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Momentum-ETF: So funktioniert die Strategie mit Trendaktien

Ein Momentum-ETF setzt auf Aktien, die zuletzt besonders stark gestiegen sind. Dahinter steckt der Momentum-Faktor, eine regelbasierte Strategie, die du mit wenigen Produkten weltweit umsetzen kannst.

11 Kapitel · 14 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • Momentum-ETFs wählen Aktien mit der stärksten Kursentwicklung der letzten 6 bis 12 Monate aus.
  • Die Strategie kann in starken Aufwärtstrends Überrenditen erzielen, ist aber bei abrupten Trendwenden anfällig.
  • Die Gesamtkostenquote (TER) liegt bei den verfügbaren globalen Momentum-ETFs einheitlich bei 0,25 Prozent pro Jahr.
  • Für ein Investment eignen sich vor allem thesaurierende ETFs mit Sitz in Irland und einem Fondsvolumen über 100 Millionen Euro.

01 · Grundlagen

Was ist ein Momentum-ETF?

Ein Momentum-ETF bildet einen Index nach, der Aktien nach ihrer relativen Kursstärke auswählt. Die Auswahl erfolgt regelbasiert und ohne Einschätzung eines Fondsmanagers.

Ein Momentum-ETF ist ein börsengehandelter Indexfonds, der die Wertentwicklung eines speziellen Aktienindex nachbildet. Dieser Index enthält nicht einfach alle Unternehmen eines Marktes, sondern wählt nach festen Regeln gezielt Aktien aus, die in den vergangenen Monaten eine überdurchschnittliche Kursentwicklung gezeigt haben. Die Auswahl erfolgt rein regelbasiert und ohne die Einschätzung eines Fondsmanagers.

Grundlage dafür ist der sogenannte Momentum-Faktor. Er beschreibt einen Auswahlansatz, bei dem Aktien anhand ihrer relativen Kursentwicklung über einen definierten Zeitraum, häufig sechs bis zwölf Monate, miteinander verglichen und entsprechend gewichtet werden. Der Fonds setzt damit die Annahme um, dass sich starke Kursentwicklungen der jüngeren Vergangenheit oft noch eine Zeit lang fortsetzen.

Für dich bedeutet das: Du investierst mit einem solchen ETF nicht in den Gesamtmarkt, sondern in eine Teilmenge von Aktien, die aktuell eine hohe Trendstärke aufweisen. Diese Teilmenge kann sich bei jeder Indexanpassung ändern.

Kurz erklärt

Momentum-ETF

Ein börsengehandelter Fonds, der die Wertentwicklung eines Momentum-Index nachbildet. Dieser Index enthält Aktien, die in den vergangenen 6 bis 12 Monaten eine überdurchschnittliche Wertentwicklung gezeigt haben.

Der Fonds setzt die Annahme um, dass sich starke Kursentwicklungen der jüngeren Vergangenheit oft noch eine Zeit lang fortsetzen.

02 · Schritt für Schritt

Wie funktioniert die Momentum-Strategie?

Die Strategie analysiert vergangene Kursentwicklungen und leitet daraus einen Wert für die Trendstärke ab. Aktien mit den höchsten Werten werden im Index übergewichtet.

Die Momentum-Strategie beruht auf der empirischen Beobachtung, dass Aktien mit einer starken Kursentwicklung in der jüngeren Vergangenheit diesen Trend oft noch eine Zeit lang fortsetzen. Um diese Idee in einem Index umzusetzen, analysiert der Indexanbieter die vergangenen Kursentwicklungen aller infrage kommenden Aktien und leitet daraus einen Wert für die Trendstärke ab.

Der Ablauf folgt einem klaren Muster. Zuerst wird die Kursentwicklung aller Aktien aus dem Ausgangsuniversum über einen definierten Zeitraum verglichen, häufig sechs oder zwölf Monate. Aus der relativen Kursstärke wird anschließend ein Momentum-Score berechnet, der ausdrückt, wie stark eine Aktie im Vergleich zu anderen Titeln gestiegen ist.

