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Rohstoffe für Studenten: Studienfelder, Förderung und Berufsaussichten
Rohstoffe für Studenten umfassen weit mehr als nur Erdöl und Erze. Hier erfährst du, welche Studiengänge dich für die nachhaltige Nutzung biogener und mineralischer Ressourcen qualifizieren und welche finanzielle Unterstützung es gibt.
9 Kapitel · 9 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Der Bachelor Nachwachsende Rohstoffe und Bioenergie ist zulassungsfrei und kombiniert Agrar-, Natur- und Ingenieurwissenschaften.
- Die Stiftung Nachwachsende Rohstoffe fördert Bachelor-Anfänger am TUM-Campus Straubing mit 300 Euro vierteljährlich über zwei Jahre.
- Im Studium der Rohstoffgewinnung und des Hüttenwesens stehen Metalle, Gesteine, Erdgase und Mineralöle im Mittelpunkt.
- Ein vierwöchiges Pflichtpraktikum ist fester Bestandteil des praxisnahen Bachelorstudiums in Hohenheim.
01 · Grundlagen
Was bedeutet der Begriff Rohstoffe für Studenten?
Der Begriff umfasst zwei große Studienrichtungen: biogene Ressourcen aus der Landwirtschaft sowie primäre Rohstoffe aus der Erde. Beide Bereiche verbindet das Ziel, Wertschöpfungsketten nachhaltiger zu gestalten.
Für dich als Studentin oder Student umfasst der Begriff zwei klar getrennte Studienrichtungen. Die eine befasst sich mit biogenen Ressourcen aus der Landwirtschaft, die andere mit primären Rohstoffen aus der Erde wie Metallen, Gesteinen, Erdgasen und Mineralölen.
Beide Bereiche verbindet das Ziel, Wertschöpfungsketten nachhaltiger zu gestalten. Während du dich bei den nachwachsenden Rohstoffen mit dem Ersatz fossiler durch pflanzliche Ressourcen beschäftigst, lernst du bei der Rohstoffgewinnung, mineralische Rohstoffe effizient zu recyceln und wiederzuverwerten.
Die Interdisziplinarität ist dabei kein Randaspekt, sondern Kern des Studiums. Du vereinst naturwissenschaftliche, technische und wirtschaftliche Fachrichtungen und betrachtest die gesamte Kette von der Erzeugung beziehungsweise Gewinnung bis zum fertigen Produkt.
Kurz erklärt
Rohstoffe für Studenten
Studienfelder, die sich mit der Erzeugung, Gewinnung, Verarbeitung und Wiederverwertung von biogenen und mineralischen Ressourcen befassen.
Du lernst, fossile Rohstoffe durch nachwachsende Alternativen zu ersetzen oder mineralische Rohstoffe effizient zu recyceln.
02 · Vergleich
Nachwachsende Rohstoffe oder Hüttenwesen: Welcher Studiengang passt zu dir?
Die Ausrichtung entscheidet, ob du dich mit Pflanzen vom Acker bis zum Produkt beschäftigst oder mit der Exploration und Aufbereitung von Metallen und Gesteinen. Beide Wege führen in gefragte Berufsfelder.
Die Entscheidung hängt vor allem davon ab, ob du lieber mit Pflanzen oder mit mineralischen Rohstoffen arbeitest. Im Studiengang Nachwachsende Rohstoffe und Bioenergie beschäftigst du dich mit pflanzlicher Biomasse, Bioökonomie und der Energiewende. Du lernst, wie aus Stroh oder Gemüseabfall eine Butterbrotdose wird oder wie Soja und Palmöl ersetzt werden können, ohne der Umwelt zu schaden.
Im Studienfeld Rohstoffgewinnung und Hüttenwesen stehen dagegen Metalle, Gesteine, Erdgase und Mineralöle im Mittelpunkt. Du lernst, wie diese Rohstoffe gefunden, abgebaut und weiterverarbeitet werden. Ein besonderer Fokus liegt auf der sinnvollen Wiederverwertung, um sie nachhaltig für die Herstellung von Industriegütern zu nutzen.
