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Optionen einfach erklärt: So funktionieren Calls, Puts und der Handel an der Terminbörse

Eine Option ist ein derivatives Finanzprodukt, das dir das Recht verbrieft, einen Basiswert wie eine Aktie zu einem festgelegten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Für dieses Recht zahlst du eine Options­prämie, eine Verpflichtung zur Ausübung besteht für dich als Käuferin jedoch nicht.

12 Kapitel · 15 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • Optionen gehören zur Gruppe der Derivate und beziehen ihren Wert aus einem Basiswert wie Aktien, Rohstoffen oder Indizes.
  • Mit einer Call-Option setzt du auf steigende Kurse, mit einer Put-Option auf fallende Kurse des Basiswerts.
  • Als Käuferin einer Option hast du ein Recht, als Stillhalterin übernimmst du eine Verpflichtung.
  • Standardisierte Optionen werden an Terminbörsen gehandelt, Optionsscheine dagegen außerbörslich direkt mit einem Emittenten.

01 · Grundlagen

Was ist eine Option?

Optionen zählen zu den Termingeschäften, da die Erfüllung des Kontrakts in der Zukunft liegt. Sie sind von Optionsscheinen zu unterscheiden, auch wenn beide zur Familie der Derivate gehören.

Optionen gehören zu den bedingten Terminkontrakten, weil die Erfüllung des Geschäfts in der Zukunft liegt und für dich als Käuferin keine Pflicht zur Ausübung besteht. Du erwirbst mit einer Option das Recht, eine bestimmte Menge eines Basiswerts zu einem festgelegten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Der Verkäufer der Option wird Stillhalter genannt und muss liefern oder abnehmen, falls du dein Recht nutzt.

Für dieses Recht zahlst du eine Optionsprämie, die unabhängig davon fällig wird, ob du die Option später ausübst oder verfallen lässt. Die Prämie ist der Preis für die Chance, von einer günstigen Kursentwicklung zu profitieren, ohne den Basiswert selbst zu besitzen. Gleichzeitig begrenzt sie dein Risiko als Käuferin auf genau diesen Betrag.

Optionen werden an Terminbörsen standardisiert gehandelt, was sie von individuellen Vereinbarungen außerbörslicher Geschäfte unterscheidet. Die Standardisierung betrifft Kontraktgrößen, Laufzeiten und Ausübungspreise und sorgt für transparente Preisbildung durch Angebot und Nachfrage.

Kurz erklärt

Option

Ein bedingtes Termingeschäft, das der Käuferin das Recht einräumt, einen bestimmten Basiswert zu einem vorab definierten Ausübungspreis innerhalb der Laufzeit oder am Verfallstag zu kaufen oder zu verkaufen.

Die Käuferin zahlt für dieses Recht eine Optionsprämie an die Stillhalterin, die im Gegenzug die Pflicht zur Lieferung oder Abnahme des Basiswerts übernimmt.

02 · Was gilt

Der Basiswert als Grundlage jeder Option

Ohne einen Basiswert existiert keine Option, denn der gesamte Kontrakt leitet seinen Preis aus diesem zugrunde liegenden Vermögenswert ab. Die Wahl des Basiswerts bestimmt maßgeblich das Risiko und die Strategie.

Der Basiswert ist der Vermögensgegenstand, auf den sich eine Option bezieht und aus dem sie ihren Wert ableitet. Typische Basiswerte sind Aktien, Indizes, ETFs, Rohstoffe, Währungspaare und Futures. Die Kursentwicklung des Basiswerts bestimmt maßgeblich, ob sich die Ausübung einer Option lohnt oder nicht.

Für den Optionshandel eignen sich nur Basiswerte, die an einer Börse gehandelt werden und für die standardisierte Optionskontrakte existieren. Tagesgeldkonten, Festgeldanlagen, Sparbriefe oder Immobilienfonds ohne Börsenhandel kommen als Basiswert nicht infrage, weil es für sie keinen liquiden Markt mit fortlaufender Preisbildung gibt.

Die Wahl des Basiswerts entscheidet über dein Risiko und deine Strategie. Eine Option auf einen breiten Index verhält sich anders als eine Option auf eine einzelne Aktie, da Indizes in der Regel geringere Kursschwankungen aufweisen als Einzelwerte. Du solltest den Basiswert daher genauso sorgfältig analysieren wie die Option selbst.

