Ratgeber · Investieren
Small-Cap-ETFs: So findest du den besten ETF auf Nebenwerte
Small-Cap-ETFs setzen auf kleinere Unternehmen, die langfristig eine höhere Rendite als Large-Caps erzielen können. Für dein Depot lohnt sich ein genauer Blick auf Kosten, Fondsgröße und die Zusammensetzung des Index.
11 Kapitel · 12 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Small-Caps sind kleinere börsennotierte Unternehmen, die anhand der Marktkapitalisierung eingeteilt werden.
- Die Gesamtkostenquote (TER) für globale Small-Cap-ETFs liegt zwischen 0,20 und 0,45 Prozent pro Jahr.
- Ein Anlagehorizont von mindestens 10 bis 15 Jahren ist für Small-Cap-ETFs sinnvoll.
- Thesaurierende ETFs reinvestieren Erträge automatisch und eignen sich für langfristigen Vermögensaufbau.
01 · Grundlagen
Was sind Small-Caps und wie unterscheiden sie sich von Large-Caps?
Die Einteilung von Aktien in Größenklassen hilft dir, das Risiko und die Renditechancen eines Unternehmens besser einzuordnen.
Die Marktkapitalisierung entscheidet, ob ein Unternehmen als Small-Cap oder Large-Cap gilt. Sie berechnet sich aus dem Gesamtwert aller frei handelbaren Aktien eines Unternehmens an der Börse. Indexanbieter wie MSCI zählen die untersten 14 Prozent der börsennotierten Unternehmen zu den Small-Caps.
Small-Caps werden auch als Nebenwerte bezeichnet. Sie sind oft nicht in Standardindizes wie dem MSCI World enthalten, der sich auf große und mittelgroße Unternehmen konzentriert. Für dich bedeutet das: Mit einem reinen Welt-ETF investierst du an diesen kleineren Firmen vorbei.
Die untersten 14 Prozent der börsennotierten Unternehmen gelten bei MSCI als Small-Caps.
Kurz erklärt
Small-Caps
Small-Caps sind Aktien von Unternehmen mit geringer Marktkapitalisierung. Die Marktkapitalisierung ist der Gesamtwert aller frei handelbaren Aktien eines Unternehmens an der Börse. Indexanbieter wie MSCI zählen die untersten 14 Prozent der börsennotierten Unternehmen zu den Small-Caps.
Small-Caps werden auch als Nebenwerte bezeichnet und sind oft nicht in Standardindizes wie dem MSCI World enthalten.
02 · Vergleich
Small-Caps, Mid-Caps und Large-Caps im Vergleich
Die Größenklassen unterscheiden sich in Marktkapitalisierung, Risiko und typischen Eigenschaften der enthaltenen Unternehmen.
Die Größenklassen unterscheiden sich in ihrer Marktkapitalisierung, ihrem Risiko und ihrem typischen Renditepotenzial. Large-Caps sind etablierte Großkonzerne mit geringeren Schwankungen, während Small-Caps als Nebenwerte ein höheres Risiko und historisch ein höheres Renditepotenzial aufweisen. Mid-Caps liegen zwischen diesen beiden Polen.
Die Size-Prämie beschreibt den historischen Renditevorteil kleinerer Unternehmen. Dieser Vorteil gilt als Ausgleich für das höhere Risiko, das du mit Small-Caps eingehst. In wirtschaftlichen Erholungsphasen können Small-Caps den breiten Markt schlagen, in Krisen aber auch stärker fallen.
- Small-Caps haben eine geringe Marktkapitalisierung und gelten als Nebenwerte mit höherem Risiko und historisch höherem Renditepotenzial.
- Large-Caps sind große, etablierte Unternehmen mit geringerem Risiko und historisch niedrigerem Renditepotenzial.
- Mid-Caps liegen bei Marktkapitalisierung, Risiko und Renditepotenzial zwischen Small-Caps und Large-Caps.
| Small-Caps | Mid-Caps | Large-Caps | |
|---|---|---|---|
| Marktkapitalisierung | |||
| Risiko | |||
| Renditepotenzial | |||
| Bekanntheit |
03 · Hintergrund
Warum du Small-Caps zur Diversifikation nutzen kannst
Ein Investment in Small-Caps erweitert dein Portfolio um Unternehmen, die in klassischen Welt-ETFs kaum oder gar nicht vorkommen.
Standardindizes wie der MSCI World bilden überwiegend Large-Caps und Mid-Caps ab. Small-Caps fehlen dort oft vollständig. Mit einem Small-Cap-ETF ergänzt du dein Portfolio um tausende kleinere Unternehmen aus verschiedenen Branchen und Ländern.
