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FinanzbildungInvestieren9 Min.

Rohstoffe für Studenten: So startest du dein erstes Depot

Du musst kein Vermögen haben, um von Gold, Öl oder Weizen zu profitieren. Dieser Guide erklärt dir, wie du als Student mit kleinem Budget in Rohstoffe investierst und welche Fallen du vermeidest.

ETFsInflationEinsteiger
Brauche ich das?
Nicht zwingend.
Es ist eine Ergänzung, kein Muss.
Wie viel Geld?
Schon wenig.
Schon kleine Beträge reichen für den Start.
Wie funktioniert das?
Über Fonds.
ETFs bilden den Rohstoffpreis einfach ab.
Was ist das Risiko?
Preisschwankungen.
Rohstoffpreise können stark schwanken.

Warum Rohstoffe auch dein Leben betreffen

Wenn du morgens dein Smartphone auflädst, steckt Kobalt aus dem Kongo im Akku. Wenn du mit dem Bus zur Uni fährst, verbrennt er Diesel. Und das Mehl in deinem Brötchen wurde mit Maschinen geerntet, die Stahl und Benzin brauchen. Rohstoffe sind die Basis unserer Wirtschaft, auch wenn du sie im Alltag nicht direkt siehst.

Diese Abhängigkeit macht Rohstoffe zu einem spannenden Thema für dich als Student. Denn wenn die Weltwirtschaft wächst, steigt die Nachfrage nach Energie, Metallen und Nahrungsmitteln. Das treibt oft die Preise. Wer daran teilhaben möchte, kann das nicht nur als Konsument, sondern auch als Investor tun.

Viele Studierende denken, Investieren sei nur etwas für Leute mit hohem Einkommen. Das stimmt nicht. Gerade Rohstoffe bieten dir die Chance, mit kleinen Beträgen zu starten. Du musst kein Ölfeld kaufen, um vom Ölpreis zu profitieren. Es gibt einfache Finanzprodukte, die genau das für dich abbilden.

Ein weiterer Punkt ist die Inflation. Wenn die Preise im Supermarkt steigen, verliert dein Erspartes auf dem Girokonto an Wert. Rohstoffe wie Gold oder Öl gelten oft als Schutz gegen diesen Kaufkraftverlust. Sie sind also nicht nur ein Rendite-Thema, sondern auch eine Art Versicherung für dein Geld.

Wichtig ist aber: Rohstoffe sind kein Selbstläufer. Die Preise schwanken stark, manchmal täglich um mehrere Prozent. Wer sich darauf einlässt, sollte die Grundlagen verstehen. Genau dabei hilft dir dieser Artikel. Du lernst, wie du als Student klug und ohne großes Risiko in diese Welt einsteigst.

~2,5 %
des weltweiten Goldangebots wird jährlich neu gefördert.
4 Mrd. Tonnen
Öl verbraucht die Welt ungefähr pro Jahr.
jede:r 3. €
an der Börse hängt indirekt an Rohstoffpreisen.

Was sind Rohstoffe überhaupt? Eine einfache Erklärung

Rohstoffe sind natürliche Ressourcen, die gefördert, geerntet oder abgebaut werden. Man teilt sie in vier große Gruppen ein. Energie-Rohstoffe wie Öl, Gas und Kohle. Metalle wie Gold, Silber, Kupfer oder Eisenerz. Agrar-Rohstoffe wie Weizen, Mais, Kaffee oder Soja. Und zuletzt sogenannte Soft Commodities, zu denen auch Viehbestand oder Baumwolle zählen.

Der Preis dieser Rohstoffe entsteht an Börsen, zum Beispiel in London oder New York. Dort wird nicht das physische Gold geliefert, sondern es werden Verträge gehandelt. Diese Verträge nennt man Futures. Sie sichern den Preis für eine Lieferung in der Zukunft ab. Ein Bäcker kann so heute schon den Weizen für nächstes Jahr kaufen, um sich gegen Preisschwankungen zu schützen.

Für dich als Privatanleger sind diese Futures aber meist zu kompliziert und riskant. Du willst ja nicht wirklich eine Tonne Kupfer geliefert bekommen. Deshalb gibt es für dich einfachere Wege. Der bekannteste ist der Kauf von Anteilen an einem Fonds, der die Preisentwicklung von Rohstoffen abbildet.

Diese Fonds nennt man Exchange Traded Funds, kurz ETFs. Ein Rohstoff-ETF bündelt zum Beispiel alle großen Ölkonzerne oder kauft direkt Goldbarren. Du kaufst dann einen kleinen Anteil an diesem Korb. So profitierst du von der Preisentwicklung, ohne dich um Lagerung oder Transport kümmern zu müssen.

