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MagazineFinanzenInvestieren ESG ETF für Studenten
FinanzbildungInvestieren9 Min.

ESG ETF für Studenten: Nachhaltig investieren, ohne Vorkenntnisse

Du willst dein Geld nicht nur vermehren, sondern auch Gutes tun? Ein ESG ETF für Studenten ist der einfachste Einstieg. Wir zeigen dir, wie du mit kleinem Budget und ohne Vorwissen startest.

NachhaltigkeitETF-SparenErste Schritte
Brauche ich das?
Ja, sinnvoll.
Für langfristigen Vermögensaufbau mit Werten.
Wie viel Geld?
Schon ab 1 Euro
Per Sparplan ohne Mindestbetrag möglich.
Ist das riskant?
Risiko streuen
Durch breite Streuung über tausende Firmen.
Wo anfangen?
Depot eröffnen
Bei einem günstigen Online-Broker deiner Wahl.

Warum dich das Thema jetzt betrifft

Vielleicht denkst du, dass Investieren erst etwas für später ist, wenn du ein festes Gehalt hast. Doch genau jetzt, als Student, hast du einen entscheidenden Vorteil: Zeit. Dein Geld kann über Jahrzehnte wachsen und vom Zinseszinseffekt profitieren. Schon kleine Beträge, die du heute zurücklegst, können später einen großen Unterschied machen.

Gleichzeitig wächst das Bewusstsein dafür, wohin unser Geld fließt. Viele Banken investieren in fossile Energien, Waffen oder umstrittene Industrien. Mit einem ESG ETF hast du die Möglichkeit, deine Geldanlage mit deinen Werten in Einklang zu bringen. Du musst kein Aktienprofi sein, um einen positiven Einfluss zu nehmen.

Die Finanzwelt hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Nachhaltige Geldanlagen sind längst kein Nischenprodukt mehr, sondern gehören zum Standardangebot jeder Bank. Das bedeutet für dich: Du hast die Wahl, und du kannst diese Wahl bewusst treffen. Es geht nicht darum, perfekt zu sein, sondern darum, einen ersten Schritt zu machen.

Dieser Ratgeber ist dein Fahrplan. Wir erklären dir Schritt für Schritt, was ein ESG ETF ist, wie er funktioniert und wie du konkret loslegen kannst. Du musst kein Vorwissen mitbringen, nur die Bereitschaft, dich mit deinen Finanzen zu beschäftigen. Das ist eine der wichtigsten Fähigkeiten, die du für dein späteres Leben lernen kannst.

~3.000
Unternehmen sind in einem typischen ESG ETF enthalten.
0,2 % p.a.
Liegen die laufenden Kosten vieler großer ESG ETFs.
1 Euro
Reicht oft schon für den Start eines Sparplans.

Was bedeutet ESG und was ist ein ETF?

Die Abkürzung ESG steht für Environmental, Social und Governance. Das sind drei Kriterien, anhand derer Unternehmen bewertet werden. Environmental bezieht sich auf den Umgang mit der Umwelt, etwa CO2-Ausstoß oder Wasserverbrauch. Social steht für soziale Verantwortung, wie Arbeitsbedingungen oder Menschenrechte. Governance betrifft die Unternehmensführung, zum Beispiel Korruptionsbekämpfung oder Transparenz.

Ein ETF, das ist die Abkürzung für Exchange Traded Fund, ist ein börsengehandelter Fonds. Stell dir vor, du kaufst nicht eine einzelne Aktie, sondern einen Korb voller Aktien. Dieser Korb bildet einen bestimmten Index nach, zum Beispiel den MSCI World. So investierst du mit einem einzigen Kauf in hunderte oder tausende Unternehmen weltweit.

Ein ESG ETF kombiniert diese beiden Konzepte. Er bildet einen Index nach, der nur aus Unternehmen besteht, die bestimmte Nachhaltigkeitskriterien erfüllen. Unternehmen aus Branchen wie Tabak, Waffen oder Kohle werden in der Regel ausgeschlossen. Andere Unternehmen werden besonders gewichtet, wenn sie zum Beispiel erneuerbare Energien fördern.

Das Schöne daran: Du musst keine einzelnen Aktien analysieren. Der ETF erledigt die Auswahl für dich, automatisch und nach festen Regeln. Du kaufst also ein fertiges Paket, das deine Werte widerspiegelt. Das macht ESG ETFs zur idealen Wahl für Einsteiger, die nachhaltig investieren möchten, ohne sich tagtäglich mit der Börse beschäftigen zu müssen.