  • Der Index nimmt die Aktien mit den höchsten Momentum-Scores auf und gewichtet sie stärker als in einem klassischen Marktindex.
  • Beim Rebalancing wird die Zusammensetzung regelmäßig überprüft und an die aktuellen Kursentwicklungen angepasst.
  • Die konkreten Auswahl- und Gewichtungskriterien unterscheiden sich je nach Indexanbieter und Methodik.

Für dich heißt das: Du setzt mit einem Momentum-ETF auf eine regelbasierte Faktorstrategie, die systematisch die aktuellen Gewinneraktien übergewichtet. Eine Garantie für zukünftige Gewinne ist das nicht, denn vergangene Kursentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für die Zukunft.

01

Kursentwicklung messen

Der Indexanbieter vergleicht die Kursentwicklung aller Aktien aus dem Ausgangsuniversum über einen definierten Zeitraum, häufig 6 oder 12 Monate.

02

Momentum-Score berechnen

Aus der relativen Kursstärke wird ein Momentum-Score abgeleitet. Dieser Wert drückt aus, wie stark eine Aktie im Vergleich zu anderen Titeln gestiegen ist.

03

Aktien auswählen und gewichten

Der Index nimmt die Aktien mit den höchsten Momentum-Scores auf und gewichtet sie stärker als in einem klassischen Marktindex.

04

Regelmäßig anpassen

Beim Rebalancing wird die Zusammensetzung überprüft. Aktien, deren Trend sich abgeschwächt hat, werden ersetzt, neue Trendaktien rücken nach.

03 · Vergleich

Momentum-ETF im Vergleich: Die wichtigsten Kennzahlen

Für ein Investment in den globalen Momentum-Faktor stehen mehrere ETFs zur Auswahl. Die Produkte unterscheiden sich vor allem bei Fondsgröße und Replikationsmethode.

Für ein Investment in den globalen Momentum-Faktor stehen derzeit mehrere ETFs zur Auswahl. Die beiden größten Produkte sind der iShares Edge MSCI World Momentum Factor UCITS ETF und der Xtrackers MSCI World Momentum UCITS ETF. Beide bilden Indizes auf den MSCI World ab, unterscheiden sich aber in einigen strukturellen Merkmalen.

Das Fondsvolumen des iShares-Produkts liegt bei 5.620 Millionen Euro, das des Xtrackers-Produkts bei 2.079 Millionen Euro. Die Gesamtkostenquote ist mit 0,25 Prozent pro Jahr bei beiden identisch. Auch bei der Ertragsverwendung gibt es keinen Unterschied: Beide ETFs thesaurieren ihre Erträge und haben ihren Sitz in Irland.

Ein Unterschied zeigt sich bei der Replikationsmethode. Der iShares-ETF nutzt optimiertes Sampling, während der Xtrackers-ETF den Index vollständig nachbildet. Das höhere Fondsvolumen des iShares-Produkts kann auf eine engere Geld-Brief-Spanne im Handel hindeuten, was die indirekten Handelskosten für dich reduzieren kann.

Vergleich der zwei größten globalen Momentum-ETFs
iShares Edge MSCI World MomentumXtrackers MSCI World Momentum
Fondsvolumen5.620 Mio. Euro2.079 Mio. Euro
Gesamtkostenquote (TER)0,25 % p.a.0,25 % p.a.
ErtragsverwendungThesaurierendThesaurierend
FondsdomizilIrlandIrland
Replikations­methodeOptimiertes SamplingVollständige Replikation

04 · Kosten

Welche Kosten fallen bei Momentum-ETFs an?

Die Produktkosten sind bei allen globalen Momentum-ETFs identisch. Unterschiede können bei den Handelskosten deines Depots entstehen.

Die Produktkosten sind bei allen verfügbaren globalen Momentum-ETFs identisch. Die Gesamtkostenquote, auch TER genannt, liegt einheitlich bei 0,25 Prozent pro Jahr. Diese Kosten werden direkt im Fondsvermögen einbehalten und mindern die Wertentwicklung des ETFs.

