Ratgeber · Investieren
Investmentfonds kaufen: So legst du dein Geld breit gestreut an
Investmentfonds bündeln dein Geld mit dem vieler anderer Anleger und investieren es in Aktien, Anleihen oder Immobilien. So erreichst du schon mit kleinen Beträgen eine breite Risikostreuung, die du mit Einzelaktien kaum abbilden kannst.
11 Kapitel · 11 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Ein Fondssparplan ist bereits ab 25 Euro im Monat möglich.
- Das Fondsvermögen ist als Sondervermögen vor einer Insolvenz der Fondsgesellschaft geschützt.
- Aktienfonds, Rentenfonds, Mischfonds und ETFs unterscheiden sich deutlich in Chance und Risiko.
- Beim Kauf fallen einmalige Kosten wie der Ausgabeaufschlag sowie laufende Verwaltungsgebühren an.
01 · Grundlagen
Was sind Investmentfonds?
Ein Investmentfonds sammelt das Kapital vieler Anleger und legt es nach einer festgelegten Strategie an. Verwaltet wird er von einer Fondsgesellschaft, die das Geld vom eigenen Vermögen getrennt hält.
Das Fondsvermögen ist als Sondervermögen rechtlich geschützt und bleibt auch bei einer Insolvenz der Kapitalanlagegesellschaft unangetastet. Die Anteile der Investmentfonds müssen vom Vermögen der jeweiligen Investmentgesellschaft getrennt sein und stehen im Eigentum der Anleger.
UCITS-Fonds unterliegen strengen Richtlinien der EU, die Anlagegrenzen, Risikostreuung und Transparenz vorschreiben. Dadurch gelten für dich als Anlegerin einheitliche Schutzstandards, wenn du Fondsanteile kaufst.
Das Fondsvermögen gehört nicht zur Insolvenzmasse der Fondsgesellschaft. Dein Geld bleibt also auch dann erhalten, wenn die Gesellschaft zahlungsunfähig wird.
Kurz erklärt
Investmentfonds
Ein von einer Fondsgesellschaft verwaltetes Sondervermögen, das das Geld vieler Anleger bündelt und nach dem Grundsatz der Risikostreuung in verschiedene Anlageformen wie Aktien, Anleihen, Geldmarktpapiere oder Immobilien investiert.
Das Fondsvermögen bleibt auch bei einer Insolvenz der Fondsgesellschaft erhalten, weil es rechtlich vom Gesellschaftsvermögen getrennt ist.
02 · Vergleich
Welche Fondsarten gibt es?
Die wichtigsten Fondsarten unterscheiden sich nach Anlageschwerpunkt und Managementansatz. Deine Wahl hängt von deiner Risikoneigung und deinem Anlagehorizont ab.
Aktienfonds investieren überwiegend in Aktien von Unternehmen und bieten höhere Renditechancen bei stärkeren Kursschwankungen.
Rentenfonds legen dein Geld hauptsächlich in verzinsliche Wertpapiere wie Anleihen oder Pfandbriefe an. Du profitierst dabei in der Regel von laufenden Zinsen, trägst aber ein Zinsänderungsrisiko: Steigen die Zinsen, fallen die Kurse der Anleihen.
- Mischfonds kombinieren Aktien, Anleihen und weitere Anlageklassen und weisen dadurch in der Regel geringere Schwankungen auf als reine Aktienfonds.
- Offene Immobilienfonds investieren häufig in Gewerbeimmobilien; deine Erträge stammen aus Mietzahlungen und Veräußerungsgewinnen.
- ETFs sind börsengehandelte Indexfonds, die passiv die Wertentwicklung eines Index wie des DAX nachbilden.
| Aktienfonds | Rentenfonds | Mischfonds | Offene Immobilienfonds | |
|---|---|---|---|---|
| Anlageschwerpunkt | Überwiegend Aktien von Unternehmen | Verzinsliche Wertpapiere wie Anleihen oder Pfandbriefe | Unterschiedliche Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, Geldmarktpapiere, Immobilienwerte, Rohstoffe oder Währungen | Eine oder mehrere Immobilien |
| Ertragsquelle | Dividenden und Kursgewinne | Zinsen und Kursveränderungen | Miet- und Verkaufseinnahmen sowie Wertsteigerungen | |
| Risikoprofil | In der Regel schwankungsärmer als einzelne Aktien | Kursrisiko bei Änderung des Zinsniveaus | In der Regel geringere Schwankungen als reine Aktienfonds | Immobilientypische Risiken wie Mietausfall können Erträge mindern |
| Geeignet für | Gezielte Investition in Branchen, Regionen oder Unternehmensgrößen |
03 · Schritt für Schritt
Wie funktioniert der Kauf von Investmentfonds?
