Ratgeber · Investieren
Indexfonds Erklärung: So funktioniert die passive Geldanlage
Ein Indexfonds bildet einen Aktienindex wie den DAX möglichst genau nach. Du investierst damit breit gestreut in einen ganzen Markt, ohne dass ein Fondsmanager einzelne Aktien auswählen muss.
10 Kapitel · 11 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Indexfonds sind passiv gemanagte Investmentfonds, die einen Index nachbilden.
- Die meisten Indexfonds werden als börsengehandelte ETFs aufgelegt.
- Durch den Verzicht auf aktives Fondsmanagement sind die laufenden Kosten in der Regel niedriger.
- Mit einem ETF-Sparplan kannst du bereits mit kleinen Beträgen langfristig Vermögen aufbauen.
01 · Grundlagen
Was ist ein Indexfonds?
Die grundlegende Idee eines Indexfonds ist die Nachbildung eines Vergleichsmaßstabs. Statt zu versuchen, den Markt zu schlagen, bildet er ihn einfach ab.
In Deutschland sind Indexfonds erst seit 1998 zugelassen. Vorher war es Fondsgesellschaften gesetzlich verboten, einen Index im Rahmen eines Fonds nachzubilden. Seitdem hat sich die Produktfamilie stark entwickelt, und die überwiegende Zahl der Indexfonds wird heute als ETF aufgelegt.
Ein Indexfonds muss jederzeit zu 95 Prozent in Wertpapieren und Derivaten investiert sein, die den zugrunde liegenden Index nachbilden. Die restlichen fünf Prozent dürfen in Bankguthaben, Geldmarktinstrumenten oder Geldmarktfondsanteilen liegen. Der nachgebildete Index muss im Fondsnamen enthalten sein.
Für allgemein anerkannte Indizes gelten besondere Regeln: Eine einzelne Aktie kann im Fonds auch ein Gewicht von mehr als 20 Prozent haben, sofern dies im Index ebenfalls der Fall ist. Das ist im Kapitalanlagegesetzbuch geregelt und unterscheidet Indexfonds von klassischen Investmentfonds.
Kurz erklärt
Indexfonds
Ein Investmentfonds, der einen Index wie den DAX oder REX nachbildet. Die Anlagepolitik ist an diesem Index ausgerichtet und folgt einer passiven Anlagestrategie.
Die Gewichtung der einzelnen Branchen und Aktien entspricht exakt dem zugrunde liegenden Index.
02 · Vergleich
Indexfonds oder aktiver Aktienfonds: Wo liegt der Unterschied?
Der zentrale Unterschied liegt im Fondsmanagement. Während aktive Fonds versuchen, durch Titelauswahl eine bessere Rendite als der Markt zu erzielen, begnügt sich ein Indexfonds mit der Marktrendite.
Bei einem aktiven Aktienfonds überwacht das Fondsmanagement kontinuierlich die Investments und sucht ständig nach besseren Alternativen. Diese Aufgabe entfällt bei einem Indexfonds vollständig. Der Fondsmanager greift nur ein, wenn sich die Zusammensetzung des Index selbst verändert.
Indexfonds halten den Index nicht immer vollständig im Portfolio. Sie setzen teilweise auch auf Derivate oder mischen die eine oder andere nicht im Index notierte Aktie bei. Inwieweit solche Abweichungen zulässig sind, steht im Fondsprospekt.
Der Hauptunterschied liegt im Fondsmanagement und den daraus entstehenden Kosten. Indexfonds verzeichnen im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds niedrige Gesamtkosten, weil kein Research und keine individuelle Titelauswahl bezahlt werden müssen.
| Indexfonds (passiv) | Aktienfonds (aktiv) | |
|---|---|---|
| Anlageziel | Den Index möglichst exakt nachbilden | Den Markt durch Titelauswahl schlagen |
| Fondsmanagement | Automatisierte Anpassung an den Index | Kontinuierliche Analyse und Auswahl durch Manager |
| Kostenstruktur | In der Regel niedrige laufende Kosten | Höhere Gebühren für Management und Research |
03 · Schritt für Schritt
So funktioniert die Nachbildung eines Index
Die Nachbildung eines Index wird als Indexierungsstrategie bezeichnet. Der Fonds muss dabei bestimmte Regeln einhalten, um die Wertentwicklung des Vergleichsmaßstabs zu erreichen.
Die Gewichtung der einzelnen Branchen und Aktien entspricht bei einem Indexfonds exakt dem zugrunde liegenden Index. Ziel eines DAX-Fonds ist es, den DAX möglichst genau nachzubilden. Dazu kauft der Fonds die enthaltenen Aktien in dem Verhältnis, in dem sie im Index gewichtet sind.
Ändert sich die Zusammensetzung des Index, passt der Fonds seine Bestände automatisch an. Werden neue Aktien in einen Index aufgenommen, zieht der börsengehandelte Indexfonds diese Bewegung nach. Das geschieht durch den automatischen Kauf und Verkauf von Wertpapieren.
