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Momentum-ETF kaufen: So investierst du gezielt in Trendaktien

Ein Momentum-ETF bündelt Aktien mit der stärksten Kurs­entwicklung der vergangenen Monate. Bevor du einen solchen ETF kaufst, solltest du Kosten, Replikations­methode und die Besonderheiten der Momentum-Strategie kennen.

12 Kapitel · 14 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • Momentum-ETFs setzen auf Aktien mit starkem Aufwärtstrend und gehören zu den Smart-Beta-Strategien.
  • Die Gesamtkostenquote (TER) liegt bei den großen Momentum-ETFs meist bei 0,25 Prozent pro Jahr.
  • Ein Fondsvolumen von mindestens 100 Millionen Euro verringert das Risiko einer Fondsschließung.
  • Für Aktienfonds gilt eine Teilfreistellung von 30 Prozent auf die Erträge.

01 · Grundlagen

Was ist ein Momentum-ETF?

Ein Momentum-ETF ist ein börsengehandelter Indexfonds, der gezielt Aktien mit überdurchschnittlicher Kursentwicklung auswählt. Die Auswahl basiert auf der Beobachtung, dass Gewinneraktien ihren Trend oft fortsetzen.

Die Auswahl der Aktien erfolgt nicht nach Unternehmensgröße, sondern nach der Kursstärke der vergangenen 6 bis 12 Monate. Der jüngste Monat wird dabei häufig ausgeklammert, weil kurzfristige Umkehreffekte das Signal verzerren können. Dadurch entsteht ein Portfolio, das bewusst von der Marktkapitalisierungsgewichtung abweicht.

Für dich bedeutet das: Du kaufst mit einem Momentum-ETF keine neutrale Marktabbildung, sondern eine Wette auf die Fortsetzung bestehender Trends. Die Strategie gehört zur Gruppe der Smart-Beta-Ansätze und eignet sich vor allem als Beimischung zu einem breit gestreuten Kernportfolio.

Alle fünf großen Momentum-ETFs auf globale Indizes haben eine Gesamtkostenquote von 0,25 Prozent pro Jahr.

Kurz erklärt

Momentum-ETF

Ein börsengehandelter Indexfonds, der in Aktien von Unternehmen investiert, die in den vergangenen 6 bis 12 Monaten starke Kursgewinne verzeichnet haben. Er setzt auf anhaltend positive Kursbewegungen.

Die Strategie gehört zur Gruppe der Smart-Beta-Strategien und weicht bewusst von einer Marktkapitalisierungsgewichtung ab.

02 · Schritt für Schritt

So funktioniert die Momentum-Strategie

Die Momentum-Strategie nutzt Trends im Kursverlauf von Aktien. Titel mit überdurchschnittlicher Wertentwicklung werden übergewichtet, während schwächere Aktien untergewichtet oder ausgeschlossen werden.

Der Indexanbieter betrachtet zunächst die Kursentwicklung aller Aktien im Ausgangsuniversum über einen festgelegten Zeitraum. Anschließend werden die Titel nach ihrer Kursstärke sortiert, und die Aktien mit dem stärksten Momentum erhalten das höchste Gewicht. Schwächere Aktien werden untergewichtet oder fallen ganz aus dem Index.

In festen Abständen, meist halbjährlich, wird der Index überprüft und neu gewichtet. Aktien, die an Momentum verloren haben, werden ersetzt. Der ETF bildet diesen Index dann ab, indem er die entsprechenden Aktien kauft und hält.

  • Der Beobachtungszeitraum umfasst meist 6 oder 12 Monate, wobei der jüngste Monat oft ausgeklammert wird.
  • Das Rebalancing erfolgt in der Regel halbjährlich und sorgt dafür, dass nur aktuelle Gewinneraktien im Index bleiben.
  • Die Umschichtung kann in Phasen abrupter Trendwenden zu Verzögerungen führen, weil der ETF dem alten Portfolio hinterherläuft.
01

Beobachtungszeitraum festlegen

Der Indexanbieter betrachtet die Kursentwicklung der Aktien über einen Zeitraum von meist 6 oder 12 Monaten. Der jüngste Monat wird oft ausgeklammert, um kurzfristige Umkehreffekte zu vermeiden.