Geeignet als Basiswert

·Aktien
·Indizes
·ETFs
·Rohstoffe
·Währungspaare
·Futures

Ungeeignet als Basiswert

·Tagesgeldkonten
·Festgeldanlagen
·Sparbriefe
·Immobilienfonds ohne Börsenhandel

03 · Hintergrund

Call-Optionen: Das Recht auf Kauf

Eine Call-Option ist eine Kaufoption. Du erwirbst sie, wenn du erwartest, dass der Kurs des Basiswerts steigen wird, um ihn später zu einem heute festgelegten Preis kaufen zu können.

Mit einer Call-Option sicherst du dir das Recht, einen Basiswert zum vereinbarten Ausübungspreis zu kaufen. Du wählst diese Optionsart, wenn du steigende Kurse erwartest und von der Differenz zwischen Ausübungspreis und späterem Marktpreis profitieren möchtest. Steigt der Kurs des Basiswerts über den Ausübungspreis, liegt die Option im Geld.

Du kannst die Option dann ausüben und den Basiswert günstiger erwerben als am aktuellen Markt. Alternativ verkaufst du die Option vor dem Verfallsdatum an der Terminbörse und realisierst den Wertzuwachs direkt. Bleibt der Kurs unter dem Ausübungspreis, lässt du die Option verfallen und dein Verlust ist auf die gezahlte Optionsprämie begrenzt.

Die Stillhalterin einer Call-Option trägt die Verpflichtung, den Basiswert zum Ausübungspreis zu liefern, falls du ausübst. Sie erhält dafür die Optionsprämie, geht aber das Risiko ein, den Basiswert bei stark steigenden Kursen deutlich unter Marktwert abgeben zu müssen.

Mit dem Kauf einer Call-Option sicherst du dir das Recht, den Basiswert zum vereinbarten Ausübungspreis zu kaufen. Steigt der Kurs des Basiswerts über diesen Ausübungspreis, kannst du die Option ausüben und den Basiswert günstiger erwerben als am aktuellen Markt.

Bleibt der Kurs unter dem Ausübungspreis, lässt du die Option verfallen. Dein Verlust ist in diesem Fall auf die gezahlte Optionsprämie begrenzt. Die Stillhalterin der Call-Option ist verpflichtet, den Basiswert zum Ausübungspreis zu liefern, falls du die Option ausübst.

04 · Hintergrund

Put-Optionen: Das Recht auf Verkauf

Eine Put-Option ist eine Verkaufsoption. Sie gibt dir das Recht, einen Basiswert zu einem festgelegten Preis zu verkaufen, und eignet sich für die Erwartung fallender Kurse.

Du kaufst sie, wenn du fallende Kurse erwartest und von der Differenz zwischen Ausübungspreis und späterem Marktpreis profitieren möchtest. Fällt der Kurs des Basiswerts unter den Ausübungspreis, liegt die Option im Geld.

Du kannst den Basiswert dann am Markt günstig kaufen und über die Option zum höheren Ausübungspreis verkaufen. Die Differenz abzüglich der gezahlten Optionsprämie ist dein Gewinn. Steigt der Kurs dagegen über den Ausübungspreis, lässt du die Option verfallen und dein Verlust bleibt auf die Optionsprämie beschränkt.

Put-Optionen werden auch zur Absicherung bestehender Positionen genutzt. Hältst du beispielsweise Aktien und möchtest dich gegen fallende Kurse schützen, kannst du Puts kaufen und dir so einen Mindestverkaufspreis sichern. Die Stillhalterin der Put-Option ist verpflichtet, den Basiswert zum Ausübungspreis abzunehmen, falls du ausübst.

Kaufst du eine Put-Option, profitierst du von sinkenden Kursen des Basiswerts. Du erwirbst das Recht, den Basiswert zum vereinbarten Ausübungspreis zu verkaufen, auch wenn der Marktpreis inzwischen deutlich niedriger liegt.

Fällt der Kurs des Basiswerts unter den Ausübungspreis, kannst du den Basiswert am Markt günstig kaufen und über die Option teurer verkaufen. Steigt der Kurs dagegen, lässt du die Option verfallen und dein Verlust bleibt auf die Optionsprämie beschränkt.

05 · Vergleich

Long-Position: Rechte kaufen

Als Long-Position wird der Kauf einer Option bezeichnet. Du erwirbst ein Recht und zahlst dafür eine Prämie, dein Risiko ist auf diese Prämie begrenzt.

Du erwirbst ein Recht und zahlst dafür die Optionsprämie, die gleichzeitig dein maximales Verlustrisiko darstellt. Es gibt keine Nachschusspflicht und keine Verpflichtung, über die Prämie hinaus Zahlungen zu leisten.