Die Nachbildung eines Index wird als Indexierungsstrategie bezeichnet und ist eine passive Anlagestrategie. Der Fonds versucht nicht, durch die gezielte Auswahl weiterer Aktien besser abzuschneiden als der Markt.
Auswahl des Index
Der Fonds legt fest, welchen Index er abbildet, zum Beispiel den DAX mit seinen 40 Aktien.
Gewichtung der Wertpapiere
Die Aktien werden im Fonds genau in dem Verhältnis gekauft, in dem sie im Index enthalten sind.
Laufende Anpassung
Ändert sich die Zusammensetzung des Index, passt der Fonds seine Bestände automatisch an.
Handel der Anteile
Bei ETFs kaufst und verkaufst du deine Anteile während der Börsenzeiten über die Börse.
04 · Was gilt
Welche Rolle spielt die Börse bei ETFs?
Die Abkürzung ETF steht für Exchange Traded Fund, also börsengehandelter Fonds. Der Börsenhandel ist ein wesentliches Merkmal, das ETFs von klassischen Indexfonds unterscheidet.
Zu den Börsenzeiten kannst du deine Anteile beliebig kaufen und verkaufen. Der Preis bildet sich fortlaufend an der Börse, ähnlich wie bei einer Aktie.
Klassische Indexfonds werden dagegen nicht an der Börse gehandelt. Du kannst deine Fondsanteile nur über den Fondsanbieter oder deine Hausbank kaufen und verkaufen. Der Kurswert wird einmal am Tag auf Basis der Schlusskurse der enthaltenen Aktien bestimmt.
Für den Handel eines ETF benötigst du ein Depot bei einem Broker oder einer Bank. Über dieses Depot gibst du deine Kauf- und Verkaufsaufträge während der Börsenzeiten auf.
Börsengehandelt (ETF)
Nicht börsengehandelt (klassischer Indexfonds)
05 · Kosten
Was kostet ein Indexfonds?
Die Kosten sind ein entscheidender Vorteil von Indexfonds. Da kein aktives Management bezahlt werden muss, fallen die laufenden Gebühren in der Regel niedriger aus als bei aktiven Fonds.
Die laufenden Kosten eines Indexfonds werden mit der Gesamtkostenquote angegeben, der Total Expense Ratio (TER). Sie liegt bei Indexfonds typischerweise zwischen 0,1 und 0,5 Prozent pro Jahr. Darin enthalten ist die Verwaltungsgebühr, die die Fondsgesellschaft für die automatisierte Anpassung an den Index erhebt.
Zusätzlich können Transaktionskosten im Fonds entstehen. Sie fallen an, wenn der börsengehandelte Indexfonds an den Index angepasst wird und infolgedessen Wertpapiere anteilig gekauft oder verkauft werden. Beim Kauf über die Börse kommt außerdem eine Ordergebühr deines Brokers hinzu.
Die konkreten Kosten findest du im Basisinformationsblatt des Fonds. Ein Blick darauf lohnt sich vor jedem Kauf, denn auch kleine Unterschiede in der Gesamtkostenquote wirken sich über viele Jahre spürbar auf deine Rendite aus.
Typische Kostenbestandteile beim Kauf eines Indexfonds
06 · Im Vertrag
Tracking Error: Die Abweichung vom Index
Ein Indexfonds strebt eine möglichst exakte Nachbildung an. Kleine Abweichungen sind jedoch normal und werden mit dem Tracking Error gemessen.
Der Tracking Error gibt an, wie stark die Wertentwicklung des Fonds von der des Index abweicht. Ein niedriger Wert bedeutet eine genauere Nachbildung.
Die Methode, mit der ein Fonds den Index abbildet, heißt Replikation. Sie kann durch den Kauf aller im Index enthaltenen Aktien erfolgen oder durch eine Auswahl repräsentativer Titel. Beide Varianten haben Auswirkungen auf den Tracking Error.
Das Fondsvermögen ist als Sondervermögen rechtlich vom Vermögen der Fondsgesellschaft getrennt. Es bleibt auch bei einer Insolvenz der Gesellschaft geschützt. Das gilt für Indexfonds ebenso wie für andere Investmentfonds.
Wichtige Fachbegriffe zur Indexnachbildung
07 · Checkliste
ETF-Sparplan: Regelmäßig in Indexfonds investieren
Mit einem Sparplan kannst du monatlich einen festen Betrag in einen Indexfonds einzahlen. Das eignet sich besonders für den langfristigen Vermögensaufbau.
Du kannst bereits mit kleinen Beträgen beginnen und deine Sparrate jederzeit anpassen. Das macht diese Form der Geldanlage auch für Studierende zugänglich.
Durch regelmäßige Käufe nutzt du den Durchschnittskosteneffekt. Bei Kursschwankungen kaufst du mal teurer, mal günstiger ein. Über einen längeren Zeitraum gleicht sich das aus, und du musst dich nicht um den richtigen Einstiegszeitpunkt kümmern.
Für den langfristigen Vermögensaufbau eignet sich ein Sparplan besonders, weil du von der breiten Streuung über viele Unternehmen profitierst. Die Kosten sind transparent und im Vergleich zu aktiven Fonds niedrig.
