbedingt vermeiden solltest
Der erste Fehler ist, alles auf eine Karte zu setzen. Manche Anleger entdecken die attraktiven Renditen von Small Caps und investieren dann ihr ganzes Geld in einen solchen ETF. Das ist gefährlich, weil die Kurse stark schwanken können. Wenn du nur Small Caps besitzt, leidest du in wirtschaftlich schwachen Zeiten doppelt. Besser ist es, sie als Beimischung zu einem breiten Weltportfolio zu nutzen.
Ein zweiter Fehler ist das ständige Umschichten. Weil Small Cap ETFs stärker schwanken, neigen Anleger dazu, bei Kursverlusten zu verkaufen und bei Gewinnen zu kaufen. Das ist genau falsch. Du solltest einen langfristigen Plan haben und dabei bleiben. Wer regelmäßig per Sparplan kauft, profitiert vom Durchschnittskosteneffekt und muss sich nicht um den richtigen Zeitpunkt kümmern.
Der dritte Fehler ist die falsche Erwartungshaltung. Small Caps sind keine Wunderwaffe, die jedes Jahr den Markt schlägt. Es gibt Phasen, in denen große Aktien besser laufen. Wenn du enttäuscht bist, weil dein Small Cap ETF mal hinterherhinkt, solltest du nicht sofort verkaufen. Historisch gesehen haben sich die Phasen ausgeglichen, aber das braucht Geduld.
Ein vierter Fehler ist das Ignorieren der Kosten. Auch wenn die TER nur minimal höher ist, summieren sich die Gebühren über viele Jahre. Vergleiche daher die verschiedenen ETFs auf dem Markt und wähle nicht blind den ersten, den du findest. Ein Blick auf die Kosten kann langfristig einige hundert Euro ausmachen. Nimm dir also die Zeit für einen sorgfältigen Vergleich.
Dein konkreter Fahrplan: So startest du mit Small Cap ETFs
Bevor du überhaupt einen Small Cap ETF kaufst, solltest du dein Basis-Depot aufbauen. Das bedeutet: Investiere zuerst in einen breiten Welt-ETF, der die großen Unternehmen abdeckt. Dieser bildet das Fundament deiner Geldanlage. Erst wenn du dort regelmäßig Geld anlegst und dich wohlfühlst, kannst du über eine Ergänzung mit Small Caps nachdenken.
Der nächste Schritt ist die Wahl des richtigen ETFs. Suche nach einem Produkt auf den MSCI World Small Cap oder einen ähnlichen Index. Achte auf ein ausreichendes Fondsvolumen, eine niedrige TER und die physische Replikation. Du kannst Vergleichsportale nutzen, um die Konditionen zu prüfen. Notiere dir zwei oder drei Kandidaten, die für dich in Frage kommen.
Dann eröffnest du ein Depot bei einem Broker deiner Wahl, falls du noch keins hast. Viele Online-Broker bieten die Möglichkeit, einen Sparplan einzurichten. Damit legst du automatisch jeden Monat einen festen Betrag in den Small Cap ETF an. Das ist bequem und diszipliniert. Du musst dich nicht um den Kurs kümmern, sondern kaufst regelmäßig zu unterschiedlichen Preisen.
Wie viel du investieren solltest, hängt von deiner persönlichen Situation ab. Als Faustregel gilt: Small Caps sollten nicht mehr als 10 bis 20 Prozent deines Aktienportfolios ausmachen. Wenn du also 500 Euro im Monat sparst, wären 50 bis 100 Euro für den Small Cap ETF angemessen. Wichtig ist, dass du langfristig dabei bleibst und nicht bei der ersten Krise aussteigst.
Für wen ist ein Small Cap ETF sinnvoll und für wen nicht
Ein Small Cap ETF ist sinnvoll, wenn du bereits ein solides Fundament an breiten ETFs hast und deine Renditechancen erhöhen möchtest. Du solltest einen langen Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren haben und Kursschwankungen aushalten können. Wenn du bereit bist, dich mit den Besonderheiten kleiner Aktien auseinanderzusetzen, kannst du von ihrem Wachstum profitieren.
Für Anleger, die noch ganz am Anfang stehen und nur wenig Geld zur Verfügung haben, ist ein Small Cap ETF weniger geeignet. Zuerst solltest du einen einfachen Welt-ETF besparen, bis du ein Gefühl für die Börse entwickelt hast. Auch wer kurz vor der Rente steht oder das Geld in wenigen Jahren benötigt, sollte auf Small Caps verzichten, weil das Risiko zu hoch ist.
Auch wenn du sehr risikoscheu bist, ist ein Small Cap ETF nichts für dich. Die Kurse können innerhalb weniger Monate um 30 Prozent oder mehr fallen. Wenn du dann nachts nicht schlafen kannst, ist das ein Zeichen, dass die Anlage nicht zu deinem Profil passt. Es gibt genügend andere Möglichkeiten, dein Geld anzulegen, die weniger schwanken.
Letztlich ist die Entscheidung sehr individuell. Der Small Cap ETF ist kein Muss, sondern eine Option für fortgeschrittene Anleger. Wenn du die Grundlagen verstanden hast und dich mit den Risiken wohlfühlst, spricht nichts dagegen, einen kleinen Teil deines Vermögens in diese spannende Anlageklasse zu stecken. Wichtig ist, dass du die Entscheidung bewusst und informiert triffst.
Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.
Häufige Fragen
Ein normaler ETF bildet meist einen Index mit großen Unternehmen ab, wie den DAX oder den MSCI World. Ein Small Cap ETF fokussiert sich auf kleine Unternehmen mit geringerer Marktkapitalisierung. Diese haben oft höheres Wachstumspotenzial, aber auch höhere Schwankungen.
Als Faustregel gilt, Small Caps nur als Beimischung zu nutzen. Ein Anteil von 10 bis 20 Prozent deines Aktienportfolios ist eine sinnvolle Größe. So profitierst du von den Chancen, ohne das Gesamtrisiko zu stark zu erhöhen.
Ja, das Risiko ist tendenziell höher. Kleine Unternehmen sind anfälliger für Konjunkturschwankungen und haben weniger finanzielle Reserven. Die Kurse können stärker fallen, aber auch stärker steigen. Langfristig haben sich Small Caps aber oft gut entwickelt.
Ja, die meisten Online-Broker bieten Sparpläne auf Small Cap ETFs an. Das ist eine bequeme Möglichkeit, regelmäßig zu investieren und vom Durchschnittskosteneffekt zu profitieren. Du musst nur einen festen Betrag und den gewünschten ETF auswählen.
Achte auf einen ETF, der einen breiten Index wie den MSCI World Small Cap abbildet. Prüfe die Kosten, das Fondsvolumen und die Replikationsmethode. Ein physisch replizierender ETF mit niedriger Gebühr und ausreichendem Volumen ist für die meisten Anleger die beste Wahl.
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