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FinanzbildungInvestieren10 Min.

Rohstoffe für Anfänger: So profitierst du von den Bausteinen der Wirtschaft

Ob Benzin, Smartphone oder Brot: Rohstoffe stecken in fast allem. Wer ihre Preise versteht, kann 2026 von globalen Trends profitieren. Dieser Leitfaden erklärt dir die Grundlagen für den Einstieg.

RohstoffwissenErste SchritteGold & Öl
Brauche ich das?
Nicht zwingend.
Aber Rohstoffe können dein Depot stabiler machen.
Wie funktioniert das?
Über Fonds oder ETCs.
So kaufst du einfach viele Rohstoffe auf einmal.
Wie viel riskieren?
Nur einen kleinen Teil.
Rohstoffpreise schwanken oft stark und schnell.
Wo anfangen?
Mit einem breiten Fonds.
Der verteilt dein Geld auf viele verschiedene Rohstoffe.

Warum Rohstoffe auch dein Leben betreffen

Schau dich in deinem Zimmer um. Dein Smartphone enthält seltene Erden, deine Kleidung besteht oft aus Kunststoffen auf Erdölbasis und die Fensterrahmen aus Aluminium. Rohstoffe sind die unsichtbaren Bausteine unseres Alltags. Wenn ihre Preise steigen, wird vieles teurer, was du täglich kaufst. Das nennt man Inflation, und die spürst du direkt an der Supermarktkasse oder an der Tankstelle.

Gleichzeitig sind Rohstoffe aber auch eine Anlageklasse. Das bedeutet, du kannst sie kaufen und verkaufen, um Geld zu verdienen. Während Aktien Anteile an Unternehmen sind, sind Rohstoffe physische Güter wie Gold, Öl, Weizen oder Kupfer. Ihr Preis wird durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Wenn eine Dürre die Weizenernte vernichtet, steigt der Preis. Wenn Ölförderländer mehr fördern, sinkt er.

Für dich als Anleger ist das interessant, weil Rohstoffe sich oft anders entwickeln als Aktien. In Zeiten von Krisen oder hoher Inflation können sie stabilisierend wirken. Gold gilt seit Jahrtausenden als sicherer Hafen. Aber auch Industriemetalle wie Kupfer profitieren von langfristigen Trends wie der Elektromobilität. Denn ein Elektroauto benötigt deutlich mehr Kupfer als ein Verbrenner.

Der Einstieg ist heute einfacher als je zuvor. Du brauchst kein Lagerhaus und keinen Lastwagen. Mit modernen Finanzprodukten kannst du ab kleinen Beträgen in Rohstoffe investieren. Wichtig ist, dass du verstehst, was du kaufst und welche Risiken du eingehst. Dieser Artikel begleitet dich Schritt für Schritt auf diesem Weg.

~10 %
Anteil Gold an einem klassischen Rohstoffkorb
24/7
Handel an vielen Rohstoffbörsen möglich
1.000+
Produkte, die an der Börse auf Rohstoffe abbilden

Die wichtigsten Rohstoffgruppen im Überblick

Rohstoffe werden grob in vier Kategorien eingeteilt. Die erste Gruppe sind die Energierohstoffe. Dazu zählen Erdöl, Erdgas und Kohle. Sie treiben die Weltwirtschaft an und sind für den Transport und die Stromerzeugung entscheidend. In den letzten Jahren kommen auch sogenannte grüne Rohstoffe wie Wasserstoff oder Biomasse hinzu, die für die Energiewende wichtig sind.

Die zweite Gruppe sind die Edelmetalle. Gold, Silber, Platin und Palladium gehören dazu. Gold wird vor allem als Wertaufbewahrungsmittel genutzt, Silber hat zusätzlich viele industrielle Anwendungen, etwa in der Elektronik oder in der Solartechnik. Platin und Palladium werden hauptsächlich in Katalysatoren von Autos verbaut. Diese Metalle gelten oft als sicherer Hafen in unsicheren Zeiten.

Die dritte Gruppe sind die Industriemetalle. Dazu gehören Kupfer, Aluminium, Zink und Nickel. Sie werden für den Bau von Gebäuden, Maschinen und Fahrzeugen benötigt. Kupfer wird wegen seiner hervorragenden Leitfähigkeit auch als 'Dr. Kupfer' bezeichnet, weil seine Nachfrage die wirtschaftliche Gesundheit widerspiegelt. Wenn die Industrie boomt, steigt der Kupferpreis.