Beide Studiengänge sind interdisziplinär aufgebaut und verbinden naturwissenschaftliche mit technischen und wirtschaftlichen Inhalten. Der Bachelor Nachwachsende Rohstoffe und Bioenergie vereint die Fachrichtungen der Natur-, Agrar-, Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften. Im Hüttenwesen kommen vergleichbare technische und naturwissenschaftliche Grundlagen hinzu, allerdings mit einem klaren Schwerpunkt auf Prospektion, Abbau und Weiterverarbeitung.
| Nachwachsende Rohstoffe und Bioenergie | Rohstoffgewinnung und Hüttenwesen | |
|---|---|---|
| Fokus | Pflanzliche Biomasse, Bioökonomie, Energiewende | Metalle, Gesteine, Erdgase, Mineralöle |
| Typische Inhalte | Pflanzenbau, Verfahrenstechnik, Biotechnologie, Ökologie | Prospektion, Abbau, Weiterverarbeitung, Recycling |
| Ziel | Fossile durch biogene Ressourcen ersetzen | Primärrohstoffe nachhaltig gewinnen und wiederverwerten |
03 · Schritt für Schritt
So läuft das Bachelorstudium Nachwachsende Rohstoffe und Bioenergie ab
Der Studienverlauf ist in eine Grundlagenphase und eine flexible Vertiefungsphase gegliedert. Ein integriertes Praktikum stellt den Praxisbezug sicher.
In den ersten drei Semestern erlernst du grundlegende Kenntnisse im agrarwissenschaftlichen, technischen und wirtschaftlichen Bereich. Inhalte sind sowohl der Anbau als auch die Verarbeitung von rohstoff- und energieliefernden Pflanzen. Dabei wird die ganze Wertschöpfungskette von der Produktion der Pflanzen bis zum fertigen Produkt wie biogenen Kunststoffen betrachtet.
Zudem vertiefst du deine naturwissenschaftlichen Grundlagen in Mathematik, Physik und Chemie. In einigen Lehrveranstaltungen kooperiert die Universität Hohenheim mit dem Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik in Stuttgart.
Ab dem vierten Semester kannst du 40 Prozent deines Studiums individuell gestalten und Kurse frei nach deinen Interessen wählen. Zur Auswahl stehen Profile wie Agrarökonomie, Agrarsysteme der Tropen, Boden und Pflanzenernährung, Kommunikation und Beratung, Ökologie von Agrarlandschaften, Pflanzenproduktionssysteme, Technologien zur Nutzung von Biomasse als Rohstoffbasis sowie Wetter und Klima.
Ein vierwöchiges Pflichtpraktikum ist fest in den Studienverlauf integriert. Du kannst es im Bioraffinerie-Technikum, auf Versuchsstationen oder in der Industrie absolvieren. Zum Abschluss schreibst du deine Bachelorarbeit und hast die Möglichkeit, an einem Forschungsprojekt teilzunehmen oder eine Projektarbeit in der Industrie zu machen.
Semester 1 bis 3: Grundlagen
Du erlernst agrarwissenschaftliche, technische und wirtschaftliche Grundlagen. Dazu gehören Anbau und Verarbeitung von Rohstoff- und Energiepflanzen sowie Mathematik, Physik und Chemie.
Ab Semester 4: Individuelle Vertiefung
Du kannst 40 Prozent deines Studiums frei gestalten. Zur Wahl stehen Profile wie Agrarsysteme der Tropen, Technologien zur Nutzung von Biomasse oder Wetter und Klima.
Pflichtpraktikum
Ein vierwöchiges Berufspraktikum ist integriert. Du kannst es im Bioraffinerie-Technikum, auf Versuchsstationen oder in der Industrie absolvieren.