Unterschiede können bei den Handelskosten deines Depots entstehen. Viele Online-Broker erheben keine laufende Depotgebühr und bieten Sparplanausführungen im Rahmen von Aktionsangeboten für 0,00 Euro an. Bei einigen Neobrokern ist das ETF-Sparen inzwischen sogar komplett kostenlos möglich.

  • Die Gesamtkostenquote liegt bei den globalen Momentum-ETFs einheitlich bei 0,25 Prozent pro Jahr.
  • Zusätzlich können indirekte Handelskosten durch die Geld-Brief-Spanne entstehen, besonders bei ETFs mit sehr geringem Fondsvolumen.
  • Die Sparplanausführung kostet bei vielen Online-Brokern im Aktionsangebot 0,00 Euro pro Ausführung.

Für dich bedeutet das: Die laufenden Produktkosten sind bei allen globalen Momentum-ETFs gleich, sodass du deine Auswahl vor allem anhand von Fondsgröße, Replikationsmethode und den Konditionen deines Brokers treffen kannst.

Typische Kostenbestandteile eines Momentum-ETF-Investments

Gesamtkostenquote (TER)0,25 % p.a.
Depotgebühr0 Euro bei vielen Online-Brokern
Sparplanausführung0 Euro bei vielen Aktionsangeboten

05 · Was gilt

Wann eignet sich ein Momentum-ETF für dich?

Die Strategie passt nicht zu jedem Anlageziel. Entscheidend sind dein Anlagehorizont und deine Bereitschaft, Phasen mit schwächerer Entwicklung auszuhalten.

Ein Momentum-ETF passt nicht zu jedem Anlageziel. Die Strategie eignet sich vor allem für fortgeschrittene Anlegerinnen und Anleger, die den breiten Markt langfristig schlagen wollen und an wissenschaftlich fundierte Faktorstrategien glauben. Du solltest bereit sein, temporäre Phasen mit schwächerer Entwicklung auszuhalten, denn die Strategie kann in bestimmten Marktphasen hinter dem Gesamtmarkt zurückbleiben.

Der Anlagehorizont sollte mindestens 10 bis 15 Jahre betragen. Nur über so lange Zeiträume kannst du die typischen Schwankungen und Phasen der Underperformance aussitzen, ohne zu ungünstigen Zeitpunkten verkaufen zu müssen. Ein kurzfristiger Anlagehorizont von unter fünf Jahren ist für diese Strategie nicht geeignet.

  • Geeignet ist ein Momentum-ETF, wenn du eine höhere Rendite als der breite Markt anstrebst und Schwankungen ertragen kannst.
  • Weniger geeignet ist er, wenn du eine geringe Schwankungstoleranz hast oder konstante Überrenditen in jeder Marktphase erwartest.
  • Für ein ausschließlich passives Marktindex-Investment ohne Faktorwette ist ein klassischer Welt-ETF die passendere Wahl.

Geeignet

·Anlagehorizont von mindestens 10 bis 15 Jahren
·Bereitschaft, temporäre Underperformance bei Trendwechseln zu ertragen
·Interesse an wissenschaftlich fundierten Faktorstrategien
·Ziel, den breiten Markt langfristig zu schlagen

Weniger geeignet

·Geringe Schwankungstoleranz
·Erwartung konstanter Überrenditen in jeder Marktphase
·Ausschließlich passives Marktindex-Investment ohne Faktorwette

06 · Fehler vermeiden

Welche Risiken bringt die Momentum-Strategie mit?

Momentum-ETFs sind in der Regel volatiler als marktbreite ETFs. Besonders in plötzlichen Korrekturen können die zuvor stärksten Aktien überdurchschnittlich stark verlieren.

Momentum-ETFs sind in der Regel volatiler als marktbreite ETFs. Das liegt daran, dass sie systematisch die Aktien übergewichten, die zuletzt am stärksten gestiegen sind. Diese Titel können in Korrekturphasen überdurchschnittlich stark verlieren, weil Anleger Gewinne mitnehmen und die zuvor gefragten Aktien besonders stark abverkauft werden.