Die vierte Gruppe sind die Agrarrohstoffe. Dazu zählen Weizen, Mais, Soja, Kaffee und Kakao. Sie sind lebensnotwendig und ihre Preise hängen stark vom Wetter ab. Auch tierische Produkte wie Schweinebäuche oder Rindfleisch gehören dazu. Diese Gruppe ist besonders volatil, da sie von Ernteausfällen, politischen Entscheidungen und dem Wetter abhängt. Für Anfänger sind breit gestreute Fonds oft die bessere Wahl.

Wie du als Anfänger in Rohstoffe investieren kannst

Es gibt verschiedene Wege, in Rohstoffe zu investieren. Der direkteste Weg wäre, physisches Gold zu kaufen, also Münzen oder Barren. Das ist greifbar und beruhigend, aber du musst es sicher aufbewahren, etwa in einem Bankschließfach. Bei anderen Rohstoffen wie Öl oder Weizen ist der physische Kauf für Privatpersonen praktisch unmöglich, weil du sie nicht lagern kannst.

Die einfachste Möglichkeit für Anfänger sind börsengehandelte Fonds, sogenannte ETFs. Ein ETF auf Rohstoffe bildet einen Index ab, der die Preisentwicklung vieler Rohstoffe bündelt. Du kaufst also mit einem einzigen Wertpapier einen ganzen Korb voller Rohstoffe. Das reduziert dein Risiko, weil du nicht auf einen einzelnen Rohstoff setzt. Solche ETFs kannst du wie Aktien über dein Depot kaufen.

Eine weitere Option sind ETCs, also börsengehandelte Rohstoffpapiere. Sie funktionieren ähnlich wie ETFs, sind aber rechtlich anders aufgebaut. Während ein ETF das Geld in echte Rohstoffe oder Terminkontrakte investiert, ist ein ETC ein Schuldschein des Emittenten. Das bedeutet, du trägst ein zusätzliches Ausfallrisiko des Anbieters. Für Einsteiger sind breit aufgestellte ETFs meist die sicherere Wahl.

Zudem gibt es Aktien von Rohstoffunternehmen. Du kaufst dann Anteile an Minenkonzernen, Ölfirmen oder Agrarunternehmen. Das ist aber keine direkte Rohstoffinvestition, sondern eine Aktieninvestition. Der Aktienkurs hängt nicht nur vom Rohstoffpreis ab, sondern auch von der Unternehmensführung, den Kosten und anderen Faktoren. Diese Option ist komplexer und eher etwas für fortgeschrittene Anleger.

Was du über Kosten und Gebühren wissen musst

Kosten sind ein entscheidender Faktor bei jeder Geldanlage. Bei Rohstoff-ETFs zahlst du eine jährliche Verwaltungsgebühr, die sogenannte TER. Diese liegt bei breit aufgestellten Fonds meist im niedrigen Prozentbereich. Sie wird direkt von deinem Investment abgezogen. Zusätzlich fallen beim Kauf und Verkauf Ordergebühren deiner Bank oder deines Brokers an. Diese solltest du vor dem Kauf vergleichen.

Bei physischem Gold zahlst du einen Aufschlag auf den aktuellen Goldpreis, den sogenannten Spread. Das ist die Differenz zwischen An- und Verkaufspreis. Zudem kommen Kosten für die Lagerung hinzu, etwa für ein Schließfach. Diese Kosten können bei kleinen Anlagebeträgen schnell einen großen Teil deiner Rendite auffressen. Daher lohnt sich physisches Gold eher für größere Summen.

Bei ETCs und anderen Zertifikaten gibt es oft versteckte Kosten. Manche Produkte haben eine jährliche Gebühr, andere nicht. Wichtig ist auch der Rollverlust. Viele Rohstoff-Fonds investieren nicht in den physischen Rohstoff, sondern in Terminkontrakte. Diese müssen regelmäßig erneuert werden, was Kosten verursachen kann. Diese Kosten sind nicht offensichtlich, aber sie schmälern deine Rendite.

Ein guter Rat für Anfänger: Achte auf die Gesamtkostenquote und lies das Produktdatenblatt. Vergleiche verschiedene Anbieter, bevor du dich entscheidest. Ein scheinbar günstiger Fonds kann durch versteckte Kosten teurer werden als ein anderer. Transparenz ist hier das A und O. Frage deinen Broker oder nutze Vergleichsportale, um die Kosten im Blick zu behalten.

