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Rohstoffe kaufen: So investierst du 2026 in Gold, Öl und Agrarrohstoffe

Rohstoffe zu kaufen kann dein Depot breiter aufstellen, weil sich ihre Preise oft unabhängig von Aktien und Anleihen entwickeln. Für Privatanleger führt der Weg dabei meist über Wertpapiere wie ETCs, ETFs oder Aktien von Rohstoffunternehmen, nicht über den physischen Kauf.

10 Kapitel · 11 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • Rohstoffe wie Gold, Öl oder Weizen schwanken stark und eignen sich nur als kleine Beimischung im Depot.
  • Physisch kaufen lassen sich vor allem Edelmetalle, alle anderen Rohstoffe erreichst du über Wertpapiere.
  • ETCs bilden einzelne Rohstoffe ab, ETFs streuen über viele Rohstoffe und senken so das Risiko.
  • Achte auf die Kostenquote und das Emittentenrisiko, bevor du Rohstoffe kaufst.

01 · Grundlagen

Was sind Rohstoffe?

Rohstoffe sind natürliche Materialien, die als Basis für die Produktion von Gütern dienen. Sie lassen sich in vier große Gruppen einteilen.

Rohstoffe sind natürliche Ressourcen, die als Grundlage für die Herstellung von Waren und Energie dienen. Sie werden nicht verarbeitet, sondern direkt aus der Natur gewonnen. Ihre Preise entstehen an den Weltmärkten durch das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage.

Für dich als Anlegerin ist wichtig, dass sich Rohstoffpreise oft unabhängig von Aktien und Anleihen entwickeln. Deshalb kann eine kleine Beimischung dein Depot stabilisieren, wenn andere Anlageklassen schwächeln.

  • Edelmetalle wie Gold und Silber gelten als klassische Rohstoffe mit langer Tradition als Wertaufbewahrungsmittel.
  • Industriemetalle wie Kupfer und Aluminium werden vor allem in der Produktion und im Bau benötigt.
  • Energierohstoffe wie Erdöl und Erdgas beeinflussen direkt die Verbraucherpreise und die Wirtschaftsaktivität.
  • Agrarrohstoffe wie Weizen, Kaffee und Baumwolle hängen stark von Wetter und Erntezyklen ab.

Kurz erklärt

Rohstoffe

Natürliche Ressourcen, die in der Natur vorkommen und für die Produktion verschiedenster Erzeugnisse benötigt werden.

Ihre Preise werden von Angebot, Nachfrage, Wetter, Geopolitik und Inflation bestimmt.

02 · Was gilt

Welche Rohstoffarten kannst du kaufen?

Nicht jeder Rohstoff ist für Privatanleger gleich gut zugänglich. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Kategorien und typische Beispiele.

Für Privatanleger sind nicht alle Rohstoffe gleich gut zugänglich. Während du Gold und Silber physisch als Münzen oder Barren erwerben kannst, ist das bei Erdöl, Weizen oder Industriemetallen praktisch unmöglich. Hier führen börsengehandelte Wertpapiere zum Ziel.

Die wichtigsten Kategorien unterscheiden sich in ihrer Funktion und ihren Preistreibern. Energierohstoffe reagieren stark auf geopolitische Spannungen, Agrarrohstoffe auf Wetterereignisse und Ernteausfälle. Industriemetalle hängen eng mit der globalen Konjunktur zusammen.

  • Edelmetalle umfassen Gold, Silber, Platin und Palladium und sind physisch oder über Wertpapiere kaufbar.
  • Industriemetalle wie Kupfer, Aluminium, Zink und Nickel erreichst du über ETCs oder Aktien von Minenunternehmen.
  • Energierohstoffe wie Erdöl und Erdgas handelst du über ETCs oder Derivate, nicht über den physischen Kauf.
  • Agrarrohstoffe wie Weizen, Kaffee, Kakao und Baumwolle sind über spezialisierte ETCs zugänglich.

Beispiele

·Edelmetalle: Gold, Silber, Platin, Palladium
·Industriemetalle: Kupfer, Aluminium, Zink, Nickel
·Energierohstoffe: Erdöl, Erdgas
·Agrarrohstoffe: Weizen, Kaffee, Kakao, Baumwolle

Nicht enthalten

·Verarbeitete Produkte wie Benzin oder Strom
·Finanzprodukte wie Aktien oder Anleihen
·Dienstleistungen und immaterielle Güter

03 · Vergleich

Wie kannst du Rohstoffe kaufen?

