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Rohstoffrisiko: So abhängig ist deine Industrie von kritischen Rohstoffen

Rohstoffrisiken beschreiben die Gefahr von Lieferunterbrechungen oder Preissprüngen bei Rohstoffen, die für die Industrie unverzichtbar sind. Für Deutschland und Europa ist dabei vor allem die hohe Importabhängigkeit von wenigen Lieferländern ein zentrales Problem.

10 Kapitel · 12 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • 31 von 54 untersuchten Rohstoffen gelten aktuell als kritisch.
  • China dominiert Förderung, Verarbeitung und Handel vieler mineralischer Rohstoffe.
  • Das höchste Risiko weist Antimon auf, gefolgt von Kobalt.
  • Rohstoffrisiken betreffen Zukunftstechnologien wie Batterien, Windkraft und Verteidigung.

01 · Grundlagen

Was bedeutet Rohstoffrisiko?

Der Begriff Rohstoffrisiko fasst alle Faktoren zusammen, die eine stabile Versorgung der Industrie mit Rohstoffen gefährden können. Dazu zählen geopolitische Spannungen, Exportkontrollen und eine starke Konzentration der Förderung auf wenige Länder.

Für dich als Studierende oder Student wird das Thema Rohstoffrisiko dann konkret, wenn du verstehst, dass es sich nicht um ein abstraktes Problem der Industrie handelt. Es beschreibt die Gefahr, dass Lieferketten für Materialien unterbrochen werden, die in fast jedem technischen Gerät, Fahrzeug oder Energiesystem stecken. Die Bewertung erfolgt dabei über messbare Faktoren wie die Konzentration der Förderung auf wenige Länder und das politische Risiko in diesen Regionen.

Ein zentraler Punkt ist die Unterscheidung zwischen geologischer Verfügbarkeit und tatsächlicher Versorgungssicherheit. Ein Rohstoff kann in der Erdkruste ausreichend vorhanden sein, aber durch die Marktmacht eines einzelnen Verarbeitungslandes trotzdem zum Engpass werden. Über 40 Prozent der untersuchten Bergwerks-, Raffinade- und Handelsprodukte weisen hohe potenzielle Beschaffungsrisiken auf.

Für Deutschland und Europa bedeutet das konkret: Die Versorgung beruht auf einem möglichst störungsfreien internationalen Austausch. Wird dieser Austausch durch geopolitische Spannungen oder erratische Zollpolitik belastet, wirkt sich das direkt auf die Verfügbarkeit und die Preise von Vorprodukten aus.

Kurz erklärt

Rohstoffrisiko

Das Risiko einer Störung der Rohstoffversorgung durch geopolitische, wirtschaftliche oder strukturelle Faktoren wie Importabhängigkeit, Länderkonzentration oder Exportkontrollen.

Für Deutschland und Europa spielt bei vielen Rohstoffen die Importabhängigkeit eine wichtige Rolle, da die Versorgung auf einem möglichst störungsfreien internationalen Austausch beruht.

02 · Vergleich

Welche Rohstoffe sind aktuell besonders kritisch?

Der Rohstoff-Risiko-Index bewertet 54 Rohstoffe anhand von Faktoren wie Länderkonzentration, Länderrisiko und Bedeutung für Zukunftstechnologien. Ein Blick auf die Spitzenplätze zeigt, wo die Verwundbarkeit am größten ist.

Die Analyse der Versorgungslage zeigt, dass vor allem Metalle mit hoher Bedeutung für neue Technologien in der Hochrisikogruppe liegen. Von den 54 untersuchten Rohstoffen werden 31 als kritisch eingestuft. Bei 21 dieser Rohstoffe ist die Förderung stark auf wenige Länder konzentriert, was die Anfälligkeit für politische Eingriffe erhöht.

Das höchste Risiko im aktuellen Ranking weist Antimon auf. Dieser Rohstoff wird als Legierung in Batterien, in der chemischen Industrie und in der Glasindustrie eingesetzt. Die hohe Abbaukonzentration in politisch riskanten Ländern wie China und Russland sowie schwindende Vorräte und steigende Preise machen Antimon besonders verwundbar.

Auf dem zweiten Platz folgt Kobalt, das vor allem für die Batterieherstellung unverzichtbar ist. Beide Rohstoffe zeigen ein Muster: Sie sind für Zukunftstechnologien essenziell, ihre Förderung ist geografisch stark gebündelt und die politischen Rahmenbedingungen in den Hauptförderländern gelten als riskant.

