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Reiten lernen: So startest du sicher in den Reitsport
Reiten ist eine koordinativ anspruchsvolle Sportart, die du in einer guten Reitschule am besten lernst. Für den Einstieg brauchst du keine besonderen Begabungen, aber die richtige Ausrüstung und einen qualifizierten Ausbilder.
11 Kapitel · 13 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Für die ersten Reitstunden reichen ein passender Reithelm, eine enganliegende Hose und feste, knöchelhohe Schuhe.
- Qualifizierte Reitschulen mit gut ausgebildeten Lehrpferden und Trainern sind der beste Ort, um Reiten zu lernen.
- Mindestens eine Reitstunde pro Woche ist sinnvoll, häufigere Einheiten führen zu schnelleren Fortschritten.
- Beim Reitenlernen ist ein gutsitzender Reithelm Pflicht, eine Sicherheitsweste ist für Anfänger nicht nötig.
01 · Grundlagen
Was bedeutet Reiten lernen?
Reiten bezeichnet die Fortbewegung des Menschen auf dem Rücken eines Tieres, meist eines Pferdes. Beim Reitenlernen geht es darum, durch scheinbar unsichtbare Hilfen eine harmonische Einheit mit dem Tier zu bilden.
Reiten lernen bedeutet, die reiterlichen Grundfertigkeiten zu erlernen, um ein Pferd sicher zu führen und zu kontrollieren. Dazu gehören der ausbalancierte Sitz, die Einwirkung über Gewicht, Schenkel und Zügel sowie der sichere Umgang mit dem Pferd am Boden. Besondere Begabungen sind für den Einstieg nicht nötig, aber du brauchst Geduld und die Bereitschaft, regelmäßig zu üben.
Der Weg zum sicheren Reiter führt über eine qualifizierte Reitschule mit gut ausgebildeten Lehrpferden. Dort lernst du die Grundlagen, die für alle Reitweisen gelten, egal ob du später dressurmäßig, im Gelände oder western reiten möchtest.
Kurz erklärt
Reiten lernen
Reiten lernen bedeutet, die reiterlichen Grundfertigkeiten zu erlernen, um ein Pferd sicher zu führen und zu kontrollieren. Dazu gehören der ausbalancierte Sitz, die Einwirkung über Gewicht, Schenkel und Zügel sowie der sichere Umgang mit dem Pferd am Boden.
Der Weg zum sicheren Reiter führt über regelmäßiges Üben in einer qualifizierten Reitschule mit gut ausgebildeten Lehrpferden.
02 · Checkliste
Welche Ausrüstung brauchst du für die ersten Reitstunden?
Für den Anfang ist die Ausrüstung überschaubar. Du brauchst keinen eigenen Sattel oder Zaum, sondern nur persönliche Schutzausrüstung und bequeme Kleidung.
Für die ersten Stunden reichen ein Reithelm, eine enganliegende Hose und feste Schuhe aus. Am besten sind mindestens knöchelhohe Schuhe mit durchgehender Sohle und kleinem Absatz, damit der Fuß nicht durch den Steigbügel rutscht. Stiefel oder Stiefeletten mit Chaps sind danach eine sinnvolle Investition, weil sie dem Fuß guten Schutz und Stabilität bieten.
Die Hose sollte enganliegen und keine Falten werfen. Nähte an den Innenseiten können leicht zu schmerzhaften Scheuerstellen führen. Keine Kompromisse solltest du beim Kopfschutz machen: Fahrradhelme sind zum Reiten ungeeignet. Manche Reitschulen leihen Reithelme aus, beim Kauf hilft eine Beratung im Fachgeschäft.
- Ein gutsitzender und passend verschnallter Reithelm ist Pflicht, kein Fahrradhelm.
- Enganliegende Hosen ohne störende Innennähte beugen Scheuerstellen vor.
- Feste Schuhe mit kleinem Absatz verhindern das Durchrutschen im Steigbügel.
Grundausstattung für Reitanfänger
Reithelm: Ein gutsitzender, passend verschnallter Helm ist Pflicht. Fahrradhelme sind ungeeignet.
Enganliegende Hose: Sie sollte keine Falten werfen und keine störenden Nähte an den Innenseiten haben.
Feste Schuhe: Mindestens knöchelhoch mit durchgehender Sohle und kleinem Absatz. Stiefeletten mit Chaps sind eine sinnvolle Investition.
Optional: Reithandschuhe für besseren Grip an den Zügeln.
03 · Was gilt
Wo kannst du Reiten lernen?