So funktioniert ein ESG ETF im Detail

Die Funktionsweise ist einfacher, als du denkst. Ein Fondsanbieter, zum Beispiel iShares oder Xtrackers, legt einen Fonds auf, der einen bestimmten Index nachbildet. Dieser Index enthält nur Unternehmen, die die ESG-Kriterien erfüllen. Wenn du Anteile an diesem ETF kaufst, besitzt du einen winzigen Bruchteil aller enthaltenen Unternehmen.

Der Wert deines ETFs schwankt täglich, weil die Aktienkurse der enthaltenen Unternehmen schwanken. Wenn die Unternehmen im Index insgesamt profitabel sind, steigt der Wert deines ETFs. Wenn es der Wirtschaft schlecht geht, kann der Wert auch fallen. Langfristig, über Zeiträume von zehn Jahren oder mehr, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Wert steigt.

Du kannst einen ETF entweder einmalig kaufen oder per Sparplan besparen. Ein Sparplan ist besonders für Studenten interessant, weil du damit regelmäßig kleine Beträge investieren kannst. Du legst zum Beispiel fest, dass jeden Monat 25 Euro von deinem Konto abgebucht und in den ETF investiert werden. So baust du automatisch und diszipliniert Vermögen auf.

Die Erträge, also die Gewinne aus Dividenden und Kurssteigerungen, werden in der Regel direkt wieder investiert. Das nennt man thesaurierend. So profitierst du vom Zinseszinseffekt: Deine Gewinne erwirtschaften selbst wieder Gewinne. Mit der Zeit wächst dein Vermögen immer schneller, ohne dass du zusätzliches Geld einzahlen musst.

Was kostet ein ESG ETF und was bekommst du dafür?

Kosten sind ein wichtiges Thema, denn sie schmälern deine Rendite. Bei ETFs gibt es zwei Arten von Kosten: die laufenden Kosten und die Transaktionskosten. Die laufenden Kosten, auch TER genannt, werden jährlich vom Fondsvermögen abgezogen. Sie decken die Verwaltung des Fonds ab und liegen bei großen ESG ETFs oft unter einem Prozent pro Jahr.

Die Transaktionskosten fallen an, wenn du Anteile kaufst oder verkaufst. Viele Online-Broker bieten mittlerweile kostenlose Sparpläne an, bei denen du keine Kaufgebühr zahlst. Das ist ideal für den Einstieg mit kleinen Beträgen. Achte aber darauf, dass es auch versteckte Kosten geben kann, zum Beispiel für die Kontoführung oder den Verkauf.

Was bekommst du für diese Kosten? Du erhältst ein professionell verwaltetes Portfolio aus mehreren tausend Unternehmen. Du müsstest selbst nie in der Lage sein, eine solche Diversifikation zu erreichen. Außerdem sparst du Zeit, weil du dich nicht um die Auswahl einzelner Aktien kümmern musst. Die Kosten sind also eine Art Servicegebühr für Bequemlichkeit und Sicherheit.

Ein wichtiger Tipp: Vergleiche die Kosten verschiedener ETFs, bevor du dich entscheidest. Die Unterschiede mögen klein erscheinen, aber über lange Zeiträume machen sie einen großen Unterschied. Ein ETF mit 0,2 Prozent Kosten ist einem mit 0,5 Prozent deutlich überlegen, wenn die Wertentwicklung ähnlich ist. Achte also auf die TER, aber lass dich nicht von minimalen Unterschieden verrückt machen.

Worauf du bei der Auswahl achten solltest

Nicht alle ESG ETFs sind gleich. Es gibt verschiedene Indizes, die unterschiedliche Kriterien anlegen. Manche schließen nur die schlimmsten Umweltsünder aus, andere setzen auf Unternehmen mit besonders guten Nachhaltigkeitsleistungen. Informiere dich, welche Strategie der Index verfolgt und ob sie zu deinen Werten passt.

Ein wichtiger Punkt ist die Größe des Fonds. Ein großer ETF mit einem hohen Fondsvolumen ist in der Regel stabiler und hat geringere Spreads, also geringere Unterschiede zwischen Kauf- und Verkaufspreis. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass der Fonds aufgelöst wird. Achte also auf ETFs mit einem Fondsvolumen von mehreren hundert Millionen Euro.

Die Wahl des Index ist entscheidend. Der MSCI World SRI ist ein beliebter Index, der nur die besten 25 Prozent der Unternehmen aus dem MSCI World nach ESG-Kriterien enthält. Andere Indizes wie der FTSE4Good haben ähnliche Ansätze. Vergleiche die Zusammensetzung und die Wertentwicklung der verschiedenen Indizes, um eine fundierte Entscheidung zu treffen.

