Ratgeber · Investieren
REIT oder Fonds: Welche Immobilienanlage für dich die richtige ist
REITs und Fonds bilden beide Immobilien ab, funktionieren aber grundlegend verschieden. Deine Wahl hängt davon ab, ob du laufende Ausschüttungen, flexible Handelbarkeit oder eine breite Risikostreuung priorisierst.
10 Kapitel · 12 Min. Lesezeit · Aktualisiert 12.10.2026
Das Wichtigste
- REITs sind börsennotierte Immobiliengesellschaften mit hoher Ausschüttungspflicht, Fonds bündeln Kapital vieler Anleger.
- REITs handelst du wie Aktien über die Börse, offene Immobilienfonds kaufst du über die Fondsgesellschaft.
- REITs reagieren empfindlich auf Zinsänderungen, Fonds können je nach Konstruktion stabiler im Wert sein.
- Für beide Anlageformen fällt auf Dividenden und Kursgewinne die Abgeltungsteuer von 25 Prozent an.
01 · Grundlagen
Was ist ein REIT?
Ein Real Estate Investment Trust ist eine spezielle börsennotierte Gesellschaft, die in Immobilien investiert und dafür steuerliche Privilegien erhält. Im Gegenzug muss sie einen Großteil ihrer Gewinne ausschütten.
Die gesetzliche Ausschüttungspflicht ist das zentrale Merkmal. In den USA und vielen anderen Staaten müssen REITs mindestens 90 Prozent ihrer steuerpflichtigen Gewinne als Dividende an die Aktionäre auszahlen, in Australien sogar 100 Prozent. Diese Pflicht führt dazu, dass viele REITs ihre Dividende nicht nur jährlich, sondern vierteljährlich oder sogar monatlich überweisen.
Für dich bedeutet das: Du beteiligst dich an einem Unternehmen, dessen einzelne Aktie du an der Börse kaufen und verkaufen kannst. Die Gesellschaft bündelt das Kapital vieler Anleger und investiert es in Bürogebäude, Logistikzentren, Einkaufszentren oder Wohnanlagen. Manche REITs spezialisieren sich auf ein Segment, andere streuen über verschiedene Immobilienarten.
Rechtlich unterscheiden sich REITs von klassischen Immobilienunternehmen durch klare gesetzliche Vorgaben. In Deutschland regelt das REIT-Gesetz den Aufbau und die Bedingungen für den steuerprivilegierten Status. Die BaFin überwacht die Einhaltung dieser Regeln.
Kurz erklärt
Real Estate Investment Trust (REIT)
Eine börsennotierte Gesellschaft, die Kapital vieler Anleger bündelt und in Immobilien wie Bürogebäude, Logistikzentren oder Wohnanlagen investiert. Sie genießt steuerliche Vorteile und muss dafür mindestens 90 Prozent ihrer steuerpflichtigen Gewinne als Dividende ausschütten.
REITs ähneln strukturell einem Fonds, sind aber Unternehmen, deren einzelne Aktie du an der Börse handeln kannst.
02 · Grundlagen
Was ist ein Immobilienfonds?
Ein Immobilienfonds sammelt Geld von vielen Anlegern und investiert es in ein Portfolio aus Immobilien oder Immobilienaktien. Die Verwaltung übernimmt eine Fondsgesellschaft, du hältst Anteile am Fondsvermögen.
Immobilienfonds gibt es in mehreren Varianten, die sich in ihrer Funktionsweise deutlich unterscheiden. Offene Immobilienfonds kaufen direkte Objekte wie Bürogebäude oder Wohnanlagen und halten sie im Fondsvermögen. REIT-ETFs bilden dagegen einen Korb aus börsennotierten REITs ab und streuen dein Geld über viele dieser speziellen Immobiliengesellschaften.
Aktiv gemanagte REIT-Fonds stellen eine dritte Möglichkeit dar. Hier wählt ein Fondsmanager gezielt einzelne REITs aus und gewichtet sie nach seiner Einschätzung. Diese Fonds verlangen häufig höhere Gebühren, bieten dafür aber eine individuelle Zusammenstellung und möglicherweise eine bessere Risikosteuerung.
Der entscheidende Vorteil aller Fondsformen liegt in der Streuung. Du investierst nicht in ein einzelnes Objekt oder eine einzelne Gesellschaft, sondern in ein Portfolio. Das reduziert das Klumpenrisiko, das bei einer Direktinvestition in eine einzelne Immobilie entsteht, etwa durch Leerstand oder Wertverlust in einer bestimmten Lage.