02

Aktien nach Momentum sortieren

Alle Aktien des Ausgangsuniversums werden nach ihrer Kursstärke sortiert. Die Aktien mit dem stärksten Momentum erhalten das höchste Gewicht im Index.

03

Regelmäßiges Rebalancing

In festen Abständen, meist halbjährlich, wird der Index überprüft und neu gewichtet. Aktien, die an Momentum verloren haben, werden ersetzt.

04

ETF bildet den Index nach

Der Momentum-ETF kauft die im Index enthaltenen Aktien. Die Replikation erfolgt physisch oder synthetisch, je nach ETF-Anbieter.

03 · Vergleich

Momentum-Faktor: Chancen und Risiken im Vergleich

Der Momentum-Faktor hat in der Vergangenheit gegenüber klassisch gewichteten Indizes oft eine Überrendite gebracht. Gleichzeitig ist er meist volatiler als ein marktbreiter ETF.

In Bullenmärkten mit langanhaltenden Aufwärtstrends können Momentum-ETFs den breiten Markt deutlich schlagen, weil sie systematisch die aktuellen Gewinneraktien übergewichten. In plötzlichen Korrekturen, sogenannten Momentum-Crashes, stürzen die bisherigen Gewinner jedoch oft am stärksten ab. Der ETF kann dem Markt dann vorübergehend hinterherlaufen.

Die Volatilität eines Momentum-ETFs ist in der Regel höher als bei einem marktbreiten ETF, da die Auswahl auf trendstarke und damit oft schwankungsanfälligere Aktien konzentriert ist. Du solltest daher kurzfristige Verluste aushalten können und einen Anlagehorizont von mindestens 10 bis 15 Jahren mitbringen.

Der Momentum-Faktor hat in der Vergangenheit gegenüber klassisch gewichteten Indizes oft eine Überrendite gebracht, war aber meist auch volatiler.

Momentum-ETF im Vergleich zu einem marktbreiten ETF
Momentum-ETFMarktbreiter ETF
AktienauswahlAktien mit stärkster Kursentwicklung der letzten 6 bis 12 Monate
Renditechance in BullenmärktenÜberrendite möglich, da Gewinneraktien übergewichtet werden
Verhalten in abrupten KorrekturenAnfällig für starke Verluste bei Trendwenden (Momentum-Crash)
VolatilitätHöher, da konzentriert auf trendstarke Aktien
Gesamtkostenquote (TER)Meist 0,25 Prozent pro Jahr

04 · Was gilt

Replikations­methode: Physisch oder synthetisch?

Momentum-ETFs bilden ihren Index entweder physisch oder synthetisch ab. Die Replikationsmethode beeinflusst das Kontrahentenrisiko und die Genauigkeit der Indexabbildung.

Bei den großen Momentum-ETFs auf globale Indizes ist die physische Replikation üblich. Der ETF hält die Aktien des Index dabei entweder vollständig oder über eine repräsentative Auswahl direkt im Fondsvermögen. Das optimierte Sampling kommt zum Beispiel beim iShares Edge MSCI World Momentum Factor zum Einsatz, während Xtrackers und Amundi vollständig replizieren.

Ein Vorteil der physischen Replikation ist, dass kein Kontrahentenrisiko aus Swap-Vereinbarungen besteht. Bei synthetischen ETFs wäre dieses Risiko gesetzlich auf 10 Prozent des Fondsvermögens begrenzt, spielt für die aktuell verfügbaren Momentum-ETFs aber keine Rolle.

  • Vollständige Replikation bedeutet, dass alle Indexwerte gekauft werden.
  • Optimiertes Sampling kauft nur eine repräsentative Auswahl der Indexwerte, um Kosten zu senken.
  • Physische ETFs bieten direktes Aktienengagement ohne Swap-Vereinbarung.