Der Kauf läuft über ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Online-Broker. Du kannst einmalig investieren oder regelmäßig in einen Fondssparplan einzahlen.
Viele Banken bieten die Depoteröffnung online an, oft ist sie kostenlos oder an bestimmte Bedingungen geknüpft.
Nach der Depoteröffnung legst du deine Anlagestrategie fest. Definiere dein Anlageziel, deinen Anlagehorizont und deine Risikoneigung, denn daraus ergibt sich, welche Fondsarten für dich infrage kommen.
Depot eröffnen
Für den Handel mit Fonds brauchst du ein Wertpapierdepot. Viele Banken bieten die Depoteröffnung online an, oft ist sie kostenlos oder an bestimmte Bedingungen geknüpft.
Anlagestrategie festlegen
Definiere dein Anlageziel, deinen Anlagehorizont und deine Risikoneigung. Daraus ergibt sich, welche Fondsarten für dich infrage kommen.
Fonds auswählen
Vergleiche Fonds anhand von Anlageschwerpunkt, Kosten, Wertentwicklung und Fondsgesellschaft. Über 10.000 Fonds namhafter Anbieter stehen zur Auswahl.
Kaufauftrag erteilen
Gib die Order online, per App oder in der Filiale auf. Beim Fondssparplan legst du einen monatlichen Betrag fest, der automatisch investiert wird.
04 · Kosten
Was kostet das Fondssparen?
Beim Fondskauf fallen einmalige und laufende Kosten an. Diese mindern deine Rendite und sollten beim Vergleich verschiedener Fonds berücksichtigt werden.
Der Ausgabeaufschlag liegt je nach Fonds und Anbieter zwischen 0 und 5 Prozent der Anlagesumme.
Die laufende Verwaltungsgebühr beträgt bei aktiv gemanagten Fonds typischerweise 0,1 bis 2 Prozent des Fondsvermögens pro Jahr. Hinzu kommen Depotgebühren von 0 bis 40 Euro jährlich, abhängig vom Anbieter.
ETFs haben in der Regel keinen Ausgabeaufschlag und deutlich niedrigere laufende Gebühren als aktiv gemanagte Fonds. Für dich als Studierende kann das ein entscheidender Kostenfaktor sein.
05 · Hintergrund
Welche Rolle spielt die Risikostreuung?
Die Risikostreuung ist das zentrale Prinzip von Investmentfonds. Sie verteilt dein Kapital auf viele verschiedene Wertpapiere und reduziert so das Risiko von Kursschwankungen im Vergleich zu Einzelanlagen.
Investmentfonds verteilen das investierte Kapital stets auf mehrere Wertpapiere. Damit erreichst du eine wesentlich bessere Risikostreuung als bei einer Investition in Einzeltitel, bei der ein Kursverlust eines Unternehmens dein gesamtes Kapital treffen kann.
Die Streuung erfolgt über verschiedene Anlageformen, Branchen, Regionen oder Unternehmen unterschiedlicher Größe. Fällt ein Wertpapier im Kurs, können Gewinne anderer Wertpapiere im Fonds diesen Verlust teilweise ausgleichen.
Ein professionelles Fondsmanagement beobachtet laufend die Marktsituation und passt Anlageentscheidungen an aktuelle Entwicklungen an. Das reduziert das Risiko von Kursschwankungen im Vergleich zu Einzelanlagen deutlich.
Investmentfonds verteilen das investierte Kapital stets auf mehrere Wertpapiere. Damit erreichst du eine wesentlich bessere Risikostreuung als bei einer Investition in Einzeltitel, bei der ein Kursverlust eines Unternehmens dein gesamtes Kapital treffen kann.
Die Streuung erfolgt über verschiedene Anlageformen, Branchen, Regionen oder Unternehmen unterschiedlicher Größe. Fällt ein Wertpapier im Kurs, können Gewinne anderer Wertpapiere im Fonds diesen Verlust teilweise ausgleichen.