Bachelorarbeit
Zum Abschluss schreibst du deine Bachelorarbeit. Du hast die Möglichkeit, ein Forschungsprojekt an der Hochschule oder eine Projektarbeit in der Industrie durchzuführen.
04 · Was gilt
Welche Voraussetzungen gelten für die Zulassung?
Für den Bachelor in Hohenheim gibt es keinen Numerus clausus. Du benötigst eine Hochschulzugangsberechtigung und einen Nachweis über ein Studienorientierungsverfahren.
Der Studiengang ist zulassungsfrei, das heißt, es gibt keine Auswahlkriterien und keinen Eignungstest.
Du benötigst eine Hochschulzugangsberechtigung und einen Nachweis über ein Studienorientierungsverfahren. Diesen Nachweis erbringst du über den Orientierungstest auf www.was-studiere-ich.de. Eine vorherige Berufsausbildung ist nicht erforderlich.
Die Bewerbungsfristen sind der wichtigste formale Punkt. Für das Wintersemester endet die Frist am 30. September, für das Sommersemester am 15. März. Eine Bewerbung ins höhere Fachsemester ist zu denselben Terminen möglich.
Wird verlangt
Wird nicht verlangt
05 · Kosten
Was kostet das Studium der Rohstoffe?
Die Kosten bestehen hauptsächlich aus dem Semesterbeitrag. Zusätzliche Gebühren fallen für internationale Studierende an.
Die laufenden Kosten bestehen hauptsächlich aus dem Semesterbeitrag. Dieser deckt Verwaltungskosten und das Semesterticket ab. Zusätzliche Gebühren fallen für internationale Studierende an, deren Höhe variiert.
Genaue Beträge findest du auf der Website der Hochschule. Plane neben dem Semesterbeitrag auch Ausgaben für Lernmaterialien und gegebenenfalls für Fahrten zu Praktikumsorten ein, da das Studium einen hohen Praxisanteil hat.
06 · Im Vertrag
Stipendium der Stiftung Nachwachsende Rohstoffe: Diese Bedingungen gelten
Die Stiftung fördert gezielt Bachelor-Anfänger am TUM-Campus Straubing. Die finanzielle Unterstützung ist an klare Voraussetzungen geknüpft.
Die Stiftung Nachwachsende Rohstoffe vergibt Stipendien an Bachelor-Studienanfänger des TUM-Campus Straubing für Biotechnologie und Nachhaltigkeit. Die Förderung wird vierteljährlich in Höhe von 300 Euro über einen Zeitraum von zwei Jahren ausgezahlt, insgesamt also 2.400 Euro.
Die Stipendien richten sich vor allem an Studenten, die nur geringe finanzielle Mittel zur Verfügung haben. Die Förderung wird durch Unternehmen, Regionalbanken und Privatpersonen aus Ostbayern gestiftet. Ein aktuelles Stipendium finanziert die Sparkasse Niederbayern-Mitte.
Du musst am TUM-Campus Straubing studieren, Bachelor-Studienanfänger sein und dich für das Thema Nachwachsende Rohstoffe interessieren. Die Bewerbung erfolgt per E-Mail an die Stiftung. Genauere Informationen über erforderliche Bewerbungsunterlagen erhältst du nach der Kontaktaufnahme.
Förderbedingungen im Überblick
07 · Checkliste
Checkliste: Das solltest du für die Bewerbung um das Stipendium vorbereiten
Die Bewerbung erfolgt direkt per E-Mail an die Stiftung. Halte deine Unterlagen bereit, um den Prozess zu beschleunigen.
Die Stiftung ist keine Riesenstiftung und hat nur wenig Kapital, daher freut sie sich über jede Bewerbung.
- Prüfe, ob du am TUM-Campus Straubing für Biotechnologie und Nachhaltigkeit eingeschrieben bist.
- Formuliere dein Interesse am Thema Nachwachsende Rohstoffe und deine wissenschaftlichen Ziele.
