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Momentum-ETF monatlich besparen: So funktioniert die Strategie

Ein monatlicher Sparplan auf einen Momentum-ETF bündelt Aktien mit starker Kursdynamik in einem einfachen Anlageprodukt. Du profitierst von einer klaren Regel, die Gewinneraktien übergewichtet, ohne selbst Einzelwerte auswählen zu müssen.

10 Kapitel · 11 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • Momentum-ETFs setzen auf Aktien, die in den vergangenen 6 bis 12 Monaten überdurchschnittlich gestiegen sind.
  • Die Gesamtkostenquote liegt bei den großen Produkten meist zwischen 0,20 und 0,25 Prozent pro Jahr.
  • Ein Sparplan ist ab 1 Euro monatlich möglich, bei vielen Banken ab 10, 25 oder 50 Euro.
  • Die Strategie eignet sich für einen Anlagehorizont von mindestens 10 bis 15 Jahren.

01 · Grundlagen

Was ist ein Momentum-ETF?

Ein Momentum-ETF ist ein börsengehandelter Indexfonds, der gezielt Aktien mit starken Kursgewinnen auswählt. Die Auswahl folgt einer festen Regel und nicht der Einschätzung eines Fondsmanagers.

Ein Momentum-ETF bildet einen Index ab, der Aktien nach ihrer Kursstärke in der Vergangenheit gewichtet. Der Betrachtungszeitraum liegt dabei meist bei 6 oder 12 Monaten, wobei der jüngste Monat oft ausgeklammert wird, um kurzfristige Umkehreffekte zu reduzieren. Die Strategie gehört zur Gruppe der Smart-Beta-Strategien und setzt auf anhaltende Aufwärtstrends.

Für dich bedeutet das: Du kaufst mit einem einzigen Wertpapier ein Portfolio, das die aktuellen Gewinneraktien übergewichtet. Die Auswahl folgt einer festen Regel und nicht der Einschätzung eines Fondsmanagers.

Kurz erklärt

Momentum-ETF

Ein ETF, der in Aktien von Unternehmen investiert, die in der Vergangenheit eine starke Kursentwicklung gezeigt haben. Er bildet einen Momentum-Index ab, der Titel mit überdurchschnittlicher Wertentwicklung über einen festgelegten Zeitraum bündelt.

Die Strategie gehört zur Gruppe der Smart-Beta-Strategien und setzt auf anhaltende Aufwärtstrends.

02 · Schritt für Schritt

So funktioniert der Momentum-Faktor

Der Momentum-Faktor nutzt die Beobachtung, dass Aktien mit überdurchschnittlicher Wertentwicklung diesen Trend oft fortsetzen. Die Umsetzung erfolgt über Indizes, die regelmäßig umgeschichtet werden.

Der Index betrachtet die Kursentwicklung der vergangenen 6 oder 12 Monate und ermittelt für jede Aktie einen Momentum-Score. Dieser Wert drückt aus, wie stark der Kurs im Vergleich zu anderen Titeln gestiegen ist. Aktien mit dem höchsten Momentum-Score erhalten ein höheres Gewicht im Index, Aktien mit schwachem Momentum werden reduziert oder ausgeschlossen.

Die Umschichtung erfolgt in festen Abständen, meist halbjährlich oder vierteljährlich. Dadurch bleibt der Fonds immer nah an den Titeln, die zuletzt die stärkste Dynamik gezeigt haben. In starken Marktphasen kann das eine Überrendite bringen, in plötzlichen Korrekturen aber auch zu Verlusten führen, weil die bisherigen Gewinner oft am stärksten abverkauft werden.

01

Auswahlzeitraum festlegen

Der Index betrachtet die Kursentwicklung der vergangenen 6 oder 12 Monate. Der jüngste Monat wird häufig ausgeklammert, um kurzfristige Umkehreffekte zu reduzieren.

02

Momentum-Score berechnen

Für jede Aktie wird ein Momentum-Score ermittelt. Dieser Wert drückt aus, wie stark der Kurs im Vergleich zu anderen Titeln gestiegen ist.

03

Gewinneraktien übergewichten

Aktien mit dem höchsten Momentum-Score erhalten ein höheres Gewicht im Index. Aktien mit schwachem Momentum werden reduziert oder ausgeschlossen.

04

Regelmäßig umschichten

Der Index wird in festen Abständen, meist halbjährlich, neu zusammengesetzt. So bleiben die aktuellen Trendaktien im Portfolio.

03 · Vergleich

Momentum-ETF oder marktbreiter ETF: Wo liegen die Unterschiede?