Der beste Ort für den Einstieg ist eine qualifizierte Reitschule. Dort lernst du auf gut ausgebildeten Lehrpferden unter Anleitung eines fachkundigen Trainers.
Qualifizierte Reitschulen mit gut ausgebildeten Lehrpferden und Ausbildern sind der beste Ort für den Einstieg. Der Ausbilder sollte freundlich, hilfsbereit und auskunftsfreudig sein, also auf alle Fragen eingehen und sich Zeit für die Antworten nehmen. Eine Qualifikation wie Trainer C, B, A oder Pferdewirt ist ein wichtiges Merkmal für fachliche Kompetenz.
Pferdesportvereine mit Reitschulbetrieb bieten oft günstige Einstiegsmöglichkeiten, weil sie gemeinnützig organisiert sind. Auch Reiturlaube mit strukturiertem Unterricht können funktionieren, wenn du dort eine solide Grundausbildung bekommst. Selbstversuche ohne Anleitung auf einem fremden Pferd oder Reitbeteiligungen ohne vorherige Grundausbildung sind dagegen riskant.
- Qualifizierte Reitschulen mit ausgebildeten Lehrpferden sind die erste Wahl.
- Pferdesportvereine mit Reitschulbetrieb bieten oft einen günstigen Einstieg.
- Unbeaufsichtigtes Reiten im Gelände als Anfänger ist gefährlich und nicht empfehlenswert.
Gut geeignet
Weniger geeignet
04 · Schritt für Schritt
Wie läuft die erste Reitstunde ab?
In der ersten Reitstunde wirst du behutsam an das Pferd herangeführt. Der Ablauf ist darauf ausgelegt, dir Sicherheit zu geben und ein Gefühl für die Bewegungen des Pferdes zu entwickeln.
In der ersten Reitstunde lernst du zunächst die Grundlagen im Umgang mit dem Pferd: Pflegen, Führen und das Vorbereiten unter Anleitung. Anfänger werden häufig erstmal geführt, um ein Gefühl für die Bewegungen des Pferdes und das eigene Gleichgewicht zu bekommen. Das Pferd trägt dabei einen Gurt mit Griffen, an denen du dich anfangs festhalten kannst.
Später wird an der Longe geritten. Das Pferd geht an einer langen Leine um den Reitlehrer herum, der Tempo und Gangart kontrolliert, während du dich ganz auf deinen Sitz konzentrieren kannst. Nach einigen Longenstunden steht der Wechsel in eine Anfängergruppe mit mehreren Reitern an.
- Du lernst zuerst das Putzen, Führen und Vorbereiten des Pferdes.
- Beim geführten Reiten hältst du dich an einem Gurt mit Griffen fest.
- An der Longe kontrolliert der Reitlehrer das Pferd, du übst deinen Sitz.
Pferd putzen und vorbereiten
Du lernst die Grundlagen im Umgang mit dem Pferd: Pflegen, Führen und das Auflegen von Sattel und Zaum unter Anleitung.
Geführtes Reiten
Anfänger werden häufig erstmal geführt. Das Pferd trägt einen Gurt mit Griffen, an denen du dich anfangs festhalten kannst, um das Gleichgewicht zu finden.
Longenunterricht
Später wird an der Longe geritten. Das Pferd geht an einer langen Leine um den Reitlehrer, der Tempo und Gangart kontrolliert, während du dich auf deinen Sitz konzentrierst.
Wechsel in die Anfängergruppe
Nach einigen Longenstunden folgt der Wechsel in eine Gruppe mit mehreren Reitern, wo du das selbstständige Reiten übst.
05 · Vergleich
Wie häufig sind Reitstunden sinnvoll?
Reiten ist koordinativ sehr anspruchsvoll. Deine Fortschritte hängen stark von der Regelmäßigkeit des Übens ab.
Die Koordination entwickelt sich am besten durch vielfältiges und regelmäßiges Üben und Wiederholen. Mindestens einmal pro Woche solltest du zur Reitstunde gehen. Je häufiger in der Woche du reitest, umso größer und schneller sind deine Fortschritte.
Es braucht ein paar Jahre, um ein guter und sicherer Reiter zu werden. Für gute Fortschritte gilt: lieber öfter und abwechslungsreich als selten und intensiv. Reiten lernt man nur durch Reiten, daher sind regelmäßige Einheiten wichtiger als gelegentliche lange Trainingstage.
- Einmal pro Woche erfüllt die Mindestanforderung für kontinuierliches Lernen.
- Mehrmals pro Woche führt zu schnelleren und größeren Fortschritten.