Die zwei riskantesten Rohstoffe im Vergleich
AntimonKobalt
RisikorangPlatz 1Platz 2
HaupteinsatzgebietLegierungen für Batterien, chemische Industrie, GlasindustrieBatterieherstellung
HauptrisikofaktorHohe Abbaukonzentration in politisch riskanten Ländern wie China und Russland, schwindende Vorräte, steigende PreiseStarke Konzentration der Förderung auf wenige Länder

03 · Schritt für Schritt

Wie entsteht ein Rohstoffrisiko?

Rohstoffrisiken entstehen nicht nur durch geologische Knappheit. Entscheidend sind die Verarbeitung, die Marktmacht einzelner Länder und die politischen Rahmenbedingungen in den Förderregionen.

Ein Rohstoffrisiko entsteht selten durch einen einzelnen Faktor. Meist wirken mehrere Ebenen zusammen: die geografische Konzentration der Förderung, die politische Stabilität der Förderländer und die Kontrolle über Weiterverarbeitung und Handel. Die Förderung und Weiterverarbeitung vieler Rohstoffe ist auf sehr wenige Produzentenländer konzentriert, was diesen Ländern eine hohe Marktmacht verleiht.

Das politische und wirtschaftliche Risiko in den Produktionsländern wird mithilfe der Worldwide Governance Indicators der Weltbank berechnet. Politische Instabilität, schwache Rechtsstaatlichkeit oder strategische Industriepolitik erhöhen das Risiko für Abnehmer in Deutschland und Europa erheblich.

Hinzu kommen handelspolitische Instrumente wie Exportkontrollen oder Lizenzverzögerungen. Ein Beispiel sind Chinas Exportkontrollen für mittlere und schwere Seltene Erden, die im Frühsommer 2025 bei europäischen Automobilzulieferern zu Produktionsstopps führten. Nicht die geologische Knappheit war das Problem, sondern die Konzentration der Verarbeitung und Genehmigungsmacht in einem einzigen Land.

01

Angebotskonzentration

Die Förderung und Weiterverarbeitung vieler Rohstoffe ist auf sehr wenige Produzentenländer konzentriert. Diese Länder haben eine entsprechend hohe Marktmacht.

02

Politisches und wirtschaftliches Länderrisiko

Das Risiko in den Produktionsländern wird mithilfe der Worldwide Governance Indicators der Weltbank berechnet. Politische Instabilität oder strategische Industriepolitik erhöhen das Risiko.

03

Exportkontrollen und Handelshemmnisse

Staaten können Exportkontrollen einführen oder Handelshemmnisse errichten. Ein Beispiel sind Chinas Exportkontrollen für Seltene Erden, die europäische Produktionslinien stoppten.

04

Störung der Lieferkette

Fehlt ein unverzichtbarer Rohstoff oder ein Vorprodukt, können ganze Wertschöpfungsketten lahmgelegt werden. Das betrifft Automobilzulieferer ebenso wie die Verteidigungsindustrie.

04 · Was gilt

In welchen Fällen ist das Rohstoffrisiko besonders hoch?

Nicht jeder Rohstoff ist gleichermaßen riskant. Die Einstufung hängt von der Länderkonzentration, dem Länderrisiko und der Bedeutung für Zukunftstechnologien ab.

Das Risiko steigt, wenn mehrere ungünstige Faktoren gleichzeitig auftreten. Eine hohe Konzentration der Förderung auf wenige Länder ist dann besonders problematisch, wenn diese Länder politisch riskant sind oder eine strategische Industriepolitik verfolgen. Ebenso kritisch ist eine hohe Bedeutung des Rohstoffs für Zukunftstechnologien bei gleichzeitig geringer Substituierbarkeit.

Umgekehrt sinkt das Risiko, wenn die Förderung breit über viele Länder gestreut ist und stabile politische sowie rechtliche Rahmenbedingungen herrschen. Auch vorhandene Substitutionsmöglichkeiten und ein funktionierender internationaler Austausch ohne Handelshemmnisse wirken risikomindernd.

Für deine Einordnung als Studierende bedeutet das: Ein Rohstoff ist nicht allein deshalb riskant, weil er selten ist. Entscheidend ist, ob du ihn durch einen anderen Stoff ersetzen kannst und ob die Lieferkette von einem einzelnen Land kontrolliert wird.