Der Long Call setzt auf steigende Kurse des Basiswerts und gibt dir das Recht, zum Ausübungspreis zu kaufen. Der Long Put setzt auf fallende Kurse und gibt dir das Recht, zum Ausübungspreis zu verkaufen. Beide Positionen verbriefen ein Recht, keine Pflicht, und du entscheidest als Käuferin, ob du die Option ausübst oder verfallen lässt.

Der entscheidende Vorteil von Long-Positionen liegt in der Risikobegrenzung. Dein Verlust kann nie höher sein als die gezahlte Optionsprämie, während dein Gewinnpotenzial bei einem Long Call theoretisch unbegrenzt ist und bei einem Long Put bis zum Wert des Basiswerts reicht.

Long Call und Long Put im Vergleich
Long CallLong Put
PositionKauf einer KaufoptionKauf einer Verkaufsoption
ErwartungSteigende Kurse des BasiswertsFallende Kurse des Basiswerts
RechtBasiswert zum Ausübungspreis kaufenBasiswert zum Ausübungspreis verkaufen
Maximales RisikoVerlust der gezahlten OptionsprämieVerlust der gezahlten Optionsprämie

06 · Vergleich

Short-Position: Pflichten übernehmen

Als Short-Position wird der Verkauf einer Option bezeichnet. Du bist dann Stillhalterin, erhältst die Optionsprämie und übernimmst im Gegenzug eine Verpflichtung.

Du erhältst die Optionsprämie und übernimmst im Gegenzug die Verpflichtung, den Basiswert zu liefern oder abzunehmen, falls die Käuferin ihr Recht ausübt. Dein Ertrag ist auf die vereinnahmte Prämie begrenzt.

Der Short Call verpflichtet dich, den Basiswert zum Ausübungspreis zu verkaufen, falls die Käuferin ausübt. Du wählst diese Position, wenn du fallende oder stagnierende Kurse erwartest. Der Short Put verpflichtet dich, den Basiswert zum Ausübungspreis zu kaufen, und passt zu deiner Erwartung steigender oder stagnierender Kurse.

Short-Positionen sind mit erheblichen Risiken verbunden, da der potenzielle Verlust bei ungünstiger Kursentwicklung deutlich über der Prämie liegen kann. Beim Short Call ist der Verlust theoretisch unbegrenzt, weil der Basiswert beliebig steigen kann. Beim Short Put begrenzt erst ein Kurs von null den maximalen Verlust.

Short Call und Short Put im Vergleich
Short CallShort Put
PositionVerkauf einer KaufoptionVerkauf einer Verkaufsoption
ErwartungFallende oder stagnierende KurseSteigende oder stagnierende Kurse
PflichtBasiswert zum Ausübungspreis liefern, falls die Käuferin ausübtBasiswert zum Ausübungspreis abnehmen, falls die Käuferin ausübt

07 · Kosten

Die Options­prämie: Preis für das Recht

Die Optionsprämie ist der Betrag, den die Käuferin einer Option an die Stillhalterin zahlt. Sie wird unabhängig davon fällig, ob die Option später ausgeübt wird oder verfällt.

Die Optionsprämie setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: dem inneren Wert und dem Zeitwert. Der innere Wert ist die Differenz zwischen dem aktuellen Kurs des Basiswerts und dem Ausübungspreis, sofern diese Differenz positiv ist. Der Zeitwert ist ein Aufschlag für die verbleibende Laufzeit und die erwarteten Kursschwankungen des Basiswerts.

Je länger die Restlaufzeit einer Option, desto höher fällt in der Regel der Zeitwert aus, weil mehr Zeit für eine günstige Kursentwicklung bleibt. Der innere Wert kann dagegen nur positiv sein, wenn die Option im Geld liegt. Liegt sie am Geld oder aus dem Geld, besteht die Prämie ausschließlich aus dem Zeitwert.

Die Optionsprämie wird unabhängig davon fällig, ob du die Option später ausübst oder verfallen lässt. Sie ist kein Pfand und keine Gebühr, sondern der Preis für das Recht, von einer bestimmten Kursentwicklung zu profitieren, ohne den Basiswert selbst zu besitzen.

Bestandteile der Optionsprämie

Innerer WertDifferenz zwischen aktuellem Kurs und Ausübungspreis
ZeitwertAufschlag für die verbleibende Laufzeit und erwartete Schwankungen

08 · Im Vertrag

Ausübungs­preis und Verfallsdatum

Der Ausübungspreis legt fest, zu welchem Kurs der Basiswert gekauft oder verkauft werden darf. Das Verfallsdatum bestimmt, bis wann dieses Recht besteht.