Ein marktbreiter ETF gewichtet nach Marktkapitalisierung, ein Momentum-ETF nach Kursstärke. Das führt zu unterschiedlichen Portfolios und Risikoprofilen.

Das führt zu unterschiedlichen Portfolios und Risikoprofilen. Während ein klassischer Welt-ETF sehr breit über alle Sektoren und Größen streut, konzentriert sich ein Momentum-ETF stärker auf Trendaktien.

Die Kostenquote liegt bei Momentum-ETFs mit 0,20 bis 0,25 Prozent pro Jahr etwas höher als bei einfachen Welt-ETFs. Dafür erhältst du eine systematische Übergewichtung von Aktien mit starkem Aufwärtstrend. Das Risiko ist mittel bis hoch, da die Strategie bei Trendwechseln anfällig ist.

Momentum-ETF im Vergleich zum klassischen Welt-ETF
Momentum-ETFMarktbreiter ETF
AuswahlkriteriumStarke Kursentwicklung der letzten 6 bis 12 MonateMarktkapitalisierung der Unternehmen
DiversifikationBreit gestreut, aber mit Fokus auf TrendaktienSehr breit über alle Sektoren und Größen
RisikoprofilMittleres bis hohes Risiko, anfällig bei Trendwechseln
OutperformanceIn starken Aufwärtstrends oft überdurchschnittlichEntspricht der durchschnittlichen Marktentwicklung
Kostenquote (TER)0,20 bis 0,25 Prozent pro Jahr

04 · Kosten

Was kostet ein Momentum-ETF-Sparplan?

Die Kosten setzen sich aus der Gesamtkostenquote des ETF und den Gebühren des Depots zusammen. Viele Broker bieten Sparpläne ohne Ausführungsgebühr an.

Die jährliche Gesamtkostenquote (TER) liegt bei Momentum-ETFs zwischen 0,20 und 0,25 Prozent. Diese Kosten werden direkt vom Fondsvermögen abgezogen und sind in der Wertentwicklung bereits enthalten. Zusätzlich können Gebühren für die Ausführung des Sparplans anfallen.

Bei vielen Neobrokern starten Sparpläne bereits ab 1 Euro monatlich. Bei den meisten anderen Direktbanken liegt die Mindestsparrate bei 10, 25 oder 50 Euro. Die Depotgebühr beträgt bei vielen Online-Brokern 0 Euro, sodass du monatlich ohne zusätzliche Fixkosten ansparen kannst.

Typische Kosten eines Momentum-ETF-Sparplans

Gesamtkostenquote (TER) Momentum-ETF0,20 bis 0,25 Prozent pro Jahr
Sparrate bei Neobrokernab 1 Euro monatlich
Sparrate bei vielen Direktbankenab 10, 25 oder 50 Euro monatlich
Depotgebührbei vielen Online-Brokern 0 Euro

05 · Checkliste

Welche Kriterien solltest du bei der ETF-Auswahl prüfen?

Neben der Wertentwicklung entscheiden Kosten, Fondsgröße und Replikationsmethode über die Qualität eines Momentum-ETF. Diese Punkte helfen dir beim Vergleich.

Ein Fondsvolumen von über 100 Millionen Euro senkt das Risiko, dass der ETF geschlossen wird. Die physische Replikation, bevorzugt vollständige Replikation oder optimiertes Sampling, bietet direktes Aktienengagement.

  • Die Gesamtkostenquote (TER) sollte unter 0,30 Prozent pro Jahr liegen.
  • Das Fondsvolumen sollte über 100 Millionen Euro betragen, um das Schließungsrisiko zu senken.
  • Die Ertragsverwendung sollte thesaurierend sein, wenn du Erträge automatisch reinvestieren möchtest.
  • Das Fondsdomizil Irland ist vorteilhaft, da hier keine Quellensteuer auf US-Dividenden anfällt.
  • Die Wertentwicklung über 3 und 5 Jahre ist aussagekräftiger als die Rendite weniger Monate.

Checkliste für die Auswahl eines Momentum-ETF

01

Gesamtkostenquote (TER) unter 0,30 Prozent pro Jahr

02

Fondsvolumen über 100 Millionen Euro, um das Schließungsrisiko zu senken

03

Physische Replikation, bevorzugt vollständige Replikation oder optimiertes Sampling

04

Thesaurierende Ertragsverwendung, wenn du Erträge automatisch reinvestieren möchtest

05

Fondsdomizil Irland, da hier keine Quellensteuer auf US-Dividenden anfällt

06

Wertentwicklung über 3 und 5 Jahre, nicht nur über wenige Monate

06 · Fehler vermeiden

Welche Fehler solltest du bei Momentum-ETFs vermeiden?