Physische Replikation

·Der ETF hält die Aktien des Index direkt im Fondsvermögen.
·Vollständige Replikation: Alle Indexwerte werden gekauft.
·Optimiertes Sampling: Eine repräsentative Auswahl der Indexwerte wird gekauft.
·Kein Kontrahentenrisiko, da keine Swap-Vereinbarung besteht.
·Bei den großen Momentum-ETFs üblich, z. B. von Xtrackers und Amundi.

Synthetische Replikation

·Der ETF hält ein Ersatzkörbchen und tauscht die Rendite über einen Swap.
·Die Indexabbildung kann genauer sein als bei optimiertem Sampling.
·Bei Momentum-ETFs auf globale Indizes derzeit nicht verbreitet.

05 · Kosten

Was kostet ein Momentum-ETF?

Die laufenden Kosten eines Momentum-ETFs werden über die Gesamtkostenquote (TER) ausgewiesen. Sie liegt bei den großen Produkten einheitlich bei 0,25 Prozent pro Jahr.

Die laufenden Produktkosten liegen bei allen fünf großen Momentum-ETFs einheitlich bei 0,25 Prozent pro Jahr. Diese Gesamtkostenquote wird automatisch im Fondsvermögen berücksichtigt und nicht separat von deinem Konto abgebucht. Zusätzlich entstehen beim Kauf einmalige Handelskosten, die je nach Broker unterschiedlich ausfallen.

Die Ordergebühr liegt bei vielen Online-Brokern zwischen 0 und 10 Euro, bei ETF-Sparplänen entfällt sie häufig komplett. Hinzu kommt der Spread zwischen Kauf- und Verkaufskurs, der bei liquiden ETFs typischerweise zwischen 0,1 und 0,5 Prozent liegt.

Die TER von 0,25 Prozent pro Jahr ist der wichtigste Kostenfaktor, weil sie über die gesamte Haltedauer anfällt.

Kurz erklärt

Gesamtkostenquote (TER) pro Jahr

Typische Kostenbestandteile beim Kauf eines Momentum-ETFs

0,25 %

06 · Im Vertrag

UCITS-Regeln und Fondsdomizil Irland

Alle großen Momentum-ETFs sind als UCITS-Fonds aufgelegt und haben ihr Fondsdomizil in Irland. Das bringt Anlegern in Deutschland steuerliche und regulatorische Vorteile.

Alle gängigen Momentum-ETFs sind als UCITS-Fonds aufgelegt und erfüllen damit die Anforderungen der EU-Richtlinie zu Diversifikation, Liquidität und Transparenz. Das Fondsdomizil Irland bringt einen konkreten steuerlichen Vorteil: Irland hat mit den USA ein Doppelbesteuerungsabkommen, das die Quellensteuer auf US-Dividenden auf 15 Prozent reduziert.

Für dich als Anlegerin in Deutschland gilt zusätzlich die Teilfreistellung für Aktienfonds. Sie beträgt 30 Prozent, das heißt, nur 70 Prozent der Erträge aus dem Fonds werden mit der Abgeltungsteuer von 25 Prozent belastet. Hinzu kommen der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Abgeltungsteuer und gegebenenfalls Kirchensteuer.

Die Teilfreistellung von 30 Prozent senkt die effektive Steuerlast auf Erträge aus Aktienfonds spürbar.

Rechtliche und steuerliche Rahmenbedingungen

UCITSRegulierungUCITS steht für Undertakings for Collective Investment in Transferable Securities. Diese EU-Richtlinie schreibt Diversifikation, Liquidität und Transparenz vor.
TeilfreistellungSteuerFür Aktienfonds gilt eine Teilfreistellung von 30 Prozent. Das bedeutet: Nur 70 Prozent der Erträge aus einem Momentum-ETF sind steuerpflichtig. Die Teilfreistellung gleicht die Vorbelastung auf Fondsebene aus.

07 · Was gilt

Thesaurierend oder ausschüttend: Was passt zu dir?

Die meisten Momentum-ETFs sind thesaurierend aufgelegt. Erträge werden automatisch reinvestiert, was den Zinseszinseffekt verstärkt und den Verwaltungsaufwand reduziert.