Ein wichtiger Unterschied: Es gibt ETFs auf einzelne Rohstoffe wie Gold oder auf einen Korb mit vielen Rohstoffen. Ein breiter Korb ist für Einsteiger oft besser, weil er das Risiko streut. Wenn der Ölpreis fällt, kann der Goldpreis steigen. So gleicht sich das teilweise aus.

So funktioniert das Investieren in Rohstoffe konkret

Der einfachste Weg für dich als Student führt über ein Wertpapierdepot. Das ist ein Konto, auf dem du Aktien, ETFs und andere Finanzprodukte kaufen kannst. Viele Banken bieten kostenlose Depots an, auch für Studierende. Du eröffnest es online mit deinem Ausweis und deiner Steueridentifikationsnummer.

Danach suchst du dir einen passenden ETF aus. Für Rohstoffe gibt es zwei Hauptarten. Physisch besicherte ETFs kaufen den Rohstoff wirklich, das ist vor allem bei Gold üblich. Swap-basierte ETFs bilden die Preisentwicklung über Tauschgeschäfte nach, das ist bei Öl oder einem Korb üblich. Für Einsteiger ist ein physischer Gold-ETF oft am verständlichsten.

Du musst aber nicht direkt einen Rohstoff-ETF kaufen. Es gibt auch Aktien von Unternehmen, die Rohstoffe fördern. Zum Beispiel Minenkonzerne oder Ölfirmen. Diese Aktien reagieren oft stärker auf Preisänderungen als der Rohstoff selbst. Das bietet Chance, aber auch mehr Risiko. Für den Start sind breite Rohstoff-ETFs meist die bessere Wahl.

Der Ablauf ist dann ganz einfach: Du überweist Geld auf dein Depot, gibst eine Kauforder für deinen ETF ein und wartest. Der Kauf wird zum aktuellen Börsenkurs ausgeführt. Du kannst regelmäßig kleine Beträge investieren, zum Beispiel 25 oder 50 Euro pro Monat. Das nennt man einen Sparplan. Viele Anbieter lassen das schon ab 1 Euro pro Monat zu.

Wichtig zu wissen: Du besitzt dann nicht das physische Gold oder das Fass Öl. Du besitzt einen Anteil an einem Fonds, der diese Werte hält. Der Fonds kümmert sich um alles. Du musst nur darauf achten, dass der Fonds seriös ist und von einer bekannten Gesellschaft aufgelegt wurde.

Kosten und Gebühren: Was dich als Student erwartet

Kosten sind bei Rohstoffen ein entscheidender Punkt, denn sie fressen an deiner Rendite. Die wichtigste Kennzahl ist die Gesamtkostenquote, abgekürzt TER. Sie zeigt, wie viel Prozent deines Vermögens pro Jahr an den Fondsanbieter fließt. Bei Rohstoff-ETFs liegt sie meist zwischen 0,2 und 0,8 Prozent pro Jahr.

Zusätzlich zur TER gibt es oft noch Transaktionskosten. Das ist die Gebühr, die deine Bank für den Kauf und Verkauf verlangt. Viele Neobroker bieten den Handel mit ETFs für 0 Euro an. Klassische Banken verlangen oft 1 bis 5 Euro pro Order. Für dich als Student lohnt sich ein Vergleich, denn bei kleinen Beträgen machen diese Gebühren viel aus.

Ein spezielles Thema bei Rohstoffen ist der sogenannte Rollverlust. Das betrifft vor allem Futures-basierte ETFs auf Öl oder Gas. Diese Fonds müssen ihre Verträge regelmäßig erneuern, also verkaufen und neu kaufen. Dabei können Kosten entstehen, die die Rendite drücken. Bei physischen Gold-ETFs gibt es dieses Problem nicht.

Du solltest auch die Steuern im Blick haben. In Deutschland werden Gewinne aus ETFs mit der Abgeltungssteuer besteuert. Es gibt aber einen Freibetrag von 1.000 Euro pro Jahr für Einzelpersonen. Wenn du als Student wenig verdienst, kannst du einen Freistellungsauftrag bei deiner Bank einrichten. Dann bleiben deine ersten Gewinne steuerfrei.

Achte außerdem auf die Währung. Viele Rohstoffe werden in US-Dollar gehandelt. Wenn der Dollar schwächer wird, kann das deine Rendite schmälern, auch wenn der Rohstoffpreis steigt. Es gibt aber auch ETFs, die gegen dieses Währungsrisiko abgesichert sind. Diese heißen dann oft 'EUR hedged'. Für Einsteiger ist das aber nicht zwingend notwendig.