Erhöht das Risiko

·Hohe Konzentration der Förderung auf wenige Länder
·Politisch riskante Produktionsländer wie China oder Russland
·Hohe Bedeutung für Zukunftstechnologien
·Gefahr strategischer Industriepolitik
·Geringe Substituierbarkeit des Rohstoffs

Verringert das Risiko

·Breit gestreute Förderung über viele Länder
·Stabile politische und rechtliche Rahmenbedingungen
·Geringe strategische Bedeutung
·Vorhandene Substitutionsmöglichkeiten
·Funktionierender internationaler Austausch ohne Handelshemmnisse

05 · Kosten

Wie hoch ist das Versorgungs­risiko aktuell?

Der Rohstoff-Risiko-Index misst das Versorgungsrisiko auf einer Skala. Der Durchschnittswert über alle untersuchten Rohstoffe zeigt, wie angespannt die Lage insgesamt ist.

Der Durchschnittswert über alle 54 untersuchten Rohstoffe liegt aktuell bei 14,7 Punkten. Im Vorjahr waren es 15,1 Punkte, das Risiko ist also leicht gesunken, bleibt aber auf hohem Niveau.

Diese leichte Entspannung sollte nicht überbewertet werden. Die zugrunde liegenden Produktionsdaten bilden die Zuspitzung des Handelskonflikts zwischen den USA und China im Laufe des Jahres 2025 noch nicht vollständig ab. Die tatsächliche Belastung der Lieferketten könnte also höher sein, als der Index derzeit anzeigt.

Für dich heißt das: Auch wenn einzelne Werte schwanken, bleibt die strukturelle Verwundbarkeit bestehen. Ein dauerhaft niedriges Risiko ist ohne grundlegende Änderungen bei Bezugsquellen und Verarbeitungskapazitäten nicht in Sicht.

Durchschnittliches Versorgungsrisiko im Rohstoff-Risiko-Index

Aktueller Wert14,7 Punkte
Vorjahr15,1 Punkte

06 · Hintergrund

Welche Rolle spielt China beim Rohstoffrisiko?

China dominiert bei vielen mineralischen Rohstoffen die gesamte Wertschöpfungskette von der Förderung über die Verarbeitung bis zum Handel. Diese Marktmacht birgt Risiken für internationale Lieferketten.

Im Jahr 2025 kamen 46,8 Prozent der mengenmäßigen EU-Importe Seltener Erden unmittelbar aus China. Weitere große Lieferanteile entfielen auf Russland und Malaysia. Diese Statistik unterschätzt jedoch die technologische Abhängigkeit, weil Rohstoffe und Zwischenprodukte häufig über Drittstaaten laufen, während zentrale Trenn-, Raffinations- und Magnetkapazitäten weiterhin in China konzentriert sind.

Die Folge ist eine doppelte Verwundbarkeit: Es droht nicht nur eine Unterbrechung bestehender Lieferungen. Dominante Anbieter können durch Preise, Skalenvorteile und integrierte Wertschöpfung auch verhindern, dass alternative Kapazitäten in Europa überhaupt entstehen.

China spielt eine dominierende Rolle, sowohl in der Förderung als auch bei der Weiterverarbeitung und im Handel mit vielen mineralischen Rohstoffen. Diese starke Marktmacht birgt Risiken für internationale Lieferketten, da Exportkontrollen oder Lizenzverzögerungen unmittelbar zu Engpässen führen können.

Im Jahr 2025 kamen 46,8 Prozent der mengenmäßigen EU-Importe Seltener Erden unmittelbar aus China. Weitere große Lieferanteile entfielen auf Russland und Malaysia. Diese Statistik unterschätzt jedoch die technologische Abhängigkeit, weil Rohstoffe und Zwischenprodukte häufig über Drittstaaten laufen, während zentrale Trenn-, Raffinations- und Magnetkapazitäten weiterhin in China konzentriert sind.

Besonders riskant ist die Abhängigkeit von China, weil hier zunehmend spezifische Exportkontrollen eingeführt werden. Diese wenden sich mitunter konkret gegen die Verwendung der Rohstoffe in Technologien der Verteidigungsindustrie.

07 · Checkliste

Welche Branchen sind vom Rohstoffrisiko betroffen?