Der Ausübungspreis, auch Strike genannt, ist der vorab definierte Preis, zu dem du den Basiswert bei Ausübung der Option kaufen oder verkaufen kannst. Er bestimmt, ob eine Option im Geld, am Geld oder aus dem Geld liegt. Die Wahl des Strikes hat direkten Einfluss auf Chance, Risiko und Prämienhöhe.

Das Verfallsdatum ist der letzte Zeitpunkt, zu dem die Option ausgeübt werden kann. Nach diesem Datum verfällt die Option wertlos, sofern sie nicht ausgeübt oder vorher glattgestellt wurde. Die Restlaufzeit bis zum Verfallsdatum beeinflusst den Zeitwert der Option und damit ihre Prämie.

An Terminbörsen sind auch die Kontraktgrößen standardisiert, also die festgelegte Menge des Basiswerts, auf die sich eine Option bezieht. Diese Standardisierung sorgt für vergleichbare Kontrakte und eine transparente Preisbildung, erfordert aber, dass du dich vor dem Handel mit den jeweiligen Spezifikationen vertraut machst.

Zentrale Vertragsbestandteile einer Option

AusübungspreisStrikeDer vorab definierte Preis, zu dem der Basiswert bei Ausübung der Option gekauft oder verkauft wird. Er bestimmt, ob eine Option im Geld, am Geld oder aus dem Geld liegt.
VerfallsdatumFälligkeitDer letzte Zeitpunkt, zu dem die Option ausgeübt werden kann. Nach diesem Datum verfällt die Option wertlos, sofern sie nicht ausgeübt oder vorher glattgestellt wurde.
KontraktgrößeBezugsverhältnisDie festgelegte Menge des Basiswerts, auf die sich eine Option bezieht. An Terminbörsen sind diese Größen standardisiert.

09 · Was gilt

Innerer Wert: Was die Option aktuell wert ist

Der innere Wert einer Option gibt an, welchen finanziellen Vorteil eine sofortige Ausübung bringen würde. Er ist die Differenz zwischen dem aktuellen Kurs des Basiswerts und dem Ausübungspreis.

Bei einer Call-Option ist er positiv, wenn der Kurs des Basiswerts über dem Ausübungspreis liegt. Bei einer Put-Option ist er positiv, wenn der Kurs des Basiswerts unter dem Ausübungspreis liegt.

Liegt der Kurs des Basiswerts bei einer Call-Option unter dem Ausübungspreis, hat die Option keinen inneren Wert. Dasselbe gilt für eine Put-Option, wenn der Kurs des Basiswerts über dem Ausübungspreis liegt. In beiden Fällen besteht die Optionsprämie dann ausschließlich aus dem Zeitwert.

Der innere Wert kann nie negativ sein, weil du eine Option nicht ausüben würdest, wenn dies zu einem Nachteil führt. Du lässt sie stattdessen verfallen und dein Verlust bleibt auf die gezahlte Optionsprämie begrenzt. Der innere Wert ist damit die Untergrenze für den Preis einer Option an der Börse.

Positiver innerer Wert

·Call: Kurs des Basiswerts liegt über dem Ausübungspreis
·Put: Kurs des Basiswerts liegt unter dem Ausübungspreis

Kein innerer Wert

·Call: Kurs des Basiswerts liegt unter dem Ausübungspreis
·Put: Kurs des Basiswerts liegt über dem Ausübungspreis

10 · Schritt für Schritt

Options­handel an der Terminbörse

Standardisierte Optionen werden an Terminbörsen gehandelt. Dort treffen Käuferinnen und Verkäuferinnen aufeinander, die Preisbildung erfolgt über Angebot und Nachfrage.

Diese Börsen funktionieren grundsätzlich wie Aktienbörsen, mit dem Unterschied, dass dort ausschließlich Terminkontrakte wie Futures und Optionen gehandelt werden. Die Preisbildung erfolgt über Angebot und Nachfrage.

Für den Handel benötigst du einen Broker, der die Order an die Terminbörse weiterleitet. Vor dem ersten Trade solltest du das Preis- und Leistungsverzeichnis deines Brokers prüfen, da die Kosten für den Optionshandel je nach Anbieter unterschiedlich ausfallen können. Die Handelszeiten variieren je nach Börsenplatz und Region.

Der Ablauf folgt einer klaren Reihenfolge: Du analysierst den Basiswert und bildest eine Markterwartung, wählst Optionsart und Position, legst Ausübungspreis und Laufzeit fest und platzierst die Order. Nach dem Kauf kannst du die Position vor dem Verfallsdatum glattstellen, ausüben oder verfallen lassen.

01

Basiswert analysieren

Du bewertest den zugrunde liegenden Vermögenswert und bildest eine Markterwartung für die gewünschte Laufzeit.