Ein professionelles Fondsmanagement beobachtet laufend die Marktsituation und passt Anlageentscheidungen an aktuelle Entwicklungen an. Bei ETFs übernimmt diese Aufgabe der zugrunde liegende Index, der regelmäßig überprüft und angepasst wird.
06 · Was gilt
Was gilt steuerlich beim Investmentfonds?
Erträge aus Investmentfonds unterliegen der Abgeltungsteuer. Für Aktienfonds gilt eine Teilfreistellung, die einen Teil der Erträge steuerfrei stellt.
Erträge aus Investmentfonds unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent. Auf diese Steuer fällt zusätzlich Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent an, was die Gesamtbelastung auf 26,375 Prozent erhöht.
Für Aktienfonds gilt eine Teilfreistellung von 30 Prozent. Das bedeutet: 30 Prozent deiner Erträge aus Aktienfonds sind steuerfrei, nur die restlichen 70 Prozent werden besteuert.
Der Sparer-Pauschbetrag liegt bei 1000 Euro pro Person und Jahr, bei Zusammenveranlagung bei 2000 Euro. Erst oberhalb dieses Freibetrags fallen Steuern auf deine Fondserträge an.
Sparer-Pauschbetrag von 1000 EUR pro Person und Jahr (2000 EUR bei Zusammenveranlagung)
Erträge aus Rentenfonds unterliegen vollständig der Abgeltungsteuer
07 · Vergleich
Fondssparplan oder Einmalanlage?
Beide Wege führen zum Vermögensaufbau, unterscheiden sich aber in der Herangehensweise. Der Fondssparplan setzt auf Regelmäßigkeit, die Einmalanlage auf einen größeren Startbetrag.
Ein Fondssparplan ermöglicht dir den Vermögensaufbau bereits ab 25 Euro im Monat. Durch den Durchschnittskosteneffekt kaufst du bei niedrigen Kursen automatisch mehr Anteile und bei hohen Kursen weniger.
Die Einmalanlage eignet sich, wenn du eine größere Summe zur Verfügung hast und diese sofort investieren möchtest. Du trägst dann ab dem Kaufzeitpunkt das volle Marktrisiko, profitierst aber auch sofort von Kursgewinnen.
- Der Fondssparplan eignet sich für kontinuierlichen Vermögensaufbau mit kleinen Beträgen.
- Die Einmalanlage passt zu dir, wenn du eine größere verfügbare Summe anlegen willst.
- Beide Varianten lassen sich kombinieren, etwa mit einer Starteinlage plus monatlichem Sparplan.
| Fondssparplan | Einmalanlage | |
|---|---|---|
| Mindestbetrag | Bereits ab 25 Euro pro Monat | Bereits ab 25 Euro |
| Investitionsrhythmus | Regelmäßig, zum Beispiel monatlich | Einmalig zu einem festen Zeitpunkt |
| Geeignet für | Kontinuierlichen Vermögensaufbau mit kleinen Beträgen | Anlage einer größeren verfügbaren Summe |
08 · Checkliste
Was ist bei der Fondsauswahl zu beachten?
Nicht jeder Fonds passt zu jedem Anlageziel. Eine systematische Prüfung hilft dir, passende Fonds für deine Strategie zu finden.
Bei der Fondsauswahl solltest du systematisch vorgehen und mehrere Kriterien prüfen. Der Anlageschwerpunkt muss zu deiner gewünschten Anlageklasse passen, also zu Aktien, Renten, Immobilien oder einer Mischung.
Die Kosten sind ein zentraler Faktor: Hohe Ausgabeaufschläge und laufende Gebühren fressen deine Rendite über die Jahre spürbar auf. Achte auch auf die Fondsgesellschaft und deren Reputation sowie auf eine transparente Berichterstattung.
- Prüfe die Wertentwicklung über mehrere Jahre, nicht nur im letzten Jahr.
- Vergleiche die Volatilität mit ähnlichen Fonds, um das Risiko einzuschätzen.
- Entscheide, ob du ausschüttende oder thesaurierende Fonds bevorzugst.
- Achte auf ein ausreichendes Fondsvolumen, damit der Fonds langfristig bestehen bleibt.
Kriterien für die Fondsauswahl
Anlageschwerpunkt: Passt der Fonds zu deiner gewünschten Anlageklasse (Aktien, Renten, Immobilien)?
Kosten: Wie hoch sind Ausgabeaufschlag und laufende Verwaltungsgebühr?
Fondsgesellschaft: Handelt es sich um eine etablierte Gesellschaft mit transparenter Berichterstattung?
