Vermögenswirksame Leistungen sinnvoll: So machst du aus wenig Geld echtes Vermögen
Du hörst von deinem Chef das Wort VL und fragst dich, ob sich das für dich lohnt? Die Antwort ist fast immer ja. Wir zeigen dir, wie du mit vermögenswirksamen Leistungen clever für dich sparst.
Warum dich das Thema direkt betrifft
Vielleicht hast du den Begriff schon einmal in deinem Arbeitsvertrag gesehen oder in der Personalabteilung gehört. Vermögenswirksame Leistungen, oft einfach VL genannt, sind ein fester Bestandteil vieler Arbeitsverhältnisse in Deutschland. Doch die meisten Menschen wissen gar nicht genau, was das ist und ob sie etwas davon haben. Das wollen wir jetzt ändern, denn es geht um dein Geld.
Stell dir vor, dein Arbeitgeber gibt dir jeden Monat einen Zuschuss zum Sparen. Genau das passiert bei vermögenswirksamen Leistungen. Es ist kein Gehalt, sondern eine zusätzliche Zahlung, die du in bestimmte Sparformen stecken kannst. Das Tolle daran: Du musst dich nicht einmal selbst darum kümmern, wenn du den richtigen Vertrag hast, denn der Betrag wird direkt von deinem Bruttolohn abgezweigt.
Für dich bedeutet das konkret: Du baust Vermögen auf, ohne dass du jeden Monat aktiv daran denken musst. Das ist besonders wertvoll, wenn du am Anfang deiner Karriere stehst oder einfach noch keine großen Rücklagen gebildet hast. Selbst kleine Beträge summieren sich über die Jahre zu einer beachtlichen Summe, die dir später finanzielle Freiheit schenken kann.
Viele junge Menschen lassen dieses Geld jedoch einfach liegen, weil sie nicht wissen, wie sie es nutzen sollen. Das ist schade, denn du verschenkst damit bares Geld. In den nächsten Abschnitten zeigen wir dir, wie du das Beste aus deinen vermögenswirksamen Leistungen herausholst und welche Fehler du unbedingt vermeiden solltest.
Was sind vermögenswirksame Leistungen überhaupt?
Vermögenswirksame Leistungen sind eine staatlich geförderte Form des Sparens. Der Staat möchte damit Arbeitnehmer dazu animieren, selbst Vermögen aufzubauen. Dafür gibt es einen finanziellen Anreiz in Form der Arbeitnehmersparzulage. Diese Zulage bekommst du zusätzlich zu deinen eigenen Einzahlungen, wenn du bestimmte Voraussetzungen erfüllst.
Der Ablauf ist einfacher als du denkst: Dein Arbeitgeber zahlt einen vertraglich vereinbarten Betrag direkt in einen Sparvertrag ein. Dieser Betrag ist in der Regel auf einen bestimmten Höchstbetrag begrenzt, der gesetzlich festgelegt ist. Du kannst diesen Betrag aber auch selbst durch eigene Einzahlungen aufstocken, wenn du mehr sparen möchtest.
Wichtig zu verstehen ist der Unterschied zwischen der VL selbst und der staatlichen Förderung. Die VL ist die Leistung, die von deinem Lohn abgezweigt wird. Die Arbeitnehmersparzulage ist der Zuschuss vom Staat, den du zusätzlich bekommst, wenn dein zu versteuerndes Einkommen unter einer bestimmten Grenze liegt. Beides zusammen macht das Sparen mit VL so attraktiv.
Es gibt verschiedene Anlageformen, in die deine VL fließen können. Die bekanntesten sind der Bausparvertrag, der Aktienfonds oder ein Fondssparplan. Jede dieser Varianten hat ihre eigenen Vor- und Nachteile, die wir uns später im Detail ansehen. Wichtig ist, dass du eine Form wählst, die zu deinen Zielen und deiner Risikobereitschaft passt.
Wie funktioniert das Sparen mit VL konkret?
Der Prozess beginnt in deinem Arbeitsvertrag. Dort ist festgehalten, ob und in welcher Höhe dein Arbeitgeber vermögenswirksame Leistungen zahlt. Viele Tarifverträge sehen eine solche Zahlung vor, aber auch ohne Tarifbindung kann dein Arbeitgeber freiwillig VL zahlen. Du solltest also unbedingt in deinem Vertrag oder bei der Personalabteilung nachfragen, ob du Anspruch hast.