Kurz erklärt
Immobilienfonds
Ein Anlagevehikel, das Kapital bündelt und in Immobilien oder Immobilienwerte investiert. Offene Immobilienfonds kaufen direkte Objekte, REIT-ETFs bilden einen Korb aus börsennotierten REITs ab, aktiv gemanagte REIT-Fonds wählen einzelne REITs gezielt aus.
Fonds streuen dein Investment über viele Objekte oder Gesellschaften und reduzieren so das Klumpenrisiko einer Direktinvestition.
03 · Vergleich
REIT vs. Fonds: Die wichtigsten Unterschiede im Vergleich
Beide Anlageformen bringen dich in den Immobilienmarkt, unterscheiden sich aber in Handelbarkeit, Ausschüttung und Kostenstruktur deutlich.
Der grundlegende Unterschied liegt in der Rechtsform. Ein REIT ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft, deren Aktien du wie jede andere Aktie handelst. Ein Immobilienfonds ist dagegen ein Sondervermögen einer Fondsgesellschaft, an dem du Anteile hältst. Diese Unterscheidung wirkt sich auf Handelbarkeit, Kosten und Ausschüttung aus.
Bei der Handelbarkeit sind börsengehandelte REITs klar im Vorteil. Du kannst sie börsentäglich kaufen und verkaufen, ohne Rückgabefristen oder Haltefristen beachten zu müssen. Offene Immobilienfonds haben dagegen oft Rückgabefristen, die einen schnellen Verkauf erschweren. REIT-ETFs sind ebenfalls börsentäglich handelbar.
Die Kostenstruktur unterscheidet sich erheblich. Bei REITs fallen keine laufenden Verwaltungsgebühren an, sondern nur Ordergebühren beim Kauf. Immobilienfonds haben dagegen laufende Kosten, die bei aktiv gemanagten Fonds deutlich höher ausfallen als bei passiven ETFs.
- Ein REIT schüttet mindestens 90 Prozent seines Gewinns als Dividende aus, teils monatlich.
- Ein offener Immobilienfonds schüttet je nach Fondsart jährlich aus oder thesauriert die Erträge.
- Ein REIT-ETF bildet einen Index ab und schüttet meist quartalsweise aus.
| REIT | Immobilienfonds | |
|---|---|---|
| Rechtsform | Börsennotierte Aktiengesellschaft | |
| Handelbarkeit | Börsentäglich wie Aktien kaufbar und verkaufbar | |
| Ausschüttung | Mindestens 90 Prozent des Gewinns als Dividende, teils monatlich | |
| Risikostreuung | Einzelne Gesellschaft, Sektorabhängigkeit möglich |
04 · Schritt für Schritt
So investierst du in REITs oder Fonds
Der Einstieg unterscheidet sich je nach Anlageform. Für beide Wege benötigst du ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Online-Broker.
Die Eröffnung ist in der Regel kostenlos und dauert nur wenige Tage. Danach kannst du über die Wertpapierkennnummer (WKN) oder den Namen gezielt nach REITs, REIT-ETFs oder börsengehandelten Fonds suchen.
Bei der Auswahl einzelner REITs solltest du auf die Streuung nach Region und Immobilienart achten. Ein REIT, der ausschließlich in Bürogebäude einer einzigen Stadt investiert, trägt ein höheres Risiko als eine Gesellschaft mit breitem Portfolio. Wer weniger Zeit für die Analyse aufwenden will, greift zu einem ETF, der einen weltweiten REIT-Index abbildet.
Depot eröffnen
Du brauchst ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Online-Broker, um REITs, REIT-ETFs oder börsengehandelte Fonds zu kaufen.
Anlageform wählen
Entscheide, ob du einzelne REIT-Aktien, einen breit streuenden REIT-ETF oder einen aktiv gemanagten REIT-Fonds kaufen möchtest.
Wertpapier suchen
Suche über die Wertpapierkennnummer (WKN) oder den Namen gezielt nach dem gewünschten REIT oder Fonds.
Order aufgeben
Gib eine Kauforder über dein Depot auf. Achte bei REITs auf die Streuung nach Region und Immobilienart.
05 · Was gilt
Steuerliche Behandlung: Das gilt für REITs und Fonds
Die Besteuerung von Erträgen aus REITs und Fonds folgt weitgehend denselben Regeln wie bei anderen Kapitalerträgen.
Dividenden von REITs unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent. Hinzu kommen der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Abgeltungsteuer und gegebenenfalls Kirchensteuer.
Kursgewinne aus REIT-Anteilen sind ebenfalls steuerpflichtig, sofern sie den Sparer-Pauschbetrag übersteigen. Dieser liegt bei 1000 EUR pro Person und Jahr, bei zusammenveranlagten Ehepaaren bei 2000 EUR. Erträge bis zu dieser Grenze bleiben steuerfrei.