Wertentwicklung: Wie hat sich der Fonds über mehrere Jahre entwickelt, nicht nur im letzten Jahr?
Risikokennzahlen: Wie hoch ist die Volatilität im Vergleich zu ähnlichen Fonds?
Ausschüttung: Bevorzugst du ausschüttende oder thesaurierende Fonds?
Fondsvolumen: Ist der Fonds groß genug, um wirtschaftlich geführt zu werden?
09 · Fehler vermeiden
Welche Fehler solltest du beim Fondskauf vermeiden?
Typische Fehler kosten Rendite oder führen zu unnötigen Risiken. Wer sie kennt, kann bewusster entscheiden.
Ein häufiger Fehler ist, nur auf die Wertentwicklung des letzten Jahres zu schauen und langfristige Trends zu ignorieren. Kurzfristige Kursgewinne sagen wenig über die Qualität eines Fonds aus.
Viele Anlegerinnen und Anleger überschätzen ihre Risikoneigung und wählen zu riskante Fonds. Bei kurzfristigen Kursverlusten geraten sie dann in Panik und verkaufen, statt an ihrer Anlagestrategie festzuhalten.
Beziehe Ausgabeaufschlag und laufende Kosten immer in deine Renditeberechnung ein. Wer die Kosten ignoriert, überschätzt die tatsächliche Rendite seines Fonds systematisch.
Häufige Fehler beim Investmentfonds kaufen
10 · Hintergrund
Wie funktioniert der Vermögensaufbau mit Fonds?
Investmentfonds eignen sich für den langfristigen Vermögensaufbau, weil sie breit streuen und flexibel besparbar sind. Entscheidend ist eine klare Strategie mit realistischem Anlagehorizont.
Der Vermögensaufbau mit Fonds basiert auf dem Prinzip der regelmäßigen Anlage über einen langen Zeitraum. Schon ab 25 Euro im Monat kannst du an den Entwicklungen der internationalen Finanzmärkte teilhaben und schrittweise ein kleines Vermögen aufbauen.
Ein ausgewogener Mix aus verschiedenen Fondsarten kann ein stabiles Portfolio ergeben. Aktienfonds liefern langfristig Renditechancen, Rentenfonds sorgen für Stabilität und offene Immobilienfonds können als Beimischung dienen.
Wichtig ist, dass du deine Anlagestrategie an deinem Anlageziel ausrichtest. Für kurzfristige Ziele eignen sich schwankungsärmere Fonds, für langfristige Ziele kannst du einen höheren Aktienanteil wählen.
Der Vermögensaufbau mit Fonds basiert auf dem Prinzip der regelmäßigen Anlage über einen langen Zeitraum. Schon ab 25 Euro im Monat kannst du an den Entwicklungen der internationalen Finanzmärkte teilhaben und so schrittweise ein kleines Vermögen aufbauen.
Ein ausgewogener Mix aus verschiedenen Fondsarten kann ein stabiles Portfolio ergeben. Aktienfonds liefern langfristig Renditechancen, Rentenfonds sorgen für Stabilität und offene Immobilienfonds können als Beimischung dienen.
Wichtig ist, dass du deine Anlagestrategie an deinem Anlageziel ausrichtest. Für kurzfristige Ziele eignen sich schwankungsärmere Fonds, für langfristige Ziele wie die Altersvorsorge kannst du höhere Aktienquoten in Betracht ziehen.
11 · Im Vertrag
Was passiert bei Insolvenz der Fondsgesellschaft?
Das Fondsvermögen ist rechtlich vom Vermögen der Fondsgesellschaft getrennt. Dieses Sondervermögen schützt dein Geld im Insolvenzfall.
Das Vermögen eines Investmentfonds ist nach deutschem Recht als Sondervermögen anzusehen. Die Anteile der Investmentfonds müssen vom Vermögen der Investmentgesellschaft getrennt sein.
Bei einer Insolvenz der Fondsgesellschaft bleibt das Fondsvermögen erhalten, weil es im Eigentum der Anleger steht und nicht zur Insolvenzmasse gehört. Dein Geld ist also auch in diesem Fall geschützt.
UCITS-Fonds unterliegen strengen Richtlinien der EU, die Anlagegrenzen, Risikostreuung und Transparenz vorschreiben. Diese Regulierung gibt dir als Anlegerin zusätzliche Sicherheit.
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