Diese Beimischung erhöht die Streuung deines Depots. Da sich Small-Caps in manchen Marktphasen anders entwickeln als Large-Caps, kann das die Schwankungen deines Gesamtdepots beeinflussen. In wirtschaftlichen Erholungsphasen können Small-Caps den breiten Markt schlagen, in Krisen aber auch stärker fallen.
Eine Beimischung von Small-Caps erweitert dein Portfolio um Unternehmen, die in klassischen Welt-ETFs fehlen.
Standardindizes wie der MSCI World bilden überwiegend Large-Caps und Mid-Caps ab. Small-Caps fehlen dort oft vollständig. Mit einem Small-Cap-ETF ergänzt du dein Portfolio um tausende kleinere Unternehmen aus verschiedenen Branchen und Ländern.
Diese Beimischung erhöht die Streuung deines Depots. Da sich Small-Caps in manchen Marktphasen anders entwickeln als Large-Caps, kann das die Schwankungen deines Gesamtdepots beeinflussen. In wirtschaftlichen Erholungsphasen können Small-Caps den breiten Markt schlagen, in Krisen aber auch stärker fallen.
04 · Grundlagen
MSCI World Small-Cap: Der wichtigste Index für Nebenwerte
Der MSCI World Small-Cap-Index ist der meistgenutzte Index für globale Nebenwerte aus Industrieländern.
Der MSCI World Small-Cap-Index bildet kleine Unternehmen aus 23 Industrieländern ab. Er umfasst die untersten 14 Prozent der frei handelbaren Marktkapitalisierung im MSCI World Anlageuniversum. Der Index enthält mehrere tausend Aktien und wird von verschiedenen ETF-Anbietern abgebildet.
ETFs auf den MSCI World Small-Cap haben Fondsgrößen von mehreren Milliarden Euro und gehören zu den liquidesten Small-Cap-Produkten. Der iShares MSCI World Small-Cap-UCITS ETF ist mit einem Fondsvolumen von 7.764 Millionen Euro der größte seiner Klasse. Auch State Street bietet mit dem SPDR MSCI World Small-Cap-UCITS ETF ein Produkt mit über 1.700 Millionen Euro Volumen an.
Der MSCI World Small-Cap-Index ist der meistgenutzte Index für globale Nebenwerte aus Industrieländern.
Kurz erklärt
MSCI World Small-Cap
Der MSCI World Small-Cap-Index bildet kleine Unternehmen aus 23 Industrieländern ab. Er umfasst die untersten 14 Prozent der frei handelbaren Marktkapitalisierung im MSCI World Anlageuniversum. Der Index enthält mehrere tausend Aktien und wird von verschiedenen ETF-Anbietern abgebildet.
ETFs auf den MSCI World Small-Cap haben Fondsgrößen von mehreren Milliarden Euro und gehören zu den liquidesten Small-Cap-Produkten.
05 · Kosten
Die Gesamtkostenquote (TER) bei Small-Cap-ETFs
Die laufenden Kosten eines ETF werden als Gesamtkostenquote (TER) ausgewiesen und mindern deine Rendite direkt.
Die Gesamtkostenquote, kurz TER, wird jährlich vom Fondsvermögen abgezogen und mindert deine Rendite direkt. Bei globalen Small-Cap-ETFs liegt die Spanne typischerweise zwischen 0,20 und 0,45 Prozent pro Jahr. Günstige Produkte wie der UBS MSCI World Small-Cap-UCITS ETF kommen auf 0,20 Prozent, während der iShares MSCI World Small-Cap-UCITS ETF 0,35 Prozent kostet.
Bei langen Anlagezeiträumen wirken sich bereits kleine Kostenunterschiede deutlich auf dein Endvermögen aus. Ein Unterschied von 0,15 Prozentpunkten pro Jahr summiert sich über 15 Jahre zu einer spürbaren Summe. Achte daher bei der Auswahl besonders auf die TER.
Die jährliche Gesamtkostenquote bei globalen Small-Cap-ETFs liegt zwischen 0,20 und 0,45 Prozent.
Typische TER-Spanne bei globalen Small-Cap-ETFs
06 · Vergleich
Thesaurierend oder ausschüttend: Welche Ertragsverwendung passt zu dir?
Small-Cap-ETFs gibt es in beiden Varianten. Deine Wahl hängt von deiner Anlagestrategie und deinem Steuerfreibetrag ab.
Bei thesaurierenden ETFs werden Erträge automatisch reinvestiert. Das ist für den langfristigen Vermögensaufbau praktisch, weil du dich um nichts kümmern musst. Ausschüttende ETFs zahlen Erträge regelmäßig aus, was du für regelmäßige Einkünfte oder zur gezielten Nutzung deines Sparer-Pauschbetrags verwenden kannst.
