Ratgeber · Investieren
Indexfonds-Gebühren: Was kostet dich ein ETF wirklich?
Bei Indexfonds und ETFs entscheidet die Kostenquote über einen großen Teil deiner Rendite. Wir erklären dir, welche Gebühren anfallen, wo sie versteckt sind und wie du sie erkennst.
10 Kapitel · 12 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Die Total Expense Ratio (TER) ist die wichtigste Kennzahl für laufende Kosten eines ETF.
- Beim Kauf und Verkauf fallen Ordergebühren, Handelsplatzgebühren und Spreads an.
- Die Teilfreistellung von 30 Prozent reduziert die Steuerlast für Aktienfonds.
- Auch Depotkosten und Swap-Gebühren können deine Rendite mindern.
01 · Schritt für Schritt
Welche Kosten fallen bei einem Indexfonds an?
Die Kosten eines Indexfonds lassen sich in drei Bereiche unterteilen: Kosten beim Kauf, laufende Kosten während der Anlage und Kosten beim Verkauf. Die laufenden Kosten sind im Fonds selbst verankert, die Handelskosten hängen von deinem Depot ab.
Beim Kauf über die Börse fallen Ordergebühren deines Brokers, eine Handelsplatzgebühr und der Spread an. Bei klassischen Indexfonds, die nicht an der Börse gehandelt werden, kann stattdessen ein Ausgabeaufschlag anfallen.
Während der Anlage entnimmt die Fondsgesellschaft täglich die Total Expense Ratio (TER) aus dem Fondsvermögen. Dazu kommen Transaktionskosten innerhalb des Fonds und bei Swap-ETFs die Kosten für das Tauschgeschäft.
Beim Verkauf gelten dieselben Handelskosten wie beim Kauf: Ordergebühr, Handelsplatzgebühr und Spread. Bei klassischen Indexfonds kann eine Rücknahmegebühr anfallen.
- Die TER wird täglich aus dem Fondsvermögen entnommen und schmälert die Wertentwicklung, ohne dass du eine Rechnung erhältst.
- Ordergebühren und Handelsplatzgebühren legt dein Broker fest, sie können sich bei demselben ETF je nach Anbieter unterscheiden.
- Der Spread ist die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs und fällt bei jedem Handel an.
Kauf der Anteile
Beim Kauf über die Börse fallen Ordergebühren deines Brokers, eine Handelsplatzgebühr und der Spread an. Bei klassischen Indexfonds kann stattdessen ein Ausgabeaufschlag anfallen.
Laufende Kosten während der Anlage
Die Fondsgesellschaft entnimmt täglich die Total Expense Ratio (TER) aus dem Fondsvermögen. Dazu kommen Transaktionskosten innerhalb des Fonds und bei Swap-ETFs die Kosten für das Tauschgeschäft.
Verkauf der Anteile
Beim Verkauf gelten dieselben Handelskosten wie beim Kauf: Ordergebühr, Handelsplatzgebühr und Spread. Bei klassischen Indexfonds kann eine Rücknahmegebühr anfallen.
02 · Grundlagen
Was ist die Total Expense Ratio (TER)?
Die Total Expense Ratio, kurz TER, ist die zentrale Kennzahl für die laufenden Kosten eines ETF. Sie wird in Prozent angegeben und bezieht sich immer auf ein Jahr.
Die TER bezeichnet die laufenden Kosten eines Fonds oder ETF pro Jahr. Sie wird täglich aus dem Fondsvermögen entnommen und schmälert die Wertentwicklung, ohne dass du eine Rechnung erhältst.
Eine TER von 0,2 Prozent bedeutet: Bei einem Wertzuwachs der enthaltenen Wertpapiere von 6 Prozent beträgt deine Rendite 5,8 Prozent.
Zur TER zählen die Kosten für Verwaltung und Vertrieb, die Gebühren der Depotbank sowie die Mehrwertsteuer auf diese Posten. Nicht enthalten sind Transaktionskosten innerhalb des Fonds und Swap-Gebühren bei synthetischen ETFs.
- Die TER wird auch Gesamtkostenquote oder Effektivkostenquote genannt.
- Sie sagt aus, um wie viele Prozentpunkte die Kosten im Jahr deine Rendite schmälern.