Für Privatanleger gibt es mehrere Wege, in Rohstoffe zu investieren. Sie unterscheiden sich in Aufwand, Risiko und Streuung.

Der direkte Kauf physischer Rohstoffe ist für Privatanleger nur bei Edelmetallen realistisch. Gold und Silber kannst du als Münzen oder Barren im Fachhandel oder auf Online-Plattformen erwerben. Dabei solltest du die Seriosität des Anbieters prüfen, denn gerade im Internet sind viele Betrüger unterwegs.

Für alle anderen Rohstoffe führen Wertpapiere zum Ziel. Rohstoff-ETFs bilden einen Korb aus mehreren Rohstoffen ab und streuen damit breit. Rohstoff-ETCs bilden dagegen die Wertentwicklung eines einzigen Rohstoffs nach, zum Beispiel Gold oder Erdöl. ETCs zählen zu den komplexen Anlageprodukten und sind für unerfahrene Anleger oft nicht geeignet.

  • Mit Rohstoff-ETFs investierst du in eine Mischung aus Edel- und Industriemetallen sowie Agrarstoffen und Energiewerten.
  • Mit Rohstoff-ETCs setzt du gezielt auf einen einzelnen Rohstoff, trägst aber ein höheres Risiko wegen fehlender Streuung.
  • Mit Aktien von Rohstoffunternehmen partizipierst du indirekt an der Entwicklung der Rohstoffmärkte.
  • Mit Derivaten wie CFDs oder Zertifikaten spekulierst du kurzfristig auf Preisänderungen, trägst aber ein hohes Verlustrisiko.
Wege zum Rohstoffkauf im Vergleich
Physischer KaufETFsETCsAktien
StreuungEinzelner RohstoffKorb aus vielen RohstoffenEinzelner RohstoffEinzelnes Unternehmen
LagerungNötig bei Gold, SilberEntfälltEntfälltEntfällt
RisikoMarktrisiko, breiter gestreutMarktrisiko, EmittentenrisikoUnternehmensrisiko, Marktrisiko
Geeignet fürEdelmetallkäuferBreite RohstoffbeimischungGezielte EinzelwetteAktienanleger mit Rohstoffbezug

04 · Kosten

Was kostet es, Rohstoffe zu kaufen?

Die laufenden Kosten hängen vom gewählten Produkt ab. Günstige ETFs liegen oft deutlich unter aktiven Fonds oder physischen Käufen.

Günstige Rohstoff-ETFs liegen bei einer Gesamtkostenquote von etwa 0,3 Prozent pro Jahr. Rohstoff-ETCs sind mit rund 1,2 Prozent Verwaltungsentgelt deutlich teurer, aktive Rohstofffonds liegen oft bei 1,5 Prozent oder mehr.

Beim physischen Kauf von Gold oder Silber fallen zusätzlich Aufschläge auf den Börsenpreis an. Je nach Händler und Stückelung liegen diese Aufschläge im einstelligen Prozentbereich. Hinzu kommen Lagerkosten, wenn du die Edelmetalle nicht zu Hause aufbewahren willst.

  • Rohstoff-ETFs kosten typischerweise 0,3 Prozent pro Jahr und sind damit die günstigste Variante.
  • Rohstoff-ETCs liegen bei etwa 1,2 Prozent Verwaltungsentgelt pro Jahr.
  • Aktive Rohstofffonds verlangen oft 1,5 Prozent oder mehr pro Jahr.
  • Physische Edelmetalle verursachen einmalige Aufschläge und mögliche Lagerkosten.

Typische laufende Kosten pro Jahr

Rohstoff-ETF0,3 %
Rohstoff-ETC1,2 %
Aktiver Rohstofffonds1,5 %

05 · Fehler vermeiden

Welche Risiken solltest du kennen?

Rohstoffpreise sind oft deutlich schwankungsanfälliger als Aktienkurse. Diese typischen Fehler und Risiken solltest du vermeiden.

Wetterereignisse, politische Krisen oder Konjunkturdaten können innerhalb weniger Tage zu zweistelligen Preisausschlägen führen. Deshalb eignen sich Rohstoffe nur als kleine Beimischung im Depot.

Ein häufiger Fehler ist der Kauf von ETCs mit Hebelwirkung, ohne die Funktionsweise zu verstehen. Diese Produkte können bei ungünstiger Entwicklung zu einem Totalverlust führen. Auch der Glaube, vergangene Preisanstiege seien eine Garantie für künftige Gewinne, ist gefährlich.