Ein typisches Risiko ist der sogenannte Momentum-Crash. Bei abrupten Trendwenden stürzen die bisherigen Gewinneraktien oft am stärksten ab, während defensive Titel vergleichsweise stabil bleiben. Der ETF kann dem Markt dann hinterherlaufen, bis das Portfolio beim nächsten Rebalancing umgeschichtet wird oder sich der Markt erholt.

  • Momentum-Crash: Bei abrupten Trendwenden verlieren die bisherigen Gewinneraktien oft überdurchschnittlich stark.
  • Höhere Volatilität: Die Kursschwankungen liegen meist über denen eines klassischen Marktindex.
  • Underperformance in Seitwärtsmärkten: Ohne klare Trends kann die Strategie hinter dem breiten Markt zurückbleiben.
  • Verzögerte Anpassung: Bis zum nächsten Rebalancing kann der ETF dem Markt hinterherlaufen.

Für dich bedeutet das: Du solltest nur in einen Momentum-ETF investieren, wenn du diese Risiken kennst und bereit bist, sie über einen langen Zeitraum zu tragen. Eine Beimischung zu einem breiten Marktindex kann das Gesamtrisiko deines Portfolios reduzieren.

Typische Risiken und Schwächen von Momentum-ETFs

·Momentum-Crash: Bei abrupten Trendwenden stürzen die bisherigen Gewinneraktien oft am stärksten ab.
·Höhere Volatilität: Die Kursschwankungen liegen meist über denen eines klassischen Marktindex.
·Underperformance in Seitwärtsmärkten: Ohne klare Trends kann die Strategie hinter dem breiten Markt zurückbleiben.
·Verzögerte Anpassung: Bis zum nächsten Rebalancing kann der ETF dem Markt hinterherlaufen.

07 · Checkliste

So prüfst du einen Momentum-ETF vor dem Kauf

Neben der Wertentwicklung entscheiden strukturelle Merkmale über die Qualität eines ETFs. Diese Punkte solltest du vor einer Investition abgleichen.

Neben der vergangenen Wertentwicklung entscheiden strukturelle Merkmale über die Qualität eines ETFs. Diese Punkte solltest du vor einer Investition abgleichen, um ein Produkt zu wählen, das langfristig zu deiner Anlagestrategie passt und keine vermeidbaren Nachteile mitbringt.

Ein wichtiges Kriterium ist das Fondsvolumen. Viele Anlegerinnen und Anleger orientieren sich an einem Mindestvolumen von 100 Millionen Euro, um das Schließungsrisiko zu reduzieren. Größere Fonds gelten als weniger schließungsanfällig und können im Handel engere Geld-Brief-Spannen aufweisen, was deine indirekten Kosten senkt.

  • Prüfe das Fondsvolumen: Es sollte über 100 Millionen Euro liegen, um das Schließungsrisiko zu reduzieren.
  • Vergleiche die Gesamtkostenquote mit Produkten auf denselben Index.
  • Kläre die Ertragsverwendung: thesaurierend oder ausschüttend.
  • Prüfe das Fondsdomizil: Irland ist bei den globalen Momentum-ETFs-Standard.
  • Beachte die Replikationsmethode: vollständige Replikation oder optimiertes Sampling.
  • Betrachte die Wertentwicklung über mehrere Jahre und verschiedene Marktphasen.
  • Prüfe die Verfügbarkeit als Sparplan bei deinem Broker.

Checkliste für die ETF-Auswahl

01

Fondsvolumen über 100 Millionen Euro prüfen, um das Schließungsrisiko zu reduzieren

02

Gesamtkostenquote (TER) mit Produkten auf denselben Index vergleichen

03

Ertragsverwendung klären: thesaurierend oder ausschüttend

04

Fondsdomizil prüfen: Irland ist bei den globalen Momentum-ETFs-Standard

05

Replikationsmethode beachten: vollständige Replikation oder optimiertes Sampling

06

Wertentwicklung über mehrere Jahre und verschiedene Marktphasen betrachten

07

Verfügbarkeit als Sparplan beim eigenen Broker prüfen

08 · Im Vertrag

Thesaurierung und Steuern bei Momentum-ETFs

Die meisten Momentum-ETFs thesaurieren ihre Erträge. Für die Steuer ist das unerheblich, da auch einbehaltene Erträge jährlich besteuert werden.

