Indexfonds günstig: Der einfache Weg zum Vermögensaufbau
Du willst dein Geld vermehren, aber keine teuren Fonds kaufen? Indexfonds bilden den gesamten Markt ab und sind extrem kostengünstig. Wir zeigen dir, wie du damit ohne Vorkenntnisse startest.
Warum dich das Thema Indexfonds betrifft
Vielleicht denkst du, dass Investieren nur etwas für Leute mit viel Geld und Fachwissen ist. Das ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Die Zeiten, in denen man ein großes Startkapital brauchte, um an der Börse mitzumischen, sind lange vorbei. Heute kannst du schon mit einer kleinen monatlichen Summe in den weltweiten Aktienmarkt investieren.
Gleichzeitig verliert dein Erspartes auf dem Girokonto oder im Sparbuch durch die Inflation stetig an Kaufkraft. Das bedeutet: Dein Geld wird weniger wert, obwohl der Betrag auf dem Konto gleich bleibt. Wenn du also langfristig Vermögen aufbauen möchtest, kommst du um das Thema Wertpapiere kaum herum. Indexfonds sind dabei der einfachste und für viele Anleger erfolgreichste Weg.
Der Staat unterstützt das Sparen mit Aktienfonds sogar noch. Seit 2018 gibt es den Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Person, der steuerfrei bleibt. Das heißt, deine Gewinne aus Indexfonds sind bis zu dieser Grenze abgabefrei. Das ist ein weiterer Grund, warum sich die Auseinandersetzung mit dem Thema für dich lohnen kann.
Du musst kein Finanzgenie sein, um von den Vorteilen zu profitieren. Es reicht, wenn du ein paar Grundprinzipien verstehst und einen langen Atem mitbringst. Dieser Ratgeber nimmt dich an die Hand und erklärt dir Schritt für Schritt, wie du mit Indexfonds günstig und unkompliziert startest. Du wirst sehen, es ist einfacher, als du denkst.
Was ist ein Indexfonds überhaupt?
Bevor wir in die Details gehen, klären wir die Grundlagen. Ein Index ist im Finanzwesen nichts anderes als ein mathematischer Maßstab, der die Wertentwicklung einer bestimmten Gruppe von Aktien abbildet. Der bekannteste ist der DAX, der die 40 größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands enthält. Es gibt aber auch Indizes für den gesamten europäischen oder den weltweiten Markt.
Ein Indexfonds, oft auch als ETF bezeichnet, ist nun ein Fonds, der genau diesen Index nachbildet. Statt dass ein Fondsmanager einzelne Aktien aussucht, kauft der Fonds einfach alle Unternehmen, die in dem Index enthalten sind. Das Prinzip ist simpel: Wenn du einen Fonds auf den DAX kaufst, investierst du automatisch in alle 40 DAX-Unternehmen auf einen Schlag.
Das Tolle daran ist die breite Streuung. Anstatt dein ganzes Geld in eine einzige Firma zu stecken, verteilst du es auf viele verschiedene Unternehmen und Branchen. Geht es einem Unternehmen schlecht, wird das durch die guten Ergebnisse anderer Unternehmen oft ausgeglichen. Dieses Prinzip nennt man Risikostreuung oder Diversifikation.
Der Begriff ETF steht für Exchange Traded Fund, also börsengehandelter Fonds. Das bedeutet, du kannst diese Fonds wie Aktien ganz normal über dein Wertpapierdepot kaufen und verkaufen. Die Begriffe Indexfonds und ETF werden im Alltag oft synonym verwendet, wobei ETF die moderne und meist günstigere Variante des klassischen Indexfonds ist.
So funktioniert ein Indexfonds im Detail
Stell dir vor, du möchtest einen Korb mit allen Äpfeln aus einer bestimmten Region kaufen. Ein Indexfonds macht genau das: Er kauft alle Aktien, die in einem bestimmten Index gelistet sind, und zwar im gleichen Verhältnis. Wenn ein Unternehmen also 5 Prozent des Index ausmacht, macht es auch 5 Prozent deines Fonds aus.
Die Wertentwicklung deines Fonds hängt dann direkt von der Entwicklung der enthaltenen Unternehmen ab. Steigt der gesamte Markt, steigt auch dein Fonds. Fällt der Markt, fällt auch dein Fonds. Du musst keine einzelnen Aktien bewerten oder den Markt timen. Du setzt einfach auf das langfristige Wachstum der Weltwirtschaft.