Ein wichtiger Unterschied betrifft die Teilfreistellung. Bei Aktienfonds gilt eine Teilfreistellung von 30 Prozent, das heißt 30 Prozent der Erträge bleiben steuerfrei. REITs selbst zahlen in Deutschland und den USA keine Körperschaftsteuer, dafür musst du die ausgeschütteten Dividenden voll versteuern. Viele Länder erheben zudem Quellensteuer auf Dividenden, die sich je nach Doppelbesteuerungsabkommen teilweise anrechnen lässt.
Steuerpflichtig
Steuerfrei
06 · Checkliste
Vorteile von REITs gegenüber Fonds
REITs punkten vor allem mit hohen Ausschüttungen und flexibler Handelbarkeit. Diese Eigenschaften machen sie für Anleger interessant, die regelmäßige Erträge suchen.
Der größte Vorteil von REITs ist die hohe und häufig stabile Dividende. Die gesetzliche Ausschüttungspflicht zwingt die Gesellschaften dazu, einen großen Teil ihrer Gewinne regelmäßig an die Aktionäre weiterzugeben. Viele REITs zahlen ihre Dividende vierteljährlich oder sogar monatlich aus, was sie für Anleger interessant macht, die auf regelmäßige Erträge setzen.
Ein weiterer Vorteil ist die börsentägliche Handelbarkeit. Du kannst REIT-Aktien jederzeit während der Börsenzeiten kaufen und verkaufen, ohne Fristen oder Rückgabegebühren beachten zu müssen. Das macht sie zu einem flexibel handelbaren Vermögenswert.
- Hohe und häufig stabile Dividende durch gesetzliche Ausschüttungspflicht.
- Börsentägliche Handelbarkeit wie bei Aktien.
- Keine laufende Verwaltungsgebühr, nur Orderkosten beim Kauf.
- Zugang zu Gewerbeimmobilien mit begrenztem Kapitaleinsatz.
- Steuerliche Vorteile auf Gesellschaftsebene erhöhen die Rendite für Anleger.
Das spricht für REITs
Hohe und häufig stabile Dividende durch gesetzliche Ausschüttungspflicht
Börsentägliche Handelbarkeit wie bei Aktien
Keine laufende Verwaltungsgebühr, nur Orderkosten beim Kauf
Zugang zu Gewerbeimmobilien mit begrenztem Kapitaleinsatz
Steuerliche Vorteile auf Gesellschaftsebene erhöhen die Rendite
07 · Fehler vermeiden
Nachteile und Risiken von REITs
Die Kehrseite der hohen Ausschüttungen ist eine starke Abhängigkeit vom Kapitalmarktumfeld. Steigende Zinsen treffen REITs oft härter als breit gestreute Fonds.
REITs reagieren mit ihrem Immobilienfokus empfindlich auf Schwankungen an den Kapitalmärkten. Steigen die Zinsen, sinkt oft die Attraktivität der Dividende im Vergleich zu sicheren Anlagemöglichkeiten wie Festgeld, Tagesgeld oder Anleihen. Viele REITs verlieren deshalb bei steigenden Zinsen an Wert, Kursverluste sind möglich.
Der Erfolg eines REITs hängt stark vom jeweiligen Immobiliensektor ab. Bürogebäude sind aufgrund des Trends zum Homeoffice derzeit weniger gefragt. Einige REITs in diesem Segment haben mit höherem Leerstand zu kämpfen, und die Immobilien verlieren an Wert. Du musst deshalb gründlich analysieren, von welchen Immobilien du auch in Zukunft attraktive Renditen und Dividenden erwarten kannst.
- REITs reagieren empfindlich auf steigende Zinsen, Kursverluste sind möglich.
- Der Erfolg hängt stark vom jeweiligen Immobiliensektor ab.
- Bürogebäude leiden unter dem Trend zum Homeoffice und höherem Leerstand.
- Eine bloße Streuung über wenige REITs schützt nicht vor Verlusten.
- Quellensteuer auf ausländische Dividenden kann die Rendite schmälern.
Diese Risiken solltest du kennen
08 · Hintergrund
Welche Anlageform passt zu dir?
Deine Entscheidung hängt von deinen Zielen ab: regelmäßiges Einkommen spricht für REITs, breite Risikostreuung eher für Fonds.
Wenn du Wert auf ein regelmäßiges Einkommen legst, sind REITs mit ihrer hohen Ausschüttungspflicht eine passende Wahl. Viele dieser Immobiliengesellschaften zahlen ihre Dividende vierteljährlich oder sogar monatlich aus. Das kann für dich interessant sein, wenn du laufende Kosten decken oder dein Einkommen aufbessern möchtest.