Worauf du als Anfänger unbedingt achten solltest

Der wichtigste Grundsatz lautet: Investiere nur Geld, das du nicht in den nächsten fünf Jahren brauchst. Rohstoffpreise schwanken stark. Wenn du das Geld für deine Miete oder dein Studium brauchst, kann ein Kurssturz dich in echte Not bringen. Baue zuerst einen Notgroschen auf, zum Beispiel auf einem Tagesgeldkonto.

Diversifikation ist das zweite Zauberwort. Setze nicht alles auf einen einzigen Rohstoff. Ein breiter ETF, der viele Rohstoffe enthält, ist für dich besser geeignet. So vermeidest du das Klumpenrisiko. Wenn zum Beispiel der Ölpreis einbricht, kann dein Goldanteil das abfedern.

Informiere dich über die Zusammensetzung des ETFs. Lies das Factsheet des Anbieters. Dort steht genau, welche Rohstoffe enthalten sind und wie hoch der Anteil ist. Manche Fonds sind stark auf Energie fokussiert, andere auf Metalle. Überlege, welche Entwicklung du dir für die Zukunft vorstellst.

Vorsicht vor zu hohen Erwartungen. Rohstoffe sind keine Gelddruckmaschine. Es gibt Jahre mit hohen Gewinnen, aber auch Jahre mit deutlichen Verlusten. Historisch gesehen liegen die Renditen unter denen von Aktien. Dafür schützen sie oft besser vor Inflation. Betrachte Rohstoffe also als Beimischung, nicht als Hauptanlage.

Ein weiterer Punkt ist die Nachhaltigkeit. Viele Rohstoffe werden unter fragwürdigen Bedingungen gefördert. Es gibt aber inzwischen ETFs, die auf Nachhaltigkeitskriterien achten. Sie schließen zum Beispiel Unternehmen aus, die Kinderarbeit nutzen oder die Umwelt stark belasten. Wenn dir das wichtig ist, achte auf das Fonds-Label.

Typische Fehler, die du vermeiden solltest

Der häufigste Fehler ist das Einstiegs-Timing. Viele Studierende sehen steigende Preise und kaufen dann, wenn der Höhepunkt schon erreicht ist. Sie kaufen teuer ein und verkaufen bei der nächsten Krise in Panik. Das nennt man 'Herdenverhalten'. Besser ist es, regelmäßig zu kaufen, unabhängig vom aktuellen Preis.

Ein zweiter Fehler ist die Konzentration auf einzelne Rohstoffe. Wenn du nur in Gold investierst, weil es gerade im Trend liegt, bist du extrem abhängig von einem einzigen Markt. Die Preise für Gold können jahrelang stagnieren. Ein breiter Korb oder eine Mischung aus verschiedenen Anlageklassen ist robuster.

Viele unterschätzen auch die Kosten. Ein ETF mit 0,8 Prozent TER klingt harmlos. Über 20 Jahre summiert sich das aber zu einer erheblichen Summe. Vergleiche immer die Gebühren und wähle den günstigsten seriösen Anbieter. Auch die Handelsgebühren deiner Bank solltest du vor dem Kauf prüfen.

Ein weiterer Fehler ist das Fehlen eines Plans. Wer ohne Strategie kauft und verkauft, handelt oft emotional. Lege vorher fest, wie viel du monatlich investierst und wann du wieder verkaufen willst. Ein einfacher Plan kann sein: 50 Euro pro Monat in einen breiten Rohstoff-ETF, mindestens 5 Jahre halten.

Zuletzt solltest du nicht auf heiße Tipps aus Internetforen hören. Dort wird oft mit schnellen Gewinnen gelockt. Seriöse Anlage ist langweilig und braucht Geduld. Wenn dir jemand garantiert hohe Renditen verspricht, ist das in der Regel ein Betrugsversuch. Halte dich an etablierte Fonds und bekannte Banken.

Dein konkreter Fahrplan: So startest du in 5 Schritten

Schritt eins: Prüfe deine finanzielle Situation. Hast du einen Notgroschen von mindestens 1.000 Euro auf der Seite? Wenn nicht, lege zuerst diesen an. Danach entscheidest du, wie viel Geld du pro Monat entbehren kannst. Schon 25 Euro sind ein guter Anfang. Wichtig ist die Regelmäßigkeit, nicht die Höhe.

Schritt zwei: Eröffne ein Depot bei einem Anbieter deiner Wahl. Achte auf kostenlose Depotführung und günstige Sparpläne. Viele Neobroker bieten das an. Du brauchst dafür nur dein Smartphone, deinen Personalausweis und ein Girokonto. Die Eröffnung dauert meist nur wenige Minuten.