Dividenden und Kursgewinne verbleiben im Fondsvermögen und werden automatisch wieder angelegt, ohne dass zusätzliche Ordergebühren anfallen. Der Zinseszinseffekt arbeitet so über die gesamte Haltedauer.

Steuerlich wird bei thesaurierenden Fonds die Vorabpauschale fällig, wenn der Fonds im Vorjahr an Wert gewonnen hat. Der Sparer-Pauschbetrag von 1000 Euro pro Person und Jahr kann diese Belastung abfedern, bei zusammenveranlagten Ehepaaren sind es 2000 Euro.

Für den Momentum-Faktor ist derzeit kein ausschüttender ETF verfügbar, du hast also keine Wahl zwischen den Ertragsvarianten.

Thesaurierend

·Dividenden und Kursgewinne verbleiben im Fondsvermögen.
·Automatische Wiederanlage ohne zusätzliche Ordergebühren.
·Zinseszinseffekt arbeitet über die gesamte Haltedauer.
·Alle fünf großen Momentum-ETFs sind thesaurierend.
·Steuerlich wird die Vorabpauschale fällig, wenn der Fonds im Vorjahr an Wert gewonnen hat.

Ausschüttend

·Dividenden werden regelmäßig auf dein Verrechnungskonto ausgezahlt.
·Du entscheidest selbst, ob du die Erträge reinvestierst oder entnimmst.
·Für den Momentum-Faktor derzeit kein ausschüttender ETF verfügbar.
·Die Ausschüttungen erhöhen den Verwaltungsaufwand für dich.

08 · Schritt für Schritt

ETF-Sparplan auf Momentum-ETFs einrichten

Ein ETF-Sparplan ermöglicht den regelmäßigen Kauf eines Momentum-ETFs zu festen Terminen. Viele Broker bieten Sparpläne ab 1 Euro monatlich an.

Für einen Sparplan auf einen Momentum-ETF benötigst du zunächst ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Online-Broker. Die Eröffnung ist in der Regel online in wenigen Minuten erledigt und kostenlos. Anschließend prüfst du, ob der gewünschte Momentum-ETF bei deinem Broker als Sparplan verfügbar ist, denn nicht jeder Broker bietet jeden ETF an.

Die monatliche Sparrate kannst du bei Brokern wie Scalable Capital, Trade Republic oder ING bereits ab 1 Euro wählen. Bei den meisten anderen Direktbanken liegen die Mindestraten bei 10, 25 oder 50 Euro. Viele Broker bieten ETF-Sparpläne als Aktionsangebot mit 0,00 Euro Gebühr pro Ausführung an.

  • Depot eröffnen und Zugangsdaten erhalten.
  • Gewünschten Momentum-ETF über die Wertpapierkennnummer oder ISIN suchen.
  • Sparrate und Ausführungsdatum festlegen, zum Beispiel monatlich zum Ersten.
  • Sparplan bestätigen und regelmäßig prüfen, ob die Rate noch zu deinem Budget passt.
01

Depot eröffnen

Du benötigst ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Online-Broker. Die Eröffnung ist in der Regel online in wenigen Minuten erledigt und kostenlos.

02

Momentum-ETF auswählen

Prüfe, ob der gewünschte Momentum-ETF als Sparplan verfügbar ist. Nicht jeder Broker bietet jeden ETF an. Achte auf TER, Fondsvolumen und Replikationsmethode.

03

Sparrate festlegen

Die monatliche Sparrate kannst du bei vielen Brokern ab 1 Euro wählen. Üblich sind auch Mindestraten von 10, 25 oder 50 Euro. Die Rate sollte zu deinem Budget passen.

04

Ausführungsdatum wählen

Der Sparplan wird zu einem festen Termin ausgeführt, meist am 1., 2., 15. oder 30. eines Monats. Das Datum hat langfristig keinen Einfluss auf die Rendite.

05

Sparplan laufen lassen

Nach der Einrichtung läuft der Sparplan automatisch. Du kannst die Rate jederzeit anpassen oder den Sparplan pausieren. Langfristiges Sparen reduziert das Timing-Risiko.