Der Sparer-Pauschbetrag liegt bei 1000 EUR pro Person und Jahr. Zusammenveranlagte Ehepaare haben 2000 EUR pro Jahr. Liegen deine Kapitalerträge unter diesem Betrag, zahlst du keine Steuern darauf. Bei thesaurierenden ETFs kann stattdessen eine Vorabpauschale anfallen.
Der Sparer-Pauschbetrag liegt bei 1000 EUR pro Person und Jahr, für Ehepaare bei 2000 EUR.
| Thesaurierend | Ausschüttend | |
|---|---|---|
| Erträge | Werden automatisch reinvestiert | Werden regelmäßig ausgezahlt |
07 · Schritt für Schritt
ETF-Sparplan-Vergleich: So besparst du Small-Cap-ETFs regelmäßig
Ein ETF-Sparplan ermöglicht dir den regelmäßigen Kauf von Small-Cap-ETFs mit kleinen Beträgen.
Viele Anbieter bieten ETF-Sparpläne bereits ab 25 EUR monatlich an. Übliche Sparraten liegen zwischen 25 und 500 EUR.
Für die Einrichtung wählst du zuerst ein Depot aus, das Small-Cap-ETFs als Sparplan anbietet und geringe Ordergebühren hat. Danach legst du den gewünschten ETF fest, zum Beispiel auf den MSCI World Small-Cap-Index. Abschließend bestimmst du deine monatliche Sparrate und den Ausführungstermin.
- Vergleiche Depots anhand der Sparplan-Kosten und der verfügbaren ETF-Auswahl.
- Wähle einen Small-Cap-ETF mit niedriger TER und ausreichender Fondsgröße.
- Lege eine monatliche Sparrate fest, die zu deinem Budget passt.
- Richte den Sparplan mit der gewünschten Rate und dem Ausführungstermin ein.
Depot auswählen
Vergleiche Depots anhand der Sparplan-Kosten und der verfügbaren ETF-Auswahl. Viele Anbieter bieten ETF-Sparpläne ab 25 EUR monatlich an.
Small-Cap-ETF festlegen
Wähle einen ETF auf den MSCI World Small-Cap oder einen anderen Small-Cap-Index. Achte auf TER, Fondsgröße und Replikationsmethode.
Sparrate bestimmen
Lege eine monatliche Sparrate fest, die zu deinem Budget passt. Übliche Sparraten liegen zwischen 25 und 500 EUR.
Sparplan einrichten
Richte den Sparplan mit der gewünschten Rate und dem Ausführungstermin ein. Die Käufe erfolgen dann automatisch.
08 · Checkliste
Worauf du bei der Auswahl des besten Small-Cap-ETF achten solltest
Neben der Performance entscheiden vor allem Fondsgröße, Kosten und Indexmethodik über die Qualität eines ETF.
Ein Fondsvolumen von mehr als 100 Millionen Euro gilt als solide Basis für ein langfristiges Investment. Die TER sollte für Standard-Small-Cap-ETFs unter 0,35 Prozent pro Jahr liegen.
Die Replikationsmethode ist bei Small-Caps oft optimiertes Sampling, da eine vollständige Abbildung tausender kleiner Aktien teuer wäre. Irland ist als Fondsdomizil für UCITS-ETFs üblich und steuerlich vorteilhaft. Achte außerdem darauf, ob der ETF thesaurierend oder ausschüttend ist.
- Fondsgröße: ETFs mit mehr als 100 Millionen Euro Fondsvolumen sind meist liquide und kosteneffizient.
- TER: Achte auf eine Gesamtkostenquote unter 0,35 Prozent pro Jahr für Standard-Small-Cap-ETFs.
- Replikationsmethode: Physische Replikation mit optimiertem Sampling ist bei Small-Caps üblich und effizient.
- Indexanbieter: MSCI und FTSE sind etablierte Anbieter mit transparenten Regeln für die Small-Cap-Abgrenzung.
- Ertragsverwendung: Wähle thesaurierend für langfristigen Vermögensaufbau ohne manuelles Eingreifen.
- Fondsdomizil: Irland ist als Domizil für UCITS-ETFs üblich und steuerlich vorteilhaft.
Kriterien für die ETF-Auswahl
Fondsgröße: ETFs mit mehr als 100 Mio. EUR Fondsvolumen sind meist liquide und kosteneffizient.
TER: Die jährliche Gesamtkostenquote für Small-Cap-ETFs liegt je nach Anbieter zwischen 0,20 und 0,85 Prozent.