- Du zahlst die TER indirekt über eine schlechtere Wertentwicklung des Fonds.
Kurz erklärt
Total Expense Ratio (TER)
Die TER bezeichnet die laufenden Kosten eines Fonds oder ETF pro Jahr. Sie wird täglich aus dem Fondsvermögen entnommen und schmälert die Wertentwicklung, ohne dass du eine Rechnung erhältst.
Eine TER von 0,2 Prozent bedeutet: Bei einem Wertzuwachs der enthaltenen Wertpapiere von 6 Prozent beträgt deine Rendite 5,8 Prozent.
03 · Vergleich
ETF-Gebühren im Vergleich: Passiv schlägt aktiv
Passiv gemanagte Indexfonds und ETFs haben deutlich niedrigere laufende Kosten als aktiv gemanagte Fonds. Der Unterschied wirkt sich über die Jahre massiv auf dein Endvermögen aus.
Ein Rechenbeispiel verdeutlicht den Effekt: Bei 10.000 Euro Anlage und einer angenommenen Wertentwicklung von 6 Prozent pro Jahr erzielt ein ETF mit 0,3 Prozent TER nach 30 Jahren einen Wert von 52.753 Euro. Ein aktiver Fonds mit 2 Prozent TER kommt im selben Zeitraum nur auf 32.434 Euro.
Nach 30 Jahren beträgt der Unterschied rund 20.000 Euro zugunsten des günstigen ETF. Schon nach fünf Jahren liegt der ETF mit etwa 1.000 Euro mehr im Plus als der aktive Fonds.
- Ein ETF mit 0,3 Prozent TER erreicht nach 10 Jahren 17.408 Euro, der aktive Fonds mit 2 Prozent TER nur 14.802 Euro.
- Die Managementkosten bei passiv gemanagten Fonds fallen deutlich geringer aus als bei aktiv gemanagten Varianten.
- Die TER dient dazu, die Kosten verschiedener Fonds direkt miteinander zu vergleichen.
| ETF mit 0,3 % TER | Aktiver Fonds mit 2 % TER | |
|---|---|---|
| Laufende Kosten pro Jahr | 0,3 Prozent | 2,0 Prozent |
| Wert nach 5 Jahren | 13.194 Euro | 12.166 Euro |
| Wert nach 10 Jahren | 17.408 Euro | 14.802 Euro |
| Wert nach 30 Jahren | 52.753 Euro | 32.434 Euro |
04 · Im Vertrag
Welche Kosten entstehen beim Kauf und Verkauf?
Beim Handel von ETFs über die Börse fallen mehrere Gebühren an, die dein Broker festlegt. Sie unterscheiden sich je nach Anbieter und Handelsplatz teils deutlich.
Dein Depotanbieter berechnet pro Kaufauftrag entweder einen festen Betrag oder einen prozentualen Anteil vom Orderwert. Manche Anbieter haben eine Flatfee, also eine feste, vom Volumen unabhängige Gebühr.
Die Handelsplatzgebühr hängt vom Börsenplatz ab, über den du kaufst. Xetra kann teurer sein als andere Handelsplätze. Die Courtage erhebt der Börsenbetreiber für die Organisation des Handels, manche Broker reichen sie direkt an dich weiter, andere rechnen sie in die Handelsplatzgebühr ein.
Der Spread ist die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs und fällt bei jedem Handel an. Bei klassischen Indexfonds, die nicht an der Börse gehandelt werden, kann stattdessen ein Ausgabeaufschlag von bis zu 5 Prozent anfallen.
- Ein Anleger, der für 10.000 Euro einen klassischen Fonds mit 5 Prozent Agio kauft, zahlt 500 Euro Ausgabeaufschlag.
- Ein ETF-Kauf über einen Broker mit Flatfee von 4,95 Euro kostet dagegen nur diesen festen Betrag.
- Die genaue Höhe aller Handelskosten findest du in den Kosteninformationen, die du vor dem Abschluss eines Kaufs oder Verkaufs erhältst.
Handelskosten im Überblick
05 · Kosten
Depotkosten: Was darf dein Depot kosten?
Neben den Handelskosten verlangen manche Banken eine jährliche Gebühr für die Führung deines Depots. Viele Direktbanken und Online-Broker haben diese Kosten inzwischen abgeschafft.