  • Setze Rohstoffe nur als kleine Beimischung ein, zum Beispiel 5 bis 10 Prozent deines Depots.
  • Prüfe beim Onlinekauf von Edelmetallen die Seriosität des Anbieters, bevor du Geld überweist.
  • Kaufe keine Hebelprodukte, wenn du nicht genau verstehst, wie sie funktionieren.
  • Vergiss nicht, dass historische Kursentwicklungen kein verlässlicher Indikator für die Zukunft sind.

Typische Fehler beim Rohstoffkauf

·Zu hoher Anteil im Depot: Rohstoffe sollten nur eine kleine Beimischung sein.
·Unseriöse Anbieter beim Onlinekauf von Edelmetallen: Vorher die Seriosität prüfen.
·ETCs mit Hebelwirkung kaufen, ohne die Funktionsweise zu verstehen.
·Nur auf einen einzigen Rohstoff setzen und die breite Streuung vernachlässigen.
·Vergangene Preisanstiege als Garantie für künftige Gewinne missverstehen.

06 · Hintergrund

Welche Faktoren bewegen die Rohstoffpreise?

Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis, aber auch Geldpolitik und geopolitische Ereignisse wirken stark auf die Notierungen.

Eine Verknappung bei gleichzeitig hoher Nachfrage führt unweigerlich zu steigenden Preisen. Wetterbedingte Ernteausfälle können zum Beispiel Weizen deutlich verteuern. Unterbrochene Lieferketten, etwa durch die Corona-Pandemie oder den Krieg in der Ukraine, haben in der Vergangenheit ebenfalls für Preisanstiege gesorgt.

Auch die Geldpolitik spielt eine Rolle. Eine Phase niedriger Zinsen und eine Ausweitung der Geldmenge haben in der Vergangenheit Preissteigerungen bei Rohstoffen begünstigt. Ein allgemeiner Anstieg der Inflation kann ebenfalls dazu beitragen, dass Rohstoffpreise steigen, weil Anleger in Sachwerte ausweichen.

  • Wetterbedingte Ernteausfälle verknappen das Angebot bei Agrarrohstoffen und treiben die Preise.
  • Unterbrochene Lieferketten durch Pandemien oder Kriege verknappen das Angebot weltweit.
  • Niedrige Zinsen und eine lockere Geldpolitik begünstigen Preissteigerungen bei Rohstoffen.
  • Ein Anstieg der Inflation lenkt Anlegergeld in Rohstoffe und kann die Preise zusätzlich erhöhen.

Eine Verknappung bei gleichzeitig hoher Nachfrage führt zu steigenden Preisen. Wetterbedingte Ernteausfälle können zum Beispiel Weizen deutlich verteuern.

Auch die Geldpolitik spielt eine Rolle. Eine Phase niedriger Zinsen und eine Ausweitung der Geldmenge haben in der Vergangenheit Preissteigerungen bei Rohstoffen begünstigt.

Unterbrochene Lieferketten, etwa durch die Corona-Pandemie oder den Krieg in der Ukraine, können das Angebot verknappen und die Preise nach oben treiben.

Ein allgemeiner Anstieg der Inflation kann ebenfalls dazu beitragen, dass Rohstoffpreise steigen, weil Anleger Sachwerte als Schutz suchen.

07 · Checkliste

Welche Rohstoffbörsen sind wichtig?

Der Handel mit Rohstoffen wird heute größtenteils elektronisch abgewickelt. Einige Börsenplätze sind dabei besonders bedeutend.

Über die Welt verteilt gibt es von Tokio über Shanghai bis Chicago, New York und London verschiedene Rohstoffbörsen. Für dich als Privatanlegerin sind diese Börsen vor allem als Referenzpunkte für die Preisbildung relevant.

Die bekanntesten Handelsplätze haben sich auf bestimmte Rohstoffgruppen spezialisiert. Die London Metal Exchange ist der wichtigste Handelsplatz für Industriemetalle, während in New York und Chicago vor allem Energie- und Agrarrohstoffe gehandelt werden.

  • Die Chicago Mercantile Exchange (CME) ist einer der größten Handelsplätze für Agrarrohstoffe und Energieträger.
  • Die New York Mercantile Exchange (NYMEX) ist bekannt für den Handel mit Erdöl und Erdgas.
  • Die London Metal Exchange (LME) ist der führende Handelsplatz für Industriemetalle wie Kupfer und Aluminium.
  • Börsen in Tokio und Shanghai gewinnen für den asiatischen Rohstoffhandel zunehmend an Bedeutung.