Wenn du Anspruch hast, musst du einen VL-Vertrag bei einer Bank, einer Bausparkasse oder einer Fondsgesellschaft abschließen. Diesen Vertrag meldest du dann deinem Arbeitgeber. Er überweist daraufhin jeden Monat den vereinbarten Betrag direkt an das Institut. Du selbst musst dich um nichts weiter kümmern, außer dass du den Vertrag am Laufen hältst.
Die Laufzeit eines VL-Vertrags beträgt in der Regel sieben Jahre. In dieser Zeit zahlst du monatlich ein, danach folgt eine Sperrfrist von einem Jahr. Erst nach Ablauf dieser Zeit kannst du frei über dein angespartes Geld verfügen. Diese Regelung soll sicherstellen, dass das Geld wirklich dem langfristigen Vermögensaufbau dient und nicht sofort wieder ausgegeben wird.
Ein wichtiger Punkt ist die Höhe des Betrags. Der Gesetzgeber hat einen Höchstbetrag festgelegt, bis zu dem die staatliche Förderung gewährt wird. Wenn dein Arbeitgeber weniger zahlt, kannst du den Differenzbetrag aus deinem eigenen Nettolohn aufstocken. So erreichst du den maximalen Förderbetrag und holst das Optimum aus deinem Vertrag heraus.
Welche Kosten kommen auf dich zu?
Die Kosten für VL-Verträge sind ein wichtiges Thema, denn sie schmälern deine Rendite. Bei Bausparverträgen fallen in der Regel Abschlussgebühren an, die oft mehrere Prozent der Bausparsumme betragen. Diese Gebühr wird meist zu Beginn des Vertrags fällig und über die gesamte Laufzeit verteilt. Du solltest also genau hinschauen, bevor du dich entscheidest.
Fondssparpläne haben andere Kostenstrukturen. Hier fallen jährliche Verwaltungsgebühren an, die als laufende Kosten bezeichnet werden. Zusätzlich kann ein Ausgabeaufschlag anfallen, wenn du Anteile kaufst. Dieser Aufschlag ist eine Art Verkaufsprovision für die Bank und kann die Rendite deutlich reduzieren, wenn du nicht auf günstige Indexfonds achtest.
Die gute Nachricht ist, dass es auch kostengünstige Alternativen gibt. Viele Direktbanken bieten VL-Sparpläne auf ETFs an, die sehr niedrige laufende Kosten haben. Diese Fonds bilden einfach einen Aktienindex nach und sind daher deutlich günstiger als aktiv gemanagte Fonds. Für dich bedeutet das: Mehr von deinem Geld arbeitet tatsächlich für deine Altersvorsorge.
Unabhängig von der gewählten Anlageform solltest du die Kosten immer ins Verhältnis zur erwarteten Rendite setzen. Ein teurer Vertrag kann trotzdem sinnvoll sein, wenn er eine hohe Rendite verspricht. Aber Vorsicht: Hohe Renditen sind nie garantiert. Im Zweifel ist ein günstiger Vertrag mit soliden Aussichten die sicherere Wahl für deinen Vermögensaufbau.
Worauf du bei der Wahl des Vertrags achten solltest
Die Wahl des richtigen VL-Vertrags hängt stark von deiner persönlichen Situation ab. Wenn du ein risikoaverser Typ bist und planbar sparen möchtest, könnte ein Bausparvertrag interessant sein. Er bietet dir später ein zinsgünstiges Darlehen für Immobilienzwecke, was ein großer Vorteil sein kann, wenn du dir irgendwann Eigentum anschaffen möchtest.
Wenn du hingegen langfristig höhere Renditen anstrebst und Kursschwankungen aushalten kannst, sind Aktienfonds oder ETFs die bessere Wahl. Historisch betrachtet haben Aktienmärkte über lange Zeiträume eine höhere Rendite erzielt als andere Anlageformen. Allerdings ist die Vergangenheit keine Garantie für die Zukunft, und du musst bereit sein, zwischenzeitliche Verluste auszusitzen.
Ein entscheidender Faktor ist die Arbeitnehmersparzulage. Diese gibt es nicht für jede Anlageform. Für Bausparverträge gelten andere Einkommensgrenzen und Förderbeträge als für Fondssparpläne. Du solltest also prüfen, ob du überhaupt förderberechtigt bist und welche Anlageform dir die höchste Zulage einbringt. Das kann die Rendite erheblich beeinflussen.
Achte außerdem auf die Flexibilität des Vertrags. Kannst du die Beiträge jederzeit ändern oder pausieren? Was passiert, wenn du den Arbeitgeber wechselst? Ein guter Vertrag sollte dir auch in solchen Fällen keine Steine in den Weg legen. Lies die Vertragsbedingungen sorgfältig und scheue dich nicht, bei der Bank nachzufragen, wenn dir etwas unklar ist.