- Ein paar Jahre sind realistisch, bis du ein sicherer Reiter bist.
| Einmal pro Woche | Mehrmals pro Woche | |
|---|---|---|
| Mindestempfehlung | Erfüllt die Mindestanforderung für kontinuierliches Lernen | Übertrifft die Mindestanforderung deutlich |
| Koordinationsentwicklung | Langsamer, da Wiederholungen seltener stattfinden | Schneller, da vielfältiges und regelmäßiges Üben möglich ist |
| Zeit bis zum sicheren Reiter | Ein paar Jahre sind realistisch | Fortschritte sind größer und schneller sichtbar |
06 · Was gilt
Was musst du zum Thema Sicherheit beim Reiten beachten?
Sicherheit hat beim Reiten oberste Priorität. Dazu gehören die richtige Schutzausrüstung und ein Ausbilder, der ein zum Reiter passendes Pferd auswählt.
Der Ausbilder wird stets ein Pferd wählen, das in Bezug auf Größe, Temperament und Ausbildungsstand zum Reiter passt. Trotzdem kann auch für das bravste Anfängerpferd keine Garantie gegeben werden. Je sportlicher und beweglicher du bist, desto leichter lernst du, dich auf dem Pferd auszubalancieren, und desto geringer ist das Verletzungsrisiko.
Eine fundierte und vor allem vielseitige Ausbildung ist die Grundlage für Sicherheit im Reitsport. Den Reithelm solltest du immer tragen, auch in der ersten Stunde. Feste Schuhe mit Absatz verhindern das Durchrutschen im Steigbügel, und eine enganliegende Hose vermeidet Scheuerstellen und Hängenbleiben.
- Der Reithelm ist Pflicht, ein Fahrradhelm schützt den Kopf nicht ausreichend.
- Feste Schuhe mit Absatz verhindern das Durchrutschen im Steigbügel.
- Sporen und Gerten sind für Anfänger ungeeignet, der Ausbilder entscheidet über ihren Einsatz.
Notwendig
Nicht nötig
07 · Im Vertrag
Wann ist eine Sicherheitsweste notwendig?
Eine Sicherheitsweste ist nicht für jede Reitstunde Pflicht. Ihr Einsatz hängt von der Art des Reitens ab.
Eine Sicherheitsweste ist für das Springen im Gelände über feste Hindernisse erforderlich. Zum Reitenlernen ist sie nicht nötig. Ganz im Gegenteil kann sie das Erlernen der reiterlichen Grundlagen und das Entwickeln eines guten Sitzes bei Reitanfängern sogar behindern, wenn Größe und Passform nicht stimmen.
Wenn du später auch im Gelände reitest und über feste Hindernisse springst, kaufe die Sicherheitsweste in einem Reitsportfachgeschäft. Mit einer gutsitzenden Schutzweste muss eine Rolle vorwärts möglich sein, sonst behindert sie mehr als sie schützt. Manche Reitschulen bieten Leihwesten in verschiedenen Größen an.
- Für das Springen über feste Hindernisse im Gelände ist eine Sicherheitsweste Pflicht.
- Zum Reitenlernen ist keine Sicherheitsweste nötig, sie kann den Sitz sogar behindern.
- Kaufe die Weste im Fachgeschäft und teste, ob eine Rolle vorwärts möglich ist.
Einsatzbereiche der Sicherheitsweste
08 · Vergleich
Reiten lernen für Kinder und Erwachsene: Wo liegen die Unterschiede?
Reiten ist ein Hobby für fast jedes Lebensalter. Gute Reitschulen passen den Unterricht an die Bedürfnisse der jeweiligen Zielgruppe an.
In einer guten Reitschule wird auf die Bedürfnisse der Zielgruppe Rücksicht genommen und der Unterricht daran angepasst. Kinder und Jugendliche lernen oft spielerisch in Gruppen mit Gleichaltrigen, wobei Balance, Koordination und Spaß an der Bewegung im Vordergrund stehen. Kleinere, ruhige Ponys und Pferde sind für sie die passende Wahl.
Erwachsene bringen andere körperliche Voraussetzungen und Lernziele mit. Der Unterricht konzentriert sich stärker auf bewusste Körperwahrnehmung und technische Feinheiten. Die Pferde werden nach Größe und Gewicht des Reiters ausgewählt, damit beide sicher und gesund arbeiten können.
- Kinder lernen spielerisch mit Fokus auf Balance, Koordination und Spaß.
- Erwachsene trainieren bewusste Körperwahrnehmung und technische Feinheiten.