Möchtest du dagegen das Risiko über viele Objekte und Regionen streuen, bieten sich REIT-ETFs oder offene Immobilienfonds an. Sie bündeln Dutzende oder Hunderte von Immobilienwerten in einem einzigen Produkt. Ein einzelner REIT bleibt dagegen immer vom Erfolg seiner spezifischen Immobilien und seines Managements abhängig.
Für Anleger, die wenig Zeit für die Analyse einzelner Gesellschaften aufwenden wollen, ist ein ETF auf einen weltweiten REIT-Index die bequemste Lösung. Aktiv gemanagte REIT-Fonds bieten eine individuelle Gewichtung, verlangen dafür aber höhere Gebühren. Die Wahl hängt also davon ab, wie viel Zeit du investieren möchtest und welche Kosten du bereit bist zu tragen.
Wenn du Wert auf ein regelmäßiges Einkommen legst, sind REITs mit ihrer hohen Ausschüttungspflicht eine passende Wahl. Viele dieser Immobiliengesellschaften zahlen ihre Dividende vierteljährlich oder sogar monatlich aus.
Möchtest du dagegen das Risiko über viele Objekte und Regionen streuen, bieten sich REIT-ETFs oder offene Immobilienfonds an. Sie bündeln Dutzende oder Hunderte von Immobilienwerten in einem einzigen Produkt.
Für Anleger, die wenig Zeit für die Analyse einzelner Gesellschaften aufwenden wollen, ist ein ETF auf einen weltweiten REIT-Index die bequemste Lösung. Aktiv gemanagte REIT-Fonds verlangen höhere Gebühren, bieten dafür aber eine individuelle Gewichtung durch den Fondsmanager.
09 · Kosten
Kosten im Vergleich: Was du für REITs und Fonds zahlst
Die Kostenstruktur unterscheidet sich erheblich. Während bei REITs nur Ordergebühren anfallen, haben Fonds laufende Verwaltungskosten.
Die Kostenstruktur ist ein entscheidender Unterschied zwischen den beiden Anlageformen. Bei REITs fallen keine laufenden Verwaltungsgebühren an. Du zahlst nur die Ordergebühr beim Kauf, die je nach Broker zwischen 0 und 10 EUR liegt. Danach entstehen keine weiteren Kosten, solange du die Aktie hältst.
Bei Fonds sieht das anders aus. REIT-ETFs haben laufende Kosten von etwa 0,25 Prozent pro Jahr. Aktiv gemanagte REIT-Fonds verlangen dagegen häufig 1 bis 2 Prozent pro Jahr. Diese laufenden Kosten werden direkt aus dem Fondsvermögen entnommen und schmälern deine Rendite über die Zeit erheblich.
Der Kostenunterschied zwischen einem REIT und einem aktiv gemanagten Fonds kann über 20 Jahre mehrere tausend Euro ausmachen. Bei einem Anlagebetrag von 10.000 EUR und einer angenommenen Rendite von 5 Prozent pro Jahr kostet dich eine laufende Gebühr von 1,5 Prozent über 20 Jahre rund 3.000 EUR mehr als eine Anlage ohne laufende Kosten.
Kurz erklärt
Laufende Kosten REIT-ETF
Typische Kostenpunkte im Überblick
ca. 0,25 Prozent pro Jahr
10 · Im Vertrag
Rechtliche Grundlagen für REITs in Deutschland
In Deutschland regelt das REIT-Gesetz die Struktur und die steuerlichen Bedingungen für Real Estate Investment Trusts.
Das REIT-Gesetz (REITG) regelt den Aufbau und die zentralen rechtlichen Bedingungen für den steuerprivilegierten REIT-Status in Deutschland. § 1 REITG definiert die Grundstruktur als börsennotierte Gesellschaft und legt den erforderlichen Schwerpunkt als Immobiliengesellschaft fest. Damit ist klar geregelt, welche Unternehmen überhaupt als REIT gelten können.
Die Ausschüttungspflicht ist in § 13 Abs. 1 REITG festgeschrieben. Dort ist die verpflichtende Ausschüttung von 90 Prozent des Gewinns als Dividende geregelt. Diese Vorschrift stellt sicher, dass Anleger regelmäßig an den Erträgen der Immobiliengesellschaft beteiligt werden.
Ergänzend enthält das Investmentgesetz (InvG) Vorschriften, die die Struktur von REITs mitbestimmen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) überwacht REITs und achtet auf die Einhaltung aller Regeln. Diese Aufsicht soll Transparenz und Verlässlichkeit für Investierende schaffen.
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