Die Spanne reicht von kostenlosen Depots bis zu Gebühren von über 100 Euro pro Jahr bei Filialbanken. Online-Broker bieten Depots häufig für 0 Euro an, Direktbanken verlangen zwischen 0 und 30 Euro pro Jahr.
Prüfe vor der Depoteröffnung, ob eine jährliche Gebühr anfällt und ob sie sich durch deine Handelsaktivität rechnet. Ein kostenloses Depot kann sich lohnen, wenn du regelmäßig handelst und die Ordergebühren niedrig sind.
- Filialbanken verlangen typischerweise zwischen 30 und 120 Euro pro Jahr für die Depotführung.
- Online-Broker haben die Depotgebühr meist vollständig abgeschafft.
- Die Depotgebühr ist unabhängig von der TER und kommt zu den Fonds- und Handelskosten hinzu.
Typische jährliche Depotkosten im Vergleich
06 · Grundlagen
Swap-Gebühren: Was kostet ein synthetischer ETF?
Swap-ETFs bilden den Index nicht durch den Kauf der Aktien ab, sondern durch ein Tauschgeschäft mit einem Kontrahenten. Die Kosten dafür sind nicht in der TER enthalten.
Bei synthetischen ETFs schließt die Fondsgesellschaft einen Swap-Vertrag mit einer Bank ab. Die Bank liefert die Indexrendite, der Fonds stellt Sicherheiten. Die Kosten für dieses Tauschgeschäft trägt der Fonds zusätzlich zur TER.
Swap-ETFs können Tracking-Differenzen aufweisen, die über die TER hinausgehen. Die tatsächliche Abweichung vom Index zeigt die Tracking Difference.
- Die Swap-Gebühren fallen zusätzlich zur TER an und schmälern die Rendite.
- Die Tracking Difference weist aus, wie groß der Abstand zwischen Indexfonds und Index tatsächlich ist.
- Je kleiner die Tracking Difference ausfällt, desto erfolgreicher hat das Fondsmanagement gearbeitet.
Kurz erklärt
Swap-Gebühren
Bei synthetischen ETFs schließt die Fondsgesellschaft einen Swap-Vertrag mit einer Bank ab. Die Bank liefert die Indexrendite, der Fonds stellt Sicherheiten. Die Kosten für dieses Tauschgeschäft trägt der Fonds zusätzlich zur TER.
Swap-ETFs können Tracking-Differenzen aufweisen, die über die TER hinausgehen. Die tatsächliche Abweichung vom Index zeigt die Tracking Difference.
07 · Was gilt
Tracking Error und Tracking Difference: Die versteckten Kosten
Nicht alle Kosten eines ETF stehen in der TER. Transaktionskosten, Swap-Gebühren und Steuern können dazu führen, dass der ETF seinen Index nicht exakt abbildet.
In der TER enthalten sind die Verwaltungsgebühr der Fondsgesellschaft, Vertriebskosten, Kosten der Depotbank und die Mehrwertsteuer auf diese Gebühren. Nicht in der TER enthalten sind Transaktionskosten innerhalb des Fonds, Swap-Gebühren bei synthetischen ETFs, Ordergebühren deines Brokers und der Spread beim Kauf und Verkauf.
Der Tracking Error dient als Kennziffer, um den Erfolg eines Indexfonds zu messen. Er weist aus, wie groß der Abstand zwischen Indexfonds und Index tatsächlich ist. Je kleiner die Zahl ausfällt, desto erfolgreicher hat das Fondsmanagement gearbeitet.
- Die Tracking Difference zeigt die tatsächliche Abweichung vom Index über einen bestimmten Zeitraum.
- Transaktionskosten entstehen, wenn die Fondsgesellschaft Wertpapiere kauft und verkauft, aus denen der Fonds besteht.
- Die Transaktionskosten sind nicht Teil der TER und können in manchen Jahren höher ausfallen als in anderen.
In der TER enthalten
Nicht in der TER enthalten
08 · Hintergrund
Diversifikation: Warum sich ein breiter Indexfonds lohnt
Ein Indexfonds auf einen breiten Marktindex wie den MSCI World oder den DAX streut dein Geld über viele Unternehmen. Diese Diversifikation senkt das Risiko, ohne dass du viele Einzelaktien kaufen musst.