Die meisten Momentum-ETFs thesaurieren ihre Erträge, das heißt Dividenden und andere Erträge werden automatisch wieder im Fonds angelegt. Für die Steuer ist das unerheblich, denn auch einbehaltene Erträge werden in Deutschland jährlich besteuert. Du kommst also nicht um die Steuerzahlung herum, nur weil keine Ausschüttung auf deinem Konto landet.

Für Aktienfonds gilt eine Teilfreistellung von 30 Prozent. Das bedeutet, dass 30 Prozent der Erträge steuerfrei bleiben und nur 70 Prozent versteuert werden. Auf den steuerpflichtigen Teil der Erträge fällt Abgeltungsteuer in Höhe von 25 Prozent an, zuzüglich Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Abgeltungsteuer.

Erträge bis 1000 Euro pro Person und Jahr bleiben durch den Sparer-Pauschbetrag steuerfrei. Bei zusammenveranlagten Ehepaaren verdoppelt sich dieser Betrag auf 2000 Euro pro Jahr. Du kannst den Freibetrag nutzen, indem du bei deinem Broker einen Freistellungsauftrag einrichtest.

09 · Hintergrund

Wie entwickelt sich ein Momentum-ETF in verschiedenen Marktphasen?

Die Strategie ist stark von der Marktrichtung abhängig. In klaren Trends funktioniert sie besser als in unruhigen Seitwärtsphasen.

Die Strategie ist stark von der Marktrichtung abhängig. In klaren Trends funktioniert sie besser als in unruhigen Seitwärtsphasen, weil sie systematisch die Aktien übergewichtet, die bereits eine starke Kursentwicklung gezeigt haben. In starken, langanhaltenden Aufwärtstrends kann ein Momentum-ETF den breiten Markt schlagen, weil er die aktuellen Gewinneraktien stärker gewichtet als ein klassischer Marktindex.

Die Wertentwicklung des MSCI World Momentum Index lag in einzelnen Jahren deutlich über der des klassischen MSCI World Index. In den letzten fünf Jahren betrug die jährliche Rendite des MSCI World Momentum Index 11,84 Prozent, während der MSCI World Index auf 12,45 Prozent kam. In den letzten zwölf Monaten lag die Rendite des MSCI World Momentum bei 17,32 Prozent.

In plötzlichen Korrekturen, sogenannten Momentum-Crashes, stürzen die zuvor am stärksten gestiegenen Aktien oft überdurchschnittlich stark ab. Der ETF kann dem Markt dann hinterherlaufen, bis das Portfolio beim nächsten Rebalancing umgeschichtet wird oder sich der Markt erholt. In Seitwärtsmärkten ohne klare Richtung kann die Strategie ebenfalls hinter dem breiten Markt zurückbleiben.

In starken, langanhaltenden Aufwärtstrends kann ein Momentum-ETF den breiten Markt schlagen, weil er systematisch die aktuellen Gewinneraktien übergewichtet. Die Wertentwicklung des MSCI World Momentum Index lag in einzelnen Jahren deutlich über der des klassischen MSCI World Index.

In plötzlichen Korrekturen, sogenannten Momentum-Crashes, stürzen die zuvor am stärksten gestiegenen Aktien oft überdurchschnittlich stark ab. Der ETF kann dem Markt dann hinterherlaufen, bis das Portfolio beim nächsten Rebalancing umgeschichtet wird oder sich der Markt erholt.

In Seitwärtsmärkten ohne klare Richtung fehlt der Strategie die Grundlage. Die Aktienauswahl nach vergangener Kursstärke liefert dann keinen systematischen Vorteil gegenüber einem klassischen Marktindex.