Worauf du bei der Auswahl unbedingt achten solltest

Bevor du in Rohstoffe investierst, solltest du dir über deine Ziele klar werden. Geht es dir um Stabilität in Krisenzeiten, dann ist Gold eine klassische Wahl. Geht es dir um Wachstum, weil du an die Energiewende glaubst, dann könnten Industriemetalle wie Kupfer oder Lithium interessant sein. Deine persönliche Lebenssituation und dein Anlagehorizont spielen eine große Rolle.

Ein wichtiger Punkt ist die Streuung. Setze niemals alles auf eine Karte. Ein breit aufgestellter Rohstoff-ETF, der alle vier Gruppen abdeckt, ist für Anfänger oft die beste Wahl. So profitierst du von der Entwicklung vieler Rohstoffe und bist nicht vom Schicksal eines einzelnen abhängig. Die Volatilität, also die Schwankungsbreite, wird dadurch reduziert.

Achte auch auf die Liquidität des Produkts. Ein Fonds mit hohem Handelsvolumen ist einfacher zu kaufen und zu verkaufen. Bei illiquiden Produkten kann es passieren, dass du einen schlechteren Preis bekommst oder im schlimmsten Fall nicht schnell genug verkaufen kannst. Große und etablierte Fonds von bekannten Anbietern sind hier meist die sichere Wahl.

Schließlich solltest du die steuerliche Behandlung verstehen. In Deutschland werden Gewinne aus Rohstoff-ETFs unter bestimmten Umständen anders besteuert als Aktiengewinne. Bei physischem Gold, das länger als ein Jahr gehalten wird, ist der Gewinn steuerfrei. Bei Fonds kann die Vorabpauschale anfallen. Informiere dich vorher oder lass dich von einem Steuerberater beraten, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Typische Fehler, die du als Anfänger vermeiden solltest

Der häufigste Fehler ist, zu viel Geld in einen einzelnen Rohstoff zu stecken. Wenn du nur auf Gold setzt und der Preis fällt, verlierst du stark. Rohstoffpreise sind extrem volatil. Ein Preissturz von rund 20 Prozent ist keine Seltenheit. Wer sein ganzes Vermögen in Öl investiert, kann schnell große Verluste erleiden. Streuung ist daher das wichtigste Gebot.

Ein weiterer Fehler ist das Timing. Viele Anfänger kaufen, wenn die Preise bereits stark gestiegen sind, aus Angst, etwas zu verpassen. Das nennt man Herdentrieb. Wenn dann die Korrektur kommt, sitzen sie auf Verlusten. Besser ist es, regelmäßig einen festen Betrag zu investieren, zum Beispiel monatlich. Diese Strategie nennt sich Cost-Average-Effekt und glättet Kursschwankungen.

Viele unterschätzen auch die Bedeutung von Angebot und Nachfrage. Es reicht nicht, nur auf die Nachrichten zu schauen. Du musst verstehen, warum ein Preis steigt oder fällt. Geopolitische Krisen, Naturkatastrophen oder technologische Durchbrüche können die Preise stark beeinflussen. Eine gründliche Recherche ist unerlässlich, bevor du dein Geld investierst.

Schließlich solltest du niemals Geld investieren, das du in den nächsten Jahren benötigst. Rohstoffe sind eine langfristige Anlage. Wenn du kurzfristig Geld brauchst und der Markt gerade schlecht steht, musst du mit Verlust verkaufen. Plane deine Investitionen so, dass du sie mindestens fünf bis zehn Jahre ruhen lassen kannst. Nur so kannst du von den langfristigen Trends profitieren.

Dein konkreter Fahrplan für den Einstieg in Rohstoffe

Bevor du loslegst, solltest du dein bestehendes Depot prüfen. Hast du schon ein Konto bei einer Bank oder einem Online-Broker? Wenn nicht, eröffne ein kostenloses oder kostengünstiges Depot. Achte auf die Gebühren für den Handel und die Verwaltung. Viele Neobroker bieten inzwischen auch den Handel mit Rohstoff-ETFs zu günstigen Konditionen an.

Im zweiten Schritt informierst du dich über konkrete Produkte. Suche nach einem breit aufgestellten Rohstoff-ETF, der einen Index wie den Bloomberg Commodity Index abbildet. Dieser enthält alle wichtigen Rohstoffgruppen. Vergleiche die Kosten und die Wertentwicklung der letzten Jahre. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist zwar keine Garantie für die Zukunft, aber sie gibt dir einen Anhaltspunkt.