Das spricht für einen ETF-Sparplan
Du kannst bereits mit kleinen Beträgen beginnen.
Die Sparrate lässt sich flexibel anpassen.
Durch regelmäßige Käufe nutzt du den Durchschnittskosteneffekt bei Kursschwankungen.
Die Kosten sind transparent und im Vergleich zu aktiven Fonds niedrig.
08 · Fehler vermeiden
Typische Fehler beim Umgang mit Indexfonds
Auch bei passiven Fonds gibt es Punkte, die du beachten solltest. Einige Fehler lassen sich leicht vermeiden, wenn du sie kennst.
Ein häufiger Fehler ist die Gleichsetzung von Indexfonds mit ETFs. Nicht jeder Indexfonds wird an der Börse gehandelt. Klassische Indexfonds kaufst du nur über die Fondsgesellschaft oder deine Hausbank, und der Kurswert wird einmal am Tag bestimmt.
Die Gesamtkostenquote zu ignorieren, kann langfristig teuer werden. Auch kleine Unterschiede in der TER wirken sich über viele Jahre aus. Vergleiche daher immer die laufenden Kosten verschiedener Fonds auf denselben Index.
Indexfonds eignen sich vor allem für die mittel- und langfristige Geldanlage. Kurzfristige Gewinne zu erwarten, ist ein Fehler, denn die Wertentwicklung folgt dem Index und kann stark schwanken. Das Marktrisiko bleibt vollständig bestehen.
Diese Fehler solltest du vermeiden
09 · Was gilt
Steuern auf Indexfonds: Das gilt 2026
Gewinne aus Indexfonds unterliegen der Abgeltungsteuer. Für Aktienfonds gibt es eine Teilfreistellung, die deine Steuerlast reduziert.
Gewinne aus Indexfonds unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent. Hinzu kommen der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Abgeltungsteuer und gegebenenfalls Kirchensteuer. Das gilt für Kursgewinne beim Verkauf von Anteilen ebenso wie für Dividenden und ausschüttungsgleiche Erträge.
Für Aktienfonds gilt eine Teilfreistellung von 30 Prozent. Das bedeutet: 30 Prozent deiner Erträge aus einem Aktien-Indexfonds bleiben steuerfrei. Nur auf die verbleibenden 70 Prozent zahlst du Abgeltungsteuer.
Zusätzlich steht dir der Sparer-Pauschbetrag von 1000 Euro pro Person und Jahr zu. Bei zusammenveranlagten Ehepaaren sind es 2000 Euro. Erträge bis zu diesem Betrag bleiben steuerfrei, wenn du einen Freistellungsauftrag bei deiner Bank eingerichtet hast.
Steuerpflichtig
Erträge bis zum Sparer-Pauschbetrag von 1000 EUR pro Person und Jahr
10 · Hintergrund
Marktrisiko und Wertentwicklung: Was du erwarten kannst
Ein Indexfonds bildet die Wertentwicklung seines Vergleichsindex ab. Das bedeutet, dass du sowohl an Gewinnen als auch an Verlusten des Marktes teilnimmst.
Die Wertentwicklung eines Indexfonds folgt dem zugrunde liegenden Aktienindex. Steigt der DAX, steigt in der Regel auch der Wert deiner Fondsanteile. Fällt der Index, sinkt entsprechend der Anteilswert. Eine Absicherung gegen fallende Kurse durch das Fondsmanagement gibt es nicht.
Das Marktrisiko bleibt bei Indexfonds vollständig bestehen, da keine aktiven Entscheidungen getroffen werden. Die breite Streuung über viele Unternehmen reduziert jedoch das Risiko im Vergleich zu einer Anlage in einzelne Aktien.
Für den langfristigen Vermögensaufbau ist diese Form der Geldanlage dennoch beliebt. Die Kombination aus niedrigen Kosten, breiter Streuung und der Möglichkeit, bereits mit kleinen Beträgen zu beginnen, macht Indexfonds zu einem einfachen Einstieg in die Geldanlage an der Börse.
Die Wertentwicklung eines Indexfonds folgt dem zugrunde liegenden Aktienindex. Steigt der DAX, steigt in der Regel auch der Wert deiner Fondsanteile. Fällt der Index, sinkt entsprechend der Anteilswert.
Das Marktrisiko bleibt bei Indexfonds vollständig bestehen. Eine Absicherung gegen fallende Kurse durch das Fondsmanagement gibt es nicht, da keine aktiven Entscheidungen getroffen werden.
Für den langfristigen Vermögensaufbau ist diese Form der Geldanlage dennoch beliebt. Die breite Streuung über viele Unternehmen reduziert das Risiko im Vergleich zu einer Anlage in einzelne Aktien.
Häufige Fragen
Fragen zu Indexfonds Erklärung
{{f.a}}
Investieren
Mehr zu Investieren
Weiter mit Finanzen
Ratgeber zu Versicherung, Geldanlage und Studienfinanzierung für Studierende.
Alle Finanz-Ratgeber