Typische Fehler, die du unbedingt vermeiden solltest
Der größte Fehler, den du machen kannst, ist, vermögenswirksame Leistungen gar nicht erst zu beantragen. Viele Arbeitnehmer lassen dieses Geld einfach liegen, weil sie den Aufwand scheuen oder nichts davon wissen. Das ist besonders ärgerlich, weil es sich um kostenloses Geld handelt, das du dir entgehen lässt. Frag also unbedingt in deiner Firma nach, ob du VL bekommst.
Ein weiterer häufiger Fehler ist die Wahl der falschen Anlageform. Wer einen Bausparvertrag abschließt, obwohl er später keine Immobilie kaufen möchte, bindet sein Geld unnötig lange zu niedrigen Zinsen. Umgekehrt gehen risikoaverse Sparer mit einem reinen Aktienfonds oft ein zu hohes Risiko ein und verkaufen bei der ersten Krise in Panik. Überlege also genau, was zu dir passt.
Viele Sparer vergessen auch, ihre VL-Verträge regelmäßig zu überprüfen. Die Zinsen und Konditionen ändern sich im Laufe der Jahre, und was vor zehn Jahren gut war, muss es heute nicht mehr sein. Ein Vertragswechsel kann sich lohnen, wenn du dadurch bessere Konditionen bekommst. Allerdings solltest du die Kosten eines Wechsels immer gegen die Vorteile abwägen.
Ein oft übersehener Punkt ist die steuerliche Behandlung. Die Arbeitnehmersparzulage wird nicht automatisch ausgezahlt, sondern muss bei der Steuererklärung beantragt werden. Wenn du das vergisst, bekommst du die Förderung nicht. Nutze also die Möglichkeit, deine VL-Verträge in der Steuererklärung anzugeben, um die volle Zulage zu erhalten.
So gehst du Schritt für Schritt vor
Der erste Schritt ist die Bestandsaufnahme. Schau in deinen Arbeitsvertrag oder frage bei der Personalabteilung nach, ob dein Arbeitgeber vermögenswirksame Leistungen zahlt. Notiere dir den monatlichen Betrag und prüfe, ob du den Höchstbetrag für die Förderung bereits erreichst. Falls nicht, überlege, ob du den Differenzbetrag selbst aufstocken möchtest.
Im zweiten Schritt vergleichst du verschiedene Anbieter und Anlageformen. Nutze Online-Vergleichsportale oder informiere dich direkt bei Banken und Bausparkassen. Achte dabei nicht nur auf die Rendite, sondern auch auf Kosten, Flexibilität und die Möglichkeit der staatlichen Förderung. Erstelle eine Liste mit den für dich wichtigsten Kriterien und gewichte sie nach deinen Bedürfnissen.
Wenn du dich für einen Vertrag entschieden hast, schließt du ihn online oder in einer Filiale ab. Danach füllst du das Formular zur VL-Vereinbarung aus, das du von deinem Arbeitgeber bekommst. Dieses Formular reichst du zusammen mit den Vertragsdaten bei der Personalabteilung ein. Dein Arbeitgeber übernimmt dann die monatliche Überweisung an die Bank.
Der letzte Schritt ist die regelmäßige Überprüfung. Setze dir einen Termin einmal im Jahr, um deinen Vertrag zu kontrollieren. Prüfe die Entwicklung deiner Anlage, die Kosten und ob du weiterhin förderberechtigt bist. Wenn sich deine Lebensumstände ändern, zum Beispiel durch eine Gehaltserhöhung oder einen Jobwechsel, solltest du deine Strategie anpassen.
Für wen lohnt sich VL-Sparen besonders?
Vermögenswirksame Leistungen lohnen sich für fast alle Arbeitnehmer, aber besonders für diejenigen mit einem geringen bis mittleren Einkommen. Der Grund ist die Arbeitnehmersparzulage, die an eine Einkommensgrenze gekoppelt ist. Wenn dein zu versteuerndes Einkommen unter dieser Grenze liegt, bekommst du den vollen staatlichen Zuschuss. Das ist ein zusätzlicher Renditebaustein, den Gutverdiener nicht erhalten.
Auch für junge Menschen am Anfang ihrer Karriere ist VL-Sparen ideal. Du hast noch viele Jahre bis zur Rente, in denen dein Geld arbeiten kann. Durch den Zinseszinseffekt wächst selbst ein kleiner monatlicher Betrag über die Jahrzehnte zu einer beachtlichen Summe heran. Du kannst dir also frühzeitig eine solide Basis für deine Altersvorsorge schaffen.