Achte auch auf die Währung des ETFs. Es gibt ETFs in Euro und in US-Dollar. Für deutsche Anleger ist ein ETF in Euro oft einfacher, weil du kein Währungsrisiko hast. Das Währungsrisiko bedeutet, dass der Wert deiner Anlage schwanken kann, wenn sich der Wechselkurs zwischen Euro und Dollar ändert. Wähle also einen ETF, der in Euro gehandelt wird.

Typische Fehler, die du vermeiden solltest

Der größte Fehler ist, gar nicht erst anzufangen. Viele Studenten denken, sie hätten zu wenig Geld oder zu wenig Wissen. Doch wie du gelernt hast, reichen schon kleine Beträge und ein einfacher ETF. Der zweitgrößte Fehler ist, auf den perfekten Zeitpunkt zu warten. Niemand kann den Markt vorhersagen, also ist jetzt der beste Zeitpunkt, um zu starten.

Ein weiterer Fehler ist, zu viel in einzelne Aktien zu investieren. Das ist riskant, weil du stark von einem Unternehmen abhängig bist. Ein ESG ETF bietet dir die nötige Streuung. Vermeide es auch, ständig zu handeln. Kaufe und halte, das ist die bewährte Strategie für langfristigen Vermögensaufbau. Häufiges Umschichten kostet nur Gebühren und mindert deine Rendite.

Viele Anfänger schauen zu oft auf den Kontostand und geraten in Panik, wenn die Kurse fallen. Das ist normal, aber du solltest dich davon nicht verunsichern lassen. Kursschwankungen sind Teil des Spiels. Wenn du langfristig investierst, sind kurzfristige Verluste nur Papierverluste. Wichtig ist, dass du deinen Plan durchziehst und nicht bei einem Dip verkaufst.

Schließlich solltest du dich nicht von Trends oder Tipps aus dem Internet leiten lassen. Es gibt keine Garantie für Gewinne, und wer dir das verspricht, der lügt. Vertraue auf die breite Streuung und die langfristige Entwicklung der Weltwirtschaft. Ein ESG ETF ist keine Wette auf ein einzelnes Unternehmen, sondern eine Wette auf die Zukunft der nachhaltigen Wirtschaft.

Dein konkreter Fahrplan in fünf Schritten

Schritt eins: Informiere dich über die verschiedenen ESG ETFs. Du kannst dafür Vergleichsportale im Internet nutzen oder die Websites der Fondsanbieter besuchen. Achte auf die Kriterien, die wir besprochen haben: Index, Fondsgröße, Kosten und Währung. Notiere dir zwei oder drei Favoriten, die für dich in Frage kommen.

Schritt zwei: Eröffne ein Depot bei einem Online-Broker. Das geht heutzutage komplett digital und dauert nur wenige Minuten. Achte darauf, dass der Broker kostenlose Sparpläne anbietet und eine benutzerfreundliche App hat. Viele Broker haben spezielle Angebote für junge Anleger, also schau dich um und vergleiche die Konditionen.

Schritt drei: Richte einen Sparplan ein. Lege fest, welchen Betrag du monatlich investieren möchtest. Beginne mit einem Betrag, den du wirklich entbehren kannst, zum Beispiel 25 oder 50 Euro. Du kannst den Betrag jederzeit erhöhen oder senken. Wichtig ist, dass du regelmäßig investierst, unabhängig von der Marktlage.

Schritt vier: Überwache dein Investment, aber nicht zu häufig. Ein Blick pro Monat oder pro Quartal ist völlig ausreichend. Überprüfe, ob der ETF noch zu deinen Werten passt und ob die Kosten angemessen sind. Ansonsten lass dein Geld arbeiten. Schritt fünf: Bleib dran. Der Schlüssel zum Erfolg ist Kontinuität. Auch wenn es mal schlecht läuft, halte an deinem Plan fest.

Langfristig denken: Dein Studium und deine Finanzen

Dein Studium ist eine Investition in deine Zukunft, und dein ESG ETF ist es auch. Beide erfordern Geduld und Disziplin. Du gehst nicht zur Uni, um nach einem Semester ein fertiger Experte zu sein. Genauso ist es mit dem Investieren. Es ist ein Marathon, kein Sprint. Je früher du startest, desto besser.

Die Gewohnheit, regelmäßig zu sparen und zu investieren, wird dir dein ganzes Leben lang zugutekommen. Du lernst, mit Geld umzugehen, Risiken einzuschätzen und langfristig zu planen. Diese Fähigkeiten sind genauso wertvoll wie dein Studienabschluss. Sie geben dir finanzielle Unabhängigkeit und Sicherheit.

Vielleicht hast du Angst, etwas falsch zu machen. Das ist verständlich, aber lass dich davon nicht lähmen. Fehler gehören zum Lernprozess dazu. Wichtig ist, dass du aus ihnen lernst und weitermachst. Der größte Fehler wäre, nichts zu tun und dein Geld auf dem Girokonto liegen zu lassen, wo es durch die Inflation an Wert verliert.