09 · Hintergrund

Wert­entwicklung und Volatilität richtig einordnen

Momentum-ETFs haben in den vergangenen Jahren starke Renditen erzielt, waren aber auch spürbaren Schwankungen ausgesetzt. Die Wertentwicklung schwankt je nach Marktphase erheblich.

Die Renditen der großen Momentum-ETFs lagen in den vergangenen Jahren deutlich im Plus, waren aber starken Schwankungen unterworfen. Der MSCI World Momentum Index erzielte in den fünf Jahren bis Ende September 2026 eine Wertentwicklung von rund 90 Prozent, im Jahr 2022 verlor er jedoch über 12 Prozent. Diese Schwankungsbreite ist typisch für die Strategie.

In Bullenmärkten mit langanhaltenden Aufwärtstrends können Momentum-Strategien den breiten Markt deutlich schlagen. In plötzlichen Korrekturen stürzen die bisherigen Gewinneraktien oft überdurchschnittlich stark ab, bevor das Portfolio beim nächsten Rebalancing umgeschichtet wird.

Du solltest kurzfristige Verluste aushalten können und einen Anlagehorizont von mindestens 10 bis 15 Jahren einplanen.

Die Wertentwicklung von Momentum-ETFs hängt stark vom Marktumfeld ab. In Bullenmärkten mit langanhaltenden Aufwärtstrends können Momentum-Strategien den breiten Markt deutlich schlagen. In plötzlichen Korrekturen, sogenannten Momentum-Crashes, stürzen die bisherigen Gewinneraktien oft überdurchschnittlich stark ab.

Die Volatilität eines Momentum-ETFs ist daher in der Regel höher als bei einem marktbreiten ETF. Aktien mit starkem Momentum können größere Kursschwankungen aufweisen. Das bedeutet für dich: Du solltest kurzfristige Verluste aushalten können und einen Anlagehorizont von mindestens 10 bis 15 Jahren mitbringen.

Die historische Kursentwicklung bietet keine Garantie für die Zukunft. Ein Momentum-ETF kann über mehrere Jahre hinter einem marktbreiten ETF zurückbleiben, insbesondere wenn sich die Marktführung häufig dreht. Die Strategie entfaltet ihre Stärke vor allem in langen, klaren Trends.

10 · Checkliste

Liquidität und Fondsvolumen prüfen

Vor dem Kauf eines Momentum-ETFs solltest du auf Fondsvolumen und Handelsliquidität achten. Ein größeres Fondsvolumen senkt das Risiko einer Fondsschließung und verbessert die Handelbarkeit.

Ein ETF sollte ein Fondsvolumen von mindestens 100 Millionen Euro haben, damit er sich für den Anbieter lohnt und das Risiko einer Fondsschließung gering bleibt. Die größten Momentum-ETFs liegen deutlich darüber: Der iShares Edge MSCI World Momentum Factor verwaltet über 5,6 Milliarden Euro, der Xtrackers MSCI World Momentum über 2 Milliarden Euro.

Die Handelsliquidität hängt zusätzlich vom Börsenplatz und den Market Makern ab. An liquiden Handelsplätzen wie Xetra oder Börse Frankfurt stellen mehrere Market Maker fortlaufend An- und Verkaufskurse, was den Spread eng hält und auch größere Orders ohne starke Kursbeeinflussung ermöglicht.

  • Fondsvolumen von mindestens 100 Millionen Euro, besser über 500 Millionen Euro.
  • Handel an liquiden Börsenplätzen wie Xetra oder Börse Frankfurt.
  • Enger Spread zwischen Kauf- und Verkaufskurs, idealerweise unter 0,2 Prozent.
  • Mehrere Market Maker, die fortlaufend Kurse stellen.