Ein entscheidender Vorteil ist die automatische Reinvestition der Dividenden. Viele Unternehmen schütten einen Teil ihres Gewinns an ihre Aktionäre aus. Bei einem thesaurierenden Indexfonds werden diese Ausschüttungen automatisch wieder angelegt, also in neue Anteile investiert. So profitiert dein Geld vom Zinseszinseffekt, ohne dass du etwas tun musst.
Es gibt auch ausschüttende Varianten, die dir die Erträge regelmäßig auszahlen. Für den Vermögensaufbau sind thesaurierende Fonds aber oft die bessere Wahl, weil das Geld so weiter für dich arbeitet. Die Entscheidung zwischen beiden Varianten hängt von deinen persönlichen Zielen ab. Für Einsteiger ist die thesaurierende Variante meist die unkompliziertere Lösung.
Kosten verstehen: Warum günstig so wichtig ist
Der größte Vorteil von Indexfonds gegenüber aktiv gemanagten Fonds sind die Kosten. Ein aktiver Fonds beschäftigt ein Team von Analysten und Fondsmanagern, die ständig auf der Suche nach den besten Aktien sind. Diese Arbeit muss bezahlt werden, was die laufenden Gebühren in die Höhe treibt. Oft liegen diese bei 1,5 Prozent pro Jahr oder sogar höher.
Ein Indexfonds bildet dagegen nur einen Index ab. Das erfordert kaum Management, weshalb die Kosten deutlich niedriger sind. Die jährliche Gebühr, die sogenannte Gesamtkostenquote oder TER, liegt bei breiten Indexfonds oft unter 0,3 Prozent. Das klingt nach einem kleinen Unterschied, hat aber auf lange Sicht eine enorme Wirkung.
Der Grund ist der Zinseszinseffekt. Wenn du weniger Gebühren zahlst, bleibt mehr von deiner Rendite übrig, die wiederum Zinsen und Zinseszinsen erwirtschaften kann. Über einen Zeitraum von 30 Jahren kann der Unterschied zwischen 0,2 und 1,5 Prozent Kosten einen sechsstelligen Betrag ausmachen. Deshalb ist das Thema Kosten bei der Geldanlage so entscheidend.
Zusätzlich zur laufenden Gebühr fallen beim Kauf und Verkauf von Fondsanteilen Transaktionskosten an. Bei ETFs sind diese dank moderner Handelsplätze und vieler Anbieter aber sehr gering. Viele Online-Broker bieten sogar Sparpläne an, bei denen du die Anteile komplett ohne Kaufgebühr erwerben kannst. Das macht den Einstieg für dich besonders günstig.
Worauf du bei der Auswahl achten solltest
Nicht alle Indexfonds sind gleich. Die wichtigste Unterscheidung ist der zugrunde liegende Index. Für Einsteiger ist ein Fonds auf den MSCI World oder den FTSE All-World ideal. Diese Indizes enthalten die größten Unternehmen aus den Industrieländern der ganzen Welt. Damit bist du breit gestreut und musst dir keine Gedanken über einzelne Länder machen.
Ein weiteres Kriterium ist die Währung. Du kannst Fonds in Euro oder in Fremdwährungen wie US-Dollar kaufen. Für deutsche Anleger sind Euro-Fonds oft die einfachere Wahl, da sie das Währungsrisiko reduzieren. Allerdings ist das Wechselkursrisiko bei weltweit investierenden Fonds ohnehin Teil des Spiels und gleicht sich langfristig oft aus.
Achte außerdem auf die Größe des Fonds. Ein Fonds mit einem sehr hohen verwalteten Vermögen ist meistens die sicherere Wahl. Er ist etabliert, hat niedrige Kosten und ist auch in Krisenzeiten liquide. Das bedeutet, du kannst deine Anteile jederzeit problemlos verkaufen. Kleine oder junge Fonds können dagegen geschlossen werden, was zu ungewollten Steuerereignissen führt.
Vergleiche schließlich die laufenden Kosten verschiedener Anbieter. Der Unterschied zwischen zwei Fonds auf denselben Index ist oft minimal, aber über die Jahre spürbar. Die günstigste Variante ist nicht immer die beste, aber bei identischer Abbildung des Index ist sie eine gute Wahl. Ein Blick auf die Wertentwicklung der letzten Jahre kann dir zusätzlich helfen, dich zu orientieren.