10 · Schritt für Schritt

Momentum-ETFs als Sparplan: So funktioniert der Vermögensaufbau

Ein ETF-Sparplan eignet sich, um regelmäßig in den Momentum-Faktor zu investieren. Die Mindestsparraten sind bei vielen Online-Brokern niedrig.

Ein ETF-Sparplan eignet sich, um regelmäßig in den Momentum-Faktor zu investieren. Du legst dabei einen festen Betrag fest, der in einem von dir gewählten Rhythmus automatisch in den ETF investiert wird. Das reduziert den Aufwand und hilft dir, auch in schwankungsreichen Phasen diszipliniert zu sparen.

Die Mindestsparraten sind bei vielen Online-Brokern niedrig. Bei einigen Brokern kannst du bereits ab einer monatlichen Sparrate von 1 Euro in einen Momentum-ETF ansparen. Bei vielen Direktbanken starten Sparpläne bei 10, 25 oder 50 Euro pro Monat. Ob ein bestimmter Momentum-ETF als Sparplan verfügbar ist, bestimmt die jeweilige Bank und nicht der Produkt-Anbieter.

  • Eröffne ein Wertpapierdepot bei einem Online-Broker oder einer Direktbank. Viele Anbieter erheben keine laufende Depotgebühr.
  • Wähle einen ETF auf den Momentum-Faktor aus, der als Sparplan verfügbar ist. Prüfe Fondsvolumen, Kosten und Replikationsmethode.
  • Lege die monatliche Sparrate fest. Sie kann bei einigen Brokern bereits bei 1 Euro liegen, bei vielen Direktbanken bei 10, 25 oder 50 Euro.
  • Automatisiere die Ausführung. Der Sparplan kauft regelmäßig Anteile zum festgelegten Termin, viele Broker bieten Sparplanausführungen ohne Gebühr an.

Für dich bedeutet das: Ein Sparplan auf einen Momentum-ETF ist eine kostengünstige Möglichkeit, regelmäßig in den Faktor zu investieren. Du solltest aber beachten, dass die Strategie volatiler ist als ein klassischer Welt-ETF und du einen langen Atem mitbringen musst.

01

Depot eröffnen

Du benötigst ein Wertpapierdepot bei einem Online-Broker oder einer Direktbank. Viele Anbieter erheben keine laufende Depotgebühr.

02

Momentum-ETF auswählen

Wähle einen ETF auf den Momentum-Faktor aus, der als Sparplan verfügbar ist. Prüfe Fondsvolumen, Kosten und Replikationsmethode.

03

Sparrate festlegen

Die monatliche Sparrate kann bei einigen Brokern bereits bei 1 Euro liegen. Bei vielen Direktbanken starten Sparpläne bei 10, 25 oder 50 Euro.

04

Ausführung automatisieren

Der Sparplan kauft regelmäßig Anteile zum festgelegten Termin. Viele Broker bieten Sparplanausführungen ohne Gebühr an.

11 · Hintergrund

Diversifikation trotz Fokus auf Trendaktien

Ein Momentum-ETF konzentriert sich auf Aktien mit hoher Kursstärke. Die Diversifikation über Länder und Branchen bleibt dennoch erhalten.

Der MSCI World Momentum Index besteht aus rund 350 Titeln aus Industrieländern weltweit. Die Ländergewichtung kann sich je nach Marktphase und Indexanpassung ändern, weist aber typischerweise eine starke Gewichtung der USA auf.

Trotz der Fokussierung auf Trendaktien bleibt die Streuung über viele Einzelwerte bestehen. Das reduziert das unternehmensspezifische Risiko im Vergleich zu Einzelaktien, auch wenn die Sektor- und Ländergewichtung von einem klassischen Marktindex abweichen kann.

Für eine breitere Diversifikation kannst du einen Momentum-ETF mit einem klassischen Welt-ETF kombinieren. So bleibt dein Portfolio insgesamt marktnah, während der Momentum-Anteil gezielt auf den Faktor setzt.

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026