- Die Pferdeauswahl richtet sich nach Alter, Größe und Gewicht des Reiters.
| Kinder und Jugendliche | Erwachsene | |
|---|---|---|
| Unterrichtsgestaltung | Angepasst an die Bedürfnisse der Zielgruppe | Angepasst an die Bedürfnisse der Zielgruppe |
09 · Vergleich
Welche Reitweisen gibt es?
In deutschen Reitschulen wird hauptsächlich die Englische Reitweise unterrichtet. Daneben hat sich das Westernreiten etabliert.
Dazu gehören Dressur, Springen, Vielseitigkeit und Ausritte. Der sportliche Fachverband als Mitglied im Deutschen Olympischen Komitee ist die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN).
Das Westernreiten ist in Amerika verbreitet und in Deutschland in der Ersten Westernreiter Union Deutschland (EWU) organisiert. Die Reitweisen unterscheiden sich in der Hilfengebung sowie bei der Ausrüstung von Pferd und Reiter. Beide Reitweisen haben das gemeinsame Ziel, Pferd und Reiter zu einer harmonischen Einheit zu machen.
- Die Englische Reitweise umfasst Dressur, Springen, Vielseitigkeit und Ausritte.
- Das Westernreiten ist in der Ersten Westernreiter Union Deutschland organisiert.
- Die Reitweisen unterscheiden sich in Hilfengebung und Ausrüstung.
| Englische Reitweise | Westernreiten | |
|---|---|---|
| Verbreitung in Deutschland | Hauptsächlich in Pferdesportanlagen und Vereinen | Organisiert in der Ersten Westernreiter Union Deutschland (EWU) |
| Ausrüstung | Dressur-, Spring- oder Vielseitigkeitssattel | Westernsattel |
10 · Fehler vermeiden
Welche Fehler solltest du beim Reitenlernen vermeiden?
Einige typische Fehler können den Lernfortschritt bremsen oder die Sicherheit gefährden. Wer sie kennt, kann sie von Anfang an vermeiden.
Ohne Reithelm zu reiten ist der schwerwiegendste Fehler, denn ein Fahrradhelm oder gar kein Helm schützt den Kopf nicht ausreichend. Ungeeignete Schuhe wie Turnschuhe ohne Absatz können im Steigbügel durchrutschen und ein Hängenbleiben verursachen. Wer nur unregelmäßig reitet, macht kaum Fortschritte in der Koordination.
Die Wahl der Reitschule ist entscheidend: Ein unfreundlicher oder unqualifizierter Ausbilder kann den Spaß am Reiten verderben. Zu hohe Erwartungen solltest du vermeiden, denn Reiten lernen braucht Zeit und Geduld. Eine schlecht sitzende Sicherheitsweste behindert als Anfänger das Erlernen eines guten Sitzes.
- Ohne Reithelm zu reiten gefährdet deine Sicherheit erheblich.
- Ungeeignete Schuhe können im Steigbügel durchrutschen und ein Hängenbleiben verursachen.
- Zu seltenes Üben bremst deinen Lernfortschritt deutlich.
Häufige Fehler von Reitanfängern
11 · Hintergrund
Reiten lernen: Ein Hobby für jedes Alter
Der Pferdesport lässt sich in der Gruppe, in der Familie oder alleine ausüben. Er ist ganzjährig möglich, drinnen wie draußen in der Natur.
Ob jung oder alt, Reiten bietet sich für fast jedes Lebensalter an. Kinder profitieren von der Bewegung und dem Umgang mit dem Tier, Erwachsene finden im Reiten einen Ausgleich zum Alltag. Der Pferdesport kann in der Gruppe, in der Familie oder auch alleine ausgeübt werden.
Seine Durchführung ist ganzjährig möglich, drinnen wie draußen in der freien Natur. In einer guten Reitschule wird auf die Bedürfnisse der Zielgruppe Rücksicht genommen und der Unterricht daran angepasst. So finden sowohl Kinder als auch Erwachsene einen passenden Einstieg in den Reitsport.
Ob jung oder alt, Reiten bietet sich für fast jedes Lebensalter an. Kinder profitieren von der Bewegung und dem Umgang mit dem Tier, Erwachsene finden im Reiten einen Ausgleich zum Alltag.
Der Pferdesport kann in der Gruppe, in der Familie oder auch alleine ausgeübt werden. Seine Durchführung ist ganzjährig möglich, drinnen wie draußen in der freien Natur.
In einer guten Reitschule wird auf die Bedürfnisse der Zielgruppe Rücksicht genommen und der Unterricht daran angepasst. So finden sowohl Kinder als auch Erwachsene einen passenden Einstieg in den Reitsport.
Häufige Fragen
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