Kriterien für einen liquiden Momentum-ETF

01

Fondsvolumen von mindestens 100 Millionen Euro

02

Handel an liquiden Börsenplätzen wie Xetra oder Börse Frankfurt

03

Mehrere Market Maker, die fortlaufend An- und Verkaufskurse stellen

04

Ausreichendes tägliches Handelsvolumen, damit auch größere Orders ohne Kursbeeinflussung ausgeführt werden

11 · Im Vertrag

Wertpapierleihe bei Momentum-ETFs

Einige ETF-Anbieter verleihen Wertpapiere aus dem Fondsvermögen, um zusätzliche Erträge zu erzielen. Das kann die Kosten senken, birgt aber ein geringes Kontrahentenrisiko.

Einige ETF-Anbieter verleihen Aktien aus dem Fondsvermögen an institutionelle Leihnehmer wie Banken oder Hedgefonds. Dafür erhalten sie eine Leihgebühr, die dem Fondsvermögen zufließt und die laufenden Kosten teilweise ausgleichen kann. Der Leihnehmer muss Sicherheiten in Form von Staatsanleihen oder Bargeld hinterlegen, die täglich neu bewertet und angepasst werden.

Das Risiko aus der Wertpapierleihe ist gering, aber nicht null. Sollte der Leihnehmer ausfallen, greifen die hinterlegten Sicherheiten. In der Praxis liegt der Ertrag aus Wertpapierleihe bei vielen ETFs zwischen 0,01 und 0,05 Prozent pro Jahr, was die TER von 0,25 Prozent nur minimal reduziert.

Die Wertpapierleihe kann die Kosten eines Momentum-ETFs leicht senken, ändert aber nichts an der grundsätzlichen Kostenstruktur.

Wertpapierleihe: Funktionsweise und Risiken

MechanismusAblaufDer ETF-Anbieter verleiht Aktien aus dem Fondsvermögen an institutionelle Leihnehmer, etwa Banken oder Hedgefonds. Dafür erhält er eine Leihgebühr, die dem Fondsvermögen zufließt.
SicherheitenAbsicherungDer Leihnehmer muss Sicherheiten in Form von Staatsanleihen oder Bargeld hinterlegen. Die Sicherheiten werden täglich neu bewertet und angepasst.
RisikoKontrahentFällt der Leihnehmer aus und reichen die Sicherheiten nicht aus, entsteht ein Verlust. Das Risiko ist durch die Besicherungspflicht begrenzt, aber nicht ausgeschlossen.

12 · Was gilt

Diversifikation trotz Faktorstrategie

Momentum-ETFs sind breit über Länder und Sektoren gestreut, konzentrieren sich aber stärker auf trendstarke Branchen als marktbreite ETFs. Die Diversifikation hängt vom zugrunde liegenden Index ab.

Momentum-ETFs auf globale Indizes halten mehrere hundert Einzelaktien aus verschiedenen Ländern und Branchen. Die Streuung ist damit deutlich breiter als bei einem Einzelaktieninvestment, aber weniger ausgewogen als bei einem klassischen MSCI World oder FTSE All-World. Sektoren mit hohem Momentum, etwa Technologie, können zeitweise übergewichtet sein.

Die regelmäßige Neugewichtung verhindert dauerhafte Klumpenbildung, weil Aktien ohne ausreichendes Momentum ersetzt werden. Defensive Branchen wie Versorger oder Basiskonsum sind in Momentum-Indizes häufig untergewichtet, was die Diversifikation im Vergleich zu marktbreiten ETFs einschränkt.

Ein Momentum-ETF eignet sich als Beimischung zu einem breit gestreuten Kernportfolio, nicht als alleinige Basis deiner Geldanlage.

Gut diversifiziert

·Mehrere hundert Einzelaktien aus verschiedenen Ländern
·Streuung über Industrie- und Schwellenländer, je nach Index
·Branchenübergreifende Auswahl, solange das Momentum stimmt
·Regelmäßige Neugewichtung verhindert dauerhafte Klumpenbildung

Konzentriert

·Stärkere Gewichtung von Sektoren mit hohem Momentum, z. B. Technologie
·Geringeres Gewicht für defensive Branchen wie Versorger oder Basiskonsum
·Länder mit starkem Aufwärtstrend können übergewichtet sein
·Weniger breit als ein klassischer MSCI World oder FTSE All-World

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026