Bedeutende Rohstoffbörsen weltweit

01

Chicago Mercantile Exchange (CME)

02

New York Mercantile Exchange (NYMEX)

03

London Metal Exchange (LME)

04

Börsen in Tokio und Shanghai

08 · Im Vertrag

Wie funktioniert die Besteuerung von Rohstoffgewinnen?

Gewinne aus Rohstoff-ETPs und Rohstoffaktien unterliegen der Abgeltungsteuer. Der Sparer-Pauschbetrag hilft dir, einen Teil steuerfrei zu halten.

Hinzu kommt der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Abgeltungsteuer. Der Sparer-Pauschbetrag hilft dir, einen Teil deiner Kapitalerträge steuerfrei zu halten.

Der Sparer-Pauschbetrag liegt bei 1000 Euro pro Person und Jahr. Bei zusammenveranlagten Ehepaaren sind es 2000 Euro pro Jahr. Für Aktienfonds gilt eine Teilfreistellung von 30 Prozent, von der Rohstoff-ETFs in der Regel nicht profitieren.

  • Der Sparer-Pauschbetrag beträgt 1000 Euro pro Person und Jahr, bei Ehepaaren 2000 Euro.
  • Die Abgeltungsteuer liegt bei 25 Prozent auf Kapitalerträge, zuzüglich Solidaritätszuschlag.
  • Für Aktienfonds gilt eine Teilfreistellung von 30 Prozent, Rohstoff-ETFs profitieren davon meist nicht.
  • Physische Edelmetalle wie Gold können nach einer Haltedauer von einem Jahr steuerfrei verkauft werden.

Steuerliche Eckwerte für Rohstoffanlagen

Sparer-PauschbetragFreibetrag1000 EUR pro Person und Jahr, bei zusammenveranlagten Ehepaaren 2000 EUR pro Jahr.

09 · Schritt für Schritt

Wie gehst du beim Rohstoffkauf Schritt für Schritt vor?

Ein klarer Ablauf hilft dir, Fehler zu vermeiden und nur Produkte zu wählen, die zu deiner Strategie passen.

Bevor du kaufst, solltest du dein Anlageziel festlegen und entscheiden, ob du breit streuen oder gezielt auf einen Rohstoff setzen willst.

Vergleiche anschließend die Kosten der infrage kommenden Produkte. Achte auf Verwaltungsentgelt oder Gesamtkostenquote und mögliche Handelsgebühren. Kaufe nur über seriöse Banken, Broker oder Edelmetallhändler und begrenze den Rohstoffanteil in deinem Depot.

01

Anlageziel festlegen

Überlege, ob du breit streuen oder gezielt auf einen Rohstoff setzen willst.

02

Produkttyp wählen

Entscheide dich zwischen ETF, ETC, Aktie oder physischem Kauf.

03

Kosten vergleichen

Achte auf Verwaltungsentgelt oder TER und mögliche Handelsgebühren.

04

Anbieter prüfen

Kaufe nur über seriöse Banken, Broker oder Edelmetallhändler.

05

Kaufen und Anteil begrenzen

Setze Rohstoffe nur als kleine Beimischung ein, zum Beispiel 5 bis 10 Prozent des Depots.

10 · Checkliste

Welche Rohstoffindizes solltest du kennen?

Indizes bündeln die Preisentwicklung vieler Rohstoffe und dienen als Orientierung für den Gesamtmarkt.

Sie unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung und Gewichtung. Manche Indizes sind stark energielastig, andere streuen breiter über verschiedene Sektoren.

Der S&P GSCI enthält 24 Rohstoffe und wird jährlich entsprechend der globalen Produktionsmenge angepasst. Der Rogers International Commodity Index (RICI) investiert in 36 unterschiedliche Rohstoff-Futures und wurde 1998 von Hedgefondslegende Jim Rogers ins Leben gerufen.

  • Der S&P GSCI ist stark energielastig und enthält 24 Rohstoffe, die jährlich angepasst werden.
  • Der Bloomberg Commodity Index streut breit über verschiedene Rohstoffsektoren.
  • Der Rogers International Commodity Index (RICI) investiert in 36 unterschiedliche Rohstoff-Futures.
  • Der CRB-Index von Thomson Reuters ist weniger energielastig und dient als breiter Marktindikator.

Wichtige Rohstoffindizes

01

S&P GSCI: stark energielastig, enthält 24 Rohstoffe

02

Bloomberg Commodity Index: breit über Sektoren gestreut

03

Rogers International Commodity Index (RICI): investiert in 36 Rohstoff-Futures

04

CRB-Index von Thomson Reuters: weniger energielastig

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026