Mit einem einzigen ETF auf einen breiten Index investierst du in hunderte oder tausende Unternehmen gleichzeitig. Der Ausfall eines einzelnen Unternehmens fällt dadurch kaum ins Gewicht.
Die Diversifikation ist ein zentraler Vorteil von Indexfonds. Du erreichst sie ohne aktives Management und ohne hohe Kosten, da der Fonds den Index lediglich nachbildet.
Je breiter der Index, desto geringer das Risiko durch Einzeltitel. Ein ETF auf den MSCI World streut über rund 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern.
- Indexfonds bilden einen Aktienindex wie den DAX möglichst eins zu eins nach.
- Der Fondsmanager muss nur eingreifen, wenn es in der Zusammensetzung des Index selbst zu Veränderungen kommt.
- Die breite Streuung reduziert das Risiko, das mit einzelnen Unternehmen verbunden ist.
Mit einem einzigen ETF auf einen breiten Index investierst du in hunderte oder tausende Unternehmen gleichzeitig. Der Ausfall eines einzelnen Unternehmens fällt dadurch kaum ins Gewicht.
Die Diversifikation ist ein zentraler Vorteil von Indexfonds. Du erreichst sie ohne aktives Management und ohne hohe Kosten, da der Fonds den Index lediglich nachbildet.
Beachte: Je breiter der Index, desto geringer das Risiko durch Einzeltitel. Ein ETF auf den MSCI World streut über rund 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern.
09 · Was gilt
Steuern auf Indexfonds: Was bleibt dir netto?
Auch bei Indexfonds und ETFs fallen Steuern auf deine Gewinne an. Die Teilfreistellung für Aktienfonds reduziert die Steuerlast, der Sparer-Pauschbetrag schützt einen Teil deiner Erträge.
Steuerpflichtig sind Kursgewinne beim Verkauf, Dividenden und Ausschüttungen sowie Erträge aus thesaurierenden Fonds über die Vorabpauschale. Steuerfrei bleiben Erträge bis 1.000 Euro pro Person und Jahr durch den Sparer-Pauschbetrag, bei zusammenveranlagten Ehepaaren sind es 2.000 Euro.
Für Aktienfonds gilt eine Teilfreistellung von 30 Prozent. Das bedeutet: 30 Prozent deiner Erträge bleiben steuerfrei, nur 70 Prozent werden mit der Abgeltungsteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Abgeltungsteuer belastet.
- Der Sparer-Pauschbetrag liegt bei 1.000 Euro pro Person und Jahr, bei Ehepaaren bei 2.000 Euro.
- Die Teilfreistellung für Aktienfonds beträgt 30 Prozent der Erträge.
- Die Abgeltungsteuer beträgt 25 Prozent, der Solidaritätszuschlag 5,5 Prozent auf die Abgeltungsteuer.
Steuerpflichtig
Steuerfrei
10 · Fehler vermeiden
Typische Fehler bei der Kostenprüfung vermeiden
Viele Anleger unterschätzen die langfristige Wirkung von Gebühren oder übersehen Kosten, die nicht in der TER stehen. Diese Fehler solltest du vermeiden.
Diese Fehler solltest du vermeiden.
Ein häufiger Fehler ist, nur auf die TER zu schauen und Transaktionskosten, Spreads und Swap-Gebühren zu ignorieren. Diese Kosten können die tatsächliche Rendite deutlich stärker schmälern, als die TER vermuten lässt.
Ein weiterer Fehler ist, einen ETF mit hoher TER zu wählen, obwohl ein vergleichbarer Indexfonds günstiger ist. Auch die Depotgebühren der Bank werden oft nicht in die Kostenrechnung einbezogen.
Bei klassischen Indexfonds übersehen Anleger manchmal den Ausgabeaufschlag, der bei ETFs entfällt. Häufiges Umschichten verursacht unnötige Ordergebühren und Spreads und reduziert die Rendite.
- Prüfe die Tracking Difference, die die tatsächliche Abweichung vom Index zeigt.
- Vergleiche immer die Gesamtkosten aus TER, Handelskosten und Depotgebühren.
- Vermeide häufiges Umschichten, um Ordergebühren und Spreads zu sparen.
Häufige Fehler im Umgang mit Indexfonds-Gebühren
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