Dann legst du dein Budget fest. Als Faustregel gilt: Investiere nur einen kleinen Teil deines Vermögens in Rohstoffe, viele Experten empfehlen einen Anteil von fünf bis zehn Prozent. Der Rest sollte in breit gestreute Aktien-ETFs und sichere Anlagen fließen. Rohstoffe sind eine Beimischung, kein Ersatz für ein solides Basisdepot.

Starte mit einer kleinen Summe und beobachte, wie sich dein Investment entwickelt. Lerne, die Kurse zu lesen und die Nachrichten zu verfolgen. Nach einigen Monaten hast du ein Gefühl für die Schwankungen und kannst entscheiden, ob du deinen Anteil erhöhen möchtest. Der Einstieg in Rohstoffe ist ein Lernprozess, der Geduld und Disziplin erfordert.

Dein Risikomanagement: So schützt du dein Kapital

Risikomanagement ist das A und O jeder Geldanlage. Bei Rohstoffen ist die Volatilität besonders hoch. Das bedeutet, die Kurse können schnell und stark schwanken. Um dein Kapital zu schützen, solltest du niemals alles auf einmal investieren. Verteile deine Käufe über mehrere Monate. So reduzierst du das Risiko, zu einem ungünstigen Zeitpunkt alles zu kaufen.

Setze dir klare Grenzen. Überlege vorher, wie viel Verlust du verkraften kannst. Wenn du dir ein Limit setzt, zum Beispiel bei minus rund 20 Prozent, dann halte dich auch daran. Es ist verlockend, auf eine Erholung zu hoffen, aber das kann zu noch größeren Verlusten führen. Disziplin ist hier wichtiger als Bauchgefühl.

Eine weitere Strategie ist die regelmäßige Überprüfung deines Portfolios. Mindestens einmal im Jahr solltest du schauen, wie sich deine Rohstoffinvestitionen entwickelt haben. Hat sich dein Anteil durch Kurssteigerungen stark erhöht, kannst du Gewinne mitnehmen und in andere Anlageklassen umschichten. Das nennt man Rebalancing und es hält dein Risiko konstant.

Denke auch an deine emotionale Verfassung. Wenn du nachts nicht schlafen kannst, weil deine Investition schwankt, dann ist dein Risiko zu hoch. Reduziere deinen Anteil an Rohstoffen, bis du dich wohlfühlst. Eine Geldanlage soll dein Leben bereichern, nicht belasten. Ein ruhiger Schlaf ist oft mehr wert als eine höhere Rendite.

Kurzer Selbst-Check: Brauchst du das?

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Häufige Fragen

Ja, aber nur als Beimischung im Depot. Du solltest die Grundlagen verstehen und mit kleinen Beträgen starten. Breit gestreute ETFs sind der einfachste Einstieg.

Viele Fonds kannst du bereits ab einem Euro besparen. Für eine sinnvolle Streuung empfehlen sich aber mindestens ein paar hundert Euro. Wichtig ist, dass du das Geld langfristig entbehren kannst.

Ein ETF ist ein Fonds, der das Geld der Anleger bündelt und in einen Korb von Rohstoffen investiert. Ein ETC ist ein Schuldschein des Emittenten. Bei einem ETC trägst du ein zusätzliches Ausfallrisiko.

Das kann niemand mit Sicherheit sagen. Kupfer und Lithium gelten wegen der Energiewende als vielversprechend. Gold bleibt ein stabiler Anker. Eine breite Streuung ist aber immer die sicherere Wahl.

In Deutschland unterliegen Gewinne aus Fonds der Abgeltungsteuer. Bei physischem Gold, das länger als ein Jahr gehalten wird, bleibt der Gewinn steuerfrei. Die Details sind komplex, eine Steuerberatung kann helfen.

Ja, das ist möglich, aber für Anfänger nicht empfehlenswert. Kurzfristiges Trading erfordert viel Erfahrung und Zeit. Die Gebühren und die Volatilität fressen schnell die Rendite auf. Langfristiges Investieren ist meist erfolgreicher.

Der 5-Minuten-Finanzkurs

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SR

StudySmarter-Redaktion

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Redaktionell geprüft. Stand: 30.08.2026, nächste Prüfung: 02/2027. Dieser Artikel ist Finanzbildung, keine Rechts- oder Steuerberatung.