Schritt drei: Wähle einen breiten Rohstoff-ETF. Suche nach Begriffen wie 'Bloomberg Commodity Index' oder 'S&P GSCI'. Das sind bekannte Indizes, die viele Rohstoffe bündeln. Achte auf die Kostenquote und die Fondsgröße. Ein Fonds mit einem Volumen von über 500 Millionen Euro ist meist sicherer.

Schritt vier: Richte einen Sparplan ein. Du legst fest, wie viel Geld monatlich von deinem Girokonto abgebucht wird. Der Anbieter kauft dann automatisch Anteile des ETFs. Du musst dich nicht um den richtigen Zeitpunkt kümmern. Das nennt man Cost-Average-Effekt, er glättet Kursschwankungen über die Zeit.

Schritt fünf: Überwache dein Investment regelmäßig, aber nicht zu oft. Ein Blick pro Quartal reicht völlig aus. Prüfe, ob der ETF noch zu deiner Strategie passt. Verkaufe nicht bei jedem Kurstief. Mit der Zeit wächst dein Vermögen und du sammelst wertvolle Erfahrung für deine finanzielle Zukunft.

Rohstoffe und dein Studium: Passt das zusammen?

Als Student hast du einen großen Vorteil: Zeit. Du kannst langfristig denken und von Zinseszinseffekten profitieren. Selbst wenn du nur 30 Euro pro Monat investierst, kann daraus über 10 oder 20 Jahre eine beachtliche Summe werden. Der Schlüssel ist, früh anzufangen und dranzubleiben.

Dein Studium bietet dir auch die Möglichkeit, dich intensiv mit dem Thema zu beschäftigen. Viele Unis haben Bibliotheken mit Finanzliteratur. Du kannst dich in Fachzeitschriften über globale Trends informieren. Dieses Wissen hilft dir nicht nur beim Investieren, sondern auch im späteren Berufsleben.

Ein weiterer Vorteil ist dein geringer Lebensstandard. Du bist es gewohnt, mit wenig Geld auszukommen. Das macht es leichter, einen Teil deines Einkommens zurückzulegen. Wenn du später mehr verdienst, hast du bereits die Disziplin entwickelt, regelmäßig zu sparen und zu investieren.

Natürlich gibt es auch Herausforderungen. Dein Einkommen ist unsicher und kann durch Nebenjobs schwanken. Deshalb ist es wichtig, flexibel zu bleiben. Wenn du mal ein Semester weniger Geld hast, kannst du deinen Sparplan pausieren. Das ist völlig in Ordnung und gehört zu einem realistischen Plan dazu.

Letztlich geht es nicht darum, schnell reich zu werden. Es geht darum, finanzielle Grundlagen zu verstehen und erste Erfahrungen zu sammeln. Rohstoffe sind ein spannendes Feld, weil sie die reale Welt abbilden. Du lernst, wie Angebot und Nachfrage funktionieren und wie globale Ereignisse die Preise beeinflussen.

Kurzer Selbst-Check: Brauchst du das?

Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.

Kannst du 50 Euro pro Monat entbehren?
Hast du ein Girokonto mit kostenloser Depotführung?
Willst du länger als 5 Jahre investieren?
Beantworte die Fragen für deine Empfehlung.

Häufige Fragen

Du kannst schon mit 25 Euro pro Monat starten. Viele Sparpläne erlauben bereits sehr kleine Beträge. Wichtig ist, dass du das Geld langfristig entbehren kannst.

Ja, wenn du langfristig denkst und ein kleines Risiko tolerierst. Rohstoffe schwanken stark, bieten aber Schutz vor Inflation. Sie sollten nur einen kleinen Teil deines Portfolios ausmachen.

Ein Gold-ETF kauft physisches Gold und lagert es. Ein Öl-ETF bildet den Ölpreis über Futures ab. Öl-ETFs haben oft höhere Kosten und einen Rollverlust, Gold-ETFs sind einfacher.

Gewinne unterliegen der Abgeltungssteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag. Du hast aber einen Freibetrag von 1.000 Euro pro Jahr. Dafür musst du einen Freistellungsauftrag bei deiner Bank einrichten.

Bei breiten ETFs ist ein Totalverlust extrem unwahrscheinlich, da viele Rohstoffe gebündelt sind. Bei einzelnen Futures oder Zertifikaten ist das Risiko deutlich höher. Bleib bei einfachen ETFs, dann ist dein Risiko begrenzt.

Physisches Gold in Form von Münzen oder Barren ist möglich, aber aufwendig. Du musst es sicher lagern und versichern. Für kleine Beträge ist ein Gold-ETF praktischer und günstiger.

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StudySmarter-Redaktion

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Redaktionell geprüft. Stand: 30.08.2026, nächste Prüfung: 02/2027. Dieser Artikel ist Finanzbildung, keine Rechts- oder Steuerberatung.