Die Strategie wirkt einfach, birgt aber typische Fallstricke. Wer sie kennt, kann Enttäuschungen vermeiden.

Ein zu kurzer Anlagehorizont ist der häufigste Fehler, denn Momentum-ETFs brauchen 10 bis 15 Jahre, um den Faktor auszuspielen. Panikverkäufe in Korrekturphasen sind besonders riskant, weil Momentum-Crashes die bisherigen Gewinneraktien überdurchschnittlich stark treffen können.

Schau nicht nur auf die 1-Jahres-Rendite, sondern auf die Wertentwicklung über 3 und 5 Jahre. Eine zu hohe Gewichtung im Depot ist ebenfalls riskant: Momentum-ETFs sollten nur ein Baustein neben marktbreiten ETFs sein. Die Kostenquote von 0,25 Prozent ist für Smart-Beta-ETFs üblich, aber teurer als ein klassischer Welt-ETF.

Häufige Fehler beim Investieren in Momentum-ETFs

·Zu kurzer Anlagehorizont: Momentum-ETFs brauchen 10 bis 15 Jahre, um den Faktor auszuspielen.
·Panikverkäufe in Korrekturphasen: Momentum-Crashes können die bisherigen Gewinneraktien besonders stark treffen.
·Nur auf die 1-Jahres-Rendite schauen: Die Wertentwicklung über 3 und 5 Jahre ist aussagekräftiger.
·Zu hohe Gewichtung im Depot: Momentum-ETFs sollten nur ein Baustein neben marktbreiten ETFs sein.
·Kosten ignorieren: Eine TER von 0,25 Prozent ist für Smart-Beta-ETFs üblich, aber teurer als ein klassischer Welt-ETF.

07 · Hintergrund

Wie entwickelt sich der MSCI World Momentum Index?

Der MSCI World Momentum Index ist die wichtigste Benchmark für Momentum-ETFs. Seine Wertentwicklung zeigt die Stärken und Schwächen der Strategie.

Der MSCI World Momentum Index hat in den vergangenen Jahren eine starke Wertentwicklung gezeigt. Über ein Jahr lag die Rendite bei 27,80 Prozent, über drei Jahre bei 101,86 Prozent und über fünf Jahre bei 90,06 Prozent. Diese Zahlen beinhalten die Kursgewinne der enthaltenen Aktien und sind in Euro angegeben.

Die Outperformance gegenüber klassischen Marktindizes ist in starken Aufwärtstrends besonders ausgeprägt. In solchen Phasen übergewichtet der Index systematisch die aktuellen Gewinneraktien. In plötzlichen Korrekturen, sogenannten Momentum-Crashes, können diese Titel jedoch überdurchschnittlich stark fallen, bis das Portfolio beim nächsten Rebalancing umgeschichtet wird.

Der MSCI World Momentum Index hat in den vergangenen Jahren eine starke Wertentwicklung gezeigt. Über ein Jahr lag die Rendite bei 27,80 Prozent, über drei Jahre bei 101,86 Prozent und über fünf Jahre bei 90,06 Prozent. Diese Zahlen beinhalten die Kursgewinne der enthaltenen Aktien und sind in Euro angegeben.

Die Outperformance gegenüber klassischen Marktindizes ist in starken Aufwärtstrends besonders ausgeprägt. In solchen Phasen übergewichtet der Index systematisch die aktuellen Gewinneraktien. In plötzlichen Korrekturen, sogenannten Momentum-Crashes, können diese Titel jedoch überdurchschnittlich stark fallen.

Für deine monatliche Sparrate bedeutet das: Du kaufst in guten Phasen zu höheren Kursen und in schwachen Phasen zu niedrigeren Kursen. Der Durchschnittspreis über viele Jahre entscheidet über deinen Erfolg, nicht der Einstiegszeitpunkt.

08 · Was gilt

Welche Rolle spielen Fondsvolumen und Fondsdomizil?

Zwei technische Details beeinflussen die Sicherheit und Effizienz deines Investments. Sie sind bei den großen Momentum-ETFs meist ähnlich gelöst.

Ein Fondsvolumen von über 100 Millionen Euro ist ein wichtiges Sicherheitsmerkmal, da der ETF für den Anbieter wirtschaftlich bleibt und das Schließungsrisiko sinkt. Das Fondsdomizil Irland ist bei den großen Momentum-ETFs üblich und hat einen steuerlichen Vorteil: Auf US-Dividenden fällt keine zusätzliche Quellensteuer an.

Die thesaurierende Ertragsverwendung ist bei den meisten Momentum-ETFs-Standard. Sie sorgt dafür, dass Dividenden und andere Erträge automatisch reinvestiert werden, ohne dass du dich um die Wiederanlage kümmern musst. Die physische Replikation stellt sicher, dass du direkt in die Aktien des Index investierst.