Replikationsmethode: Physische Replikation mit optimiertem Sampling ist bei Small-Caps üblich und effizient.
Indexanbieter: MSCI und FTSE sind etablierte Anbieter mit transparenten Regeln für die Small-Cap-Abgrenzung.
Ertragsverwendung: Wähle thesaurierend für langfristigen Vermögensaufbau ohne manuelles Eingreifen.
Fondsdomizil: Irland ist als Domizil für UCITS-ETFs steuerlich vorteilhaft für deutsche Anleger.
09 · Fehler vermeiden
Typische Fehler beim Investieren in Small-Cap-ETFs
Diese Fehler können deine Rendite schmälern oder dein Risiko unnötig erhöhen.
Ein zu kurzer Anlagehorizont ist einer der häufigsten Fehler. Small-Caps können über Jahre schlechter laufen als Large-Caps. Plane deshalb mindestens 10 bis 15 Jahre ein, wenn du in diese Anlageklasse investierst.
Eine zu hohe Gewichtung im Depot erhöht dein Risiko stark. Eine Beimischung von 10 bis 20 Prozent des Aktienanteils ist üblich. Verwechsle außerdem breite Small-Cap-ETFs nicht mit Themen-ETFs wie Green Tech oder Uranium Miners, die höhere Risiken haben und keine breite Streuung bieten.
Plane für Small-Cap-ETFs einen Anlagehorizont von mindestens 10 bis 15 Jahren ein.
Häufige Fehler
10 · Was gilt
Steuern auf Small-Cap-ETFs: Das gilt für deine Erträge
Für Aktien-ETFs gelten in Deutschland besondere Steuerregeln, die deine Nettorendite beeinflussen.
Für Aktien-ETFs wie Small-Cap-ETFs gilt in Deutschland die Abgeltungsteuer von 25 Prozent auf Erträge. Zusätzlich fällt der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Abgeltungsteuer an. Dank der Teilfreistellung von 30 Prozent für Aktienfonds sind 30 Prozent deiner Erträge steuerfrei.
Der Sparer-Pauschbetrag von 1000 EUR pro Person und Jahr bleibt ebenfalls steuerfrei. Zusammenveranlagte Ehepaare haben 2000 EUR pro Jahr. Liegen deine Kapitalerträge unter diesem Betrag, zahlst du keine Steuern darauf. Eine vollständige Steuerfreiheit der Erträge gibt es für Aktien-ETFs nicht.
Für Aktien-ETFs gilt eine Teilfreistellung von 30 Prozent, die deine Steuerlast spürbar senkt.
Sparer-Pauschbetrag von 1000 EUR pro Person und Jahr
Gilt nicht
11 · Hintergrund
Der Size-Faktor: Warum kleine Unternehmen langfristig besser abschneiden können
Der Size-Faktor ist eine wissenschaftlich dokumentierte Renditequelle, die Small-Caps für fortgeschrittene Anleger interessant macht.
Der Size-Faktor beschreibt die Beobachtung, dass kleinere Unternehmen historisch langfristig eine höhere Rendite erzielt haben als große Konzerne. Diese Mehrrendite wird als Size-Prämie bezeichnet. Sie ist die Belohnung für das Tragen höherer Risiken.
Kleinere Unternehmen sind konjunktursensibler und finanziell oft weniger robust aufgestellt als etablierte Großkonzerne. In Krisen und Rezessionen stürzen Small-Caps oft tiefer ab als der Gesamtmarkt. Für dich bedeutet das: Ein Investment in Small-Cap-ETFs eignet sich nur, wenn du ausgeprägte Schwankungen und teils jahrelange Phasen der Underperformance aushalten kannst.
Die Size-Prämie ist kein Selbstläufer, sondern die Belohnung für das Tragen höherer Risiken.
Der Size-Faktor beschreibt die Beobachtung, dass kleinere Unternehmen historisch langfristig eine höhere Rendite erzielt haben als große Konzerne. Diese Mehrrendite wird als Size-Prämie bezeichnet.
Die Size-Prämie ist kein Selbstläufer. Sie ist die Belohnung für das Tragen höherer Risiken. Kleinere Unternehmen sind konjunktursensibler und finanziell oft weniger robust aufgestellt als etablierte Großkonzerne. In Krisen und Rezessionen stürzen Small-Caps oft tiefer ab als der Gesamtmarkt.
Für dich bedeutet das: Ein Investment in Small-Cap-ETFs eignet sich nur, wenn du ausgeprägte Schwankungen und teils jahrelange Phasen der Underperformance aushalten kannst.
Häufige Fragen
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