Rohstoffrisiken treffen nicht nur die Rohstoffindustrie selbst. Sie wirken sich auf alle Branchen aus, die auf kritische Metalle und Mineralien angewiesen sind.

Besonders betroffen sind Branchen, deren Produkte kleine Mengen hochspezialisierter Funktionsmetalle benötigen, die technisch unverzichtbar sind.

Die Automobilindustrie und ihre Zulieferer sind ein zentrales Beispiel. Hochleistungsmagnete aus Seltenen Erden stecken in Elektromotoren, Sensoren und Lenksystemen. Als China im April 2025 Exportkontrollen für mehrere mittlere und schwere Seltene Erden einführte, meldete der europäische Zulieferverband CLEPA bereits zwei Monate später die Stilllegung mehrerer Produktionslinien und Werke.

Weitere betroffene Branchen sind:

  • Die Batterieherstellung ist auf Kobalt und Antimon angewiesen, deren Förderung stark konzentriert ist.
  • Die chemische Industrie und die Glasindustrie nutzen Antimon als Legierung und sind von den gleichen Lieferrisiken betroffen.
  • Die Verteidigungsindustrie benötigt ein breites Spektrum an Rohstoffen, darunter Seltene Erden und Aluminium, bei denen die Importabhängigkeit besonders hoch ist.
  • Windkraft, Robotik und Halbleiterindustrie sind auf Seltene Erden, Permanentmagnete sowie Indium, Gallium, Germanium und Tantal angewiesen.

Besonders betroffene Branchen

01

Automobilindustrie und Zulieferer (Hochleistungsmagnete, Batterierohstoffe)

02

Batterieherstellung (Kobalt, Antimon)

03

Chemische Industrie (Antimon als Legierung)

04

Glasindustrie (Antimon)

05

Verteidigungsindustrie (Seltene Erden, Aluminium)

06

Windkraft und Robotik (Seltene Erden, Permanentmagnete)

07

Halbleiterindustrie (Indium, Gallium, Germanium, Tantal)

08 · Fehler vermeiden

Welche Fehler solltest du im Umgang mit Rohstoffrisiken vermeiden?

Unternehmen und Politik haben in der Vergangenheit Rohstoffrisiken oft unterschätzt oder falsch eingeordnet. Diese typischen Fehler führen zu vermeidbaren Abhängigkeiten.

Ein häufiger Fehler ist, Rohstoffe nur als operatives Beschaffungsproblem zu behandeln. Kritische Materialien werden dann im Einkauf nach Preis und Verfügbarkeit verwaltet, statt sie als strategisches Risiko für das gesamte Geschäftsmodell zu bewerten. Diese Sichtweise unterschätzt die langfristigen Folgen von Lieferunterbrechungen.

Ebenso problematisch ist das Fehlen belastbarer Szenarioanalysen. Wer Exportstopps, politische Konflikte oder den Ausfall zentraler Verarbeitungsstufen nicht durchspielt, kann auf plötzliche Engpässe nicht angemessen reagieren. Risiken müssen entlang der gesamten Wertschöpfungskette bis zu Mine, Raffinerie und Vorprodukt zurückverfolgt werden.

Ein weiterer typischer Fehler ist die Annahme, dass geologische Verfügbarkeit ausreicht. Entscheidend sind jedoch die Verarbeitungskapazitäten und die Marktmacht dominanter Anbieter. Diese können durch Preise und Skalenvorteile verhindern, dass alternative Kapazitäten in Europa entstehen, wie das Beispiel der aufgegebenen europäischen Permanentmagnetfabrik von GKN Powder Metallurgy im Februar 2026 zeigt.

Typische Fehler im Umgang mit Rohstoffrisiken

·Rohstoffe nur als operatives Beschaffungsproblem behandeln statt als strategisches Risiko für das Geschäftsmodell
·Fehlende Szenarioanalysen zu Exportstopps, politischen Konflikten oder dem Ausfall zentraler Verarbeitungsstufen
·Risiken nicht entlang der gesamten Wertschöpfungskette bis zu Mine, Raffinerie und Vorprodukt zurückverfolgen
·Annahme, dass geologische Verfügbarkeit ausreicht, ohne Verarbeitungskapazitäten zu berücksichtigen
·Unterschätzung der Marktmacht dominanter Anbieter, die alternative Kapazitäten durch Preise und Skalenvorteile verhindern können

09 · Checkliste

Welche Strategien reduzieren das Rohstoffrisiko?