Günstig für Anleger

·Fondsvolumen über 100 Millionen Euro, da der ETF für den Anbieter wirtschaftlich ist
·Fondsdomizil Irland, da keine Quellensteuer auf US-Dividenden anfällt
·Thesaurierende Ertragsverwendung, da Erträge automatisch reinvestiert werden
·Physische Replikation, da du direkt in die Aktien investierst

Ungünstig für Anleger

·Fondsvolumen unter 100 Millionen Euro, da ein höheres Schließungsrisiko besteht
·Fondsdomizil mit Quellensteuer auf US-Dividenden, was die Rendite schmälert
·Ausschüttende Ertragsverwendung, wenn du Erträge nicht manuell reinvestieren möchtest
·Synthetische Replikation, da ein Kontrahentenrisiko besteht

09 · Im Vertrag

Wie werden Erträge aus Momentum-ETFs versteuert?

Für die Steuer ist die Ertragsverwendung des ETF entscheidend. Die Abgeltungsteuer fällt auf Ausschüttungen und Gewinne an.

Auf Kapitalerträge wie Dividenden und Kursgewinne fällt die Abgeltungsteuer in Höhe von 25 Prozent an. Zusätzlich wird auf die Abgeltungsteuer ein Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent erhoben. Kapitalerträge bis 1000 Euro pro Person und Jahr bleiben durch den Sparer-Pauschbetrag steuerfrei, bei zusammenveranlagten Ehepaaren sind es 2000 Euro.

Für Aktienfonds gilt eine Teilfreistellung von 30 Prozent. Das bedeutet, nur 70 Prozent der Erträge sind steuerpflichtig. Bei einem thesaurierenden Momentum-ETF wird die Steuer auf die jährlich angesammelten Erträge fällig, auch wenn du keine Ausschüttung erhältst. Die Bank führt die Steuer automatisch ab, sobald dein Freibetrag ausgeschöpft ist.

Steuerliche Behandlung von Momentum-ETF-Erträgen

Abgeltungsteuer25 ProzentAuf Kapitalerträge wie Dividenden und Kursgewinne fällt die Abgeltungsteuer in Höhe von 25 Prozent an.
Solidaritätszuschlag5,5 ProzentAuf die Abgeltungsteuer wird ein Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent erhoben.
Sparer-Pauschbetrag1000 Euro pro PersonKapitalerträge bis 1000 Euro pro Person und Jahr bleiben steuerfrei. Bei zusammenveranlagten Ehepaaren sind es 2000 Euro.
Teilfreistellung30 ProzentFür Aktienfonds gilt eine Teilfreistellung von 30 Prozent. Das bedeutet, nur 70 Prozent der Erträge werden besteuert.

10 · Was gilt

Für wen eignet sich ein monatlicher Sparplan auf Momentum-ETFs?

Die Strategie passt nicht zu jedem Anlageprofil. Dein Anlagehorizont und deine Risikobereitschaft sind entscheidend.

Die Strategie passt zu fortgeschrittenen Anlegern, die den breiten Markt langfristig schlagen wollen und an wissenschaftlich fundierte Smart-Beta-Ansätze glauben. Dein Anlagehorizont sollte mindestens 10 bis 15 Jahre betragen, damit der Faktor seine Wirkung entfalten kann. Temporäre Underperformance bei Trendwechseln musst du aushalten können.

Für Anfänger ohne Erfahrung mit starken Schwankungen ist ein Momentum-ETF als erste Anlage weniger geeignet. Auch wenn du eine gleichmäßige Wertentwicklung ohne starke Ausschläge wünschst oder dein gesamtes Vermögen in einen einzigen ETF stecken möchtest, ist ein marktbreiter Welt-ETF die bessere Wahl. Als Beimischung zu einem konservativeren Portfolio kann ein Momentum-ETF dagegen sinnvoll sein.

Geeignet

·Fortgeschrittene Anleger, die den breiten Markt langfristig schlagen wollen
·Anleger mit einem Anlagehorizont von mindestens 10 bis 15 Jahren
·Anleger, die temporäre Underperformance bei Trendwechseln ertragen können
·Anleger, die eine Beimischung zu einem marktbreiten ETF suchen

Weniger geeignet

·Anfänger, die noch keine Erfahrung mit Schwankungen an der Börse haben
·Anleger mit einem Anlagehorizont unter 5 Jahren
·Anleger, die eine gleichmäßige Wertentwicklung ohne starke Schwankungen wünschen
·Anleger, die ihr gesamtes Vermögen in einen einzigen ETF investieren möchten

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026