Für Sparer, die sich später eine Immobilie kaufen möchten, ist der Bausparvertrag eine attraktive Option. Er kombiniert das Sparen mit dem Recht auf ein zinsgünstiges Darlehen. So kannst du dir die günstigen Konditionen schon heute sichern und gleichzeitig von den VL-Leistungen deines Arbeitgebers profitieren. Das ist eine clevere Strategie für den Vermögensaufbau.
Selbst wenn du bereits älter bist und nicht mehr lange bis zur Rente hast, kann VL-Sparen noch sinnvoll sein. Die Mindestlaufzeit von sieben Jahren ist überschaubar, und du kannst das Geld danach frei verwenden. Ob für eine Reise, ein neues Auto oder als zusätzliche Absicherung im Alter, das angesparte Kapital gibt dir mehr Flexibilität im Leben.
Deine nächsten Schritte für den Vermögensaufbau
Du hast jetzt einen umfassenden Überblick über vermögenswirksame Leistungen und weißt, warum sie für dich sinnvoll sein können. Der wichtigste nächste Schritt ist, aktiv zu werden. Informiere dich bei deinem Arbeitgeber über deinen Anspruch und hole dir die notwendigen Formulare. Je früher du startest, desto mehr profitierst du vom Zinseszinseffekt.
Nimm dir Zeit für den Vergleich der verschiedenen Anbieter. Ein guter Vertrag ist mehr als nur eine Unterschrift auf einem Formular. Er sollte zu deinen Zielen passen, fair in den Kosten sein und dir die nötige Flexibilität bieten. Scheue dich nicht, auch unabhängige Beratung in Anspruch zu nehmen, wenn du unsicher bist.
Denke daran, dass VL-Sparen nur ein Baustein deiner finanziellen Vorsorge ist. Kombiniere es mit anderen Strategien wie einem Notgroschen auf dem Tagesgeldkonto und einer privaten Altersvorsorge. So baust du dir ein solides Fundament für deine finanzielle Zukunft. Jeder Euro, den du heute sparst, arbeitet für dich und deine Ziele.
Die Entscheidung, ob vermögenswirksame Leistungen sinnvoll sind, kannst du nun selbst treffen. Die Antwort ist in den meisten Fällen ein klares Ja, denn du bekommst kostenloses Geld von deinem Arbeitgeber und vom Staat. Nutze diese Chance und starte noch heute mit deinem persönlichen Vermögensaufbau. Dein zukünftiges Ich wird es dir danken.
Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.
Häufige Fragen
Dein VL-Vertrag bleibt bestehen, wenn du den Arbeitgeber wechselst. Du musst nur den neuen Arbeitgeber über den bestehenden Vertrag informieren und das Formular zur VL-Vereinbarung neu ausfüllen. Die Zahlungen laufen dann einfach über die neue Firma weiter.
In der Regel nein, die Sperrfrist beträgt sieben Jahre plus ein Jahr. Es gibt jedoch Ausnahmen, zum Beispiel bei Arbeitslosigkeit, Erwerbsminderung oder wenn du einen Bausparvertrag für wohnungswirtschaftliche Zwecke nutzt. In solchen Fällen kannst du einen Antrag auf vorzeitige Auszahlung stellen.
Die Arbeitnehmersparzulage ist ein staatlicher Zuschuss zu deinen vermögenswirksamen Leistungen. Sie wird dir gewährt, wenn dein zu versteuerndes Einkommen unter einer bestimmten Grenze liegt. Die Zulage musst du in deiner Steuererklärung beantragen, sie wird nicht automatisch ausgezahlt.
Die VL-Zahlungen selbst sind Teil deines Bruttolohns und daher steuer- und sozialversicherungspflichtig. Die Arbeitnehmersparzulage hingegen ist steuerfrei. Die Erträge aus deinem VL-Vertrag, zum Beispiel Zinsen oder Kursgewinne, müssen in der Regel als Kapitalerträge versteuert werden.
Ja, du kannst mehrere VL-Verträge parallel besitzen. Allerdings wird die Arbeitnehmersparzulage nur auf den gesetzlichen Höchstbetrag gewährt. Wenn du also mehr als diesen Betrag sparst, bekommst du für den darüberliegenden Teil keine staatliche Förderung.
Das hängt von deinen Zielen ab. Ein Bausparvertrag bietet Sicherheit und ein zinsgünstiges Darlehen für Immobilien, aber niedrigere Renditen. Ein Fondssparplan hat höhere Renditechancen, aber auch ein höheres Risiko. Für langfristigen Vermögensaufbau sind Fonds oft besser geeignet.
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