- Stelle deine finanzielle Situation nachvollziehbar dar, da die Förderung vor allem auf Bedürftigkeit abzielt.
- Sende deine Bewerbung an info@StiftungNachwachsendeRohstoffe.de.
- Erkundige dich nach den erforderlichen Bewerbungsunterlagen, da diese nicht öffentlich gelistet sind.
Deine To-dos für die Stipendienbewerbung
Prüfe, ob du am TUM-Campus Straubing für Biotechnologie und Nachhaltigkeit eingeschrieben bist.
Formuliere dein Interesse am Thema Nachwachsende Rohstoffe.
Stelle deine finanzielle Situation nachvollziehbar dar.
Sende deine Bewerbung an info@StiftungNachwachsendeRohstoffe.de.
Erkundige dich nach den erforderlichen Bewerbungsunterlagen.
08 · Fehler vermeiden
Typische Fehler bei der Studienwahl im Rohstoffbereich
Viele Studierende unterschätzen die Interdisziplinarität oder verwechseln die beiden großen Studienfelder. Diese Fehler lassen sich vermeiden.
- Du hältst Nachwachsende Rohstoffe für ein reines Biologiestudium: Tatsächlich sind Verfahrenstechnik, Ökonomie und Chemie ebenso wichtig.
- Du verwechselst Rohstoffgewinnung mit Nachwachsenden Rohstoffen: Ersteres befasst sich mit Metallen und Gesteinen, Letzteres mit Biomasse.
- Du ignorierst die Bewerbungsfristen: Für das Wintersemester endet die Frist am 30. September, für das Sommersemester am 15. März.
- Du übersiehst das Teilzeitstudium: Ab dem Wintersemester 2025/26 ist der Bachelor in Hohenheim auch in Teilzeit möglich.
Häufige Missverständnisse und wie du sie umgehst
09 · Hintergrund
Berufsaussichten nach dem Studium der Rohstoffe
Absolventen arbeiten an der Schnittstelle von Technik, Ökologie und Wirtschaft. Die Nachfrage nach Fachkräften für die Bioökonomie und das Recycling steigt.
Mit einem Abschluss im Bereich Nachwachsende Rohstoffe und Bioenergie bist du auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt. Du kannst in der Industrie, in Forschungseinrichtungen oder in der Beratung tätig werden. Typische Arbeitgeber sind Unternehmen der Bioökonomie, Anlagenbauer für erneuerbare Energien, Forschungsinstitute wie das Fraunhofer-Institut oder Behörden im Umwelt- und Agrarbereich.
Im Hüttenwesen und der Rohstoffgewinnung qualifizierst du dich für die Rohstoffindustrie, Recyclingunternehmen und Ingenieurbüros. Der Fokus auf Wiederverwertung gewinnt dabei zunehmend an Bedeutung, weil die nachhaltige Nutzung von Energie und Rohstoffen eine der großen Herausforderungen unserer Zeit ist.
Die starke Interdisziplinarität macht dich für Arbeitgeber besonders attraktiv. Du vereinst naturwissenschaftliche, technische und wirtschaftliche Kompetenzen und kannst die gesamte Wertschöpfungskette vom Acker beziehungsweise von der Lagerstätte bis zum Endprodukt beurteilen.
Mit einem Abschluss im Bereich Nachwachsende Rohstoffe und Bioenergie bist du auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt. Du kannst in der Industrie, in Forschungseinrichtungen oder in der Beratung tätig werden.
Typische Arbeitgeber sind Unternehmen der Bioökonomie, Anlagenbauer für erneuerbare Energien, Forschungsinstitute wie das Fraunhofer-Institut oder Behörden im Umwelt- und Agrarbereich.
Im Hüttenwesen und der Rohstoffgewinnung qualifizierst du dich für die Rohstoffindustrie, Recyclingunternehmen und Ingenieurbüros. Der Fokus auf Wiederverwertung gewinnt dabei zunehmend an Bedeutung.
Häufige Fragen
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