Stell dir vor, du bist 30 Jahre alt und hast zehn Jahre lang regelmäßig in einen ESG ETF investiert. Du hättest nicht nur ein beachtliches Vermögen aufgebaut, sondern auch ein Zeichen gesetzt. Du hättest Unternehmen unterstützt, die Verantwortung übernehmen. Das ist ein gutes Gefühl, das du dir schon heute ermöglichen kannst.

Häufige Fragen und Antworten zum Einstieg

Viele Studenten fragen sich, ob sie überhaupt genug Geld haben. Die Antwort ist ja, denn schon 25 Euro im Monat können über zehn Jahre eine beachtliche Summe ergeben. Der Zinseszinseffekt macht den Rest. Es geht nicht um den Betrag, sondern um die Regelmäßigkeit. Du wirst sehen, dass es dir leichtfällt, auf den ein oder anderen Kaffee zu verzichten.

Eine andere Frage ist, ob ESG ETFs wirklich nachhaltig sind. Das ist eine berechtigte Frage, denn die Kriterien sind nicht immer streng. Ein ESG ETF ist kein perfektes Investment, aber er ist besser als ein herkömmlicher ETF. Er schließt die schlimmsten Unternehmen aus und fördert die besten. Wenn du eine noch strengere Nachhaltigkeit möchtest, gibt es auch Themen-ETFs, zum Beispiel für erneuerbare Energien.

Schließlich fragen sich viele, ob sie ihr Geld nicht besser auf einem Tagesgeldkonto anlegen sollten. Das ist sicherer, aber die Zinsen sind niedrig, und die Inflation frisst die Kaufkraft auf. Langfristig bietet der Aktienmarkt die besseren Renditechancen. Ein ESG ETF ist also eine sinnvolle Ergänzung zu deinem Notgroschen auf dem Tagesgeldkonto.

Kurzer Selbst-Check: Brauchst du das?

Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.

Kannst du monatlich 25 Euro für 10 Jahre entbehren?
Möchtest du Unternehmen mit schlechter Umweltbilanz meiden?
Ist dir langfristiges Sparen wichtiger als schnelle Gewinne?
Beantworte die Fragen für deine Empfehlung.

Häufige Fragen

Du kannst schon mit einem Euro pro Monat starten, wenn dein Broker einen entsprechenden Sparplan anbietet. Für den Einstieg empfehlen sich aber 25 bis 50 Euro, um einen sinnvollen Betrag aufzubauen. Wichtig ist, dass du den Betrag regelmäßig investierst.

Keine Geldanlage ist völlig sicher, und auch ein ESG ETF unterliegt Kursschwankungen. Langfristig, über Zeiträume von zehn Jahren oder mehr, sind die Risiken jedoch überschaubar. Durch die breite Streuung über tausende Unternehmen reduzierst du das Risiko einzelner Firmenpleiten.

Du kannst einen ESG ETF bei jedem Online-Broker kaufen, zum Beispiel bei Trade Republic, Scalable Capital oder der ING. Achte darauf, dass der Broker kostenlose Sparpläne anbietet und eine benutzerfreundliche App hat. Ein Depot zu eröffnen ist in wenigen Minuten erledigt.

Ein ETF wird passiv verwaltet und bildet einen Index nach, während ein Aktienfonds aktiv von einem Manager verwaltet wird. ETFs sind in der Regel günstiger und transparenter. Für die meisten Anleger sind ETFs die bessere Wahl, weil sie langfristig oft besser abschneiden.

Ja, du kannst deine ETF-Anteile jederzeit an der Börse verkaufen. Das Geld wird dir dann in der Regel innerhalb weniger Tage auf dein Konto überwiesen. Beachte, dass du bei einem Verkauf eventuell Steuern auf deine Gewinne zahlen musst.

Es gibt keinen eindeutigen Gewinner, da es auf deine persönlichen Präferenzen ankommt. Beliebte Optionen sind der iShares MSCI World SRI oder der Xtrackers MSCI World ESG. Vergleiche die Kosten, die Fondsgröße und die enthaltenen Unternehmen, um deine Entscheidung zu treffen.

Der 5-Minuten-Finanzkurs

Eine Mail pro Woche: Investieren, BAföG, erstes Investieren, ohne Fachchinesisch, ohne Verkaufsdruck.

SR

StudySmarter-Redaktion

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Redaktionell geprüft. Stand: 31.08.2026, nächste Prüfung: 03/2027. Dieser Artikel ist Finanzbildung, keine Rechts- oder Steuerberatung.