Gegen Rohstoffrisiken gibt es kein einfaches Patentrezept. Eine Kombination aus Diversifizierung, Effizienz und politischer Flankierung kann die Abhängigkeit jedoch verringern.

Die wichtigste Maßnahme ist die Diversifizierung der Bezugsquellen über mehrere Länder, um die Abhängigkeit von einzelnen Produzenten zu reduzieren.

Langfristige Lieferverträge mit verlässlichen Partnern schaffen Planungssicherheit. Gleichzeitig muss die Forschung an einem effizienteren Rohstoffeinsatz und an Substitutionsmöglichkeiten gefördert werden, damit kritische Materialien ersetzt oder sparsamer verwendet werden können. Der Aufbau von Recyclingkapazitäten für Sekundärrohstoffe verringert den Bedarf an Primärrohstoffen.

Auf politischer Ebene sind der Abbau von Handelshemmnissen und die Pflege guter Beziehungen zu rohstoffreichen Ländern zentral. Auch die bessere Nutzung inländischer Rohstoffvorkommen durch weitsichtige Landesplanung und Raumordnung kann einen Beitrag leisten. Deutschland verfügt über substanzielle Vorkommen an Metallen, Industriemineralen und Energierohstoffen, die besser genutzt werden könnten.

Maßnahmen zur Reduzierung des Rohstoffrisikos

01

Diversifizierung der Bezugsquellen über mehrere Länder

02

Langfristige Lieferverträge mit verlässlichen Partnern

03

Forschung an effizienterem Rohstoffeinsatz und Substitutionsmöglichkeiten

04

Aufbau von Recyclingkapazitäten für Sekundärrohstoffe

05

Abbau von Handelshemmnissen und Pflege guter Beziehungen zu rohstoffreichen Ländern

06

Bessere Nutzung inländischer Rohstoffvorkommen durch weitsichtige Landesplanung

10 · Hintergrund

Wie werden Rohstoffrisiken systematisch erfasst?

Die Deutsche Rohstoffagentur DERA erstellt alle zwei Jahre eine Rohstoffliste, die Rohstoffmärkte nach Risiko der produzierenden Länder und Marktkonzentration auswertet und Risikoklassen zuweist.

Die Ergebnisse werden in Risikoklassen eingeteilt, damit Unternehmen und Politik Maßnahmen zur Steigerung der Versorgungssicherheit zielgenauer planen können.

Grundlage ist ein umfassendes Screening von über 50 Bergwerksprodukten, rund 30 Raffinadeprodukten sowie mehr als 200 Handelsprodukten entlang verschiedener Wertschöpfungsstufen. Zwei zentrale Kriterien stehen im Fokus: die Länderkonzentration des Angebots sowie das politische, rechtliche, wirtschaftliche und soziale Risiko in den Produktionsländern.

Die Angebotskonzentration wird mithilfe des Herfindahl-Hirschman-Index quantifiziert, das Länderrisiko mithilfe der Worldwide Governance Indicators der Weltbank berechnet. Diese systematische Erfassung liefert Unternehmen die Datenbasis, um Ausweichstrategien zu entwickeln und Lieferketten robuster zu gestalten.

Die DERA-Rohstoffliste analysiert die globale Angebotskonzentration diverser Rohstoffe. Dabei werden Bergwerks- und Raffinadeprodukte sowie Handelsprodukte untersucht und in Risikogruppen eingeordnet. Grundlage ist ein umfassendes Screening von über 50 Bergwerksprodukten, rund 30 Raffinadeprodukten sowie mehr als 200 Handelsprodukten entlang verschiedener Wertschöpfungsstufen.

Zwei zentrale Kriterien stehen im Fokus: die Länderkonzentration des Angebots sowie das politische, rechtliche, wirtschaftliche und soziale Risiko in den Produktionsländern. Letzteres wird mithilfe der Worldwide Governance Indicators der Weltbank berechnet, während die Angebotskonzentration durch den Herfindahl-Hirschman-Index quantifiziert wird.

Die Ergebnisse zeigen, dass über 40 Prozent der untersuchten Bergwerks-, Raffinade- und Handelsprodukte hohe potenzielle Beschaffungsrisiken aufweisen. Unternehmen können auf Basis dieser Daten gezielt Ausweichstrategien entwickeln.

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026