Typische Fehler, die du vermeiden solltest
Der häufigste Fehler ist, auf kurzfristige Schwankungen zu reagieren. Wenn die Börse fällt, bekommen viele Anleger Angst und verkaufen ihre Anteile. Das ist genau das Gegenteil von dem, was du tun solltest. Börsenkurse schwanken immer, das ist normal. Wer langfristig investiert, sollte Kursschwankungen einfach aussitzen und im Zweifel sogar nachkaufen.
Ein weiterer Fehler ist, zu viel Geld in einzelne Aktien oder Sektoren zu stecken. Manche Anleger glauben, sie können den Markt schlagen, und kaufen nur Technologieaktien oder die Aktien ihres Arbeitgebers. Das erhöht das Risiko enorm. Ein breit gestreuter Indexfonds ist fast immer die bessere Wahl, weil er das Risiko auf Tausende von Unternehmen verteilt.
Viele Einsteiger versuchen auch, den perfekten Zeitpunkt für den Einstieg zu finden. Sie warten auf einen günstigen Kurs, der vielleicht nie kommt. Dabei ist Zeit im Markt wichtiger als Timing. Wenn du regelmäßig einen Sparplan besparst, kaufst du automatisch zu guten und zu schlechten Zeiten. Über die Jahre gleicht sich das aus, das nennt man den Cost-Average-Effekt.
Schließlich solltest du nicht alles auf eine Karte setzen. Auch wenn Indexfonds eine tolle Anlageform sind, solltest du einen Notgroschen auf einem Tagesgeldkonto haben. Dieser sollte mindestens drei Monatsgehälter abdecken. So musst du im Notfall keine Fondsanteile zu einem ungünstigen Zeitpunkt verkaufen und kannst langfristig investiert bleiben.
So legst du deinen ersten Sparplan an
Der erste Schritt ist die Eröffnung eines Wertpapierdepots. Das geht heute komplett online bei einem der vielen Neobroker oder bei deiner Hausbank. Achte darauf, dass der Anbieter günstige oder sogar kostenlose Sparpläne anbietet. Die Eröffnung dauert meist nur wenige Minuten und ist in der Regel kostenlos.
Danach wählst du deinen Wunsch-ETF aus. Für den Start empfehlen wir einen breit aufgestellten Weltindex wie den MSCI World oder den FTSE All-World. Achte auf einen Fonds mit niedriger Kostenquote und ausreichender Größe. Du kannst dich auch für einen Fonds entscheiden, der die Dividenden automatisch reinvestiert, um den Zinseszinseffekt zu maximieren.
Nun legst du deinen Sparplan fest. Du bestimmst, wie viel Geld monatlich von deinem Girokonto abgebucht werden soll. Viele Anbieter erlauben schon Sparraten ab 25 Euro. Wichtig ist, dass du dir eine Summe aussuchst, die du langfristig entbehren kannst. Es ist besser, eine kleine Summe konsequent zu besparen als eine große, die du bald wieder abbestellen musst.
Nach der Einrichtung musst du nichts weiter tun. Dein Sparplan läuft automatisch und kauft jeden Monat Fondsanteile. Du solltest dir höchstens einmal im Jahr dein Depot anschauen, um zu prüfen, ob alles nach Plan läuft. Ansonsten gilt: Einfach laufen lassen und dem Zinseszinseffekt Zeit geben. Dein zukünftiges Ich wird es dir danken.
Dein Fahrplan für die nächsten 12 Monate
Im ersten Monat eröffnest du dein Depot und richtest deinen Sparplan ein. Das ist die wichtigste Hürde, denn danach läuft alles automatisch. Nimm dir eine halbe Stunde Zeit und erledige das direkt. Zögere nicht zu lange, denn der beste Zeitpunkt zum Investieren war gestern, der zweitbeste ist heute.
In den Monaten zwei bis sechs wirst du beobachten, wie dein Depot langsam wächst. Es wird auch Tage geben, an denen dein Depot weniger wert ist als zuvor. Das ist völlig normal und kein Grund zur Sorge. Wichtig ist, dass du deinen Sparplan einfach weiterlaufen lässt und nicht auf die Kurse schaust. Dein Fokus sollte auf deinem Alltag liegen.