02

Optionsart und Position wählen

Je nach Erwartung wählst du eine Call- oder Put-Option und entscheidest, ob du als Käuferin oder Stillhalterin auftreten möchtest.

03

Ausübungspreis und Laufzeit festlegen

Du bestimmst den Strike und das Verfallsdatum, die zu deiner Strategie und deinem Risikoprofil passen.

04

Order an der Terminbörse platzieren

Der Handel erfolgt über einen Broker, der die Order an eine Terminbörse wie Eurex oder CBOE weiterleitet.

05

Position überwachen und schließen

Du kannst die Option bis zum Verfallsdatum halten, vorher glattstellen oder ausüben, falls sie im Geld liegt.

11 · Vergleich

Optionen und Options­scheine im Vergleich

Obwohl beide Produkte ähnlich klingen, unterscheiden sie sich in Handel, Transparenz und Risiko erheblich. Für Privatanlegerinnen ist der Unterschied besonders wichtig.

Optionen und Optionsscheine werden oft verwechselt, unterscheiden sich aber in Handel, Transparenz und Risiko erheblich. Optionen werden börslich an Terminbörsen gehandelt, wo du mit anderen Marktteilnehmern kontrahierst und die Preisbildung durch Angebot und Nachfrage transparent ist. Ein direktes Emittentenrisiko besteht nicht.

Optionsscheine werden dagegen außerbörslich direkt mit dem Emittenten gehandelt, der sie herausgibt. Die Preisbildung ist weniger transparent, weil der Emittent die Kurse stellt. Optionsscheine sind Schuldverschreibungen des Emittenten und können bei dessen Insolvenz wertlos werden, was als Emittentenrisiko bezeichnet wird.

Für dich als Privatanlegerin ist dieser Unterschied besonders wichtig, weil das Emittentenrisiko bei Optionsscheinen ein zusätzliches Verlustrisiko darstellt, das bei börsengehandelten Optionen nicht besteht. Die Standardisierung und Regulierung an Terminbörsen sorgt für mehr Sicherheit und Vergleichbarkeit der Kontrakte.

Optionen und Optionsscheine: Die zentralen Unterschiede
OptionenOptions­scheine
HandelsplatzBörslich an TerminbörsenAußerbörslich direkt mit dem Emittenten
VertragspartnerAndere Marktteilnehmer über die BörseDer Emittent als Herausgeber
Preis­bildungDurch Angebot und Nachfrage, transparentVom Emittenten gestellt, weniger transparent
EmittentenrisikoKein direktes EmittentenrisikoRisiko des Emittentenausfalls

12 · Fehler vermeiden

Häufige Fehler beim Einstieg in den Options­handel

Der Optionshandel ist komplex und mit spezifischen Risiken verbunden. Diese Fehler lassen sich durch Vorbereitung und ein klares Verständnis der Produkte vermeiden.

Ein häufiger Fehler ist die Verwechslung von Optionen mit Optionsscheinen und die damit verbundene Unterschätzung des Emittentenrisikos. Wer Optionsscheine kauft, trägt das Risiko, dass der Emittent ausfällt und die Schuldverschreibung wertlos wird. Bei börsengehandelten Optionen besteht dieses Risiko nicht.

Ein weiterer Fehler ist der Einstieg in Short-Positionen ohne Verständnis der unbegrenzten Verlustrisiken. Als Stillhalterin eines Short Calls kann dein Verlust theoretisch unbegrenzt steigen, wenn der Basiswert stark zulegt. Auch der Short Put birgt erhebliche Risiken, die weit über die vereinnahmte Prämie hinausgehen können.

Viele Einsteiger betrachten die Optionsprämie als Gebühr statt als Preis für ein Recht mit eigenem Wert. Sie ignorieren den Einfluss der Restlaufzeit auf den Zeitwert und handeln ohne fundierte Analyse des Basiswerts. Prüfe außerdem die Kosten deines Brokers im Preis- und Leistungsverzeichnis, bevor du mit dem Optionshandel beginnst.

Typische Fehler im Optionshandel

·Optionen mit Optionsscheinen verwechseln und das Emittentenrisiko unterschätzen
·Als Stillhalterin Short-Positionen eingehen, ohne die unbegrenzten Verlustrisiken zu verstehen
·Die Optionsprämie als Gebühr betrachten statt als Preis für ein Recht mit eigenem Wert
·Den Einfluss der Restlaufzeit auf den Zeitwert der Option ignorieren
·Ohne fundierte Analyse des Basiswerts handeln und allein auf Kursprognosen vertrauen
·Die Kosten des Brokers für den Optionshandel nicht im Preis- und Leistungsverzeichnis prüfen

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026