Ab dem siebten Monat kannst du überlegen, ob du deine Sparrate erhöhen möchtest. Vielleicht hast du eine Gehaltserhöhung bekommen oder Ausgaben reduziert. Jede zusätzliche Erhöhung deiner Sparrate beschleunigt deinen Vermögensaufbau spürbar. Auch Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld oder Steuererstattungen kannst du direkt in deinen Fonds investieren.
Nach zwölf Monaten solltest du eine erste Bilanz ziehen. Schau dir an, wie viel du eingezahlt hast und wie sich dein Depot entwickelt hat. Du wirst feststellen, dass du durchgestartet bist. Der schwierigste Teil, der Anfang, ist geschafft. Ab jetzt geht es darum, dranzubleiben und deinen Plan über viele Jahre durchzuziehen.
Steuern und rechtliche Aspekte im Blick
Auch wenn das Thema Steuern trocken klingt, ist es wichtig, die Grundlagen zu verstehen. In Deutschland unterliegen Gewinne aus Aktienfonds der Abgeltungsteuer. Das gilt für Kursgewinne und Dividenden. Allerdings hast du einen jährlichen Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro, den du nutzen solltest. Bis zu dieser Grenze bleiben deine Gewinne steuerfrei.
Um den Pauschbetrag optimal zu nutzen, kannst du bei deiner Bank einen Freistellungsauftrag einrichten. Das ist ein einfaches Formular, das du online ausfüllst. Die Bank berücksichtigt dann automatisch, dass deine Gewinne bis 1.000 Euro steuerfrei bleiben. Ohne diesen Auftrag wird automatisch Steuer einbehalten, die du dir später über die Steuererklärung zurückholen müsstest.
Seit 2018 gibt es zudem die Teilfreistellung für Aktienfonds. Das bedeutet, dass 30 Prozent der Erträge aus Aktienfonds steuerfrei bleiben. Diese Regelung soll die doppelte Besteuerung auf Unternehmensebene vermeiden. Für dich als Anleger bedeutet das, dass du effektiv weniger Steuern zahlst als auf andere Kapitalerträge.
Wenn du deine Fondsanteile verkaufst, wird der Gewinn ebenfalls besteuert. Auch hier greift der Sparerpauschbetrag. Es gibt keine Spekulationsfrist mehr, seit 2009 sind alle Gewinne steuerpflichtig, unabhängig von der Haltedauer. Das ist aber kein Grund zur Sorge, denn die Steuerlast ist dank Teilfreistellung und Pauschbetrag überschaubar. Bei Unsicherheiten hilft ein Blick in die jährliche Steuerbescheinigung deiner Bank.
Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.
Häufige Fragen
Im Grunde sind sie sehr ähnlich. Ein ETF ist eine spezielle Art von Indexfonds, der wie eine Aktie an der Börse gehandelt wird. Klassische Indexfonds werden oft nur über Fondsgesellschaften gehandelt. Für dich als Anleger sind ETFs meist die günstigere und flexiblere Wahl.
Du kannst bereits mit 25 Euro pro Monat einen Sparplan auf einen Indexfonds einrichten. Es gibt keine Mindestanlage, die dich ausschließen würde. Wichtig ist, dass du regelmäßig sparst und langfristig investiert bleibst.
Ja, das ist möglich. Die Börse kann kurzfristig stark fallen, und dein Depotwert sinkt dann. Wenn du deine Anteile dann verkaufst, realisierst du einen Verlust. Bei einem langen Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren sind Verluste aber historisch gesehen unwahrscheinlich.
Für Einsteiger empfehlen sich breit aufgestellte Weltindizes wie der MSCI World oder der FTSE All-World. Sie enthalten tausende Unternehmen aus vielen Ländern und bieten damit eine sehr gute Risikostreuung. Achte auf einen Fonds mit niedrigen Kosten.
Für den langfristigen Vermögensaufbau sind thesaurierende Fonds meist besser, da die Dividenden automatisch reinvestiert werden. Das verstärkt den Zinseszinseffekt. Ausschüttende Fonds sind eher geeignet, wenn du regelmäßige Einnahmen aus deinem Depot erzielen möchtest.
Einmal pro Jahr reicht völlig aus. Schau dir an, ob dein Sparplan läuft und ob deine Anlagestrategie noch zu deinen Zielen passt. Tägliches Kontrollieren führt oft zu unnötigen Entscheidungen aus dem Bauch heraus, die du später bereuen könntest.
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